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	<title>balismink - Benutzerbeiträge [de]</title>
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		<id>https://amanz-balismink.rproxy.rz.uni-bamberg.de/balismink/index.php?title=Eisentonkeramik&amp;diff=5655</id>
		<title>Eisentonkeramik</title>
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		<updated>2023-05-13T23:56:14Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;M. Rühle: Text und Abb. aus Graphitkeramik-Artikel von J. Krenz eingefügt&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{stub}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Krenz Abb. 16 GK Wittelsbach.jpg|200px|thumb|right|Abb. 1: Eisentonkeramik Ulm, Weinhof (Bildvorlage nach Lobbedey via Schreg, Blog Archaeologik (05.01.2015)).]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eisentonware wird als typische [[Graphitkeramik]] des Spätmittelalters in Österreich definiert, bei der es sich um eine intentionell mit Graphit gemagerte, im Typenspektrum aber im Vergleich zur hoch- und (früh)spätmittelalterlichen Ware eingeschränkte Warenart handelt. Vorherrschende Formen dieser reduziert gebrannten und oft gestempelten Ware („haffenwerch“) waren Kochtöpfe, technische Keramik und Kacheln, bei denen die physikalisch-chemischen Eigenschaften der [[Graphitkeramik]] voll zur Geltung kamen (Abb. 1) (Huber u.a. 2003, 53). Da in Österreich [[Graphitkeramik]] im 13. Jh. noch vereinzelt vorkommt, wird von einem – wenn auch „dünnen“ – Faden zur Eisentonkeramik ausgegangen (Huber u.a. 2003, 45).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Herstellungsorte waren neben österreichischen Hafnereien das Töpferzentrum Obernzell bei Passau (Schreg, Blog Archaeologik 05.01.2015). Inwieweit die österreichische Datierung des Beginns der Herstellung von Eisentonkeramik auch für Obernzell zutrifft, ist in der Forschung sehr umstritten. Während ältere Fachliteratur noch das 13.–15. Jh. als Beginn der Obernzeller Produktion anzunehmen bereit ist und dies u.a. mit dem Wiener Ratsbeschluss von 1431 begründet, postuliert T. Mittelstraß einen Beginn der Eisentonkeramik auf deutschem Boden nicht vor dem Jahr 1500 (Mittelstraß 2007, 269 f., hier folgend: Gross 2015, 570).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eisentonkeramik tritt in Süddeutschland als Import etwa in Ulm oder Geislingen auf. Einen größeren Anteil besitzt sie an einigen Fundstellen in Südbayern, beispielsweise in [[Frauenwörth]], wo sie von B. Haas-Gebhard als Drehscheibenware 3 bezeichnet wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturhinweise==&lt;br /&gt;
*Gross 2015: U. Gross, Sturzbecher oder Becherschrauben und schwarze Töpfe. Eine gläserne Sonderform und östliche Keramikimporte im frühneuzeitlichen Ulm. Fundberichte aus Baden-Württemberg 35, 2015, 561–573. ISBN 13: 978-3-80623-144-1. ISSN: 0071-9897.&lt;br /&gt;
*Haas-Gebhard 2006: B. Haas-Gebhard, Die mittelalterlichen und neuzeitlichen Funde von der Fraueninsel. In: H. Dannheimer/H. Dopsch/B. Haas-Gebhard u. a. (Hrsg.), Frauenwörth. Archäologische Bausteine zur Geschichte des Klosters auf der Fraueninsel im Chiemsee. Abhandlungen / Bayerische Akademie der Wissenschaften, Philosophisch-Historische Klasse N.F., 126 (München 2006) 227–282.&lt;br /&gt;
*Huber u.a. 2003: E. H. Huber/K. Kühtreiber/G. Scharrer-Liška, Die Keramikformen des Hoch- und Spätmittelalters im Gebiet der heutigen Stadt Wien sowie der Bundesländer Niederösterreich und Burgenland. In: K. Spindler/H. Stadler (Hrsg.), Beiträge vom 34. Internationalen Hafnerei-Symposium auf Schloß Maretsch in Bozen/Südtirol 2001. Nearchos 12, Veröffentlichungen des Arbeitskreises für Keramikforschung 3 (Innsbruck 2003) 43–66. ISBN 13: 978-3-90077-333-5.&lt;br /&gt;
*Mittelstraß 2007: T. Mittelstraß, Graphitkeramik des Mittelalters und der frühen Neuzeit in Altbayern. Ein Beitrag zum Beginn und zur Frühzeit der Obernzeller Produktion. Bayerische Vorgeschichtsblätter 72, 2007, 235–318. ISBN 13: 978-3-40611-077-1. ISSN: 0341-3918.&lt;br /&gt;
*Schreg 2015: R. Schreg, Eisentonkeramik aus Ulm und Geislingen - ein Zeugnis ulmischen Donauhandels. Archaeologik (05.01.2015). - https://archaeologik.blogspot.com/2015/01/eisentonkeramik-aus-ulm-und-geislingen.html&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Warenart]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>M. Rühle</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://amanz-balismink.rproxy.rz.uni-bamberg.de/balismink/index.php?title=Keramik_mit_Graphitbemalung&amp;diff=5654</id>
		<title>Keramik mit Graphitbemalung</title>
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		<updated>2023-05-13T23:47:00Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;M. Rühle: Text aus Graphitkeramik-Artikel von J. Krenz eingefügt.&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{stub}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Form der [[Graphitkeramik]] wird nur der Vollständigkeit halber aufgeführt. In der Literatur wird sie teilweise mit der [[graphitengobierte Keramik|graphitierten (bzw. graphitengobierten) Keramik]] gleichgesetzt, je nach Umfang der Bemalung. Aus mittelalterlichen Zusammenhängen sind keine Fundstücke aus Süddeutschland bekannt. Bei experimentalarchäologischen Versuchen aus ur- und frühgeschichtlichen Zusammenhängen konnte nachgewiesen werden, dass es mindestens zwei Arten des Auftragens gegeben haben kann, das Aufmalen mit Graphitschlicker oder das direkte Aufreiben des Graphits mit einer speziell zugerichteten Graphitknolle jeweils auf das weiche oder lederharte Gefäß, da nur in diesem Zustand der Graphit mit dem Ton eine haltbare Verbindung eingehen kann (Reschreiter 2001, 22).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturhinweise==&lt;br /&gt;
*Reschreiter 2001: J. Reschreiter, Versuche zu urgeschichtlicher Keramik. In: K. Grömer, K. Löcker, M. Mehofer (Hrsg.), Archäologie Österreichs 12 Sonderheft (Wien 2001) 22–26. ISSN: 1018-1857.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Warenart]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>M. Rühle</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://amanz-balismink.rproxy.rz.uni-bamberg.de/balismink/index.php?title=Umm%C3%A4ntelte_Graphittonkeramik&amp;diff=5653</id>
		<title>Ummäntelte Graphittonkeramik</title>
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		<updated>2023-05-13T23:44:10Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;M. Rühle: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{stub}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Krenz Abb. 11 GK Fürholz reduziert.jpg|300px|thumb|right|Abb. 1: Ummäntelte Graphittonkeramik Fürholz (Foto: J. Krenz, Lesefund, AO: Privatsammlung Hartl, Freyung).]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Krenz Abb. 12 GK Fürholz.jpg|300px|thumb|right|Abb. 2: Ummäntelte Graphittonkeramik Fürholz (Foto: J. Krenz, Lesefund, AO: Privatsammlung Hartl, Freyung).]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Variante der [[Graphitkeramik]] scheint in der deutschen Forschungslandschaft relativ unbekannt zu sein. Ummäntelte Graphittonkeramik entsteht durch eine oxidierende Brandatmosphäre bei ca. 400–500°C in der Schlussphase des ansonsten reduzierenden Brennvorgangs. Der im Ton an der Oberfläche enthaltene Graphit oxidiert durch die Sauerstoffzufuhr, die Außenflächen der Gefäße färben sich braun, rötlich-gelb und orange und ähneln graphitlosen Tongefäßen, während im Kern der grau über dunkelgrau bis schwarze Graphitton erhalten bleibt (Scharrer-Liška 2007, 78; Felgenhauer-Schmiedt 1998, 203). Aus dem süddeutschen Raum ist kein (offizieller) Fund ummäntelter Graphittonkeramik bekannt, obwohl diese Form der [[Graphitkeramik]] im 11./12. Jh. in Niederösterreich ein geradezu kennzeichnendes Element des Keramikspektrums darstellt (Felgenhauer-Schmiedt 1998, 203) und insbesondere diese Region als Exportregion nach Süddeutschland bewertet werden kann. Im Lesefundkomplex des ehrenamtlichen Feldbegehers des BLfD Regensburg Herrn Hartl konnten allerdings Scherben dieser Variante gefunden werden (Abb. 1 und 2). (Einschränkung: Im Fundgut der Schlosserstiege in Passau wurde im Ostprofil in den Schichten des 12./13. Jh. das Randbruchstück einer graphitgemagerten Kanne gefunden, die laut Beschreibung oxidierend gebrannt ist [Niemeier 1994, 259]. Falls es sich dabei nicht um einen Schreibfehler handelt, wäre das neben den Funden von der Vohburg und aus Großmehring eines der wenigen Stücke, bei dem in der deutschen Fachliteratur eine oxidierende Brandatmosphäre mit graphitgemagerter Keramik verbunden wird).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz fehlender naturwissenschaftlicher und experimentalarchäologischer Untersuchungen kann als Hypothese davon ausgegangen werden, dass Ummäntelte Graphittonkeramik durch den vorhandenen Graphittonkern die physikalisch-chemischen Vorteile von [[Graphittonkeramik]] zumindest teilweise in sich vereint, während sie durch die Ummantelung mit graphitfreiem Ton den oft als Nachteil benannten hohen Abrieb nicht aufweist. Das völlige Fehlen dieser Variante im süddeutschen Raum kann nach jetziger Kenntnis nur auf den Forschungsstand zurückgeführt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturhinweise==&lt;br /&gt;
*Felgenhauer-Schmiedt 1998: S. Felgenhauer-Schmiedt, Graphittonkeramik des Früh- und Hochmittelalters in Niederösterreich. In: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998) 199–212. ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
*Niemeier 1994: J.-P. Niemeier, Die Grabung an der Schlosserstiege in der Passauer Altstadt – Ein Schnitt durch 2000 Jahre Stadtgeschichte. In: K. Schmotz, Vorträge des 12. Niederbayerischen Archäologentages (Deggendorf 1994) 251–276. ISBN 13: 978-3-92473-458-9. ISBN 10: 3-92473-458-5.&lt;br /&gt;
*Scharrer-Liška 2007: G. Scharrer-Liška, Die hochmittelalterliche Grafitkeramik in Mitteleuropa und ihr Beitrag zur Wirtschaftsgeschichte. Forschungsstand - Hypothesen - offene Fragen. Monographien des Römisch-Germanischen Zentralmuseums 68 (Mainz 2007). ISBN 13: 978-3-79541-857-1. ISBN 10: 3-79541-857-7.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Warenart]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>M. Rühle</name></author>
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		<title>Ummäntelte Graphittonkeramik</title>
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		<updated>2023-05-13T23:42:38Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;M. Rühle: Text und Abb. aus Graphitkeramik-Artikel von J. Krenz eingefügt.&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{stub}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Krenz Abb. 11 GK Fürholz reduziert.jpg|300px|thumb|right|Abb. 1: Ummäntelte Graphittonkeramik Fürholz (Foto: J. Krenz, Lesefund, AO: Privatsammlung Hartl, Freyung).]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Krenz Abb. 12 GK Fürholz.jpg|300px|thumb|right|Abb. 2: Ummäntelte Graphittonkeramik Fürholz (Foto: J. Krenz, Lesefund, AO: Privatsammlung Hartl, Freyung).]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Variante der Graphitkeramik scheint in der deutschen Forschungslandschaft relativ unbekannt zu sein. Ummäntelte Graphittonkeramik entsteht durch eine oxidierende Brandatmosphäre bei ca. 400–500°C in der Schlussphase des ansonsten reduzierenden Brennvorgangs. Der im Ton an der Oberfläche enthaltene Graphit oxidiert durch die Sauerstoffzufuhr, die Außenflächen der Gefäße färben sich braun, rötlich-gelb und orange und ähneln graphitlosen Tongefäßen, während im Kern der grau über dunkelgrau bis schwarze Graphitton erhalten bleibt (Scharrer-Liška 2007, 78; Felgenhauer-Schmiedt 1998, 203). Aus dem süddeutschen Raum ist kein (offizieller) Fund ummäntelter Graphittonkeramik bekannt, obwohl diese Form der Graphitkeramik im 11./12. Jh. in Niederösterreich ein geradezu kennzeichnendes Element des Keramikspektrums darstellt (Felgenhauer-Schmiedt 1998, 203) und insbesondere diese Region als Exportregion nach Süddeutschland bewertet werden kann. Im Lesefundkomplex des ehrenamtlichen Feldbegehers des BLfD Regensburg Herrn Hartl konnten allerdings Scherben dieser Variante gefunden werden (Abb. 1 und 2). (Einschränkung: Im Fundgut der Schlosserstiege in Passau wurde im Ostprofil in den Schichten des 12./13. Jh. das Randbruchstück einer graphitgemagerten Kanne gefunden, die laut Beschreibung oxidierend gebrannt ist [Niemeier 1994, 259]. Falls es sich dabei nicht um einen Schreibfehler handelt, wäre das neben den Funden von der Vohburg und aus Großmehring eines der wenigen Stücke, bei dem in der deutschen Fachliteratur eine oxidierende Brandatmosphäre mit graphitgemagerter Keramik verbunden wird).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz fehlender naturwissenschaftlicher und experimentalarchäologischer Untersuchungen kann als Hypothese davon ausgegangen werden, dass Ummäntelte Graphittonkeramik durch den vorhandenen Graphittonkern die physikalisch-chemischen Vorteile von [[Graphittonkeramik]] zumindest teilweise in sich vereint, während sie durch die Ummantelung mit graphitfreiem Ton den oft als Nachteil benannten hohen Abrieb nicht aufweist. Das völlige Fehlen dieser Variante im süddeutschen Raum kann nach jetziger Kenntnis nur auf den Forschungsstand zurückgeführt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturhinweise==&lt;br /&gt;
*Felgenhauer-Schmiedt 1998: S. Felgenhauer-Schmiedt, Graphittonkeramik des Früh- und Hochmittelalters in Niederösterreich. In: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998) 199–212. ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
*Niemeier 1994: J.-P. Niemeier, Die Grabung an der Schlosserstiege in der Passauer Altstadt – Ein Schnitt durch 2000 Jahre Stadtgeschichte. In: K. Schmotz, Vorträge des 12. Niederbayerischen Archäologentages (Deggendorf 1994) 251–276. ISBN 13: 978-3-92473-458-9. ISBN 10: 3-92473-458-5.&lt;br /&gt;
*Scharrer-Liška 2007: G. Scharrer-Liška, Die hochmittelalterliche Grafitkeramik in Mitteleuropa und ihr Beitrag zur Wirtschaftsgeschichte. Forschungsstand - Hypothesen - offene Fragen. Monographien des Römisch-Germanischen Zentralmuseums 68 (Mainz 2007). ISBN 13: 978-3-79541-857-1. ISBN 10: 3-79541-857-7.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Warenart]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>M. Rühle</name></author>
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		<id>https://amanz-balismink.rproxy.rz.uni-bamberg.de/balismink/index.php?title=Graphitierte_Keramik&amp;diff=5651</id>
		<title>Graphitierte Keramik</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;M. Rühle: Text aus Graphitkeramik-Artikel von J. Krenz eingefügt&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{stub}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der deutschsprachigen Forschungsliteratur wird der Begriff der graphitierten Keramik oft mit [[graphitengobierte Keramik|graphitengobierter Keramik]] synonym verwendet, obwohl bei diesen beiden Varianten der [[Graphitkeramik]] unterschiedliche Herstellungsweisen Anwendung fanden und sich die Gefäße in ihren Eigenschaften stark unterschieden. Bei graphitierter Keramik werden bereits fertig gebrannte Keramikobjekte mit Graphitpulver eingerieben. Bestenfalls ist von einem zusätzlichen kurzen Stabilisierungsbrand auszugehen. Durch diese Behandlung erhalten die Gefäße eine schwarze Oberfläche mit leichtem Metallglanz, die extrem anfällig für nutzungsbedingten Abrieb ist (Mittelstraß 2007, 242 f.). Für gewöhnliches Gebrauchsgeschirr ist diese Art der [[Graphitkeramik]] nicht geeignet, sie beschränkt sich auf Ofenkacheln und sonstige Schauobjekte. Als spätmittelalterliches Beispiel kann ein Aquamanile aus Ulm (14./15. Jh.) herangezogen werden (Mittelstraß 2007, 242) (Lt. anderer Quellen erfolgt die Zuweisung zu graphitierter [graphitengobierter?] Ware fälschlicherweise, da es sich eigentlich um polierte, jüngere Drehscheibenware handelt [Bräuning u.a. 2008, 79]). Ansonsten sind derartige Objekte eher aus neuzeitlichen Zusammenhängen bekannt. Auch hier müssen allerdings Überlieferungsbedingungen in die Interpretation mit einbezogen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturhinweise==&lt;br /&gt;
*Bräuning u.a. 2008: A. Bräuning/R. Schreg/U. Schmidt, Ulm. Archäologischer Stadtkataster Baden-Württemberg. Band 35, 1 Text (Stuttgart 2008). ISBN 13: 978-3-92771-493-9.&lt;br /&gt;
*Mittelstraß 2007: T. Mittelstraß, Graphitkeramik des Mittelalters und der frühen Neuzeit in Altbayern. Ein Beitrag zum Beginn und zur Frühzeit der Obernzeller Produktion. Bayerische Vorgeschichtsblätter 72, 2007, 235–318. ISBN 13: 978-3-40611-077-1. ISSN: 0341-3918.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Warenart]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>M. Rühle</name></author>
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	<entry>
		<id>https://amanz-balismink.rproxy.rz.uni-bamberg.de/balismink/index.php?title=Graphitengobierte_Keramik&amp;diff=5650</id>
		<title>Graphitengobierte Keramik</title>
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		<updated>2023-05-13T23:26:36Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;M. Rühle: Text und Abb. aus Graphitkeramik-Artikel von J. Krenz eingefügt&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{stub}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Krenz Abb. 10 GK Altentierberg.PNG|200px|thumb|right|Abb. 1: Grauschwarz hartgebrannte Drehscheibenware Burg Altentierberg (Bizer 2006, 198).]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei graphitengobierter Keramik wird gewöhnlicher Töpferton vor dem reduzierenden Brand mit einer graphithaltigen Schlämme beschichtet. Die Gefäße erwecken nach dem Brand den Anschein von [[Graphittonkeramik]]. Bis auf eine vermutete erhöhte Abdichtung der Gefäßoberfläche fehlen dieser [[Graphitkeramik]] viele der physikalisch-chemischen Eigenschaften von gemagerter [Graphittonkeramik] (Mittelstraß 2007, 236). Wie experimentalarchäologisch nachgewiesen werden konnte, glänzt die Gefäßoberfläche nach dem Brand stark metallisch (Pechtl u.a. 2011, 350). In der Literatur werden die Gründe für die Herstellung dieser Variante von [[Graphitkeramik]] in unterschiedlicher Weise diskutiert. Diese reichen von einer vermuteten Konsumententäuschung, über legal hergestellte billigere Ware von akzeptiert minderer Qualität bis hin zu reinen Prestigewaren, bei denen die physikalisch-chemischen Eigenschaften nicht von Interesse waren (Mittelstraß 2007, 237; Scharrer-Liška 2007, 20). Diese Variante der [[Graphitkeramik]] kommt in Süddeutschland in archäologischen Ausgrabungsbefunden nur selten – und wenn – erst im Spätmittelalter vor. Gründe hierfür können in Überlieferungsbedingungen zu suchen sein, da davon auszugehen ist, dass sekundäre Formationsprozesse das Aussehen der Oberfläche der Gefäße verändern. T. Mittelstraß äußert zudem den Verdacht, dass die Graphitengobe in der Praxis oft mit einer Brennhaut verwechselt wird (und umgekehrt) (Mittelstraß 2007, 238).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Oberflächenfunde tritt diese Variante der [[Graphitkeramik]] auf den spätmittelalterlichen Burgen der Schwäbischen Alb massenhaft auf. Hier konnte sie auf 49 der 99 identifizierten Burganlagen nachgewiesen werden und wird dort als eigene Warenart „grauschwarz hart gebrannte Drehscheibenware“ mit einer zeitlichen Tiefe vom 13.–15. Jh. geführt (Bizer 2006). Sie unterscheidet sich sowohl in Brandhärte (hart bis sehr hart) als auch in den Randformen (v.a. Karniesränder) deutlich von den anderen Graphitkeramikarten (Abb. 1). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ob es sich hierbei um eine regionale Besonderheit handelt, die bisher in der Forschung noch keine Beachtung finden konnte, oder ob Bestimmungsprobleme für die Zuweisung verantwortlich sind, kann nicht entschieden werden. Durch Versuche der experimentellen Archäologie konnte nachgewiesen werden, dass auch eisenhaltige Engoben und die Einlagerung von Kohlenstoffverbindungen, die nicht von Graphit, sondern aus der Zersetzung der Kohlenwasserstoffe des Brennmaterials stammen, in einem stark schwelenden Meiler- bzw. Kammerofenbrand unter streng reduzierenden Brandbedingungen schwarze Irdenware produzieren, deren polierte Oberflächen stark metallisch glänzen (Mämpel 1998, 12 f. ebenso, aber ausführlicher: Endres 1982, 54 ff.). Hier wären weitere naturwissenschaftliche Untersuchungen notwendig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturhinweise==&lt;br /&gt;
*Bizer 2006: Ch. Bizer, Oberflächenfunde von den Burgen der Schwäbischen Alb. Ein Beitrag zur Keramik- und Burgenforschung (Stuttgart 2006). ISBN 13: 978-3-80622-038-4.&lt;br /&gt;
*Endres 1982: W. Endres, Zur Entstehung und chemischen Struktur „schwarz“ färbender Pigmente bei unglasierter Irdenware. In: L. Kriss-Rettenbeck/I. Bauer (Hrsg.), Beiträge zur Keramikforschung. Festschrift für Alfred Höck zum 60. Geburtstag. Volkstümliche Keramik aus Europa 2 (München 1982) 47–70. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Mämpel 1998: U. Mämpel, Meine historischen und technischen Erfahrungen mit schwarzgebrannter Irdenware. In: W. Endres/B. Kerkhoff-Hader (Hrsg.), 30. Internationales Hafnerei-Symposium in Obernzell vom 07. bis 11. Oktober 1997 (Bamberg 1998) 12–13. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Mittelstraß 2007: T. Mittelstraß, Graphitkeramik des Mittelalters und der frühen Neuzeit in Altbayern. Ein Beitrag zum Beginn und zur Frühzeit der Obernzeller Produktion. Bayerische Vorgeschichtsblätter 72, 2007, 235–318. ISBN 13: 978-3-40611-077-1. ISSN: 0341-3918.&lt;br /&gt;
*Pechtl/Eibl 2011: J. Pechtl/F. Eibl, Die neolithische Graphitnutzung in Südbayern. In: K. Schmotz (Hrsg.), Vorträge des 29. Niederbayerischen Archäologentages (Leidorf 2011) 349–432. ISBN 13: 978-3-89646-240-4. ISSN: 1438-2040.&lt;br /&gt;
*Scharrer-Liška 2007: G. Scharrer-Liška, Die hochmittelalterliche Grafitkeramik in Mitteleuropa und ihr Beitrag zur Wirtschaftsgeschichte. Forschungsstand - Hypothesen - offene Fragen. Monographien des Römisch-Germanischen Zentralmuseums 68 (Mainz 2007). ISBN 13: 978-3-79541-857-1. ISBN 10: 3-79541-857-7.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Warenart]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>M. Rühle</name></author>
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		<title>Graphittonkeramik</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;M. Rühle: Kategorie und Abbildungen eingefügt&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{stub}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Krenz Abb. 8 GK Rauer Kulm.jpg|300px|thumb|right|Abb. 1: Graphitkeramik Rauher Kulm (Foto: H. Losert, unpubliziert).]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Krenz Abb. 9 GK Rauer Kulm.JPG|300px|thumb|right|Abb. 2: Graphitkeramik Rauher Kulm (Foto: H. Losert, unpubliziert).]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei dieser Variante der [[Graphitkeramik]] wurde entweder Graphiterde verwendet (Graphiterde entsteht als natürliches Verwitterungsprodukt in Regionen mit Graphitvorkommen) oder der i.d.R. graphitfreie Ton intentionell mit Graphit gemagert, der Graphit in die Grundmatrix der Tonmasse durch verschiedene Herstellungsverfahren eingebracht. Graphittonkeramik ist regelhaft reduzierend gebrannt und zeichnet sich durch eine graue bis schwarzgraue Färbung aus, kann allerdings auch bräunliche Töne annehmen (Abb. 1 und 2). Diese Form der [[Graphitkeramik]] weist – je nach Höhe des prozentualen Anteils an Graphit in der Tonmatrix – die physikalischen und chemischen Eigenschaften auf, die nach heutigem Wissensstand der [[Graphitkeramik]] zugeschrieben werden. Sie stellt als Grabungsfunde die in Süddeutschland am häufigsten vorkommende Variante dar, was allerdings damit in Zusammenhang stehen kann, dass Graphittonkeramik am ehesten als [[Graphitkeramik]] erkannt wird. Der Scherben zeichnet sich durch einen unterschiedlich hohen Abrieb aus, der von massiv bis fast nicht vorhanden reichen kann. Diese Variante der Graphitkeramik besteht den „Maltest“, mit dem Scherben kann – ähnlich wie mit einem Bleistift – geschrieben und gemalt werden. Hinzuweisen ist allerdings auf den Umstand, dass Graphit hierbei in sehr unterschiedlichen Korngrößen Verwendung fand – von Graphitstaub bis hin zu mehreren Millimetern großen Graphitkörnern. Insbesondere bei letzteren Scherben stehen experimentalarchäologische Untersuchungen noch aus, es ist aber davon auszugehen, dass diese Gefäße aufgrund der völlig andersartigen Tontextur abweichende physikalisch-chemische Eigenschaften aufweisen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Warenart]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>M. Rühle</name></author>
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		<title>Graphitkeramik</title>
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		<updated>2023-05-13T23:11:28Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;M. Rühle: /* Varianten */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Graphitkeramik ist ein Oberbegriff für verschiedene Waren, bei deren Herstellung oder Verzierung Graphit verwendet wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*graphitierte Keramik: mit einem Graphitüberzug bzw. einer Graphitbemalung&lt;br /&gt;
*[[Graphittonkeramik]]. Neben einer vor allem in Österreich sowie Böhmen und Mähren verbreiteten [[Graphittonware (Österreich, Böhmen und Mähren, FMa)]] gehören hierzu auch [[Graphittontiegel|graphitgemagerte Tiegel]] sowie die spätmittelalterliche/ frühneuzeitliche [[Eisentonkeramik]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einführung==&lt;br /&gt;
Graphitkeramik ist seit dem Neolithikum bekannt (Dostál 1998, 67), in der Bronzezeit belegt (Dell`Mour 2002, 84) und hat den ersten Höhepunkt ihres Vorkommens in der Eisenzeit – insbesondere in der Latènezeit. Um die Zeitenwende verliert sich ihre Spur. Im 8. Jh. erscheint sie im niederösterreichischen Donauraum erneut und wird im Verlauf des 9./10. Jh. dort und in den angrenzenden Gebieten, v.a. Mähren und Schlesien, bis ins 13. Jh. zeitweise zur bestimmenden Warenart (Mittelstraß 2007, 244; Felgenhauer-Schmiedt 1998, 201).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachweisbar ist mittelalterliche Graphitkeramik heute in Österreich, Polen, Tschechien, Slowenien, Ungarn und Deutschland (Scharrer-Liška 2003, 46). Der Forschungsstand in diesen Regionen ist sehr unterschiedlich. Während in Österreich und Tschechien bereits einiges an Forschungsarbeit geleistet wurde, hat die Graphitkeramik in den übrigen Regionen aus unterschiedlichen Gründen noch wenig Interesse erfahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Krenz Abb. 1 Graphit.jpg|400px|thumb|right|Abb. 1: Graphit (Lehrberger u.a. 2011, 325).]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Krenz Abb. 2 Graphitlagerstätten.jpg |400px|thumb|right|Abb. 2: Graphitlagerstätten Mitteleuropa (Scharrer-Liška 2017, 17).]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im deutschen Raum ist dies v.a. auf den Umstand zurückzuführen, dass mittelalterliche Graphitkeramik nach jetzigem Forschungsstand (fast) im gesamten Gebiet als reine Importkeramik bewertet werden muss, nur an wenigen Fundplätzen greifbar wird, dort meist nur in geringer Menge vorhanden ist und somit für die Auswertung des Keramikspektrums der jeweiligen Referenzkomplexe nur eine begrenzte Aussagekraft besitzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit vorliegender Arbeit wird ein erster Schritt unternommen, einerseits einen zusammenfassenden Forschungsstand darzustellen und andererseits über eine Kartierung der recherchierten süddeutschen Fundplätze eine Verbreitung dieser Keramikvariante in diesem Gebiet zu erfassen. Dies kann als Grundlage für die zukünftige Beantwortung der aufzuwerfenden Forschungsfragen dienen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gründe für die Verwendung des Minerals [[Graphit]] bei der Herstellung von Tongefäßen werden v.a. in den besonderen physikalisch-chemischen Eigenschaften gesucht, die der Graphitkeramik – speziell der Graphittonkeramik (d.h. mit Graphit gemagerter Keramik) – nach heutigem Wissensstand nachgewiesen werden können. Dazu zählen Hydrophobie (der ansonsten wasserdurchlässigen mittelalterlichen Irdenware), die erhöhte Wärmeleitfähigkeit, Temperaturwechselbeständigkeit sowie eine hohe Resistenz gegen Laugen und Säuren (Mittelstraß 2007, 236, Scharrer-Liška 2007, 150). Inwieweit diese Eigenschaften im Früh- und Hochmittelalter bereits bekannt waren, kann derzeit nicht beantwortet werden. Das Typenspektrum der Graphitkeramik im Hochmittelalter weist Formen auf, für die die besonderen Eigenschaften der Graphitkeramik keine Bedeutung hatten (Scharrer-Liška 2007, 150). Hier müssen Gründe wie Tradition und Gewohnheit, Stil, Nachahmung metallischer Gefäße und Prestige genauso in die Interpretation mit einbezogen werden wie mögliche brenntechnische Gründe (Scharrer-Liška 2007, 151). Erst ab dem Spätmittelalter nimmt das Formenspektrum dieser speziellen Keramik wieder ab und beschränkt sich auf Formen wie Kochgeschirr, Vorratsgefäße und Schmelztiegel. Spätestens ab diesem Zeitpunkt kann davon ausgegangen werden, dass die besonderen Eigenschaften der Graphitkeramik bekannt waren (Scharrer-Liška 2007, 150). Mit der im ausgehenden Spätmittelalter / der beginnenden Neuzeit aufkommenden Eisentonkeramik, einer speziellen Variante dieser Keramikart, setzt sich die Entwicklung der Graphitkeramik bis in die Neuzeit fort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Graphit ist ein metallisch glänzender Rohstoff, der auf natürliche Weise aus Faulschlamm unter der Einwirkung von hohem Druck und Temperatur entstand (Scharrer-Liška 2007, 14) (Abb. 1).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Lagerstätten von Graphit in Mitteleuropa sind stark begrenzt und beschränken sich v.a. auf die Böhmische Masse, einem geologisch alten Rumpfgebirge. Bekannte Fundstätten liegen im Bayerischen Wald und ziehen über Böhmen, den mährisch-schlesischen Raum, das Mühl- und Waldviertel, den Dunkelsteiner Wald bis in die Grauwackerzone der Steiermark und Kärntens in Österreich (Abb. 2). Unbedeutendere Lagerstätten befinden sich in Tirol (Scharrer-Liška 2007, 15; 2003, 45). Im deutschen Grenzgebiet ist der Passauer Raum, speziell die Region um das heutige Kropfmühl, für Graphitvorkommen bekannt. Bei der archäologischen Lagerstättenkartierung muss allerdings der Umstand beachtet werden, dass i.d.R. nur heutige abbauwürdige Vorkommen kartiert werden, kleinräumigere Vorkommen dagegen nicht bekannt sind oder in der Vergangenheit bereits ausgebeutet wurden und aus diesen Gründen nicht erfasst werden (Mittelstraß 2007, 244).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Forschungsgeschichte==&lt;br /&gt;
Außer in einem kurzen Zeitraum während des frühen 13. Jh., als nach Vermutung von T. Mittelstraß im Hinterland von Passau ein Produktionsstandort existiert haben könnte (Mittelstraß 2007, 251), muss nach jetzigem Forschungsstand mittelalterliche Graphitkeramik in Süddeutschland vom Früh- bis zum Ende des Spätmittelalters als reine Importkeramik, v.a. aus österreichischen und böhmisch-mährischen Gebieten, angesehen werden. Durch diesen Umstand bedingt, sind derartige Scherben in den meisten Fundkomplexen nur in sehr geringer Anzahl vorhanden und für die Auswertung der Keramikkomplexe oft zu unbedeutend in ihrer Aussagekraft. Entsprechend schmal ist die Publikationslage.&lt;br /&gt;
Grundlegend ist daher ein Artikel von T. Mittelstraß aus dem Jahr 2007 „Graphitkeramik des Mittelalters und der frühen Neuzeit in Altbayern. Ein Beitrag zum Beginn und zur Frühzeit der Obernzeller Produktion“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besser ist hier der Forschungsstand in Österreich, wo Graphitkeramik vom 8.–13. Jh. in viel stärkerem Ausmaß vorkommt und in bestimmten Gebieten in diesem Zeitraum zur vorherrschenden Keramikart wird. Hier sind v.a. die Arbeiten von S. Felgenhauer-Schmiedt, G. Scharrer-Liška und K. Kühtreiber zu nennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiteres wichtiges Herstellungs- und Verbreitungsgebiet der mittelalterlichen Graphitkeramik war die Region Mähren, die von B. Dostál und Č. Staňa bearbeitet wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Aussagekraft dieser Publikationen ist für die Region Süddeutschland hinsichtlich Verbreitung und Fundaufkommen allerdings begrenzt und besitzt in erster Linie für wirtschaftsgeschichtlich-archäologische Fragestellungen Relevanz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verbreitung==&lt;br /&gt;
