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	<title>balismink - Benutzerbeiträge [de]</title>
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	<updated>2026-08-28T18:10:18Z</updated>
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		<id>https://amanz-balismink.rproxy.rz.uni-bamberg.de/balismink/index.php?title=Els%C3%A4sser_Steinzeug,_(mittlerer_Oberrhein,_SMa/FNz)&amp;diff=11598</id>
		<title>Elsässer Steinzeug, (mittlerer Oberrhein, SMa/FNz)</title>
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		<updated>2026-08-14T12:00:00Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;E. Bardet: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{stub}}&lt;br /&gt;
Der Norden des Elsass ist auch heute noch eine Region, in der [[Steinzeug]] hergestellt wird, insbesondere im Dorf Betschdorf, wo seit dem 18. Jahrhundert Keramik dieser Art produziert wird, die bis heute ein Symbol für das elsässische Handwerk ist. Archäologische Forschungen lassen jedoch vermuten, dass die Steinzeugproduktion im Elsass noch älter sein und bis ins 15. Jahrhundert zurückreichen könnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Forschungsgeschichte==&lt;br /&gt;
Yves Henigfeld ist der Einzige, der sich für die Steinzeugproduktion im Elsass interessiert hat, genauer gesagt in Haguenau, das bislang das einzige Produktionszentrum ist, das dank der zahlreichen dort gefundenen Brennabfälle eindeutig identifiziert werden konnte. Er widmete diesem Thema 1998 einen Artikel, der derzeit die einzige verfügbare regionale Quelle darstellt. Er stützt sich auf die Sammlungen des Museums von Haguenau, die aus mehreren Funden in der Stadt stammen und mehr oder weniger (manchmal gar nicht) dokumentiert sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===andere Beizeichnungen===&lt;br /&gt;
*auf Französisch: &amp;quot;grès d'Alsace&amp;quot; oder &amp;quot;grès du nord de l'Alsace&amp;quot; oder &amp;quot;grès haguenoviens&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Charakteristika==&lt;br /&gt;
Drehscheibenware. Tonmasse ähnlich wie bei anderen Steingutarten. Meist hellgrau, manchmal ockerfarben oder beige. Oft salzglasiert mit hellgrauer Färbung, orangefarbenen oder braunen Nuancen und einigen grünlichen Flecken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Varianten==&lt;br /&gt;
*Steinzeugwaren aus Betschdorf&lt;br /&gt;
Sie wurden erstmals im 18. Jahrhundert hergestellt und sind an ihrer hellgrauen Farbe und ihrer Verzierung aus Ritzungen und kobaltblauen Mustern zu erkennen. In dieser Hinsicht sind sie mit den Steinzeugwaren aus dem Westerwald vergleichbar, aus dessen Region die ersten Steinzeugtöpfer stammten, die sich im Elsass niederließen. Sie weisen sehr vielfältige Formen auf, die sowohl dem Gebrauch (Krüge, Flaschen, Tassen, Bierkrüge) als auch der Aufbewahrung von Flüssigkeiten (Töpfe, Fässchen) dienen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Gefäßformen==&lt;br /&gt;
Bei den meisten Fundstücken handelt es sich um Tassen, daneben auch um einige Flaschen oder Krüge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wichtige Fundorte==&lt;br /&gt;
*[[Straßburg]]&lt;br /&gt;
*Rheinmünster-Schwarzach (Fundber. Bad.-Württ. 22/2, 1998, 272-275 [U. Gross])&lt;br /&gt;
*Wiesenbach&lt;br /&gt;
*Dielheim, Burg Horrenberg&lt;br /&gt;
*Villingen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturhinweise==&lt;br /&gt;
*Fundber. Bad.-Württ. 22/2, 1998, 272-275 [U. Gross]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Warenart]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>E. Bardet</name></author>
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		<id>https://amanz-balismink.rproxy.rz.uni-bamberg.de/balismink/index.php?title=Els%C3%A4sser_Steinzeug,_(mittlerer_Oberrhein,_SMa/FNz)&amp;diff=11597</id>
		<title>Elsässer Steinzeug, (mittlerer Oberrhein, SMa/FNz)</title>
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		<updated>2026-08-14T11:57:08Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;E. Bardet: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{stub}}&lt;br /&gt;
Der Norden des Elsass ist auch heute noch eine Region, in der [[Steinzeug]] hergestellt wird, insbesondere im Dorf Betschdorf, wo seit dem 18. Jahrhundert Keramik dieser Art produziert wird, die bis heute ein Symbol für das elsässische Handwerk ist. Archäologische Forschungen lassen jedoch vermuten, dass die Steinzeugproduktion im Elsass noch älter sein und bis ins 15. Jahrhundert zurückreichen könnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Forschungsgeschichte==&lt;br /&gt;
Yves Henigfeld ist der Einzige, der sich für die Steinzeugproduktion im Elsass interessiert hat, genauer gesagt in Haguenau, das bislang das einzige Produktionszentrum ist, das dank der zahlreichen dort gefundenen Brennabfälle eindeutig identifiziert werden konnte. Er widmete diesem Thema 1998 einen Artikel, der derzeit die einzige verfügbare regionale Quelle darstellt. Er stützt sich auf die Sammlungen des Museums von Haguenau, die aus mehreren Funden in der Stadt stammen und mehr oder weniger (manchmal gar nicht) dokumentiert sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===andere Beizeichnungen===&lt;br /&gt;
*auf Französisch: &amp;quot;grès d'Alsace&amp;quot; oder &amp;quot;grès du nord de l'Alsace&amp;quot; oder &amp;quot;grès haguenoviens&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Charakteristika==&lt;br /&gt;
Drehscheibenware. Tonmasse ähnlich wie bei anderen Steingutarten. Meist hellgrau, manchmal ockerfarben oder beige. Oft salzglasiert mit hellgrauer Färbung, orangefarbenen oder braunen Nuancen und einigen grünlichen Flecken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wichtige Fundorte==&lt;br /&gt;
*[[Straßburg]]&lt;br /&gt;
*Rheinmünster-Schwarzach (Fundber. Bad.-Württ. 22/2, 1998, 272-275 [U. Gross])&lt;br /&gt;
*Wiesenbach&lt;br /&gt;
*Dielheim, Burg Horrenberg&lt;br /&gt;
*Villingen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturhinweise==&lt;br /&gt;
*Fundber. Bad.-Württ. 22/2, 1998, 272-275 [U. Gross]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Warenart]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>E. Bardet</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://amanz-balismink.rproxy.rz.uni-bamberg.de/balismink/index.php?title=Badorfer_Ware_(Rheinland,_FMa)&amp;diff=11595</id>
		<title>Badorfer Ware (Rheinland, FMa)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://amanz-balismink.rproxy.rz.uni-bamberg.de/balismink/index.php?title=Badorfer_Ware_(Rheinland,_FMa)&amp;diff=11595"/>
		<updated>2026-08-14T11:47:22Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;E. Bardet: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Die Badorfer Ware ist eine überregional bedeutende oxidierend gebrannte Drehscheibenware, die in Töpfereien im Rheinischen Vorgebirge produziert und von dort auch exportiert wurde. Sie ist zumindest teilweise zur Warengruppe der [[oxidierend gebrannte rheinische Drehscheibenware|oxidierend gebrannten rheinischen Drehscheibenware]] zu rechnen, doch zeigen sich etwa mit den häufig auch reduzierend gebrannten [[Kugeltopf|Kugeltöpfen]] auch Affinitäten zu den [[Rheinische Grauwaren|Rheinischen Grauwaren]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Forschungsgeschichte==&lt;br /&gt;
Die Ware wurde von Constantin Koenen Ende des 19. Jahrhunderts beschrieben. Danach haben sich F. Rademacher, F. Tischler und K. Böhner mit ihr befasst. Anfang der 1930er Jahre wurde Badorfer Ware am eponymen Fundort erstmals aus einem Töpfereikontext geborgen (Fremersdorf 1932), woraufhin die Ware im Kontext der Ausgrabungen von [[Haithabu]] erstmals genauer definiert wurde (Jankuhn 1936). Ein wichtiger Fundort im Rheinland wurde die Motte Husterknupp (Herrnbrodt 1958; Friedrich 2002), da hier Dendrodaten gewonnen werden konnten.&lt;br /&gt;
Dabei wurde deutlich, dass im Rheinland bei der chronologischen Gliederung der Formentypologie größere Bedeutung zukommt, als der traditionellen Warenartbestimmung im Sinne von Badorfer Ware, [[Walberberger Ware]], [[Hunneschans-Keramik]], [[Pingsdorfer Ware]], weshalb nun zunehmend der Oberbegriff [[Oxidierend gebrannte rheinische Drehscheibenware]] üblich wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Charakteristika==&lt;br /&gt;
===Herstellungstechnik=== &lt;br /&gt;
Drehscheibenware&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Brand/ Farbe===&lt;br /&gt;
weißlichgelb, gelb oder rötlich (Friedrich 2002, 6)&lt;br /&gt;
&amp;quot;nicht sehr hart&amp;quot;, gelegentlich aber auch hart (Friedrich 2002, 6)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Magerung===&lt;br /&gt;
feinsandig und &amp;quot;fein staubartig&amp;quot; (Friedrich 2002, 6). Optisch wirkt dies wie &amp;quot;eine mit spitzem Bleistift durchgeführte Punktierung&amp;quot; (Böhner u.a. 1950, )&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Oberflächenbeschaffenheit===&lt;br /&gt;
Die Oberfläche ist glatt und fühlt sich leicht kreidig an (Friedrich 2002, 6).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Beispiele====&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=&amp;quot;packed-hover&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Badorferw. 2.jpg|Fragment einer Reliefbaudamphore (Badorf).&lt;br /&gt;
Datei:Badorferw. 1.jpg|Fragment einer Bardorfer Keramik mit Reliefverzierung (Badorf).&lt;br /&gt;
Datei:Badorferw. 4.JPG|Fragment einer Badorfer Keramik (Badorf).&lt;br /&gt;
Datei:Badorferw. 3.JPG|Fragment einer Badorfer Keramik (Badorf).&lt;br /&gt;
Datei:Badorferw. 5.JPG|Fragment einer Badorfer Keramik (Badorf).&lt;br /&gt;
Datei:Badorferw. 6.JPG|Fragment einer Badorfer Keramik (Badorf).&lt;br /&gt;
Datei:Badorferw. 7.JPG|Fragment einer Badorfer Keramik (Badorf).&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Gefäßformen==&lt;br /&gt;
u.a.&lt;br /&gt;
*[[Reliefbandamphore]]n&lt;br /&gt;
*[[Kugeltopf]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Chronologie==&lt;br /&gt;
Die Produktion in Badorf begann noch in der späten Merowingerzeit.&lt;br /&gt;
Die Badorfer Ware wird durch die [[Pingsdorfer Ware]] abgelöst, wobei eine Übergangsphase in der Literatur auch als [[Hunneschans-Keramik]] bezeichnet wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Herstellungsbelege==&lt;br /&gt;
*Badorf&lt;br /&gt;
*Pingsdorf&lt;br /&gt;
*Eckdorf&lt;br /&gt;
*Walberberg&lt;br /&gt;
Obgleich die Waren nach dem Töpferort Badorf benannt ist, scheint der Schwerpunkt der Produktion quantitativ eher in Eckdorf und Walberberg gelegen zu haben. &lt;br /&gt;
Es ist nach mineralogischen Untersuchungen mit weiteren Töpferstandorten am Niederrhein zu rechnen, weshalb auch die Bezeichnung &amp;quot;Ware Badorfer Art&amp;quot; verwendet wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verbreitung==&lt;br /&gt;
Importfunde der Badorfer Ware treten auch in Südwestdeutschland auf (Lutz/Gross 1993; Gross 2021).&lt;br /&gt;
*[[Ladenburg]] (Schneid 1988, 93ff.; Gross 2021, 4)&lt;br /&gt;
*Mannheim-Seckenheim (Gross 2021, 4)&lt;br /&gt;
*Schriesheim (Lutz/Gross 1993)&lt;br /&gt;
*[[Wüstung Vöhingen bei Schwieberdingen]] (Gross 2021, 4)&lt;br /&gt;
Funde liegen auch aus Thüringen vor, z.B. aus Mühlhausen und Gebesee (Timpel 1995, 39)&lt;br /&gt;
Hessen&lt;br /&gt;
*Burg/Kloster Arnsburg - https://www.kloster-arnsburg.de/geschichte2.htm&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturhinweise==&lt;br /&gt;
*Böhner u. a. 1950: K. Böhner/P.J. Zholen/R. von Uslar, Ausgrabungen in den Kirchen von Breberen und Doveren (Regierungsbezirk Aachen). Bonner Jahrb. 150, 1950, 192-228.&lt;br /&gt;
*Bridger/Siegmund 1987: C. Bridger/F. Siegmund, Funde des 8. Jahrhunderts aus Xanten. Bonner Jahrb. 187, 1987, 543–562.&lt;br /&gt;
*Fremersdorf 1932: F. Fremersdorf, Badorf. Germania 16, 1932, 231.&lt;br /&gt;
*Friedrich 2002: R. Friedrich, Mittelalterliche Keramik aus rheinischen Motten. Funde aus den Regierungsbezirken Köln und Düsseldorf. Rhein. Ausgr. 44 (Köln 2002).&lt;br /&gt;
*Gross 2021: U. Gross, Reliefbandamphoren, Hunneschans- und Badorf-Ware sowie weitere Importkeramik der Karolingerzeit und des Hochmittelalters am nördlichen Oberrhein (Heidelberg 2021). - doi:10.11588/artdok.00007223&lt;br /&gt;
*Heege 1995: A. Heege, Die Keramik des frühen und hohen Mittelalters aus dem Rheinland. Stand der Forschung ; Typologie, Chronologie, Warenarten. Arch. Ber. 5 (Bonn 1995).&lt;br /&gt;
*Herrnbrodt 1958: A. Herrnbrodt, Der Husterknupp. eine rheinische Burganlage des frühen Mittelalters (Köln, Graz 1958).&lt;br /&gt;
*Jankuhn 1936: H. Jankuhn, Die Ausgrabungen in Haithabu 1935/36. Offa 1, 1936, 96–140.&lt;br /&gt;
*Keller 2004: C. Keller, Badorf, Walberberg und Hunneschans. Zur zeitlichen Gliederung karolingerzeitlicher Keramik vom Köln-Bonner Vorgebirge. Arch. Korrbl. 34, 2004, 125–137.&lt;br /&gt;
*Koenen 1887: C. Koenen, Zur karolingischen Keramik. Westdt. Zeitschr. Gesch. u. Kunst IV/4, 1887, 354–366.&lt;br /&gt;
*Kottmann/Goldstein 2015: A. Kottmann/O. Goldstein, St. Walburga in Meschede. Der karolingische Bau und das Schalltopfensemble. Zugl.: Tübingen, Univ., Diss. 2015. Tübinger Forsch. hist. Arch. 5 (Büchenbach 2015).&lt;br /&gt;
*Lung 1955: H. Lung, Töpferöfen der frühmittelalterlichen Badorfware in Badorf und Pingsdorf. Kölner Jahrb. Vor- u. Frühgesch. 1, 1955, 56 f.&lt;br /&gt;
*Lutz/Gross 1993: D. Lutz/U. Gross, Ein Beitrag zur Frühgeschichte von Schriesheim, Rhein-Neckar-Kreis. Arch. Ausgr. Bad.-Württ. 1993, 248–252.&lt;br /&gt;
*Timpel 1995: W. Timpel, Die früh- und hochmittelalterliche Keramik im westlichen Thüringen. Weimarer Mon. Ur- u. Frühgesch. 33 (Stuttgart, Halle 1995). - https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:gbv:27-20130527-092220-2&lt;br /&gt;
*Tischler 1952: F. Tischler, Zur Datierung der frühmittelalterlichen Tonware von Badorf, Landkr. Köln. Germania 30, 1952, 194–200.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Badorfer Ware (Rheinland, FMa)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Keramik des 7. Jahrhunderts]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Keramik des 8. Jahrhunderts]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Keramik des 9. Jahrhunderts]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Warenart]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>E. Bardet</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://amanz-balismink.rproxy.rz.uni-bamberg.de/balismink/index.php?title=Feinere_nachgedrehte_Ware_(Nordostbayern,_HMa)&amp;diff=11592</id>
		<title>Feinere nachgedrehte Ware (Nordostbayern, HMa)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://amanz-balismink.rproxy.rz.uni-bamberg.de/balismink/index.php?title=Feinere_nachgedrehte_Ware_(Nordostbayern,_HMa)&amp;diff=11592"/>
		<updated>2026-08-13T13:42:07Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;E. Bardet: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{stub}}&lt;br /&gt;
Es handelt sich um Warenart 3 nach Hans Losert (1993). Bisweilen ist die Abgrenzung zur &amp;quot;[[Nachgedrehte rauwandige Ware (Nordostbayern, HMa)]]&amp;quot; (Warenart 2 nach Losert) schwierig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Beispiele==&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=&amp;quot;packed-hover&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Feintonigew. 13.jpg|Feintonigeware - Außenansicht (Laubendorf)&lt;br /&gt;
Datei:Feintonigew. 13-2.jpg|Feintonigeware - Innenansicht (Laubendorf)&lt;br /&gt;
Datei:Feintonigew. 15.JPG|Feintonigeware - Außenansicht (Burgkunstadt)&lt;br /&gt;
Datei:Feintonigew. 15-2.JPG|Feintonigeware - Innenansicht (Burgkunstadt)&lt;br /&gt;
Datei:Feintonigew. 17.JPG|Feintonigeware - Außenansicht (Burgkunstadt)&lt;br /&gt;
Datei:Feintonigew. 17-2.JPG|Feintonigeware - Innenansicht (Burgkunstadt)&lt;br /&gt;
Datei:Feintonigew. 19-2.jpg|Feintonigeware - Außenansicht (Schlammersdorf)&lt;br /&gt;
Datei:Feintonigew. 19.jpg|Feintonigeware - Innenansicht (Schlammersdorf)&lt;br /&gt;
Datei:Feintonigew. 10.JPG|Feintonigeware - Hankel (Schlammersdorf)&lt;br /&gt;
Datei:Feintonigew. 11.JPG|Feintonigeware - Hankel (Schlammersdorf)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
==Literaturhinweise==&lt;br /&gt;
*Losert 1993: Hans Losert, Die früh- bis hochmittelalterliche Keramik in Oberfranken. Zeitschrift für Archäologie des Mittelalters. Beiheft 8 (Köln 1993). - ISBN: 9783792713235&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>E. Bardet</name></author>
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		<id>https://amanz-balismink.rproxy.rz.uni-bamberg.de/balismink/index.php?title=Feinere_nachgedrehte_Ware_(Nordostbayern,_HMa)&amp;diff=11591</id>
		<title>Feinere nachgedrehte Ware (Nordostbayern, HMa)</title>
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		<updated>2026-08-13T13:34:58Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;E. Bardet: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{stub}}&lt;br /&gt;
Es handelt sich um Warenart 3 nach Hans Losert (1993). Bisweilen ist die Abgrenzung zur &amp;quot;[[Nachgedrehten rauwandigen Ware]]&amp;quot; (Warenart 2 nach Losert) schwierig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Beispiele==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturhinweise==&lt;br /&gt;
*Losert 1993: Hans Losert, Die früh- bis hochmittelalterliche Keramik in Oberfranken. Zeitschrift für Archäologie des Mittelalters. Beiheft 8 (Köln 1993). - ISBN: 9783792713235&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>E. Bardet</name></author>
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		<id>https://amanz-balismink.rproxy.rz.uni-bamberg.de/balismink/index.php?title=Dreibeingef%C3%A4%C3%9F&amp;diff=11590</id>
		<title>Dreibeingefäß</title>
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		<updated>2026-08-13T13:34:12Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;E. Bardet: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;quot;Dreibeingefäß&amp;quot; ist ein Oberbegriff zum - oft eher rundbodig gedachten -  [[Grapen]] und den - eher flachbödigen - [[Dreibeintopf|Dreibeintöpfe]] und zur [[Dreibeinpfanne]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Feintonigew. 23-2.jpg|mini|200px|right|Beispiel für einen Fuß (Schlammersdorf, Feintonigeware)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im neuzeitlichen Keramikbestand treten [[Dreibeintopf|Dreibeintöpfe]] und [[Dreibeinpfanne]]n als Kochgeschirr neben die klassischen Topfformen. Derartige Formen sind seit dem ausgehenden Mittelalter bekannt und stellen Weiterentwicklungen bspw. der spätmittelalterlichen Keramik[[grapen]] dar, die sich wiederum von metallenen Vorbildern ableiteten (Gross 1995a, 58; Gross 2001, 328). In der Neuzeit nehmen diese [[Gefäßform]]en stark zu. Ein geringes Auftreten von Dreifußgefäßen kann auf eine bereits veränderte Kochsituation hindeuten.  Nicht selten weisen Dreibeingefäße starke Rußspuren am Boden und an den Fußinnenseiten auf, da sie direkt in der Glut standen (Gross 2003, 9; Gross 2001, 328). Damit kann unter Umständen auf die einstmals vorhandenen Kochbedingungen (offener Herd) einer Fundstelle geschlossen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einen Überblick über die Entwicklung in Südwestdeutschland hat Gross 2020 zusammen gestellt. Sein Fokus liegt dabei auf der Region am nördlichen Oberrhein und im Kraichgau, während die Innovationsregion der Dreibeintöpfe eher in der Nordschweiz und im südlichen Baden zu lokalisieren ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab dem 19. Jahrhundert treten vermehrt geschlossene Herde in Erscheinung und verdrängen allmählich die offenen Feuerstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:ABB257-2.jpg|center|thumb|600px|Schwäbisch Hall, Lange Straße 57 (Pulverturm): Dreibeintöpfe und Dreibeinpfannen (nach Gross 1994, Abb. 12). ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturhinweise==&lt;br /&gt;
*Gross 1994: U. Gross, Hausrat an der Stadtmauer. Keramik- und Glasfunde aus dem Bereich der Befestigung der Katharinenvorstadt. In: A. Bedal/I. Fehle (Hrsg.), HausGEschichten. Bauen und Wohnen im alten Hall und seiner Katharinenvorstadt. Kataloge des Hällisch-Fränkischen Museums Schwäbisch Hall 8 (Sigmaringen 1994) 359–388.&lt;br /&gt;
*Gross 1995: U. Gross, „Allerhandt grimppel auch kuchingeschürr…“ In: A. Stangl et al., Mönche und Scholaren. Funde aus 900 Jahren Kloster Alpirsbach [1095 – 1995] (Karlsruhe 1995).&lt;br /&gt;
*Gross 2001: U. Gross, Gefäß-, Gerät- und Spielzeugfunde aus dem Dorment. In: Landesdenkmalamt Baden-Württemberg (Hrsg.), Apirsbach. Zur Geschichte von Kloster und Stadt. Forschungen und Berichte der Bau- und Kunstdenkmalpflege in Baden-Württemberg 10 (Stuttgart 2001) 831-878.&lt;br /&gt;
*Gross 2003: U. Gross, Neuzeitliche Keramik im nördlichen Baden (16.-19. Jh.) (Heidelberg 2003).&lt;br /&gt;
*Gross 2020: U. Gross, Zur Entwicklung der keramischen Dreifußtöpfe im Raum zwischen nördlichem Oberrhein, Schwarzwald und Neckar (Heidelberg 2020). - https://doi.org/10.11588/artdok.00007753&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Terminologie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gefäßform]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Keramik des 17. Jahrhunderts]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Keramik des 15. Jahrhunderts]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Keramik des 16. Jahrhunderts]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Formenkunde]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>E. Bardet</name></author>
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&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Feintonigeware - Fuß (Lehrsammlung der Otto-Friedrich Universität Bamberg)&lt;/div&gt;</summary>
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&lt;div&gt;== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Feintonigeware (Lehrsammlung der Otto-Friedrich Universität Bamberg)&lt;/div&gt;</summary>
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Feintonigeware (Lehrsammlung der Otto-Friedrich Universität Bamberg)&lt;/div&gt;</summary>
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&lt;div&gt;== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Feintonigeware (Lehrsammlung der Otto-Friedrich Universität Bamberg)&lt;/div&gt;</summary>
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&lt;div&gt;== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Feintonigeware (Lehrsammlung der Otto-Friedrich Universität Bamberg)&lt;/div&gt;</summary>
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&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Feintonigeware (Lehrsammlung der Otto-Friedrich Universität Bamberg)&lt;/div&gt;</summary>
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		<updated>2026-08-13T13:28:08Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;E. Bardet: Feintonigeware - Hankel (Lehsammlung der Otto-Friedrich Universität Bamberg)&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Feintonigeware - Hankel (Lehsammlung der Otto-Friedrich Universität Bamberg)&lt;/div&gt;</summary>
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		<updated>2026-08-13T13:27:53Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;E. Bardet: Feintonigeware - Hankel (Lehsammlung der Otto-Friedrich Universität Bamberg)&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Feintonigeware - Hankel (Lehsammlung der Otto-Friedrich Universität Bamberg)&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>E. Bardet</name></author>
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		<title>Feinere nachgedrehte Ware (Nordostbayern, HMa)</title>
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		<updated>2026-08-13T13:24:20Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;E. Bardet: Die Seite wurde neu angelegt: „{{stub}} Es handelt sich um Warenart 3 nach Hans Losert (1993). Bisweilen ist die Abgrenzung zur &amp;quot;Nachgedrehten rauwandigen Ware&amp;quot; (Warenart 2 nach Losert) schw…“&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{stub}}&lt;br /&gt;
Es handelt sich um Warenart 3 nach Hans Losert (1993). Bisweilen ist die Abgrenzung zur &amp;quot;Nachgedrehten rauwandigen Ware&amp;quot; (Warenart 2 nach Losert) schwierig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Beispiele==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturhinweise==&lt;br /&gt;
*Losert 1993: Hans Losert, Die früh- bis hochmittelalterliche Keramik in Oberfranken. Zeitschrift für Archäologie des Mittelalters. Beiheft 8 (Köln 1993). - ISBN: 9783792713235&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>E. Bardet</name></author>
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	<entry>
		<id>https://amanz-balismink.rproxy.rz.uni-bamberg.de/balismink/index.php?title=Nachgedrehte_rauwandige_Ware_(Nordostbayern,_HMa)&amp;diff=11577</id>
		<title>Nachgedrehte rauwandige Ware (Nordostbayern, HMa)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://amanz-balismink.rproxy.rz.uni-bamberg.de/balismink/index.php?title=Nachgedrehte_rauwandige_Ware_(Nordostbayern,_HMa)&amp;diff=11577"/>
		<updated>2026-08-13T13:18:56Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;E. Bardet: /* Charakteristika */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{stub}}&lt;br /&gt;
In Nordostbayern (etwa nördliche Oberpfalz und Oberfranken) ist im Hochmittelalter eine zumeist grob gemagerte, rauwandige [[nachgedrehte Ware]] verbreitet. Es handelt sich um Warenart 2 nach Hans Losert.&lt;br /&gt;
==Forschungsgeschichte==&lt;br /&gt;
Genauer beschrieben und definiert wurde die Warenart von H. Losert. Sie gehört zu seiner Warenart 2, rauwandige Keramik, wobei drei Varianten, nämlich: &lt;br /&gt;
*Warenart 2a2, &amp;quot;rauwandige nachgedrehte Ware, gröbere Variante&amp;quot;&lt;br /&gt;
*Warenart 2b2, &amp;quot;rauwandige nachgedrehte Ware&amp;quot; und &lt;br /&gt;
*Warenart 2b3 &lt;br /&gt;
differenziert wurden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausgangspunkt seiner Bearbeitung waren die Ausgrabungen im [[Bamberg, Dom|Bamberger Dom]], dessen Stratigraphie für die chronologische Einordnung von Bedeutung ist.&lt;br /&gt;
===Andere Bezeichnungen===&lt;br /&gt;
*nachgedrehte rauwandige Ware&lt;br /&gt;
*Warenart 2 nach Losert 1883&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Charakteristika==&lt;br /&gt;
===Herstellungstechnik===&lt;br /&gt;
Die Gefäße sind - soweit der Erhaltungszustand eine Beurteilung zulässt - oft nur im Oberteil bzw. Randbereich sorgfältig nachgedreht. Insbesondere Var. 2b2 im Randbereich oft sehr sorgfältig gearbeitet, so dass bei kleinen Fragmenten eine Differenzierung gegenüber echter Drehscheibenware sehr schwierig ist.&lt;br /&gt;
Als Var. 2b.3 werden vollständig nachgedrehte Gefäße bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Brand/Farbe===&lt;br /&gt;