[[Datei:Krenz Abb. 3 GK Rauer Kulm.jpg|400px|thumb|right|Abb. 3: Graphittonware Rauher Kulm (Zeichnung und Bearbeitung: H. Losert, unpubliziert).]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Krenz Abb. 4 Verteilung a reduziert3.jpg|400px|thumb|right|Abb. 4: Verbreitungskarte Graphitkeramik (ohne Grauschwarz hartgebrannte Drehscheibenware). Die Nummern entsprechen den Nummern der Referenzkomplextabelle. Kartierung: J. Krenz. Graphische Umsetzung: F. Griessel.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Krenz Abb. 5 Eisentonkeramik Schustergasse.jpg|200px|thumb|right|Abb. 5: Eisentonkeramik Passau Schustergasse (Böhmer 2015, 81).]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das erneute Aufkommen der Graphitkeramik im Mittelalter nahm nach bisherigem Forschungsstand seinen Anfang in Österreich. Dort ist sie in wiederbesiedelten antiken Orten in den entsprechenden nachrömischen Schichten archäologisch im ausgehenden 8. Jh. nachweisbar, so in Tulln, Mautern und Wien. Sicher zu belegen ist die weitere Verbreitung im 9. Jh. im niederösterreichischen Donauraum. Von dort greift die Graphitkeramik im späten 9. und beginnenden 10. Jh. nach Mähren und die Gebiete nördlich, östlich und westlich davon aus (Felgenhauer-Schmiedt 1998, 200).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Mähren ist Graphitkeramik v.a. auf slawischen Burgen dokumentiert. Beispiele hierfür bilden der Burgwall Staře Zámsky bei Brno-Lišeň (ab frühem 10. Jh.), Zelená Hora (Anfänge im 10. Jh., stark vertreten im 11.–13. Jh.) und die Burg Přerov (ab 10. Jh.) (Staňa 1998, 88–114).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im heutigen Polen erreichte die Graphitkeramik ihre stärkste Verbreitung im 12./13. Jh., älteste Gefäße können aber bereits in Opole im 9./10. Jh. nachgewiesen werden (Zamelska 1998, 33). In schlesischen Gebieten finden sich Graphitgefäße z.B. in Chotěbuz-Podobora, Hradec nad Moravici und Stavenice ebenfalls ab der Mitte des 10. Jh. Im 11./12. Jh. steigt hier die Beliebtheit von Graphitkeramik in solchem Maße, dass alle Formen der Keramik mit Graphitmagerung hergestellt wurden und sie auf fast allen Fundstellenarten, auf befestigten Plätzen, in dörflichen Ortschaften, in Gräbern und Städten auftritt (Kouřil 1998, 39 ff.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In böhmischen Fundkomplexen wird Graphitkeramik eher selten geborgen. Dort nahm sie sowohl im Früh- als auch im Hochmittelalter nirgends eine dominierende Stellung ein. Erst ab dem 13. Jh. ist sie im Siedlungsmaterial in nennenswertem Umfang nachweisbar, scheint allerdings bereits im 14. Jh. keine Rolle mehr zu spielen (Mittelstraß 2007, 249).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im heutigen Deutschland ist mittelalterliche Graphitkeramik nach neuestem Forschungsstand sehr früh belegt. Mit dem Kastell Boiotro in [[Passau]] (Altjohann 2012, 92) und dem Rauhen Kulm (Freundlicher Hinweis PD. Dr. H. Losert, unpubliziert) bei Neustadt am Kulm sind Fundplätze verbürgt, deren Material bereits ins 8./9. Jh. datiert (Abb. 3). Falls es sich um Import handelt, kann als Herstellungsgebiet allein der niederösterreichische Raum in Frage kommen. Dies setzt einen intensiven Handelsaustausch mit dieser Region zu einem sehr frühen Zeitpunkt voraus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Graphitkeramik der Abtei [[Frauenwörth]] (Chiemsee) (Mittelstraß 2007, 257) und aus der Grabung am Donaumarkt in [[Regensburg]] (Freundlicher Hinweis I. Nießen) liegt Fundmaterial aus dem 9./10.–12. Jh. vor. Der Großteil der weiteren Fundplätze in Süddeutschland zeigt Material mit Datierungen zwischen dem 10.–13. Jh. Als westlichster Punkt von Graphitkeramik muss derzeit ein Fund von zwei Graphittonscherben vom nordwestlichen burgnahen Hangbereich des Schlosses Pappenheim im Lkr. Weißenburg-Gunzenhausen gewertet werden (Freundlicher Hinweis PD Dr. phil. habil. Schußmann: Scherbe Nr. 1 wurde zunächst als latènezeitlich publiziert – Schußmann 1997, 108, mit dem Fund einer – später gefundenen – passenden Randscherbe als mittelalterliches Fundgut des 11./12. Jh. n. Chr. identifiziert).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Betrachtung der Verbreitungskarte (die allerdings einen temporären Forschungsstand darstellt) zeigt eine Abnahme der Funddichte Richtung Westen in Relation zu den Graphitlagerstätten (Abb. 4).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die spätmittelalterliche/frühneuzeitliche [[Eisentonkeramik]] (Abb. 5) gelangte bedeutend weiter westlich und wartet mit Fundstätten in [[Ulm]] und Geislingen auf (Schreg, Blog Archaeologik 05.01.2015). Nachweisbar ist sie auch im Gebiet um Passau (Endres 1998, Mittelstraß 2007, Böhmer 2015), in Bad Aibling (Mittelstraß 2007), Regensburg (Wintergerst 1999), Murnau (Mittelstraß 1994) und auf der Saldenburg (Endres 1994). Irritierend ist hier allerdings die Fundarmut dieses Materials zwischen dem östlichsten und westlichsten bekannten Verbreitungspunkt in Deutschland. (Als weiterer Fundplatz kann lt. Zeichnungen und Beschreibungen die Abtei Frauenwörth in Chiemsee angenommen werden [Hänsel 1966, Tafeln 4.10 und 5.18].)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das massenhafte Auftreten &amp;quot;graphitengobierter&amp;quot; Scherben als Oberflächenfunde auf den Burgen des 12./13.–15. Jh. der Schwäbischen Alb, wo diese Ware unter der Bezeichnung „grauschwarz hart gebrannte Drehscheibenware“ firmiert (Bizer 2006), will sich nicht so recht in das bisher bestehende Muster einpassen lassen. Mit Masse dürfte es sich hier um fein polierte Keramik handeln, die an die [[Polierte jüngere graue Drehscheibenware (Ulmer Raum, SMa)|polierte jüngere graue Drehscheibenware]] des benachbarten Ulmer Raums erinnert und wohl dort anzugliedenr ist, aber keinen Graphit enthält.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In welcher Form Graphitton verhandelt wurde, ist nicht gesichert. Denkbare Alternativen wären der Handel mit fertigen Gefäßen, mit Graphitton als Rohmaterial oder mit Rohgraphit (Scharrer-Liška 2003, 46). An Fundplätzen, an denen nur vereinzelte Scherben in einem ansonsten andersgearteten Keramikspektrum auftreten, ist zudem die Möglichkeit zu bedenken, dass Graphitgefäße als reine Transportgefäße für Waren, bei denen die hydrophobe Eigenschaft des Transportgefäßes eine wichtige Rolle spielte (z.B. Salz), zufällig vor Ort gelangten. Dies könnte auf den Burgstall Warberg bei Neunburg vorm Wald, den Burgberg in Meißen oder die [[Oberwittelsbach, Burg Wittelsbach|Burg Wittelsbach]] zutreffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warenart(en)==&lt;br /&gt;
Der Umgang mit dem Begriff der „[[Warenart]](en)“ ist in der Keramikforschung insofern problematisch, als dass er im deutschsprachigen Raum mit verschiedenen Inhalten belegt wird. U. Gross steht stellvertretend für eine Forschungsrichtung, die unter „Warenart“ Keramikgruppen fasst, die formale und technische Merkmale in sich vereinen. G. Scharrer-Liška als wichtige Vertreterin der hier behandelten Keramik versteht unter „Warenart“ Keramikgruppen gleichen Materials und Herstellungstechnik ([[Materialgruppe]]n), die formale Kriterien vorerst als irrelevant definiert, da die meisten Formen – je nach Zeitstellung – in sehr unterschiedlichen Warengruppen auftreten können (Scharrer-Liška 2007, 76).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für den süddeutschen Raum wurden bislang nur wenige Versuche unternommen, die mittelalterliche Graphitkeramik zu untergliedern. Als frühestes Beispiel kann B. Hänsel angeführt werden, der bei der Bearbeitung des Fundplatzes Abtei [[Frauenwörth]] (Chiemsee) die Graphitkeramik in drei Unterklassen (D 1–3) unterteilt (Abb. 6) (Hänsel 1966, 177). Da bei seiner Unterteilung auch latènezeitliches Material Eingang findet, des Weiteren die Datierung durch den frühen Zeitpunkt der Bearbeitung des Fundkomplexes (1966) ungewiss erscheint, eignet sich diese Warenartuntergliederung nur bedingt. Ein weiteres Modell der Untergliederung liefern B. Engelhardt und R. Pleyer bei ihrer Bearbeitung des Burgstalls Saunstein (Engelhardt/Pleyer 1986, 71). Sie unterscheiden die drei „Macharten“ A – C. Dabei ist allerdings nur Machart B sicher als Graphitkeramik zu identifizieren, Machart A und C beinhalten sowohl Graphitkeramik als auch Keramik mit Glimmer- und [[Goldglimmer]]magerung. Auch dieses Modell greift in seiner Einteilung zu kurz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Abb. 6: Warenarten nach Hänsel 1966, 177 ff.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Warenart/Eigenschaften&lt;br /&gt;
! D1&lt;br /&gt;
! D2&lt;br /&gt;
! D3&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Graphitanteil&lt;br /&gt;
| sehr hoch&lt;br /&gt;
| weniger Graphit als D1&lt;br /&gt;
| ziemlich hoch&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Magerung&lt;br /&gt;
| fein, bisweilen gröber&lt;br /&gt;
| fein, wenig körnige Magerungszusätze&lt;br /&gt;
| fein&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Brand&lt;br /&gt;
| nicht besonders hart&lt;br /&gt;
| mittelhart&lt;br /&gt;
| hart&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Bruch&lt;br /&gt;
| schwärzlich-silbern&lt;br /&gt;
| -----&lt;br /&gt;
| -----&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Oberfläche&lt;br /&gt;
| schwärzlich-silbern, manchmal rötlichbraun&lt;br /&gt;
| silbrig-schwarz&lt;br /&gt;
| porös, silbrig bis grau&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Zeitstellung&lt;br /&gt;
| wahrscheinlich – wenigstens teilweise Latènezeit&lt;br /&gt;
| Mittelalter?&lt;br /&gt;
| Mittelalter?&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Gefäßform&lt;br /&gt;
| weitmundige Töpfe mit kurz einschwingender Halszone und hoher Randlippe; bauchige Töpfe mit Trichterhals; große, flache Schalen mit sehr breitem Rand&lt;br /&gt;
| bauchiges Gefäß mit abgesetzter, steiler Schulterzone und abgewinkeltem, flachen Trichterhals; Bodenstücke eines Gefäßes mit flach ansteigender Wandung; Gussform für Perlen&lt;br /&gt;
| hohe Gefäße mit verdicktem und nach unten gebogenem Rand; Bodenscherben von steilen Gefäßen; Bodenscherben von bauchigen Gefäßen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Verzierung&lt;br /&gt;
| eng gestellte und tief eingeschnittene senkrechte Rillen auf Gefäßkörper; Rillen in Furchentechnik auf dem Hals der Schale&lt;br /&gt;
| häufig flache Wellenlinienmuster mit breiter Ritztechnik; breite waagerechte Rillen&lt;br /&gt;
| keine bekannt; 1 Abdruck eines Kreuzes als Töpfermarke&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
G. Scharrer-Liška bietet ein Modell der Warenarten ihres Bearbeitungsgebietes (Niederösterreich) an, in welchem sie sieben Warengruppen definiert, von denen Warenarten 1–3 verschiedene Formen der Graphitkeramik aufnehmen (Scharrer-Liška 2007, 76).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Abb. 7: Warenarten nach Huber u.a. 2003, 46.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;width:10em;&amp;quot; | Waren-/Keramikart 1&lt;br /&gt;
| Graphitkeramik (reduzierend gebrannt, sehr  hoher Graphitanteil)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Waren-/Keramikart 2&lt;br /&gt;
| „Ummäntelte“ Graphitkeramik (keine tatsächliche Ummäntelung mit Tonschlicker, wie in älterer Literatur oft angegeben, sondern Wechselbrand, bei dem sekundär unter oxidierender Atmosphäre der Graphit verbrannt wurde und dadurch die Oberfläche, im Gegensatz zum grauen Kern, braune bis rötlich-orange Farbe erhielt)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Waren-/Keramikart 3&lt;br /&gt;
| Stark glimmerhaltige Graphitkeramik (reduzierend gebrannt)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Waren-/Keramikart 4&lt;br /&gt;
| „Eisentonware“ (spätmittelalterliche, reduzierend gebrannte, gering bis mittelstark graphitgemagerte Keramik)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Waren-/Keramikart 5&lt;br /&gt;
| „Grautonware“ (reduzierend gebrannte Irdenware, vor allem steinchengemagert)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Waren-/Keramikart 6&lt;br /&gt;
| Wechselhaft gebrannte Irdenware&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Waren-/Keramikart 7&lt;br /&gt;
| Oxidierend gebrannte Irdenware&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Waren-/Keramikart 8&lt;br /&gt;
| Bleiglasierte Irdenware&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer Publikation von E. H. Huber/K. Kühtreiber/G. Scharrer aus dem Jahr 2003 tritt als Warenart 4 noch die Eisentonkeramik hinzu (Abb. 7) (Huber/Kühtreiber/Scharrer, 2003, 46).&lt;br /&gt;
Ein weiteres System wurde von K. Kühtreiber 2006 publiziert, in welchem sie Graphitkeramik wiederum als EINE Warenart definiert, als primäres Unterscheidungskriterium die Stärke der Magerung wählt und dieser den Brand als Differenzierungsmerkmal unterordnet (Kühtreiber 2006, 96).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den benannten Beispielen wird ein grundsätzliches Problem bei der Erfassung der Graphitkeramik deutlich. Während in Deutschland Graphitkeramik als EINE Warenart definiert wird, die über formale Kriterien weiter untergliedert wird, versteht man im österreichischen Raum Graphitkeramik als Oberbegriff, die existierenden Varianten nach der Definition von G. Scharrer-Liška als eigene Warenarten (außer im System von K. Kühtreiber). Diese kommunikative Unschärfe erschwert die Parallelisierung von Systematisierungssystemen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allen diesen Modellen ist gemeinsam, dass sie sich auf einen konkreten Fundplatz oder ein territorial begrenztes Gebiet beziehen und somit den Rahmen für die Untergliederung sehr eng abstecken. Eine eigene, unabhängige Untergliederung für das süddeutsche Fundgut als fast ausschließlichen Import ignoriert die Herkunft und die damit verbundenen Interpretationsmöglichkeiten. Um die mit der Graphitkeramik in Zusammenhang stehenden Fragestellungen beantworten zu können, erscheint ein Denken in größeren Zusammenhängen sinnvoll. Nötig wäre hier eine – nur der Graphitkeramik in allen ihren Ausprägungen vorbehaltene – Warenartgliederung, die sowohl archäometrische als auch formale Kriterien beinhaltet, sich länderübergreifend auf die Herstellungsregionen stützt und so die Chance bietet, das in den Importregionen zu Tage getretene Fundgut zeitlich und räumlich einzuhängen. Damit wären die Voraussetzungen zur Beantwortung vieler archäologischer Fragen rund um diese Form der Keramik geschaffen. Da diese überregionalen Gliederungen für die Herstellungsgebiete noch fehlen, muss dies zukünftigen Generationen überlassen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Varianten==&lt;br /&gt;
Graphit wurde in unterschiedlicher Weise eingesetzt, um dem Ton von Gefäßen eine höhere Funktionalität, den Gefäßen selbst ein höheres Prestige oder einen gesteigerten Marktwert zu verleihen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Übereinstimmung mit T. Mittelstraß (Mittelstraß 2007, 235 mit Anm. 1) und G. Scharrer-Liška (Scharrer-Liška 2003, mit Anm. 1) wird hier der Begriff „Graphitkeramik“ verwendet und darunter jede Form von mit Graphit behandeltem Ton verstanden. Der in der Literatur oft synonym verwendete Begriff [[Graphittonkeramik]] bleibt ausschließlich der mit Graphit gemagerten Keramik vorbehalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Graphittonkeramik]]&lt;br /&gt;
*[[Graphitengobierte Keramik]]&lt;br /&gt;
*[[Graphitierte Keramik]]&lt;br /&gt;
*[[Ummäntelte Graphittonkeramik]]&lt;br /&gt;
*[[Keramik mit Graphitbemalung]]&lt;br /&gt;
*[[Eisentonkeramik]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Formen==&lt;br /&gt;
[[Datei:Krenz Abb. 14 Entwicklung Topfformen.png|250px|thumb|left|Abb. 8: Entwicklung graphithaltiger Topfformen in Österreich (Scharrer-Liška 2007, 37).]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Krenz Abb. 15 Bügelkannen.jpg|300px|thumb|right|Abb. 9: Henkel von Bügelkannen, Graphitkeramik (Foto: J. Krenz, Lesefund Hr. Hartl, Freyung, AO: BLfD Regensburg).]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die keramischen Formen der Graphitkeramik entwickeln sich im Früh- und Hochmittelalter zunächst analog der Formen der graphitfreien Keramik. Das keramische Spektrum ist in dieser Periode sehr eingeschränkt und erstreckt sich fast ausschließlich auf Töpfe, vereinzelt auch Backteller (Abb. 8).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Sonderformen von Töpfen können in Österreich ab dem 11. Jh. speziell gestaltete Vorratsgefäße identifiziert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Beginn des Hochmittelalters erweitert sich das Formenspektrum auf Deckel, Pfannen und Schüsseln, ab dem 12. Jh. kommen Bügelkannen und ab dem 13. Jh. Krüge und Aquamanile hinzu (Scharrer-Liška 2003, 8) (Abb. 9). Dies lässt sich mit der Differenzierung der sozialen Gepflogenheiten, d.h. von Haushalts- und Tischsittengestaltung parallelisieren, die vom südwestlichen und südlichen Deutschland (vermutlich durch den von hier ausgehenden Landesausbau) in den österreichischen Donauraum wirkt (Scharrer-Liška 2007, 34). Erst im ausgehenden Spätmittelalter und v.a. mit dem Aufkommen der Eisentonkeramik minimiert sich das Formenspektrum der Graphitkeramik und beschränkt sich auf Töpfe, Vorratsgefäße, Schmelztiegel, technische Keramik und Kacheln, für die die besonderen Eigenschaften der Graphitkeramik von bedeutendem Vorteil waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine gegenläufige Entwicklung nimmt die graphitengobierte grauschwarz hartgebrannte Drehscheibenware. Ihr Typenspektrum erweitert sich im Spätmittelalter enorm und weist neben den weiterhin dominierenden Töpfen auch Kannen, Flaschen, Dreifußgefäße, Schüsseln, Lampenschälchen, verschiedene Deckelformen und kugelförmige Becher auf (Bizer 2006, 50 f.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verzierungen==&lt;br /&gt;
[[Datei:Krenz Abb. 16 GK Wittelsbach.jpg|200px|thumb|right|Abb. 10: Graphittontopf mit Wellenverzierung, Burg Wittelsbach (R. Koch 1993, 126).]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grundsätzlich folgte auch die Verzierung der Graphitkeramik den Entwicklungen, die graphitfreie Keramik im Mittelalter nahm. Im Frühmittelalter, teilweise auch im Hochmittelalter, scheinen die Gefäße üppiger verziert als in späteren Zeiten. Als vorherrschende Verzierungen der frühen Periode können Wellenlinien, Wellenbänder, Einstichmuster und horizontal umlaufende Dekore identifiziert werden (Abb. 10). Diese werden später durch horizontal umlaufende Linien oder Linienbänder abgelöst, von Dekoren also, die durch das Aufkommen der Töpferscheibe wahrscheinlicher werden. Spätestens mit dem städtischen Handwerk, das bereits einer vorindustriellen Herstellung glich, wurden Verzierungen scheinbar nur dann angebracht, wenn es der Herstellungsprozess erlaubte (Scharrer-Liška 2007, 23).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verzierungen des Fundmaterials aus Süddeutschland zeigen eine kongruente Entwicklung. Als früheste Muster treten Wellenlinien verschiedenster Ausprägungen, z.T. zwischen umlaufenden Rillen, Schrägkerben- und Tupfenreihen, innenverzierte Ränder, Bodenmarken bzw. Töpferzeichen in Form von Kreuzen sowie im Hochmittelalter breite Gurtbänder auf Vorratsgefäßen auf. Eisentonwaren zeichnen sich regelhaft durch Stempelmarkierungen sowie Rillen/Riefen unter dem Rand aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Herstellungstechnik==&lt;br /&gt;
Die Herstellung von Graphitkeramik im Mittelalter erfolgte zunächst analog der Herstellung anderer Warenarten. Der Töpfer musste den Ton aufbereiten. Dazu wurde der Rohstoff der Witterung ausgesetzt, das sogenannte Wintern, Wettern oder Einsumpfen setzte ein. Danach erfolgte das Schlemmen des Tones, Verunreinigungen und überflüssiges Wasser wurden entfernt. Das anschließende Kneten minimierte mögliche Luftblasen und erhöhte die Bearbeitbarkeit des Tones (Felgenhauer-Schmiedt, o. J., 35). Die Magerung eines Tones mit Graphit ist mit einigen zusätzlichen Arbeitsschritten und Herausforderungen verbunden. Ein natürlicher hoher Graphitgehalt oder starker künstlicher Graphitzuschlag im Ton verringern dessen Plastizität, weshalb es schwierig ist, mit diesem Ton dünnwandig zu arbeiten. Dies wird als Grund angeführt, dass insbesondere die frühen, stark graphithaltigen Gefäße ein eher archaisches Aussehen hatten und als plumpere Varianten der graphitfreien Gefäße galten. Erst mit dem Aufkommen von Drehhilfen und Tonen, die tendenziell immer weniger Graphit enthielten, ist eine Verfeinerung des Bildes der Graphitkeramik zu beobachten (Mittelstraß 2007, 236, Scharrer-Liška 2007, 21 f.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund seiner hydrophoben Eigenschaften ist Graphit im feuchten Zustand nur schwer mit dem Ton zu vermischen. Um eine gleichmäßige Textur des Tones zu erreichen, werden zwei mögliche Varianten der Herstellung diskutiert. Eine Möglichkeit stellt die Vermischung unter starkem körperlichem Einsatz durch das Abtreten mit den Füßen dar. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, sowohl Ton als auch Graphit zunächst zu trocknen, zu zerreiben, wieder zu vermischen und mit Wasser zu versetzen (Scharrer-Liška 2007, 21). Im Frühmittelalter sprechen Dickwandigkeit der Gefäße, unregelmäßige Formgebung und senkrechte Verstreichspuren an den inneren Gefäßwänden für einen Handaufbau. Im Hochmittelalter liefert das Vorhandensein von Bodenmarken und Quellböden Hinweise auf die Verwendung von handgetriebenen Drehhilfen (Scharrer-Liška 2007, 21 ff.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor dem Brennen des Tones wurden Einstiche oder Schnitte in die dickeren Teile des Gefäßes eingebracht, um eine schnellere und gleichmäßigere Trocknung des Tones zu erreichen und das Risiko des Reißens während des Brennvorgangs zu minimieren. Graphit oxidiert bei Sauerstoffzufuhr bei 400–500°C und verbrennt bei 700–1000°C, unter reduzierenden Bedingungen setzt diese Reaktion erst bei ca. 3.500°C ein. Die Brennatmosphäre wurde entsprechend entweder reduzierend gestaltet oder die Gefäße wurden bei sehr niedrigen oxidierenden Temperaturen gebrannt (Scharrer-Liška 2007, 25). Für die unter reduzierenden Bedingungen hergestellte frühmittelalterliche Graphitware von Thunau am Kamp in Niederösterreich konnte mittels mikroskopischer Untersuchungen festgestellt werden, dass der Brenntemperaturbereich zwischen 700–900°C lag (Dell’Mour 2002, 91).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verbesserung der Brenntechnik vom Früh- zum Hochmittelalter ermöglichte in Niederösterreich dann das Aufkommen der Ummäntelten Graphittonkeramik (Scharrer-Liška 2007, 25).&lt;br /&gt;
Bei der Herstellung engobierter Graphitkeramik wurde auf ein graphitfreies, lederhartes Gefäß vor dem Brand eine Graphitengobe aufgebracht. Diese Engobe war vermutlich eine Mischung aus geschlämmtem Ton und Graphitbrei. Das Auftragen erfolgte mit einem Tuch oder Leder, Begießen oder Tauchen kamen, wie experimentalarchäologische Versuche zeigten, eher nicht in Betracht, da sich wegen der Saugfähigkeit des lederharten Materials eine zu dicke Engobeschicht bildet, die zu Blasenbildung und Abplatzungen neigt (Böhmer 2008, 146). Der Brand graphitengobierter Waren setzte ab der mittleren Brennphase einen kontrollierten Reduktionsbrand voraus. Beim Nachheizen musste der zugeführte Sauerstoff vollkommen im Feuerraum verbrennen und durfte nicht an die Ware gelangen, um den Graphit an der Oberfläche zu halten (Böhmer, 2008, 149).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Graphitierung der Keramik erfolgte erst nach dem Brand der Gefäße. Dazu wurde das Keramikobjekt mit Graphitstaub eingerieben. Eventuell erfolgte ein kurzer Stabilisierungsbrand (Mittelstraß 2007, 242).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Scherbenbeschaffenheit==&lt;br /&gt;
Die Scherbenbeschaffenheit, d.h. Merkmale wie Magerungsdichte, Magerungsgröße, Härte, Farbe, Beschaffenheit der Oberfläche, Brandatmosphäre, Wandstärke und Porosität variieren innerhalb der verschiedenen Ausprägungen der Graphitkeramik und deren zeitlichen, örtlichen und technischen Modifikationen derart stark, dass sie hier nicht zusammengefasst werden können. Erschwerend kommt hinzu, dass einheitliche Merkmale in der Literatur zu den süddeutschen Fundkomplexen nur z.T. publiziert wurden, so dass sich aufgrund des begrenzten Informationsstandes Aussagen verbieten. Generell scheint sich bei den frühen Formen aber abzuzeichnen, dass Graphitkeramik im Vergleich zur sonstigen mittelalterlichen Keramik deutlich weicher gebrannt ist. Wenn benannt, erreicht die Keramik selten mehr als den Härtegrad „2“ nach Mohs. Auch ist beim süddeutschen Fundgut meist von einer reduzierenden Brandführung auszugehen. Dies ist allerdings in den Kontext eines fehlenden Forschungsstandes zu anderen Varianten der Graphitkeramik im süddeutschen Raum zu stellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als abweichende Ausnahmeerscheinung treten wieder die Oberflächenfunde aus den Burgen der Schwäbischen Alb auf. Diese Art der engobierten Graphitkeramik ist hart bis sehr hart gebrannt, im Bruch einheitlich grau bis mittelgrau und gleichförmig dunkel bis schwarzgrau auf der Oberfläche (Bizer 2006, 50).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Sozialer Kontext==&lt;br /&gt;
Graphitkeramik tritt im gesamten Verbreitungsgebiet sowohl im dörflichen Raum als auch in aufkommenden städtischen Siedlungen und auf Burgen auf. Beim Siedlungstyp der Burgen ist – wie im österreichischen Raum – in Süddeutschland keine Einheitlichkeit zu verzeichnen. Auf manchen Burgen ist Graphitkeramik nachweisbar, an anderen Fundplätzen fehlt sie im Fundgut. G. Scharrer-Liška sieht hierin einen Hinweis auf unterschiedliche Funktionen oder Nutzungsweisen der Burgen (ländliches Gehöft oder adeliges Milieu) (Scharrer-Liška 2007, 74).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Graphitgemagerte Vorratsgefäße scheinen sich im österreichischen Verbreitungsgebiet vorwiegend im ländlich-dörflichen Bereich, aber auch in Siedlungen fassen zu lassen, die sich später zu Städten entwickelten (Scharrer-Liška 2007, 74). Für Süddeutschland sind aufgrund der geringen Funddichte keine eindeutigen Aussagen zu treffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Generell scheint es bis zum Ende des Hochmittelalters zwischen sozialen Schichten so gut wie keine Unterschiede bei der Verwendung von Graphitkeramik gegeben zu haben, zumindest sind in Gebieten mit besserem Forschungsstand durchwegs überall gleiche Formen und gleiche Wertschätzung zu verzeichnen. Erst im Spätmittelalter ist eine gewisse Differenzierung hinsichtlich Qualität und Anteile verschiedener Formen im städtischen und ländlichen Milieu greifbar (Scharrer-Liška 2007, 74).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wertschätzung, die Graphitkeramik erhalten hat, ist sicherlich an den Reparaturspuren ablesbar. Trotz des geringen Fundaufkommens sind für Süddeutschland diese Flickungen für mindestens drei Fundkomplexe sicher belegt, den Rauhen Kulm und die Burgen Wittelsbach und Sulzbach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Forschungsfragen==&lt;br /&gt;
Graphit als lagerstättenbedingt begrenzt vorkommendes Mineral in Verbindung mit Graphitkeramik als weit verhandeltem archäologischen Fundgut bietet der Forschung ein breites Feld von Fragen (Kouřil 1998, 38, Bogusław 1938, 18).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fragenkomplex zum Material&lt;br /&gt;
*Gründe für die Nutzung von Graphit als Magerungsbestandteil&lt;br /&gt;
*Bestimmung der Funktion der Gefäße&lt;br /&gt;
*Herstellungs- und Produktionstechnik der Keramik, Brennverfahren, Aussagen über technische Weiterentwicklungen im Töpferhandwerk&lt;br /&gt;
*Naturwissenschaftliche Untersuchungen hinsichtlich der Beziehung von Magerungsanteil des Graphits, Magerungsgröße der Graphitpartikel und den physikalischen Eigenschaften der Gefäße&lt;br /&gt;
*Einfluss von sekundären Formationsprozessen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Chronologische Fragestellungen&lt;br /&gt;
*Beginn der Graphitkeramikproduktion in den verschiedenen Regionen und ihre Fortentwicklung im Hoch- und Spätmittelalter&lt;br /&gt;
*Datierung der verschiedenen Formen und Warenuntergruppen&lt;br /&gt;
*Import- und/oder Kreuzdatierung für Fundplätze in Importregionen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Typologische und morphologische Fragestellungen (Kouřil 1998, 38)&lt;br /&gt;
*Randformen, Gefäßformen, typologische Reihen&lt;br /&gt;
*Tektonik der Gefäße&lt;br /&gt;
*Bearbeitung der Oberfläche, Verzierungen, Dekor, Markenzeichen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wirtschaftsgeschichtliche Fragestellungen&lt;br /&gt;
*Provenienz der Tone und des Graphits&lt;br /&gt;
*Transportwege, Handelsrouten, Richtungen und Weisen des Vertriebs (Gefäße, Ton, Graphit als Rohstoff?)&lt;br /&gt;
*Organisation des Töpferhandwerks (grundherrschaftlich, regional)&lt;br /&gt;
*Identifikation von Töpfermanufakturen und Absatzmärkten&lt;br /&gt;
*Beobachtungen von Veränderungen und Rückschlüsse auf gesellschaftliche Umbrüche&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Soziale Fragestellungen&lt;br /&gt;
*Sozialer Kontext, Informationen zum Arbeits- und Alltagsleben der Nutzer und Hersteller&lt;br /&gt;
*Definition von sozialen Kontakträumen&lt;br /&gt;
*Aussagen hinsichtlich gesellschaftlicher Stellung von Bevölkerungsschichten sowie entsprechender sozialer Strukturveränderungen&lt;br /&gt;
*Aussagen zur „Wertigkeit“ bestimmter Merkmale der Keramik und Rückschlüsse auf dahinterstehende soziale, psychologische und identitätsstiftende Wahrnehmungs-, Denkmuster und Bedeutungsebenen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Naturwissenschaftliche Analysen==&lt;br /&gt;
Bisher wurden erst wenige wissenschaftliche Analysen an Graphitkeramik durchgeführt, die sich auf die Warenart als Solche beziehen. Als umfassendste kann die Untersuchung von G. Duma und C. Ravasz „Graphithaltige Gefäße aus Österreichs Mittelalter“ (1976) benannt werden, in der verschiedene Aspekte im Zusammenhang mit dieser Keramikart untersucht wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein wesentliches Element bei der wissenschaftlichen Erforschung der Graphitkeramik ist die Bestimmung ihrer physikalischen und chemischen Eigenschaften, d.h. die Untersuchung der Rolle des intentionell in den Ton beigegebenen Graphits bzw. der bewussten Nutzung von Graphiterde – einem natürlichen Verwitterungsprodukt in Regionen des Vorkommens von Graphit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Testserie bei Duma/Ravasz (Duma/Ravasz 1976, 234 ff.) wurden vier Graphittonproben auf der Basis gleichartigen Tons mit jeweils 5%, 10%, 20% und 40% feingekörntem Naturgraphit gemagert (bei 84% Kohlenstoffgehalt des Graphits ergab dies Proben mit 4,2%, 8,4%, 16,8% und 33,6% Kohlenstoff) und bei 900°C reduzierend gebrannt. Für einen 15 mm dicken Scherben wurden folgende Ergebnisse erzielt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hydrophobie: Bei den Testserien wurde festgestellt, dass die Probe mit 16,8% reiner Graphitmagerung kein Wasser mehr aufnahm, sowohl die Oberfläche als auch die Gesamtmenge des Scherbens als hydrophob gelten konnte. Diese Eigenschaft nahm kontinuierlich mit abnehmenden Graphitgehalt ab. In der Konsequenz bedeutet dies, dass zwischen einer Graphitmagerung von 8,4% und 16,8% die Irdenware eine Wasserundurchlässigkeit erreicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wärmeleitfähigkeit: Hierfür wurde die Probe mit 16,8% Graphitmagerung sowie ein gleichwertiger 15 mm dicker graphitfreier Scherben hinsichtlich der Frage untersucht, welcher Zeitraum nötig ist, sowohl Innen- als auch Außenseite eines Gefäßes auf eine Temperatur von 105°C zu erhitzen. Während für das graphitfreie Gefäß hierfür 17 min nötig waren, erreichte das mit 16,8% graphitgemagerte Gefäß diese Temperatur nach 9,5 min.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Temperaturwechselbeständigkeit: Die Wärmeausdehnung des Scherbens (Dilatation) nimmt infolge des Graphitgehaltes ab, bereits beträchtlich bei einer Magerung mit 16,8% Graphit, wodurch das Gefäß eine deutlich höhere Widerstandsfähigkeit gegen Temperaturschwankungen entwickelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Gefäße mit einer Graphitengobierung eines ansonsten graphitfreien Tones die Eigenschaften von graphithaltigen Tongefäßen nicht aufweisen können (Duma/Ravasz 1976, 236).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Untersuchung von G. Duma/R. Ravasz wurden weitere Ergebnisse formuliert, die eine breitere Diskussionsbasis für offene Forschungsfragen hinsichtlich der süddeutschen Graphitkeramik schaffen:&lt;br /&gt;
*Eine naturwissenschaftliche Untersuchung von vier österreichischen und drei ungarischen Proben, die aufgrund ihrer äußeren Merkmale als „identische Wiener Gefäße“ archäologisch angesprochen wurden, ergab keine Herkunft aus den gleichen Gebieten. Die archäologische Bestimmung der drei ungarischen Proben konnte mit Recht angezweifelt werden (Duma/Ravasz 1976, 228). Graphitkeramik aus Süddeutschland wird fast ausschließlich als Importware definiert. Aufgrund der Tonbeschaffenheit und formaler Kriterien der Scherben werden Bezüge zu möglichen Herstellungszentren und daraus resultierend Thesen zu Handelbeziehungen, sozialen Kontakträumen und grundherrschaftlicher Durchdringung formuliert. Das Ergebnis der Untersuchung zeigt die Notwendigkeit für ein Bewusstsein über derartige Fehlerquellen.&lt;br /&gt;
*Anders als in der Literatur geäußert, verlieren regelmäßig erhitzte Gefäße einen Teil ihres Kohlenstoffs auch während des Gebrauchs. Bei jedem nicht reduzierendem Brand, dem Graphitkeramik ausgesetzt wird (also auch bei Überhitzung am Kochfeuer), oxidieren Graphitanteile zu Kohlenstoffdioxid und entweichen als Gas (Endres 182, 52; ebenso: Duma/Ravasz 1976, 234). Graphithaltige Tongefäße können demnach nicht nur aufgrund ihres Kohlenstoffgehaltes in Gruppen systematisiert werden. Dies ist im Hinblick auf die Definition von Warenuntergruppen anhand des Graphitgehalts von nicht unbeträchtlichem Belang.&lt;br /&gt;
*Graphithaltige Tongefäße können im Boden eingebettet den korrosiven Wirkungen der Bodenumgebung dauerhaft widerstehen. Es konnten keine auf Rehydratationsprozesse hindeutende Charakterzüge festgestellt werden (Duma/Ravasz 1976, 234).&lt;br /&gt;
Dass Graphitkeramik durch sekundäre Formationsprozesse dennoch Veränderungen durchläuft, zeigen zwei anpassende Scherben von Eisentonkeramik aus einer Notgrabung in [[Ulm, Weinhof|Ulm (Weinhof 23)]], von denen eine noch einen deutlichen Graphitanteil aufweist, die andere aber nicht (Schreg Blog Archaeologik (05.01.2015)).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere wissenschaftliche Untersuchungen stellen über die Analyse der mineralogisch-petrographischen Bestandteile der Graphittone die archäologische Fragestellung nach der Herkunft des Graphits und des Rohtones sowie damit in Zusammenhang stehende Thesen zu wirtschaftsgeschichtlichen Fragestellungen in den Vordergrund.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu nennen sind hier die Publikationen von R. W. Dell’Mour „Mikroskopische Untersuchungen an frühmittelalterlicher Keramik von Thunau am Kamp, NÖ Lokalware – Importe – Rohstoffherkunft“ (2002), J. Dvorská/L. Poláček/G. Schneider „Chemische Analyse der Keramik von Mikulčice“ (1998) und M. Gregerová/R. Procházka „Erste Ergebnisse naturwissenschaftlicher Untersuchungen an Graphittonkeramik aus Brno (Brünn)“ (1998). Für Süddeutschland besitzen diese Untersuchungen aufgrund ihrer Regionalität nur wenig Aussagekraft, können aber als Vorbild für ähnliche Untersuchungen dienen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Fazit==&lt;br /&gt;