Die Ware ist meist im reduzierenden Brand oder im Mischbrand hergestellt. Charakteristische Farben sind hellocker bis schwarz; Innen- und Außenseite sind oft unterschiedlich, Insbesondere bei Var. 2b überwiegen dunklere, von grau bis schwarz reichende Farbtöne.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Scherben sind mäßig hart.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Magerung===&lt;br /&gt;
uneinheitlich, jedoch überwiegend kantiger oder gerundeter Quarzsand &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
mittelgrobe, vereinzelte sehr grobe Magerungspartikel&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Abgrenzung zur [[Nachgedrehte, grob gemagerte Keramik (Nordostbayern, FMa/ HMa)|nachgedrehten grob gemagerten, oft als slawisch bezeichneten Ware]] ist die nachgedrehte rauwandige Ware weniger grob und gleichmäßiger verteilt gemagert. &amp;quot;Die Magerung erscheint (...) von einer Tonschicht 'ummantelt', selten direkt an der Oberfläche &amp;quot; (Losert 1993, 30).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bisweilen ist die Abgrenzung zur &amp;quot;[[feinere nachgedrehte Ware (Nordostbayern, HMa)|feintonigen Ware]]&amp;quot; (Warenart 3 nach Losert) schwierig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Beispiele=&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=&amp;quot;packed-hover&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Rauhwand.-grobe nachgedr. W. 1-2.JPG|Rauhwandig-grobe nachgedrehte Ware - Außenansicht (Stechendorf, Gottelwiesen) &lt;br /&gt;
Datei:Rauhwand.-grobe nachgedr. W. 1.JPG|Rauhwandig-grobe nachgedrehte Ware - Innenansicht (Stechendorf, Gottelwiesen) &lt;br /&gt;
Datei:Rauhwand.-grobe nachgedr. W. 3-2.JPG|Rauhwandig-grobe nachgedrehte Ware - Außenansicht (Stechendorf, Gottelwiesen) &lt;br /&gt;
Datei:Rauhwand.-grobe nachgedr. W. 3.JPG|Rauhwandig-grobe nachgedrehte Ware - Innenansicht (Stechendorf, Gottelwiesen) &lt;br /&gt;
Datei:Rauhwand.-grobe nachgedr. W. 4-2.jpg|Rauhwandig-grobe nachgedrehte Ware - Außenansicht (Stechendorf, Gottelwiesen) &lt;br /&gt;
Datei:Rauhwand.-grobe nachgedr. W. 4.jpg|Rauhwandig-grobe nachgedrehte Ware - Innenansicht (Stechendorf, Gottelwiesen) &lt;br /&gt;
Datei:Rauhwandige nachgedr. W. 1-2.jpg|Rauhwandige nachgedrehte Ware - Außenansicht (Stechendorf, Gottelwiesen) &lt;br /&gt;
Datei:Rauhwandige nachgedr. W. 1.jpg|Rauhwandige nachgedrehte Ware - Innenansicht (Stechendorf, Gottelwiesen) &lt;br /&gt;
Datei:Rauhwandige nachgedr. W. 3.jpg|Rauhwandige nachgedrehte Ware - Außenansicht (Stechendorf, Gottelwiesen) &lt;br /&gt;
Datei:Rauhwandige nachgedr. W. 3-2.jpg|Rauhwandige nachgedrehte Ware - Innenansicht (Stechendorf, Gottelwiesen) &lt;br /&gt;
Datei:Rauhwandige nachgedr. W. 4.JPG|Rauhwandige nachgedrehte Ware - Außenansicht (Stechendorf, Gottelwiesen) &lt;br /&gt;
Datei:Rauhwandige nachgedr. W. 4-2.JPG|Rauhwandige nachgedrehte Ware - Innenansicht (Stechendorf, Gottelwiesen) &lt;br /&gt;
Datei:Rauhwandige nachgedr. W. 6-2.jpg|Rauhwandige nachgedrehte Ware - Außenansicht (Stechendorf, Gottelwiesen) &lt;br /&gt;
Datei:Rauhwandige nachgedr. W. 6.jpg|Rauhwandige nachgedrehte Ware - Innenansicht (Stechendorf, Gottelwiesen) &lt;br /&gt;
Datei:Rauhwandig-feine nachgedr. W. 1-2.JPG|Rauhwandig-feine nachgedrehte Ware - Außenansicht (Stechendorf, Gottelwiesen) &lt;br /&gt;
Datei:Rauhwandig-feine nachgedr. W. 1.JPG|Rauhwandig-feine nachgedrehte Ware - Innenansicht (Stechendorf, Gottelwiesen)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Gefäßformen==&lt;br /&gt;
Das Formenspektrum besteht im wesentlichen aus einfachen Töpfen mit ausgebogenen Rändern, Lippenrändern und in einer wohl jüngeren Entwicklung auch Leistenrändern.&lt;br /&gt;
[[Datei:Bamberg Obere Königstr 4 gröbere nachgedr Ware - Kopie.jpg|thumb|center|600px|Bamberg, Obere Königstraße 4, Keramik der gröberen nachgedrehten rauwandigen Ware (verändert nach Pfaffenberger 2020)]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kommen, wie bei den süddeutschen nachgedrehten Waren üblich, [[Bodenzeichen]] vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verbreitung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnliche Keramik findet sich im benachbarten Unterfranken, etwa die &amp;quot;ältere graue Irdenware&amp;quot; (Hembach 2003, 51ff.) in [[Würzburg]] (s. [[gröbere nachgedrehte Ware (Unterfranken, HMa)]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Funde nachgedrehter Keramik aus Mittelfranken wurden ebenfalls rauwandige nachgedrehte Ware bezeichnet, sollten aber vorerst separat als ([[gröbere nachgedrehte Ware (Mittelfranken, FMa/HMa)]]) geführt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===wichtige Fundorte===&lt;br /&gt;
*[[Bamberg, Dom|Bamberger Dom]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturhinweise==&lt;br /&gt;
*Hembach 2003: T. Hembach, Die Ausgrabung in der Domerschulstraße in Würzburg - 1300 Jahre Stadtgeschichte (Diss. Bamberg 2003)&lt;br /&gt;
*Losert 1993: Hans Losert, Die früh- bis hochmittelalterliche Keramik in Oberfranken. Zeitschrift für Archäologie des Mittelalters. Beiheft 8 (Köln 1993). - ISBN: 9783792713235&lt;br /&gt;
*Pfaffenberger 2020: S. Pfaffenberger, Aspekte der Stadtentwicklung Bambergs im frühen und hohen Mittelalter aus archäologischer Sicht. Arb. Arch. Süddeutschl. 36 (Büchenbach 2020). - ISBN 3946387276&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Warenart]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Keramik des 10. Jahrhunderts]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Keramik des 11. Jahrhunderts]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Keramik des 12. Jahrhunderts]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Keramik des 9. Jahrhunderts]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>E. Bardet</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://amanz-balismink.rproxy.rz.uni-bamberg.de/balismink/index.php?title=Datei:Rauhwandig-feine_nachgedr._W._1-2.JPG&amp;diff=11576</id>
		<title>Datei:Rauhwandig-feine nachgedr. W. 1-2.JPG</title>
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		<updated>2026-08-13T13:09:45Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;E. Bardet: Rauhwandig-feine nachgedrehte Ware (Stechendorf, Gottelwiesen, entdeckt 2016/2017, publiziert 2020)&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Rauhwandig-feine nachgedrehte Ware (Stechendorf, Gottelwiesen, entdeckt 2016/2017, publiziert 2020)&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>E. Bardet</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://amanz-balismink.rproxy.rz.uni-bamberg.de/balismink/index.php?title=Datei:Rauhwandig-feine_nachgedr._W._1.JPG&amp;diff=11575</id>
		<title>Datei:Rauhwandig-feine nachgedr. W. 1.JPG</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://amanz-balismink.rproxy.rz.uni-bamberg.de/balismink/index.php?title=Datei:Rauhwandig-feine_nachgedr._W._1.JPG&amp;diff=11575"/>
		<updated>2026-08-13T13:09:28Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;E. Bardet: Rauhwandig-feine nachgedrehte Ware (Stechendorf, Gottelwiesen, entdeckt 2016/2017, publiziert 2020)&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Rauhwandig-feine nachgedrehte Ware (Stechendorf, Gottelwiesen, entdeckt 2016/2017, publiziert 2020)&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>E. Bardet</name></author>
	</entry>
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		<id>https://amanz-balismink.rproxy.rz.uni-bamberg.de/balismink/index.php?title=Datei:Rauhwandige_nachgedr._W._6-2.jpg&amp;diff=11574</id>
		<title>Datei:Rauhwandige nachgedr. W. 6-2.jpg</title>
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		<updated>2026-08-13T13:08:56Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;E. Bardet: Rauhwandige nachgedrehte Ware (Stechendorf, Gottelwiesen, entdeckt 2016/2017, publiziert 2020)&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Rauhwandige nachgedrehte Ware (Stechendorf, Gottelwiesen, entdeckt 2016/2017, publiziert 2020)&lt;/div&gt;</summary>
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&lt;hr /&gt;
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Rauhwandige nachgedrehte Ware (Stechendorf, Gottelwiesen, entdeckt 2016/2017, publiziert 2020)&lt;/div&gt;</summary>
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Rauhwandige nachgedrehte Ware (Stechendorf, Gottelwiesen, entdeckt 2016/2017, publiziert 2020)&lt;/div&gt;</summary>
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Rauhwandige nachgedrehte Ware (Stechendorf, Gottelwiesen, entdeckt 2016/2017, publiziert 2020)&lt;/div&gt;</summary>
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&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Rauhwandige nachgedrehte Ware (Stechendorf, Gottelwiesen, entdeckt 2016/2017, publiziert 2020)&lt;/div&gt;</summary>
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&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Rauhwandige nachgedrehte Ware (Stechendorf, Gottelwiesen, entdeckt 2016/2017, publiziert 2020)&lt;/div&gt;</summary>
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&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Rauhwandig-grobe nachgedrehte Ware (Stechendorf, Gottelwiesen, entdeckt 2016/2017, publiziert 2020)&lt;/div&gt;</summary>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;E. Bardet: Rauhwandig-grobe nachgedrehte Ware (Stechendorf, Gottelwiesen, entdeckt 2016/2017, publiziert 2020)&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Rauhwandig-grobe nachgedrehte Ware (Stechendorf, Gottelwiesen, entdeckt 2016/2017, publiziert 2020)&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>E. Bardet</name></author>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;E. Bardet: Rauhwandig-grobe nachgedrehte Ware (Stechendorf, Gottelwiesen, entdeckt 2016/2017, publiziert 2020)&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Rauhwandig-grobe nachgedrehte Ware (Stechendorf, Gottelwiesen, entdeckt 2016/2017, publiziert 2020)&lt;/div&gt;</summary>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;E. Bardet: Rauhwandig-grobe nachgedrehte Ware (Stechendorf, Gottelwiesen, entdeckt 2016/2017, publiziert 2020)&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Rauhwandig-grobe nachgedrehte Ware (Stechendorf, Gottelwiesen, entdeckt 2016/2017, publiziert 2020)&lt;/div&gt;</summary>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;E. Bardet: Rauhwandig-grobe nachgedrehte Ware (Stechendorf, Gottelwiesen, 2020)&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Rauhwandig-grobe nachgedrehte Ware (Stechendorf, Gottelwiesen, 2020)&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>E. Bardet</name></author>
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		<updated>2026-08-13T12:58:25Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;E. Bardet: Rauhwandig-grobe nachgedrehte Ware (Stechendorf, Gottelwiesen, 2020)&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Rauhwandig-grobe nachgedrehte Ware (Stechendorf, Gottelwiesen, 2020)&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>E. Bardet</name></author>
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	<entry>
		<id>https://amanz-balismink.rproxy.rz.uni-bamberg.de/balismink/index.php?title=Oxidierend_gebrannte_j%C3%BCngere_Drehscheibenware_(Franken,_SMa/FNz)&amp;diff=11560</id>
		<title>Oxidierend gebrannte jüngere Drehscheibenware (Franken, SMa/FNz)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://amanz-balismink.rproxy.rz.uni-bamberg.de/balismink/index.php?title=Oxidierend_gebrannte_j%C3%BCngere_Drehscheibenware_(Franken,_SMa/FNz)&amp;diff=11560"/>
		<updated>2026-08-13T12:18:35Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;E. Bardet: /* Verzierungen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{stub}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die gängige Irdenware des Spätmittelalters wurde im heutigen Mittel- und Oberfranken überwiegend oxidierend gebrannt. Sie gehört in den Kontext der [[jüngere Drehscheibenware|jüngeren Drehscheibenware]].&lt;br /&gt;
Ab dem 13. Jahrhundert verdrängt sie im westlichen Oberfranken die [[Jüngere reduzierend gebrannte Drehscheibenware (Franken, SMa)]]. Sie setzt die Region damit gegen benachbarte Keramiklandschaften ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Forschungsgeschichte==&lt;br /&gt;
Die Ware ist in der Klassifikation von Hans Losert (1993) Teil von dessen rauwandiger Drehscheibenware, die in überregionaler Terminologie hier als [[Reduzierend gebrannte jüngere Drehscheibenware (Franken, SMa)]] bzw. als &amp;quot;Oxidierend gebrannte jüngere Drehscheibenware (Franken, SMa/FNz)&amp;quot; geführt wird. Losert fiel bereits der Farbwechsel auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch bei der ersten Bearbeitung der Funde von [[Bamberg, Domberg]] wurde die Gruppe beschrieben, zumal ihr auch die Funde aus einem Töpferofen in [[Bamberg, Untere Sandstraße 32]] zugeordnet werden konnten (Popp 1991; )&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Luitgard Löw unterschied zwei Materialgruppen 1 und 2, die der fränkischen oxidierend gebrannten Drehscheibenware zuzuordnen ist. Materialgruppe 1 &amp;quot;besteht aus oxidierend gebrannter, unglasierter und hart gebrannter Irdenware. Der Scherben zeigt als Ergebnis von reichlicher Sauerstoffzufuhr während der Brandendphase hellorange, rötliche, dunkelbraune, hellziegelrote oder gelbliche bis hellbraune Färbungen. Meistens sind an einem Gefäß mehrere Farbwerte auszumachen&amp;quot; (Löw 2001, 29). Materialgruppe 2 ordnete Löw Gefäßfragmente mit weißlich-beigefarbenem Scherben zu, deren Magerung homogener ist und an der Oberfläche weniger stark heraustreten. Löw verwies auf eine Verwandtschaft dieser Materialgruppe mit den Töpfereiabfällen aus [[Kipfendorf]], vom [[Lußberg]], aus [[Pollenfeld (Lkr. Eichstätt)]] und Regensburg–[[Prebrunn]] (Löw 2001, 30).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Charakteristika==&lt;br /&gt;
===Randformen===&lt;br /&gt;
Eine erste Datierung von [[Karniesrand|Karniesrändern]] nimmt Hans Losert für das 10. Jahrhundert vor und bezieht sich dabei auf den unter dem [[Bamberg, Dom|Bamberger Dom]] befindlichen Friedhofsbefund (Losert 1993, S. 48). Als typisch bezeichnet er die schmalen Karniesränder dann für das späte 12. Jahrhundert (Losert 1993, 48). Ab dem 13. Jahrhundert beschreibt Losert die Entwicklung vom schmalen zum breiten Karniesrand und bezieht sich auf das Bamberger Münzschatzgefäß ([[Bamberg, Lange Straße 25]]) aus der späten ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts, bei dem bereits eine Tendenz zu einer breiteren Ausprägung beobachten ist, sowie auf die Funde vom Lußberg, bei denen schließlich keine schmalen Karniesränder mehr zu finden waren (Losert 1993, S. 48). Es überrascht nicht, dass diese Entwicklungstendenz vom schmalen zum breiten Rand eins zu eins auf den [[Kragenrand]] übertragbar ist, denn Luitgard Löw bezieht sich bei ihrer zeitlichen Einordnung der Kragenränder auf dieselben Funde wie Hans Losert (Löw 2001, S. 39). Andrea Bischof erläutert, dass sich im 15. Jahrhundert schlanke und gestreckte Formen durchsetzen und sich „ab der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts profilierte Karnies- und Leistenränder“ verbreiten (Bischof 2010, S. 55).&lt;br /&gt;
===Bodenformen===&lt;br /&gt;
Die oxidierend gebrannte jüngere Drehscheibenware weist grundsätzlich Standböden auf. In ihrer frühen Ausprägung sind noch [[Bodenzeichen]] zu finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Oberfläche===&lt;br /&gt;
Viele Gefäßfragmente der oxidierend gebrannten Irdenwaren im Raum Bamberg zeigen glänzend schimmernde Oberfläche, die auf den ersten Blick für eine Blei[[Glasur|glasur]] gehalten wetden können. Analysen, die Luitgart Löw veranlasst hat, zeigen aber, dass kein erhöhter Bleigehalt vorliegt. Löw sprach diese Überzüge &amp;quot;entweder als gesinterte Brennhaut oder als Aschenanflugglasuren&amp;quot; an. Löw fasste beide Arten unter dem Begriff der [[Brennhaut]] zusammen, da sich insbesondere an kleinteilig zerscherbtem Material nur schwer eine Unterscheidung zu treffen ist. Tatsächlich zeigen einige Scherben den Komplexes [[Bamberg, Am Kranen 14]] aber, dass auch mit einer echten [[Engobe]] zu rechnen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Verzierungen===&lt;br /&gt;
Vereinzelt tritt eine rote Bemalung auf ([[Kipfendorf, Thonberg]], [[Lußberg]]), jedoch bleibt dies zu selten, um sicher eine klar abgrenzbare [[Rotbemalte Drehscheibenware (Oberfranken, HMa/SMa)]] als eine der vielfältigen Gruppen spätmittelalterlicher [[Rotbemalte Waren|rotbemalter Waren]] zu definieren. Das Verhältnis zu der [[Birkenfelder Ware (Südthüringen, SMa)]] im nördlich anschließenden Südthüringen ist noch offen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Häufig sind schmale Leistenauflagen und Rillenfelder an der Schulter. Häufig sind gekerbte Leisten (z.B. Ebern, Hirtengasse 4, [[Bamberg, Am Kranen 14]], Wüstung Birkenrod), die aber an der Töferei am [[Lußberg]] nur in verschwindend geringer Zahl auftreten, hingegen in den Töpfereien von [[Kipfendorf, Thonberg]] und [[Strullendorf]] häufiger belegt sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Bamberg KR14 IMG 20221121 223013.jpg|Bamberg, Am Kranen 14 (FzNr 1726). Topf - AMANZ Foto R. Schreg &lt;br /&gt;
Datei:Lußberg Lesef Popp 1.jpg|Lußberg, östl. Töpferei: oxidierend gebrannte jüngere Drehscheibenware&lt;br /&gt;
Datei:Pettstadt (Losert 1993) - Kopie.jpg|Pettstadt, Gemeindesandgrube: Oxidierend gebrannte jüngere Drehscheibenware (Franken, SMa/FNz) (nach Losert 1993)&lt;br /&gt;
Datei:Rauwandige Dreh. 1-2.jpg|Burgkunstadt, &amp;quot;rauwandige Drehscheibenware&amp;quot;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==wichtige Fundorte==&lt;br /&gt;
*[[Bamberg]]&lt;br /&gt;
**[[Bamberg, Am Kranen 14]]&lt;br /&gt;
*[[Bayreuth]]&lt;br /&gt;
*[[Gerolzhofen]]&lt;br /&gt;
*[[Lußberg]]&lt;br /&gt;
*[[Nürnberg]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Herstellungsbelege==&lt;br /&gt;
Aus dem Raum Bamberg sind mehrere Töpfereien bekannt, in denen die oxidierend gebrannte jüngere Drehscheibenware hergestellt wurde. Sie liegen alle im Bereich eines Rhätsandsteins,dessen eisenarme Verwitterungstone als Rohmaterial dienten.&lt;br /&gt;
*[[Bamberg, Untere Sandstraße 32]]&lt;br /&gt;
*[[Kipfendorf, Thonberg]]&lt;br /&gt;
*[[Lußberg]]&lt;br /&gt;
*[[Strullendorf, Stockweg]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kulturgeschichtliche Einordnung und sozialer Kontext==&lt;br /&gt;
Am Ende des 13. Jahrhunderts wurde in Oberfranken der oxidierende Brand deutlich häufiger, so dass bei allen formalen Ähnlichkeiten wie z.B. dem [[Karniesrand]] sich Oberfranken als eigenständige Keramiklandschaft erweist. Die [[jüngere graue Drehscheibenware (Franken, SMa)]] wird dadurch abgelöst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im nördlich angrenzenden Thüringen findet sich die [[jüngere rauwandige, oxidierend gebrannte Drehscheibenware (Südthüringen, SMa)]], die möglicherweise mit der Oxidierend gebrannten jüngeren Drehscheibenware (Franken, SMa/FNz) gleichzusetzen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturhinweise==&lt;br /&gt;
*Bischof 2010: A. Bischof, Ein spätmittelalterlicher Brunnen aus Bayreuth. Ergebniss einer archäologischen Ausgrabung an der ehemaligen Schmiedegasse nahe der Stadtmauer. Arbeiten zur Archäologie Süddeutschlands 23 (Büchenbach 2010).&lt;br /&gt;
*Hauser 1984: G. Hauser, Beiträge zur Erforschung hoch- und spätmittelalterlicher Irdenware aus Franken.  Zeitschrift für Archäologie des Mittelalters. Beiheft  3 (Köln, Bonn 1984)&lt;br /&gt;
*Löw 2001: Luitgard Löw, Keramik des späten Mittelalters und der frühen Neuzeit in Oberfranken (Bamberg 2001). - urn:nbn:de:bvb:473-opus-589&lt;br /&gt;
*Losert 1993: Hans Losert, Die früh- bis hochmittelalterliche Keramik in Oberfranken. Zeitschrift für Archäologie des Mittelalters. Beiheft 8 (Köln 1993).  - ISBN: 9783792713235&lt;br /&gt;
*Pletzer 1990: G. Pletzer, Die mittelalterliche Keramik von Regensburg. Zugl.: München, Univ., Diss., 1974. Documenta naturae 58 (München 1990).&lt;br /&gt;
*Popp 1991: A. Popp, Spätmittelalterliche Keramik aus Bamberg. Funde aus der Alten Hofhaltung und aus einem Töpferofen am Sand. Ungedr. Mag.-Arbeit (Bamberg 1991)&lt;br /&gt;
*Schreg 2024: R. Schreg, Grundherren, Arbeitgeber und Kunden – Produktions- und Distributionsstrukturen mittelalterlicher Keramik. In: C. Fey / N. Kersken / C. Stadelmaier (Hrsg.), Gesellschaft – Umwelt – Krisen in der Vormoderne. Festschrift für Werner Rösener zum 80. Geburtstag. Geschichtswissenschaftliche Studien 12 (Hamburg 2024) 71–88.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Warenart]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>E. Bardet</name></author>
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		<updated>2026-08-13T12:15:25Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;E. Bardet: Fragment einer Rauwandige Drehscheibenware (Lehrsammlung der Otto-Friedrich Universität Bamberg)&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Fragment einer Rauwandige Drehscheibenware (Lehrsammlung der Otto-Friedrich Universität Bamberg)&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>E. Bardet</name></author>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;E. Bardet: Fragment einer Rauwandige Drehscheibenware Keramik (Lehrsammlung der Otto-Friedrich Universität Bamberg)&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Fragment einer Rauwandige Drehscheibenware Keramik (Lehrsammlung der Otto-Friedrich Universität Bamberg)&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>E. Bardet</name></author>
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		<title>Verzierungen</title>
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		<updated>2026-08-13T11:22:35Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;E. Bardet: /* Glätten, Glättung, Einglätten */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Der Verzierung und Oberflächenbehandlung von Keramik sind kaum Grenzen gesetzt. Als Hauptmerkmale können herstellungsbedingte, absichtliche oder unabsichtliche Merkmale unterschieden werden. Verzierung und Oberflächenmerkmale dienen aber nicht nur der Ästhetik sondern können auch praktische Gründe aufweisen. Beispielsweise ermöglicht eine aufgeraute Oberfläche zum einen die Griffigkeit bzw. die Handhabbarkeit des Gefäßes, zum anderen wird die Oberfläche vergrößert, was den Kühleffekt des Gefäßes verbessert ([[Schlickrauhung]]). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Werden Verzierungen beschrieben, müssen folgende Unterscheidungen beachtet werden:&lt;br /&gt;
*Verzierungsart/-technik&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Verzierungselemente: kleinste Einheiten der Ornamentik, aus welchen sich die Verzierungstechniken erkennen lassen. Verzierungselemente treten entweder als plane Verzierungen wie Bemalung und Glättung oder als plastische Verzierung wie Einstichverzierung und Leistenauflagen auf. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Verzierungsmotive: aus den Elementen gebildete, selbstständige Teile der Verzierung (Winkelband, Stichreihe, etc.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Verzierungssystem: Anordnung der Motive auf dem Gefäß &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Herstellungsspuren == &lt;br /&gt;
[[Herstellungsspuren]] sind keine Verzierungen im eigentlichen Sinn. Sie sind häufig unbeabsichtigt, z.T. unvermeidbar, können aber auch aufgrund ihrer Ästhetik bewusstes Gestaltungselement sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[self-slip]] oder [[Eigen-Engobe]]&lt;br /&gt;
*[[Drehriefen]]&lt;br /&gt;
*[[Abdrehspuren]]&lt;br /&gt;
*Streich-/Verstreichspuren&lt;br /&gt;
*Fingerabdrücke&lt;br /&gt;
*[[Bodenmarken]]/-stempel/-zeichen und [[Achsabdruck|Achsabdrücke]]&lt;br /&gt;
*[[Craquelée]] der Glasur&lt;br /&gt;
*Farbschattierungen des Brands&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ebene/plane Oberflächenbehandlung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Pingsdorferw. 23.jpg|mini|right|Rotbemalte Pingsdorferkeramik]]&lt;br /&gt;
===Engobe und Bemalung===&lt;br /&gt;
Bei [[Bemalung]]en handelt es sich in der Regel um Kaltbemalung, bei der meist Malengoben mit unterschiedlichen Mischungen aus Farbpigmenten und Bindemitteln hergestellt werden. Sie können auf allen keramischen Materialien verwendet werden und waren weit verbreitet. Sie konnten als flächige, überziehende Struktur aber auch in dekorativer Ausführung aufgetragen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Feinkörnige Tonsuspension (Engobe, Angus, Schlucker) wird zur farblichen Verschönerung der Gefäßoberfläche aufgetragen und mitgebrannt. Vor allem bei fleckig brennenden Tonen eingesetzt. Durch das Auftragen einer hellen Engobe wird der Farbton einer nachfolgenden Deckglasur aufgehellt. Die Wichtigkeit der dekorativen Engobemalerei darf hierdurch nicht unterschätzt werden. Meist werden weiße, rostfarbene und braunfarbene Engoben angewandt. Seltener verwendet werden grüne oder blaue Engoben, die vor allem bei modernen Keramikarten wie Porzellan und Fayence Bedeutung gewinnen. In der Neuzeit erweitert sich das Farbspektrum durch synthetische Farben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Auftrag der Bemalung/ Engobe gab und gibt es unterschiedliche Techniken z.B. mit Fingern, Pinseln, Malhorn oder Schwämmchen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Borstenzugtechniken/-dekore==== &lt;br /&gt;
Bei geeigneten Trocknungsgrad werden verschiedenfarbige Engoben mit dem [[Malhorn]] mehr oder weniger dicht in Bändern, Spiralen, Ringen, etc. auf die Oberfläche des Gefäß aufgetragen. Anschließend werden diese Bänder, Spiralen, Ringe durch eine oder mehrere Borsten, bevorzugt horizontal, vertikal oder kreisförmig (Flämmchendekor) gemischt (gekämmt) ohne das hierbei der Farbcharakter der Ausgangskomponenten verloren geht.  Bei einer unregelmäßigen Anordnung und flächiger Verteilung spricht man von Marmorieren oder Schwenkglasuren (Verlaufsglasuren). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====[[Malhorn]]techniken/-dekore====&lt;br /&gt;
Farbig brennende Engoben werden mit dem Malhorn in dekorativer Art auf die Keramik aufgetragen. Eine Farbigkeit lässt sich durch Pigmente oder Lösungsfarben erzielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Glasuren=== &lt;br /&gt;
[[Datei:Ofenkeramik 1.jpg|mini|right|200px|Grün-glasierte Kachel (Bleiglasur ; FO unbekannt)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Siegburger Steinzeug 7.jpg|mini|200px|right|Siegburger Steinzeug (Salzglasur ; Siegburg)]]&lt;br /&gt;
[[Glasur]]en werden nach ihrer Art (Transparent-, Opak-, Alkali-, Blei-, oder Anflugglasur), den Auftragsstellen, ihrer Oberfläche (z.B. glänzend, matt), ihrer Stärke, Gleichmäßigkeit und ihrer Farbe beschrieben. Eine Unterscheidung zwischen Außen und Innen ist zu beachten. Glasurbemalungen lassen sich in Unterglasur-, Inglasur- und Aufglasurmalerei unterscheiden. &lt;br /&gt;
Neben einer Schutzfunktion für poröse Waren, werden durch Farbwahl bzw. -kombination auch dekorative Effekte erreicht. &lt;br /&gt;
*Bleiglasuren &lt;br /&gt;
*Zinnglasur&lt;br /&gt;
*[[Lehmglasur]] - meist monochrome, eisenoxidhaltige Glasurvariante&lt;br /&gt;
*Feldspatglasur&lt;br /&gt;
*Ascheanflugglasuren&lt;br /&gt;
*[[Salzglasur]] wird auch als [[Anflugglasur]] bezeichnet und tritt insbesondere bei [[Steinzeug]] auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der modernen Keramikproduktion spricht man auch von Fertiglasuren als nivellierendem Sammelbegriff für industriell vorgefertigte Glasuren besonders für Industrieerzeugnisse, vor allem nach 1945.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Plastische Oberflächenstrukturen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Negative Techniken=== &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Glätten, Glättung, Einglätten====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:HgmtK6 Glättung der Rand mit einem feuchtem Tuch.jpg|right|200px|mini|Glättung einer Keramik mit einem feuchtem Tuch. Martin Rogier, Archäologischer Töpferkurs Juli 2026 ArchaeoCentrum Bayern-Böhmen (Foto:E.Bardet, AMANZ Bamberg)]]&lt;br /&gt;
In Bezug auf die Definition des Glättens bestehen noch große regionale Unterschiede vor allem in Abgrenzung zur Polierung. Grundsätzlich, sollte das Glätten eingesetzt werden, um eine Begradigung der drehfrischen Oberfläche ohne deutliche Veränderung der Lichtreflexion zu erreichen und kein (gemustertes) Dekor anzubringen. Somit gehört das Glätten eigentlich zu den Herstellungsspuren, kann aber natürlich auch für den optischen Eindruck verwendet werden.&lt;br /&gt;
Dekorative Effekte können durch eine [[Einglättverzierung]] auf einer generell etwas raueren Oberfläche erreicht werden. Beispiele sind die [[Einglättverzierte Keramik (VwZ)|eingättverzierten Waren der Völkerwanderungszeit]] sowie die merowingerzeitlichen [[Einglättverzierte Knickwandgefäße (oberer Donau- und westlicher Bodenseeraum, MwZ)|eingättverzierten Knickwandgefäße aus dem Raum der oberen Donau und dem westlichen Bodensee]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Polieren/Politur====&lt;br /&gt;
[[Datei:Politur von Keramik mit einem Kieselstein.jpg|mini|200px|right|Politur von lederharte Keramik mit einem Kieselstein. Martin Rogier, Archäologischer Töpferkurs Juli 2026 ArchaeoCentrum Bayern-Böhmen (Foto:E.Bardet, AMANZ Bamberg)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch das Polieren, ergibt sich eine klar erkennbare Veränderung der behandelten Oberfläche, welche durch einen bemerkbaren Glanzeffekt hervortritt. Durch die Politur können sowohl Flächen als auch beliebige Muster erzeugt werden. Bestehende (mechanische) Politur kann durch zusätzliche Behandlung der Oberfläche - vor/nach dem Brand - mit Fett/Öl oder Graphit verstärkt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Rauhen, Rauhung====&lt;br /&gt;
Durch verschiedene Techniken werden unglasierte Oberflächen aufgeraut. Hierdurch erhöht sich die Haftung und Standfestigkeit bei der Handhabung und bei technischen Vorgängen. Das Rauhen, kann ebenso Auswirkungen auf die Beschaffenheit der im Gefäß gelagerten Güter haben. &lt;br /&gt;
Hierzu gehören etwa die [[Kammstrich]]- oder die [[Besenstrich]]verzierung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Rillen====&lt;br /&gt;
[[Rille]]n werden oft als tiefe und schmale, oft scharfkantige Eintiefungen angesprochen, die mit kleinen Werkzeugen wie Formholz, Messer, etc. angebracht. Sie treten allein, zu zweit oder zu dritt auf, dienen zur Betonung von Gefäßzonen und -kanten und sind somit ein bewusst angebrachtes Dekorelement. Durch kammähnliche Werkzeuge können Wellen- und Rillenbänder hergestellt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Riefen====&lt;br /&gt;
[[Riefe]]n sind breiter und flacher als Rillen, oft flach und unscharf konturiert. Sie sind horizontal angebracht oft Ausdruck der Verwendung einer schnelllaufenden Töpferscheibe, können aber auch als Wellenlinie angebracht werden. Riefen treten häufig mehrfach in breiten Zonen, weniger alleinstehend auf. Die Abgrenzung zwischen [[Herstellungsspuren|Herstellungsspur]] und dekorativem, intentionellem Anbringen ist vielfach unklar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Lummel/Lommel====&lt;br /&gt;
[[Lummeln]] bzw. Lommel sind diagonal oder vertikal angeordnete, parallele, riefenartige längere Abdrehspuren auf Gefäßoberflächen von Drehscheibenware.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Ritzungen====&lt;br /&gt;
Durch zugespitzte Hölzer oder Messer wird die Tonmasse seitlich verdrängt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ritzungen können z.T. auch nach dem Brand angebracht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Einstich- und Stempeldekore====&lt;br /&gt;
Einfache Herstellungstechnik. Muster werden durch Anstechen des Gefäßes angebracht, ohne das die Wandung durchstochen wird. Ein Sonderfall ist die Technik der Punktreihen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Knibistechnik====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Typisch für [[Steinzeug]. Tonmasse wird eingedrückt bzw. verdrängt. Bei der Technik wird mit einem glatt geschnittenen oder abgerundeten Holz mit einer schaukelnden Bewegung ein durchlaufendes Band in die ungebrannte Oberfläche eingebracht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Eingekämmte Wellenbandverzierung====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf zahlreichen [[Teller]]n der Fundzusammenhänge des ausgehenden 16. und des 17. Jahrhunderts findet sich zu einem gelb-grünen Farbwechsel zwischen Fahne und Wandung eine eingekämmte Wellenbandzier, vornehmlich auf der Fahne und teilweise auf dem Spiegel (Gross 2003).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Graffito====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei dieser Technik wurden Spiegel und Fahne eines Tellers im lederharten Zustand des Gefäßes mit einer eingeritzten Motivik versehen, woraufhin der Teller glasiert wurde. Dabei füllten sich die Einritzungen mit der Glasur und das Motiv setzte sich nach dem Brand durch eine dunklere Färbung vom Rest der glatten Fläche ab und die Zeichnung kommt so besonders zur Geltung. Bei einem Fund in Basel hebt sich die Zeichnung durch die in den Vertiefungen gesammelte Glasur braun vom eigentlich gelb glasierten Untergrund ab. Die Wandungen können mit Blumenornamentik, Bändern, gekämmten Wellenbändern, etc. versehen sein. Die Spiegelmotivik umfasst figürliche Darstellungen und geometrische Motive, während die Fahnen wiederum Wellenbänder, Spruchbänder, die als Teil der Tellerdekoration im 16. und 17. Jahrhundert zu den verbreiteten Bildmotiven des Schweizer Raumes gehören, etc. tragen. Die Teller sind zumeist grün oder gelb glasiert (Keller 1999).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Stempeltechniken====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:ABB202.jpg|right|mini|Stempelabdrücke auf handgemachter Feinware aus Schretzheim sowie beinerne Töpferstempel, 6.-7. Jahrhundert.]]&lt;br /&gt;
siehe [[Stempelverzierung]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es werden der Einzelstempel und der Rollstempel unterschieden. Die Technik wird dominiert von geometrischen Mustern wie Punkte, Rauten, Vierecke, Kreise, jedoch können auch Ziffern oder vereinzelte Buchstaben oder kurze Wörter angebracht werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=all&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Gehackter Dekor (auch Ratterband, Ratterdekor, Springfeder, federndes Blatt)====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hierbei handelt es sich um rollstempelähnliche/kerbenähnliche Vertiefungen in das Gefäß geschlagen wobei gelegentlich auch Tonmasse entfernt wird. Der Gefäßkörper ist hierbei bereits etwas angetrocknet&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Schnitttechniken====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In nicht immer bleibenden Umfang wird bei dieser Technik Tonmasse entfernt. Als bestes Beispiel wäre die Kerbschnitt-Technik zu erwähnen. Durch das beschneiden von Flächen (Facettieren) entstehen als Charakteristika oft scharfe Kanten. Auch können feine Rillen beim Abdrehen durch mitgerissene Magerungspartikel entstehen. Eingeschnittene Verzierungen durchbrechen die Gefäßwandung nicht, durchschnittene Dekore immer.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Positive Techniken===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Motivvielfalt ist bei positiven bzw. erhabenen Techniken gering, da der Arbeitsaufwand größer ist. Besonders bei den dekorativen Applikationen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====aus der Masse frei gearbeitet====&lt;br /&gt;
Gefäßteile können durch das Formholz weiter profiliert werden. Zeigt sich an zahlreichen Randprofilen von mittelalterlicher Keramik aber auch bei neuzeitlichen Steinzeug welches das oft verwendete Rillenband aus Rillen und Wülsten zeigt.&lt;br /&gt;
*Buckel&lt;br /&gt;
*Dellen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====aufgelegte Dekore==== &lt;br /&gt;
*aufgelegte Leisten/ Wulste&lt;br /&gt;
Formen wie Leisten, Wulste und andere beliebige Strukturen können frei auf den Gefäßkörper angebracht werden. Bei dieser positiver Gestaltung lassen sich regionale Zuordnungen durchführen. Zu den aufgelegten Dekoren gehört auch die Technik des Sandens welche eine Form des Rauhdekors ist. &lt;br /&gt;
*[[Applikation]]en &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Modelherstellung====&lt;br /&gt;
Gefäße können auch in Formmodel gearbeitet werden (s. z.B. [[Terra Sigillata]]). Hier gibt es verschiedene technische Möglichkeiten:&lt;br /&gt;
gedreht, gedrückt, gepresst, gelegt, geflochten, gegossen...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Arbeitsmethoden vermutlich vor allem in der Spätzeit angewandt. Untersuchungen zu den Methoden in früheren Zeiten sind noch wenig vorhanden . Technologische Handbücher des 19. Jh. geben Kenntnisse über die Möglichkeiten der &amp;quot;in die Form&amp;quot; gearbeiteten positiven Technik.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:ABB5R.jpg|center|mini|Töpferwerkzeug nach Diderot.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verzierungssysteme==&lt;br /&gt;
===Strichdekor=== &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Dekorform tritt vor allem auf schlanken, innen glasierten Henkeltöpfen, aber auch auf Grapen, auf und zeichnet sich durch farbige schräge oder senkrechte Striche aus. Das Dekor findet sich beispielsweise auf Henkeltöpfen aus Alpirsbach, wobei der Hauptteil dieser Gefäße auf der Innenseite unter einer farblosen Glasur mit gelben Schrägstrichen verziert ist. Weiterhin können diese außenseitig weiße Streifen im Schulterbereich tragen, welche bei rot- und orangegebrannten Gefäßen das Gegenstück zu einer roten oder rotbraunen Malerei auf gelben oder weißen Töpfen bilden. Meist werden diese als Erzeugnisse des 18./19. Jahrhunderts angesprochen, wobei ältere Funde aus einem renaissancezeitlichen Töpfereiabfall in Straubing (Ostbayern) vorliegen, hier allerdings mit bis zum Boden hinab reichenden Strichen, sowie aus einer Stadtgrabenverfüllung aus Staufen bei Freiburg, datierend Ende des 17. Jahrhunderts, vorliegen (Gross 2001). Die angesprochene rot(braun)e Streifenbemalung im Halsbereich glasierter Töpfe tritt bereits ab der Mitte des 16. Jahrhunderts auf der nun glatten Oberfläche der Gefäße auf. Diese Dekorform ersetzt sukzessive die sogenannten Halsgrate, welche zuvor mit Riefung gekoppelt war. Funde dieser Art stammen beispielsweise aus Leimen und Wiesloch, beide Fundkomplexe im Rhein-Neckar-Kreis. Diese Art des Dekors findet sich zudem auf Flaschen und Dreifußtöpfen und überdauert bis ins 19. Jahrhundert (Gross 2003).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Bänderdekor===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Dekor besteht bei dieser Form zumeist aus mehreren Wellenbändern und/oder waagrechten Bändern. In Alpirsbach findet sich diese Art der Verzierung auf [[Schüssel]]n, wobei diese auf einem roten, orangen bzw. bräunlichem Grund gelbe Wellen und Bänder sowie grüne waagrechte Bänder tragen. Schüsseln mit einem derartigen oder einem einfacheren, schlicht weißen Bänderdekor oder auch braunen aneinander gereihten Kreisen datieren in das 18. (eventuell auch 19. Jahrhundert) (Gross 2001). In Schwäbisch Gmünd-Brandstatt tritt diese Form der Verzierung im Hals-/Schulterbereich von [[Topf|Henkeltöpfen]]. Auf diesen finden sich, wie auch auf [[Grapen]] und [[Schale]]n ein, zwei und selten drei waagrechte rote, rotbraune oder braune Bänder, weiterhin auch alleinige oder in Kombination mit horizontalen Linien stehende flache Wellenlinien. An selber Stelle finden sich außerdem mit einer einzelnen Wellenlinie verzierte Deckel (Gross 1999).&lt;br /&gt;
==Literaturhinweise==&lt;br /&gt;
*Bauer u.a. 2005: I. Bauer, u.a., Leitfaden zur Keramikbeschreibung. Mittelalter - Neuzeit. Terminologie - Typologie - Technologie (München 2005). ISBN: 3-927806-32-3&lt;br /&gt;
*Frotscher u.a. 2003: B. Frotscher, u.a., dtv-Atlas Keramik und Porzellan (München 2003). ISBN: 3423032588&lt;br /&gt;
*Gross 2015: U. Gross, Beiträge zur spätantiken und frühmittelalterlichen Keramik in Südwestdeutschland. Keramikproduktion des 5. Jhs. im Neckarmündungsraum? Beobachtungen an Funden aus der Wüstung Botzheim bei Ladenburg, Rhein - Neckar - Kreis (Heidelberg 2015).&lt;br /&gt;
*Gross 1992: U. Gross, Zur einglättverzierten Keramik des 5. und frühen 6. Jahrhunderts in Süddeutschland. Bayerische Vorgeschichtsblätter 57, 1992, 311-320.&lt;br /&gt;
*Gross 1999: U. Gross, Schwäbisch Gmünd-Brandstatt: Keramikfunde aus einer Kellerverfüllung der Zeit um 1800. Eine vorläufige Übersicht. Teil 1. Irdenware. Fundber. Bad.-Württ. 23, 1999, 667–720.&lt;br /&gt;
*Gross 2001: U. Gross, Gefäß-, Gerät- und Spielzeugfunde aus dem Dorment. In: Landesdenkmalamt Baden-Württemberg (Hrsg.), Alpirsbach. Zur Geschichte von Kloster und Stadt. Forschungen und Berichte der Bau- und Kunstdenkmalpflege in Baden-Württemberg 10 (Stuttgart 2001) 831-878.&lt;br /&gt;
*Gross 2003: U. Gross, Neuzeitliche Keramik im nördlichen Baden (16.-19. Jh.) (Heidelberg 2003).&lt;br /&gt;
*Keller 1999: Ch. Keller, Gefäßkeramik aus Basel. Untersuchungen zur spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Typologie – Technologie – Funktion – Handwerk (Basel 1999).&lt;br /&gt;
*Lehnhäuser 1978: W. Lehnhäuser, Glasuren und ihre Farben (Düsseldorf 1978).&lt;br /&gt;
*Lippert u.a. 1986: E. Lippert, u.a., Bunzlauer Geschirr - Gebrauchsware zwischen Handwerk und Industrie. Schriften des Museums für Deutsche Volkskunde 14 (Berlin 1986).&lt;br /&gt;
*Matthes 1985: W. Matthes, Keramische Glasuren (Köln 1985).&lt;br /&gt;
*Rada 1989: P. Rada, Die Technik der Keramik. Handbuch der Arbeitsvorgänge der Keramik (Hanau/M 1989). - ISBN 3-7684-1868-5&lt;br /&gt;
*Spindler 2004: K. Spindler, Bunzlauer Keramik im Germanischen Nationalmuseum: Guter Ton aus Bunzlau - Bunzlauer Geschirr im Germanischen Nationalmuseum (Nürnberg 2004).&lt;br /&gt;
*Vogel 1979: W. Vogel, Glaschemie (Leipzipg 1979).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Werkstoffkunde]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Formenkunde]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Handwerkstechnik]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>E. Bardet</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://amanz-balismink.rproxy.rz.uni-bamberg.de/balismink/index.php?title=Verzierungen&amp;diff=11556</id>
		<title>Verzierungen</title>
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		<updated>2026-08-13T11:22:18Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;E. Bardet: /* Glasuren */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Der Verzierung und Oberflächenbehandlung von Keramik sind kaum Grenzen gesetzt. Als Hauptmerkmale können herstellungsbedingte, absichtliche oder unabsichtliche Merkmale unterschieden werden. Verzierung und Oberflächenmerkmale dienen aber nicht nur der Ästhetik sondern können auch praktische Gründe aufweisen. Beispielsweise ermöglicht eine aufgeraute Oberfläche zum einen die Griffigkeit bzw. die Handhabbarkeit des Gefäßes, zum anderen wird die Oberfläche vergrößert, was den Kühleffekt des Gefäßes verbessert ([[Schlickrauhung]]). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Werden Verzierungen beschrieben, müssen folgende Unterscheidungen beachtet werden:&lt;br /&gt;
*Verzierungsart/-technik&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Verzierungselemente: kleinste Einheiten der Ornamentik, aus welchen sich die Verzierungstechniken erkennen lassen. Verzierungselemente treten entweder als plane Verzierungen wie Bemalung und Glättung oder als plastische Verzierung wie Einstichverzierung und Leistenauflagen auf. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Verzierungsmotive: aus den Elementen gebildete, selbstständige Teile der Verzierung (Winkelband, Stichreihe, etc.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Verzierungssystem: Anordnung der Motive auf dem Gefäß &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Herstellungsspuren == &lt;br /&gt;
[[Herstellungsspuren]] sind keine Verzierungen im eigentlichen Sinn. Sie sind häufig unbeabsichtigt, z.T. unvermeidbar, können aber auch aufgrund ihrer Ästhetik bewusstes Gestaltungselement sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[self-slip]] oder [[Eigen-Engobe]]&lt;br /&gt;
*[[Drehriefen]]&lt;br /&gt;
*[[Abdrehspuren]]&lt;br /&gt;
*Streich-/Verstreichspuren&lt;br /&gt;
*Fingerabdrücke&lt;br /&gt;
*[[Bodenmarken]]/-stempel/-zeichen und [[Achsabdruck|Achsabdrücke]]&lt;br /&gt;
*[[Craquelée]] der Glasur&lt;br /&gt;
*Farbschattierungen des Brands&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ebene/plane Oberflächenbehandlung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Pingsdorferw. 23.jpg|mini|right|Rotbemalte Pingsdorferkeramik]]&lt;br /&gt;
===Engobe und Bemalung===&lt;br /&gt;
Bei [[Bemalung]]en handelt es sich in der Regel um Kaltbemalung, bei der meist Malengoben mit unterschiedlichen Mischungen aus Farbpigmenten und Bindemitteln hergestellt werden. Sie können auf allen keramischen Materialien verwendet werden und waren weit verbreitet. Sie konnten als flächige, überziehende Struktur aber auch in dekorativer Ausführung aufgetragen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Feinkörnige Tonsuspension (Engobe, Angus, Schlucker) wird zur farblichen Verschönerung der Gefäßoberfläche aufgetragen und mitgebrannt. Vor allem bei fleckig brennenden Tonen eingesetzt. Durch das Auftragen einer hellen Engobe wird der Farbton einer nachfolgenden Deckglasur aufgehellt. Die Wichtigkeit der dekorativen Engobemalerei darf hierdurch nicht unterschätzt werden. Meist werden weiße, rostfarbene und braunfarbene Engoben angewandt. Seltener verwendet werden grüne oder blaue Engoben, die vor allem bei modernen Keramikarten wie Porzellan und Fayence Bedeutung gewinnen. In der Neuzeit erweitert sich das Farbspektrum durch synthetische Farben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Auftrag der Bemalung/ Engobe gab und gibt es unterschiedliche Techniken z.B. mit Fingern, Pinseln, Malhorn oder Schwämmchen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Borstenzugtechniken/-dekore==== &lt;br /&gt;
Bei geeigneten Trocknungsgrad werden verschiedenfarbige Engoben mit dem [[Malhorn]] mehr oder weniger dicht in Bändern, Spiralen, Ringen, etc. auf die Oberfläche des Gefäß aufgetragen. Anschließend werden diese Bänder, Spiralen, Ringe durch eine oder mehrere Borsten, bevorzugt horizontal, vertikal oder kreisförmig (Flämmchendekor) gemischt (gekämmt) ohne das hierbei der Farbcharakter der Ausgangskomponenten verloren geht.  Bei einer unregelmäßigen Anordnung und flächiger Verteilung spricht man von Marmorieren oder Schwenkglasuren (Verlaufsglasuren). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====[[Malhorn]]techniken/-dekore====&lt;br /&gt;
Farbig brennende Engoben werden mit dem Malhorn in dekorativer Art auf die Keramik aufgetragen. Eine Farbigkeit lässt sich durch Pigmente oder Lösungsfarben erzielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Glasuren=== &lt;br /&gt;
[[Datei:Ofenkeramik 1.jpg|mini|right|200px|Grün-glasierte Kachel (Bleiglasur ; FO unbekannt)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Siegburger Steinzeug 7.jpg|mini|200px|right|Siegburger Steinzeug (Salzglasur ; Siegburg)]]&lt;br /&gt;
[[Glasur]]en werden nach ihrer Art (Transparent-, Opak-, Alkali-, Blei-, oder Anflugglasur), den Auftragsstellen, ihrer Oberfläche (z.B. glänzend, matt), ihrer Stärke, Gleichmäßigkeit und ihrer Farbe beschrieben. Eine Unterscheidung zwischen Außen und Innen ist zu beachten. Glasurbemalungen lassen sich in Unterglasur-, Inglasur- und Aufglasurmalerei unterscheiden. &lt;br /&gt;
Neben einer Schutzfunktion für poröse Waren, werden durch Farbwahl bzw. -kombination auch dekorative Effekte erreicht. &lt;br /&gt;
*Bleiglasuren &lt;br /&gt;
*Zinnglasur&lt;br /&gt;
*[[Lehmglasur]] - meist monochrome, eisenoxidhaltige Glasurvariante&lt;br /&gt;
*Feldspatglasur&lt;br /&gt;
*Ascheanflugglasuren&lt;br /&gt;
*[[Salzglasur]] wird auch als [[Anflugglasur]] bezeichnet und tritt insbesondere bei [[Steinzeug]] auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der modernen Keramikproduktion spricht man auch von Fertiglasuren als nivellierendem Sammelbegriff für industriell vorgefertigte Glasuren besonders für Industrieerzeugnisse, vor allem nach 1945.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Plastische Oberflächenstrukturen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Negative Techniken=== &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Glätten, Glättung, Einglätten====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:HgmtK6 Glättung der Rand mit einem feuchtem Tuch.jpg|right|mini|Glättung einer Keramik mit einem feuchtem Tuch. Martin Rogier, Archäologischer Töpferkurs Juli 2026 ArchaeoCentrum Bayern-Böhmen (Foto:E.Bardet, AMANZ Bamberg)]]&lt;br /&gt;
In Bezug auf die Definition des Glättens bestehen noch große regionale Unterschiede vor allem in Abgrenzung zur Polierung. Grundsätzlich, sollte das Glätten eingesetzt werden, um eine Begradigung der drehfrischen Oberfläche ohne deutliche Veränderung der Lichtreflexion zu erreichen und kein (gemustertes) Dekor anzubringen. Somit gehört das Glätten eigentlich zu den Herstellungsspuren, kann aber natürlich auch für den optischen Eindruck verwendet werden.&lt;br /&gt;
Dekorative Effekte können durch eine [[Einglättverzierung]] auf einer generell etwas raueren Oberfläche erreicht werden. Beispiele sind die [[Einglättverzierte Keramik (VwZ)|eingättverzierten Waren der Völkerwanderungszeit]] sowie die merowingerzeitlichen [[Einglättverzierte Knickwandgefäße (oberer Donau- und westlicher Bodenseeraum, MwZ)|eingättverzierten Knickwandgefäße aus dem Raum der oberen Donau und dem westlichen Bodensee]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Polieren/Politur====&lt;br /&gt;
[[Datei:Politur von Keramik mit einem Kieselstein.jpg|mini|200px|right|Politur von lederharte Keramik mit einem Kieselstein. Martin Rogier, Archäologischer Töpferkurs Juli 2026 ArchaeoCentrum Bayern-Böhmen (Foto:E.Bardet, AMANZ Bamberg)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch das Polieren, ergibt sich eine klar erkennbare Veränderung der behandelten Oberfläche, welche durch einen bemerkbaren Glanzeffekt hervortritt. Durch die Politur können sowohl Flächen als auch beliebige Muster erzeugt werden. Bestehende (mechanische) Politur kann durch zusätzliche Behandlung der Oberfläche - vor/nach dem Brand - mit Fett/Öl oder Graphit verstärkt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Rauhen, Rauhung====&lt;br /&gt;
Durch verschiedene Techniken werden unglasierte Oberflächen aufgeraut. Hierdurch erhöht sich die Haftung und Standfestigkeit bei der Handhabung und bei technischen Vorgängen. Das Rauhen, kann ebenso Auswirkungen auf die Beschaffenheit der im Gefäß gelagerten Güter haben. &lt;br /&gt;
Hierzu gehören etwa die [[Kammstrich]]- oder die [[Besenstrich]]verzierung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Rillen====&lt;br /&gt;
[[Rille]]n werden oft als tiefe und schmale, oft scharfkantige Eintiefungen angesprochen, die mit kleinen Werkzeugen wie Formholz, Messer, etc. angebracht. Sie treten allein, zu zweit oder zu dritt auf, dienen zur Betonung von Gefäßzonen und -kanten und sind somit ein bewusst angebrachtes Dekorelement. Durch kammähnliche Werkzeuge können Wellen- und Rillenbänder hergestellt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Riefen====&lt;br /&gt;
[[Riefe]]n sind breiter und flacher als Rillen, oft flach und unscharf konturiert. Sie sind horizontal angebracht oft Ausdruck der Verwendung einer schnelllaufenden Töpferscheibe, können aber auch als Wellenlinie angebracht werden. Riefen treten häufig mehrfach in breiten Zonen, weniger alleinstehend auf. Die Abgrenzung zwischen [[Herstellungsspuren|Herstellungsspur]] und dekorativem, intentionellem Anbringen ist vielfach unklar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Lummel/Lommel====&lt;br /&gt;
[[Lummeln]] bzw. Lommel sind diagonal oder vertikal angeordnete, parallele, riefenartige längere Abdrehspuren auf Gefäßoberflächen von Drehscheibenware.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Ritzungen====&lt;br /&gt;
Durch zugespitzte Hölzer oder Messer wird die Tonmasse seitlich verdrängt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ritzungen können z.T. auch nach dem Brand angebracht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Einstich- und Stempeldekore====&lt;br /&gt;
Einfache Herstellungstechnik. Muster werden durch Anstechen des Gefäßes angebracht, ohne das die Wandung durchstochen wird. Ein Sonderfall ist die Technik der Punktreihen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Knibistechnik====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Typisch für [[Steinzeug]. Tonmasse wird eingedrückt bzw. verdrängt. Bei der Technik wird mit einem glatt geschnittenen oder abgerundeten Holz mit einer schaukelnden Bewegung ein durchlaufendes Band in die ungebrannte Oberfläche eingebracht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Eingekämmte Wellenbandverzierung====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf zahlreichen [[Teller]]n der Fundzusammenhänge des ausgehenden 16. und des 17. Jahrhunderts findet sich zu einem gelb-grünen Farbwechsel zwischen Fahne und Wandung eine eingekämmte Wellenbandzier, vornehmlich auf der Fahne und teilweise auf dem Spiegel (Gross 2003).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Graffito====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei dieser Technik wurden Spiegel und Fahne eines Tellers im lederharten Zustand des Gefäßes mit einer eingeritzten Motivik versehen, woraufhin der Teller glasiert wurde. Dabei füllten sich die Einritzungen mit der Glasur und das Motiv setzte sich nach dem Brand durch eine dunklere Färbung vom Rest der glatten Fläche ab und die Zeichnung kommt so besonders zur Geltung. Bei einem Fund in Basel hebt sich die Zeichnung durch die in den Vertiefungen gesammelte Glasur braun vom eigentlich gelb glasierten Untergrund ab. Die Wandungen können mit Blumenornamentik, Bändern, gekämmten Wellenbändern, etc. versehen sein. Die Spiegelmotivik umfasst figürliche Darstellungen und geometrische Motive, während die Fahnen wiederum Wellenbänder, Spruchbänder, die als Teil der Tellerdekoration im 16. und 17. Jahrhundert zu den verbreiteten Bildmotiven des Schweizer Raumes gehören, etc. tragen. Die Teller sind zumeist grün oder gelb glasiert (Keller 1999).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Stempeltechniken====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:ABB202.jpg|right|mini|Stempelabdrücke auf handgemachter Feinware aus Schretzheim sowie beinerne Töpferstempel, 6.-7. Jahrhundert.]]&lt;br /&gt;