Für die Archäologie bietet die Erforschung der Graphitkeramik aus verschiedenen Gründen erhebliche Möglichkeiten zum Erkenntnisgewinn. Diese reichen von typologischen und morphologischen Fragestellungen, der Herstellungs- und Produktionstechnik der Keramik über die Bestimmung der Funktion der Gefäße bis zu Aussagen zum Alltags-, Arbeitsleben und dem sozialen Kontext der Nutzer und Hersteller. Zusätzlich können naturwissenschaftliche und chronologische Thesen sowie wirtschaftsgeschichtliche Fragestellungen hinsichtlich Handelsrouten, Richtungen und Weisen des Vertriebs und die grundherrschaftliche oder regionale Organisation des Töpferhandwerks aufgeworfen werden. Gleichzeitig stellt mittelalterliche Graphitkeramik die Archäologie aber auch vor enorme Herausforderungen. So ist bis heute eine Unterscheidung vor- und frühgeschichtlicher zu mittelalterlicher Graphitkeramik ausschließlich über die Bestimmung von Rand- und Gefäßformen möglich. Dies stellt eine nicht unerhebliche Fehlerquelle für die Interpretation dar, die wegen des in Süddeutschland nur begrenzt vorhandenen Fundmaterials eine beachtliche Relevanz besitzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kerngebiet der Herstellung der Graphitkeramik ist nach heutigem Forschungsstand im österreichischen Donauraum und in Mähren zu lokalisieren. Die umliegenden Regionen Böhmen, Schlesien und Bayern können in erster Linie als Importregionen interpretiert werden. Eine Beantwortung der genannten Fragestellungen ist demnach nur durch internationale Zusammenarbeit über die heutigen politischen Grenzen hinweg möglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die wissenschaftliche Bearbeitung dieser Keramikvariante setzt aufgrund der Besonderheiten des Material Graphit eine enge Zusammenarbeit mit den Naturwissenschaften und der experimentellen Archäologie voraus. Sie wird damit zum Gegenstand sowohl internationaler wie interdisziplinärer Projekte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Referenzkomplexe Graphitkeramik==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Referenzkomplexe Graphitkeramik (ohne Grauschwarz hartgebrannte Drehscheibenware)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
!&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;width:11em;&amp;quot;| Fundort&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;width:8em;&amp;quot;| Warenart&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;width:7em;&amp;quot;| Koordinaten&lt;br /&gt;
! Fundart&lt;br /&gt;
! Feldkampagnen (FK) &amp;lt;br /&amp;gt; Literatur (L)&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;width:14em;&amp;quot;| Datierung&lt;br /&gt;
! Beschreibung &amp;lt;br /&amp;gt; Formen (F), Verzierung (V), Scherbenbeschaffenheit (SB)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 1&lt;br /&gt;
| Kastell Boiotro, &amp;lt;br /&amp;gt; Passau&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 34′ 11,2″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 27′ 44,5″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 387 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| FK: 1974–1978 Rainer Christlein, BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; L: M. Altjohann 2012&lt;br /&gt;
| 8./9.–12. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Töpfe, Schalen, Schüsseln, Flachdeckel, Spinnwirtel, Ausgusstüllen &amp;lt;br /&amp;gt; V: gegenständige Wellenbandzier, Bodenmarken &amp;lt;br /&amp;gt; SB: dunkel- bis braungrau, seifig, schimmert metallisch, hoher Graphitanteil in der Magerung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 2&lt;br /&gt;
| Rauher Kulm, &amp;lt;br /&amp;gt; Bad Neustadt am Kulm&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 49° 49′ 44″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 50′ 58″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 681 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 2009 und 2014 H. Losert &amp;lt;br /&amp;gt; L: Freundlicher Hinweis PD Dr. H. Losert (unpubliziert)&lt;br /&gt;
| 8./9. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Töpfe &amp;lt;br /&amp;gt; V: Wellenlinien &amp;lt;br /&amp;gt; SB: braun, grau-schwarz, mittlerer Graphitanteil in der Magerung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 3&lt;br /&gt;
| Abtei [[Frauenwörth]], &amp;lt;br /&amp;gt; Chiemsee&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 47° 52′ 18″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 12° 25′ 30″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 515 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Kloster&lt;br /&gt;
| FK: 1961–1964 A. Stroh, BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; L: B. Hänsel 1966 &amp;lt;br /&amp;gt;    T. Mittelstraß 2007&lt;br /&gt;
| 9./10.–12.Jh.&lt;br /&gt;
| F: Töpfe, Gussformen für Perlen &amp;lt;br /&amp;gt; V: Wellenlinien, breite waagerechte Rillen, Töpfermarke &amp;lt;br /&amp;gt; SB: silbrig schwarz bis grau, feine Magerung, Graphitanteil mittel bis sehr hoch, mittelhart bis hart &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 4&lt;br /&gt;
| Pleinting&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 39′ 31″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 7′ 11″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 343 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Lesefund&lt;br /&gt;
| Lesefund &amp;lt;br /&amp;gt; L: R. Reinecke 1936&lt;br /&gt;
| Frühmittelalter&lt;br /&gt;
| Nur textliche Erwähnung: &amp;lt;br /&amp;gt; „Randscherbe eines weiten Beckens aus Graphitton“&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 5&lt;br /&gt;
| „Randesberger Hof“ in Cham&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 49° 13ʹ 32,5″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 12° 39ʹ 17,9″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 372 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| FK: 1971 &amp;lt;br /&amp;gt; L: H. Wolf 1971&lt;br /&gt;
| Frühmittelalter&lt;br /&gt;
| Textliche Erwähnung der Möglichkeit, dass eine gefundene Graphittonscherbe auch ins Frühmittelalter datieren könnte&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 6&lt;br /&gt;
| Burg Wittelsbach, &amp;lt;br /&amp;gt; Oberwittelsbach&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 28′ 7″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 10′ 34,3″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 515 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1978–1981 Dr. W. Sage/A. Dransfeld &amp;lt;br /&amp;gt; L: R. Koch 1993 &amp;lt;br /&amp;gt;    T. Mittelstraß 2007&lt;br /&gt;
| 10./11. Jh. (R. Koch) &amp;lt;br /&amp;gt; 11./12. Jh. (T. Mittelstraß)&lt;br /&gt;
| F: Topf &amp;lt;br /&amp;gt; V: Wellenlinie zwischen zwei umlaufenden Rillen &amp;lt;br /&amp;gt; SB: ohne Angabe&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 7&lt;br /&gt;
| Burgstall Warberg, &amp;lt;br /&amp;gt; Neunburg v. Wald&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 49° 22′ 54,7″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 12° 23′ 18″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 417 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1991–1997 V. Kaufmann &amp;lt;br /&amp;gt; L: V. Kaufmann 1999 &amp;lt;br /&amp;gt;    T. Mittelstraß 2007&lt;br /&gt;
| 10. Jh. (V. Kaufmann) &amp;lt;br /&amp;gt; 11. Jh. (T. Mittelstraß)&lt;br /&gt;
| F: Töpfe &amp;lt;br /&amp;gt; V: schräge Einstichreihe auf der Schulter &amp;lt;br /&amp;gt; SB: dunkelgrau bis schwarz und glänzend, glatt und speckig, Graphit abreibbar; mit Fingernagel leicht ritzbar&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 8&lt;br /&gt;
| Albrechtsburg, &amp;lt;br /&amp;gt; Meißen&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 51° 9′ 57,8″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 28′ 14,6″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 168 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Höhenburg&lt;br /&gt;
| FK: 1959–1963 P. Heerde/C. Fritzsche &amp;lt;br /&amp;gt; L: A. Schmid-Hecklau 2004&lt;br /&gt;
| 10.–12. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Topf &amp;lt;br /&amp;gt; V: Tupfenreihe auf der Schulter &amp;lt;br /&amp;gt; SB: keine Angaben &amp;lt;br /&amp;gt; Datierung ins Mittelalter fragwürdig&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 9&lt;br /&gt;
| Burg Pappenheim, &amp;lt;br /&amp;gt; Lkr. Weißenburg&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 55′ 58,1″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 10° 58′ 17,8″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 508 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Höhenburg&lt;br /&gt;
| Lesefund &amp;lt;br /&amp;gt; L: M. Schußmann 1997&lt;br /&gt;
| 11./12. Jh.&lt;br /&gt;
| Freundlicher Hinweis PD Dr. M. Schußmann: &amp;lt;br /&amp;gt; 2 Graphittonscherben, davon 1 Randscherbe mit stark gekehltem Leistenrand&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 10&lt;br /&gt;
| Burg Sulzbach, &amp;lt;br /&amp;gt; Lkr. Amberg-Sulzbach&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 49° 30′ 18,7″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 44′ 10″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 444 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1992–2000 BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; L: M. Hensch 2005a und 2005b&lt;br /&gt;
| 11./12. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Töpfe (0,09% des Materials) &amp;lt;br /&amp;gt; V: Wellenverzierung &amp;lt;br /&amp;gt; SB: grau-schwarz silbrig, glatt, hoher Anteil von Graphit in der Magerung, Abrieb vorhanden, Mohs 2&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 11&lt;br /&gt;
| Schlosserstiege, &amp;lt;br /&amp;gt; Passau&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik &amp;lt;br /&amp;gt; Graphitierte (engobierte?) Keramik&lt;br /&gt;
| 48° 34ʹ 31,4″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 27ʹ 51,5″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 387 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| FK: 1992/1993 J.-P. Niemeier &amp;lt;br /&amp;gt; L: J.-P. Niemeier 1994 &amp;lt;br /&amp;gt;    T. Mittelstraß 2007&lt;br /&gt;
| 12./13.–15. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Töpfe, Deckel, Kanne &amp;lt;br /&amp;gt; V: Deckel mit innenverziertem Rand, Töpfermarke &amp;lt;br /&amp;gt; SB: keine Angabe&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 12&lt;br /&gt;
| Burgstall Saunstein, &amp;lt;br /&amp;gt; Mitternach&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 51′ 1″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 19′ 36″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 594 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1983 BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; L: B. Engelhardt/R.Pleyer 1986 &amp;lt;br /&amp;gt;    T. Mittelstraß 2007&lt;br /&gt;
| 12./13. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Töpfe, Flachdeckel &amp;lt;br /&amp;gt; V: keine Angabe, Durchlochung eines Deckels &amp;lt;br /&amp;gt; SB: glatt, mittlerer bis hoher Graphitgehalt, z.T. seifig&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 13&lt;br /&gt;
| Burgstall am Hohen Bogen, &amp;lt;br /&amp;gt; Rimbach&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 49° 14′ 1,9″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 12° 56′ 4,2″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 976 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: A. Stroh, BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; L: H. Dannheimer 1973&lt;br /&gt;
| 12. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Topf, fassartige Vorratsgefäße &amp;lt;br /&amp;gt; V: Fingertupfen, Schrägkerbenreihe, eingeritzte Linien, breite Gurtbänder auf Vorratsgefäßen &amp;lt;br /&amp;gt; SB: Graphit- und Goldglimmermagerung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 14&lt;br /&gt;
| Burgstall Untergrießbach, &amp;lt;br /&amp;gt; Lkr. Passau&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 27ʹ 28,4″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 9ʹ 13,7″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 468 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1994–1996 Kreisarchäologie Passau &amp;lt;br /&amp;gt; L: W. Wandling 1996 &amp;lt;br /&amp;gt;    W. Wandling 1997&lt;br /&gt;
| 12. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Töpfe, Schalen &amp;lt;br /&amp;gt; V: Tupfenleisten, Wellenverzierung oder Radkreuzstempeln am Boden &amp;lt;br /&amp;gt; SB: keine Angabe&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 15&lt;br /&gt;
| Donaumarkt, &amp;lt;br /&amp;gt; [[Regensburg]] &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; [[Regensburg, Lederergasse 1]], &amp;lt;br /&amp;gt; Regensburg&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; Eisentonkeramik&lt;br /&gt;
| 49° 1ʹ 13,1″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 12° 6ʹ 10,9″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 339 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| FK: 2012–2015 „Museum der Bayerischen Geschichte“, Maßnahmen-Nr. M-2012-1989-1_0 &amp;lt;br /&amp;gt; L: Freundlicher Hinweis I. Nießen (Promotionsprojekt in Bearbeitung) &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; FK: 1981–1982 BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; L: M. Wintergerst 1999&lt;br /&gt;
| 9.–11./12. Jh. &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; 17. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Töpfe, Vorratsgefäße, Schüsseln &amp;lt;br /&amp;gt; V: Wellenlinien, Wellenbänder, umlaufende Rillen, Einstichmuster, innenverzierte Ränder, bisher singuläres rautenförmiges Muster &amp;lt;br /&amp;gt; SB: dunkelgrau, bräunlich-grau, braun-schwarz, grau, schwarz; hoher Graphitgehalt, daneben noch Glimmer und Quarz, Mohs 1–2, gelegentlich auch hart &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; Zeitlich zu weit außerhalb des Rahmens der Arbeit&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 16&lt;br /&gt;
| Schlossberg Windberg bei Windorf, &amp;lt;br /&amp;gt; Lkr. Passau&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 37′ 53,2″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 16′ 3,5″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 380 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Höhenburg&lt;br /&gt;
| FK: 2001/2002 Kreisarchäologie Passau &amp;lt;br /&amp;gt; L: W. Wandling 2010&lt;br /&gt;
| 12./13. Jh.&lt;br /&gt;
| Nur textliche Erwähnung: Graphithaltige Tonscherben von hochmittelalterlichen Gefäßen, z.T. mit Kreuzstempeln auf dem Boden&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 17&lt;br /&gt;
| Kirche St. Peter und Paul, &amp;lt;br /&amp;gt; Aschheim&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 10′ 18,2″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 42′ 55,5″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 512 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Kirche&lt;br /&gt;
| FK: 1967–1971 H. Dannheimer &amp;lt;br /&amp;gt; L: H. Dannheimer 1988&lt;br /&gt;
| Hochmittelalter&lt;br /&gt;
| F: Topf &amp;lt;br /&amp;gt; V: keine Angabe &amp;lt;br /&amp;gt; SB: keine Angabe&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 18&lt;br /&gt;
| Vohburg-Burgberg, &amp;lt;br /&amp;gt; Lkr. Pfaffenhofen&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 46′ 14,4″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 36′ 58,1″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 370 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1973–1974 BLfD &amp;lt;br /&amp;gt;    Lesefunde &amp;lt;br /&amp;gt; L: G. Riedel 2000&lt;br /&gt;
| Hochmittelalter&lt;br /&gt;
| F: 3 Töpfe &amp;lt;br /&amp;gt; V: Horizontal- und Wellenriefen, z.T. überschneidend &amp;lt;br /&amp;gt; SB: fast alle Farbvarianten, weich bis mittelhart, z.T. Misch- oder Oxidationsbrand&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 19&lt;br /&gt;
| Großmehring, &amp;lt;br /&amp;gt; Lkr. Eichstätt&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 46′ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 32′ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 375 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| FK: 1994–1995 BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; L: G. Riedel 2000&lt;br /&gt;
| Früh-/Hochmittelalter&lt;br /&gt;
| F: 2 Töpfe, Deckel &amp;lt;br /&amp;gt; V: einzelne Wellenriefe zwischen Horizontalriefen &amp;lt;br /&amp;gt; SB: graubraun bis graubeige, weich bis mit-telhart, Misch- oder Oxidationsbrand&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 20&lt;br /&gt;
| Ingolstadt&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 46′ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 25′ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 374 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| FK: 1987–1988 BLfD (Grabung Ingolstadt Hallstr./Carraraplatz) &amp;lt;br /&amp;gt; L: G. Riedel 2000&lt;br /&gt;
| Hochmittelalter&lt;br /&gt;
| 1 unverzierte WS, nachgedreht&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 21&lt;br /&gt;
| [[Zuchering, Am Mühlwegfeld (Zuchering-Ost)]]&lt;br /&gt;
| Graphitkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 43′ 46″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 24′ 43″ O&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| FK: 1983–1989 BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; L: E. Weid 2000&lt;br /&gt;
| Latène (?)&lt;br /&gt;
| 6 Graphitkeramikscherben, von denen 5 unsicher in die Vorgeschichte datiert wurden (Material müsste nochmals geprüft werden)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 22&lt;br /&gt;
| Erlau, &amp;lt;br /&amp;gt; Obernzell&lt;br /&gt;
| Eisentonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 33′ 49″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 34′ 46″ O&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| L: T. Mittelstraß 2007&lt;br /&gt;
| Spätmittelalter&lt;br /&gt;
| Nur textliche Erwähnung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 23&lt;br /&gt;
| Ruhstorf a.d. Rott&lt;br /&gt;
| Graphitkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 26′ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 20′ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 319 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| L: T. Mittelstraß 2007 &amp;lt;br /&amp;gt;    W. Wandling 2017&lt;br /&gt;
| Unbekannt&lt;br /&gt;
| Textliche Erwähnung; Fundmeldungen 2013–2016 in Passau: Graphitkeramik, deren zeitliche Stellung nicht gesichert ist (MA/LT?)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 24&lt;br /&gt;
| Saldenburg, &amp;lt;br /&amp;gt; Lkr. Grafenau&lt;br /&gt;
| Eisentonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 46′ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 21′ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 532 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1991/1992 W. Endres &amp;lt;br /&amp;gt; L: W. Endres 1993 &amp;lt;br /&amp;gt;    M. U. Kasparek 1961&lt;br /&gt;
| 1368–1467/68&lt;br /&gt;
| F: Töpfe &amp;lt;br /&amp;gt; V: 2–5 mm breite, flaue Rillen, Stempel und Markierungen auf der Oberseite &amp;lt;br /&amp;gt; SB: hoher Graphitgehalt mit Quarz- und Feldspatanteilen bis 3 mm&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 25&lt;br /&gt;
| Burgstall Lobenstein, &amp;lt;br /&amp;gt; Marktgemeinde Röhrenbach&lt;br /&gt;
| Graphitkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 46′ 9,6″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 31′ 41,6″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 570 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg? &amp;lt;br /&amp;gt; Lesefund&lt;br /&gt;
| Lesefunde eines ehrenamtlichen Feldbegehers des BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; unpubliziert&lt;br /&gt;
| Latène- bis Neuzeit&lt;br /&gt;
| Alle Ausprägungen von Graphitkeramik in Formen, Farben, Varianten und Verzierungen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 26&lt;br /&gt;
| Fürholz, &amp;lt;br /&amp;gt; Gmd. Grainet, &amp;lt;br /&amp;gt; Lkr. Freyung-Grafenau&lt;br /&gt;
| Graphitkeramik &lt;br /&gt;
| 48° 46′ 58″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 38′ 57″ O&lt;br /&gt;
| Lesefund&lt;br /&gt;
| Lesefunde eines ehrenamtlichen Feldbegehers des BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; unpubliziert&lt;br /&gt;
| Latène- bis Neuzeit&lt;br /&gt;
| Alle Ausprägungen von Graphitkeramik in Formen, Farben, Varianten und Verzierungen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 27&lt;br /&gt;
| Praßreuth, &amp;lt;br /&amp;gt; Lkr. Freyung-Grafenau&lt;br /&gt;
| Graphitkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 40ʹ 40″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 31ʹ 21,3″ O&lt;br /&gt;
| Lesefund&lt;br /&gt;
| Lesefunde eines ehrenamtlichen Feldbegehers des BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; unpubliziert&lt;br /&gt;
| Latène- bis Neuzeit&lt;br /&gt;
| Alle Ausprägungen von Graphitkeramik in Formen, Farben, Varianten und Verzierungen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 28&lt;br /&gt;
| Veste Oberhaus, &amp;lt;br /&amp;gt; Passau&lt;br /&gt;
| Eisentonkeramik &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; Graphitengobierte Keramik&lt;br /&gt;
| 48° 34′ 39″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 28′ 13″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 387 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1991 H. Feldmeier &amp;lt;br /&amp;gt; L: W. Endres 1998 &amp;lt;br /&amp;gt;    T. Mittelstraß 2007&lt;br /&gt;
| 1400/1420–1550 &amp;lt;br /&amp;gt; 15./16. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Töpfe &amp;lt;br /&amp;gt; V: Stempelmarkierungen &amp;lt;br /&amp;gt; SB: hoher Graphitanteil im groben Gefüge, schwarz- bis anthrazitgrau &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; F: Töpfe, Becher, Sieb, Griffschale, Krug &amp;lt;br /&amp;gt; V: keine Angabe &amp;lt;br /&amp;gt; SB: anthrazitgrau, oft grobes Gefüge&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 29&lt;br /&gt;
| Schustergasse, &amp;lt;br /&amp;gt; Passau&lt;br /&gt;
| Eisentonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 34ʹ 26,4″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 28ʹ 9,5″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 387 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| L: H. Böhmer 2015&lt;br /&gt;
| 15./16. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Topf &amp;lt;br /&amp;gt; V: keine Angabe &amp;lt;br /&amp;gt; SB: keine Angabe&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 30&lt;br /&gt;
| Hofberg, &amp;lt;br /&amp;gt; Bad Aibling&lt;br /&gt;
| Eisentonkeramik&lt;br /&gt;
| 47° 52′ N &amp;lt;br /&amp;gt; 12° 1′ O&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 2001–2003 T. Mittelstraß &amp;lt;br /&amp;gt; L: T. Mittelstraß 2006 &amp;lt;br /&amp;gt;    T. Mittelstraß 2007&lt;br /&gt;
| Frühe Neuzeit (Beginn 16. Jh.)&lt;br /&gt;
| F: fassartige Gefäße &amp;lt;br /&amp;gt; V: Stempelmarken &amp;lt;br /&amp;gt; SB: keine Angabe&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 31&lt;br /&gt;
| Schloss Murnau&lt;br /&gt;
| Eisentonkeramik&lt;br /&gt;
| 47° 40′ 39″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 12′ 10″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 661 m&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1991–1992 T. Mittelstraß &amp;lt;br /&amp;gt; L: T. Mittelstraß 1994&lt;br /&gt;
| Frühe Neuzeit (Beginn 16. Jh.)&lt;br /&gt;
| F: Töpfchen &amp;lt;br /&amp;gt; V: Töpferstempel (Kreuz mit Querbalken), umlaufende Schulterkante &amp;lt;br /&amp;gt; SB: basaltgrau, feine und mittlere Graphitmagerung, vereinzelt Quarzkörner&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 32&lt;br /&gt;
| Ulm&lt;br /&gt;
| Eisentonkeramik &amp;lt;br /&amp;gt; Graphitengobierte Keramik&lt;br /&gt;
| 48° 24′ N &amp;lt;br /&amp;gt; 9° 59′ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 478 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| FK: 1953 A. Rieber/K. Reutter &amp;lt;br /&amp;gt;    1961 Staatl. Amt für Denkmalpflege &amp;lt;br /&amp;gt;    1928 ohne Befundkontext &amp;lt;br /&amp;gt; L: R. Schreg Blog Archaeologik 05.01.2015 &amp;lt;br /&amp;gt;    U. Gross 2009 + 2015&lt;br /&gt;
| Spätmittelalter – Frühe Neuzeit&lt;br /&gt;
| F: Töpfe, Henkeltopf &amp;lt;br /&amp;gt; V: ovale Stempeleindrücke mit Kreuz, unterhalb des Kremprandes breite Riefe &amp;lt;br /&amp;gt; SB: hoher Graphitanteil in der Magerung und Quarzmagerung &amp;lt;br /&amp;gt; Weitere Funde von Graphitkeramik und graphitengobierter Ware, die frühneuzeitlich datiert werden &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 33&lt;br /&gt;
| Burg Helfenstein, &amp;lt;br /&amp;gt; Geislingen an der Steige&lt;br /&gt;
| Eisentonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 36′ 58″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 9° 50′ 49″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 610 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1922 K. A. Koch &amp;lt;br /&amp;gt;    1932–1938 G. Burghardt &amp;lt;br /&amp;gt; L: R. Schreg Blog Archaeologik 05.01.2015 &amp;lt;br /&amp;gt;    U. Gross 2009&lt;br /&gt;
| Spätmittelalter – Frühe Neuzeit&lt;br /&gt;
| F: Töpfe &amp;lt;br /&amp;gt; V: 2 identische Stempelmarken auf dem Rand, zwei umlaufende Rillen im oberen Gefäßbereich &amp;lt;br /&amp;gt; SB: hoher Graphitanteil in der Magerung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 34&lt;br /&gt;
| Obernzell&lt;br /&gt;
| Eisentonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 33′ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 38′ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 294 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| L: H. Böhmer 2015 &amp;lt;br /&amp;gt;    Gemeindeblatt Nr. 29, 2017&lt;br /&gt;
| Spätmittelalter – Frühe Neuzeit&lt;br /&gt;
| F: Topf &amp;lt;br /&amp;gt; V: Rille unter dem Rand, 2 Töpfermarken &amp;lt;br /&amp;gt; SB: dunkelgrau-schwarz, hoher Graphitanteil in der Magerung, Mohs 2&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturhinweise==&lt;br /&gt;
*Altjohann 2012: M. Altjohann, Das spätrömische Kastell Boiotro zu Passau-Innstadt. Materialhefte zur Bayerischen Archäologie. Fundinventare und Ausgrabungsbefunde (Kallmünz/Opf. 2012). ISBN 13: 978-3-78475-096-5. ISBN 10: 3-784750-966-X.&lt;br /&gt;
*Bizer 2006: Ch. Bizer, Oberflächenfunde von den Burgen der Schwäbischen Alb. Ein Beitrag zur Keramik- und Burgenforschung (Stuttgart 2006). ISBN 13: 978-3-80622-038-4.&lt;br /&gt;
*Böhmer 2008: H. Böhmer, Die Ilzer Schwarzhafner vom Ende des 16. bis Ende des 19. Jahrhunderts. In: R. Mennicken u.a. (Hrsg.), 40 Jahre Keramikforschung. Rückblick – Stand der Forschung – Ausblick. Beiträge zum 40. Internationalen Hafnerei-Symposium des Arbeitskreises für Keramikforschung in Obernzell/Bayern vom 16.09. bis 21.09.2007 (Raeren 2008) 139֪–152. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Böhmer 2015: H. Böhmer, Qualitätszeichen auf Graphit-Keramik des 15. und 16. Jh. In: S. Glaser (Hrsg.), Keramik im Spannungsfeld zwischen Kunst und Handwerk. Beiträge des 44. Internationalen Symposiums Keramikforschung im Germanischen Nationalmuseum, Nürnberg, 19-23. September 2011 (Nürnberg 2015) 77–83. ISBN 13: 978-3-93668-893-1. ISBN 10: 3-93668-893-1.&lt;br /&gt;
*Bogusław 1998: G. Bogusław, Bemerkungen zur Graphittonkeramik als historischer Quelle (am Beispiel der Graphittonkeramik aus Opole). In: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998) 17–19. ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
*Bräuning u.a. 2008: A. Bräuning/R. Schreg/U. Schmidt, Ulm. Archäologischer Stadtkataster Baden-Württemberg. Band 35, 1 Text (Stuttgart 2008). ISBN 13: 978-3-92771-493-9.&lt;br /&gt;
*Dannheimer 1973: H. Dannheimer, Keramik des Mittelalters aus Bayern. Ein Katalog. Kataloge der Prähistorischen Staatssammlung XXI (Kallmünz Opf. 1973). ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Dannheimer 1988: H. Dannheimer, Aschheim im frühen Mittelalter. Archäologische Funde und Befunde. In: J. Werner (Hrsg.), Münchener Beiträge zur Vor- und Frühgeschichte 32, 1 (München 1988). ISBN 10: 3-40630-287-4.&lt;br /&gt;
*Dell’Mour 2002: R. W. Dell’Mour, Mikroskopische Untersuchungen an frühmittelalterlicher Keramik von Thunau am Kamp, NÖ Lokalware – Importe– Rohstoffherkunft, Österreichische Akademie der Wissenschaften, Anzeiger der Philosophisch-Historischen Klasse 136, 2001 (Wien 2002) 69–109. ISBN 13: 978-3-70013-066-6. ISBN 10: 3-70013-066-X.&lt;br /&gt;
*Dostál 1998: B. Dostál, Über die Anfänge der slawischen Graphittonkeramik in Mähren. In: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998) 67–86. ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
*Duma/Ravasz 1976: G. Duma/C. Ravasz, Graphithaltige Gefäße aus Österreichs Mittelalter. In: Archaeologia Austriaca. Beiträge zur Paläanthropologie, Ur- und Frühgeschichte Österreichs 59/60 (Wien 1976) 225–242. ISSN: 1816-2959.&lt;br /&gt;
*Dvorská u.a. 1998: J. Dvorská/L. Poláček/G. Schneider, Chemische Analyse der Keramik von Mikulčice. In: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998) 295–312. ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
*Endres 1982: W. Endres, Zur Entstehung und chemischen Struktur „schwarz“ färbender Pigmente bei unglasierter Irdenware. In: L. Kriss-Rettenbeck/I. Bauer (Hrsg.), Beiträge zur Keramikforschung. Festschrift für Alfred Höck zum 60. Geburtstag. Volkstümliche Keramik aus Europa 2 (München 1982) 47–70. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Endres 1993: W. Endres, Spätmittelalterliche Funde von der Saldenburg, Gde. Saldenburg, Lkr. Freyung-Grafenau. In A. Leidl (Hrsg.), Ostbairische Grenzmarken. Passauer Jahrbuch für Geschichte, Kunst und Volkskunde 35 (Passau 1993) 24–54. ISSN: 0078-6845.&lt;br /&gt;
*Endres 1998: W. Endres, Archäologische Funde. In: J. P. Niemeier/H. W. Schuster/R. Loibl, Ritterburg und Fürstenschloss 2. Archäologische Funde. Begleitband zur Ausstellung im Oberhausmuseum Passau 1998 (Passau 1998). ISBN 13: 978-3-79171-598-8. ISBN 10: 3-79171-583-6.&lt;br /&gt;
*Engelhardt/Pleyer 1986: B. Engelhardt/R. Pleyer, Die archäologische Untersuchung des Burgstalls Saunstein, Gmkg. Mitternach, Gde. Markt Schönberg, Lkr. Freyung-Grafenau. In: A. Leidl (Hrsg.), Ostbairische Grenzmarken 28. Passauer Jahrbuch für Geschichte, Kunst und Volkskunde (Passau 1986) 59–78. ISSN: 0078-6845.&lt;br /&gt;
*Felgenhauer-Schmiedt 1998: S. Felgenhauer-Schmiedt, Graphittonkeramik des Früh- und Hochmittelalters in Niederösterreich. In: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998) 199–212. ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
*Felgenhauer-Schmiedt 1981: S. Felgenhauer-Schmiedt, Herstellungsmethoden der mittelalterlichen Keramik + Katalog. In: O. Harl (Hrsg.), Keramische Bodenfunde aus Wien. Mittelalter – Neuzeit. Eigenverlag der Museen der Stadt Wien (Wien 1981) 35–126. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Gemeindeblatt Markt Obernzell (September–Dezember 2017): Hanfnerzeller Archiv zum Anfassen &amp;lt;https://www.obernzell.de/images/stories/Gemeindeblatt/Gemeindeblatt_Nr_29.pdf&amp;gt; S. 13 [Stand: 02.09.2019].&lt;br /&gt;
*Gregerová/Procházka 1998: M. Gregerová/R. Procházka, Erste Ergebnisse naturwissenschaftlicher Untersuchungen an Graphittonkeramik aus Brno (Brünn). In: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998) 275–278. ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
*Gross 1991: U. Gross, Die Bügelhenkelkanne, eine Hauptform der süddeutschen Keramik des Hoch- und Spätmittelalters. Beiträge zur Mittelalterarchäologie Österreichs 7, 1991, 69–77. ISSN: 1011-0062.&lt;br /&gt;
*Gross 2009: U. Gross, Keramikverbreitung und herrschaftliche Strukturen. Beispiele aus dem Mittelalter und der Frühen Neuzeit in Südwestdeutschland. In: D. Krausse u.a. (Hrsg.), Kulturraum und Territorialität: archäologische Theorien, Methoden und Fallbeispiel. Kolloquium des DFG-SPP 1171, Esslingen 17.-18. Januar 2007 (Rahden 2009) 159–175. ISBN 13: 978-3-89646-443-9. ISBN 10: 3-89646-443-4.&lt;br /&gt;
*Gross 2015: U. Gross, Sturzbecher oder Becherschrauben und schwarze Töpfe. Eine gläserne Sonderform und östliche Keramikimporte im frühneuzeitlichen Ulm. Fundberichte aus Baden-Württemberg 35, 2015, 561–573. ISBN 13: 978-3-80623-144-1. ISSN: 0071-9897.&lt;br /&gt;
*Hänsel 1966: B. Hänsel, Beschreibung der keramischen Gruppen. In: V. Milojcic (Hrsg.), Bericht über die Ausgrabungen und Bauuntersuchungen in der Abtei Frauenwörth auf der Fraueninsel im Chiemsee 1961-1964. Bayerische Akademie der Wissenschaften. Philosophisch-historische Klasse. Abhandlungen. Neue Folge 65 (München 1966) 177–200. ISBN 13: 978-3-76960-060-5. ISBN 10: 3-76960-060-6.&lt;br /&gt;
*Hensch 2005a: M. Hensch, Burg Sulzbach in der Oberpfalz. Archäologisch-historische Forschungen zur Entwicklung eines Herrschaftszentrums des 8. bis 14. Jahrhunderts in Nordbayern. Materialien zur Archäologie in der Oberpfalz 3, 1 (Text und Katalog) (Büchenbach 2005). ISBN 13: 978-3-93347-430-8. ISBN 10: 3-93347-430-2.&lt;br /&gt;
*Hensch 2005b: M. Hensch, Burg Sulzbach in der Oberpfalz. Archäologisch-historische Forschungen zur Entwicklung eines Herrschaftszentrums des 8. bis 14. Jahrhunderts in Nordbayern. Materialien zur Archäologie in der Oberpfalz 3, 2 (Tafeln und begleitende Beiträge) (Büchenbach 2005). ISBN 13: 978-3-93347-430-8. ISBN 10: 3-93347-430-2.&lt;br /&gt;