siehe [[Stempelverzierung]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es werden der Einzelstempel und der Rollstempel unterschieden. Die Technik wird dominiert von geometrischen Mustern wie Punkte, Rauten, Vierecke, Kreise, jedoch können auch Ziffern oder vereinzelte Buchstaben oder kurze Wörter angebracht werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=all&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Gehackter Dekor (auch Ratterband, Ratterdekor, Springfeder, federndes Blatt)====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hierbei handelt es sich um rollstempelähnliche/kerbenähnliche Vertiefungen in das Gefäß geschlagen wobei gelegentlich auch Tonmasse entfernt wird. Der Gefäßkörper ist hierbei bereits etwas angetrocknet&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Schnitttechniken====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In nicht immer bleibenden Umfang wird bei dieser Technik Tonmasse entfernt. Als bestes Beispiel wäre die Kerbschnitt-Technik zu erwähnen. Durch das beschneiden von Flächen (Facettieren) entstehen als Charakteristika oft scharfe Kanten. Auch können feine Rillen beim Abdrehen durch mitgerissene Magerungspartikel entstehen. Eingeschnittene Verzierungen durchbrechen die Gefäßwandung nicht, durchschnittene Dekore immer.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Positive Techniken===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Motivvielfalt ist bei positiven bzw. erhabenen Techniken gering, da der Arbeitsaufwand größer ist. Besonders bei den dekorativen Applikationen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====aus der Masse frei gearbeitet====&lt;br /&gt;
Gefäßteile können durch das Formholz weiter profiliert werden. Zeigt sich an zahlreichen Randprofilen von mittelalterlicher Keramik aber auch bei neuzeitlichen Steinzeug welches das oft verwendete Rillenband aus Rillen und Wülsten zeigt.&lt;br /&gt;
*Buckel&lt;br /&gt;
*Dellen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====aufgelegte Dekore==== &lt;br /&gt;
*aufgelegte Leisten/ Wulste&lt;br /&gt;
Formen wie Leisten, Wulste und andere beliebige Strukturen können frei auf den Gefäßkörper angebracht werden. Bei dieser positiver Gestaltung lassen sich regionale Zuordnungen durchführen. Zu den aufgelegten Dekoren gehört auch die Technik des Sandens welche eine Form des Rauhdekors ist. &lt;br /&gt;
*[[Applikation]]en &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Modelherstellung====&lt;br /&gt;
Gefäße können auch in Formmodel gearbeitet werden (s. z.B. [[Terra Sigillata]]). Hier gibt es verschiedene technische Möglichkeiten:&lt;br /&gt;
gedreht, gedrückt, gepresst, gelegt, geflochten, gegossen...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Arbeitsmethoden vermutlich vor allem in der Spätzeit angewandt. Untersuchungen zu den Methoden in früheren Zeiten sind noch wenig vorhanden . Technologische Handbücher des 19. Jh. geben Kenntnisse über die Möglichkeiten der &amp;quot;in die Form&amp;quot; gearbeiteten positiven Technik.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:ABB5R.jpg|center|mini|Töpferwerkzeug nach Diderot.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verzierungssysteme==&lt;br /&gt;
===Strichdekor=== &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Dekorform tritt vor allem auf schlanken, innen glasierten Henkeltöpfen, aber auch auf Grapen, auf und zeichnet sich durch farbige schräge oder senkrechte Striche aus. Das Dekor findet sich beispielsweise auf Henkeltöpfen aus Alpirsbach, wobei der Hauptteil dieser Gefäße auf der Innenseite unter einer farblosen Glasur mit gelben Schrägstrichen verziert ist. Weiterhin können diese außenseitig weiße Streifen im Schulterbereich tragen, welche bei rot- und orangegebrannten Gefäßen das Gegenstück zu einer roten oder rotbraunen Malerei auf gelben oder weißen Töpfen bilden. Meist werden diese als Erzeugnisse des 18./19. Jahrhunderts angesprochen, wobei ältere Funde aus einem renaissancezeitlichen Töpfereiabfall in Straubing (Ostbayern) vorliegen, hier allerdings mit bis zum Boden hinab reichenden Strichen, sowie aus einer Stadtgrabenverfüllung aus Staufen bei Freiburg, datierend Ende des 17. Jahrhunderts, vorliegen (Gross 2001). Die angesprochene rot(braun)e Streifenbemalung im Halsbereich glasierter Töpfe tritt bereits ab der Mitte des 16. Jahrhunderts auf der nun glatten Oberfläche der Gefäße auf. Diese Dekorform ersetzt sukzessive die sogenannten Halsgrate, welche zuvor mit Riefung gekoppelt war. Funde dieser Art stammen beispielsweise aus Leimen und Wiesloch, beide Fundkomplexe im Rhein-Neckar-Kreis. Diese Art des Dekors findet sich zudem auf Flaschen und Dreifußtöpfen und überdauert bis ins 19. Jahrhundert (Gross 2003).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Bänderdekor===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Dekor besteht bei dieser Form zumeist aus mehreren Wellenbändern und/oder waagrechten Bändern. In Alpirsbach findet sich diese Art der Verzierung auf [[Schüssel]]n, wobei diese auf einem roten, orangen bzw. bräunlichem Grund gelbe Wellen und Bänder sowie grüne waagrechte Bänder tragen. Schüsseln mit einem derartigen oder einem einfacheren, schlicht weißen Bänderdekor oder auch braunen aneinander gereihten Kreisen datieren in das 18. (eventuell auch 19. Jahrhundert) (Gross 2001). In Schwäbisch Gmünd-Brandstatt tritt diese Form der Verzierung im Hals-/Schulterbereich von [[Topf|Henkeltöpfen]]. Auf diesen finden sich, wie auch auf [[Grapen]] und [[Schale]]n ein, zwei und selten drei waagrechte rote, rotbraune oder braune Bänder, weiterhin auch alleinige oder in Kombination mit horizontalen Linien stehende flache Wellenlinien. An selber Stelle finden sich außerdem mit einer einzelnen Wellenlinie verzierte Deckel (Gross 1999).&lt;br /&gt;
==Literaturhinweise==&lt;br /&gt;
*Bauer u.a. 2005: I. Bauer, u.a., Leitfaden zur Keramikbeschreibung. Mittelalter - Neuzeit. Terminologie - Typologie - Technologie (München 2005). ISBN: 3-927806-32-3&lt;br /&gt;
*Frotscher u.a. 2003: B. Frotscher, u.a., dtv-Atlas Keramik und Porzellan (München 2003). ISBN: 3423032588&lt;br /&gt;
*Gross 2015: U. Gross, Beiträge zur spätantiken und frühmittelalterlichen Keramik in Südwestdeutschland. Keramikproduktion des 5. Jhs. im Neckarmündungsraum? Beobachtungen an Funden aus der Wüstung Botzheim bei Ladenburg, Rhein - Neckar - Kreis (Heidelberg 2015).&lt;br /&gt;
*Gross 1992: U. Gross, Zur einglättverzierten Keramik des 5. und frühen 6. Jahrhunderts in Süddeutschland. Bayerische Vorgeschichtsblätter 57, 1992, 311-320.&lt;br /&gt;
*Gross 1999: U. Gross, Schwäbisch Gmünd-Brandstatt: Keramikfunde aus einer Kellerverfüllung der Zeit um 1800. Eine vorläufige Übersicht. Teil 1. Irdenware. Fundber. Bad.-Württ. 23, 1999, 667–720.&lt;br /&gt;
*Gross 2001: U. Gross, Gefäß-, Gerät- und Spielzeugfunde aus dem Dorment. In: Landesdenkmalamt Baden-Württemberg (Hrsg.), Alpirsbach. Zur Geschichte von Kloster und Stadt. Forschungen und Berichte der Bau- und Kunstdenkmalpflege in Baden-Württemberg 10 (Stuttgart 2001) 831-878.&lt;br /&gt;
*Gross 2003: U. Gross, Neuzeitliche Keramik im nördlichen Baden (16.-19. Jh.) (Heidelberg 2003).&lt;br /&gt;
*Keller 1999: Ch. Keller, Gefäßkeramik aus Basel. Untersuchungen zur spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Typologie – Technologie – Funktion – Handwerk (Basel 1999).&lt;br /&gt;
*Lehnhäuser 1978: W. Lehnhäuser, Glasuren und ihre Farben (Düsseldorf 1978).&lt;br /&gt;
*Lippert u.a. 1986: E. Lippert, u.a., Bunzlauer Geschirr - Gebrauchsware zwischen Handwerk und Industrie. Schriften des Museums für Deutsche Volkskunde 14 (Berlin 1986).&lt;br /&gt;
*Matthes 1985: W. Matthes, Keramische Glasuren (Köln 1985).&lt;br /&gt;
*Rada 1989: P. Rada, Die Technik der Keramik. Handbuch der Arbeitsvorgänge der Keramik (Hanau/M 1989). - ISBN 3-7684-1868-5&lt;br /&gt;
*Spindler 2004: K. Spindler, Bunzlauer Keramik im Germanischen Nationalmuseum: Guter Ton aus Bunzlau - Bunzlauer Geschirr im Germanischen Nationalmuseum (Nürnberg 2004).&lt;br /&gt;
*Vogel 1979: W. Vogel, Glaschemie (Leipzipg 1979).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Werkstoffkunde]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Formenkunde]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Handwerkstechnik]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>E. Bardet</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://amanz-balismink.rproxy.rz.uni-bamberg.de/balismink/index.php?title=Verzierungen&amp;diff=11555</id>
		<title>Verzierungen</title>
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		<updated>2026-08-13T11:21:55Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;E. Bardet: /* Polieren/Politur */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Der Verzierung und Oberflächenbehandlung von Keramik sind kaum Grenzen gesetzt. Als Hauptmerkmale können herstellungsbedingte, absichtliche oder unabsichtliche Merkmale unterschieden werden. Verzierung und Oberflächenmerkmale dienen aber nicht nur der Ästhetik sondern können auch praktische Gründe aufweisen. Beispielsweise ermöglicht eine aufgeraute Oberfläche zum einen die Griffigkeit bzw. die Handhabbarkeit des Gefäßes, zum anderen wird die Oberfläche vergrößert, was den Kühleffekt des Gefäßes verbessert ([[Schlickrauhung]]). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Werden Verzierungen beschrieben, müssen folgende Unterscheidungen beachtet werden:&lt;br /&gt;
*Verzierungsart/-technik&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Verzierungselemente: kleinste Einheiten der Ornamentik, aus welchen sich die Verzierungstechniken erkennen lassen. Verzierungselemente treten entweder als plane Verzierungen wie Bemalung und Glättung oder als plastische Verzierung wie Einstichverzierung und Leistenauflagen auf. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Verzierungsmotive: aus den Elementen gebildete, selbstständige Teile der Verzierung (Winkelband, Stichreihe, etc.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Verzierungssystem: Anordnung der Motive auf dem Gefäß &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Herstellungsspuren == &lt;br /&gt;
[[Herstellungsspuren]] sind keine Verzierungen im eigentlichen Sinn. Sie sind häufig unbeabsichtigt, z.T. unvermeidbar, können aber auch aufgrund ihrer Ästhetik bewusstes Gestaltungselement sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[self-slip]] oder [[Eigen-Engobe]]&lt;br /&gt;
*[[Drehriefen]]&lt;br /&gt;
*[[Abdrehspuren]]&lt;br /&gt;
*Streich-/Verstreichspuren&lt;br /&gt;
*Fingerabdrücke&lt;br /&gt;
*[[Bodenmarken]]/-stempel/-zeichen und [[Achsabdruck|Achsabdrücke]]&lt;br /&gt;
*[[Craquelée]] der Glasur&lt;br /&gt;
*Farbschattierungen des Brands&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ebene/plane Oberflächenbehandlung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Pingsdorferw. 23.jpg|mini|right|Rotbemalte Pingsdorferkeramik]]&lt;br /&gt;
===Engobe und Bemalung===&lt;br /&gt;
Bei [[Bemalung]]en handelt es sich in der Regel um Kaltbemalung, bei der meist Malengoben mit unterschiedlichen Mischungen aus Farbpigmenten und Bindemitteln hergestellt werden. Sie können auf allen keramischen Materialien verwendet werden und waren weit verbreitet. Sie konnten als flächige, überziehende Struktur aber auch in dekorativer Ausführung aufgetragen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Feinkörnige Tonsuspension (Engobe, Angus, Schlucker) wird zur farblichen Verschönerung der Gefäßoberfläche aufgetragen und mitgebrannt. Vor allem bei fleckig brennenden Tonen eingesetzt. Durch das Auftragen einer hellen Engobe wird der Farbton einer nachfolgenden Deckglasur aufgehellt. Die Wichtigkeit der dekorativen Engobemalerei darf hierdurch nicht unterschätzt werden. Meist werden weiße, rostfarbene und braunfarbene Engoben angewandt. Seltener verwendet werden grüne oder blaue Engoben, die vor allem bei modernen Keramikarten wie Porzellan und Fayence Bedeutung gewinnen. In der Neuzeit erweitert sich das Farbspektrum durch synthetische Farben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Auftrag der Bemalung/ Engobe gab und gibt es unterschiedliche Techniken z.B. mit Fingern, Pinseln, Malhorn oder Schwämmchen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Borstenzugtechniken/-dekore==== &lt;br /&gt;
Bei geeigneten Trocknungsgrad werden verschiedenfarbige Engoben mit dem [[Malhorn]] mehr oder weniger dicht in Bändern, Spiralen, Ringen, etc. auf die Oberfläche des Gefäß aufgetragen. Anschließend werden diese Bänder, Spiralen, Ringe durch eine oder mehrere Borsten, bevorzugt horizontal, vertikal oder kreisförmig (Flämmchendekor) gemischt (gekämmt) ohne das hierbei der Farbcharakter der Ausgangskomponenten verloren geht.  Bei einer unregelmäßigen Anordnung und flächiger Verteilung spricht man von Marmorieren oder Schwenkglasuren (Verlaufsglasuren). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====[[Malhorn]]techniken/-dekore====&lt;br /&gt;
Farbig brennende Engoben werden mit dem Malhorn in dekorativer Art auf die Keramik aufgetragen. Eine Farbigkeit lässt sich durch Pigmente oder Lösungsfarben erzielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Glasuren=== &lt;br /&gt;
[[Datei:Ofenkeramik 1.jpg|mini|right|Grün-glasierte Kachel (Bleiglasur ; FO unbekannt)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Siegburger Steinzeug 7.jpg|mini|right|Siegburger Steinzeug (Salzglasur ; Siegburg)]]&lt;br /&gt;
[[Glasur]]en werden nach ihrer Art (Transparent-, Opak-, Alkali-, Blei-, oder Anflugglasur), den Auftragsstellen, ihrer Oberfläche (z.B. glänzend, matt), ihrer Stärke, Gleichmäßigkeit und ihrer Farbe beschrieben. Eine Unterscheidung zwischen Außen und Innen ist zu beachten. Glasurbemalungen lassen sich in Unterglasur-, Inglasur- und Aufglasurmalerei unterscheiden. &lt;br /&gt;
Neben einer Schutzfunktion für poröse Waren, werden durch Farbwahl bzw. -kombination auch dekorative Effekte erreicht. &lt;br /&gt;
*Bleiglasuren &lt;br /&gt;
*Zinnglasur&lt;br /&gt;
*[[Lehmglasur]] - meist monochrome, eisenoxidhaltige Glasurvariante&lt;br /&gt;
*Feldspatglasur&lt;br /&gt;
*Ascheanflugglasuren&lt;br /&gt;
*[[Salzglasur]] wird auch als [[Anflugglasur]] bezeichnet und tritt insbesondere bei [[Steinzeug]] auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der modernen Keramikproduktion spricht man auch von Fertiglasuren als nivellierendem Sammelbegriff für industriell vorgefertigte Glasuren besonders für Industrieerzeugnisse, vor allem nach 1945.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Plastische Oberflächenstrukturen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Negative Techniken=== &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Glätten, Glättung, Einglätten====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:HgmtK6 Glättung der Rand mit einem feuchtem Tuch.jpg|right|mini|Glättung einer Keramik mit einem feuchtem Tuch. Martin Rogier, Archäologischer Töpferkurs Juli 2026 ArchaeoCentrum Bayern-Böhmen (Foto:E.Bardet, AMANZ Bamberg)]]&lt;br /&gt;
In Bezug auf die Definition des Glättens bestehen noch große regionale Unterschiede vor allem in Abgrenzung zur Polierung. Grundsätzlich, sollte das Glätten eingesetzt werden, um eine Begradigung der drehfrischen Oberfläche ohne deutliche Veränderung der Lichtreflexion zu erreichen und kein (gemustertes) Dekor anzubringen. Somit gehört das Glätten eigentlich zu den Herstellungsspuren, kann aber natürlich auch für den optischen Eindruck verwendet werden.&lt;br /&gt;
Dekorative Effekte können durch eine [[Einglättverzierung]] auf einer generell etwas raueren Oberfläche erreicht werden. Beispiele sind die [[Einglättverzierte Keramik (VwZ)|eingättverzierten Waren der Völkerwanderungszeit]] sowie die merowingerzeitlichen [[Einglättverzierte Knickwandgefäße (oberer Donau- und westlicher Bodenseeraum, MwZ)|eingättverzierten Knickwandgefäße aus dem Raum der oberen Donau und dem westlichen Bodensee]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Polieren/Politur====&lt;br /&gt;
[[Datei:Politur von Keramik mit einem Kieselstein.jpg|mini|200px|right|Politur von lederharte Keramik mit einem Kieselstein. Martin Rogier, Archäologischer Töpferkurs Juli 2026 ArchaeoCentrum Bayern-Böhmen (Foto:E.Bardet, AMANZ Bamberg)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch das Polieren, ergibt sich eine klar erkennbare Veränderung der behandelten Oberfläche, welche durch einen bemerkbaren Glanzeffekt hervortritt. Durch die Politur können sowohl Flächen als auch beliebige Muster erzeugt werden. Bestehende (mechanische) Politur kann durch zusätzliche Behandlung der Oberfläche - vor/nach dem Brand - mit Fett/Öl oder Graphit verstärkt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Rauhen, Rauhung====&lt;br /&gt;
Durch verschiedene Techniken werden unglasierte Oberflächen aufgeraut. Hierdurch erhöht sich die Haftung und Standfestigkeit bei der Handhabung und bei technischen Vorgängen. Das Rauhen, kann ebenso Auswirkungen auf die Beschaffenheit der im Gefäß gelagerten Güter haben. &lt;br /&gt;
Hierzu gehören etwa die [[Kammstrich]]- oder die [[Besenstrich]]verzierung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Rillen====&lt;br /&gt;
[[Rille]]n werden oft als tiefe und schmale, oft scharfkantige Eintiefungen angesprochen, die mit kleinen Werkzeugen wie Formholz, Messer, etc. angebracht. Sie treten allein, zu zweit oder zu dritt auf, dienen zur Betonung von Gefäßzonen und -kanten und sind somit ein bewusst angebrachtes Dekorelement. Durch kammähnliche Werkzeuge können Wellen- und Rillenbänder hergestellt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Riefen====&lt;br /&gt;
[[Riefe]]n sind breiter und flacher als Rillen, oft flach und unscharf konturiert. Sie sind horizontal angebracht oft Ausdruck der Verwendung einer schnelllaufenden Töpferscheibe, können aber auch als Wellenlinie angebracht werden. Riefen treten häufig mehrfach in breiten Zonen, weniger alleinstehend auf. Die Abgrenzung zwischen [[Herstellungsspuren|Herstellungsspur]] und dekorativem, intentionellem Anbringen ist vielfach unklar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Lummel/Lommel====&lt;br /&gt;
[[Lummeln]] bzw. Lommel sind diagonal oder vertikal angeordnete, parallele, riefenartige längere Abdrehspuren auf Gefäßoberflächen von Drehscheibenware.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Ritzungen====&lt;br /&gt;
Durch zugespitzte Hölzer oder Messer wird die Tonmasse seitlich verdrängt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ritzungen können z.T. auch nach dem Brand angebracht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Einstich- und Stempeldekore====&lt;br /&gt;
Einfache Herstellungstechnik. Muster werden durch Anstechen des Gefäßes angebracht, ohne das die Wandung durchstochen wird. Ein Sonderfall ist die Technik der Punktreihen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Knibistechnik====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Typisch für [[Steinzeug]. Tonmasse wird eingedrückt bzw. verdrängt. Bei der Technik wird mit einem glatt geschnittenen oder abgerundeten Holz mit einer schaukelnden Bewegung ein durchlaufendes Band in die ungebrannte Oberfläche eingebracht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Eingekämmte Wellenbandverzierung====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf zahlreichen [[Teller]]n der Fundzusammenhänge des ausgehenden 16. und des 17. Jahrhunderts findet sich zu einem gelb-grünen Farbwechsel zwischen Fahne und Wandung eine eingekämmte Wellenbandzier, vornehmlich auf der Fahne und teilweise auf dem Spiegel (Gross 2003).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Graffito====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei dieser Technik wurden Spiegel und Fahne eines Tellers im lederharten Zustand des Gefäßes mit einer eingeritzten Motivik versehen, woraufhin der Teller glasiert wurde. Dabei füllten sich die Einritzungen mit der Glasur und das Motiv setzte sich nach dem Brand durch eine dunklere Färbung vom Rest der glatten Fläche ab und die Zeichnung kommt so besonders zur Geltung. Bei einem Fund in Basel hebt sich die Zeichnung durch die in den Vertiefungen gesammelte Glasur braun vom eigentlich gelb glasierten Untergrund ab. Die Wandungen können mit Blumenornamentik, Bändern, gekämmten Wellenbändern, etc. versehen sein. Die Spiegelmotivik umfasst figürliche Darstellungen und geometrische Motive, während die Fahnen wiederum Wellenbänder, Spruchbänder, die als Teil der Tellerdekoration im 16. und 17. Jahrhundert zu den verbreiteten Bildmotiven des Schweizer Raumes gehören, etc. tragen. Die Teller sind zumeist grün oder gelb glasiert (Keller 1999).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Stempeltechniken====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:ABB202.jpg|right|mini|Stempelabdrücke auf handgemachter Feinware aus Schretzheim sowie beinerne Töpferstempel, 6.-7. Jahrhundert.]]&lt;br /&gt;
siehe [[Stempelverzierung]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es werden der Einzelstempel und der Rollstempel unterschieden. Die Technik wird dominiert von geometrischen Mustern wie Punkte, Rauten, Vierecke, Kreise, jedoch können auch Ziffern oder vereinzelte Buchstaben oder kurze Wörter angebracht werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=all&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Gehackter Dekor (auch Ratterband, Ratterdekor, Springfeder, federndes Blatt)====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hierbei handelt es sich um rollstempelähnliche/kerbenähnliche Vertiefungen in das Gefäß geschlagen wobei gelegentlich auch Tonmasse entfernt wird. Der Gefäßkörper ist hierbei bereits etwas angetrocknet&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Schnitttechniken====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In nicht immer bleibenden Umfang wird bei dieser Technik Tonmasse entfernt. Als bestes Beispiel wäre die Kerbschnitt-Technik zu erwähnen. Durch das beschneiden von Flächen (Facettieren) entstehen als Charakteristika oft scharfe Kanten. Auch können feine Rillen beim Abdrehen durch mitgerissene Magerungspartikel entstehen. Eingeschnittene Verzierungen durchbrechen die Gefäßwandung nicht, durchschnittene Dekore immer.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Positive Techniken===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Motivvielfalt ist bei positiven bzw. erhabenen Techniken gering, da der Arbeitsaufwand größer ist. Besonders bei den dekorativen Applikationen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====aus der Masse frei gearbeitet====&lt;br /&gt;
Gefäßteile können durch das Formholz weiter profiliert werden. Zeigt sich an zahlreichen Randprofilen von mittelalterlicher Keramik aber auch bei neuzeitlichen Steinzeug welches das oft verwendete Rillenband aus Rillen und Wülsten zeigt.&lt;br /&gt;
*Buckel&lt;br /&gt;
*Dellen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====aufgelegte Dekore==== &lt;br /&gt;
*aufgelegte Leisten/ Wulste&lt;br /&gt;
Formen wie Leisten, Wulste und andere beliebige Strukturen können frei auf den Gefäßkörper angebracht werden. Bei dieser positiver Gestaltung lassen sich regionale Zuordnungen durchführen. Zu den aufgelegten Dekoren gehört auch die Technik des Sandens welche eine Form des Rauhdekors ist. &lt;br /&gt;
*[[Applikation]]en &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Modelherstellung====&lt;br /&gt;
Gefäße können auch in Formmodel gearbeitet werden (s. z.B. [[Terra Sigillata]]). Hier gibt es verschiedene technische Möglichkeiten:&lt;br /&gt;
gedreht, gedrückt, gepresst, gelegt, geflochten, gegossen...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Arbeitsmethoden vermutlich vor allem in der Spätzeit angewandt. Untersuchungen zu den Methoden in früheren Zeiten sind noch wenig vorhanden . Technologische Handbücher des 19. Jh. geben Kenntnisse über die Möglichkeiten der &amp;quot;in die Form&amp;quot; gearbeiteten positiven Technik.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:ABB5R.jpg|center|mini|Töpferwerkzeug nach Diderot.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verzierungssysteme==&lt;br /&gt;
===Strichdekor=== &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Dekorform tritt vor allem auf schlanken, innen glasierten Henkeltöpfen, aber auch auf Grapen, auf und zeichnet sich durch farbige schräge oder senkrechte Striche aus. Das Dekor findet sich beispielsweise auf Henkeltöpfen aus Alpirsbach, wobei der Hauptteil dieser Gefäße auf der Innenseite unter einer farblosen Glasur mit gelben Schrägstrichen verziert ist. Weiterhin können diese außenseitig weiße Streifen im Schulterbereich tragen, welche bei rot- und orangegebrannten Gefäßen das Gegenstück zu einer roten oder rotbraunen Malerei auf gelben oder weißen Töpfen bilden. Meist werden diese als Erzeugnisse des 18./19. Jahrhunderts angesprochen, wobei ältere Funde aus einem renaissancezeitlichen Töpfereiabfall in Straubing (Ostbayern) vorliegen, hier allerdings mit bis zum Boden hinab reichenden Strichen, sowie aus einer Stadtgrabenverfüllung aus Staufen bei Freiburg, datierend Ende des 17. Jahrhunderts, vorliegen (Gross 2001). Die angesprochene rot(braun)e Streifenbemalung im Halsbereich glasierter Töpfe tritt bereits ab der Mitte des 16. Jahrhunderts auf der nun glatten Oberfläche der Gefäße auf. Diese Dekorform ersetzt sukzessive die sogenannten Halsgrate, welche zuvor mit Riefung gekoppelt war. Funde dieser Art stammen beispielsweise aus Leimen und Wiesloch, beide Fundkomplexe im Rhein-Neckar-Kreis. Diese Art des Dekors findet sich zudem auf Flaschen und Dreifußtöpfen und überdauert bis ins 19. Jahrhundert (Gross 2003).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Bänderdekor===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Dekor besteht bei dieser Form zumeist aus mehreren Wellenbändern und/oder waagrechten Bändern. In Alpirsbach findet sich diese Art der Verzierung auf [[Schüssel]]n, wobei diese auf einem roten, orangen bzw. bräunlichem Grund gelbe Wellen und Bänder sowie grüne waagrechte Bänder tragen. Schüsseln mit einem derartigen oder einem einfacheren, schlicht weißen Bänderdekor oder auch braunen aneinander gereihten Kreisen datieren in das 18. (eventuell auch 19. Jahrhundert) (Gross 2001). In Schwäbisch Gmünd-Brandstatt tritt diese Form der Verzierung im Hals-/Schulterbereich von [[Topf|Henkeltöpfen]]. Auf diesen finden sich, wie auch auf [[Grapen]] und [[Schale]]n ein, zwei und selten drei waagrechte rote, rotbraune oder braune Bänder, weiterhin auch alleinige oder in Kombination mit horizontalen Linien stehende flache Wellenlinien. An selber Stelle finden sich außerdem mit einer einzelnen Wellenlinie verzierte Deckel (Gross 1999).&lt;br /&gt;