*Huber u.a. 2003: E. H. Huber/K. Kühtreiber/G. Scharrer-Liška, Die Keramikformen des Hoch- und Spätmittelalters im Gebiet der heutigen Stadt Wien sowie der Bundesländer Niederösterreich und Burgenland. In: K. Spindler/H. Stadler (Hrsg.), Beiträge vom 34. Internationalen Hafnerei-Symposium auf Schloß Maretsch in Bozen/Südtirol 2001. Nearchos 12, Veröffentlichungen des Arbeitskreises für Keramikforschung 3 (Innsbruck 2003) 43–66. ISBN 13: 978-3-90077-333-5.&lt;br /&gt;
*Kappel 1969: I. Kappel, Die Graphittonkeramik von Manching. In: W. Krämer, Die Ausgrabungen in Manching 2 (Wiesbaden 1969). ISBN 13: 978-3-51500-386-5. ISBN 10: 3-51500-386-X.&lt;br /&gt;
*Kasparek 1961: M. U. Kasparek, Keramik aus Regensburg aus dem 11. – 17. Jahrhundert. &amp;lt;http://nbn-resolving.de/urn/resolver.pl?urn=urn:nbn:de:bvb:355-rbh-1748-8&amp;gt; [Stand 06.08.2020]. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Kaufmann 1999: V. Kaufmann, Der Burgstall Warberg bei Neunburg vorm Wald. Materialien zur Archäologie in der Oberpfalz 1 (Büchenbach 1999). ISBN 13: 978-3-93347-402-5. ISBN 10: 3-93347-402-7.&lt;br /&gt;
*Koch 1993: R. Koch, Keramik des frühen und hohen Mittelalters aus Bayerisch-Schwaben. In: M. Petzet (Hrsg.), Forschungen zur Geschichte der Keramik in Schwaben. Arbeitshefte des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege 58 (München 1993) 119–128. ISBN 13: 978-3-87490-560-2. ISBN 10: 3-87490-560-8.&lt;br /&gt;
*Koch 2017: R. Koch, Ausgrabungen in der Burg Wittelsbach 1978-1981. Befunde und Funde. Materialhefte zur Bayer. Archäologie. Fundinventare und Ausgrabungsbefunde 105 (Kallmünz/Opf. 2017). ISBN 13: 978-3-78475-405-5. ISBN 10: 3-78475-405-8.&lt;br /&gt;
*Kouřil 1998: P. Kouřil, Zu den Anfängen der slawischen Graphittonkeramik in Schlesien. In: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998) 37–66. ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
*Kühtreiber 2006: K. Kühtreiber, Die hochmittelalterliche Keramik im südlichen Niederösterreich. Ihre Entwicklung, ihre Formen und Beziehungen zu den benachbarten Keramikregionen. Beiträge zur Mittelalterarchäologie in Österreich 22 (Wien 2006) 93–148. ISSN: 1011-0062.&lt;br /&gt;
*Lehrberger u.a. 2011: G. Lehrberger/F. Duschl/G. Wimmer, Graphit – ein besonderer mineralischer Rohstoff der Vor- und Frühgeschichte in Mitteleuropa. Eigenschaften, Entstehung, Verwendung und Vorkommen. In: K. Schmotz (Hrsg.), Vorträge des 29. Niederbayerischen Archäologentages (Leidorf 2011) 313–348. ISBN 13: 978-3-89646-240-4.&lt;br /&gt;
*Mämpel 1998: U. Mämpel, Meine historischen und technischen Erfahrungen mit schwarzgebrannter Irdenware. In: W. Endres/B. Kerkhoff-Hader (Hrsg.), 30. Internationales Hafnerei-Symposium in Obernzell vom 07. bis 11. Oktober 1997 (Bamberg 1998) 12–13. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Miklós/Vizi 2002: Sz. Miklós/M. Vizi, Beiträge zur Siedlungsgeschichte des mittelalterlichen Marktfleckens Ete. Acta Arch. Acad. Scien. Hungaricae 53, 2002, 195–253.&lt;br /&gt;
*Mittelstraß 1994: T. Mittelstraß, Die Funde der archäologischen Ausgrabungen von 1991-1992 im Murnauer Schloss. In: T. Mittelstraß (Hrsg.), Schloß Murnau. Ein Bauwerk der Stauferzeit und seine Geschichte (Murnau 1994) 120–251. ISBN 13: 978-3-98038-163-5. ISBN 10: 3-98038-163-3.&lt;br /&gt;
*Mittelstraß 2006: T. Mittelstraß, Urnengrab, Königsgrab, Grafenburg, Pflegschloss. Die Ergebnisse der archäologischen Grabungen auf dem Hofberg in Bad Aibling. In: G. Mayr (Hrsg.), Bad Aibling. Geschichte einer Stadt. Band 1 (Bad Aibling 2006) 35–71. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Mittelstraß 2007: T. Mittelstraß, Graphitkeramik des Mittelalters und der frühen Neuzeit in Altbayern. Ein Beitrag zum Beginn und zur Frühzeit der Obernzeller Produktion. Bayerische Vorgeschichtsblätter 72, 2007, 235–318. ISBN 13: 978-3-40611-077-1. ISSN: 0341-3918.&lt;br /&gt;
*Niemeier 1994: J.-P. Niemeier, Die Grabung an der Schlosserstiege in der Passauer Altstadt – Ein Schnitt durch 2000 Jahre Stadtgeschichte. In: K. Schmotz, Vorträge des 12. Niederbayerischen Archäologentages (Deggendorf 1994) 251–276. ISBN 13: 978-3-92473-458-9. ISBN 10: 3-92473-458-5.&lt;br /&gt;
*Nießen (in Bearbeitung): I. Nießen, Laufendes Promotionsprojekt zu der Ausgrabung Regensburg Donaumarkt „Museum der Bayerischen Geschichte“ Friedrich-Schiller-Universität Jena. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Pechtl/Eibl 2011: J. Pechtl/F. Eibl, Die neolithische Graphitnutzung in Südbayern. In: K. Schmotz (Hrsg.), Vorträge des 29. Niederbayerischen Archäologentages (Leidorf 2011) 349–432. ISBN 13: 978-3-89646-240-4. ISSN: 1438-2040.&lt;br /&gt;
*Polácek 1998: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998). ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
*Reinecke 1936: P. Reinecke, Karolingische Keramik aus dem östlichen Bayern. Germania 20, 1936, 198–202. ISSN: 0016-8874.&lt;br /&gt;
*Reschreiter 2001: J. Reschreiter, Versuche zu urgeschichtlicher Keramik. In: K. Grömer, K. Löcker, M. Mehofer (Hrsg.), Archäologie Österreichs 12 Sonderheft (Wien 2001) 22–26. ISSN: 1018-1857.&lt;br /&gt;
*Riedel 2000: G. Riedel, Ingoldesstat. Archäologische Untersuchungen zu Ingolstadt im Mittelalter. Beiträge zur Geschichte Ingolstadts (Ingolstadt 2000). ISBN 13: 978-3-92025-343-5. ISBN 10: 3-92025-343-4.&lt;br /&gt;
*Scharrer-Liška 2003: G. Scharrer-Liška, Die Entwicklung Hochmittelalterlicher Vorratsgefäße aus der Grafitkeramik im Gebiet des heutigen Ostösterreichs und der angrenzenden Gebiete. In: K. + Th. Kühtreiber (Hrsg.), Beiträge zur historischen Archäologie. Festschrift für Sabine Felgenhauer-Schmiedt zum 60. Geburtstag. Beiträge zur Mittelalterarchäologie in Österreich 6 (Wien 2003) 45–60. ISBN 10: 3-95008-514-9.&lt;br /&gt;
*Scharrer-Liška 2007: G. Scharrer-Liška, Die hochmittelalterliche Grafitkeramik in Mitteleuropa und ihr Beitrag zur Wirtschaftsgeschichte. Forschungsstand - Hypothesen - offene Fragen. Monographien des Römisch-Germanischen Zentralmuseums 68 (Mainz 2007). ISBN 13: 978-3-79541-857-1. ISBN 10: 3-79541-857-7.&lt;br /&gt;
*Schmid-Hecklau 2004: A. Schmid-Hecklau, Die archäologischen Ausgrabungen auf dem Burgberg in Meißen. In: J. Oexle (Hrsg.), Die Grabungen 1959-1963. Veröffentlichungen des Landesamtes für Archäologie im Landesmuseum für Vorgeschichte 43 (Dresden 2004). ISBN 13: 978-3-91000-859-5. ISBN 10: 3-91000-859-3.&lt;br /&gt;
*Schußmann 1997: M. Schußmann, Eine neuentdeckte Höhensiedlung der Hallstattzeit im südlichen Mittelfranken. Beitr. Arch. Mittelfranken 3, 1997, 97–108. ISSN: 1430-5461.&lt;br /&gt;
*Schreg 2015: R. Schreg, Eisentonkeramik aus Ulm und Geislingen – ein Zeugnis ulmischen Donauhandels. Blog Archaeologik (05.01.2015) &amp;lt;https://archaeologik.blogspot.com/2015/01/eisentonkeramik-aus-ulm-und-geislingen.html&amp;gt; [Stand 05.08.2019]. ISSN: 2197-7283.&lt;br /&gt;
*Staňa 1998: Č. Staňa, Die frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mittelmähren. In: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998) 87–125. ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
*Trebsche 2011: P. Trebsche, Eisenzeitliche Graphittonkeramik im mittleren Donauraum. In: K. Schmotz (Hrsg.), Vorträge des 29. Niederbayerischen Archäologentages (Leidorf 2011) 449–481. ISBN 13: 978-3-89646-240-4. ISSN: 1438-2040.&lt;br /&gt;
*van den Boom 1991: H. van den Boom, Großgefäße und Töpfe der Heuneburg. Heuneburgstudien VIII. Röm.-German. Forschung 51 (Mainz 1991). ISBN 10: 3-80531-190-7.&lt;br /&gt;
*v. Bomhard 1966: P. v. Bomhard, Das Münster Frauenchiemsee im Spiegel der kunstgeschichtlichen Forschung. In: V. Milojcic (Hrsg.), Bericht über die Ausgrabungen und Bauuntersuchungen in der Abtei Frauenwörth auf der Fraueninsel im Chiemsee 1961-1964. Bayerische Akademie der Wissenschaften. Philosophisch-historische Klasse. Abhandlungen. Neue Folge 65 (München 1966) 21–42. ISBN 13: 978-3-76960-060-5. ISBN 10: 3-76960-060-6.&lt;br /&gt;
*Wandling 1996: W. Wandling, Archäologische Untersuchungen im Burgstall von Untergriesbach, Lkr. Passau. In: K. Schmotz (Hrsg.), Vorträge des 14. Niederbayerischen Archäologentages (Deggendorf 1996) 211–224. ISBN 13: 978-3-89646-225-1. ISBN 10: 3-89646-225-3.&lt;br /&gt;
*Wandling 1997: W. Wandling, Ausgrabung im Burgstall von Untergrießbach, Lkr. Passau, Niederbayern. In: Das archäologische Jahr in Bayern 1996 (Stuttgart 1997) 166–168. ISBN 13: 978-3-80621-311-9.&lt;br /&gt;
*Wandling 2010: W. Wandling, Auf den Spuren der Burg Windberg. In: 1000 Jahre Windorf: Ein Erinnerungsbuch (Windorf 2010) 44–49. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Wandling 2017: W. Wandling, Ausgrabungen und Funde im Landkreis Passau 2013-2016. In: F.-R. Erkens, Passauer Jahrbuch. Beiträge zur Geschichte, Geographie und Kultur Ostbaierns LIX/2017 (Passau 2017) 351–379. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Weid 2000: E. Weid, Die Kleinfunde der mittelalterlichen Siedlung von Zuchering bei Ingolstadt. Arbeiten über die Archäologie Süddeutschlands 10 (Büchenbach 2000). ISBN 13: 978-3-93347-408-7.&lt;br /&gt;
*Wintergerst 1999: M. Wintergerst, Die Ausgrabung „Ledergasse 1“ in Regensburg. Eine formenkundliche Studie zur Keramik des 10. bis 13. Jahrhunderts in Bayern. Materialh. Arch. Mittelalter u. Neuzeit 4 (Rahden/Westf. 1999). ISBN 13: 978-3-89646-453-8. ISBN 10: 3-89646-453-1.&lt;br /&gt;
*Wolf 1971: H. Wolf, Eine frühmittelalterliche, latène- und hallstattzeitliche Kulturschicht unter der Stadtmauer von Cham. urn:nbn:de:bvb:355-ubr00031-0219-4. Universität Regensburg [Stand 22.08.2019]. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Zamelska 1998: K. Zamelska, Graphitkeramik in Polen – Chronologie und Verbreitung. In: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998) 33–36. ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[kategorie:Warenart]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>M. Rühle</name></author>
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		<title>Graphittonkeramik</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;M. Rühle: Text aus Graphitkeramik-Artikel von J. Krenz eingefügt&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{stub}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei dieser Variante der [[Graphitkeramik]] wurde entweder Graphiterde verwendet (Graphiterde entsteht als natürliches Verwitterungsprodukt in Regionen mit Graphitvorkommen) oder der i.d.R. graphitfreie Ton intentionell mit Graphit gemagert, der Graphit in die Grundmatrix der Tonmasse durch verschiedene Herstellungsverfahren eingebracht. Graphittonkeramik ist regelhaft reduzierend gebrannt und zeichnet sich durch eine graue bis schwarzgraue Färbung aus, kann allerdings auch bräunliche Töne annehmen (Abb. 1 und 2). Diese Form der [[Graphitkeramik]] weist – je nach Höhe des prozentualen Anteils an Graphit in der Tonmatrix – die physikalischen und chemischen Eigenschaften auf, die nach heutigem Wissensstand der [[Graphitkeramik]] zugeschrieben werden. Sie stellt als Grabungsfunde die in Süddeutschland am häufigsten vorkommende Variante dar, was allerdings damit in Zusammenhang stehen kann, dass Graphittonkeramik am ehesten als [[Graphitkeramik]] erkannt wird. Der Scherben zeichnet sich durch einen unterschiedlich hohen Abrieb aus, der von massiv bis fast nicht vorhanden reichen kann. Diese Variante der Graphitkeramik besteht den „Maltest“, mit dem Scherben kann – ähnlich wie mit einem Bleistift – geschrieben und gemalt werden. Hinzuweisen ist allerdings auf den Umstand, dass Graphit hierbei in sehr unterschiedlichen Korngrößen Verwendung fand – von Graphitstaub bis hin zu mehreren Millimetern großen Graphitkörnern. Insbesondere bei letzteren Scherben stehen experimentalarchäologische Untersuchungen noch aus, es ist aber davon auszugehen, dass diese Gefäße aufgrund der völlig andersartigen Tontextur abweichende physikalisch-chemische Eigenschaften aufweisen.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>M. Rühle</name></author>
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		<title>Graphitkeramik</title>
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		<updated>2023-05-13T22:49:59Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;M. Rühle: Stub entfernt.&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Graphitkeramik ist ein Oberbegriff für verschiedene Waren, bei deren Herstellung oder Verzierung Graphit verwendet wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*graphitierte Keramik: mit einem Graphitüberzug bzw. einer Graphitbemalung&lt;br /&gt;
*[[Graphittonkeramik]]. Neben einer vor allem in Österreich sowie Böhmen und Mähren verbreiteten [[Graphittonware (Österreich, Böhmen und Mähren, FMa)]] gehören hierzu auch [[Graphittontiegel|graphitgemagerte Tiegel]] sowie die spätmittelalterliche/ frühneuzeitliche [[Eisentonkeramik]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einführung==&lt;br /&gt;
Graphitkeramik ist seit dem Neolithikum bekannt (Dostál 1998, 67), in der Bronzezeit belegt (Dell`Mour 2002, 84) und hat den ersten Höhepunkt ihres Vorkommens in der Eisenzeit – insbesondere in der Latènezeit. Um die Zeitenwende verliert sich ihre Spur. Im 8. Jh. erscheint sie im niederösterreichischen Donauraum erneut und wird im Verlauf des 9./10. Jh. dort und in den angrenzenden Gebieten, v.a. Mähren und Schlesien, bis ins 13. Jh. zeitweise zur bestimmenden Warenart (Mittelstraß 2007, 244; Felgenhauer-Schmiedt 1998, 201).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachweisbar ist mittelalterliche Graphitkeramik heute in Österreich, Polen, Tschechien, Slowenien, Ungarn und Deutschland (Scharrer-Liška 2003, 46). Der Forschungsstand in diesen Regionen ist sehr unterschiedlich. Während in Österreich und Tschechien bereits einiges an Forschungsarbeit geleistet wurde, hat die Graphitkeramik in den übrigen Regionen aus unterschiedlichen Gründen noch wenig Interesse erfahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Krenz Abb. 1 Graphit.jpg|400px|thumb|right|Abb. 1: Graphit (Lehrberger u.a. 2011, 325).]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Krenz Abb. 2 Graphitlagerstätten.jpg |400px|thumb|right|Abb. 2: Graphitlagerstätten Mitteleuropa (Scharrer-Liška 2017, 17).]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im deutschen Raum ist dies v.a. auf den Umstand zurückzuführen, dass mittelalterliche Graphitkeramik nach jetzigem Forschungsstand (fast) im gesamten Gebiet als reine Importkeramik bewertet werden muss, nur an wenigen Fundplätzen greifbar wird, dort meist nur in geringer Menge vorhanden ist und somit für die Auswertung des Keramikspektrums der jeweiligen Referenzkomplexe nur eine begrenzte Aussagekraft besitzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit vorliegender Arbeit wird ein erster Schritt unternommen, einerseits einen zusammenfassenden Forschungsstand darzustellen und andererseits über eine Kartierung der recherchierten süddeutschen Fundplätze eine Verbreitung dieser Keramikvariante in diesem Gebiet zu erfassen. Dies kann als Grundlage für die zukünftige Beantwortung der aufzuwerfenden Forschungsfragen dienen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gründe für die Verwendung des Minerals [[Graphit]] bei der Herstellung von Tongefäßen werden v.a. in den besonderen physikalisch-chemischen Eigenschaften gesucht, die der Graphitkeramik – speziell der Graphittonkeramik (d.h. mit Graphit gemagerter Keramik) – nach heutigem Wissensstand nachgewiesen werden können. Dazu zählen Hydrophobie (der ansonsten wasserdurchlässigen mittelalterlichen Irdenware), die erhöhte Wärmeleitfähigkeit, Temperaturwechselbeständigkeit sowie eine hohe Resistenz gegen Laugen und Säuren (Mittelstraß 2007, 236, Scharrer-Liška 2007, 150). Inwieweit diese Eigenschaften im Früh- und Hochmittelalter bereits bekannt waren, kann derzeit nicht beantwortet werden. Das Typenspektrum der Graphitkeramik im Hochmittelalter weist Formen auf, für die die besonderen Eigenschaften der Graphitkeramik keine Bedeutung hatten (Scharrer-Liška 2007, 150). Hier müssen Gründe wie Tradition und Gewohnheit, Stil, Nachahmung metallischer Gefäße und Prestige genauso in die Interpretation mit einbezogen werden wie mögliche brenntechnische Gründe (Scharrer-Liška 2007, 151). Erst ab dem Spätmittelalter nimmt das Formenspektrum dieser speziellen Keramik wieder ab und beschränkt sich auf Formen wie Kochgeschirr, Vorratsgefäße und Schmelztiegel. Spätestens ab diesem Zeitpunkt kann davon ausgegangen werden, dass die besonderen Eigenschaften der Graphitkeramik bekannt waren (Scharrer-Liška 2007, 150). Mit der im ausgehenden Spätmittelalter / der beginnenden Neuzeit aufkommenden Eisentonkeramik, einer speziellen Variante dieser Keramikart, setzt sich die Entwicklung der Graphitkeramik bis in die Neuzeit fort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Graphit ist ein metallisch glänzender Rohstoff, der auf natürliche Weise aus Faulschlamm unter der Einwirkung von hohem Druck und Temperatur entstand (Scharrer-Liška 2007, 14) (Abb. 1).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Lagerstätten von Graphit in Mitteleuropa sind stark begrenzt und beschränken sich v.a. auf die Böhmische Masse, einem geologisch alten Rumpfgebirge. Bekannte Fundstätten liegen im Bayerischen Wald und ziehen über Böhmen, den mährisch-schlesischen Raum, das Mühl- und Waldviertel, den Dunkelsteiner Wald bis in die Grauwackerzone der Steiermark und Kärntens in Österreich (Abb. 2). Unbedeutendere Lagerstätten befinden sich in Tirol (Scharrer-Liška 2007, 15; 2003, 45). Im deutschen Grenzgebiet ist der Passauer Raum, speziell die Region um das heutige Kropfmühl, für Graphitvorkommen bekannt. Bei der archäologischen Lagerstättenkartierung muss allerdings der Umstand beachtet werden, dass i.d.R. nur heutige abbauwürdige Vorkommen kartiert werden, kleinräumigere Vorkommen dagegen nicht bekannt sind oder in der Vergangenheit bereits ausgebeutet wurden und aus diesen Gründen nicht erfasst werden (Mittelstraß 2007, 244).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Forschungsgeschichte==&lt;br /&gt;
Außer in einem kurzen Zeitraum während des frühen 13. Jh., als nach Vermutung von T. Mittelstraß im Hinterland von Passau ein Produktionsstandort existiert haben könnte (Mittelstraß 2007, 251), muss nach jetzigem Forschungsstand mittelalterliche Graphitkeramik in Süddeutschland vom Früh- bis zum Ende des Spätmittelalters als reine Importkeramik, v.a. aus österreichischen und böhmisch-mährischen Gebieten, angesehen werden. Durch diesen Umstand bedingt, sind derartige Scherben in den meisten Fundkomplexen nur in sehr geringer Anzahl vorhanden und für die Auswertung der Keramikkomplexe oft zu unbedeutend in ihrer Aussagekraft. Entsprechend schmal ist die Publikationslage.&lt;br /&gt;
Grundlegend ist daher ein Artikel von T. Mittelstraß aus dem Jahr 2007 „Graphitkeramik des Mittelalters und der frühen Neuzeit in Altbayern. Ein Beitrag zum Beginn und zur Frühzeit der Obernzeller Produktion“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besser ist hier der Forschungsstand in Österreich, wo Graphitkeramik vom 8.–13. Jh. in viel stärkerem Ausmaß vorkommt und in bestimmten Gebieten in diesem Zeitraum zur vorherrschenden Keramikart wird. Hier sind v.a. die Arbeiten von S. Felgenhauer-Schmiedt, G. Scharrer-Liška und K. Kühtreiber zu nennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiteres wichtiges Herstellungs- und Verbreitungsgebiet der mittelalterlichen Graphitkeramik war die Region Mähren, die von B. Dostál und Č. Staňa bearbeitet wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Aussagekraft dieser Publikationen ist für die Region Süddeutschland hinsichtlich Verbreitung und Fundaufkommen allerdings begrenzt und besitzt in erster Linie für wirtschaftsgeschichtlich-archäologische Fragestellungen Relevanz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verbreitung==&lt;br /&gt;
[[Datei:Krenz Abb. 3 GK Rauer Kulm.jpg|400px|thumb|right|Abb. 3: Graphittonware Rauher Kulm (Zeichnung und Bearbeitung: H. Losert, unpubliziert).]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Krenz Abb. 4 Verteilung a reduziert3.jpg|400px|thumb|right|Abb. 4: Verbreitungskarte Graphitkeramik (ohne Grauschwarz hartgebrannte Drehscheibenware). Die Nummern entsprechen den Nummern der Referenzkomplextabelle. Kartierung: J. Krenz. Graphische Umsetzung: F. Griessel.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Krenz Abb. 5 Eisentonkeramik Schustergasse.jpg|200px|thumb|right|Abb. 5: Eisentonkeramik Passau Schustergasse (Böhmer 2015, 81).]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das erneute Aufkommen der Graphitkeramik im Mittelalter nahm nach bisherigem Forschungsstand seinen Anfang in Österreich. Dort ist sie in wiederbesiedelten antiken Orten in den entsprechenden nachrömischen Schichten archäologisch im ausgehenden 8. Jh. nachweisbar, so in Tulln, Mautern und Wien. Sicher zu belegen ist die weitere Verbreitung im 9. Jh. im niederösterreichischen Donauraum. Von dort greift die Graphitkeramik im späten 9. und beginnenden 10. Jh. nach Mähren und die Gebiete nördlich, östlich und westlich davon aus (Felgenhauer-Schmiedt 1998, 200).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Mähren ist Graphitkeramik v.a. auf slawischen Burgen dokumentiert. Beispiele hierfür bilden der Burgwall Staře Zámsky bei Brno-Lišeň (ab frühem 10. Jh.), Zelená Hora (Anfänge im 10. Jh., stark vertreten im 11.–13. Jh.) und die Burg Přerov (ab 10. Jh.) (Staňa 1998, 88–114).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im heutigen Polen erreichte die Graphitkeramik ihre stärkste Verbreitung im 12./13. Jh., älteste Gefäße können aber bereits in Opole im 9./10. Jh. nachgewiesen werden (Zamelska 1998, 33). In schlesischen Gebieten finden sich Graphitgefäße z.B. in Chotěbuz-Podobora, Hradec nad Moravici und Stavenice ebenfalls ab der Mitte des 10. Jh. Im 11./12. Jh. steigt hier die Beliebtheit von Graphitkeramik in solchem Maße, dass alle Formen der Keramik mit Graphitmagerung hergestellt wurden und sie auf fast allen Fundstellenarten, auf befestigten Plätzen, in dörflichen Ortschaften, in Gräbern und Städten auftritt (Kouřil 1998, 39 ff.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In böhmischen Fundkomplexen wird Graphitkeramik eher selten geborgen. Dort nahm sie sowohl im Früh- als auch im Hochmittelalter nirgends eine dominierende Stellung ein. Erst ab dem 13. Jh. ist sie im Siedlungsmaterial in nennenswertem Umfang nachweisbar, scheint allerdings bereits im 14. Jh. keine Rolle mehr zu spielen (Mittelstraß 2007, 249).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im heutigen Deutschland ist mittelalterliche Graphitkeramik nach neuestem Forschungsstand sehr früh belegt. Mit dem Kastell Boiotro in [[Passau]] (Altjohann 2012, 92) und dem Rauhen Kulm (Freundlicher Hinweis PD. Dr. H. Losert, unpubliziert) bei Neustadt am Kulm sind Fundplätze verbürgt, deren Material bereits ins 8./9. Jh. datiert (Abb. 3). Falls es sich um Import handelt, kann als Herstellungsgebiet allein der niederösterreichische Raum in Frage kommen. Dies setzt einen intensiven Handelsaustausch mit dieser Region zu einem sehr frühen Zeitpunkt voraus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Graphitkeramik der Abtei [[Frauenwörth]] (Chiemsee) (Mittelstraß 2007, 257) und aus der Grabung am Donaumarkt in [[Regensburg]] (Freundlicher Hinweis I. Nießen) liegt Fundmaterial aus dem 9./10.–12. Jh. vor. Der Großteil der weiteren Fundplätze in Süddeutschland zeigt Material mit Datierungen zwischen dem 10.–13. Jh. Als westlichster Punkt von Graphitkeramik muss derzeit ein Fund von zwei Graphittonscherben vom nordwestlichen burgnahen Hangbereich des Schlosses Pappenheim im Lkr. Weißenburg-Gunzenhausen gewertet werden (Freundlicher Hinweis PD Dr. phil. habil. Schußmann: Scherbe Nr. 1 wurde zunächst als latènezeitlich publiziert – Schußmann 1997, 108, mit dem Fund einer – später gefundenen – passenden Randscherbe als mittelalterliches Fundgut des 11./12. Jh. n. Chr. identifiziert).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Betrachtung der Verbreitungskarte (die allerdings einen temporären Forschungsstand darstellt) zeigt eine Abnahme der Funddichte Richtung Westen in Relation zu den Graphitlagerstätten (Abb. 4).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die spätmittelalterliche/frühneuzeitliche [[Eisentonkeramik]] (Abb. 5) gelangte bedeutend weiter westlich und wartet mit Fundstätten in [[Ulm]] und Geislingen auf (Schreg, Blog Archaeologik 05.01.2015). Nachweisbar ist sie auch im Gebiet um Passau (Endres 1998, Mittelstraß 2007, Böhmer 2015), in Bad Aibling (Mittelstraß 2007), Regensburg (Wintergerst 1999), Murnau (Mittelstraß 1994) und auf der Saldenburg (Endres 1994). Irritierend ist hier allerdings die Fundarmut dieses Materials zwischen dem östlichsten und westlichsten bekannten Verbreitungspunkt in Deutschland. (Als weiterer Fundplatz kann lt. Zeichnungen und Beschreibungen die Abtei Frauenwörth in Chiemsee angenommen werden [Hänsel 1966, Tafeln 4.10 und 5.18].)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das massenhafte Auftreten &amp;quot;graphitengobierter&amp;quot; Scherben als Oberflächenfunde auf den Burgen des 12./13.–15. Jh. der Schwäbischen Alb, wo diese Ware unter der Bezeichnung „grauschwarz hart gebrannte Drehscheibenware“ firmiert (Bizer 2006), will sich nicht so recht in das bisher bestehende Muster einpassen lassen. Mit Masse dürfte es sich hier um fein polierte Keramik handeln, die an die [[Polierte jüngere graue Drehscheibenware (Ulmer Raum, SMa)|polierte jüngere graue Drehscheibenware]] des benachbarten Ulmer Raums erinnert und wohl dort anzugliedenr ist, aber keinen Graphit enthält.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In welcher Form Graphitton verhandelt wurde, ist nicht gesichert. Denkbare Alternativen wären der Handel mit fertigen Gefäßen, mit Graphitton als Rohmaterial oder mit Rohgraphit (Scharrer-Liška 2003, 46). An Fundplätzen, an denen nur vereinzelte Scherben in einem ansonsten andersgearteten Keramikspektrum auftreten, ist zudem die Möglichkeit zu bedenken, dass Graphitgefäße als reine Transportgefäße für Waren, bei denen die hydrophobe Eigenschaft des Transportgefäßes eine wichtige Rolle spielte (z.B. Salz), zufällig vor Ort gelangten. Dies könnte auf den Burgstall Warberg bei Neunburg vorm Wald, den Burgberg in Meißen oder die [[Oberwittelsbach, Burg Wittelsbach|Burg Wittelsbach]] zutreffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warenart(en)==&lt;br /&gt;
Der Umgang mit dem Begriff der „[[Warenart]](en)“ ist in der Keramikforschung insofern problematisch, als dass er im deutschsprachigen Raum mit verschiedenen Inhalten belegt wird. U. Gross steht stellvertretend für eine Forschungsrichtung, die unter „Warenart“ Keramikgruppen fasst, die formale und technische Merkmale in sich vereinen. G. Scharrer-Liška als wichtige Vertreterin der hier behandelten Keramik versteht unter „Warenart“ Keramikgruppen gleichen Materials und Herstellungstechnik ([[Materialgruppe]]n), die formale Kriterien vorerst als irrelevant definiert, da die meisten Formen – je nach Zeitstellung – in sehr unterschiedlichen Warengruppen auftreten können (Scharrer-Liška 2007, 76).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für den süddeutschen Raum wurden bislang nur wenige Versuche unternommen, die mittelalterliche Graphitkeramik zu untergliedern. Als frühestes Beispiel kann B. Hänsel angeführt werden, der bei der Bearbeitung des Fundplatzes Abtei [[Frauenwörth]] (Chiemsee) die Graphitkeramik in drei Unterklassen (D 1–3) unterteilt (Abb. 6) (Hänsel 1966, 177). Da bei seiner Unterteilung auch latènezeitliches Material Eingang findet, des Weiteren die Datierung durch den frühen Zeitpunkt der Bearbeitung des Fundkomplexes (1966) ungewiss erscheint, eignet sich diese Warenartuntergliederung nur bedingt. Ein weiteres Modell der Untergliederung liefern B. Engelhardt und R. Pleyer bei ihrer Bearbeitung des Burgstalls Saunstein (Engelhardt/Pleyer 1986, 71). Sie unterscheiden die drei „Macharten“ A – C. Dabei ist allerdings nur Machart B sicher als Graphitkeramik zu identifizieren, Machart A und C beinhalten sowohl Graphitkeramik als auch Keramik mit Glimmer- und [[Goldglimmer]]magerung. Auch dieses Modell greift in seiner Einteilung zu kurz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Abb. 6: Warenarten nach Hänsel 1966, 177 ff.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Warenart/Eigenschaften&lt;br /&gt;
! D1&lt;br /&gt;
! D2&lt;br /&gt;
! D3&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Graphitanteil&lt;br /&gt;
| sehr hoch&lt;br /&gt;
| weniger Graphit als D1&lt;br /&gt;
| ziemlich hoch&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Magerung&lt;br /&gt;
| fein, bisweilen gröber&lt;br /&gt;
| fein, wenig körnige Magerungszusätze&lt;br /&gt;
| fein&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Brand&lt;br /&gt;
| nicht besonders hart&lt;br /&gt;
| mittelhart&lt;br /&gt;
| hart&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Bruch&lt;br /&gt;
| schwärzlich-silbern&lt;br /&gt;
| -----&lt;br /&gt;
| -----&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Oberfläche&lt;br /&gt;
| schwärzlich-silbern, manchmal rötlichbraun&lt;br /&gt;
| silbrig-schwarz&lt;br /&gt;
| porös, silbrig bis grau&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Zeitstellung&lt;br /&gt;
| wahrscheinlich – wenigstens teilweise Latènezeit&lt;br /&gt;
| Mittelalter?&lt;br /&gt;
| Mittelalter?&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Gefäßform&lt;br /&gt;
| weitmundige Töpfe mit kurz einschwingender Halszone und hoher Randlippe; bauchige Töpfe mit Trichterhals; große, flache Schalen mit sehr breitem Rand&lt;br /&gt;
| bauchiges Gefäß mit abgesetzter, steiler Schulterzone und abgewinkeltem, flachen Trichterhals; Bodenstücke eines Gefäßes mit flach ansteigender Wandung; Gussform für Perlen&lt;br /&gt;
| hohe Gefäße mit verdicktem und nach unten gebogenem Rand; Bodenscherben von steilen Gefäßen; Bodenscherben von bauchigen Gefäßen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Verzierung&lt;br /&gt;
| eng gestellte und tief eingeschnittene senkrechte Rillen auf Gefäßkörper; Rillen in Furchentechnik auf dem Hals der Schale&lt;br /&gt;
| häufig flache Wellenlinienmuster mit breiter Ritztechnik; breite waagerechte Rillen&lt;br /&gt;
| keine bekannt; 1 Abdruck eines Kreuzes als Töpfermarke&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
G. Scharrer-Liška bietet ein Modell der Warenarten ihres Bearbeitungsgebietes (Niederösterreich) an, in welchem sie sieben Warengruppen definiert, von denen Warenarten 1–3 verschiedene Formen der Graphitkeramik aufnehmen (Scharrer-Liška 2007, 76).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Abb. 7: Warenarten nach Huber u.a. 2003, 46.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;width:10em;&amp;quot; | Waren-/Keramikart 1&lt;br /&gt;
| Graphitkeramik (reduzierend gebrannt, sehr  hoher Graphitanteil)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Waren-/Keramikart 2&lt;br /&gt;
| „Ummäntelte“ Graphitkeramik (keine tatsächliche Ummäntelung mit Tonschlicker, wie in älterer Literatur oft angegeben, sondern Wechselbrand, bei dem sekundär unter oxidierender Atmosphäre der Graphit verbrannt wurde und dadurch die Oberfläche, im Gegensatz zum grauen Kern, braune bis rötlich-orange Farbe erhielt)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Waren-/Keramikart 3&lt;br /&gt;
| Stark glimmerhaltige Graphitkeramik (reduzierend gebrannt)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Waren-/Keramikart 4&lt;br /&gt;
| „Eisentonware“ (spätmittelalterliche, reduzierend gebrannte, gering bis mittelstark graphitgemagerte Keramik)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Waren-/Keramikart 5&lt;br /&gt;
| „Grautonware“ (reduzierend gebrannte Irdenware, vor allem steinchengemagert)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Waren-/Keramikart 6&lt;br /&gt;
| Wechselhaft gebrannte Irdenware&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Waren-/Keramikart 7&lt;br /&gt;
| Oxidierend gebrannte Irdenware&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Waren-/Keramikart 8&lt;br /&gt;
| Bleiglasierte Irdenware&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer Publikation von E. H. Huber/K. Kühtreiber/G. Scharrer aus dem Jahr 2003 tritt als Warenart 4 noch die Eisentonkeramik hinzu (Abb. 7) (Huber/Kühtreiber/Scharrer, 2003, 46).&lt;br /&gt;
Ein weiteres System wurde von K. Kühtreiber 2006 publiziert, in welchem sie Graphitkeramik wiederum als EINE Warenart definiert, als primäres Unterscheidungskriterium die Stärke der Magerung wählt und dieser den Brand als Differenzierungsmerkmal unterordnet (Kühtreiber 2006, 96).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den benannten Beispielen wird ein grundsätzliches Problem bei der Erfassung der Graphitkeramik deutlich. Während in Deutschland Graphitkeramik als EINE Warenart definiert wird, die über formale Kriterien weiter untergliedert wird, versteht man im österreichischen Raum Graphitkeramik als Oberbegriff, die existierenden Varianten nach der Definition von G. Scharrer-Liška als eigene Warenarten (außer im System von K. Kühtreiber). Diese kommunikative Unschärfe erschwert die Parallelisierung von Systematisierungssystemen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allen diesen Modellen ist gemeinsam, dass sie sich auf einen konkreten Fundplatz oder ein territorial begrenztes Gebiet beziehen und somit den Rahmen für die Untergliederung sehr eng abstecken. Eine eigene, unabhängige Untergliederung für das süddeutsche Fundgut als fast ausschließlichen Import ignoriert die Herkunft und die damit verbundenen Interpretationsmöglichkeiten. Um die mit der Graphitkeramik in Zusammenhang stehenden Fragestellungen beantworten zu können, erscheint ein Denken in größeren Zusammenhängen sinnvoll. Nötig wäre hier eine – nur der Graphitkeramik in allen ihren Ausprägungen vorbehaltene – Warenartgliederung, die sowohl archäometrische als auch formale Kriterien beinhaltet, sich länderübergreifend auf die Herstellungsregionen stützt und so die Chance bietet, das in den Importregionen zu Tage getretene Fundgut zeitlich und räumlich einzuhängen. Damit wären die Voraussetzungen zur Beantwortung vieler archäologischer Fragen rund um diese Form der Keramik geschaffen. Da diese überregionalen Gliederungen für die Herstellungsgebiete noch fehlen, muss dies zukünftigen Generationen überlassen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Varianten==&lt;br /&gt;