==Literaturhinweise==&lt;br /&gt;
*Bauer u.a. 2005: I. Bauer, u.a., Leitfaden zur Keramikbeschreibung. Mittelalter - Neuzeit. Terminologie - Typologie - Technologie (München 2005). ISBN: 3-927806-32-3&lt;br /&gt;
*Frotscher u.a. 2003: B. Frotscher, u.a., dtv-Atlas Keramik und Porzellan (München 2003). ISBN: 3423032588&lt;br /&gt;
*Gross 2015: U. Gross, Beiträge zur spätantiken und frühmittelalterlichen Keramik in Südwestdeutschland. Keramikproduktion des 5. Jhs. im Neckarmündungsraum? Beobachtungen an Funden aus der Wüstung Botzheim bei Ladenburg, Rhein - Neckar - Kreis (Heidelberg 2015).&lt;br /&gt;
*Gross 1992: U. Gross, Zur einglättverzierten Keramik des 5. und frühen 6. Jahrhunderts in Süddeutschland. Bayerische Vorgeschichtsblätter 57, 1992, 311-320.&lt;br /&gt;
*Gross 1999: U. Gross, Schwäbisch Gmünd-Brandstatt: Keramikfunde aus einer Kellerverfüllung der Zeit um 1800. Eine vorläufige Übersicht. Teil 1. Irdenware. Fundber. Bad.-Württ. 23, 1999, 667–720.&lt;br /&gt;
*Gross 2001: U. Gross, Gefäß-, Gerät- und Spielzeugfunde aus dem Dorment. In: Landesdenkmalamt Baden-Württemberg (Hrsg.), Alpirsbach. Zur Geschichte von Kloster und Stadt. Forschungen und Berichte der Bau- und Kunstdenkmalpflege in Baden-Württemberg 10 (Stuttgart 2001) 831-878.&lt;br /&gt;
*Gross 2003: U. Gross, Neuzeitliche Keramik im nördlichen Baden (16.-19. Jh.) (Heidelberg 2003).&lt;br /&gt;
*Keller 1999: Ch. Keller, Gefäßkeramik aus Basel. Untersuchungen zur spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Typologie – Technologie – Funktion – Handwerk (Basel 1999).&lt;br /&gt;
*Lehnhäuser 1978: W. Lehnhäuser, Glasuren und ihre Farben (Düsseldorf 1978).&lt;br /&gt;
*Lippert u.a. 1986: E. Lippert, u.a., Bunzlauer Geschirr - Gebrauchsware zwischen Handwerk und Industrie. Schriften des Museums für Deutsche Volkskunde 14 (Berlin 1986).&lt;br /&gt;
*Matthes 1985: W. Matthes, Keramische Glasuren (Köln 1985).&lt;br /&gt;
*Rada 1989: P. Rada, Die Technik der Keramik. Handbuch der Arbeitsvorgänge der Keramik (Hanau/M 1989). - ISBN 3-7684-1868-5&lt;br /&gt;
*Spindler 2004: K. Spindler, Bunzlauer Keramik im Germanischen Nationalmuseum: Guter Ton aus Bunzlau - Bunzlauer Geschirr im Germanischen Nationalmuseum (Nürnberg 2004).&lt;br /&gt;
*Vogel 1979: W. Vogel, Glaschemie (Leipzipg 1979).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Werkstoffkunde]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Formenkunde]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Handwerkstechnik]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>E. Bardet</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://amanz-balismink.rproxy.rz.uni-bamberg.de/balismink/index.php?title=Verzierungen&amp;diff=11554</id>
		<title>Verzierungen</title>
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		<updated>2026-08-13T11:21:43Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;E. Bardet: /* Polieren/Politur */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Der Verzierung und Oberflächenbehandlung von Keramik sind kaum Grenzen gesetzt. Als Hauptmerkmale können herstellungsbedingte, absichtliche oder unabsichtliche Merkmale unterschieden werden. Verzierung und Oberflächenmerkmale dienen aber nicht nur der Ästhetik sondern können auch praktische Gründe aufweisen. Beispielsweise ermöglicht eine aufgeraute Oberfläche zum einen die Griffigkeit bzw. die Handhabbarkeit des Gefäßes, zum anderen wird die Oberfläche vergrößert, was den Kühleffekt des Gefäßes verbessert ([[Schlickrauhung]]). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Werden Verzierungen beschrieben, müssen folgende Unterscheidungen beachtet werden:&lt;br /&gt;
*Verzierungsart/-technik&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Verzierungselemente: kleinste Einheiten der Ornamentik, aus welchen sich die Verzierungstechniken erkennen lassen. Verzierungselemente treten entweder als plane Verzierungen wie Bemalung und Glättung oder als plastische Verzierung wie Einstichverzierung und Leistenauflagen auf. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Verzierungsmotive: aus den Elementen gebildete, selbstständige Teile der Verzierung (Winkelband, Stichreihe, etc.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Verzierungssystem: Anordnung der Motive auf dem Gefäß &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Herstellungsspuren == &lt;br /&gt;
[[Herstellungsspuren]] sind keine Verzierungen im eigentlichen Sinn. Sie sind häufig unbeabsichtigt, z.T. unvermeidbar, können aber auch aufgrund ihrer Ästhetik bewusstes Gestaltungselement sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[self-slip]] oder [[Eigen-Engobe]]&lt;br /&gt;
*[[Drehriefen]]&lt;br /&gt;
*[[Abdrehspuren]]&lt;br /&gt;
*Streich-/Verstreichspuren&lt;br /&gt;
*Fingerabdrücke&lt;br /&gt;
*[[Bodenmarken]]/-stempel/-zeichen und [[Achsabdruck|Achsabdrücke]]&lt;br /&gt;
*[[Craquelée]] der Glasur&lt;br /&gt;
*Farbschattierungen des Brands&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ebene/plane Oberflächenbehandlung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Pingsdorferw. 23.jpg|mini|right|Rotbemalte Pingsdorferkeramik]]&lt;br /&gt;
===Engobe und Bemalung===&lt;br /&gt;
Bei [[Bemalung]]en handelt es sich in der Regel um Kaltbemalung, bei der meist Malengoben mit unterschiedlichen Mischungen aus Farbpigmenten und Bindemitteln hergestellt werden. Sie können auf allen keramischen Materialien verwendet werden und waren weit verbreitet. Sie konnten als flächige, überziehende Struktur aber auch in dekorativer Ausführung aufgetragen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Feinkörnige Tonsuspension (Engobe, Angus, Schlucker) wird zur farblichen Verschönerung der Gefäßoberfläche aufgetragen und mitgebrannt. Vor allem bei fleckig brennenden Tonen eingesetzt. Durch das Auftragen einer hellen Engobe wird der Farbton einer nachfolgenden Deckglasur aufgehellt. Die Wichtigkeit der dekorativen Engobemalerei darf hierdurch nicht unterschätzt werden. Meist werden weiße, rostfarbene und braunfarbene Engoben angewandt. Seltener verwendet werden grüne oder blaue Engoben, die vor allem bei modernen Keramikarten wie Porzellan und Fayence Bedeutung gewinnen. In der Neuzeit erweitert sich das Farbspektrum durch synthetische Farben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Auftrag der Bemalung/ Engobe gab und gibt es unterschiedliche Techniken z.B. mit Fingern, Pinseln, Malhorn oder Schwämmchen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Borstenzugtechniken/-dekore==== &lt;br /&gt;
Bei geeigneten Trocknungsgrad werden verschiedenfarbige Engoben mit dem [[Malhorn]] mehr oder weniger dicht in Bändern, Spiralen, Ringen, etc. auf die Oberfläche des Gefäß aufgetragen. Anschließend werden diese Bänder, Spiralen, Ringe durch eine oder mehrere Borsten, bevorzugt horizontal, vertikal oder kreisförmig (Flämmchendekor) gemischt (gekämmt) ohne das hierbei der Farbcharakter der Ausgangskomponenten verloren geht.  Bei einer unregelmäßigen Anordnung und flächiger Verteilung spricht man von Marmorieren oder Schwenkglasuren (Verlaufsglasuren). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====[[Malhorn]]techniken/-dekore====&lt;br /&gt;
Farbig brennende Engoben werden mit dem Malhorn in dekorativer Art auf die Keramik aufgetragen. Eine Farbigkeit lässt sich durch Pigmente oder Lösungsfarben erzielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Glasuren=== &lt;br /&gt;
[[Datei:Ofenkeramik 1.jpg|mini|right|Grün-glasierte Kachel (Bleiglasur ; FO unbekannt)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Siegburger Steinzeug 7.jpg|mini|right|Siegburger Steinzeug (Salzglasur ; Siegburg)]]&lt;br /&gt;
[[Glasur]]en werden nach ihrer Art (Transparent-, Opak-, Alkali-, Blei-, oder Anflugglasur), den Auftragsstellen, ihrer Oberfläche (z.B. glänzend, matt), ihrer Stärke, Gleichmäßigkeit und ihrer Farbe beschrieben. Eine Unterscheidung zwischen Außen und Innen ist zu beachten. Glasurbemalungen lassen sich in Unterglasur-, Inglasur- und Aufglasurmalerei unterscheiden. &lt;br /&gt;
Neben einer Schutzfunktion für poröse Waren, werden durch Farbwahl bzw. -kombination auch dekorative Effekte erreicht. &lt;br /&gt;
*Bleiglasuren &lt;br /&gt;
*Zinnglasur&lt;br /&gt;
*[[Lehmglasur]] - meist monochrome, eisenoxidhaltige Glasurvariante&lt;br /&gt;
*Feldspatglasur&lt;br /&gt;
*Ascheanflugglasuren&lt;br /&gt;
*[[Salzglasur]] wird auch als [[Anflugglasur]] bezeichnet und tritt insbesondere bei [[Steinzeug]] auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der modernen Keramikproduktion spricht man auch von Fertiglasuren als nivellierendem Sammelbegriff für industriell vorgefertigte Glasuren besonders für Industrieerzeugnisse, vor allem nach 1945.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Plastische Oberflächenstrukturen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Negative Techniken=== &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Glätten, Glättung, Einglätten====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:HgmtK6 Glättung der Rand mit einem feuchtem Tuch.jpg|right|mini|Glättung einer Keramik mit einem feuchtem Tuch. Martin Rogier, Archäologischer Töpferkurs Juli 2026 ArchaeoCentrum Bayern-Böhmen (Foto:E.Bardet, AMANZ Bamberg)]]&lt;br /&gt;
In Bezug auf die Definition des Glättens bestehen noch große regionale Unterschiede vor allem in Abgrenzung zur Polierung. Grundsätzlich, sollte das Glätten eingesetzt werden, um eine Begradigung der drehfrischen Oberfläche ohne deutliche Veränderung der Lichtreflexion zu erreichen und kein (gemustertes) Dekor anzubringen. Somit gehört das Glätten eigentlich zu den Herstellungsspuren, kann aber natürlich auch für den optischen Eindruck verwendet werden.&lt;br /&gt;
Dekorative Effekte können durch eine [[Einglättverzierung]] auf einer generell etwas raueren Oberfläche erreicht werden. Beispiele sind die [[Einglättverzierte Keramik (VwZ)|eingättverzierten Waren der Völkerwanderungszeit]] sowie die merowingerzeitlichen [[Einglättverzierte Knickwandgefäße (oberer Donau- und westlicher Bodenseeraum, MwZ)|eingättverzierten Knickwandgefäße aus dem Raum der oberen Donau und dem westlichen Bodensee]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Polieren/Politur====&lt;br /&gt;
[[Datei:Politur von Keramik mit einem Kieselstein.jpg|mini|200px|center|Politur von lederharte Keramik mit einem Kieselstein. Martin Rogier, Archäologischer Töpferkurs Juli 2026 ArchaeoCentrum Bayern-Böhmen (Foto:E.Bardet, AMANZ Bamberg)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch das Polieren, ergibt sich eine klar erkennbare Veränderung der behandelten Oberfläche, welche durch einen bemerkbaren Glanzeffekt hervortritt. Durch die Politur können sowohl Flächen als auch beliebige Muster erzeugt werden. Bestehende (mechanische) Politur kann durch zusätzliche Behandlung der Oberfläche - vor/nach dem Brand - mit Fett/Öl oder Graphit verstärkt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Rauhen, Rauhung====&lt;br /&gt;
Durch verschiedene Techniken werden unglasierte Oberflächen aufgeraut. Hierdurch erhöht sich die Haftung und Standfestigkeit bei der Handhabung und bei technischen Vorgängen. Das Rauhen, kann ebenso Auswirkungen auf die Beschaffenheit der im Gefäß gelagerten Güter haben. &lt;br /&gt;
Hierzu gehören etwa die [[Kammstrich]]- oder die [[Besenstrich]]verzierung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Rillen====&lt;br /&gt;
[[Rille]]n werden oft als tiefe und schmale, oft scharfkantige Eintiefungen angesprochen, die mit kleinen Werkzeugen wie Formholz, Messer, etc. angebracht. Sie treten allein, zu zweit oder zu dritt auf, dienen zur Betonung von Gefäßzonen und -kanten und sind somit ein bewusst angebrachtes Dekorelement. Durch kammähnliche Werkzeuge können Wellen- und Rillenbänder hergestellt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Riefen====&lt;br /&gt;
[[Riefe]]n sind breiter und flacher als Rillen, oft flach und unscharf konturiert. Sie sind horizontal angebracht oft Ausdruck der Verwendung einer schnelllaufenden Töpferscheibe, können aber auch als Wellenlinie angebracht werden. Riefen treten häufig mehrfach in breiten Zonen, weniger alleinstehend auf. Die Abgrenzung zwischen [[Herstellungsspuren|Herstellungsspur]] und dekorativem, intentionellem Anbringen ist vielfach unklar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Lummel/Lommel====&lt;br /&gt;
[[Lummeln]] bzw. Lommel sind diagonal oder vertikal angeordnete, parallele, riefenartige längere Abdrehspuren auf Gefäßoberflächen von Drehscheibenware.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Ritzungen====&lt;br /&gt;
Durch zugespitzte Hölzer oder Messer wird die Tonmasse seitlich verdrängt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ritzungen können z.T. auch nach dem Brand angebracht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Einstich- und Stempeldekore====&lt;br /&gt;
Einfache Herstellungstechnik. Muster werden durch Anstechen des Gefäßes angebracht, ohne das die Wandung durchstochen wird. Ein Sonderfall ist die Technik der Punktreihen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Knibistechnik====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Typisch für [[Steinzeug]. Tonmasse wird eingedrückt bzw. verdrängt. Bei der Technik wird mit einem glatt geschnittenen oder abgerundeten Holz mit einer schaukelnden Bewegung ein durchlaufendes Band in die ungebrannte Oberfläche eingebracht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Eingekämmte Wellenbandverzierung====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf zahlreichen [[Teller]]n der Fundzusammenhänge des ausgehenden 16. und des 17. Jahrhunderts findet sich zu einem gelb-grünen Farbwechsel zwischen Fahne und Wandung eine eingekämmte Wellenbandzier, vornehmlich auf der Fahne und teilweise auf dem Spiegel (Gross 2003).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Graffito====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei dieser Technik wurden Spiegel und Fahne eines Tellers im lederharten Zustand des Gefäßes mit einer eingeritzten Motivik versehen, woraufhin der Teller glasiert wurde. Dabei füllten sich die Einritzungen mit der Glasur und das Motiv setzte sich nach dem Brand durch eine dunklere Färbung vom Rest der glatten Fläche ab und die Zeichnung kommt so besonders zur Geltung. Bei einem Fund in Basel hebt sich die Zeichnung durch die in den Vertiefungen gesammelte Glasur braun vom eigentlich gelb glasierten Untergrund ab. Die Wandungen können mit Blumenornamentik, Bändern, gekämmten Wellenbändern, etc. versehen sein. Die Spiegelmotivik umfasst figürliche Darstellungen und geometrische Motive, während die Fahnen wiederum Wellenbänder, Spruchbänder, die als Teil der Tellerdekoration im 16. und 17. Jahrhundert zu den verbreiteten Bildmotiven des Schweizer Raumes gehören, etc. tragen. Die Teller sind zumeist grün oder gelb glasiert (Keller 1999).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Stempeltechniken====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:ABB202.jpg|right|mini|Stempelabdrücke auf handgemachter Feinware aus Schretzheim sowie beinerne Töpferstempel, 6.-7. Jahrhundert.]]&lt;br /&gt;
siehe [[Stempelverzierung]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es werden der Einzelstempel und der Rollstempel unterschieden. Die Technik wird dominiert von geometrischen Mustern wie Punkte, Rauten, Vierecke, Kreise, jedoch können auch Ziffern oder vereinzelte Buchstaben oder kurze Wörter angebracht werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=all&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Gehackter Dekor (auch Ratterband, Ratterdekor, Springfeder, federndes Blatt)====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hierbei handelt es sich um rollstempelähnliche/kerbenähnliche Vertiefungen in das Gefäß geschlagen wobei gelegentlich auch Tonmasse entfernt wird. Der Gefäßkörper ist hierbei bereits etwas angetrocknet&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Schnitttechniken====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In nicht immer bleibenden Umfang wird bei dieser Technik Tonmasse entfernt. Als bestes Beispiel wäre die Kerbschnitt-Technik zu erwähnen. Durch das beschneiden von Flächen (Facettieren) entstehen als Charakteristika oft scharfe Kanten. Auch können feine Rillen beim Abdrehen durch mitgerissene Magerungspartikel entstehen. Eingeschnittene Verzierungen durchbrechen die Gefäßwandung nicht, durchschnittene Dekore immer.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Positive Techniken===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Motivvielfalt ist bei positiven bzw. erhabenen Techniken gering, da der Arbeitsaufwand größer ist. Besonders bei den dekorativen Applikationen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====aus der Masse frei gearbeitet====&lt;br /&gt;
Gefäßteile können durch das Formholz weiter profiliert werden. Zeigt sich an zahlreichen Randprofilen von mittelalterlicher Keramik aber auch bei neuzeitlichen Steinzeug welches das oft verwendete Rillenband aus Rillen und Wülsten zeigt.&lt;br /&gt;
*Buckel&lt;br /&gt;
*Dellen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====aufgelegte Dekore==== &lt;br /&gt;
*aufgelegte Leisten/ Wulste&lt;br /&gt;
Formen wie Leisten, Wulste und andere beliebige Strukturen können frei auf den Gefäßkörper angebracht werden. Bei dieser positiver Gestaltung lassen sich regionale Zuordnungen durchführen. Zu den aufgelegten Dekoren gehört auch die Technik des Sandens welche eine Form des Rauhdekors ist. &lt;br /&gt;
*[[Applikation]]en &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Modelherstellung====&lt;br /&gt;
Gefäße können auch in Formmodel gearbeitet werden (s. z.B. [[Terra Sigillata]]). Hier gibt es verschiedene technische Möglichkeiten:&lt;br /&gt;
gedreht, gedrückt, gepresst, gelegt, geflochten, gegossen...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Arbeitsmethoden vermutlich vor allem in der Spätzeit angewandt. Untersuchungen zu den Methoden in früheren Zeiten sind noch wenig vorhanden . Technologische Handbücher des 19. Jh. geben Kenntnisse über die Möglichkeiten der &amp;quot;in die Form&amp;quot; gearbeiteten positiven Technik.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:ABB5R.jpg|center|mini|Töpferwerkzeug nach Diderot.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verzierungssysteme==&lt;br /&gt;
===Strichdekor=== &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Dekorform tritt vor allem auf schlanken, innen glasierten Henkeltöpfen, aber auch auf Grapen, auf und zeichnet sich durch farbige schräge oder senkrechte Striche aus. Das Dekor findet sich beispielsweise auf Henkeltöpfen aus Alpirsbach, wobei der Hauptteil dieser Gefäße auf der Innenseite unter einer farblosen Glasur mit gelben Schrägstrichen verziert ist. Weiterhin können diese außenseitig weiße Streifen im Schulterbereich tragen, welche bei rot- und orangegebrannten Gefäßen das Gegenstück zu einer roten oder rotbraunen Malerei auf gelben oder weißen Töpfen bilden. Meist werden diese als Erzeugnisse des 18./19. Jahrhunderts angesprochen, wobei ältere Funde aus einem renaissancezeitlichen Töpfereiabfall in Straubing (Ostbayern) vorliegen, hier allerdings mit bis zum Boden hinab reichenden Strichen, sowie aus einer Stadtgrabenverfüllung aus Staufen bei Freiburg, datierend Ende des 17. Jahrhunderts, vorliegen (Gross 2001). Die angesprochene rot(braun)e Streifenbemalung im Halsbereich glasierter Töpfe tritt bereits ab der Mitte des 16. Jahrhunderts auf der nun glatten Oberfläche der Gefäße auf. Diese Dekorform ersetzt sukzessive die sogenannten Halsgrate, welche zuvor mit Riefung gekoppelt war. Funde dieser Art stammen beispielsweise aus Leimen und Wiesloch, beide Fundkomplexe im Rhein-Neckar-Kreis. Diese Art des Dekors findet sich zudem auf Flaschen und Dreifußtöpfen und überdauert bis ins 19. Jahrhundert (Gross 2003).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Bänderdekor===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Dekor besteht bei dieser Form zumeist aus mehreren Wellenbändern und/oder waagrechten Bändern. In Alpirsbach findet sich diese Art der Verzierung auf [[Schüssel]]n, wobei diese auf einem roten, orangen bzw. bräunlichem Grund gelbe Wellen und Bänder sowie grüne waagrechte Bänder tragen. Schüsseln mit einem derartigen oder einem einfacheren, schlicht weißen Bänderdekor oder auch braunen aneinander gereihten Kreisen datieren in das 18. (eventuell auch 19. Jahrhundert) (Gross 2001). In Schwäbisch Gmünd-Brandstatt tritt diese Form der Verzierung im Hals-/Schulterbereich von [[Topf|Henkeltöpfen]]. Auf diesen finden sich, wie auch auf [[Grapen]] und [[Schale]]n ein, zwei und selten drei waagrechte rote, rotbraune oder braune Bänder, weiterhin auch alleinige oder in Kombination mit horizontalen Linien stehende flache Wellenlinien. An selber Stelle finden sich außerdem mit einer einzelnen Wellenlinie verzierte Deckel (Gross 1999).&lt;br /&gt;
==Literaturhinweise==&lt;br /&gt;
*Bauer u.a. 2005: I. Bauer, u.a., Leitfaden zur Keramikbeschreibung. Mittelalter - Neuzeit. Terminologie - Typologie - Technologie (München 2005). ISBN: 3-927806-32-3&lt;br /&gt;
*Frotscher u.a. 2003: B. Frotscher, u.a., dtv-Atlas Keramik und Porzellan (München 2003). ISBN: 3423032588&lt;br /&gt;
*Gross 2015: U. Gross, Beiträge zur spätantiken und frühmittelalterlichen Keramik in Südwestdeutschland. Keramikproduktion des 5. Jhs. im Neckarmündungsraum? Beobachtungen an Funden aus der Wüstung Botzheim bei Ladenburg, Rhein - Neckar - Kreis (Heidelberg 2015).&lt;br /&gt;
*Gross 1992: U. Gross, Zur einglättverzierten Keramik des 5. und frühen 6. Jahrhunderts in Süddeutschland. Bayerische Vorgeschichtsblätter 57, 1992, 311-320.&lt;br /&gt;
*Gross 1999: U. Gross, Schwäbisch Gmünd-Brandstatt: Keramikfunde aus einer Kellerverfüllung der Zeit um 1800. Eine vorläufige Übersicht. Teil 1. Irdenware. Fundber. Bad.-Württ. 23, 1999, 667–720.&lt;br /&gt;
*Gross 2001: U. Gross, Gefäß-, Gerät- und Spielzeugfunde aus dem Dorment. In: Landesdenkmalamt Baden-Württemberg (Hrsg.), Alpirsbach. Zur Geschichte von Kloster und Stadt. Forschungen und Berichte der Bau- und Kunstdenkmalpflege in Baden-Württemberg 10 (Stuttgart 2001) 831-878.&lt;br /&gt;
*Gross 2003: U. Gross, Neuzeitliche Keramik im nördlichen Baden (16.-19. Jh.) (Heidelberg 2003).&lt;br /&gt;
*Keller 1999: Ch. Keller, Gefäßkeramik aus Basel. Untersuchungen zur spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Typologie – Technologie – Funktion – Handwerk (Basel 1999).&lt;br /&gt;
*Lehnhäuser 1978: W. Lehnhäuser, Glasuren und ihre Farben (Düsseldorf 1978).&lt;br /&gt;
*Lippert u.a. 1986: E. Lippert, u.a., Bunzlauer Geschirr - Gebrauchsware zwischen Handwerk und Industrie. Schriften des Museums für Deutsche Volkskunde 14 (Berlin 1986).&lt;br /&gt;
*Matthes 1985: W. Matthes, Keramische Glasuren (Köln 1985).&lt;br /&gt;
*Rada 1989: P. Rada, Die Technik der Keramik. Handbuch der Arbeitsvorgänge der Keramik (Hanau/M 1989). - ISBN 3-7684-1868-5&lt;br /&gt;
*Spindler 2004: K. Spindler, Bunzlauer Keramik im Germanischen Nationalmuseum: Guter Ton aus Bunzlau - Bunzlauer Geschirr im Germanischen Nationalmuseum (Nürnberg 2004).&lt;br /&gt;
*Vogel 1979: W. Vogel, Glaschemie (Leipzipg 1979).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Werkstoffkunde]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Formenkunde]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Handwerkstechnik]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>E. Bardet</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://amanz-balismink.rproxy.rz.uni-bamberg.de/balismink/index.php?title=Politur&amp;diff=11553</id>
		<title>Politur</title>
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		<updated>2026-08-13T11:21:01Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;E. Bardet: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Die Politur ist eine Form der [[Oberfläche]]nbearbeitung, bei der mit einem glatten Gegenstand (z.B. Hölzchen, Knochen oder Kieselstein) das bereits lederhart getrocknete Gefäß so nachgeglätte wurde, dass eine glatte, glänzende Gefäßoberfläche entstand.&lt;br /&gt;
[[Datei:Archäologischer Töpferkurs 2026 2.jpeg|mini|200px|right|Glätten der lederharten Oberfläche. Martin Rogier, Archäologischer Töpferkurs Juli 2026 ArchaeoCentrum Bayern-Böhmen (Foto:R.Schreg/ AMANZ Bamberg)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gefäßoberfläche kann auch nur partiell poliert sein - oder die Politur bildet sog. [[Einglättverzierung]], etwa aus Linien, Wellenlinien oder Schraffuren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturhinweis==&lt;br /&gt;
*Berger 2010: L. Berger, Zur Terminologie und Definition der Oberflächenbehandlung anhand gebrannter Gefäße in der prähistorischen Keramikforschung. In: B. Horejs/R. Jung/P. Pavúk (Hrsg.), Analysing Pottery. Processing - Classification - Publication. Studia Archaeologica et Medievalia 10 (Bratsilava 2010) 29–37. - https://www.academia.edu/42794808&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Handwerkstechnik]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>E. Bardet</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://amanz-balismink.rproxy.rz.uni-bamberg.de/balismink/index.php?title=Verzierungen&amp;diff=11552</id>
		<title>Verzierungen</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://amanz-balismink.rproxy.rz.uni-bamberg.de/balismink/index.php?title=Verzierungen&amp;diff=11552"/>
		<updated>2026-08-13T11:19:21Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;E. Bardet: /* Glätten, Glättung, Einglätten */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Der Verzierung und Oberflächenbehandlung von Keramik sind kaum Grenzen gesetzt. Als Hauptmerkmale können herstellungsbedingte, absichtliche oder unabsichtliche Merkmale unterschieden werden. Verzierung und Oberflächenmerkmale dienen aber nicht nur der Ästhetik sondern können auch praktische Gründe aufweisen. Beispielsweise ermöglicht eine aufgeraute Oberfläche zum einen die Griffigkeit bzw. die Handhabbarkeit des Gefäßes, zum anderen wird die Oberfläche vergrößert, was den Kühleffekt des Gefäßes verbessert ([[Schlickrauhung]]). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Werden Verzierungen beschrieben, müssen folgende Unterscheidungen beachtet werden:&lt;br /&gt;