Graphit wurde in unterschiedlicher Weise eingesetzt, um dem Ton von Gefäßen eine höhere Funktionalität, den Gefäßen selbst ein höheres Prestige oder einen gesteigerten Marktwert zu verleihen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Übereinstimmung mit T. Mittelstraß (Mittelstraß 2007, 235 mit Anm. 1) und G. Scharrer-Liška (Scharrer-Liška 2003, mit Anm. 1) wird hier der Begriff „Graphitkeramik“ verwendet und darunter jede Form von mit Graphit behandeltem Ton verstanden. Der in der Literatur oft synonym verwendete Begriff Graphittonkeramik bleibt ausschließlich der mit Graphit gemagerten Keramik vorbehalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Graphittonkeramik]]&lt;br /&gt;
*[[Graphitengobierte Keramik]]&lt;br /&gt;
*[[Graphitierte Keramik]]&lt;br /&gt;
*[[Ummäntelte Graphittonkeramik]]&lt;br /&gt;
*[[Keramik mit Graphitbemalung]]&lt;br /&gt;
*[[Eisentonkeramik]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Formen==&lt;br /&gt;
[[Datei:Krenz Abb. 14 Entwicklung Topfformen.png|250px|thumb|left|Abb. 8: Entwicklung graphithaltiger Topfformen in Österreich (Scharrer-Liška 2007, 37).]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Krenz Abb. 15 Bügelkannen.jpg|300px|thumb|right|Abb. 9: Henkel von Bügelkannen, Graphitkeramik (Foto: J. Krenz, Lesefund Hr. Hartl, Freyung, AO: BLfD Regensburg).]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die keramischen Formen der Graphitkeramik entwickeln sich im Früh- und Hochmittelalter zunächst analog der Formen der graphitfreien Keramik. Das keramische Spektrum ist in dieser Periode sehr eingeschränkt und erstreckt sich fast ausschließlich auf Töpfe, vereinzelt auch Backteller (Abb. 8).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Sonderformen von Töpfen können in Österreich ab dem 11. Jh. speziell gestaltete Vorratsgefäße identifiziert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Beginn des Hochmittelalters erweitert sich das Formenspektrum auf Deckel, Pfannen und Schüsseln, ab dem 12. Jh. kommen Bügelkannen und ab dem 13. Jh. Krüge und Aquamanile hinzu (Scharrer-Liška 2003, 8) (Abb. 9). Dies lässt sich mit der Differenzierung der sozialen Gepflogenheiten, d.h. von Haushalts- und Tischsittengestaltung parallelisieren, die vom südwestlichen und südlichen Deutschland (vermutlich durch den von hier ausgehenden Landesausbau) in den österreichischen Donauraum wirkt (Scharrer-Liška 2007, 34). Erst im ausgehenden Spätmittelalter und v.a. mit dem Aufkommen der Eisentonkeramik minimiert sich das Formenspektrum der Graphitkeramik und beschränkt sich auf Töpfe, Vorratsgefäße, Schmelztiegel, technische Keramik und Kacheln, für die die besonderen Eigenschaften der Graphitkeramik von bedeutendem Vorteil waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine gegenläufige Entwicklung nimmt die graphitengobierte grauschwarz hartgebrannte Drehscheibenware. Ihr Typenspektrum erweitert sich im Spätmittelalter enorm und weist neben den weiterhin dominierenden Töpfen auch Kannen, Flaschen, Dreifußgefäße, Schüsseln, Lampenschälchen, verschiedene Deckelformen und kugelförmige Becher auf (Bizer 2006, 50 f.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verzierungen==&lt;br /&gt;
[[Datei:Krenz Abb. 16 GK Wittelsbach.jpg|200px|thumb|right|Abb. 10: Graphittontopf mit Wellenverzierung, Burg Wittelsbach (R. Koch 1993, 126).]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grundsätzlich folgte auch die Verzierung der Graphitkeramik den Entwicklungen, die graphitfreie Keramik im Mittelalter nahm. Im Frühmittelalter, teilweise auch im Hochmittelalter, scheinen die Gefäße üppiger verziert als in späteren Zeiten. Als vorherrschende Verzierungen der frühen Periode können Wellenlinien, Wellenbänder, Einstichmuster und horizontal umlaufende Dekore identifiziert werden (Abb. 10). Diese werden später durch horizontal umlaufende Linien oder Linienbänder abgelöst, von Dekoren also, die durch das Aufkommen der Töpferscheibe wahrscheinlicher werden. Spätestens mit dem städtischen Handwerk, das bereits einer vorindustriellen Herstellung glich, wurden Verzierungen scheinbar nur dann angebracht, wenn es der Herstellungsprozess erlaubte (Scharrer-Liška 2007, 23).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verzierungen des Fundmaterials aus Süddeutschland zeigen eine kongruente Entwicklung. Als früheste Muster treten Wellenlinien verschiedenster Ausprägungen, z.T. zwischen umlaufenden Rillen, Schrägkerben- und Tupfenreihen, innenverzierte Ränder, Bodenmarken bzw. Töpferzeichen in Form von Kreuzen sowie im Hochmittelalter breite Gurtbänder auf Vorratsgefäßen auf. Eisentonwaren zeichnen sich regelhaft durch Stempelmarkierungen sowie Rillen/Riefen unter dem Rand aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Herstellungstechnik==&lt;br /&gt;
Die Herstellung von Graphitkeramik im Mittelalter erfolgte zunächst analog der Herstellung anderer Warenarten. Der Töpfer musste den Ton aufbereiten. Dazu wurde der Rohstoff der Witterung ausgesetzt, das sogenannte Wintern, Wettern oder Einsumpfen setzte ein. Danach erfolgte das Schlemmen des Tones, Verunreinigungen und überflüssiges Wasser wurden entfernt. Das anschließende Kneten minimierte mögliche Luftblasen und erhöhte die Bearbeitbarkeit des Tones (Felgenhauer-Schmiedt, o. J., 35). Die Magerung eines Tones mit Graphit ist mit einigen zusätzlichen Arbeitsschritten und Herausforderungen verbunden. Ein natürlicher hoher Graphitgehalt oder starker künstlicher Graphitzuschlag im Ton verringern dessen Plastizität, weshalb es schwierig ist, mit diesem Ton dünnwandig zu arbeiten. Dies wird als Grund angeführt, dass insbesondere die frühen, stark graphithaltigen Gefäße ein eher archaisches Aussehen hatten und als plumpere Varianten der graphitfreien Gefäße galten. Erst mit dem Aufkommen von Drehhilfen und Tonen, die tendenziell immer weniger Graphit enthielten, ist eine Verfeinerung des Bildes der Graphitkeramik zu beobachten (Mittelstraß 2007, 236, Scharrer-Liška 2007, 21 f.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund seiner hydrophoben Eigenschaften ist Graphit im feuchten Zustand nur schwer mit dem Ton zu vermischen. Um eine gleichmäßige Textur des Tones zu erreichen, werden zwei mögliche Varianten der Herstellung diskutiert. Eine Möglichkeit stellt die Vermischung unter starkem körperlichem Einsatz durch das Abtreten mit den Füßen dar. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, sowohl Ton als auch Graphit zunächst zu trocknen, zu zerreiben, wieder zu vermischen und mit Wasser zu versetzen (Scharrer-Liška 2007, 21). Im Frühmittelalter sprechen Dickwandigkeit der Gefäße, unregelmäßige Formgebung und senkrechte Verstreichspuren an den inneren Gefäßwänden für einen Handaufbau. Im Hochmittelalter liefert das Vorhandensein von Bodenmarken und Quellböden Hinweise auf die Verwendung von handgetriebenen Drehhilfen (Scharrer-Liška 2007, 21 ff.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor dem Brennen des Tones wurden Einstiche oder Schnitte in die dickeren Teile des Gefäßes eingebracht, um eine schnellere und gleichmäßigere Trocknung des Tones zu erreichen und das Risiko des Reißens während des Brennvorgangs zu minimieren. Graphit oxidiert bei Sauerstoffzufuhr bei 400–500°C und verbrennt bei 700–1000°C, unter reduzierenden Bedingungen setzt diese Reaktion erst bei ca. 3.500°C ein. Die Brennatmosphäre wurde entsprechend entweder reduzierend gestaltet oder die Gefäße wurden bei sehr niedrigen oxidierenden Temperaturen gebrannt (Scharrer-Liška 2007, 25). Für die unter reduzierenden Bedingungen hergestellte frühmittelalterliche Graphitware von Thunau am Kamp in Niederösterreich konnte mittels mikroskopischer Untersuchungen festgestellt werden, dass der Brenntemperaturbereich zwischen 700–900°C lag (Dell’Mour 2002, 91).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verbesserung der Brenntechnik vom Früh- zum Hochmittelalter ermöglichte in Niederösterreich dann das Aufkommen der Ummäntelten Graphittonkeramik (Scharrer-Liška 2007, 25).&lt;br /&gt;
Bei der Herstellung engobierter Graphitkeramik wurde auf ein graphitfreies, lederhartes Gefäß vor dem Brand eine Graphitengobe aufgebracht. Diese Engobe war vermutlich eine Mischung aus geschlämmtem Ton und Graphitbrei. Das Auftragen erfolgte mit einem Tuch oder Leder, Begießen oder Tauchen kamen, wie experimentalarchäologische Versuche zeigten, eher nicht in Betracht, da sich wegen der Saugfähigkeit des lederharten Materials eine zu dicke Engobeschicht bildet, die zu Blasenbildung und Abplatzungen neigt (Böhmer 2008, 146). Der Brand graphitengobierter Waren setzte ab der mittleren Brennphase einen kontrollierten Reduktionsbrand voraus. Beim Nachheizen musste der zugeführte Sauerstoff vollkommen im Feuerraum verbrennen und durfte nicht an die Ware gelangen, um den Graphit an der Oberfläche zu halten (Böhmer, 2008, 149).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Graphitierung der Keramik erfolgte erst nach dem Brand der Gefäße. Dazu wurde das Keramikobjekt mit Graphitstaub eingerieben. Eventuell erfolgte ein kurzer Stabilisierungsbrand (Mittelstraß 2007, 242).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Scherbenbeschaffenheit==&lt;br /&gt;
Die Scherbenbeschaffenheit, d.h. Merkmale wie Magerungsdichte, Magerungsgröße, Härte, Farbe, Beschaffenheit der Oberfläche, Brandatmosphäre, Wandstärke und Porosität variieren innerhalb der verschiedenen Ausprägungen der Graphitkeramik und deren zeitlichen, örtlichen und technischen Modifikationen derart stark, dass sie hier nicht zusammengefasst werden können. Erschwerend kommt hinzu, dass einheitliche Merkmale in der Literatur zu den süddeutschen Fundkomplexen nur z.T. publiziert wurden, so dass sich aufgrund des begrenzten Informationsstandes Aussagen verbieten. Generell scheint sich bei den frühen Formen aber abzuzeichnen, dass Graphitkeramik im Vergleich zur sonstigen mittelalterlichen Keramik deutlich weicher gebrannt ist. Wenn benannt, erreicht die Keramik selten mehr als den Härtegrad „2“ nach Mohs. Auch ist beim süddeutschen Fundgut meist von einer reduzierenden Brandführung auszugehen. Dies ist allerdings in den Kontext eines fehlenden Forschungsstandes zu anderen Varianten der Graphitkeramik im süddeutschen Raum zu stellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als abweichende Ausnahmeerscheinung treten wieder die Oberflächenfunde aus den Burgen der Schwäbischen Alb auf. Diese Art der engobierten Graphitkeramik ist hart bis sehr hart gebrannt, im Bruch einheitlich grau bis mittelgrau und gleichförmig dunkel bis schwarzgrau auf der Oberfläche (Bizer 2006, 50).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Sozialer Kontext==&lt;br /&gt;
Graphitkeramik tritt im gesamten Verbreitungsgebiet sowohl im dörflichen Raum als auch in aufkommenden städtischen Siedlungen und auf Burgen auf. Beim Siedlungstyp der Burgen ist – wie im österreichischen Raum – in Süddeutschland keine Einheitlichkeit zu verzeichnen. Auf manchen Burgen ist Graphitkeramik nachweisbar, an anderen Fundplätzen fehlt sie im Fundgut. G. Scharrer-Liška sieht hierin einen Hinweis auf unterschiedliche Funktionen oder Nutzungsweisen der Burgen (ländliches Gehöft oder adeliges Milieu) (Scharrer-Liška 2007, 74).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Graphitgemagerte Vorratsgefäße scheinen sich im österreichischen Verbreitungsgebiet vorwiegend im ländlich-dörflichen Bereich, aber auch in Siedlungen fassen zu lassen, die sich später zu Städten entwickelten (Scharrer-Liška 2007, 74). Für Süddeutschland sind aufgrund der geringen Funddichte keine eindeutigen Aussagen zu treffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Generell scheint es bis zum Ende des Hochmittelalters zwischen sozialen Schichten so gut wie keine Unterschiede bei der Verwendung von Graphitkeramik gegeben zu haben, zumindest sind in Gebieten mit besserem Forschungsstand durchwegs überall gleiche Formen und gleiche Wertschätzung zu verzeichnen. Erst im Spätmittelalter ist eine gewisse Differenzierung hinsichtlich Qualität und Anteile verschiedener Formen im städtischen und ländlichen Milieu greifbar (Scharrer-Liška 2007, 74).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wertschätzung, die Graphitkeramik erhalten hat, ist sicherlich an den Reparaturspuren ablesbar. Trotz des geringen Fundaufkommens sind für Süddeutschland diese Flickungen für mindestens drei Fundkomplexe sicher belegt, den Rauhen Kulm und die Burgen Wittelsbach und Sulzbach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Forschungsfragen==&lt;br /&gt;
Graphit als lagerstättenbedingt begrenzt vorkommendes Mineral in Verbindung mit Graphitkeramik als weit verhandeltem archäologischen Fundgut bietet der Forschung ein breites Feld von Fragen (Kouřil 1998, 38, Bogusław 1938, 18).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fragenkomplex zum Material&lt;br /&gt;
*Gründe für die Nutzung von Graphit als Magerungsbestandteil&lt;br /&gt;
*Bestimmung der Funktion der Gefäße&lt;br /&gt;
*Herstellungs- und Produktionstechnik der Keramik, Brennverfahren, Aussagen über technische Weiterentwicklungen im Töpferhandwerk&lt;br /&gt;
*Naturwissenschaftliche Untersuchungen hinsichtlich der Beziehung von Magerungsanteil des Graphits, Magerungsgröße der Graphitpartikel und den physikalischen Eigenschaften der Gefäße&lt;br /&gt;
*Einfluss von sekundären Formationsprozessen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Chronologische Fragestellungen&lt;br /&gt;
*Beginn der Graphitkeramikproduktion in den verschiedenen Regionen und ihre Fortentwicklung im Hoch- und Spätmittelalter&lt;br /&gt;
*Datierung der verschiedenen Formen und Warenuntergruppen&lt;br /&gt;
*Import- und/oder Kreuzdatierung für Fundplätze in Importregionen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Typologische und morphologische Fragestellungen (Kouřil 1998, 38)&lt;br /&gt;
*Randformen, Gefäßformen, typologische Reihen&lt;br /&gt;
*Tektonik der Gefäße&lt;br /&gt;
*Bearbeitung der Oberfläche, Verzierungen, Dekor, Markenzeichen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wirtschaftsgeschichtliche Fragestellungen&lt;br /&gt;
*Provenienz der Tone und des Graphits&lt;br /&gt;
*Transportwege, Handelsrouten, Richtungen und Weisen des Vertriebs (Gefäße, Ton, Graphit als Rohstoff?)&lt;br /&gt;
*Organisation des Töpferhandwerks (grundherrschaftlich, regional)&lt;br /&gt;
*Identifikation von Töpfermanufakturen und Absatzmärkten&lt;br /&gt;
*Beobachtungen von Veränderungen und Rückschlüsse auf gesellschaftliche Umbrüche&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Soziale Fragestellungen&lt;br /&gt;
*Sozialer Kontext, Informationen zum Arbeits- und Alltagsleben der Nutzer und Hersteller&lt;br /&gt;
*Definition von sozialen Kontakträumen&lt;br /&gt;
*Aussagen hinsichtlich gesellschaftlicher Stellung von Bevölkerungsschichten sowie entsprechender sozialer Strukturveränderungen&lt;br /&gt;
*Aussagen zur „Wertigkeit“ bestimmter Merkmale der Keramik und Rückschlüsse auf dahinterstehende soziale, psychologische und identitätsstiftende Wahrnehmungs-, Denkmuster und Bedeutungsebenen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Naturwissenschaftliche Analysen==&lt;br /&gt;
Bisher wurden erst wenige wissenschaftliche Analysen an Graphitkeramik durchgeführt, die sich auf die Warenart als Solche beziehen. Als umfassendste kann die Untersuchung von G. Duma und C. Ravasz „Graphithaltige Gefäße aus Österreichs Mittelalter“ (1976) benannt werden, in der verschiedene Aspekte im Zusammenhang mit dieser Keramikart untersucht wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein wesentliches Element bei der wissenschaftlichen Erforschung der Graphitkeramik ist die Bestimmung ihrer physikalischen und chemischen Eigenschaften, d.h. die Untersuchung der Rolle des intentionell in den Ton beigegebenen Graphits bzw. der bewussten Nutzung von Graphiterde – einem natürlichen Verwitterungsprodukt in Regionen des Vorkommens von Graphit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Testserie bei Duma/Ravasz (Duma/Ravasz 1976, 234 ff.) wurden vier Graphittonproben auf der Basis gleichartigen Tons mit jeweils 5%, 10%, 20% und 40% feingekörntem Naturgraphit gemagert (bei 84% Kohlenstoffgehalt des Graphits ergab dies Proben mit 4,2%, 8,4%, 16,8% und 33,6% Kohlenstoff) und bei 900°C reduzierend gebrannt. Für einen 15 mm dicken Scherben wurden folgende Ergebnisse erzielt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hydrophobie: Bei den Testserien wurde festgestellt, dass die Probe mit 16,8% reiner Graphitmagerung kein Wasser mehr aufnahm, sowohl die Oberfläche als auch die Gesamtmenge des Scherbens als hydrophob gelten konnte. Diese Eigenschaft nahm kontinuierlich mit abnehmenden Graphitgehalt ab. In der Konsequenz bedeutet dies, dass zwischen einer Graphitmagerung von 8,4% und 16,8% die Irdenware eine Wasserundurchlässigkeit erreicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wärmeleitfähigkeit: Hierfür wurde die Probe mit 16,8% Graphitmagerung sowie ein gleichwertiger 15 mm dicker graphitfreier Scherben hinsichtlich der Frage untersucht, welcher Zeitraum nötig ist, sowohl Innen- als auch Außenseite eines Gefäßes auf eine Temperatur von 105°C zu erhitzen. Während für das graphitfreie Gefäß hierfür 17 min nötig waren, erreichte das mit 16,8% graphitgemagerte Gefäß diese Temperatur nach 9,5 min.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Temperaturwechselbeständigkeit: Die Wärmeausdehnung des Scherbens (Dilatation) nimmt infolge des Graphitgehaltes ab, bereits beträchtlich bei einer Magerung mit 16,8% Graphit, wodurch das Gefäß eine deutlich höhere Widerstandsfähigkeit gegen Temperaturschwankungen entwickelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Gefäße mit einer Graphitengobierung eines ansonsten graphitfreien Tones die Eigenschaften von graphithaltigen Tongefäßen nicht aufweisen können (Duma/Ravasz 1976, 236).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Untersuchung von G. Duma/R. Ravasz wurden weitere Ergebnisse formuliert, die eine breitere Diskussionsbasis für offene Forschungsfragen hinsichtlich der süddeutschen Graphitkeramik schaffen:&lt;br /&gt;
*Eine naturwissenschaftliche Untersuchung von vier österreichischen und drei ungarischen Proben, die aufgrund ihrer äußeren Merkmale als „identische Wiener Gefäße“ archäologisch angesprochen wurden, ergab keine Herkunft aus den gleichen Gebieten. Die archäologische Bestimmung der drei ungarischen Proben konnte mit Recht angezweifelt werden (Duma/Ravasz 1976, 228). Graphitkeramik aus Süddeutschland wird fast ausschließlich als Importware definiert. Aufgrund der Tonbeschaffenheit und formaler Kriterien der Scherben werden Bezüge zu möglichen Herstellungszentren und daraus resultierend Thesen zu Handelbeziehungen, sozialen Kontakträumen und grundherrschaftlicher Durchdringung formuliert. Das Ergebnis der Untersuchung zeigt die Notwendigkeit für ein Bewusstsein über derartige Fehlerquellen.&lt;br /&gt;
*Anders als in der Literatur geäußert, verlieren regelmäßig erhitzte Gefäße einen Teil ihres Kohlenstoffs auch während des Gebrauchs. Bei jedem nicht reduzierendem Brand, dem Graphitkeramik ausgesetzt wird (also auch bei Überhitzung am Kochfeuer), oxidieren Graphitanteile zu Kohlenstoffdioxid und entweichen als Gas (Endres 182, 52; ebenso: Duma/Ravasz 1976, 234). Graphithaltige Tongefäße können demnach nicht nur aufgrund ihres Kohlenstoffgehaltes in Gruppen systematisiert werden. Dies ist im Hinblick auf die Definition von Warenuntergruppen anhand des Graphitgehalts von nicht unbeträchtlichem Belang.&lt;br /&gt;
*Graphithaltige Tongefäße können im Boden eingebettet den korrosiven Wirkungen der Bodenumgebung dauerhaft widerstehen. Es konnten keine auf Rehydratationsprozesse hindeutende Charakterzüge festgestellt werden (Duma/Ravasz 1976, 234).&lt;br /&gt;
Dass Graphitkeramik durch sekundäre Formationsprozesse dennoch Veränderungen durchläuft, zeigen zwei anpassende Scherben von Eisentonkeramik aus einer Notgrabung in [[Ulm, Weinhof|Ulm (Weinhof 23)]], von denen eine noch einen deutlichen Graphitanteil aufweist, die andere aber nicht (Schreg Blog Archaeologik (05.01.2015)).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere wissenschaftliche Untersuchungen stellen über die Analyse der mineralogisch-petrographischen Bestandteile der Graphittone die archäologische Fragestellung nach der Herkunft des Graphits und des Rohtones sowie damit in Zusammenhang stehende Thesen zu wirtschaftsgeschichtlichen Fragestellungen in den Vordergrund.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu nennen sind hier die Publikationen von R. W. Dell’Mour „Mikroskopische Untersuchungen an frühmittelalterlicher Keramik von Thunau am Kamp, NÖ Lokalware – Importe – Rohstoffherkunft“ (2002), J. Dvorská/L. Poláček/G. Schneider „Chemische Analyse der Keramik von Mikulčice“ (1998) und M. Gregerová/R. Procházka „Erste Ergebnisse naturwissenschaftlicher Untersuchungen an Graphittonkeramik aus Brno (Brünn)“ (1998). Für Süddeutschland besitzen diese Untersuchungen aufgrund ihrer Regionalität nur wenig Aussagekraft, können aber als Vorbild für ähnliche Untersuchungen dienen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Fazit==&lt;br /&gt;
Für die Archäologie bietet die Erforschung der Graphitkeramik aus verschiedenen Gründen erhebliche Möglichkeiten zum Erkenntnisgewinn. Diese reichen von typologischen und morphologischen Fragestellungen, der Herstellungs- und Produktionstechnik der Keramik über die Bestimmung der Funktion der Gefäße bis zu Aussagen zum Alltags-, Arbeitsleben und dem sozialen Kontext der Nutzer und Hersteller. Zusätzlich können naturwissenschaftliche und chronologische Thesen sowie wirtschaftsgeschichtliche Fragestellungen hinsichtlich Handelsrouten, Richtungen und Weisen des Vertriebs und die grundherrschaftliche oder regionale Organisation des Töpferhandwerks aufgeworfen werden. Gleichzeitig stellt mittelalterliche Graphitkeramik die Archäologie aber auch vor enorme Herausforderungen. So ist bis heute eine Unterscheidung vor- und frühgeschichtlicher zu mittelalterlicher Graphitkeramik ausschließlich über die Bestimmung von Rand- und Gefäßformen möglich. Dies stellt eine nicht unerhebliche Fehlerquelle für die Interpretation dar, die wegen des in Süddeutschland nur begrenzt vorhandenen Fundmaterials eine beachtliche Relevanz besitzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kerngebiet der Herstellung der Graphitkeramik ist nach heutigem Forschungsstand im österreichischen Donauraum und in Mähren zu lokalisieren. Die umliegenden Regionen Böhmen, Schlesien und Bayern können in erster Linie als Importregionen interpretiert werden. Eine Beantwortung der genannten Fragestellungen ist demnach nur durch internationale Zusammenarbeit über die heutigen politischen Grenzen hinweg möglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die wissenschaftliche Bearbeitung dieser Keramikvariante setzt aufgrund der Besonderheiten des Material Graphit eine enge Zusammenarbeit mit den Naturwissenschaften und der experimentellen Archäologie voraus. Sie wird damit zum Gegenstand sowohl internationaler wie interdisziplinärer Projekte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Referenzkomplexe Graphitkeramik==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Referenzkomplexe Graphitkeramik (ohne Grauschwarz hartgebrannte Drehscheibenware)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
!&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;width:11em;&amp;quot;| Fundort&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;width:8em;&amp;quot;| Warenart&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;width:7em;&amp;quot;| Koordinaten&lt;br /&gt;
! Fundart&lt;br /&gt;
! Feldkampagnen (FK) &amp;lt;br /&amp;gt; Literatur (L)&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;width:14em;&amp;quot;| Datierung&lt;br /&gt;
! Beschreibung &amp;lt;br /&amp;gt; Formen (F), Verzierung (V), Scherbenbeschaffenheit (SB)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 1&lt;br /&gt;
| Kastell Boiotro, &amp;lt;br /&amp;gt; Passau&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 34′ 11,2″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 27′ 44,5″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 387 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| FK: 1974–1978 Rainer Christlein, BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; L: M. Altjohann 2012&lt;br /&gt;
| 8./9.–12. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Töpfe, Schalen, Schüsseln, Flachdeckel, Spinnwirtel, Ausgusstüllen &amp;lt;br /&amp;gt; V: gegenständige Wellenbandzier, Bodenmarken &amp;lt;br /&amp;gt; SB: dunkel- bis braungrau, seifig, schimmert metallisch, hoher Graphitanteil in der Magerung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 2&lt;br /&gt;
| Rauher Kulm, &amp;lt;br /&amp;gt; Bad Neustadt am Kulm&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 49° 49′ 44″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 50′ 58″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 681 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 2009 und 2014 H. Losert &amp;lt;br /&amp;gt; L: Freundlicher Hinweis PD Dr. H. Losert (unpubliziert)&lt;br /&gt;
| 8./9. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Töpfe &amp;lt;br /&amp;gt; V: Wellenlinien &amp;lt;br /&amp;gt; SB: braun, grau-schwarz, mittlerer Graphitanteil in der Magerung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 3&lt;br /&gt;
| Abtei [[Frauenwörth]], &amp;lt;br /&amp;gt; Chiemsee&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 47° 52′ 18″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 12° 25′ 30″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 515 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Kloster&lt;br /&gt;
| FK: 1961–1964 A. Stroh, BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; L: B. Hänsel 1966 &amp;lt;br /&amp;gt;    T. Mittelstraß 2007&lt;br /&gt;
| 9./10.–12.Jh.&lt;br /&gt;
| F: Töpfe, Gussformen für Perlen &amp;lt;br /&amp;gt; V: Wellenlinien, breite waagerechte Rillen, Töpfermarke &amp;lt;br /&amp;gt; SB: silbrig schwarz bis grau, feine Magerung, Graphitanteil mittel bis sehr hoch, mittelhart bis hart &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 4&lt;br /&gt;
| Pleinting&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 39′ 31″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 7′ 11″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 343 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Lesefund&lt;br /&gt;
| Lesefund &amp;lt;br /&amp;gt; L: R. Reinecke 1936&lt;br /&gt;
| Frühmittelalter&lt;br /&gt;
| Nur textliche Erwähnung: &amp;lt;br /&amp;gt; „Randscherbe eines weiten Beckens aus Graphitton“&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 5&lt;br /&gt;
| „Randesberger Hof“ in Cham&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 49° 13ʹ 32,5″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 12° 39ʹ 17,9″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 372 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| FK: 1971 &amp;lt;br /&amp;gt; L: H. Wolf 1971&lt;br /&gt;
| Frühmittelalter&lt;br /&gt;
| Textliche Erwähnung der Möglichkeit, dass eine gefundene Graphittonscherbe auch ins Frühmittelalter datieren könnte&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 6&lt;br /&gt;
| Burg Wittelsbach, &amp;lt;br /&amp;gt; Oberwittelsbach&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 28′ 7″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 10′ 34,3″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 515 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1978–1981 Dr. W. Sage/A. Dransfeld &amp;lt;br /&amp;gt; L: R. Koch 1993 &amp;lt;br /&amp;gt;    T. Mittelstraß 2007&lt;br /&gt;
| 10./11. Jh. (R. Koch) &amp;lt;br /&amp;gt; 11./12. Jh. (T. Mittelstraß)&lt;br /&gt;
| F: Topf &amp;lt;br /&amp;gt; V: Wellenlinie zwischen zwei umlaufenden Rillen &amp;lt;br /&amp;gt; SB: ohne Angabe&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 7&lt;br /&gt;
| Burgstall Warberg, &amp;lt;br /&amp;gt; Neunburg v. Wald&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 49° 22′ 54,7″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 12° 23′ 18″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 417 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1991–1997 V. Kaufmann &amp;lt;br /&amp;gt; L: V. Kaufmann 1999 &amp;lt;br /&amp;gt;    T. Mittelstraß 2007&lt;br /&gt;
| 10. Jh. (V. Kaufmann) &amp;lt;br /&amp;gt; 11. Jh. (T. Mittelstraß)&lt;br /&gt;
| F: Töpfe &amp;lt;br /&amp;gt; V: schräge Einstichreihe auf der Schulter &amp;lt;br /&amp;gt; SB: dunkelgrau bis schwarz und glänzend, glatt und speckig, Graphit abreibbar; mit Fingernagel leicht ritzbar&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 8&lt;br /&gt;
| Albrechtsburg, &amp;lt;br /&amp;gt; Meißen&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 51° 9′ 57,8″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 28′ 14,6″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 168 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Höhenburg&lt;br /&gt;
| FK: 1959–1963 P. Heerde/C. Fritzsche &amp;lt;br /&amp;gt; L: A. Schmid-Hecklau 2004&lt;br /&gt;
| 10.–12. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Topf &amp;lt;br /&amp;gt; V: Tupfenreihe auf der Schulter &amp;lt;br /&amp;gt; SB: keine Angaben &amp;lt;br /&amp;gt; Datierung ins Mittelalter fragwürdig&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 9&lt;br /&gt;
| Burg Pappenheim, &amp;lt;br /&amp;gt; Lkr. Weißenburg&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 55′ 58,1″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 10° 58′ 17,8″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 508 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Höhenburg&lt;br /&gt;
| Lesefund &amp;lt;br /&amp;gt; L: M. Schußmann 1997&lt;br /&gt;
| 11./12. Jh.&lt;br /&gt;
| Freundlicher Hinweis PD Dr. M. Schußmann: &amp;lt;br /&amp;gt; 2 Graphittonscherben, davon 1 Randscherbe mit stark gekehltem Leistenrand&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 10&lt;br /&gt;
| Burg Sulzbach, &amp;lt;br /&amp;gt; Lkr. Amberg-Sulzbach&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 49° 30′ 18,7″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 44′ 10″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 444 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1992–2000 BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; L: M. Hensch 2005a und 2005b&lt;br /&gt;
| 11./12. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Töpfe (0,09% des Materials) &amp;lt;br /&amp;gt; V: Wellenverzierung &amp;lt;br /&amp;gt; SB: grau-schwarz silbrig, glatt, hoher Anteil von Graphit in der Magerung, Abrieb vorhanden, Mohs 2&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 11&lt;br /&gt;
| Schlosserstiege, &amp;lt;br /&amp;gt; Passau&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik &amp;lt;br /&amp;gt; Graphitierte (engobierte?) Keramik&lt;br /&gt;
| 48° 34ʹ 31,4″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 27ʹ 51,5″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 387 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| FK: 1992/1993 J.-P. Niemeier &amp;lt;br /&amp;gt; L: J.-P. Niemeier 1994 &amp;lt;br /&amp;gt;    T. Mittelstraß 2007&lt;br /&gt;
| 12./13.–15. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Töpfe, Deckel, Kanne &amp;lt;br /&amp;gt; V: Deckel mit innenverziertem Rand, Töpfermarke &amp;lt;br /&amp;gt; SB: keine Angabe&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 12&lt;br /&gt;
| Burgstall Saunstein, &amp;lt;br /&amp;gt; Mitternach&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 51′ 1″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 19′ 36″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 594 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1983 BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; L: B. Engelhardt/R.Pleyer 1986 &amp;lt;br /&amp;gt;    T. Mittelstraß 2007&lt;br /&gt;
| 12./13. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Töpfe, Flachdeckel &amp;lt;br /&amp;gt; V: keine Angabe, Durchlochung eines Deckels &amp;lt;br /&amp;gt; SB: glatt, mittlerer bis hoher Graphitgehalt, z.T. seifig&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 13&lt;br /&gt;
| Burgstall am Hohen Bogen, &amp;lt;br /&amp;gt; Rimbach&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 49° 14′ 1,9″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 12° 56′ 4,2″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 976 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: A. Stroh, BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; L: H. Dannheimer 1973&lt;br /&gt;
| 12. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Topf, fassartige Vorratsgefäße &amp;lt;br /&amp;gt; V: Fingertupfen, Schrägkerbenreihe, eingeritzte Linien, breite Gurtbänder auf Vorratsgefäßen &amp;lt;br /&amp;gt; SB: Graphit- und Goldglimmermagerung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 14&lt;br /&gt;
| Burgstall Untergrießbach, &amp;lt;br /&amp;gt; Lkr. Passau&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 27ʹ 28,4″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 9ʹ 13,7″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 468 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1994–1996 Kreisarchäologie Passau &amp;lt;br /&amp;gt; L: W. Wandling 1996 &amp;lt;br /&amp;gt;    W. Wandling 1997&lt;br /&gt;