*Verzierungsart/-technik&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Verzierungselemente: kleinste Einheiten der Ornamentik, aus welchen sich die Verzierungstechniken erkennen lassen. Verzierungselemente treten entweder als plane Verzierungen wie Bemalung und Glättung oder als plastische Verzierung wie Einstichverzierung und Leistenauflagen auf. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Verzierungsmotive: aus den Elementen gebildete, selbstständige Teile der Verzierung (Winkelband, Stichreihe, etc.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Verzierungssystem: Anordnung der Motive auf dem Gefäß &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Herstellungsspuren == &lt;br /&gt;
[[Herstellungsspuren]] sind keine Verzierungen im eigentlichen Sinn. Sie sind häufig unbeabsichtigt, z.T. unvermeidbar, können aber auch aufgrund ihrer Ästhetik bewusstes Gestaltungselement sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[self-slip]] oder [[Eigen-Engobe]]&lt;br /&gt;
*[[Drehriefen]]&lt;br /&gt;
*[[Abdrehspuren]]&lt;br /&gt;
*Streich-/Verstreichspuren&lt;br /&gt;
*Fingerabdrücke&lt;br /&gt;
*[[Bodenmarken]]/-stempel/-zeichen und [[Achsabdruck|Achsabdrücke]]&lt;br /&gt;
*[[Craquelée]] der Glasur&lt;br /&gt;
*Farbschattierungen des Brands&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ebene/plane Oberflächenbehandlung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Pingsdorferw. 23.jpg|mini|right|Rotbemalte Pingsdorferkeramik]]&lt;br /&gt;
===Engobe und Bemalung===&lt;br /&gt;
Bei [[Bemalung]]en handelt es sich in der Regel um Kaltbemalung, bei der meist Malengoben mit unterschiedlichen Mischungen aus Farbpigmenten und Bindemitteln hergestellt werden. Sie können auf allen keramischen Materialien verwendet werden und waren weit verbreitet. Sie konnten als flächige, überziehende Struktur aber auch in dekorativer Ausführung aufgetragen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Feinkörnige Tonsuspension (Engobe, Angus, Schlucker) wird zur farblichen Verschönerung der Gefäßoberfläche aufgetragen und mitgebrannt. Vor allem bei fleckig brennenden Tonen eingesetzt. Durch das Auftragen einer hellen Engobe wird der Farbton einer nachfolgenden Deckglasur aufgehellt. Die Wichtigkeit der dekorativen Engobemalerei darf hierdurch nicht unterschätzt werden. Meist werden weiße, rostfarbene und braunfarbene Engoben angewandt. Seltener verwendet werden grüne oder blaue Engoben, die vor allem bei modernen Keramikarten wie Porzellan und Fayence Bedeutung gewinnen. In der Neuzeit erweitert sich das Farbspektrum durch synthetische Farben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Auftrag der Bemalung/ Engobe gab und gibt es unterschiedliche Techniken z.B. mit Fingern, Pinseln, Malhorn oder Schwämmchen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Borstenzugtechniken/-dekore==== &lt;br /&gt;
Bei geeigneten Trocknungsgrad werden verschiedenfarbige Engoben mit dem [[Malhorn]] mehr oder weniger dicht in Bändern, Spiralen, Ringen, etc. auf die Oberfläche des Gefäß aufgetragen. Anschließend werden diese Bänder, Spiralen, Ringe durch eine oder mehrere Borsten, bevorzugt horizontal, vertikal oder kreisförmig (Flämmchendekor) gemischt (gekämmt) ohne das hierbei der Farbcharakter der Ausgangskomponenten verloren geht.  Bei einer unregelmäßigen Anordnung und flächiger Verteilung spricht man von Marmorieren oder Schwenkglasuren (Verlaufsglasuren). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====[[Malhorn]]techniken/-dekore====&lt;br /&gt;
Farbig brennende Engoben werden mit dem Malhorn in dekorativer Art auf die Keramik aufgetragen. Eine Farbigkeit lässt sich durch Pigmente oder Lösungsfarben erzielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Glasuren=== &lt;br /&gt;
[[Datei:Ofenkeramik 1.jpg|mini|right|Grün-glasierte Kachel (Bleiglasur ; FO unbekannt)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Siegburger Steinzeug 7.jpg|mini|right|Siegburger Steinzeug (Salzglasur ; Siegburg)]]&lt;br /&gt;
[[Glasur]]en werden nach ihrer Art (Transparent-, Opak-, Alkali-, Blei-, oder Anflugglasur), den Auftragsstellen, ihrer Oberfläche (z.B. glänzend, matt), ihrer Stärke, Gleichmäßigkeit und ihrer Farbe beschrieben. Eine Unterscheidung zwischen Außen und Innen ist zu beachten. Glasurbemalungen lassen sich in Unterglasur-, Inglasur- und Aufglasurmalerei unterscheiden. &lt;br /&gt;
Neben einer Schutzfunktion für poröse Waren, werden durch Farbwahl bzw. -kombination auch dekorative Effekte erreicht. &lt;br /&gt;
*Bleiglasuren &lt;br /&gt;
*Zinnglasur&lt;br /&gt;
*[[Lehmglasur]] - meist monochrome, eisenoxidhaltige Glasurvariante&lt;br /&gt;
*Feldspatglasur&lt;br /&gt;
*Ascheanflugglasuren&lt;br /&gt;
*[[Salzglasur]] wird auch als [[Anflugglasur]] bezeichnet und tritt insbesondere bei [[Steinzeug]] auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der modernen Keramikproduktion spricht man auch von Fertiglasuren als nivellierendem Sammelbegriff für industriell vorgefertigte Glasuren besonders für Industrieerzeugnisse, vor allem nach 1945.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Plastische Oberflächenstrukturen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Negative Techniken=== &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Glätten, Glättung, Einglätten====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:HgmtK6 Glättung der Rand mit einem feuchtem Tuch.jpg|right|mini|Glättung einer Keramik mit einem feuchtem Tuch. Martin Rogier, Archäologischer Töpferkurs Juli 2026 ArchaeoCentrum Bayern-Böhmen (Foto:E.Bardet, AMANZ Bamberg)]]&lt;br /&gt;
In Bezug auf die Definition des Glättens bestehen noch große regionale Unterschiede vor allem in Abgrenzung zur Polierung. Grundsätzlich, sollte das Glätten eingesetzt werden, um eine Begradigung der drehfrischen Oberfläche ohne deutliche Veränderung der Lichtreflexion zu erreichen und kein (gemustertes) Dekor anzubringen. Somit gehört das Glätten eigentlich zu den Herstellungsspuren, kann aber natürlich auch für den optischen Eindruck verwendet werden.&lt;br /&gt;
Dekorative Effekte können durch eine [[Einglättverzierung]] auf einer generell etwas raueren Oberfläche erreicht werden. Beispiele sind die [[Einglättverzierte Keramik (VwZ)|eingättverzierten Waren der Völkerwanderungszeit]] sowie die merowingerzeitlichen [[Einglättverzierte Knickwandgefäße (oberer Donau- und westlicher Bodenseeraum, MwZ)|eingättverzierten Knickwandgefäße aus dem Raum der oberen Donau und dem westlichen Bodensee]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Polieren/Politur====&lt;br /&gt;
Durch das Polieren, ergibt sich eine klar erkennbare Veränderung der behandelten Oberfläche, welche durch einen bemerkbaren Glanzeffekt hervortritt. Durch die Politur können sowohl Flächen als auch beliebige Muster erzeugt werden. Bestehende (mechanische) Politur kann durch zusätzliche Behandlung der Oberfläche - vor/nach dem Brand - mit Fett/Öl oder Graphit verstärkt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Rauhen, Rauhung====&lt;br /&gt;
Durch verschiedene Techniken werden unglasierte Oberflächen aufgeraut. Hierdurch erhöht sich die Haftung und Standfestigkeit bei der Handhabung und bei technischen Vorgängen. Das Rauhen, kann ebenso Auswirkungen auf die Beschaffenheit der im Gefäß gelagerten Güter haben. &lt;br /&gt;
Hierzu gehören etwa die [[Kammstrich]]- oder die [[Besenstrich]]verzierung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Rillen====&lt;br /&gt;
[[Rille]]n werden oft als tiefe und schmale, oft scharfkantige Eintiefungen angesprochen, die mit kleinen Werkzeugen wie Formholz, Messer, etc. angebracht. Sie treten allein, zu zweit oder zu dritt auf, dienen zur Betonung von Gefäßzonen und -kanten und sind somit ein bewusst angebrachtes Dekorelement. Durch kammähnliche Werkzeuge können Wellen- und Rillenbänder hergestellt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Riefen====&lt;br /&gt;
[[Riefe]]n sind breiter und flacher als Rillen, oft flach und unscharf konturiert. Sie sind horizontal angebracht oft Ausdruck der Verwendung einer schnelllaufenden Töpferscheibe, können aber auch als Wellenlinie angebracht werden. Riefen treten häufig mehrfach in breiten Zonen, weniger alleinstehend auf. Die Abgrenzung zwischen [[Herstellungsspuren|Herstellungsspur]] und dekorativem, intentionellem Anbringen ist vielfach unklar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Lummel/Lommel====&lt;br /&gt;
[[Lummeln]] bzw. Lommel sind diagonal oder vertikal angeordnete, parallele, riefenartige längere Abdrehspuren auf Gefäßoberflächen von Drehscheibenware.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Ritzungen====&lt;br /&gt;
Durch zugespitzte Hölzer oder Messer wird die Tonmasse seitlich verdrängt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ritzungen können z.T. auch nach dem Brand angebracht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Einstich- und Stempeldekore====&lt;br /&gt;
Einfache Herstellungstechnik. Muster werden durch Anstechen des Gefäßes angebracht, ohne das die Wandung durchstochen wird. Ein Sonderfall ist die Technik der Punktreihen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Knibistechnik====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Typisch für [[Steinzeug]. Tonmasse wird eingedrückt bzw. verdrängt. Bei der Technik wird mit einem glatt geschnittenen oder abgerundeten Holz mit einer schaukelnden Bewegung ein durchlaufendes Band in die ungebrannte Oberfläche eingebracht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Eingekämmte Wellenbandverzierung====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf zahlreichen [[Teller]]n der Fundzusammenhänge des ausgehenden 16. und des 17. Jahrhunderts findet sich zu einem gelb-grünen Farbwechsel zwischen Fahne und Wandung eine eingekämmte Wellenbandzier, vornehmlich auf der Fahne und teilweise auf dem Spiegel (Gross 2003).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Graffito====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei dieser Technik wurden Spiegel und Fahne eines Tellers im lederharten Zustand des Gefäßes mit einer eingeritzten Motivik versehen, woraufhin der Teller glasiert wurde. Dabei füllten sich die Einritzungen mit der Glasur und das Motiv setzte sich nach dem Brand durch eine dunklere Färbung vom Rest der glatten Fläche ab und die Zeichnung kommt so besonders zur Geltung. Bei einem Fund in Basel hebt sich die Zeichnung durch die in den Vertiefungen gesammelte Glasur braun vom eigentlich gelb glasierten Untergrund ab. Die Wandungen können mit Blumenornamentik, Bändern, gekämmten Wellenbändern, etc. versehen sein. Die Spiegelmotivik umfasst figürliche Darstellungen und geometrische Motive, während die Fahnen wiederum Wellenbänder, Spruchbänder, die als Teil der Tellerdekoration im 16. und 17. Jahrhundert zu den verbreiteten Bildmotiven des Schweizer Raumes gehören, etc. tragen. Die Teller sind zumeist grün oder gelb glasiert (Keller 1999).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Stempeltechniken====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:ABB202.jpg|right|mini|Stempelabdrücke auf handgemachter Feinware aus Schretzheim sowie beinerne Töpferstempel, 6.-7. Jahrhundert.]]&lt;br /&gt;
siehe [[Stempelverzierung]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es werden der Einzelstempel und der Rollstempel unterschieden. Die Technik wird dominiert von geometrischen Mustern wie Punkte, Rauten, Vierecke, Kreise, jedoch können auch Ziffern oder vereinzelte Buchstaben oder kurze Wörter angebracht werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=all&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Gehackter Dekor (auch Ratterband, Ratterdekor, Springfeder, federndes Blatt)====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hierbei handelt es sich um rollstempelähnliche/kerbenähnliche Vertiefungen in das Gefäß geschlagen wobei gelegentlich auch Tonmasse entfernt wird. Der Gefäßkörper ist hierbei bereits etwas angetrocknet&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Schnitttechniken====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In nicht immer bleibenden Umfang wird bei dieser Technik Tonmasse entfernt. Als bestes Beispiel wäre die Kerbschnitt-Technik zu erwähnen. Durch das beschneiden von Flächen (Facettieren) entstehen als Charakteristika oft scharfe Kanten. Auch können feine Rillen beim Abdrehen durch mitgerissene Magerungspartikel entstehen. Eingeschnittene Verzierungen durchbrechen die Gefäßwandung nicht, durchschnittene Dekore immer.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Positive Techniken===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Motivvielfalt ist bei positiven bzw. erhabenen Techniken gering, da der Arbeitsaufwand größer ist. Besonders bei den dekorativen Applikationen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====aus der Masse frei gearbeitet====&lt;br /&gt;
Gefäßteile können durch das Formholz weiter profiliert werden. Zeigt sich an zahlreichen Randprofilen von mittelalterlicher Keramik aber auch bei neuzeitlichen Steinzeug welches das oft verwendete Rillenband aus Rillen und Wülsten zeigt.&lt;br /&gt;
*Buckel&lt;br /&gt;
*Dellen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====aufgelegte Dekore==== &lt;br /&gt;
*aufgelegte Leisten/ Wulste&lt;br /&gt;
Formen wie Leisten, Wulste und andere beliebige Strukturen können frei auf den Gefäßkörper angebracht werden. Bei dieser positiver Gestaltung lassen sich regionale Zuordnungen durchführen. Zu den aufgelegten Dekoren gehört auch die Technik des Sandens welche eine Form des Rauhdekors ist. &lt;br /&gt;
*[[Applikation]]en &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Modelherstellung====&lt;br /&gt;
Gefäße können auch in Formmodel gearbeitet werden (s. z.B. [[Terra Sigillata]]). Hier gibt es verschiedene technische Möglichkeiten:&lt;br /&gt;
gedreht, gedrückt, gepresst, gelegt, geflochten, gegossen...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Arbeitsmethoden vermutlich vor allem in der Spätzeit angewandt. Untersuchungen zu den Methoden in früheren Zeiten sind noch wenig vorhanden . Technologische Handbücher des 19. Jh. geben Kenntnisse über die Möglichkeiten der &amp;quot;in die Form&amp;quot; gearbeiteten positiven Technik.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:ABB5R.jpg|center|mini|Töpferwerkzeug nach Diderot.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verzierungssysteme==&lt;br /&gt;
===Strichdekor=== &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Dekorform tritt vor allem auf schlanken, innen glasierten Henkeltöpfen, aber auch auf Grapen, auf und zeichnet sich durch farbige schräge oder senkrechte Striche aus. Das Dekor findet sich beispielsweise auf Henkeltöpfen aus Alpirsbach, wobei der Hauptteil dieser Gefäße auf der Innenseite unter einer farblosen Glasur mit gelben Schrägstrichen verziert ist. Weiterhin können diese außenseitig weiße Streifen im Schulterbereich tragen, welche bei rot- und orangegebrannten Gefäßen das Gegenstück zu einer roten oder rotbraunen Malerei auf gelben oder weißen Töpfen bilden. Meist werden diese als Erzeugnisse des 18./19. Jahrhunderts angesprochen, wobei ältere Funde aus einem renaissancezeitlichen Töpfereiabfall in Straubing (Ostbayern) vorliegen, hier allerdings mit bis zum Boden hinab reichenden Strichen, sowie aus einer Stadtgrabenverfüllung aus Staufen bei Freiburg, datierend Ende des 17. Jahrhunderts, vorliegen (Gross 2001). Die angesprochene rot(braun)e Streifenbemalung im Halsbereich glasierter Töpfe tritt bereits ab der Mitte des 16. Jahrhunderts auf der nun glatten Oberfläche der Gefäße auf. Diese Dekorform ersetzt sukzessive die sogenannten Halsgrate, welche zuvor mit Riefung gekoppelt war. Funde dieser Art stammen beispielsweise aus Leimen und Wiesloch, beide Fundkomplexe im Rhein-Neckar-Kreis. Diese Art des Dekors findet sich zudem auf Flaschen und Dreifußtöpfen und überdauert bis ins 19. Jahrhundert (Gross 2003).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Bänderdekor===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Dekor besteht bei dieser Form zumeist aus mehreren Wellenbändern und/oder waagrechten Bändern. In Alpirsbach findet sich diese Art der Verzierung auf [[Schüssel]]n, wobei diese auf einem roten, orangen bzw. bräunlichem Grund gelbe Wellen und Bänder sowie grüne waagrechte Bänder tragen. Schüsseln mit einem derartigen oder einem einfacheren, schlicht weißen Bänderdekor oder auch braunen aneinander gereihten Kreisen datieren in das 18. (eventuell auch 19. Jahrhundert) (Gross 2001). In Schwäbisch Gmünd-Brandstatt tritt diese Form der Verzierung im Hals-/Schulterbereich von [[Topf|Henkeltöpfen]]. Auf diesen finden sich, wie auch auf [[Grapen]] und [[Schale]]n ein, zwei und selten drei waagrechte rote, rotbraune oder braune Bänder, weiterhin auch alleinige oder in Kombination mit horizontalen Linien stehende flache Wellenlinien. An selber Stelle finden sich außerdem mit einer einzelnen Wellenlinie verzierte Deckel (Gross 1999).&lt;br /&gt;
==Literaturhinweise==&lt;br /&gt;
*Bauer u.a. 2005: I. Bauer, u.a., Leitfaden zur Keramikbeschreibung. Mittelalter - Neuzeit. Terminologie - Typologie - Technologie (München 2005). ISBN: 3-927806-32-3&lt;br /&gt;
*Frotscher u.a. 2003: B. Frotscher, u.a., dtv-Atlas Keramik und Porzellan (München 2003). ISBN: 3423032588&lt;br /&gt;
*Gross 2015: U. Gross, Beiträge zur spätantiken und frühmittelalterlichen Keramik in Südwestdeutschland. Keramikproduktion des 5. Jhs. im Neckarmündungsraum? Beobachtungen an Funden aus der Wüstung Botzheim bei Ladenburg, Rhein - Neckar - Kreis (Heidelberg 2015).&lt;br /&gt;
*Gross 1992: U. Gross, Zur einglättverzierten Keramik des 5. und frühen 6. Jahrhunderts in Süddeutschland. Bayerische Vorgeschichtsblätter 57, 1992, 311-320.&lt;br /&gt;
*Gross 1999: U. Gross, Schwäbisch Gmünd-Brandstatt: Keramikfunde aus einer Kellerverfüllung der Zeit um 1800. Eine vorläufige Übersicht. Teil 1. Irdenware. Fundber. Bad.-Württ. 23, 1999, 667–720.&lt;br /&gt;
*Gross 2001: U. Gross, Gefäß-, Gerät- und Spielzeugfunde aus dem Dorment. In: Landesdenkmalamt Baden-Württemberg (Hrsg.), Alpirsbach. Zur Geschichte von Kloster und Stadt. Forschungen und Berichte der Bau- und Kunstdenkmalpflege in Baden-Württemberg 10 (Stuttgart 2001) 831-878.&lt;br /&gt;
*Gross 2003: U. Gross, Neuzeitliche Keramik im nördlichen Baden (16.-19. Jh.) (Heidelberg 2003).&lt;br /&gt;
*Keller 1999: Ch. Keller, Gefäßkeramik aus Basel. Untersuchungen zur spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Typologie – Technologie – Funktion – Handwerk (Basel 1999).&lt;br /&gt;
*Lehnhäuser 1978: W. Lehnhäuser, Glasuren und ihre Farben (Düsseldorf 1978).&lt;br /&gt;
*Lippert u.a. 1986: E. Lippert, u.a., Bunzlauer Geschirr - Gebrauchsware zwischen Handwerk und Industrie. Schriften des Museums für Deutsche Volkskunde 14 (Berlin 1986).&lt;br /&gt;
*Matthes 1985: W. Matthes, Keramische Glasuren (Köln 1985).&lt;br /&gt;
*Rada 1989: P. Rada, Die Technik der Keramik. Handbuch der Arbeitsvorgänge der Keramik (Hanau/M 1989). - ISBN 3-7684-1868-5&lt;br /&gt;
*Spindler 2004: K. Spindler, Bunzlauer Keramik im Germanischen Nationalmuseum: Guter Ton aus Bunzlau - Bunzlauer Geschirr im Germanischen Nationalmuseum (Nürnberg 2004).&lt;br /&gt;
*Vogel 1979: W. Vogel, Glaschemie (Leipzipg 1979).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Werkstoffkunde]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Formenkunde]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Handwerkstechnik]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>E. Bardet</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://amanz-balismink.rproxy.rz.uni-bamberg.de/balismink/index.php?title=Verzierungen&amp;diff=11551</id>
		<title>Verzierungen</title>
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		<updated>2026-08-13T11:03:27Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;E. Bardet: /* Glasuren */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Der Verzierung und Oberflächenbehandlung von Keramik sind kaum Grenzen gesetzt. Als Hauptmerkmale können herstellungsbedingte, absichtliche oder unabsichtliche Merkmale unterschieden werden. Verzierung und Oberflächenmerkmale dienen aber nicht nur der Ästhetik sondern können auch praktische Gründe aufweisen. Beispielsweise ermöglicht eine aufgeraute Oberfläche zum einen die Griffigkeit bzw. die Handhabbarkeit des Gefäßes, zum anderen wird die Oberfläche vergrößert, was den Kühleffekt des Gefäßes verbessert ([[Schlickrauhung]]). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Werden Verzierungen beschrieben, müssen folgende Unterscheidungen beachtet werden:&lt;br /&gt;
*Verzierungsart/-technik&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Verzierungselemente: kleinste Einheiten der Ornamentik, aus welchen sich die Verzierungstechniken erkennen lassen. Verzierungselemente treten entweder als plane Verzierungen wie Bemalung und Glättung oder als plastische Verzierung wie Einstichverzierung und Leistenauflagen auf. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Verzierungsmotive: aus den Elementen gebildete, selbstständige Teile der Verzierung (Winkelband, Stichreihe, etc.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Verzierungssystem: Anordnung der Motive auf dem Gefäß &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Herstellungsspuren == &lt;br /&gt;
[[Herstellungsspuren]] sind keine Verzierungen im eigentlichen Sinn. Sie sind häufig unbeabsichtigt, z.T. unvermeidbar, können aber auch aufgrund ihrer Ästhetik bewusstes Gestaltungselement sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[self-slip]] oder [[Eigen-Engobe]]&lt;br /&gt;
*[[Drehriefen]]&lt;br /&gt;
*[[Abdrehspuren]]&lt;br /&gt;
*Streich-/Verstreichspuren&lt;br /&gt;
*Fingerabdrücke&lt;br /&gt;
*[[Bodenmarken]]/-stempel/-zeichen und [[Achsabdruck|Achsabdrücke]]&lt;br /&gt;
*[[Craquelée]] der Glasur&lt;br /&gt;
*Farbschattierungen des Brands&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ebene/plane Oberflächenbehandlung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Pingsdorferw. 23.jpg|mini|right|Rotbemalte Pingsdorferkeramik]]&lt;br /&gt;
===Engobe und Bemalung===&lt;br /&gt;
Bei [[Bemalung]]en handelt es sich in der Regel um Kaltbemalung, bei der meist Malengoben mit unterschiedlichen Mischungen aus Farbpigmenten und Bindemitteln hergestellt werden. Sie können auf allen keramischen Materialien verwendet werden und waren weit verbreitet. Sie konnten als flächige, überziehende Struktur aber auch in dekorativer Ausführung aufgetragen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Feinkörnige Tonsuspension (Engobe, Angus, Schlucker) wird zur farblichen Verschönerung der Gefäßoberfläche aufgetragen und mitgebrannt. Vor allem bei fleckig brennenden Tonen eingesetzt. Durch das Auftragen einer hellen Engobe wird der Farbton einer nachfolgenden Deckglasur aufgehellt. Die Wichtigkeit der dekorativen Engobemalerei darf hierdurch nicht unterschätzt werden. Meist werden weiße, rostfarbene und braunfarbene Engoben angewandt. Seltener verwendet werden grüne oder blaue Engoben, die vor allem bei modernen Keramikarten wie Porzellan und Fayence Bedeutung gewinnen. In der Neuzeit erweitert sich das Farbspektrum durch synthetische Farben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Auftrag der Bemalung/ Engobe gab und gibt es unterschiedliche Techniken z.B. mit Fingern, Pinseln, Malhorn oder Schwämmchen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Borstenzugtechniken/-dekore==== &lt;br /&gt;
Bei geeigneten Trocknungsgrad werden verschiedenfarbige Engoben mit dem [[Malhorn]] mehr oder weniger dicht in Bändern, Spiralen, Ringen, etc. auf die Oberfläche des Gefäß aufgetragen. Anschließend werden diese Bänder, Spiralen, Ringe durch eine oder mehrere Borsten, bevorzugt horizontal, vertikal oder kreisförmig (Flämmchendekor) gemischt (gekämmt) ohne das hierbei der Farbcharakter der Ausgangskomponenten verloren geht.  Bei einer unregelmäßigen Anordnung und flächiger Verteilung spricht man von Marmorieren oder Schwenkglasuren (Verlaufsglasuren). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====[[Malhorn]]techniken/-dekore====&lt;br /&gt;
Farbig brennende Engoben werden mit dem Malhorn in dekorativer Art auf die Keramik aufgetragen. Eine Farbigkeit lässt sich durch Pigmente oder Lösungsfarben erzielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Glasuren=== &lt;br /&gt;
[[Datei:Ofenkeramik 1.jpg|mini|right|Grün-glasierte Kachel (Bleiglasur ; FO unbekannt)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Siegburger Steinzeug 7.jpg|mini|right|Siegburger Steinzeug (Salzglasur ; Siegburg)]]&lt;br /&gt;
[[Glasur]]en werden nach ihrer Art (Transparent-, Opak-, Alkali-, Blei-, oder Anflugglasur), den Auftragsstellen, ihrer Oberfläche (z.B. glänzend, matt), ihrer Stärke, Gleichmäßigkeit und ihrer Farbe beschrieben. Eine Unterscheidung zwischen Außen und Innen ist zu beachten. Glasurbemalungen lassen sich in Unterglasur-, Inglasur- und Aufglasurmalerei unterscheiden. &lt;br /&gt;
Neben einer Schutzfunktion für poröse Waren, werden durch Farbwahl bzw. -kombination auch dekorative Effekte erreicht. &lt;br /&gt;
*Bleiglasuren &lt;br /&gt;
*Zinnglasur&lt;br /&gt;
*[[Lehmglasur]] - meist monochrome, eisenoxidhaltige Glasurvariante&lt;br /&gt;
*Feldspatglasur&lt;br /&gt;
*Ascheanflugglasuren&lt;br /&gt;
*[[Salzglasur]] wird auch als [[Anflugglasur]] bezeichnet und tritt insbesondere bei [[Steinzeug]] auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der modernen Keramikproduktion spricht man auch von Fertiglasuren als nivellierendem Sammelbegriff für industriell vorgefertigte Glasuren besonders für Industrieerzeugnisse, vor allem nach 1945.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Plastische Oberflächenstrukturen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Negative Techniken=== &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Glätten, Glättung, Einglätten====&lt;br /&gt;
In Bezug auf die Definition des Glättens bestehen noch große regionale Unterschiede vor allem in Abgrenzung zur Polierung. Grundsätzlich, sollte das Glätten eingesetzt werden, um eine Begradigung der drehfrischen Oberfläche ohne deutliche Veränderung der Lichtreflexion zu erreichen und kein (gemustertes) Dekor anzubringen. Somit gehört das Glätten eigentlich zu den Herstellungsspuren, kann aber natürlich auch für den optischen Eindruck verwendet werden.&lt;br /&gt;
Dekorative Effekte können durch eine [[Einglättverzierung]] auf einer generell etwas raueren Oberfläche erreicht werden. Beispiele sind die [[Einglättverzierte Keramik (VwZ)|eingättverzierten Waren der Völkerwanderungszeit]] sowie die merowingerzeitlichen [[Einglättverzierte Knickwandgefäße (oberer Donau- und westlicher Bodenseeraum, MwZ)|eingättverzierten Knickwandgefäße aus dem Raum der oberen Donau und dem westlichen Bodensee]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Polieren/Politur====&lt;br /&gt;
Durch das Polieren, ergibt sich eine klar erkennbare Veränderung der behandelten Oberfläche, welche durch einen bemerkbaren Glanzeffekt hervortritt. Durch die Politur können sowohl Flächen als auch beliebige Muster erzeugt werden. Bestehende (mechanische) Politur kann durch zusätzliche Behandlung der Oberfläche - vor/nach dem Brand - mit Fett/Öl oder Graphit verstärkt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Rauhen, Rauhung====&lt;br /&gt;
Durch verschiedene Techniken werden unglasierte Oberflächen aufgeraut. Hierdurch erhöht sich die Haftung und Standfestigkeit bei der Handhabung und bei technischen Vorgängen. Das Rauhen, kann ebenso Auswirkungen auf die Beschaffenheit der im Gefäß gelagerten Güter haben. &lt;br /&gt;
Hierzu gehören etwa die [[Kammstrich]]- oder die [[Besenstrich]]verzierung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Rillen====&lt;br /&gt;
[[Rille]]n werden oft als tiefe und schmale, oft scharfkantige Eintiefungen angesprochen, die mit kleinen Werkzeugen wie Formholz, Messer, etc. angebracht. Sie treten allein, zu zweit oder zu dritt auf, dienen zur Betonung von Gefäßzonen und -kanten und sind somit ein bewusst angebrachtes Dekorelement. Durch kammähnliche Werkzeuge können Wellen- und Rillenbänder hergestellt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Riefen====&lt;br /&gt;
[[Riefe]]n sind breiter und flacher als Rillen, oft flach und unscharf konturiert. Sie sind horizontal angebracht oft Ausdruck der Verwendung einer schnelllaufenden Töpferscheibe, können aber auch als Wellenlinie angebracht werden. Riefen treten häufig mehrfach in breiten Zonen, weniger alleinstehend auf. Die Abgrenzung zwischen [[Herstellungsspuren|Herstellungsspur]] und dekorativem, intentionellem Anbringen ist vielfach unklar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Lummel/Lommel====&lt;br /&gt;
[[Lummeln]] bzw. Lommel sind diagonal oder vertikal angeordnete, parallele, riefenartige längere Abdrehspuren auf Gefäßoberflächen von Drehscheibenware.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Ritzungen====&lt;br /&gt;
Durch zugespitzte Hölzer oder Messer wird die Tonmasse seitlich verdrängt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ritzungen können z.T. auch nach dem Brand angebracht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Einstich- und Stempeldekore====&lt;br /&gt;
Einfache Herstellungstechnik. Muster werden durch Anstechen des Gefäßes angebracht, ohne das die Wandung durchstochen wird. Ein Sonderfall ist die Technik der Punktreihen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Knibistechnik====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Typisch für [[Steinzeug]. Tonmasse wird eingedrückt bzw. verdrängt. Bei der Technik wird mit einem glatt geschnittenen oder abgerundeten Holz mit einer schaukelnden Bewegung ein durchlaufendes Band in die ungebrannte Oberfläche eingebracht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Eingekämmte Wellenbandverzierung====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf zahlreichen [[Teller]]n der Fundzusammenhänge des ausgehenden 16. und des 17. Jahrhunderts findet sich zu einem gelb-grünen Farbwechsel zwischen Fahne und Wandung eine eingekämmte Wellenbandzier, vornehmlich auf der Fahne und teilweise auf dem Spiegel (Gross 2003).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Graffito====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei dieser Technik wurden Spiegel und Fahne eines Tellers im lederharten Zustand des Gefäßes mit einer eingeritzten Motivik versehen, woraufhin der Teller glasiert wurde. Dabei füllten sich die Einritzungen mit der Glasur und das Motiv setzte sich nach dem Brand durch eine dunklere Färbung vom Rest der glatten Fläche ab und die Zeichnung kommt so besonders zur Geltung. Bei einem Fund in Basel hebt sich die Zeichnung durch die in den Vertiefungen gesammelte Glasur braun vom eigentlich gelb glasierten Untergrund ab. Die Wandungen können mit Blumenornamentik, Bändern, gekämmten Wellenbändern, etc. versehen sein. Die Spiegelmotivik umfasst figürliche Darstellungen und geometrische Motive, während die Fahnen wiederum Wellenbänder, Spruchbänder, die als Teil der Tellerdekoration im 16. und 17. Jahrhundert zu den verbreiteten Bildmotiven des Schweizer Raumes gehören, etc. tragen. Die Teller sind zumeist grün oder gelb glasiert (Keller 1999).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Stempeltechniken====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:ABB202.jpg|right|mini|Stempelabdrücke auf handgemachter Feinware aus Schretzheim sowie beinerne Töpferstempel, 6.-7. Jahrhundert.]]&lt;br /&gt;
siehe [[Stempelverzierung]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es werden der Einzelstempel und der Rollstempel unterschieden. Die Technik wird dominiert von geometrischen Mustern wie Punkte, Rauten, Vierecke, Kreise, jedoch können auch Ziffern oder vereinzelte Buchstaben oder kurze Wörter angebracht werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=all&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Gehackter Dekor (auch Ratterband, Ratterdekor, Springfeder, federndes Blatt)====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hierbei handelt es sich um rollstempelähnliche/kerbenähnliche Vertiefungen in das Gefäß geschlagen wobei gelegentlich auch Tonmasse entfernt wird. Der Gefäßkörper ist hierbei bereits etwas angetrocknet&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Schnitttechniken====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In nicht immer bleibenden Umfang wird bei dieser Technik Tonmasse entfernt. Als bestes Beispiel wäre die Kerbschnitt-Technik zu erwähnen. Durch das beschneiden von Flächen (Facettieren) entstehen als Charakteristika oft scharfe Kanten. Auch können feine Rillen beim Abdrehen durch mitgerissene Magerungspartikel entstehen. Eingeschnittene Verzierungen durchbrechen die Gefäßwandung nicht, durchschnittene Dekore immer.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Positive Techniken===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Motivvielfalt ist bei positiven bzw. erhabenen Techniken gering, da der Arbeitsaufwand größer ist. Besonders bei den dekorativen Applikationen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====aus der Masse frei gearbeitet====&lt;br /&gt;
Gefäßteile können durch das Formholz weiter profiliert werden. Zeigt sich an zahlreichen Randprofilen von mittelalterlicher Keramik aber auch bei neuzeitlichen Steinzeug welches das oft verwendete Rillenband aus Rillen und Wülsten zeigt.&lt;br /&gt;
*Buckel&lt;br /&gt;
*Dellen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====aufgelegte Dekore==== &lt;br /&gt;
*aufgelegte Leisten/ Wulste&lt;br /&gt;
Formen wie Leisten, Wulste und andere beliebige Strukturen können frei auf den Gefäßkörper angebracht werden. Bei dieser positiver Gestaltung lassen sich regionale Zuordnungen durchführen. Zu den aufgelegten Dekoren gehört auch die Technik des Sandens welche eine Form des Rauhdekors ist. &lt;br /&gt;
*[[Applikation]]en &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Modelherstellung====&lt;br /&gt;
Gefäße können auch in Formmodel gearbeitet werden (s. z.B. [[Terra Sigillata]]). Hier gibt es verschiedene technische Möglichkeiten:&lt;br /&gt;
gedreht, gedrückt, gepresst, gelegt, geflochten, gegossen...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Arbeitsmethoden vermutlich vor allem in der Spätzeit angewandt. Untersuchungen zu den Methoden in früheren Zeiten sind noch wenig vorhanden . Technologische Handbücher des 19. Jh. geben Kenntnisse über die Möglichkeiten der &amp;quot;in die Form&amp;quot; gearbeiteten positiven Technik.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:ABB5R.jpg|center|mini|Töpferwerkzeug nach Diderot.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verzierungssysteme==&lt;br /&gt;
===Strichdekor=== &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Dekorform tritt vor allem auf schlanken, innen glasierten Henkeltöpfen, aber auch auf Grapen, auf und zeichnet sich durch farbige schräge oder senkrechte Striche aus. Das Dekor findet sich beispielsweise auf Henkeltöpfen aus Alpirsbach, wobei der Hauptteil dieser Gefäße auf der Innenseite unter einer farblosen Glasur mit gelben Schrägstrichen verziert ist. Weiterhin können diese außenseitig weiße Streifen im Schulterbereich tragen, welche bei rot- und orangegebrannten Gefäßen das Gegenstück zu einer roten oder rotbraunen Malerei auf gelben oder weißen Töpfen bilden. Meist werden diese als Erzeugnisse des 18./19. Jahrhunderts angesprochen, wobei ältere Funde aus einem renaissancezeitlichen Töpfereiabfall in Straubing (Ostbayern) vorliegen, hier allerdings mit bis zum Boden hinab reichenden Strichen, sowie aus einer Stadtgrabenverfüllung aus Staufen bei Freiburg, datierend Ende des 17. Jahrhunderts, vorliegen (Gross 2001). Die angesprochene rot(braun)e Streifenbemalung im Halsbereich glasierter Töpfe tritt bereits ab der Mitte des 16. Jahrhunderts auf der nun glatten Oberfläche der Gefäße auf. Diese Dekorform ersetzt sukzessive die sogenannten Halsgrate, welche zuvor mit Riefung gekoppelt war. Funde dieser Art stammen beispielsweise aus Leimen und Wiesloch, beide Fundkomplexe im Rhein-Neckar-Kreis. Diese Art des Dekors findet sich zudem auf Flaschen und Dreifußtöpfen und überdauert bis ins 19. Jahrhundert (Gross 2003).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Bänderdekor===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Dekor besteht bei dieser Form zumeist aus mehreren Wellenbändern und/oder waagrechten Bändern. In Alpirsbach findet sich diese Art der Verzierung auf [[Schüssel]]n, wobei diese auf einem roten, orangen bzw. bräunlichem Grund gelbe Wellen und Bänder sowie grüne waagrechte Bänder tragen. Schüsseln mit einem derartigen oder einem einfacheren, schlicht weißen Bänderdekor oder auch braunen aneinander gereihten Kreisen datieren in das 18. (eventuell auch 19. Jahrhundert) (Gross 2001). In Schwäbisch Gmünd-Brandstatt tritt diese Form der Verzierung im Hals-/Schulterbereich von [[Topf|Henkeltöpfen]]. Auf diesen finden sich, wie auch auf [[Grapen]] und [[Schale]]n ein, zwei und selten drei waagrechte rote, rotbraune oder braune Bänder, weiterhin auch alleinige oder in Kombination mit horizontalen Linien stehende flache Wellenlinien. An selber Stelle finden sich außerdem mit einer einzelnen Wellenlinie verzierte Deckel (Gross 1999).&lt;br /&gt;
==Literaturhinweise==&lt;br /&gt;
*Bauer u.a. 2005: I. Bauer, u.a., Leitfaden zur Keramikbeschreibung. Mittelalter - Neuzeit. Terminologie - Typologie - Technologie (München 2005). ISBN: 3-927806-32-3&lt;br /&gt;
*Frotscher u.a. 2003: B. Frotscher, u.a., dtv-Atlas Keramik und Porzellan (München 2003). ISBN: 3423032588&lt;br /&gt;
*Gross 2015: U. Gross, Beiträge zur spätantiken und frühmittelalterlichen Keramik in Südwestdeutschland. Keramikproduktion des 5. Jhs. im Neckarmündungsraum? Beobachtungen an Funden aus der Wüstung Botzheim bei Ladenburg, Rhein - Neckar - Kreis (Heidelberg 2015).&lt;br /&gt;
*Gross 1992: U. Gross, Zur einglättverzierten Keramik des 5. und frühen 6. Jahrhunderts in Süddeutschland. Bayerische Vorgeschichtsblätter 57, 1992, 311-320.&lt;br /&gt;
*Gross 1999: U. Gross, Schwäbisch Gmünd-Brandstatt: Keramikfunde aus einer Kellerverfüllung der Zeit um 1800. Eine vorläufige Übersicht. Teil 1. Irdenware. Fundber. Bad.-Württ. 23, 1999, 667–720.&lt;br /&gt;
*Gross 2001: U. Gross, Gefäß-, Gerät- und Spielzeugfunde aus dem Dorment. In: Landesdenkmalamt Baden-Württemberg (Hrsg.), Alpirsbach. Zur Geschichte von Kloster und Stadt. Forschungen und Berichte der Bau- und Kunstdenkmalpflege in Baden-Württemberg 10 (Stuttgart 2001) 831-878.&lt;br /&gt;
*Gross 2003: U. Gross, Neuzeitliche Keramik im nördlichen Baden (16.-19. Jh.) (Heidelberg 2003).&lt;br /&gt;
*Keller 1999: Ch. Keller, Gefäßkeramik aus Basel. Untersuchungen zur spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Typologie – Technologie – Funktion – Handwerk (Basel 1999).&lt;br /&gt;
*Lehnhäuser 1978: W. Lehnhäuser, Glasuren und ihre Farben (Düsseldorf 1978).&lt;br /&gt;
*Lippert u.a. 1986: E. Lippert, u.a., Bunzlauer Geschirr - Gebrauchsware zwischen Handwerk und Industrie. Schriften des Museums für Deutsche Volkskunde 14 (Berlin 1986).&lt;br /&gt;
*Matthes 1985: W. Matthes, Keramische Glasuren (Köln 1985).&lt;br /&gt;
*Rada 1989: P. Rada, Die Technik der Keramik. Handbuch der Arbeitsvorgänge der Keramik (Hanau/M 1989). - ISBN 3-7684-1868-5&lt;br /&gt;
*Spindler 2004: K. Spindler, Bunzlauer Keramik im Germanischen Nationalmuseum: Guter Ton aus Bunzlau - Bunzlauer Geschirr im Germanischen Nationalmuseum (Nürnberg 2004).&lt;br /&gt;
*Vogel 1979: W. Vogel, Glaschemie (Leipzipg 1979).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Werkstoffkunde]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Formenkunde]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Handwerkstechnik]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>E. Bardet</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://amanz-balismink.rproxy.rz.uni-bamberg.de/balismink/index.php?title=Verzierungen&amp;diff=11550</id>
		<title>Verzierungen</title>
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		<updated>2026-08-13T10:56:32Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;E. Bardet: /* Ebene/plane Oberflächenbehandlung */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Der Verzierung und Oberflächenbehandlung von Keramik sind kaum Grenzen gesetzt. Als Hauptmerkmale können herstellungsbedingte, absichtliche oder unabsichtliche Merkmale unterschieden werden. Verzierung und Oberflächenmerkmale dienen aber nicht nur der Ästhetik sondern können auch praktische Gründe aufweisen. Beispielsweise ermöglicht eine aufgeraute Oberfläche zum einen die Griffigkeit bzw. die Handhabbarkeit des Gefäßes, zum anderen wird die Oberfläche vergrößert, was den Kühleffekt des Gefäßes verbessert ([[Schlickrauhung]]). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Werden Verzierungen beschrieben, müssen folgende Unterscheidungen beachtet werden:&lt;br /&gt;
*Verzierungsart/-technik&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Verzierungselemente: kleinste Einheiten der Ornamentik, aus welchen sich die Verzierungstechniken erkennen lassen. Verzierungselemente treten entweder als plane Verzierungen wie Bemalung und Glättung oder als plastische Verzierung wie Einstichverzierung und Leistenauflagen auf. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Verzierungsmotive: aus den Elementen gebildete, selbstständige Teile der Verzierung (Winkelband, Stichreihe, etc.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Verzierungssystem: Anordnung der Motive auf dem Gefäß &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Herstellungsspuren == &lt;br /&gt;
[[Herstellungsspuren]] sind keine Verzierungen im eigentlichen Sinn. Sie sind häufig unbeabsichtigt, z.T. unvermeidbar, können aber auch aufgrund ihrer Ästhetik bewusstes Gestaltungselement sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[self-slip]] oder [[Eigen-Engobe]]&lt;br /&gt;
*[[Drehriefen]]&lt;br /&gt;
*[[Abdrehspuren]]&lt;br /&gt;
*Streich-/Verstreichspuren&lt;br /&gt;
*Fingerabdrücke&lt;br /&gt;
*[[Bodenmarken]]/-stempel/-zeichen und [[Achsabdruck|Achsabdrücke]]&lt;br /&gt;
*[[Craquelée]] der Glasur&lt;br /&gt;
*Farbschattierungen des Brands&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ebene/plane Oberflächenbehandlung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Pingsdorferw. 23.jpg|mini|right|Rotbemalte Pingsdorferkeramik]]&lt;br /&gt;
===Engobe und Bemalung===&lt;br /&gt;
Bei [[Bemalung]]en handelt es sich in der Regel um Kaltbemalung, bei der meist Malengoben mit unterschiedlichen Mischungen aus Farbpigmenten und Bindemitteln hergestellt werden. Sie können auf allen keramischen Materialien verwendet werden und waren weit verbreitet. Sie konnten als flächige, überziehende Struktur aber auch in dekorativer Ausführung aufgetragen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Feinkörnige Tonsuspension (Engobe, Angus, Schlucker) wird zur farblichen Verschönerung der Gefäßoberfläche aufgetragen und mitgebrannt. Vor allem bei fleckig brennenden Tonen eingesetzt. Durch das Auftragen einer hellen Engobe wird der Farbton einer nachfolgenden Deckglasur aufgehellt. Die Wichtigkeit der dekorativen Engobemalerei darf hierdurch nicht unterschätzt werden. Meist werden weiße, rostfarbene und braunfarbene Engoben angewandt. Seltener verwendet werden grüne oder blaue Engoben, die vor allem bei modernen Keramikarten wie Porzellan und Fayence Bedeutung gewinnen. In der Neuzeit erweitert sich das Farbspektrum durch synthetische Farben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Auftrag der Bemalung/ Engobe gab und gibt es unterschiedliche Techniken z.B. mit Fingern, Pinseln, Malhorn oder Schwämmchen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Borstenzugtechniken/-dekore==== &lt;br /&gt;
Bei geeigneten Trocknungsgrad werden verschiedenfarbige Engoben mit dem [[Malhorn]] mehr oder weniger dicht in Bändern, Spiralen, Ringen, etc. auf die Oberfläche des Gefäß aufgetragen. Anschließend werden diese Bänder, Spiralen, Ringe durch eine oder mehrere Borsten, bevorzugt horizontal, vertikal oder kreisförmig (Flämmchendekor) gemischt (gekämmt) ohne das hierbei der Farbcharakter der Ausgangskomponenten verloren geht.  Bei einer unregelmäßigen Anordnung und flächiger Verteilung spricht man von Marmorieren oder Schwenkglasuren (Verlaufsglasuren). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====[[Malhorn]]techniken/-dekore====&lt;br /&gt;
Farbig brennende Engoben werden mit dem Malhorn in dekorativer Art auf die Keramik aufgetragen. Eine Farbigkeit lässt sich durch Pigmente oder Lösungsfarben erzielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Glasuren=== &lt;br /&gt;
[[Glasur]]en werden nach ihrer Art (Transparent-, Opak-, Alkali-, Blei-, oder Anflugglasur), den Auftragsstellen, ihrer Oberfläche (z.B. glänzend, matt), ihrer Stärke, Gleichmäßigkeit und ihrer Farbe beschrieben. Eine Unterscheidung zwischen Außen und Innen ist zu beachten. Glasurbemalungen lassen sich in Unterglasur-, Inglasur- und Aufglasurmalerei unterscheiden. &lt;br /&gt;
Neben einer Schutzfunktion für poröse Waren, werden durch Farbwahl bzw. -kombination auch dekorative Effekte erreicht. &lt;br /&gt;
*Bleiglasuren &lt;br /&gt;
*Zinnglasur&lt;br /&gt;
*[[Lehmglasur]] - meist monochrome, eisenoxidhaltige Glasurvariante&lt;br /&gt;
*Feldspatglasur&lt;br /&gt;
*Ascheanflugglasuren&lt;br /&gt;
*[[Salzglasur]] wird auch als [[Anflugglasur]] bezeichnet und tritt insbesondere bei [[Steinzeug]] auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der modernen Keramikproduktion spricht man auch von Fertiglasuren als nivellierendem Sammelbegriff für industriell vorgefertigte Glasuren besonders für Industrieerzeugnisse, vor allem nach 1945.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Plastische Oberflächenstrukturen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Negative Techniken=== &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Glätten, Glättung, Einglätten====&lt;br /&gt;
In Bezug auf die Definition des Glättens bestehen noch große regionale Unterschiede vor allem in Abgrenzung zur Polierung. Grundsätzlich, sollte das Glätten eingesetzt werden, um eine Begradigung der drehfrischen Oberfläche ohne deutliche Veränderung der Lichtreflexion zu erreichen und kein (gemustertes) Dekor anzubringen. Somit gehört das Glätten eigentlich zu den Herstellungsspuren, kann aber natürlich auch für den optischen Eindruck verwendet werden.&lt;br /&gt;
Dekorative Effekte können durch eine [[Einglättverzierung]] auf einer generell etwas raueren Oberfläche erreicht werden. Beispiele sind die [[Einglättverzierte Keramik (VwZ)|eingättverzierten Waren der Völkerwanderungszeit]] sowie die merowingerzeitlichen [[Einglättverzierte Knickwandgefäße (oberer Donau- und westlicher Bodenseeraum, MwZ)|eingättverzierten Knickwandgefäße aus dem Raum der oberen Donau und dem westlichen Bodensee]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Polieren/Politur====&lt;br /&gt;
Durch das Polieren, ergibt sich eine klar erkennbare Veränderung der behandelten Oberfläche, welche durch einen bemerkbaren Glanzeffekt hervortritt. Durch die Politur können sowohl Flächen als auch beliebige Muster erzeugt werden. Bestehende (mechanische) Politur kann durch zusätzliche Behandlung der Oberfläche - vor/nach dem Brand - mit Fett/Öl oder Graphit verstärkt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Rauhen, Rauhung====&lt;br /&gt;
Durch verschiedene Techniken werden unglasierte Oberflächen aufgeraut. Hierdurch erhöht sich die Haftung und Standfestigkeit bei der Handhabung und bei technischen Vorgängen. Das Rauhen, kann ebenso Auswirkungen auf die Beschaffenheit der im Gefäß gelagerten Güter haben. &lt;br /&gt;
Hierzu gehören etwa die [[Kammstrich]]- oder die [[Besenstrich]]verzierung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Rillen====&lt;br /&gt;
[[Rille]]n werden oft als tiefe und schmale, oft scharfkantige Eintiefungen angesprochen, die mit kleinen Werkzeugen wie Formholz, Messer, etc. angebracht. Sie treten allein, zu zweit oder zu dritt auf, dienen zur Betonung von Gefäßzonen und -kanten und sind somit ein bewusst angebrachtes Dekorelement. Durch kammähnliche Werkzeuge können Wellen- und Rillenbänder hergestellt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Riefen====&lt;br /&gt;
[[Riefe]]n sind breiter und flacher als Rillen, oft flach und unscharf konturiert. Sie sind horizontal angebracht oft Ausdruck der Verwendung einer schnelllaufenden Töpferscheibe, können aber auch als Wellenlinie angebracht werden. Riefen treten häufig mehrfach in breiten Zonen, weniger alleinstehend auf. Die Abgrenzung zwischen [[Herstellungsspuren|Herstellungsspur]] und dekorativem, intentionellem Anbringen ist vielfach unklar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Lummel/Lommel====&lt;br /&gt;
[[Lummeln]] bzw. Lommel sind diagonal oder vertikal angeordnete, parallele, riefenartige längere Abdrehspuren auf Gefäßoberflächen von Drehscheibenware.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Ritzungen====&lt;br /&gt;
Durch zugespitzte Hölzer oder Messer wird die Tonmasse seitlich verdrängt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ritzungen können z.T. auch nach dem Brand angebracht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Einstich- und Stempeldekore====&lt;br /&gt;
Einfache Herstellungstechnik. Muster werden durch Anstechen des Gefäßes angebracht, ohne das die Wandung durchstochen wird. Ein Sonderfall ist die Technik der Punktreihen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Knibistechnik====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Typisch für [[Steinzeug]. Tonmasse wird eingedrückt bzw. verdrängt. Bei der Technik wird mit einem glatt geschnittenen oder abgerundeten Holz mit einer schaukelnden Bewegung ein durchlaufendes Band in die ungebrannte Oberfläche eingebracht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Eingekämmte Wellenbandverzierung====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf zahlreichen [[Teller]]n der Fundzusammenhänge des ausgehenden 16. und des 17. Jahrhunderts findet sich zu einem gelb-grünen Farbwechsel zwischen Fahne und Wandung eine eingekämmte Wellenbandzier, vornehmlich auf der Fahne und teilweise auf dem Spiegel (Gross 2003).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Graffito====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei dieser Technik wurden Spiegel und Fahne eines Tellers im lederharten Zustand des Gefäßes mit einer eingeritzten Motivik versehen, woraufhin der Teller glasiert wurde. Dabei füllten sich die Einritzungen mit der Glasur und das Motiv setzte sich nach dem Brand durch eine dunklere Färbung vom Rest der glatten Fläche ab und die Zeichnung kommt so besonders zur Geltung. Bei einem Fund in Basel hebt sich die Zeichnung durch die in den Vertiefungen gesammelte Glasur braun vom eigentlich gelb glasierten Untergrund ab. Die Wandungen können mit Blumenornamentik, Bändern, gekämmten Wellenbändern, etc. versehen sein. Die Spiegelmotivik umfasst figürliche Darstellungen und geometrische Motive, während die Fahnen wiederum Wellenbänder, Spruchbänder, die als Teil der Tellerdekoration im 16. und 17. Jahrhundert zu den verbreiteten Bildmotiven des Schweizer Raumes gehören, etc. tragen. Die Teller sind zumeist grün oder gelb glasiert (Keller 1999).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Stempeltechniken====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:ABB202.jpg|right|mini|Stempelabdrücke auf handgemachter Feinware aus Schretzheim sowie beinerne Töpferstempel, 6.-7. Jahrhundert.]]&lt;br /&gt;
siehe [[Stempelverzierung]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es werden der Einzelstempel und der Rollstempel unterschieden. Die Technik wird dominiert von geometrischen Mustern wie Punkte, Rauten, Vierecke, Kreise, jedoch können auch Ziffern oder vereinzelte Buchstaben oder kurze Wörter angebracht werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=all&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Gehackter Dekor (auch Ratterband, Ratterdekor, Springfeder, federndes Blatt)====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hierbei handelt es sich um rollstempelähnliche/kerbenähnliche Vertiefungen in das Gefäß geschlagen wobei gelegentlich auch Tonmasse entfernt wird. Der Gefäßkörper ist hierbei bereits etwas angetrocknet&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Schnitttechniken====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In nicht immer bleibenden Umfang wird bei dieser Technik Tonmasse entfernt. Als bestes Beispiel wäre die Kerbschnitt-Technik zu erwähnen. Durch das beschneiden von Flächen (Facettieren) entstehen als Charakteristika oft scharfe Kanten. Auch können feine Rillen beim Abdrehen durch mitgerissene Magerungspartikel entstehen. Eingeschnittene Verzierungen durchbrechen die Gefäßwandung nicht, durchschnittene Dekore immer.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Positive Techniken===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Motivvielfalt ist bei positiven bzw. erhabenen Techniken gering, da der Arbeitsaufwand größer ist. Besonders bei den dekorativen Applikationen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====aus der Masse frei gearbeitet====&lt;br /&gt;
Gefäßteile können durch das Formholz weiter profiliert werden. Zeigt sich an zahlreichen Randprofilen von mittelalterlicher Keramik aber auch bei neuzeitlichen Steinzeug welches das oft verwendete Rillenband aus Rillen und Wülsten zeigt.&lt;br /&gt;
*Buckel&lt;br /&gt;
*Dellen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====aufgelegte Dekore==== &lt;br /&gt;
*aufgelegte Leisten/ Wulste&lt;br /&gt;
Formen wie Leisten, Wulste und andere beliebige Strukturen können frei auf den Gefäßkörper angebracht werden. Bei dieser positiver Gestaltung lassen sich regionale Zuordnungen durchführen. Zu den aufgelegten Dekoren gehört auch die Technik des Sandens welche eine Form des Rauhdekors ist. &lt;br /&gt;