| 12. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Töpfe, Schalen &amp;lt;br /&amp;gt; V: Tupfenleisten, Wellenverzierung oder Radkreuzstempeln am Boden &amp;lt;br /&amp;gt; SB: keine Angabe&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 15&lt;br /&gt;
| Donaumarkt, &amp;lt;br /&amp;gt; [[Regensburg]] &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; [[Regensburg, Lederergasse 1]], &amp;lt;br /&amp;gt; Regensburg&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; Eisentonkeramik&lt;br /&gt;
| 49° 1ʹ 13,1″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 12° 6ʹ 10,9″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 339 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| FK: 2012–2015 „Museum der Bayerischen Geschichte“, Maßnahmen-Nr. M-2012-1989-1_0 &amp;lt;br /&amp;gt; L: Freundlicher Hinweis I. Nießen (Promotionsprojekt in Bearbeitung) &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; FK: 1981–1982 BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; L: M. Wintergerst 1999&lt;br /&gt;
| 9.–11./12. Jh. &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; 17. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Töpfe, Vorratsgefäße, Schüsseln &amp;lt;br /&amp;gt; V: Wellenlinien, Wellenbänder, umlaufende Rillen, Einstichmuster, innenverzierte Ränder, bisher singuläres rautenförmiges Muster &amp;lt;br /&amp;gt; SB: dunkelgrau, bräunlich-grau, braun-schwarz, grau, schwarz; hoher Graphitgehalt, daneben noch Glimmer und Quarz, Mohs 1–2, gelegentlich auch hart &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; Zeitlich zu weit außerhalb des Rahmens der Arbeit&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 16&lt;br /&gt;
| Schlossberg Windberg bei Windorf, &amp;lt;br /&amp;gt; Lkr. Passau&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 37′ 53,2″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 16′ 3,5″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 380 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Höhenburg&lt;br /&gt;
| FK: 2001/2002 Kreisarchäologie Passau &amp;lt;br /&amp;gt; L: W. Wandling 2010&lt;br /&gt;
| 12./13. Jh.&lt;br /&gt;
| Nur textliche Erwähnung: Graphithaltige Tonscherben von hochmittelalterlichen Gefäßen, z.T. mit Kreuzstempeln auf dem Boden&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 17&lt;br /&gt;
| Kirche St. Peter und Paul, &amp;lt;br /&amp;gt; Aschheim&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 10′ 18,2″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 42′ 55,5″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 512 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Kirche&lt;br /&gt;
| FK: 1967–1971 H. Dannheimer &amp;lt;br /&amp;gt; L: H. Dannheimer 1988&lt;br /&gt;
| Hochmittelalter&lt;br /&gt;
| F: Topf &amp;lt;br /&amp;gt; V: keine Angabe &amp;lt;br /&amp;gt; SB: keine Angabe&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 18&lt;br /&gt;
| Vohburg-Burgberg, &amp;lt;br /&amp;gt; Lkr. Pfaffenhofen&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 46′ 14,4″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 36′ 58,1″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 370 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1973–1974 BLfD &amp;lt;br /&amp;gt;    Lesefunde &amp;lt;br /&amp;gt; L: G. Riedel 2000&lt;br /&gt;
| Hochmittelalter&lt;br /&gt;
| F: 3 Töpfe &amp;lt;br /&amp;gt; V: Horizontal- und Wellenriefen, z.T. überschneidend &amp;lt;br /&amp;gt; SB: fast alle Farbvarianten, weich bis mittelhart, z.T. Misch- oder Oxidationsbrand&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 19&lt;br /&gt;
| Großmehring, &amp;lt;br /&amp;gt; Lkr. Eichstätt&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 46′ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 32′ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 375 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| FK: 1994–1995 BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; L: G. Riedel 2000&lt;br /&gt;
| Früh-/Hochmittelalter&lt;br /&gt;
| F: 2 Töpfe, Deckel &amp;lt;br /&amp;gt; V: einzelne Wellenriefe zwischen Horizontalriefen &amp;lt;br /&amp;gt; SB: graubraun bis graubeige, weich bis mit-telhart, Misch- oder Oxidationsbrand&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 20&lt;br /&gt;
| Ingolstadt&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 46′ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 25′ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 374 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| FK: 1987–1988 BLfD (Grabung Ingolstadt Hallstr./Carraraplatz) &amp;lt;br /&amp;gt; L: G. Riedel 2000&lt;br /&gt;
| Hochmittelalter&lt;br /&gt;
| 1 unverzierte WS, nachgedreht&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 21&lt;br /&gt;
| [[Zuchering, Am Mühlwegfeld (Zuchering-Ost)]]&lt;br /&gt;
| Graphitkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 43′ 46″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 24′ 43″ O&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| FK: 1983–1989 BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; L: E. Weid 2000&lt;br /&gt;
| Latène (?)&lt;br /&gt;
| 6 Graphitkeramikscherben, von denen 5 unsicher in die Vorgeschichte datiert wurden (Material müsste nochmals geprüft werden)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 22&lt;br /&gt;
| Erlau, &amp;lt;br /&amp;gt; Obernzell&lt;br /&gt;
| Eisentonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 33′ 49″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 34′ 46″ O&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| L: T. Mittelstraß 2007&lt;br /&gt;
| Spätmittelalter&lt;br /&gt;
| Nur textliche Erwähnung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 23&lt;br /&gt;
| Ruhstorf a.d. Rott&lt;br /&gt;
| Graphitkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 26′ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 20′ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 319 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| L: T. Mittelstraß 2007 &amp;lt;br /&amp;gt;    W. Wandling 2017&lt;br /&gt;
| Unbekannt&lt;br /&gt;
| Textliche Erwähnung; Fundmeldungen 2013–2016 in Passau: Graphitkeramik, deren zeitliche Stellung nicht gesichert ist (MA/LT?)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 24&lt;br /&gt;
| Saldenburg, &amp;lt;br /&amp;gt; Lkr. Grafenau&lt;br /&gt;
| Eisentonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 46′ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 21′ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 532 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1991/1992 W. Endres &amp;lt;br /&amp;gt; L: W. Endres 1993 &amp;lt;br /&amp;gt;    M. U. Kasparek 1961&lt;br /&gt;
| 1368–1467/68&lt;br /&gt;
| F: Töpfe &amp;lt;br /&amp;gt; V: 2–5 mm breite, flaue Rillen, Stempel und Markierungen auf der Oberseite &amp;lt;br /&amp;gt; SB: hoher Graphitgehalt mit Quarz- und Feldspatanteilen bis 3 mm&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 25&lt;br /&gt;
| Burgstall Lobenstein, &amp;lt;br /&amp;gt; Marktgemeinde Röhrenbach&lt;br /&gt;
| Graphitkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 46′ 9,6″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 31′ 41,6″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 570 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg? &amp;lt;br /&amp;gt; Lesefund&lt;br /&gt;
| Lesefunde eines ehrenamtlichen Feldbegehers des BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; unpubliziert&lt;br /&gt;
| Latène- bis Neuzeit&lt;br /&gt;
| Alle Ausprägungen von Graphitkeramik in Formen, Farben, Varianten und Verzierungen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 26&lt;br /&gt;
| Fürholz, &amp;lt;br /&amp;gt; Gmd. Grainet, &amp;lt;br /&amp;gt; Lkr. Freyung-Grafenau&lt;br /&gt;
| Graphitkeramik &lt;br /&gt;
| 48° 46′ 58″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 38′ 57″ O&lt;br /&gt;
| Lesefund&lt;br /&gt;
| Lesefunde eines ehrenamtlichen Feldbegehers des BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; unpubliziert&lt;br /&gt;
| Latène- bis Neuzeit&lt;br /&gt;
| Alle Ausprägungen von Graphitkeramik in Formen, Farben, Varianten und Verzierungen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 27&lt;br /&gt;
| Praßreuth, &amp;lt;br /&amp;gt; Lkr. Freyung-Grafenau&lt;br /&gt;
| Graphitkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 40ʹ 40″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 31ʹ 21,3″ O&lt;br /&gt;
| Lesefund&lt;br /&gt;
| Lesefunde eines ehrenamtlichen Feldbegehers des BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; unpubliziert&lt;br /&gt;
| Latène- bis Neuzeit&lt;br /&gt;
| Alle Ausprägungen von Graphitkeramik in Formen, Farben, Varianten und Verzierungen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 28&lt;br /&gt;
| Veste Oberhaus, &amp;lt;br /&amp;gt; Passau&lt;br /&gt;
| Eisentonkeramik &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; Graphitengobierte Keramik&lt;br /&gt;
| 48° 34′ 39″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 28′ 13″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 387 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1991 H. Feldmeier &amp;lt;br /&amp;gt; L: W. Endres 1998 &amp;lt;br /&amp;gt;    T. Mittelstraß 2007&lt;br /&gt;
| 1400/1420–1550 &amp;lt;br /&amp;gt; 15./16. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Töpfe &amp;lt;br /&amp;gt; V: Stempelmarkierungen &amp;lt;br /&amp;gt; SB: hoher Graphitanteil im groben Gefüge, schwarz- bis anthrazitgrau &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; F: Töpfe, Becher, Sieb, Griffschale, Krug &amp;lt;br /&amp;gt; V: keine Angabe &amp;lt;br /&amp;gt; SB: anthrazitgrau, oft grobes Gefüge&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 29&lt;br /&gt;
| Schustergasse, &amp;lt;br /&amp;gt; Passau&lt;br /&gt;
| Eisentonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 34ʹ 26,4″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 28ʹ 9,5″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 387 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| L: H. Böhmer 2015&lt;br /&gt;
| 15./16. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Topf &amp;lt;br /&amp;gt; V: keine Angabe &amp;lt;br /&amp;gt; SB: keine Angabe&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 30&lt;br /&gt;
| Hofberg, &amp;lt;br /&amp;gt; Bad Aibling&lt;br /&gt;
| Eisentonkeramik&lt;br /&gt;
| 47° 52′ N &amp;lt;br /&amp;gt; 12° 1′ O&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 2001–2003 T. Mittelstraß &amp;lt;br /&amp;gt; L: T. Mittelstraß 2006 &amp;lt;br /&amp;gt;    T. Mittelstraß 2007&lt;br /&gt;
| Frühe Neuzeit (Beginn 16. Jh.)&lt;br /&gt;
| F: fassartige Gefäße &amp;lt;br /&amp;gt; V: Stempelmarken &amp;lt;br /&amp;gt; SB: keine Angabe&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 31&lt;br /&gt;
| Schloss Murnau&lt;br /&gt;
| Eisentonkeramik&lt;br /&gt;
| 47° 40′ 39″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 12′ 10″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 661 m&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1991–1992 T. Mittelstraß &amp;lt;br /&amp;gt; L: T. Mittelstraß 1994&lt;br /&gt;
| Frühe Neuzeit (Beginn 16. Jh.)&lt;br /&gt;
| F: Töpfchen &amp;lt;br /&amp;gt; V: Töpferstempel (Kreuz mit Querbalken), umlaufende Schulterkante &amp;lt;br /&amp;gt; SB: basaltgrau, feine und mittlere Graphitmagerung, vereinzelt Quarzkörner&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 32&lt;br /&gt;
| Ulm&lt;br /&gt;
| Eisentonkeramik &amp;lt;br /&amp;gt; Graphitengobierte Keramik&lt;br /&gt;
| 48° 24′ N &amp;lt;br /&amp;gt; 9° 59′ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 478 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| FK: 1953 A. Rieber/K. Reutter &amp;lt;br /&amp;gt;    1961 Staatl. Amt für Denkmalpflege &amp;lt;br /&amp;gt;    1928 ohne Befundkontext &amp;lt;br /&amp;gt; L: R. Schreg Blog Archaeologik 05.01.2015 &amp;lt;br /&amp;gt;    U. Gross 2009 + 2015&lt;br /&gt;
| Spätmittelalter – Frühe Neuzeit&lt;br /&gt;
| F: Töpfe, Henkeltopf &amp;lt;br /&amp;gt; V: ovale Stempeleindrücke mit Kreuz, unterhalb des Kremprandes breite Riefe &amp;lt;br /&amp;gt; SB: hoher Graphitanteil in der Magerung und Quarzmagerung &amp;lt;br /&amp;gt; Weitere Funde von Graphitkeramik und graphitengobierter Ware, die frühneuzeitlich datiert werden &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 33&lt;br /&gt;
| Burg Helfenstein, &amp;lt;br /&amp;gt; Geislingen an der Steige&lt;br /&gt;
| Eisentonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 36′ 58″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 9° 50′ 49″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 610 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1922 K. A. Koch &amp;lt;br /&amp;gt;    1932–1938 G. Burghardt &amp;lt;br /&amp;gt; L: R. Schreg Blog Archaeologik 05.01.2015 &amp;lt;br /&amp;gt;    U. Gross 2009&lt;br /&gt;
| Spätmittelalter – Frühe Neuzeit&lt;br /&gt;
| F: Töpfe &amp;lt;br /&amp;gt; V: 2 identische Stempelmarken auf dem Rand, zwei umlaufende Rillen im oberen Gefäßbereich &amp;lt;br /&amp;gt; SB: hoher Graphitanteil in der Magerung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 34&lt;br /&gt;
| Obernzell&lt;br /&gt;
| Eisentonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 33′ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 38′ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 294 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| L: H. Böhmer 2015 &amp;lt;br /&amp;gt;    Gemeindeblatt Nr. 29, 2017&lt;br /&gt;
| Spätmittelalter – Frühe Neuzeit&lt;br /&gt;
| F: Topf &amp;lt;br /&amp;gt; V: Rille unter dem Rand, 2 Töpfermarken &amp;lt;br /&amp;gt; SB: dunkelgrau-schwarz, hoher Graphitanteil in der Magerung, Mohs 2&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturhinweise==&lt;br /&gt;
*Altjohann 2012: M. Altjohann, Das spätrömische Kastell Boiotro zu Passau-Innstadt. Materialhefte zur Bayerischen Archäologie. Fundinventare und Ausgrabungsbefunde (Kallmünz/Opf. 2012). ISBN 13: 978-3-78475-096-5. ISBN 10: 3-784750-966-X.&lt;br /&gt;
*Bizer 2006: Ch. Bizer, Oberflächenfunde von den Burgen der Schwäbischen Alb. Ein Beitrag zur Keramik- und Burgenforschung (Stuttgart 2006). ISBN 13: 978-3-80622-038-4.&lt;br /&gt;
*Böhmer 2008: H. Böhmer, Die Ilzer Schwarzhafner vom Ende des 16. bis Ende des 19. Jahrhunderts. In: R. Mennicken u.a. (Hrsg.), 40 Jahre Keramikforschung. Rückblick – Stand der Forschung – Ausblick. Beiträge zum 40. Internationalen Hafnerei-Symposium des Arbeitskreises für Keramikforschung in Obernzell/Bayern vom 16.09. bis 21.09.2007 (Raeren 2008) 139֪–152. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Böhmer 2015: H. Böhmer, Qualitätszeichen auf Graphit-Keramik des 15. und 16. Jh. In: S. Glaser (Hrsg.), Keramik im Spannungsfeld zwischen Kunst und Handwerk. Beiträge des 44. Internationalen Symposiums Keramikforschung im Germanischen Nationalmuseum, Nürnberg, 19-23. September 2011 (Nürnberg 2015) 77–83. ISBN 13: 978-3-93668-893-1. ISBN 10: 3-93668-893-1.&lt;br /&gt;
*Bogusław 1998: G. Bogusław, Bemerkungen zur Graphittonkeramik als historischer Quelle (am Beispiel der Graphittonkeramik aus Opole). In: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998) 17–19. ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
*Bräuning u.a. 2008: A. Bräuning/R. Schreg/U. Schmidt, Ulm. Archäologischer Stadtkataster Baden-Württemberg. Band 35, 1 Text (Stuttgart 2008). ISBN 13: 978-3-92771-493-9.&lt;br /&gt;
*Dannheimer 1973: H. Dannheimer, Keramik des Mittelalters aus Bayern. Ein Katalog. Kataloge der Prähistorischen Staatssammlung XXI (Kallmünz Opf. 1973). ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Dannheimer 1988: H. Dannheimer, Aschheim im frühen Mittelalter. Archäologische Funde und Befunde. In: J. Werner (Hrsg.), Münchener Beiträge zur Vor- und Frühgeschichte 32, 1 (München 1988). ISBN 10: 3-40630-287-4.&lt;br /&gt;
*Dell’Mour 2002: R. W. Dell’Mour, Mikroskopische Untersuchungen an frühmittelalterlicher Keramik von Thunau am Kamp, NÖ Lokalware – Importe– Rohstoffherkunft, Österreichische Akademie der Wissenschaften, Anzeiger der Philosophisch-Historischen Klasse 136, 2001 (Wien 2002) 69–109. ISBN 13: 978-3-70013-066-6. ISBN 10: 3-70013-066-X.&lt;br /&gt;
*Dostál 1998: B. Dostál, Über die Anfänge der slawischen Graphittonkeramik in Mähren. In: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998) 67–86. ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
*Duma/Ravasz 1976: G. Duma/C. Ravasz, Graphithaltige Gefäße aus Österreichs Mittelalter. In: Archaeologia Austriaca. Beiträge zur Paläanthropologie, Ur- und Frühgeschichte Österreichs 59/60 (Wien 1976) 225–242. ISSN: 1816-2959.&lt;br /&gt;
*Dvorská u.a. 1998: J. Dvorská/L. Poláček/G. Schneider, Chemische Analyse der Keramik von Mikulčice. In: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998) 295–312. ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
*Endres 1982: W. Endres, Zur Entstehung und chemischen Struktur „schwarz“ färbender Pigmente bei unglasierter Irdenware. In: L. Kriss-Rettenbeck/I. Bauer (Hrsg.), Beiträge zur Keramikforschung. Festschrift für Alfred Höck zum 60. Geburtstag. Volkstümliche Keramik aus Europa 2 (München 1982) 47–70. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Endres 1993: W. Endres, Spätmittelalterliche Funde von der Saldenburg, Gde. Saldenburg, Lkr. Freyung-Grafenau. In A. Leidl (Hrsg.), Ostbairische Grenzmarken. Passauer Jahrbuch für Geschichte, Kunst und Volkskunde 35 (Passau 1993) 24–54. ISSN: 0078-6845.&lt;br /&gt;
*Endres 1998: W. Endres, Archäologische Funde. In: J. P. Niemeier/H. W. Schuster/R. Loibl, Ritterburg und Fürstenschloss 2. Archäologische Funde. Begleitband zur Ausstellung im Oberhausmuseum Passau 1998 (Passau 1998). ISBN 13: 978-3-79171-598-8. ISBN 10: 3-79171-583-6.&lt;br /&gt;
*Engelhardt/Pleyer 1986: B. Engelhardt/R. Pleyer, Die archäologische Untersuchung des Burgstalls Saunstein, Gmkg. Mitternach, Gde. Markt Schönberg, Lkr. Freyung-Grafenau. In: A. Leidl (Hrsg.), Ostbairische Grenzmarken 28. Passauer Jahrbuch für Geschichte, Kunst und Volkskunde (Passau 1986) 59–78. ISSN: 0078-6845.&lt;br /&gt;
*Felgenhauer-Schmiedt 1998: S. Felgenhauer-Schmiedt, Graphittonkeramik des Früh- und Hochmittelalters in Niederösterreich. In: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998) 199–212. ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
*Felgenhauer-Schmiedt 1981: S. Felgenhauer-Schmiedt, Herstellungsmethoden der mittelalterlichen Keramik + Katalog. In: O. Harl (Hrsg.), Keramische Bodenfunde aus Wien. Mittelalter – Neuzeit. Eigenverlag der Museen der Stadt Wien (Wien 1981) 35–126. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Gemeindeblatt Markt Obernzell (September–Dezember 2017): Hanfnerzeller Archiv zum Anfassen &amp;lt;https://www.obernzell.de/images/stories/Gemeindeblatt/Gemeindeblatt_Nr_29.pdf&amp;gt; S. 13 [Stand: 02.09.2019].&lt;br /&gt;
*Gregerová/Procházka 1998: M. Gregerová/R. Procházka, Erste Ergebnisse naturwissenschaftlicher Untersuchungen an Graphittonkeramik aus Brno (Brünn). In: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998) 275–278. ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
*Gross 1991: U. Gross, Die Bügelhenkelkanne, eine Hauptform der süddeutschen Keramik des Hoch- und Spätmittelalters. Beiträge zur Mittelalterarchäologie Österreichs 7, 1991, 69–77. ISSN: 1011-0062.&lt;br /&gt;
*Gross 2009: U. Gross, Keramikverbreitung und herrschaftliche Strukturen. Beispiele aus dem Mittelalter und der Frühen Neuzeit in Südwestdeutschland. In: D. Krausse u.a. (Hrsg.), Kulturraum und Territorialität: archäologische Theorien, Methoden und Fallbeispiel. Kolloquium des DFG-SPP 1171, Esslingen 17.-18. Januar 2007 (Rahden 2009) 159–175. ISBN 13: 978-3-89646-443-9. ISBN 10: 3-89646-443-4.&lt;br /&gt;
*Gross 2015: U. Gross, Sturzbecher oder Becherschrauben und schwarze Töpfe. Eine gläserne Sonderform und östliche Keramikimporte im frühneuzeitlichen Ulm. Fundberichte aus Baden-Württemberg 35, 2015, 561–573. ISBN 13: 978-3-80623-144-1. ISSN: 0071-9897.&lt;br /&gt;
*Hänsel 1966: B. Hänsel, Beschreibung der keramischen Gruppen. In: V. Milojcic (Hrsg.), Bericht über die Ausgrabungen und Bauuntersuchungen in der Abtei Frauenwörth auf der Fraueninsel im Chiemsee 1961-1964. Bayerische Akademie der Wissenschaften. Philosophisch-historische Klasse. Abhandlungen. Neue Folge 65 (München 1966) 177–200. ISBN 13: 978-3-76960-060-5. ISBN 10: 3-76960-060-6.&lt;br /&gt;
*Hensch 2005a: M. Hensch, Burg Sulzbach in der Oberpfalz. Archäologisch-historische Forschungen zur Entwicklung eines Herrschaftszentrums des 8. bis 14. Jahrhunderts in Nordbayern. Materialien zur Archäologie in der Oberpfalz 3, 1 (Text und Katalog) (Büchenbach 2005). ISBN 13: 978-3-93347-430-8. ISBN 10: 3-93347-430-2.&lt;br /&gt;
*Hensch 2005b: M. Hensch, Burg Sulzbach in der Oberpfalz. Archäologisch-historische Forschungen zur Entwicklung eines Herrschaftszentrums des 8. bis 14. Jahrhunderts in Nordbayern. Materialien zur Archäologie in der Oberpfalz 3, 2 (Tafeln und begleitende Beiträge) (Büchenbach 2005). ISBN 13: 978-3-93347-430-8. ISBN 10: 3-93347-430-2.&lt;br /&gt;
*Huber u.a. 2003: E. H. Huber/K. Kühtreiber/G. Scharrer-Liška, Die Keramikformen des Hoch- und Spätmittelalters im Gebiet der heutigen Stadt Wien sowie der Bundesländer Niederösterreich und Burgenland. In: K. Spindler/H. Stadler (Hrsg.), Beiträge vom 34. Internationalen Hafnerei-Symposium auf Schloß Maretsch in Bozen/Südtirol 2001. Nearchos 12, Veröffentlichungen des Arbeitskreises für Keramikforschung 3 (Innsbruck 2003) 43–66. ISBN 13: 978-3-90077-333-5.&lt;br /&gt;
*Kappel 1969: I. Kappel, Die Graphittonkeramik von Manching. In: W. Krämer, Die Ausgrabungen in Manching 2 (Wiesbaden 1969). ISBN 13: 978-3-51500-386-5. ISBN 10: 3-51500-386-X.&lt;br /&gt;
*Kasparek 1961: M. U. Kasparek, Keramik aus Regensburg aus dem 11. – 17. Jahrhundert. &amp;lt;http://nbn-resolving.de/urn/resolver.pl?urn=urn:nbn:de:bvb:355-rbh-1748-8&amp;gt; [Stand 06.08.2020]. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Kaufmann 1999: V. Kaufmann, Der Burgstall Warberg bei Neunburg vorm Wald. Materialien zur Archäologie in der Oberpfalz 1 (Büchenbach 1999). ISBN 13: 978-3-93347-402-5. ISBN 10: 3-93347-402-7.&lt;br /&gt;
*Koch 1993: R. Koch, Keramik des frühen und hohen Mittelalters aus Bayerisch-Schwaben. In: M. Petzet (Hrsg.), Forschungen zur Geschichte der Keramik in Schwaben. Arbeitshefte des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege 58 (München 1993) 119–128. ISBN 13: 978-3-87490-560-2. ISBN 10: 3-87490-560-8.&lt;br /&gt;
*Koch 2017: R. Koch, Ausgrabungen in der Burg Wittelsbach 1978-1981. Befunde und Funde. Materialhefte zur Bayer. Archäologie. Fundinventare und Ausgrabungsbefunde 105 (Kallmünz/Opf. 2017). ISBN 13: 978-3-78475-405-5. ISBN 10: 3-78475-405-8.&lt;br /&gt;
*Kouřil 1998: P. Kouřil, Zu den Anfängen der slawischen Graphittonkeramik in Schlesien. In: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998) 37–66. ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
*Kühtreiber 2006: K. Kühtreiber, Die hochmittelalterliche Keramik im südlichen Niederösterreich. Ihre Entwicklung, ihre Formen und Beziehungen zu den benachbarten Keramikregionen. Beiträge zur Mittelalterarchäologie in Österreich 22 (Wien 2006) 93–148. ISSN: 1011-0062.&lt;br /&gt;
*Lehrberger u.a. 2011: G. Lehrberger/F. Duschl/G. Wimmer, Graphit – ein besonderer mineralischer Rohstoff der Vor- und Frühgeschichte in Mitteleuropa. Eigenschaften, Entstehung, Verwendung und Vorkommen. In: K. Schmotz (Hrsg.), Vorträge des 29. Niederbayerischen Archäologentages (Leidorf 2011) 313–348. ISBN 13: 978-3-89646-240-4.&lt;br /&gt;
*Mämpel 1998: U. Mämpel, Meine historischen und technischen Erfahrungen mit schwarzgebrannter Irdenware. In: W. Endres/B. Kerkhoff-Hader (Hrsg.), 30. Internationales Hafnerei-Symposium in Obernzell vom 07. bis 11. Oktober 1997 (Bamberg 1998) 12–13. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Miklós/Vizi 2002: Sz. Miklós/M. Vizi, Beiträge zur Siedlungsgeschichte des mittelalterlichen Marktfleckens Ete. Acta Arch. Acad. Scien. Hungaricae 53, 2002, 195–253.&lt;br /&gt;
*Mittelstraß 1994: T. Mittelstraß, Die Funde der archäologischen Ausgrabungen von 1991-1992 im Murnauer Schloss. In: T. Mittelstraß (Hrsg.), Schloß Murnau. Ein Bauwerk der Stauferzeit und seine Geschichte (Murnau 1994) 120–251. ISBN 13: 978-3-98038-163-5. ISBN 10: 3-98038-163-3.&lt;br /&gt;
*Mittelstraß 2006: T. Mittelstraß, Urnengrab, Königsgrab, Grafenburg, Pflegschloss. Die Ergebnisse der archäologischen Grabungen auf dem Hofberg in Bad Aibling. In: G. Mayr (Hrsg.), Bad Aibling. Geschichte einer Stadt. Band 1 (Bad Aibling 2006) 35–71. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Mittelstraß 2007: T. Mittelstraß, Graphitkeramik des Mittelalters und der frühen Neuzeit in Altbayern. Ein Beitrag zum Beginn und zur Frühzeit der Obernzeller Produktion. Bayerische Vorgeschichtsblätter 72, 2007, 235–318. ISBN 13: 978-3-40611-077-1. ISSN: 0341-3918.&lt;br /&gt;
*Niemeier 1994: J.-P. Niemeier, Die Grabung an der Schlosserstiege in der Passauer Altstadt – Ein Schnitt durch 2000 Jahre Stadtgeschichte. In: K. Schmotz, Vorträge des 12. Niederbayerischen Archäologentages (Deggendorf 1994) 251–276. ISBN 13: 978-3-92473-458-9. ISBN 10: 3-92473-458-5.&lt;br /&gt;
*Nießen (in Bearbeitung): I. Nießen, Laufendes Promotionsprojekt zu der Ausgrabung Regensburg Donaumarkt „Museum der Bayerischen Geschichte“ Friedrich-Schiller-Universität Jena. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Pechtl/Eibl 2011: J. Pechtl/F. Eibl, Die neolithische Graphitnutzung in Südbayern. In: K. Schmotz (Hrsg.), Vorträge des 29. Niederbayerischen Archäologentages (Leidorf 2011) 349–432. ISBN 13: 978-3-89646-240-4. ISSN: 1438-2040.&lt;br /&gt;
*Polácek 1998: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998). ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
*Reinecke 1936: P. Reinecke, Karolingische Keramik aus dem östlichen Bayern. Germania 20, 1936, 198–202. ISSN: 0016-8874.&lt;br /&gt;
*Reschreiter 2001: J. Reschreiter, Versuche zu urgeschichtlicher Keramik. In: K. Grömer, K. Löcker, M. Mehofer (Hrsg.), Archäologie Österreichs 12 Sonderheft (Wien 2001) 22–26. ISSN: 1018-1857.&lt;br /&gt;
*Riedel 2000: G. Riedel, Ingoldesstat. Archäologische Untersuchungen zu Ingolstadt im Mittelalter. Beiträge zur Geschichte Ingolstadts (Ingolstadt 2000). ISBN 13: 978-3-92025-343-5. ISBN 10: 3-92025-343-4.&lt;br /&gt;
*Scharrer-Liška 2003: G. Scharrer-Liška, Die Entwicklung Hochmittelalterlicher Vorratsgefäße aus der Grafitkeramik im Gebiet des heutigen Ostösterreichs und der angrenzenden Gebiete. In: K. + Th. Kühtreiber (Hrsg.), Beiträge zur historischen Archäologie. Festschrift für Sabine Felgenhauer-Schmiedt zum 60. Geburtstag. Beiträge zur Mittelalterarchäologie in Österreich 6 (Wien 2003) 45–60. ISBN 10: 3-95008-514-9.&lt;br /&gt;
*Scharrer-Liška 2007: G. Scharrer-Liška, Die hochmittelalterliche Grafitkeramik in Mitteleuropa und ihr Beitrag zur Wirtschaftsgeschichte. Forschungsstand - Hypothesen - offene Fragen. Monographien des Römisch-Germanischen Zentralmuseums 68 (Mainz 2007). ISBN 13: 978-3-79541-857-1. ISBN 10: 3-79541-857-7.&lt;br /&gt;
*Schmid-Hecklau 2004: A. Schmid-Hecklau, Die archäologischen Ausgrabungen auf dem Burgberg in Meißen. In: J. Oexle (Hrsg.), Die Grabungen 1959-1963. Veröffentlichungen des Landesamtes für Archäologie im Landesmuseum für Vorgeschichte 43 (Dresden 2004). ISBN 13: 978-3-91000-859-5. ISBN 10: 3-91000-859-3.&lt;br /&gt;
*Schußmann 1997: M. Schußmann, Eine neuentdeckte Höhensiedlung der Hallstattzeit im südlichen Mittelfranken. Beitr. Arch. Mittelfranken 3, 1997, 97–108. ISSN: 1430-5461.&lt;br /&gt;
*Schreg 2015: R. Schreg, Eisentonkeramik aus Ulm und Geislingen – ein Zeugnis ulmischen Donauhandels. Blog Archaeologik (05.01.2015) &amp;lt;https://archaeologik.blogspot.com/2015/01/eisentonkeramik-aus-ulm-und-geislingen.html&amp;gt; [Stand 05.08.2019]. ISSN: 2197-7283.&lt;br /&gt;
*Staňa 1998: Č. Staňa, Die frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mittelmähren. In: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998) 87–125. ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
*Trebsche 2011: P. Trebsche, Eisenzeitliche Graphittonkeramik im mittleren Donauraum. In: K. Schmotz (Hrsg.), Vorträge des 29. Niederbayerischen Archäologentages (Leidorf 2011) 449–481. ISBN 13: 978-3-89646-240-4. ISSN: 1438-2040.&lt;br /&gt;
*van den Boom 1991: H. van den Boom, Großgefäße und Töpfe der Heuneburg. Heuneburgstudien VIII. Röm.-German. Forschung 51 (Mainz 1991). ISBN 10: 3-80531-190-7.&lt;br /&gt;
*v. Bomhard 1966: P. v. Bomhard, Das Münster Frauenchiemsee im Spiegel der kunstgeschichtlichen Forschung. In: V. Milojcic (Hrsg.), Bericht über die Ausgrabungen und Bauuntersuchungen in der Abtei Frauenwörth auf der Fraueninsel im Chiemsee 1961-1964. Bayerische Akademie der Wissenschaften. Philosophisch-historische Klasse. Abhandlungen. Neue Folge 65 (München 1966) 21–42. ISBN 13: 978-3-76960-060-5. ISBN 10: 3-76960-060-6.&lt;br /&gt;
*Wandling 1996: W. Wandling, Archäologische Untersuchungen im Burgstall von Untergriesbach, Lkr. Passau. In: K. Schmotz (Hrsg.), Vorträge des 14. Niederbayerischen Archäologentages (Deggendorf 1996) 211–224. ISBN 13: 978-3-89646-225-1. ISBN 10: 3-89646-225-3.&lt;br /&gt;
*Wandling 1997: W. Wandling, Ausgrabung im Burgstall von Untergrießbach, Lkr. Passau, Niederbayern. In: Das archäologische Jahr in Bayern 1996 (Stuttgart 1997) 166–168. ISBN 13: 978-3-80621-311-9.&lt;br /&gt;
*Wandling 2010: W. Wandling, Auf den Spuren der Burg Windberg. In: 1000 Jahre Windorf: Ein Erinnerungsbuch (Windorf 2010) 44–49. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Wandling 2017: W. Wandling, Ausgrabungen und Funde im Landkreis Passau 2013-2016. In: F.-R. Erkens, Passauer Jahrbuch. Beiträge zur Geschichte, Geographie und Kultur Ostbaierns LIX/2017 (Passau 2017) 351–379. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Weid 2000: E. Weid, Die Kleinfunde der mittelalterlichen Siedlung von Zuchering bei Ingolstadt. Arbeiten über die Archäologie Süddeutschlands 10 (Büchenbach 2000). ISBN 13: 978-3-93347-408-7.&lt;br /&gt;
*Wintergerst 1999: M. Wintergerst, Die Ausgrabung „Ledergasse 1“ in Regensburg. Eine formenkundliche Studie zur Keramik des 10. bis 13. Jahrhunderts in Bayern. Materialh. Arch. Mittelalter u. Neuzeit 4 (Rahden/Westf. 1999). ISBN 13: 978-3-89646-453-8. ISBN 10: 3-89646-453-1.&lt;br /&gt;
*Wolf 1971: H. Wolf, Eine frühmittelalterliche, latène- und hallstattzeitliche Kulturschicht unter der Stadtmauer von Cham. urn:nbn:de:bvb:355-ubr00031-0219-4. Universität Regensburg [Stand 22.08.2019]. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Zamelska 1998: K. Zamelska, Graphitkeramik in Polen – Chronologie und Verbreitung. In: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998) 33–36. ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[kategorie:Warenart]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>M. Rühle</name></author>
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	<entry>
		<id>https://amanz-balismink.rproxy.rz.uni-bamberg.de/balismink/index.php?title=Graphitkeramik&amp;diff=5645</id>
		<title>Graphitkeramik</title>
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		<updated>2023-05-13T22:49:11Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;M. Rühle: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
{{stub}}&lt;br /&gt;
Graphitkeramik ist ein Oberbegriff für verschiedene Waren, bei deren Herstellung oder Verzierung Graphit verwendet wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*graphitierte Keramik: mit einem Graphitüberzug bzw. einer Graphitbemalung&lt;br /&gt;
*[[Graphittonkeramik]]. Neben einer vor allem in Österreich sowie Böhmen und Mähren verbreiteten [[Graphittonware (Österreich, Böhmen und Mähren, FMa)]] gehören hierzu auch [[Graphittontiegel|graphitgemagerte Tiegel]] sowie die spätmittelalterliche/ frühneuzeitliche [[Eisentonkeramik]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einführung==&lt;br /&gt;
Graphitkeramik ist seit dem Neolithikum bekannt (Dostál 1998, 67), in der Bronzezeit belegt (Dell`Mour 2002, 84) und hat den ersten Höhepunkt ihres Vorkommens in der Eisenzeit – insbesondere in der Latènezeit. Um die Zeitenwende verliert sich ihre Spur. Im 8. Jh. erscheint sie im niederösterreichischen Donauraum erneut und wird im Verlauf des 9./10. Jh. dort und in den angrenzenden Gebieten, v.a. Mähren und Schlesien, bis ins 13. Jh. zeitweise zur bestimmenden Warenart (Mittelstraß 2007, 244; Felgenhauer-Schmiedt 1998, 201).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachweisbar ist mittelalterliche Graphitkeramik heute in Österreich, Polen, Tschechien, Slowenien, Ungarn und Deutschland (Scharrer-Liška 2003, 46). Der Forschungsstand in diesen Regionen ist sehr unterschiedlich. Während in Österreich und Tschechien bereits einiges an Forschungsarbeit geleistet wurde, hat die Graphitkeramik in den übrigen Regionen aus unterschiedlichen Gründen noch wenig Interesse erfahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Krenz Abb. 1 Graphit.jpg|400px|thumb|right|Abb. 1: Graphit (Lehrberger u.a. 2011, 325).]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Krenz Abb. 2 Graphitlagerstätten.jpg |400px|thumb|right|Abb. 2: Graphitlagerstätten Mitteleuropa (Scharrer-Liška 2017, 17).]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im deutschen Raum ist dies v.a. auf den Umstand zurückzuführen, dass mittelalterliche Graphitkeramik nach jetzigem Forschungsstand (fast) im gesamten Gebiet als reine Importkeramik bewertet werden muss, nur an wenigen Fundplätzen greifbar wird, dort meist nur in geringer Menge vorhanden ist und somit für die Auswertung des Keramikspektrums der jeweiligen Referenzkomplexe nur eine begrenzte Aussagekraft besitzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit vorliegender Arbeit wird ein erster Schritt unternommen, einerseits einen zusammenfassenden Forschungsstand darzustellen und andererseits über eine Kartierung der recherchierten süddeutschen Fundplätze eine Verbreitung dieser Keramikvariante in diesem Gebiet zu erfassen. Dies kann als Grundlage für die zukünftige Beantwortung der aufzuwerfenden Forschungsfragen dienen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gründe für die Verwendung des Minerals [[Graphit]] bei der Herstellung von Tongefäßen werden v.a. in den besonderen physikalisch-chemischen Eigenschaften gesucht, die der Graphitkeramik – speziell der Graphittonkeramik (d.h. mit Graphit gemagerter Keramik) – nach heutigem Wissensstand nachgewiesen werden können. Dazu zählen Hydrophobie (der ansonsten wasserdurchlässigen mittelalterlichen Irdenware), die erhöhte Wärmeleitfähigkeit, Temperaturwechselbeständigkeit sowie eine hohe Resistenz gegen Laugen und Säuren (Mittelstraß 2007, 236, Scharrer-Liška 2007, 150). Inwieweit diese Eigenschaften im Früh- und Hochmittelalter bereits bekannt waren, kann derzeit nicht beantwortet werden. Das Typenspektrum der Graphitkeramik im Hochmittelalter weist Formen auf, für die die besonderen Eigenschaften der Graphitkeramik keine Bedeutung hatten (Scharrer-Liška 2007, 150). Hier müssen Gründe wie Tradition und Gewohnheit, Stil, Nachahmung metallischer Gefäße und Prestige genauso in die Interpretation mit einbezogen werden wie mögliche brenntechnische Gründe (Scharrer-Liška 2007, 151). Erst ab dem Spätmittelalter nimmt das Formenspektrum dieser speziellen Keramik wieder ab und beschränkt sich auf Formen wie Kochgeschirr, Vorratsgefäße und Schmelztiegel. Spätestens ab diesem Zeitpunkt kann davon ausgegangen werden, dass die besonderen Eigenschaften der Graphitkeramik bekannt waren (Scharrer-Liška 2007, 150). Mit der im ausgehenden Spätmittelalter / der beginnenden Neuzeit aufkommenden Eisentonkeramik, einer speziellen Variante dieser Keramikart, setzt sich die Entwicklung der Graphitkeramik bis in die Neuzeit fort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Graphit ist ein metallisch glänzender Rohstoff, der auf natürliche Weise aus Faulschlamm unter der Einwirkung von hohem Druck und Temperatur entstand (Scharrer-Liška 2007, 14) (Abb. 1).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Lagerstätten von Graphit in Mitteleuropa sind stark begrenzt und beschränken sich v.a. auf die Böhmische Masse, einem geologisch alten Rumpfgebirge. Bekannte Fundstätten liegen im Bayerischen Wald und ziehen über Böhmen, den mährisch-schlesischen Raum, das Mühl- und Waldviertel, den Dunkelsteiner Wald bis in die Grauwackerzone der Steiermark und Kärntens in Österreich (Abb. 2). Unbedeutendere Lagerstätten befinden sich in Tirol (Scharrer-Liška 2007, 15; 2003, 45). Im deutschen Grenzgebiet ist der Passauer Raum, speziell die Region um das heutige Kropfmühl, für Graphitvorkommen bekannt. Bei der archäologischen Lagerstättenkartierung muss allerdings der Umstand beachtet werden, dass i.d.R. nur heutige abbauwürdige Vorkommen kartiert werden, kleinräumigere Vorkommen dagegen nicht bekannt sind oder in der Vergangenheit bereits ausgebeutet wurden und aus diesen Gründen nicht erfasst werden (Mittelstraß 2007, 244).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Forschungsgeschichte==&lt;br /&gt;
Außer in einem kurzen Zeitraum während des frühen 13. Jh., als nach Vermutung von T. Mittelstraß im Hinterland von Passau ein Produktionsstandort existiert haben könnte (Mittelstraß 2007, 251), muss nach jetzigem Forschungsstand mittelalterliche Graphitkeramik in Süddeutschland vom Früh- bis zum Ende des Spätmittelalters als reine Importkeramik, v.a. aus österreichischen und böhmisch-mährischen Gebieten, angesehen werden. Durch diesen Umstand bedingt, sind derartige Scherben in den meisten Fundkomplexen nur in sehr geringer Anzahl vorhanden und für die Auswertung der Keramikkomplexe oft zu unbedeutend in ihrer Aussagekraft. Entsprechend schmal ist die Publikationslage.&lt;br /&gt;
Grundlegend ist daher ein Artikel von T. Mittelstraß aus dem Jahr 2007 „Graphitkeramik des Mittelalters und der frühen Neuzeit in Altbayern. Ein Beitrag zum Beginn und zur Frühzeit der Obernzeller Produktion“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besser ist hier der Forschungsstand in Österreich, wo Graphitkeramik vom 8.–13. Jh. in viel stärkerem Ausmaß vorkommt und in bestimmten Gebieten in diesem Zeitraum zur vorherrschenden Keramikart wird. Hier sind v.a. die Arbeiten von S. Felgenhauer-Schmiedt, G. Scharrer-Liška und K. Kühtreiber zu nennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiteres wichtiges Herstellungs- und Verbreitungsgebiet der mittelalterlichen Graphitkeramik war die Region Mähren, die von B. Dostál und Č. Staňa bearbeitet wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Aussagekraft dieser Publikationen ist für die Region Süddeutschland hinsichtlich Verbreitung und Fundaufkommen allerdings begrenzt und besitzt in erster Linie für wirtschaftsgeschichtlich-archäologische Fragestellungen Relevanz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verbreitung==&lt;br /&gt;
[[Datei:Krenz Abb. 3 GK Rauer Kulm.jpg|400px|thumb|right|Abb. 3: Graphittonware Rauher Kulm (Zeichnung und Bearbeitung: H. Losert, unpubliziert).]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Krenz Abb. 4 Verteilung a reduziert3.jpg|400px|thumb|right|Abb. 4: Verbreitungskarte Graphitkeramik (ohne Grauschwarz hartgebrannte Drehscheibenware). Die Nummern entsprechen den Nummern der Referenzkomplextabelle. Kartierung: J. Krenz. Graphische Umsetzung: F. Griessel.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Krenz Abb. 5 Eisentonkeramik Schustergasse.jpg|200px|thumb|right|Abb. 5: Eisentonkeramik Passau Schustergasse (Böhmer 2015, 81).]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das erneute Aufkommen der Graphitkeramik im Mittelalter nahm nach bisherigem Forschungsstand seinen Anfang in Österreich. Dort ist sie in wiederbesiedelten antiken Orten in den entsprechenden nachrömischen Schichten archäologisch im ausgehenden 8. Jh. nachweisbar, so in Tulln, Mautern und Wien. Sicher zu belegen ist die weitere Verbreitung im 9. Jh. im niederösterreichischen Donauraum. Von dort greift die Graphitkeramik im späten 9. und beginnenden 10. Jh. nach Mähren und die Gebiete nördlich, östlich und westlich davon aus (Felgenhauer-Schmiedt 1998, 200).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Mähren ist Graphitkeramik v.a. auf slawischen Burgen dokumentiert. Beispiele hierfür bilden der Burgwall Staře Zámsky bei Brno-Lišeň (ab frühem 10. Jh.), Zelená Hora (Anfänge im 10. Jh., stark vertreten im 11.–13. Jh.) und die Burg Přerov (ab 10. Jh.) (Staňa 1998, 88–114).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im heutigen Polen erreichte die Graphitkeramik ihre stärkste Verbreitung im 12./13. Jh., älteste Gefäße können aber bereits in Opole im 9./10. Jh. nachgewiesen werden (Zamelska 1998, 33). In schlesischen Gebieten finden sich Graphitgefäße z.B. in Chotěbuz-Podobora, Hradec nad Moravici und Stavenice ebenfalls ab der Mitte des 10. Jh. Im 11./12. Jh. steigt hier die Beliebtheit von Graphitkeramik in solchem Maße, dass alle Formen der Keramik mit Graphitmagerung hergestellt wurden und sie auf fast allen Fundstellenarten, auf befestigten Plätzen, in dörflichen Ortschaften, in Gräbern und Städten auftritt (Kouřil 1998, 39 ff.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In böhmischen Fundkomplexen wird Graphitkeramik eher selten geborgen. Dort nahm sie sowohl im Früh- als auch im Hochmittelalter nirgends eine dominierende Stellung ein. Erst ab dem 13. Jh. ist sie im Siedlungsmaterial in nennenswertem Umfang nachweisbar, scheint allerdings bereits im 14. Jh. keine Rolle mehr zu spielen (Mittelstraß 2007, 249).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im heutigen Deutschland ist mittelalterliche Graphitkeramik nach neuestem Forschungsstand sehr früh belegt. Mit dem Kastell Boiotro in [[Passau]] (Altjohann 2012, 92) und dem Rauhen Kulm (Freundlicher Hinweis PD. Dr. H. Losert, unpubliziert) bei Neustadt am Kulm sind Fundplätze verbürgt, deren Material bereits ins 8./9. Jh. datiert (Abb. 3). Falls es sich um Import handelt, kann als Herstellungsgebiet allein der niederösterreichische Raum in Frage kommen. Dies setzt einen intensiven Handelsaustausch mit dieser Region zu einem sehr frühen Zeitpunkt voraus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Graphitkeramik der Abtei [[Frauenwörth]] (Chiemsee) (Mittelstraß 2007, 257) und aus der Grabung am Donaumarkt in [[Regensburg]] (Freundlicher Hinweis I. Nießen) liegt Fundmaterial aus dem 9./10.–12. Jh. vor. Der Großteil der weiteren Fundplätze in Süddeutschland zeigt Material mit Datierungen zwischen dem 10.–13. Jh. Als westlichster Punkt von Graphitkeramik muss derzeit ein Fund von zwei Graphittonscherben vom nordwestlichen burgnahen Hangbereich des Schlosses Pappenheim im Lkr. Weißenburg-Gunzenhausen gewertet werden (Freundlicher Hinweis PD Dr. phil. habil. Schußmann: Scherbe Nr. 1 wurde zunächst als latènezeitlich publiziert – Schußmann 1997, 108, mit dem Fund einer – später gefundenen – passenden Randscherbe als mittelalterliches Fundgut des 11./12. Jh. n. Chr. identifiziert).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Betrachtung der Verbreitungskarte (die allerdings einen temporären Forschungsstand darstellt) zeigt eine Abnahme der Funddichte Richtung Westen in Relation zu den Graphitlagerstätten (Abb. 4).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die spätmittelalterliche/frühneuzeitliche [[Eisentonkeramik]] (Abb. 5) gelangte bedeutend weiter westlich und wartet mit Fundstätten in [[Ulm]] und Geislingen auf (Schreg, Blog Archaeologik 05.01.2015). Nachweisbar ist sie auch im Gebiet um Passau (Endres 1998, Mittelstraß 2007, Böhmer 2015), in Bad Aibling (Mittelstraß 2007), Regensburg (Wintergerst 1999), Murnau (Mittelstraß 1994) und auf der Saldenburg (Endres 1994). Irritierend ist hier allerdings die Fundarmut dieses Materials zwischen dem östlichsten und westlichsten bekannten Verbreitungspunkt in Deutschland. (Als weiterer Fundplatz kann lt. Zeichnungen und Beschreibungen die Abtei Frauenwörth in Chiemsee angenommen werden [Hänsel 1966, Tafeln 4.10 und 5.18].)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das massenhafte Auftreten &amp;quot;graphitengobierter&amp;quot; Scherben als Oberflächenfunde auf den Burgen des 12./13.–15. Jh. der Schwäbischen Alb, wo diese Ware unter der Bezeichnung „grauschwarz hart gebrannte Drehscheibenware“ firmiert (Bizer 2006), will sich nicht so recht in das bisher bestehende Muster einpassen lassen. Mit Masse dürfte es sich hier um fein polierte Keramik handeln, die an die [[Polierte jüngere graue Drehscheibenware (Ulmer Raum, SMa)|polierte jüngere graue Drehscheibenware]] des benachbarten Ulmer Raums erinnert und wohl dort anzugliedenr ist, aber keinen Graphit enthält.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In welcher Form Graphitton verhandelt wurde, ist nicht gesichert. Denkbare Alternativen wären der Handel mit fertigen Gefäßen, mit Graphitton als Rohmaterial oder mit Rohgraphit (Scharrer-Liška 2003, 46). An Fundplätzen, an denen nur vereinzelte Scherben in einem ansonsten andersgearteten Keramikspektrum auftreten, ist zudem die Möglichkeit zu bedenken, dass Graphitgefäße als reine Transportgefäße für Waren, bei denen die hydrophobe Eigenschaft des Transportgefäßes eine wichtige Rolle spielte (z.B. Salz), zufällig vor Ort gelangten. Dies könnte auf den Burgstall Warberg bei Neunburg vorm Wald, den Burgberg in Meißen oder die [[Oberwittelsbach, Burg Wittelsbach|Burg Wittelsbach]] zutreffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warenart(en)==&lt;br /&gt;
Der Umgang mit dem Begriff der „[[Warenart]](en)“ ist in der Keramikforschung insofern problematisch, als dass er im deutschsprachigen Raum mit verschiedenen Inhalten belegt wird. U. Gross steht stellvertretend für eine Forschungsrichtung, die unter „Warenart“ Keramikgruppen fasst, die formale und technische Merkmale in sich vereinen. G. Scharrer-Liška als wichtige Vertreterin der hier behandelten Keramik versteht unter „Warenart“ Keramikgruppen gleichen Materials und Herstellungstechnik ([[Materialgruppe]]n), die formale Kriterien vorerst als irrelevant definiert, da die meisten Formen – je nach Zeitstellung – in sehr unterschiedlichen Warengruppen auftreten können (Scharrer-Liška 2007, 76).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für den süddeutschen Raum wurden bislang nur wenige Versuche unternommen, die mittelalterliche Graphitkeramik zu untergliedern. Als frühestes Beispiel kann B. Hänsel angeführt werden, der bei der Bearbeitung des Fundplatzes Abtei [[Frauenwörth]] (Chiemsee) die Graphitkeramik in drei Unterklassen (D 1–3) unterteilt (Abb. 6) (Hänsel 1966, 177). Da bei seiner Unterteilung auch latènezeitliches Material Eingang findet, des Weiteren die Datierung durch den frühen Zeitpunkt der Bearbeitung des Fundkomplexes (1966) ungewiss erscheint, eignet sich diese Warenartuntergliederung nur bedingt. Ein weiteres Modell der Untergliederung liefern B. Engelhardt und R. Pleyer bei ihrer Bearbeitung des Burgstalls Saunstein (Engelhardt/Pleyer 1986, 71). Sie unterscheiden die drei „Macharten“ A – C. Dabei ist allerdings nur Machart B sicher als Graphitkeramik zu identifizieren, Machart A und C beinhalten sowohl Graphitkeramik als auch Keramik mit Glimmer- und [[Goldglimmer]]magerung. Auch dieses Modell greift in seiner Einteilung zu kurz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Abb. 6: Warenarten nach Hänsel 1966, 177 ff.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Warenart/Eigenschaften&lt;br /&gt;
! D1&lt;br /&gt;
! D2&lt;br /&gt;
! D3&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Graphitanteil&lt;br /&gt;
| sehr hoch&lt;br /&gt;
| weniger Graphit als D1&lt;br /&gt;
| ziemlich hoch&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Magerung&lt;br /&gt;
| fein, bisweilen gröber&lt;br /&gt;
| fein, wenig körnige Magerungszusätze&lt;br /&gt;
| fein&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Brand&lt;br /&gt;
| nicht besonders hart&lt;br /&gt;
| mittelhart&lt;br /&gt;
| hart&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Bruch&lt;br /&gt;
| schwärzlich-silbern&lt;br /&gt;
| -----&lt;br /&gt;
| -----&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Oberfläche&lt;br /&gt;
| schwärzlich-silbern, manchmal rötlichbraun&lt;br /&gt;
| silbrig-schwarz&lt;br /&gt;
| porös, silbrig bis grau&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Zeitstellung&lt;br /&gt;
| wahrscheinlich – wenigstens teilweise Latènezeit&lt;br /&gt;
| Mittelalter?&lt;br /&gt;
| Mittelalter?&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Gefäßform&lt;br /&gt;
| weitmundige Töpfe mit kurz einschwingender Halszone und hoher Randlippe; bauchige Töpfe mit Trichterhals; große, flache Schalen mit sehr breitem Rand&lt;br /&gt;
| bauchiges Gefäß mit abgesetzter, steiler Schulterzone und abgewinkeltem, flachen Trichterhals; Bodenstücke eines Gefäßes mit flach ansteigender Wandung; Gussform für Perlen&lt;br /&gt;
| hohe Gefäße mit verdicktem und nach unten gebogenem Rand; Bodenscherben von steilen Gefäßen; Bodenscherben von bauchigen Gefäßen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Verzierung&lt;br /&gt;
| eng gestellte und tief eingeschnittene senkrechte Rillen auf Gefäßkörper; Rillen in Furchentechnik auf dem Hals der Schale&lt;br /&gt;
| häufig flache Wellenlinienmuster mit breiter Ritztechnik; breite waagerechte Rillen&lt;br /&gt;
| keine bekannt; 1 Abdruck eines Kreuzes als Töpfermarke&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
G. Scharrer-Liška bietet ein Modell der Warenarten ihres Bearbeitungsgebietes (Niederösterreich) an, in welchem sie sieben Warengruppen definiert, von denen Warenarten 1–3 verschiedene Formen der Graphitkeramik aufnehmen (Scharrer-Liška 2007, 76).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Abb. 7: Warenarten nach Huber u.a. 2003, 46.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;width:10em;&amp;quot; | Waren-/Keramikart 1&lt;br /&gt;
| Graphitkeramik (reduzierend gebrannt, sehr  hoher Graphitanteil)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Waren-/Keramikart 2&lt;br /&gt;
| „Ummäntelte“ Graphitkeramik (keine tatsächliche Ummäntelung mit Tonschlicker, wie in älterer Literatur oft angegeben, sondern Wechselbrand, bei dem sekundär unter oxidierender Atmosphäre der Graphit verbrannt wurde und dadurch die Oberfläche, im Gegensatz zum grauen Kern, braune bis rötlich-orange Farbe erhielt)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Waren-/Keramikart 3&lt;br /&gt;
| Stark glimmerhaltige Graphitkeramik (reduzierend gebrannt)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Waren-/Keramikart 4&lt;br /&gt;
| „Eisentonware“ (spätmittelalterliche, reduzierend gebrannte, gering bis mittelstark graphitgemagerte Keramik)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Waren-/Keramikart 5&lt;br /&gt;
| „Grautonware“ (reduzierend gebrannte Irdenware, vor allem steinchengemagert)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Waren-/Keramikart 6&lt;br /&gt;
| Wechselhaft gebrannte Irdenware&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Waren-/Keramikart 7&lt;br /&gt;
| Oxidierend gebrannte Irdenware&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Waren-/Keramikart 8&lt;br /&gt;
| Bleiglasierte Irdenware&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer Publikation von E. H. Huber/K. Kühtreiber/G. Scharrer aus dem Jahr 2003 tritt als Warenart 4 noch die Eisentonkeramik hinzu (Abb. 7) (Huber/Kühtreiber/Scharrer, 2003, 46).&lt;br /&gt;
Ein weiteres System wurde von K. Kühtreiber 2006 publiziert, in welchem sie Graphitkeramik wiederum als EINE Warenart definiert, als primäres Unterscheidungskriterium die Stärke der Magerung wählt und dieser den Brand als Differenzierungsmerkmal unterordnet (Kühtreiber 2006, 96).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den benannten Beispielen wird ein grundsätzliches Problem bei der Erfassung der Graphitkeramik deutlich. Während in Deutschland Graphitkeramik als EINE Warenart definiert wird, die über formale Kriterien weiter untergliedert wird, versteht man im österreichischen Raum Graphitkeramik als Oberbegriff, die existierenden Varianten nach der Definition von G. Scharrer-Liška als eigene Warenarten (außer im System von K. Kühtreiber). Diese kommunikative Unschärfe erschwert die Parallelisierung von Systematisierungssystemen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allen diesen Modellen ist gemeinsam, dass sie sich auf einen konkreten Fundplatz oder ein territorial begrenztes Gebiet beziehen und somit den Rahmen für die Untergliederung sehr eng abstecken. Eine eigene, unabhängige Untergliederung für das süddeutsche Fundgut als fast ausschließlichen Import ignoriert die Herkunft und die damit verbundenen Interpretationsmöglichkeiten. Um die mit der Graphitkeramik in Zusammenhang stehenden Fragestellungen beantworten zu können, erscheint ein Denken in größeren Zusammenhängen sinnvoll. Nötig wäre hier eine – nur der Graphitkeramik in allen ihren Ausprägungen vorbehaltene – Warenartgliederung, die sowohl archäometrische als auch formale Kriterien beinhaltet, sich länderübergreifend auf die Herstellungsregionen stützt und so die Chance bietet, das in den Importregionen zu Tage getretene Fundgut zeitlich und räumlich einzuhängen. Damit wären die Voraussetzungen zur Beantwortung vieler archäologischer Fragen rund um diese Form der Keramik geschaffen. Da diese überregionalen Gliederungen für die Herstellungsgebiete noch fehlen, muss dies zukünftigen Generationen überlassen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Varianten==&lt;br /&gt;
Graphit wurde in unterschiedlicher Weise eingesetzt, um dem Ton von Gefäßen eine höhere Funktionalität, den Gefäßen selbst ein höheres Prestige oder einen gesteigerten Marktwert zu verleihen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Übereinstimmung mit T. Mittelstraß (Mittelstraß 2007, 235 mit Anm. 1) und G. Scharrer-Liška (Scharrer-Liška 2003, mit Anm. 1) wird hier der Begriff „Graphitkeramik“ verwendet und darunter jede Form von mit Graphit behandeltem Ton verstanden. Der in der Literatur oft synonym verwendete Begriff Graphittonkeramik bleibt ausschließlich der mit Graphit gemagerten Keramik vorbehalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Graphittonkeramik]]&lt;br /&gt;
*[[Graphitengobierte Keramik]]&lt;br /&gt;
*[[Graphitierte Keramik]]&lt;br /&gt;
*[[Ummäntelte Graphittonkeramik]]&lt;br /&gt;
*[[Keramik mit Graphitbemalung]]&lt;br /&gt;
*[[Eisentonkeramik]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Formen==&lt;br /&gt;
[[Datei:Krenz Abb. 14 Entwicklung Topfformen.png|250px|thumb|left|Abb. 8: Entwicklung graphithaltiger Topfformen in Österreich (Scharrer-Liška 2007, 37).]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Krenz Abb. 15 Bügelkannen.jpg|300px|thumb|right|Abb. 9: Henkel von Bügelkannen, Graphitkeramik (Foto: J. Krenz, Lesefund Hr. Hartl, Freyung, AO: BLfD Regensburg).]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die keramischen Formen der Graphitkeramik entwickeln sich im Früh- und Hochmittelalter zunächst analog der Formen der graphitfreien Keramik. Das keramische Spektrum ist in dieser Periode sehr eingeschränkt und erstreckt sich fast ausschließlich auf Töpfe, vereinzelt auch Backteller (Abb. 8).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Sonderformen von Töpfen können in Österreich ab dem 11. Jh. speziell gestaltete Vorratsgefäße identifiziert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Beginn des Hochmittelalters erweitert sich das Formenspektrum auf Deckel, Pfannen und Schüsseln, ab dem 12. Jh. kommen Bügelkannen und ab dem 13. Jh. Krüge und Aquamanile hinzu (Scharrer-Liška 2003, 8) (Abb. 9). Dies lässt sich mit der Differenzierung der sozialen Gepflogenheiten, d.h. von Haushalts- und Tischsittengestaltung parallelisieren, die vom südwestlichen und südlichen Deutschland (vermutlich durch den von hier ausgehenden Landesausbau) in den österreichischen Donauraum wirkt (Scharrer-Liška 2007, 34). Erst im ausgehenden Spätmittelalter und v.a. mit dem Aufkommen der Eisentonkeramik minimiert sich das Formenspektrum der Graphitkeramik und beschränkt sich auf Töpfe, Vorratsgefäße, Schmelztiegel, technische Keramik und Kacheln, für die die besonderen Eigenschaften der Graphitkeramik von bedeutendem Vorteil waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine gegenläufige Entwicklung nimmt die graphitengobierte grauschwarz hartgebrannte Drehscheibenware. Ihr Typenspektrum erweitert sich im Spätmittelalter enorm und weist neben den weiterhin dominierenden Töpfen auch Kannen, Flaschen, Dreifußgefäße, Schüsseln, Lampenschälchen, verschiedene Deckelformen und kugelförmige Becher auf (Bizer 2006, 50 f.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verzierungen==&lt;br /&gt;
[[Datei:Krenz Abb. 16 GK Wittelsbach.jpg|200px|thumb|right|Abb. 10: Graphittontopf mit Wellenverzierung, Burg Wittelsbach (R. Koch 1993, 126).]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grundsätzlich folgte auch die Verzierung der Graphitkeramik den Entwicklungen, die graphitfreie Keramik im Mittelalter nahm. Im Frühmittelalter, teilweise auch im Hochmittelalter, scheinen die Gefäße üppiger verziert als in späteren Zeiten. Als vorherrschende Verzierungen der frühen Periode können Wellenlinien, Wellenbänder, Einstichmuster und horizontal umlaufende Dekore identifiziert werden (Abb. 10). Diese werden später durch horizontal umlaufende Linien oder Linienbänder abgelöst, von Dekoren also, die durch das Aufkommen der Töpferscheibe wahrscheinlicher werden. Spätestens mit dem städtischen Handwerk, das bereits einer vorindustriellen Herstellung glich, wurden Verzierungen scheinbar nur dann angebracht, wenn es der Herstellungsprozess erlaubte (Scharrer-Liška 2007, 23).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verzierungen des Fundmaterials aus Süddeutschland zeigen eine kongruente Entwicklung. Als früheste Muster treten Wellenlinien verschiedenster Ausprägungen, z.T. zwischen umlaufenden Rillen, Schrägkerben- und Tupfenreihen, innenverzierte Ränder, Bodenmarken bzw. Töpferzeichen in Form von Kreuzen sowie im Hochmittelalter breite Gurtbänder auf Vorratsgefäßen auf. Eisentonwaren zeichnen sich regelhaft durch Stempelmarkierungen sowie Rillen/Riefen unter dem Rand aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Herstellungstechnik==&lt;br /&gt;
Die Herstellung von Graphitkeramik im Mittelalter erfolgte zunächst analog der Herstellung anderer Warenarten. Der Töpfer musste den Ton aufbereiten. Dazu wurde der Rohstoff der Witterung ausgesetzt, das sogenannte Wintern, Wettern oder Einsumpfen setzte ein. Danach erfolgte das Schlemmen des Tones, Verunreinigungen und überflüssiges Wasser wurden entfernt. Das anschließende Kneten minimierte mögliche Luftblasen und erhöhte die Bearbeitbarkeit des Tones (Felgenhauer-Schmiedt, o. J., 35). Die Magerung eines Tones mit Graphit ist mit einigen zusätzlichen Arbeitsschritten und Herausforderungen verbunden. Ein natürlicher hoher Graphitgehalt oder starker künstlicher Graphitzuschlag im Ton verringern dessen Plastizität, weshalb es schwierig ist, mit diesem Ton dünnwandig zu arbeiten. Dies wird als Grund angeführt, dass insbesondere die frühen, stark graphithaltigen Gefäße ein eher archaisches Aussehen hatten und als plumpere Varianten der graphitfreien Gefäße galten. Erst mit dem Aufkommen von Drehhilfen und Tonen, die tendenziell immer weniger Graphit enthielten, ist eine Verfeinerung des Bildes der Graphitkeramik zu beobachten (Mittelstraß 2007, 236, Scharrer-Liška 2007, 21 f.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund seiner hydrophoben Eigenschaften ist Graphit im feuchten Zustand nur schwer mit dem Ton zu vermischen. Um eine gleichmäßige Textur des Tones zu erreichen, werden zwei mögliche Varianten der Herstellung diskutiert. Eine Möglichkeit stellt die Vermischung unter starkem körperlichem Einsatz durch das Abtreten mit den Füßen dar. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, sowohl Ton als auch Graphit zunächst zu trocknen, zu zerreiben, wieder zu vermischen und mit Wasser zu versetzen (Scharrer-Liška 2007, 21). Im Frühmittelalter sprechen Dickwandigkeit der Gefäße, unregelmäßige Formgebung und senkrechte Verstreichspuren an den inneren Gefäßwänden für einen Handaufbau. Im Hochmittelalter liefert das Vorhandensein von Bodenmarken und Quellböden Hinweise auf die Verwendung von handgetriebenen Drehhilfen (Scharrer-Liška 2007, 21 ff.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor dem Brennen des Tones wurden Einstiche oder Schnitte in die dickeren Teile des Gefäßes eingebracht, um eine schnellere und gleichmäßigere Trocknung des Tones zu erreichen und das Risiko des Reißens während des Brennvorgangs zu minimieren. Graphit oxidiert bei Sauerstoffzufuhr bei 400–500°C und verbrennt bei 700–1000°C, unter reduzierenden Bedingungen setzt diese Reaktion erst bei ca. 3.500°C ein. Die Brennatmosphäre wurde entsprechend entweder reduzierend gestaltet oder die Gefäße wurden bei sehr niedrigen oxidierenden Temperaturen gebrannt (Scharrer-Liška 2007, 25). Für die unter reduzierenden Bedingungen hergestellte frühmittelalterliche Graphitware von Thunau am Kamp in Niederösterreich konnte mittels mikroskopischer Untersuchungen festgestellt werden, dass der Brenntemperaturbereich zwischen 700–900°C lag (Dell’Mour 2002, 91).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verbesserung der Brenntechnik vom Früh- zum Hochmittelalter ermöglichte in Niederösterreich dann das Aufkommen der Ummäntelten Graphittonkeramik (Scharrer-Liška 2007, 25).&lt;br /&gt;
Bei der Herstellung engobierter Graphitkeramik wurde auf ein graphitfreies, lederhartes Gefäß vor dem Brand eine Graphitengobe aufgebracht. Diese Engobe war vermutlich eine Mischung aus geschlämmtem Ton und Graphitbrei. Das Auftragen erfolgte mit einem Tuch oder Leder, Begießen oder Tauchen kamen, wie experimentalarchäologische Versuche zeigten, eher nicht in Betracht, da sich wegen der Saugfähigkeit des lederharten Materials eine zu dicke Engobeschicht bildet, die zu Blasenbildung und Abplatzungen neigt (Böhmer 2008, 146). Der Brand graphitengobierter Waren setzte ab der mittleren Brennphase einen kontrollierten Reduktionsbrand voraus. Beim Nachheizen musste der zugeführte Sauerstoff vollkommen im Feuerraum verbrennen und durfte nicht an die Ware gelangen, um den Graphit an der Oberfläche zu halten (Böhmer, 2008, 149).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Graphitierung der Keramik erfolgte erst nach dem Brand der Gefäße. Dazu wurde das Keramikobjekt mit Graphitstaub eingerieben. Eventuell erfolgte ein kurzer Stabilisierungsbrand (Mittelstraß 2007, 242).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Scherbenbeschaffenheit==&lt;br /&gt;
Die Scherbenbeschaffenheit, d.h. Merkmale wie Magerungsdichte, Magerungsgröße, Härte, Farbe, Beschaffenheit der Oberfläche, Brandatmosphäre, Wandstärke und Porosität variieren innerhalb der verschiedenen Ausprägungen der Graphitkeramik und deren zeitlichen, örtlichen und technischen Modifikationen derart stark, dass sie hier nicht zusammengefasst werden können. Erschwerend kommt hinzu, dass einheitliche Merkmale in der Literatur zu den süddeutschen Fundkomplexen nur z.T. publiziert wurden, so dass sich aufgrund des begrenzten Informationsstandes Aussagen verbieten. Generell scheint sich bei den frühen Formen aber abzuzeichnen, dass Graphitkeramik im Vergleich zur sonstigen mittelalterlichen Keramik deutlich weicher gebrannt ist. Wenn benannt, erreicht die Keramik selten mehr als den Härtegrad „2“ nach Mohs. Auch ist beim süddeutschen Fundgut meist von einer reduzierenden Brandführung auszugehen. Dies ist allerdings in den Kontext eines fehlenden Forschungsstandes zu anderen Varianten der Graphitkeramik im süddeutschen Raum zu stellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als abweichende Ausnahmeerscheinung treten wieder die Oberflächenfunde aus den Burgen der Schwäbischen Alb auf. Diese Art der engobierten Graphitkeramik ist hart bis sehr hart gebrannt, im Bruch einheitlich grau bis mittelgrau und gleichförmig dunkel bis schwarzgrau auf der Oberfläche (Bizer 2006, 50).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Sozialer Kontext==&lt;br /&gt;
Graphitkeramik tritt im gesamten Verbreitungsgebiet sowohl im dörflichen Raum als auch in aufkommenden städtischen Siedlungen und auf Burgen auf. Beim Siedlungstyp der Burgen ist – wie im österreichischen Raum – in Süddeutschland keine Einheitlichkeit zu verzeichnen. Auf manchen Burgen ist Graphitkeramik nachweisbar, an anderen Fundplätzen fehlt sie im Fundgut. G. Scharrer-Liška sieht hierin einen Hinweis auf unterschiedliche Funktionen oder Nutzungsweisen der Burgen (ländliches Gehöft oder adeliges Milieu) (Scharrer-Liška 2007, 74).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Graphitgemagerte Vorratsgefäße scheinen sich im österreichischen Verbreitungsgebiet vorwiegend im ländlich-dörflichen Bereich, aber auch in Siedlungen fassen zu lassen, die sich später zu Städten entwickelten (Scharrer-Liška 2007, 74). Für Süddeutschland sind aufgrund der geringen Funddichte keine eindeutigen Aussagen zu treffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Generell scheint es bis zum Ende des Hochmittelalters zwischen sozialen Schichten so gut wie keine Unterschiede bei der Verwendung von Graphitkeramik gegeben zu haben, zumindest sind in Gebieten mit besserem Forschungsstand durchwegs überall gleiche Formen und gleiche Wertschätzung zu verzeichnen. Erst im Spätmittelalter ist eine gewisse Differenzierung hinsichtlich Qualität und Anteile verschiedener Formen im städtischen und ländlichen Milieu greifbar (Scharrer-Liška 2007, 74).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wertschätzung, die Graphitkeramik erhalten hat, ist sicherlich an den Reparaturspuren ablesbar. Trotz des geringen Fundaufkommens sind für Süddeutschland diese Flickungen für mindestens drei Fundkomplexe sicher belegt, den Rauhen Kulm und die Burgen Wittelsbach und Sulzbach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Forschungsfragen==&lt;br /&gt;
Graphit als lagerstättenbedingt begrenzt vorkommendes Mineral in Verbindung mit Graphitkeramik als weit verhandeltem archäologischen Fundgut bietet der Forschung ein breites Feld von Fragen (Kouřil 1998, 38, Bogusław 1938, 18).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fragenkomplex zum Material&lt;br /&gt;
*Gründe für die Nutzung von Graphit als Magerungsbestandteil&lt;br /&gt;
*Bestimmung der Funktion der Gefäße&lt;br /&gt;
*Herstellungs- und Produktionstechnik der Keramik, Brennverfahren, Aussagen über technische Weiterentwicklungen im Töpferhandwerk&lt;br /&gt;
*Naturwissenschaftliche Untersuchungen hinsichtlich der Beziehung von Magerungsanteil des Graphits, Magerungsgröße der Graphitpartikel und den physikalischen Eigenschaften der Gefäße&lt;br /&gt;
*Einfluss von sekundären Formationsprozessen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Chronologische Fragestellungen&lt;br /&gt;
*Beginn der Graphitkeramikproduktion in den verschiedenen Regionen und ihre Fortentwicklung im Hoch- und Spätmittelalter&lt;br /&gt;
*Datierung der verschiedenen Formen und Warenuntergruppen&lt;br /&gt;
*Import- und/oder Kreuzdatierung für Fundplätze in Importregionen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Typologische und morphologische Fragestellungen (Kouřil 1998, 38)&lt;br /&gt;
*Randformen, Gefäßformen, typologische Reihen&lt;br /&gt;
*Tektonik der Gefäße&lt;br /&gt;
*Bearbeitung der Oberfläche, Verzierungen, Dekor, Markenzeichen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wirtschaftsgeschichtliche Fragestellungen&lt;br /&gt;
*Provenienz der Tone und des Graphits&lt;br /&gt;
*Transportwege, Handelsrouten, Richtungen und Weisen des Vertriebs (Gefäße, Ton, Graphit als Rohstoff?)&lt;br /&gt;
*Organisation des Töpferhandwerks (grundherrschaftlich, regional)&lt;br /&gt;
*Identifikation von Töpfermanufakturen und Absatzmärkten&lt;br /&gt;