*[[Applikation]]en &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====Modelherstellung====&lt;br /&gt;
Gefäße können auch in Formmodel gearbeitet werden (s. z.B. [[Terra Sigillata]]). Hier gibt es verschiedene technische Möglichkeiten:&lt;br /&gt;
gedreht, gedrückt, gepresst, gelegt, geflochten, gegossen...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Arbeitsmethoden vermutlich vor allem in der Spätzeit angewandt. Untersuchungen zu den Methoden in früheren Zeiten sind noch wenig vorhanden . Technologische Handbücher des 19. Jh. geben Kenntnisse über die Möglichkeiten der &amp;quot;in die Form&amp;quot; gearbeiteten positiven Technik.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:ABB5R.jpg|center|mini|Töpferwerkzeug nach Diderot.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verzierungssysteme==&lt;br /&gt;
===Strichdekor=== &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Dekorform tritt vor allem auf schlanken, innen glasierten Henkeltöpfen, aber auch auf Grapen, auf und zeichnet sich durch farbige schräge oder senkrechte Striche aus. Das Dekor findet sich beispielsweise auf Henkeltöpfen aus Alpirsbach, wobei der Hauptteil dieser Gefäße auf der Innenseite unter einer farblosen Glasur mit gelben Schrägstrichen verziert ist. Weiterhin können diese außenseitig weiße Streifen im Schulterbereich tragen, welche bei rot- und orangegebrannten Gefäßen das Gegenstück zu einer roten oder rotbraunen Malerei auf gelben oder weißen Töpfen bilden. Meist werden diese als Erzeugnisse des 18./19. Jahrhunderts angesprochen, wobei ältere Funde aus einem renaissancezeitlichen Töpfereiabfall in Straubing (Ostbayern) vorliegen, hier allerdings mit bis zum Boden hinab reichenden Strichen, sowie aus einer Stadtgrabenverfüllung aus Staufen bei Freiburg, datierend Ende des 17. Jahrhunderts, vorliegen (Gross 2001). Die angesprochene rot(braun)e Streifenbemalung im Halsbereich glasierter Töpfe tritt bereits ab der Mitte des 16. Jahrhunderts auf der nun glatten Oberfläche der Gefäße auf. Diese Dekorform ersetzt sukzessive die sogenannten Halsgrate, welche zuvor mit Riefung gekoppelt war. Funde dieser Art stammen beispielsweise aus Leimen und Wiesloch, beide Fundkomplexe im Rhein-Neckar-Kreis. Diese Art des Dekors findet sich zudem auf Flaschen und Dreifußtöpfen und überdauert bis ins 19. Jahrhundert (Gross 2003).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Bänderdekor===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Dekor besteht bei dieser Form zumeist aus mehreren Wellenbändern und/oder waagrechten Bändern. In Alpirsbach findet sich diese Art der Verzierung auf [[Schüssel]]n, wobei diese auf einem roten, orangen bzw. bräunlichem Grund gelbe Wellen und Bänder sowie grüne waagrechte Bänder tragen. Schüsseln mit einem derartigen oder einem einfacheren, schlicht weißen Bänderdekor oder auch braunen aneinander gereihten Kreisen datieren in das 18. (eventuell auch 19. Jahrhundert) (Gross 2001). In Schwäbisch Gmünd-Brandstatt tritt diese Form der Verzierung im Hals-/Schulterbereich von [[Topf|Henkeltöpfen]]. Auf diesen finden sich, wie auch auf [[Grapen]] und [[Schale]]n ein, zwei und selten drei waagrechte rote, rotbraune oder braune Bänder, weiterhin auch alleinige oder in Kombination mit horizontalen Linien stehende flache Wellenlinien. An selber Stelle finden sich außerdem mit einer einzelnen Wellenlinie verzierte Deckel (Gross 1999).&lt;br /&gt;
==Literaturhinweise==&lt;br /&gt;
*Bauer u.a. 2005: I. Bauer, u.a., Leitfaden zur Keramikbeschreibung. Mittelalter - Neuzeit. Terminologie - Typologie - Technologie (München 2005). ISBN: 3-927806-32-3&lt;br /&gt;
*Frotscher u.a. 2003: B. Frotscher, u.a., dtv-Atlas Keramik und Porzellan (München 2003). ISBN: 3423032588&lt;br /&gt;
*Gross 2015: U. Gross, Beiträge zur spätantiken und frühmittelalterlichen Keramik in Südwestdeutschland. Keramikproduktion des 5. Jhs. im Neckarmündungsraum? Beobachtungen an Funden aus der Wüstung Botzheim bei Ladenburg, Rhein - Neckar - Kreis (Heidelberg 2015).&lt;br /&gt;
*Gross 1992: U. Gross, Zur einglättverzierten Keramik des 5. und frühen 6. Jahrhunderts in Süddeutschland. Bayerische Vorgeschichtsblätter 57, 1992, 311-320.&lt;br /&gt;
*Gross 1999: U. Gross, Schwäbisch Gmünd-Brandstatt: Keramikfunde aus einer Kellerverfüllung der Zeit um 1800. Eine vorläufige Übersicht. Teil 1. Irdenware. Fundber. Bad.-Württ. 23, 1999, 667–720.&lt;br /&gt;
*Gross 2001: U. Gross, Gefäß-, Gerät- und Spielzeugfunde aus dem Dorment. In: Landesdenkmalamt Baden-Württemberg (Hrsg.), Alpirsbach. Zur Geschichte von Kloster und Stadt. Forschungen und Berichte der Bau- und Kunstdenkmalpflege in Baden-Württemberg 10 (Stuttgart 2001) 831-878.&lt;br /&gt;
*Gross 2003: U. Gross, Neuzeitliche Keramik im nördlichen Baden (16.-19. Jh.) (Heidelberg 2003).&lt;br /&gt;
*Keller 1999: Ch. Keller, Gefäßkeramik aus Basel. Untersuchungen zur spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Typologie – Technologie – Funktion – Handwerk (Basel 1999).&lt;br /&gt;
*Lehnhäuser 1978: W. Lehnhäuser, Glasuren und ihre Farben (Düsseldorf 1978).&lt;br /&gt;
*Lippert u.a. 1986: E. Lippert, u.a., Bunzlauer Geschirr - Gebrauchsware zwischen Handwerk und Industrie. Schriften des Museums für Deutsche Volkskunde 14 (Berlin 1986).&lt;br /&gt;
*Matthes 1985: W. Matthes, Keramische Glasuren (Köln 1985).&lt;br /&gt;
*Rada 1989: P. Rada, Die Technik der Keramik. Handbuch der Arbeitsvorgänge der Keramik (Hanau/M 1989). - ISBN 3-7684-1868-5&lt;br /&gt;
*Spindler 2004: K. Spindler, Bunzlauer Keramik im Germanischen Nationalmuseum: Guter Ton aus Bunzlau - Bunzlauer Geschirr im Germanischen Nationalmuseum (Nürnberg 2004).&lt;br /&gt;
*Vogel 1979: W. Vogel, Glaschemie (Leipzipg 1979).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Werkstoffkunde]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Formenkunde]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Handwerkstechnik]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>E. Bardet</name></author>
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		<title>Bodenzeichen</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;E. Bardet: /* Zeichen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:ABB219-2.jpg|right|mini|Bodenzeichen auf [[Gröbere nachgedrehte Ware (Neckarland, HMa)|gröberer nachgedrehter Ware]] aus [[Lauffen am Neckar]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den sog. Bodenzeichen (auch: Bodenmarken) handelt es sich um meist einfache geometrische Zeichen auf der Unterseite von Standböden überwiegend [[Nachgedrehte Ware|nachgedrehter Keramik]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Beschreibung==&lt;br /&gt;
Prinzipiell ist bei Bodenzeichen zwischen positiven und negativen Zeichen zu differenzieren. Der Positivabdruck, also mit erhabenem Zeichen geht auf den Abdruck einer entsprechend gekerbten Drehscheibenunterlage zurück. Oft ist hier auch ein Quellrand zu erkennen.&lt;br /&gt;
Im Falle des Negativabdruck geht es um eingedrückte oder eingeschnittene Markierungen. Ein Sonderfall ist hier auch der [[Achsabdruck]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kombination von positivem Bodenzeichen und negativem Achsabdruck ist aktuell nicht bekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im süddeutschen Raum treten Bodenzeichen meist als Negativabdruck vor allem an nachgedrehter Keramik auf. Weniger oft sind sie an früher [[Jüngere graue Drehscheibenware (Südwestdeutschland, SMa)|jüngerer grauer Drehscheibenware]] zu finden. Im Vergleich zu anderen Regionen ist die Vielfalt der Formen geringer. Aus Skandinavien (Selling 1955) oder auch Mähren sind deutlich als Kreuzsymbole ausgeprägte Bodenzeichen bekannt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Zeichen===&lt;br /&gt;
[[Datei:Bodenzeichen SWDtl.jpg|500px|thumb|center|Bodenzeichen aus Südwestdeutschland 1-12 Unterregenbach Grabung Frankenbauer (Lobbedey 1972, Beil. 61. 69). – 13-23 [[Forchtenberg, Wüstung Wülfingen]] (Schulze 1981). – 24 [[Renningen, Neuwiesenäcker]] (Schreg 2006, 27, 9). – 25 Renningen, Schwanenstr. 1 (Schreg 2006, Taf. 58, 6). – 26 Ulm, Grüner Hof (Bräuning u. a. 2007, Abb. 24, 22). – 27. 38 [[Urspring, Breiter Weg]] (Maier 1994). – 28-32 Hirsau (Stadt Calw), St. Peter und Paul (Gross 1991c). – 32-37 Ulm, Stadtgraben (Bräuning / Schreg 1998). &lt;br /&gt;
nach Schreg 2012)]]&lt;br /&gt;
*Kreuze&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Ulm (Hübener 1969 Taf 45 1.jpg|Ulm, Kienlesberg (nach Hübener 1969, Taf. 45,1) &lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
*v.a. Radzeichen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallerY&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Külsheim.jpg|Külsheim, Kirchberg: Münzschatzgefäß um 1040 (nach Lobbedey 1968, verändert)&lt;br /&gt;
Datei:Renningen Schwanenstr 1 gröbere ng Ware Boden.jpg|Renningen, Schwanenstraße 1, Grabung 1999 Bef. 4.2/3, Bodenzeichen an gröberer nachgedrehter Ware (Foto: R. Schreg)&lt;br /&gt;
Datei:Silberglimmerw. 1.jpg|Waldstein, Ostburg: Bodenzichnen an Silberglimmerware (Foto: E. Bardet)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verbreitung==&lt;br /&gt;
in den meisten Regionen Europas, aber mit regionalen Schwerpunkten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Interessante Beobachtung: großräumige Ähnlichkeiten bei regionalen Präferenzen einzelner Formen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Chronologie==&lt;br /&gt;
Bodenzeichen treten bereits an spätantiken Gefäßen (Ladstätter 2003) und an Gefäßen aus merowingerzeitlichen Gräberfeldern (z.B. [[Ulm, Kienlesberg]] auf.&lt;br /&gt;
Früh-, vor allem aber Hochmittelalter&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Südwestdeutschland:&lt;br /&gt;
* besonders bei Waren des 11./12. Jahrhunderts&lt;br /&gt;
* Chronologie der früheren nachgedrehten Waren noch nicht abschließend geklärt (jedoch bereits ab der Merowingerzeit)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bedeutung==&lt;br /&gt;
Über die Bedeutung der Bodenzeichen gibt es eine lange Forschungsdiskussion, die unterschiedliche Deutungsansätze hervorgebracht hat.&lt;br /&gt;
Deutungsansätze:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
#symbolische Deutung: Sie setzt auf die Zeichenbedeutung, die kultisch, magisch oder vor unheilabwehrend gesehen wird. Diese Deutung findet sich insbesondere in der Forschung zu slawischer Keramik.&lt;br /&gt;
#herstellungspraktische Deutung: Die Einritzung soll ein Verrutschen des Gefäßes auf der [[Töpferscheibe]] verhindern. Das Bodenzeichen wäre so ein bloßes [[Herstellungsmerkmal]]. In diesem Fall müsste das Gefäß von der Töpferscheibe ohne Verwendung eines Schneidedrahts oder Fadens abgehoben worden sein. Angesprochen wurde auch die Möglichkeit, dass ein Bodenzeichen zum Zentrieren auf der Töpferscheibe diente. Tatsächlich sind Bodenzeichen häufig recht genau zentral angebracht und können in seltenen Fällen auch mit Achsabdrücken vergesellschaftet sein. Quellränder verweisen bisweilen auf eine sekundäre Umformung der Böden und mithin ein bewusstes Anbringen der Bodenzeichen.&lt;br /&gt;
#Herstellersignaturen:  (Schreg 2012, 10ff.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literaturhinweise ==&lt;br /&gt;
*Dietel 1978: K. Dietel, Plastische Marken auf Böden mittelalterlicher Gefäße aus dem nördlichen Fichtelgebirge. Geschichte am Obermain 11, 1977/78, 114–129.&lt;br /&gt;
*Ladstätter 2003: S. Ladstätter, Handelsbeziehungen der Provinz Noricum in der Spätantike am Beispiel des keramischen Fundmaterials. In: Ch. Bakirtzis (Hrsg.), Céramiques médiévales de la Méditerranée. Actes du VIIe Congrès International sur la Céramique Médievale en Méditerranée, Thessaloniki, 11.-16. Octobre 1999 (Athen 2003), 303-312.&lt;br /&gt;
*Lobbedey 1968: U. Lobbedey, Untersuchungen mittelalterlicher Keramik vornehmlich in Südwestdeutschland. Arb. Frühmittelalterforsch. 3 (Berlin 1968) bes. 61–62.&lt;br /&gt;
*Rogier 2015: M. Rogier, Mittelalterliche nachgedrehte Keramik. Überlegungen zur Definition, Bestimmung und Interpretation am Beispiel Baden-Württemberg. Lehr- u. Arbeitsmat. Arch. Mittelalter u. Neuzeit (Tübingen 2015) bes. 55f.&lt;br /&gt;
*Selling 1955: D. Selling, Wikingerzeitliche und frühmittelalterliche Keramik in Schweden (Stockholm 1955).&lt;br /&gt;
*Schreg 2012: R. Schreg, Keramik des 9. bis 12. Jahrhunderts am Rhein. Forschungsperspektiven für Produktion und Alltag. In: L. Grunwald/H. Pantermehl/R. Schreg (Hrsg.), Hochmittelalterliche Keramik am Rhein. Eine Quelle für Produktion und Alltag des 9. bis 12. Jahrhunderts. Tagung im Römisch-Germanischen Zentralmuseum, 6. bis 7. Mai 2011. RGZM-Tagungen 13 (Mainz 2012) 1–19, bes. 13. ISBN 978-3795426668.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bodenzeichen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Formenkunde]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>E. Bardet</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://amanz-balismink.rproxy.rz.uni-bamberg.de/balismink/index.php?title=Nachgedrehte,_grob_gemagerte_Keramik_(Nordostbayern,_FMa/_HMa)&amp;diff=11547</id>
		<title>Nachgedrehte, grob gemagerte Keramik (Nordostbayern, FMa/ HMa)</title>
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		<updated>2026-08-13T09:31:52Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;E. Bardet: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{stub}}&lt;br /&gt;
In Nordostbayern (etwa nördliche Oberpfalz und Oberfranken) ist eine zumeist grob gemagerte, aber doch geglättete [[nachgedrehte Ware]] verbreitet, die interpretativ problematisch als &amp;quot;[[slawische Keramik]]&amp;quot; bezeichnet wurde. Es handelt sich um Warenart 1 nach Hans Losert.&lt;br /&gt;
==Forschungsgeschichte==&lt;br /&gt;
Genauer beschrieben und definiert wurde die Warenart von H. Losert. Sie gehört zu seiner Warenart 1 &amp;quot;grob gemagerte Ware (slawische Keramik)&amp;quot;, zu der er auch die [[Handgemachte Grobware (Nordostbayern, FMa/ HMa)]] rechnet.&lt;br /&gt;
Ausgangspunkt seiner Bearbeitung waren die Ausgrabungen im [[Bamberg, Dom|Bamberger Dom]], dessen Stratigraphie für die chronologische Einordnung von Bedeutung ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===andere Bezeichnungen===&lt;br /&gt;
*[[Slawische Keramik]]&lt;br /&gt;
*Warenart 1 nach Losert 1993.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Charakteristika==&lt;br /&gt;
===Herstellungstechnik===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Grob gemagerte slav. K. 1.jpg||mini|right|Nachgedrehte (?), grob gemagerte &amp;quot;slawische&amp;quot; Keramik (Laubendorf) - Außenansicht]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Grob gemagerte slav. K. 1-2.jpg||mini|right|Nachgedrehte (?), grob gemagerte &amp;quot;slawische&amp;quot; Keramik (Laubendorf) - Innenenansicht]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Praxis ist am Fundmaterial die Herstellungstechnik oft nicht eindeutig bestimmbar. Daher hatte Hans Losert die nachgedrehte, grob gemagerte Keramik (Nordostbayern, FMa/ HMa) und die [[Handgemachte Grobware (Nordostbayern, FMa/ HMa)]] unter seiner Ware 1 (grob gemagerte Ware/slawische Keramik) zusammengefasst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Oberfläche===&lt;br /&gt;
DIe Oberfläche ist verschieden sorgfältig nachgearbeitet. In den oberen Gefäßteilen bis zur Schulter ist dies gewöhnlich sorgfältiger geschehen, so dass auf der Schulter und im Randbereich mehr oder weniger feine Riefen auftreten (Losert 1993, S. 28).&lt;br /&gt;
Durch die Glättung wurden bisweilen oberflächennahe Magerungspartikel verwischt. Für gewöhnlich sind die Magerungspartikel an der Oberfläche sichtbar, seltener mit einer Tonhaut ummantelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Boden===&lt;br /&gt;
[[Achsabdruck|Achsabdrücke]] sind in Oberfanken typisch für die nachgedrehte, grob gemagerte Keramik. Sie sind meist negativ, seltener etwas erhaben. In Einzelfällen ist erkennbar, dass sie vor dem Brand ausgeglättet worden sind (Losert 1993, 29).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==wichtige Fundstellen==&lt;br /&gt;
*[[Bamberg]]&lt;br /&gt;
**[[Bamberg, Dom]]&lt;br /&gt;
**[[Bamberg, Obere Königstrasse 4]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verbreitung==&lt;br /&gt;
Das Verbreitungsgebiet wurde oft mit den slawischen Siedlungsgebieten in Nordostbayern in Verbindung gebracht. Eine genauere Analyse der Verbreitung im Abgleich mit slawischen Ortsnamen stellt dies aber in Frage, da die Fundorte zu den slawischen Ortsnamen eher komplementär liegen (Klír 2020). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturhinweise==&lt;br /&gt;
*Klír 2020: T. Klír, Language, material culture, and ethnifying on the Carolingian borders: Slavs in Northeast Bavaria. In: T. Klír/V. Boček/N. Jansens (Hrsg.), New perspectives on the early Slavs and the rise of Slavic. Contact and migrations. Empirie und Theorie der Sprachwissenschaft Band 6 (Heidelberg 2020) 191–271.&lt;br /&gt;
*Losert 1993: Hans Losert, Die früh- bis hochmittelalterliche Keramik in Oberfranken. Zeitschrift für Archäologie des Mittelalters. Beiheft 8 (Köln 1993). - ISBN: 9783792713235&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Warenart]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Keramik des 10. Jahrhunderts]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Keramik des 11. Jahrhunderts]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Keramik des 9. Jahrhunderts]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>E. Bardet</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://amanz-balismink.rproxy.rz.uni-bamberg.de/balismink/index.php?title=Nachgedrehte,_grob_gemagerte_Keramik_(Nordostbayern,_FMa/_HMa)&amp;diff=11546</id>
		<title>Nachgedrehte, grob gemagerte Keramik (Nordostbayern, FMa/ HMa)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://amanz-balismink.rproxy.rz.uni-bamberg.de/balismink/index.php?title=Nachgedrehte,_grob_gemagerte_Keramik_(Nordostbayern,_FMa/_HMa)&amp;diff=11546"/>
		<updated>2026-08-13T09:31:38Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;E. Bardet: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{stub}}&lt;br /&gt;
In Nordostbayern (etwa nördliche Oberpfalz und Oberfranken) ist eine zumeist zumeist grob gemagerte, aber doch geglättete [[nachgedrehte Ware]] verbreitet, die interpretativ problematisch als &amp;quot;[[slawische Keramik]]&amp;quot; bezeichnet wurde. Es handelt sich um Warenart 1 nach Hans Losert.&lt;br /&gt;
==Forschungsgeschichte==&lt;br /&gt;
Genauer beschrieben und definiert wurde die Warenart von H. Losert. Sie gehört zu seiner Warenart 1 &amp;quot;grob gemagerte Ware (slawische Keramik)&amp;quot;, zu der er auch die [[Handgemachte Grobware (Nordostbayern, FMa/ HMa)]] rechnet.&lt;br /&gt;
Ausgangspunkt seiner Bearbeitung waren die Ausgrabungen im [[Bamberg, Dom|Bamberger Dom]], dessen Stratigraphie für die chronologische Einordnung von Bedeutung ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===andere Bezeichnungen===&lt;br /&gt;
*[[Slawische Keramik]]&lt;br /&gt;
*Warenart 1 nach Losert 1993.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Charakteristika==&lt;br /&gt;
===Herstellungstechnik===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Grob gemagerte slav. K. 1.jpg||mini|right|Nachgedrehte (?), grob gemagerte &amp;quot;slawische&amp;quot; Keramik (Laubendorf) - Außenansicht]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Grob gemagerte slav. K. 1-2.jpg||mini|right|Nachgedrehte (?), grob gemagerte &amp;quot;slawische&amp;quot; Keramik (Laubendorf) - Innenenansicht]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Praxis ist am Fundmaterial die Herstellungstechnik oft nicht eindeutig bestimmbar. Daher hatte Hans Losert die nachgedrehte, grob gemagerte Keramik (Nordostbayern, FMa/ HMa) und die [[Handgemachte Grobware (Nordostbayern, FMa/ HMa)]] unter seiner Ware 1 (grob gemagerte Ware/slawische Keramik) zusammengefasst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Oberfläche===&lt;br /&gt;
DIe Oberfläche ist verschieden sorgfältig nachgearbeitet. In den oberen Gefäßteilen bis zur Schulter ist dies gewöhnlich sorgfältiger geschehen, so dass auf der Schulter und im Randbereich mehr oder weniger feine Riefen auftreten (Losert 1993, S. 28).&lt;br /&gt;
Durch die Glättung wurden bisweilen oberflächennahe Magerungspartikel verwischt. Für gewöhnlich sind die Magerungspartikel an der Oberfläche sichtbar, seltener mit einer Tonhaut ummantelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Boden===&lt;br /&gt;
[[Achsabdruck|Achsabdrücke]] sind in Oberfanken typisch für die nachgedrehte, grob gemagerte Keramik. Sie sind meist negativ, seltener etwas erhaben. In Einzelfällen ist erkennbar, dass sie vor dem Brand ausgeglättet worden sind (Losert 1993, 29).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==wichtige Fundstellen==&lt;br /&gt;
*[[Bamberg]]&lt;br /&gt;
**[[Bamberg, Dom]]&lt;br /&gt;
**[[Bamberg, Obere Königstrasse 4]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verbreitung==&lt;br /&gt;
Das Verbreitungsgebiet wurde oft mit den slawischen Siedlungsgebieten in Nordostbayern in Verbindung gebracht. Eine genauere Analyse der Verbreitung im Abgleich mit slawischen Ortsnamen stellt dies aber in Frage, da die Fundorte zu den slawischen Ortsnamen eher komplementär liegen (Klír 2020). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturhinweise==&lt;br /&gt;
*Klír 2020: T. Klír, Language, material culture, and ethnifying on the Carolingian borders: Slavs in Northeast Bavaria. In: T. Klír/V. Boček/N. Jansens (Hrsg.), New perspectives on the early Slavs and the rise of Slavic. Contact and migrations. Empirie und Theorie der Sprachwissenschaft Band 6 (Heidelberg 2020) 191–271.&lt;br /&gt;
*Losert 1993: Hans Losert, Die früh- bis hochmittelalterliche Keramik in Oberfranken. Zeitschrift für Archäologie des Mittelalters. Beiheft 8 (Köln 1993). - ISBN: 9783792713235&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Warenart]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Keramik des 10. Jahrhunderts]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Keramik des 11. Jahrhunderts]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Keramik des 9. Jahrhunderts]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>E. Bardet</name></author>
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		<title>Nachgedrehte, grob gemagerte Keramik (Nordostbayern, FMa/ HMa)</title>
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		<updated>2026-08-13T09:31:15Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;E. Bardet: /* Charakteristika */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{stub}}&lt;br /&gt;
In Nordostbayern (etwa nördliche Oberpfalz und Oberfranken) ist eine zumeist zumeist grob gemagerte, aber doch geglättete [[nachgedrehte Ware]] verbreitet, die interpretativ problematisch als &amp;quot;[[slawische Keramik]]&amp;quot; bezeichnet wurde. Es handelt sich um Warenart 1 nach Hans Losert.&lt;br /&gt;
==Forschungsgeschichte==&lt;br /&gt;
Genauer beschrieben und definiert wurde die Warenart von H. Losert. Sie gehört zu seiner Warenart 1 &amp;quot;grob gemagerte Ware (slawische Keramik)&amp;quot;, zu der er auch die [[Handgemachte Grobware (Nordostbayern, FMa/ HMa)]] rechnet.&lt;br /&gt;
Ausgangspunkt seiner Bearbeitung waren die Ausgrabungen im [[Bamberg, Dom|Bamberger Dom]], dessen Stratigraphie für die chronologische Einordnung von Bedeutung ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===andere Bezeichnungen===&lt;br /&gt;
*[[Slawische Keramik]]&lt;br /&gt;
*Warenart 1 nach Losert 1993.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Charakteristika==&lt;br /&gt;
===Herstellungstechnik===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Grob gemagerte slav. K. 1.jpg||mini|right|Nachgedrehete (?), grob gemagerte &amp;quot;slawische&amp;quot; Keramik (Laubendorf) - Außenansicht]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Grob gemagerte slav. K. 1-2.jpg||mini|right|Nachgedrehete (?), grob gemagerte &amp;quot;slawische&amp;quot; Keramik (Laubendorf) - Innenenansicht]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Praxis ist am Fundmaterial die Herstellungstechnik oft nicht eindeutig bestimmbar. Daher hatte Hans Losert die nachgedrehte, grob gemagerte Keramik (Nordostbayern, FMa/ HMa) und die [[Handgemachte Grobware (Nordostbayern, FMa/ HMa)]] unter seiner Ware 1 (grob gemagerte Ware/slawische Keramik) zusammengefasst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Oberfläche===&lt;br /&gt;
DIe Oberfläche ist verschieden sorgfältig nachgearbeitet. In den oberen Gefäßteilen bis zur Schulter ist dies gewöhnlich sorgfältiger geschehen, so dass auf der Schulter und im Randbereich mehr oder weniger feine Riefen auftreten (Losert 1993, S. 28).&lt;br /&gt;
Durch die Glättung wurden bisweilen oberflächennahe Magerungspartikel verwischt. Für gewöhnlich sind die Magerungspartikel an der Oberfläche sichtbar, seltener mit einer Tonhaut ummantelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Boden===&lt;br /&gt;
[[Achsabdruck|Achsabdrücke]] sind in Oberfanken typisch für die nachgedrehte, grob gemagerte Keramik. Sie sind meist negativ, seltener etwas erhaben. In Einzelfällen ist erkennbar, dass sie vor dem Brand ausgeglättet worden sind (Losert 1993, 29).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==wichtige Fundstellen==&lt;br /&gt;
*[[Bamberg]]&lt;br /&gt;
**[[Bamberg, Dom]]&lt;br /&gt;
**[[Bamberg, Obere Königstrasse 4]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verbreitung==&lt;br /&gt;
Das Verbreitungsgebiet wurde oft mit den slawischen Siedlungsgebieten in Nordostbayern in Verbindung gebracht. Eine genauere Analyse der Verbreitung im Abgleich mit slawischen Ortsnamen stellt dies aber in Frage, da die Fundorte zu den slawischen Ortsnamen eher komplementär liegen (Klír 2020). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturhinweise==&lt;br /&gt;
*Klír 2020: T. Klír, Language, material culture, and ethnifying on the Carolingian borders: Slavs in Northeast Bavaria. In: T. Klír/V. Boček/N. Jansens (Hrsg.), New perspectives on the early Slavs and the rise of Slavic. Contact and migrations. Empirie und Theorie der Sprachwissenschaft Band 6 (Heidelberg 2020) 191–271.&lt;br /&gt;
*Losert 1993: Hans Losert, Die früh- bis hochmittelalterliche Keramik in Oberfranken. Zeitschrift für Archäologie des Mittelalters. Beiheft 8 (Köln 1993). - ISBN: 9783792713235&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Warenart]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Keramik des 10. Jahrhunderts]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Keramik des 11. Jahrhunderts]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Keramik des 9. Jahrhunderts]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>E. Bardet</name></author>
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