*Beobachtungen von Veränderungen und Rückschlüsse auf gesellschaftliche Umbrüche&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Soziale Fragestellungen&lt;br /&gt;
*Sozialer Kontext, Informationen zum Arbeits- und Alltagsleben der Nutzer und Hersteller&lt;br /&gt;
*Definition von sozialen Kontakträumen&lt;br /&gt;
*Aussagen hinsichtlich gesellschaftlicher Stellung von Bevölkerungsschichten sowie entsprechender sozialer Strukturveränderungen&lt;br /&gt;
*Aussagen zur „Wertigkeit“ bestimmter Merkmale der Keramik und Rückschlüsse auf dahinterstehende soziale, psychologische und identitätsstiftende Wahrnehmungs-, Denkmuster und Bedeutungsebenen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Naturwissenschaftliche Analysen==&lt;br /&gt;
Bisher wurden erst wenige wissenschaftliche Analysen an Graphitkeramik durchgeführt, die sich auf die Warenart als Solche beziehen. Als umfassendste kann die Untersuchung von G. Duma und C. Ravasz „Graphithaltige Gefäße aus Österreichs Mittelalter“ (1976) benannt werden, in der verschiedene Aspekte im Zusammenhang mit dieser Keramikart untersucht wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein wesentliches Element bei der wissenschaftlichen Erforschung der Graphitkeramik ist die Bestimmung ihrer physikalischen und chemischen Eigenschaften, d.h. die Untersuchung der Rolle des intentionell in den Ton beigegebenen Graphits bzw. der bewussten Nutzung von Graphiterde – einem natürlichen Verwitterungsprodukt in Regionen des Vorkommens von Graphit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Testserie bei Duma/Ravasz (Duma/Ravasz 1976, 234 ff.) wurden vier Graphittonproben auf der Basis gleichartigen Tons mit jeweils 5%, 10%, 20% und 40% feingekörntem Naturgraphit gemagert (bei 84% Kohlenstoffgehalt des Graphits ergab dies Proben mit 4,2%, 8,4%, 16,8% und 33,6% Kohlenstoff) und bei 900°C reduzierend gebrannt. Für einen 15 mm dicken Scherben wurden folgende Ergebnisse erzielt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hydrophobie: Bei den Testserien wurde festgestellt, dass die Probe mit 16,8% reiner Graphitmagerung kein Wasser mehr aufnahm, sowohl die Oberfläche als auch die Gesamtmenge des Scherbens als hydrophob gelten konnte. Diese Eigenschaft nahm kontinuierlich mit abnehmenden Graphitgehalt ab. In der Konsequenz bedeutet dies, dass zwischen einer Graphitmagerung von 8,4% und 16,8% die Irdenware eine Wasserundurchlässigkeit erreicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wärmeleitfähigkeit: Hierfür wurde die Probe mit 16,8% Graphitmagerung sowie ein gleichwertiger 15 mm dicker graphitfreier Scherben hinsichtlich der Frage untersucht, welcher Zeitraum nötig ist, sowohl Innen- als auch Außenseite eines Gefäßes auf eine Temperatur von 105°C zu erhitzen. Während für das graphitfreie Gefäß hierfür 17 min nötig waren, erreichte das mit 16,8% graphitgemagerte Gefäß diese Temperatur nach 9,5 min.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Temperaturwechselbeständigkeit: Die Wärmeausdehnung des Scherbens (Dilatation) nimmt infolge des Graphitgehaltes ab, bereits beträchtlich bei einer Magerung mit 16,8% Graphit, wodurch das Gefäß eine deutlich höhere Widerstandsfähigkeit gegen Temperaturschwankungen entwickelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Gefäße mit einer Graphitengobierung eines ansonsten graphitfreien Tones die Eigenschaften von graphithaltigen Tongefäßen nicht aufweisen können (Duma/Ravasz 1976, 236).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Untersuchung von G. Duma/R. Ravasz wurden weitere Ergebnisse formuliert, die eine breitere Diskussionsbasis für offene Forschungsfragen hinsichtlich der süddeutschen Graphitkeramik schaffen:&lt;br /&gt;
*Eine naturwissenschaftliche Untersuchung von vier österreichischen und drei ungarischen Proben, die aufgrund ihrer äußeren Merkmale als „identische Wiener Gefäße“ archäologisch angesprochen wurden, ergab keine Herkunft aus den gleichen Gebieten. Die archäologische Bestimmung der drei ungarischen Proben konnte mit Recht angezweifelt werden (Duma/Ravasz 1976, 228). Graphitkeramik aus Süddeutschland wird fast ausschließlich als Importware definiert. Aufgrund der Tonbeschaffenheit und formaler Kriterien der Scherben werden Bezüge zu möglichen Herstellungszentren und daraus resultierend Thesen zu Handelbeziehungen, sozialen Kontakträumen und grundherrschaftlicher Durchdringung formuliert. Das Ergebnis der Untersuchung zeigt die Notwendigkeit für ein Bewusstsein über derartige Fehlerquellen.&lt;br /&gt;
*Anders als in der Literatur geäußert, verlieren regelmäßig erhitzte Gefäße einen Teil ihres Kohlenstoffs auch während des Gebrauchs. Bei jedem nicht reduzierendem Brand, dem Graphitkeramik ausgesetzt wird (also auch bei Überhitzung am Kochfeuer), oxidieren Graphitanteile zu Kohlenstoffdioxid und entweichen als Gas (Endres 182, 52; ebenso: Duma/Ravasz 1976, 234). Graphithaltige Tongefäße können demnach nicht nur aufgrund ihres Kohlenstoffgehaltes in Gruppen systematisiert werden. Dies ist im Hinblick auf die Definition von Warenuntergruppen anhand des Graphitgehalts von nicht unbeträchtlichem Belang.&lt;br /&gt;
*Graphithaltige Tongefäße können im Boden eingebettet den korrosiven Wirkungen der Bodenumgebung dauerhaft widerstehen. Es konnten keine auf Rehydratationsprozesse hindeutende Charakterzüge festgestellt werden (Duma/Ravasz 1976, 234).&lt;br /&gt;
Dass Graphitkeramik durch sekundäre Formationsprozesse dennoch Veränderungen durchläuft, zeigen zwei anpassende Scherben von Eisentonkeramik aus einer Notgrabung in [[Ulm, Weinhof|Ulm (Weinhof 23)]], von denen eine noch einen deutlichen Graphitanteil aufweist, die andere aber nicht (Schreg Blog Archaeologik (05.01.2015)).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere wissenschaftliche Untersuchungen stellen über die Analyse der mineralogisch-petrographischen Bestandteile der Graphittone die archäologische Fragestellung nach der Herkunft des Graphits und des Rohtones sowie damit in Zusammenhang stehende Thesen zu wirtschaftsgeschichtlichen Fragestellungen in den Vordergrund.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu nennen sind hier die Publikationen von R. W. Dell’Mour „Mikroskopische Untersuchungen an frühmittelalterlicher Keramik von Thunau am Kamp, NÖ Lokalware – Importe – Rohstoffherkunft“ (2002), J. Dvorská/L. Poláček/G. Schneider „Chemische Analyse der Keramik von Mikulčice“ (1998) und M. Gregerová/R. Procházka „Erste Ergebnisse naturwissenschaftlicher Untersuchungen an Graphittonkeramik aus Brno (Brünn)“ (1998). Für Süddeutschland besitzen diese Untersuchungen aufgrund ihrer Regionalität nur wenig Aussagekraft, können aber als Vorbild für ähnliche Untersuchungen dienen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Fazit==&lt;br /&gt;
Für die Archäologie bietet die Erforschung der Graphitkeramik aus verschiedenen Gründen erhebliche Möglichkeiten zum Erkenntnisgewinn. Diese reichen von typologischen und morphologischen Fragestellungen, der Herstellungs- und Produktionstechnik der Keramik über die Bestimmung der Funktion der Gefäße bis zu Aussagen zum Alltags-, Arbeitsleben und dem sozialen Kontext der Nutzer und Hersteller. Zusätzlich können naturwissenschaftliche und chronologische Thesen sowie wirtschaftsgeschichtliche Fragestellungen hinsichtlich Handelsrouten, Richtungen und Weisen des Vertriebs und die grundherrschaftliche oder regionale Organisation des Töpferhandwerks aufgeworfen werden. Gleichzeitig stellt mittelalterliche Graphitkeramik die Archäologie aber auch vor enorme Herausforderungen. So ist bis heute eine Unterscheidung vor- und frühgeschichtlicher zu mittelalterlicher Graphitkeramik ausschließlich über die Bestimmung von Rand- und Gefäßformen möglich. Dies stellt eine nicht unerhebliche Fehlerquelle für die Interpretation dar, die wegen des in Süddeutschland nur begrenzt vorhandenen Fundmaterials eine beachtliche Relevanz besitzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kerngebiet der Herstellung der Graphitkeramik ist nach heutigem Forschungsstand im österreichischen Donauraum und in Mähren zu lokalisieren. Die umliegenden Regionen Böhmen, Schlesien und Bayern können in erster Linie als Importregionen interpretiert werden. Eine Beantwortung der genannten Fragestellungen ist demnach nur durch internationale Zusammenarbeit über die heutigen politischen Grenzen hinweg möglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die wissenschaftliche Bearbeitung dieser Keramikvariante setzt aufgrund der Besonderheiten des Material Graphit eine enge Zusammenarbeit mit den Naturwissenschaften und der experimentellen Archäologie voraus. Sie wird damit zum Gegenstand sowohl internationaler wie interdisziplinärer Projekte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Referenzkomplexe Graphitkeramik==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Referenzkomplexe Graphitkeramik (ohne Grauschwarz hartgebrannte Drehscheibenware)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
!&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;width:11em;&amp;quot;| Fundort&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;width:8em;&amp;quot;| Warenart&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;width:7em;&amp;quot;| Koordinaten&lt;br /&gt;
! Fundart&lt;br /&gt;
! Feldkampagnen (FK) &amp;lt;br /&amp;gt; Literatur (L)&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;width:14em;&amp;quot;| Datierung&lt;br /&gt;
! Beschreibung &amp;lt;br /&amp;gt; Formen (F), Verzierung (V), Scherbenbeschaffenheit (SB)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 1&lt;br /&gt;
| Kastell Boiotro, &amp;lt;br /&amp;gt; Passau&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 34′ 11,2″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 27′ 44,5″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 387 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| FK: 1974–1978 Rainer Christlein, BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; L: M. Altjohann 2012&lt;br /&gt;
| 8./9.–12. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Töpfe, Schalen, Schüsseln, Flachdeckel, Spinnwirtel, Ausgusstüllen &amp;lt;br /&amp;gt; V: gegenständige Wellenbandzier, Bodenmarken &amp;lt;br /&amp;gt; SB: dunkel- bis braungrau, seifig, schimmert metallisch, hoher Graphitanteil in der Magerung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 2&lt;br /&gt;
| Rauher Kulm, &amp;lt;br /&amp;gt; Bad Neustadt am Kulm&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 49° 49′ 44″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 50′ 58″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 681 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 2009 und 2014 H. Losert &amp;lt;br /&amp;gt; L: Freundlicher Hinweis PD Dr. H. Losert (unpubliziert)&lt;br /&gt;
| 8./9. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Töpfe &amp;lt;br /&amp;gt; V: Wellenlinien &amp;lt;br /&amp;gt; SB: braun, grau-schwarz, mittlerer Graphitanteil in der Magerung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 3&lt;br /&gt;
| Abtei [[Frauenwörth]], &amp;lt;br /&amp;gt; Chiemsee&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 47° 52′ 18″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 12° 25′ 30″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 515 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Kloster&lt;br /&gt;
| FK: 1961–1964 A. Stroh, BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; L: B. Hänsel 1966 &amp;lt;br /&amp;gt;    T. Mittelstraß 2007&lt;br /&gt;
| 9./10.–12.Jh.&lt;br /&gt;
| F: Töpfe, Gussformen für Perlen &amp;lt;br /&amp;gt; V: Wellenlinien, breite waagerechte Rillen, Töpfermarke &amp;lt;br /&amp;gt; SB: silbrig schwarz bis grau, feine Magerung, Graphitanteil mittel bis sehr hoch, mittelhart bis hart &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 4&lt;br /&gt;
| Pleinting&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 39′ 31″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 7′ 11″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 343 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Lesefund&lt;br /&gt;
| Lesefund &amp;lt;br /&amp;gt; L: R. Reinecke 1936&lt;br /&gt;
| Frühmittelalter&lt;br /&gt;
| Nur textliche Erwähnung: &amp;lt;br /&amp;gt; „Randscherbe eines weiten Beckens aus Graphitton“&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 5&lt;br /&gt;
| „Randesberger Hof“ in Cham&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 49° 13ʹ 32,5″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 12° 39ʹ 17,9″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 372 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| FK: 1971 &amp;lt;br /&amp;gt; L: H. Wolf 1971&lt;br /&gt;
| Frühmittelalter&lt;br /&gt;
| Textliche Erwähnung der Möglichkeit, dass eine gefundene Graphittonscherbe auch ins Frühmittelalter datieren könnte&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 6&lt;br /&gt;
| Burg Wittelsbach, &amp;lt;br /&amp;gt; Oberwittelsbach&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 28′ 7″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 10′ 34,3″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 515 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1978–1981 Dr. W. Sage/A. Dransfeld &amp;lt;br /&amp;gt; L: R. Koch 1993 &amp;lt;br /&amp;gt;    T. Mittelstraß 2007&lt;br /&gt;
| 10./11. Jh. (R. Koch) &amp;lt;br /&amp;gt; 11./12. Jh. (T. Mittelstraß)&lt;br /&gt;
| F: Topf &amp;lt;br /&amp;gt; V: Wellenlinie zwischen zwei umlaufenden Rillen &amp;lt;br /&amp;gt; SB: ohne Angabe&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 7&lt;br /&gt;
| Burgstall Warberg, &amp;lt;br /&amp;gt; Neunburg v. Wald&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 49° 22′ 54,7″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 12° 23′ 18″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 417 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1991–1997 V. Kaufmann &amp;lt;br /&amp;gt; L: V. Kaufmann 1999 &amp;lt;br /&amp;gt;    T. Mittelstraß 2007&lt;br /&gt;
| 10. Jh. (V. Kaufmann) &amp;lt;br /&amp;gt; 11. Jh. (T. Mittelstraß)&lt;br /&gt;
| F: Töpfe &amp;lt;br /&amp;gt; V: schräge Einstichreihe auf der Schulter &amp;lt;br /&amp;gt; SB: dunkelgrau bis schwarz und glänzend, glatt und speckig, Graphit abreibbar; mit Fingernagel leicht ritzbar&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 8&lt;br /&gt;
| Albrechtsburg, &amp;lt;br /&amp;gt; Meißen&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 51° 9′ 57,8″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 28′ 14,6″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 168 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Höhenburg&lt;br /&gt;
| FK: 1959–1963 P. Heerde/C. Fritzsche &amp;lt;br /&amp;gt; L: A. Schmid-Hecklau 2004&lt;br /&gt;
| 10.–12. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Topf &amp;lt;br /&amp;gt; V: Tupfenreihe auf der Schulter &amp;lt;br /&amp;gt; SB: keine Angaben &amp;lt;br /&amp;gt; Datierung ins Mittelalter fragwürdig&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 9&lt;br /&gt;
| Burg Pappenheim, &amp;lt;br /&amp;gt; Lkr. Weißenburg&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 55′ 58,1″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 10° 58′ 17,8″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 508 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Höhenburg&lt;br /&gt;
| Lesefund &amp;lt;br /&amp;gt; L: M. Schußmann 1997&lt;br /&gt;
| 11./12. Jh.&lt;br /&gt;
| Freundlicher Hinweis PD Dr. M. Schußmann: &amp;lt;br /&amp;gt; 2 Graphittonscherben, davon 1 Randscherbe mit stark gekehltem Leistenrand&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 10&lt;br /&gt;
| Burg Sulzbach, &amp;lt;br /&amp;gt; Lkr. Amberg-Sulzbach&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 49° 30′ 18,7″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 44′ 10″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 444 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1992–2000 BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; L: M. Hensch 2005a und 2005b&lt;br /&gt;
| 11./12. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Töpfe (0,09% des Materials) &amp;lt;br /&amp;gt; V: Wellenverzierung &amp;lt;br /&amp;gt; SB: grau-schwarz silbrig, glatt, hoher Anteil von Graphit in der Magerung, Abrieb vorhanden, Mohs 2&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 11&lt;br /&gt;
| Schlosserstiege, &amp;lt;br /&amp;gt; Passau&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik &amp;lt;br /&amp;gt; Graphitierte (engobierte?) Keramik&lt;br /&gt;
| 48° 34ʹ 31,4″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 27ʹ 51,5″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 387 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| FK: 1992/1993 J.-P. Niemeier &amp;lt;br /&amp;gt; L: J.-P. Niemeier 1994 &amp;lt;br /&amp;gt;    T. Mittelstraß 2007&lt;br /&gt;
| 12./13.–15. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Töpfe, Deckel, Kanne &amp;lt;br /&amp;gt; V: Deckel mit innenverziertem Rand, Töpfermarke &amp;lt;br /&amp;gt; SB: keine Angabe&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 12&lt;br /&gt;
| Burgstall Saunstein, &amp;lt;br /&amp;gt; Mitternach&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 51′ 1″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 19′ 36″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 594 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1983 BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; L: B. Engelhardt/R.Pleyer 1986 &amp;lt;br /&amp;gt;    T. Mittelstraß 2007&lt;br /&gt;
| 12./13. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Töpfe, Flachdeckel &amp;lt;br /&amp;gt; V: keine Angabe, Durchlochung eines Deckels &amp;lt;br /&amp;gt; SB: glatt, mittlerer bis hoher Graphitgehalt, z.T. seifig&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 13&lt;br /&gt;
| Burgstall am Hohen Bogen, &amp;lt;br /&amp;gt; Rimbach&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 49° 14′ 1,9″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 12° 56′ 4,2″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 976 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: A. Stroh, BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; L: H. Dannheimer 1973&lt;br /&gt;
| 12. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Topf, fassartige Vorratsgefäße &amp;lt;br /&amp;gt; V: Fingertupfen, Schrägkerbenreihe, eingeritzte Linien, breite Gurtbänder auf Vorratsgefäßen &amp;lt;br /&amp;gt; SB: Graphit- und Goldglimmermagerung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 14&lt;br /&gt;
| Burgstall Untergrießbach, &amp;lt;br /&amp;gt; Lkr. Passau&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 27ʹ 28,4″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 9ʹ 13,7″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 468 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1994–1996 Kreisarchäologie Passau &amp;lt;br /&amp;gt; L: W. Wandling 1996 &amp;lt;br /&amp;gt;    W. Wandling 1997&lt;br /&gt;
| 12. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Töpfe, Schalen &amp;lt;br /&amp;gt; V: Tupfenleisten, Wellenverzierung oder Radkreuzstempeln am Boden &amp;lt;br /&amp;gt; SB: keine Angabe&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 15&lt;br /&gt;
| Donaumarkt, &amp;lt;br /&amp;gt; [[Regensburg]] &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; [[Regensburg, Lederergasse 1]], &amp;lt;br /&amp;gt; Regensburg&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; Eisentonkeramik&lt;br /&gt;
| 49° 1ʹ 13,1″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 12° 6ʹ 10,9″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 339 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| FK: 2012–2015 „Museum der Bayerischen Geschichte“, Maßnahmen-Nr. M-2012-1989-1_0 &amp;lt;br /&amp;gt; L: Freundlicher Hinweis I. Nießen (Promotionsprojekt in Bearbeitung) &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; FK: 1981–1982 BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; L: M. Wintergerst 1999&lt;br /&gt;
| 9.–11./12. Jh. &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; 17. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Töpfe, Vorratsgefäße, Schüsseln &amp;lt;br /&amp;gt; V: Wellenlinien, Wellenbänder, umlaufende Rillen, Einstichmuster, innenverzierte Ränder, bisher singuläres rautenförmiges Muster &amp;lt;br /&amp;gt; SB: dunkelgrau, bräunlich-grau, braun-schwarz, grau, schwarz; hoher Graphitgehalt, daneben noch Glimmer und Quarz, Mohs 1–2, gelegentlich auch hart &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; Zeitlich zu weit außerhalb des Rahmens der Arbeit&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 16&lt;br /&gt;
| Schlossberg Windberg bei Windorf, &amp;lt;br /&amp;gt; Lkr. Passau&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 37′ 53,2″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 16′ 3,5″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 380 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Höhenburg&lt;br /&gt;
| FK: 2001/2002 Kreisarchäologie Passau &amp;lt;br /&amp;gt; L: W. Wandling 2010&lt;br /&gt;
| 12./13. Jh.&lt;br /&gt;
| Nur textliche Erwähnung: Graphithaltige Tonscherben von hochmittelalterlichen Gefäßen, z.T. mit Kreuzstempeln auf dem Boden&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 17&lt;br /&gt;
| Kirche St. Peter und Paul, &amp;lt;br /&amp;gt; Aschheim&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 10′ 18,2″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 42′ 55,5″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 512 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Kirche&lt;br /&gt;
| FK: 1967–1971 H. Dannheimer &amp;lt;br /&amp;gt; L: H. Dannheimer 1988&lt;br /&gt;
| Hochmittelalter&lt;br /&gt;
| F: Topf &amp;lt;br /&amp;gt; V: keine Angabe &amp;lt;br /&amp;gt; SB: keine Angabe&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 18&lt;br /&gt;
| Vohburg-Burgberg, &amp;lt;br /&amp;gt; Lkr. Pfaffenhofen&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 46′ 14,4″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 36′ 58,1″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 370 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1973–1974 BLfD &amp;lt;br /&amp;gt;    Lesefunde &amp;lt;br /&amp;gt; L: G. Riedel 2000&lt;br /&gt;
| Hochmittelalter&lt;br /&gt;
| F: 3 Töpfe &amp;lt;br /&amp;gt; V: Horizontal- und Wellenriefen, z.T. überschneidend &amp;lt;br /&amp;gt; SB: fast alle Farbvarianten, weich bis mittelhart, z.T. Misch- oder Oxidationsbrand&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 19&lt;br /&gt;
| Großmehring, &amp;lt;br /&amp;gt; Lkr. Eichstätt&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 46′ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 32′ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 375 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| FK: 1994–1995 BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; L: G. Riedel 2000&lt;br /&gt;
| Früh-/Hochmittelalter&lt;br /&gt;
| F: 2 Töpfe, Deckel &amp;lt;br /&amp;gt; V: einzelne Wellenriefe zwischen Horizontalriefen &amp;lt;br /&amp;gt; SB: graubraun bis graubeige, weich bis mit-telhart, Misch- oder Oxidationsbrand&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 20&lt;br /&gt;
| Ingolstadt&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 46′ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 25′ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 374 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| FK: 1987–1988 BLfD (Grabung Ingolstadt Hallstr./Carraraplatz) &amp;lt;br /&amp;gt; L: G. Riedel 2000&lt;br /&gt;
| Hochmittelalter&lt;br /&gt;
| 1 unverzierte WS, nachgedreht&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 21&lt;br /&gt;
| [[Zuchering, Am Mühlwegfeld (Zuchering-Ost)]]&lt;br /&gt;
| Graphitkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 43′ 46″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 24′ 43″ O&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| FK: 1983–1989 BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; L: E. Weid 2000&lt;br /&gt;
| Latène (?)&lt;br /&gt;
| 6 Graphitkeramikscherben, von denen 5 unsicher in die Vorgeschichte datiert wurden (Material müsste nochmals geprüft werden)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 22&lt;br /&gt;
| Erlau, &amp;lt;br /&amp;gt; Obernzell&lt;br /&gt;
| Eisentonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 33′ 49″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 34′ 46″ O&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| L: T. Mittelstraß 2007&lt;br /&gt;
| Spätmittelalter&lt;br /&gt;
| Nur textliche Erwähnung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 23&lt;br /&gt;
| Ruhstorf a.d. Rott&lt;br /&gt;
| Graphitkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 26′ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 20′ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 319 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| L: T. Mittelstraß 2007 &amp;lt;br /&amp;gt;    W. Wandling 2017&lt;br /&gt;
| Unbekannt&lt;br /&gt;
| Textliche Erwähnung; Fundmeldungen 2013–2016 in Passau: Graphitkeramik, deren zeitliche Stellung nicht gesichert ist (MA/LT?)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 24&lt;br /&gt;
| Saldenburg, &amp;lt;br /&amp;gt; Lkr. Grafenau&lt;br /&gt;
| Eisentonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 46′ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 21′ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 532 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1991/1992 W. Endres &amp;lt;br /&amp;gt; L: W. Endres 1993 &amp;lt;br /&amp;gt;    M. U. Kasparek 1961&lt;br /&gt;
| 1368–1467/68&lt;br /&gt;
| F: Töpfe &amp;lt;br /&amp;gt; V: 2–5 mm breite, flaue Rillen, Stempel und Markierungen auf der Oberseite &amp;lt;br /&amp;gt; SB: hoher Graphitgehalt mit Quarz- und Feldspatanteilen bis 3 mm&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 25&lt;br /&gt;
| Burgstall Lobenstein, &amp;lt;br /&amp;gt; Marktgemeinde Röhrenbach&lt;br /&gt;
| Graphitkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 46′ 9,6″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 31′ 41,6″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 570 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg? &amp;lt;br /&amp;gt; Lesefund&lt;br /&gt;
| Lesefunde eines ehrenamtlichen Feldbegehers des BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; unpubliziert&lt;br /&gt;
| Latène- bis Neuzeit&lt;br /&gt;
| Alle Ausprägungen von Graphitkeramik in Formen, Farben, Varianten und Verzierungen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 26&lt;br /&gt;
| Fürholz, &amp;lt;br /&amp;gt; Gmd. Grainet, &amp;lt;br /&amp;gt; Lkr. Freyung-Grafenau&lt;br /&gt;
| Graphitkeramik &lt;br /&gt;
| 48° 46′ 58″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 38′ 57″ O&lt;br /&gt;
| Lesefund&lt;br /&gt;
| Lesefunde eines ehrenamtlichen Feldbegehers des BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; unpubliziert&lt;br /&gt;
| Latène- bis Neuzeit&lt;br /&gt;
| Alle Ausprägungen von Graphitkeramik in Formen, Farben, Varianten und Verzierungen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 27&lt;br /&gt;
| Praßreuth, &amp;lt;br /&amp;gt; Lkr. Freyung-Grafenau&lt;br /&gt;
| Graphitkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 40ʹ 40″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 31ʹ 21,3″ O&lt;br /&gt;
| Lesefund&lt;br /&gt;
| Lesefunde eines ehrenamtlichen Feldbegehers des BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; unpubliziert&lt;br /&gt;
| Latène- bis Neuzeit&lt;br /&gt;
| Alle Ausprägungen von Graphitkeramik in Formen, Farben, Varianten und Verzierungen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 28&lt;br /&gt;
| Veste Oberhaus, &amp;lt;br /&amp;gt; Passau&lt;br /&gt;
| Eisentonkeramik &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; Graphitengobierte Keramik&lt;br /&gt;
| 48° 34′ 39″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 28′ 13″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 387 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1991 H. Feldmeier &amp;lt;br /&amp;gt; L: W. Endres 1998 &amp;lt;br /&amp;gt;    T. Mittelstraß 2007&lt;br /&gt;
| 1400/1420–1550 &amp;lt;br /&amp;gt; 15./16. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Töpfe &amp;lt;br /&amp;gt; V: Stempelmarkierungen &amp;lt;br /&amp;gt; SB: hoher Graphitanteil im groben Gefüge, schwarz- bis anthrazitgrau &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; F: Töpfe, Becher, Sieb, Griffschale, Krug &amp;lt;br /&amp;gt; V: keine Angabe &amp;lt;br /&amp;gt; SB: anthrazitgrau, oft grobes Gefüge&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 29&lt;br /&gt;
| Schustergasse, &amp;lt;br /&amp;gt; Passau&lt;br /&gt;
| Eisentonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 34ʹ 26,4″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 28ʹ 9,5″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 387 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| L: H. Böhmer 2015&lt;br /&gt;
| 15./16. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Topf &amp;lt;br /&amp;gt; V: keine Angabe &amp;lt;br /&amp;gt; SB: keine Angabe&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 30&lt;br /&gt;
| Hofberg, &amp;lt;br /&amp;gt; Bad Aibling&lt;br /&gt;
| Eisentonkeramik&lt;br /&gt;
| 47° 52′ N &amp;lt;br /&amp;gt; 12° 1′ O&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 2001–2003 T. Mittelstraß &amp;lt;br /&amp;gt; L: T. Mittelstraß 2006 &amp;lt;br /&amp;gt;    T. Mittelstraß 2007&lt;br /&gt;
| Frühe Neuzeit (Beginn 16. Jh.)&lt;br /&gt;
| F: fassartige Gefäße &amp;lt;br /&amp;gt; V: Stempelmarken &amp;lt;br /&amp;gt; SB: keine Angabe&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 31&lt;br /&gt;
| Schloss Murnau&lt;br /&gt;
| Eisentonkeramik&lt;br /&gt;
| 47° 40′ 39″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 12′ 10″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 661 m&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1991–1992 T. Mittelstraß &amp;lt;br /&amp;gt; L: T. Mittelstraß 1994&lt;br /&gt;
| Frühe Neuzeit (Beginn 16. Jh.)&lt;br /&gt;
| F: Töpfchen &amp;lt;br /&amp;gt; V: Töpferstempel (Kreuz mit Querbalken), umlaufende Schulterkante &amp;lt;br /&amp;gt; SB: basaltgrau, feine und mittlere Graphitmagerung, vereinzelt Quarzkörner&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 32&lt;br /&gt;
| Ulm&lt;br /&gt;
| Eisentonkeramik &amp;lt;br /&amp;gt; Graphitengobierte Keramik&lt;br /&gt;
| 48° 24′ N &amp;lt;br /&amp;gt; 9° 59′ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 478 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| FK: 1953 A. Rieber/K. Reutter &amp;lt;br /&amp;gt;    1961 Staatl. Amt für Denkmalpflege &amp;lt;br /&amp;gt;    1928 ohne Befundkontext &amp;lt;br /&amp;gt; L: R. Schreg Blog Archaeologik 05.01.2015 &amp;lt;br /&amp;gt;    U. Gross 2009 + 2015&lt;br /&gt;
| Spätmittelalter – Frühe Neuzeit&lt;br /&gt;
| F: Töpfe, Henkeltopf &amp;lt;br /&amp;gt; V: ovale Stempeleindrücke mit Kreuz, unterhalb des Kremprandes breite Riefe &amp;lt;br /&amp;gt; SB: hoher Graphitanteil in der Magerung und Quarzmagerung &amp;lt;br /&amp;gt; Weitere Funde von Graphitkeramik und graphitengobierter Ware, die frühneuzeitlich datiert werden &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 33&lt;br /&gt;
| Burg Helfenstein, &amp;lt;br /&amp;gt; Geislingen an der Steige&lt;br /&gt;
| Eisentonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 36′ 58″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 9° 50′ 49″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 610 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1922 K. A. Koch &amp;lt;br /&amp;gt;    1932–1938 G. Burghardt &amp;lt;br /&amp;gt; L: R. Schreg Blog Archaeologik 05.01.2015 &amp;lt;br /&amp;gt;    U. Gross 2009&lt;br /&gt;
| Spätmittelalter – Frühe Neuzeit&lt;br /&gt;
| F: Töpfe &amp;lt;br /&amp;gt; V: 2 identische Stempelmarken auf dem Rand, zwei umlaufende Rillen im oberen Gefäßbereich &amp;lt;br /&amp;gt; SB: hoher Graphitanteil in der Magerung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 34&lt;br /&gt;
| Obernzell&lt;br /&gt;
| Eisentonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 33′ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 38′ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 294 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| L: H. Böhmer 2015 &amp;lt;br /&amp;gt;    Gemeindeblatt Nr. 29, 2017&lt;br /&gt;
| Spätmittelalter – Frühe Neuzeit&lt;br /&gt;
| F: Topf &amp;lt;br /&amp;gt; V: Rille unter dem Rand, 2 Töpfermarken &amp;lt;br /&amp;gt; SB: dunkelgrau-schwarz, hoher Graphitanteil in der Magerung, Mohs 2&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturhinweise==&lt;br /&gt;
*Altjohann 2012: M. Altjohann, Das spätrömische Kastell Boiotro zu Passau-Innstadt. Materialhefte zur Bayerischen Archäologie. Fundinventare und Ausgrabungsbefunde (Kallmünz/Opf. 2012). ISBN 13: 978-3-78475-096-5. ISBN 10: 3-784750-966-X.&lt;br /&gt;
*Bizer 2006: Ch. Bizer, Oberflächenfunde von den Burgen der Schwäbischen Alb. Ein Beitrag zur Keramik- und Burgenforschung (Stuttgart 2006). ISBN 13: 978-3-80622-038-4.&lt;br /&gt;
*Böhmer 2008: H. Böhmer, Die Ilzer Schwarzhafner vom Ende des 16. bis Ende des 19. Jahrhunderts. In: R. Mennicken u.a. (Hrsg.), 40 Jahre Keramikforschung. Rückblick – Stand der Forschung – Ausblick. Beiträge zum 40. Internationalen Hafnerei-Symposium des Arbeitskreises für Keramikforschung in Obernzell/Bayern vom 16.09. bis 21.09.2007 (Raeren 2008) 139֪–152. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Böhmer 2015: H. Böhmer, Qualitätszeichen auf Graphit-Keramik des 15. und 16. Jh. In: S. Glaser (Hrsg.), Keramik im Spannungsfeld zwischen Kunst und Handwerk. Beiträge des 44. Internationalen Symposiums Keramikforschung im Germanischen Nationalmuseum, Nürnberg, 19-23. September 2011 (Nürnberg 2015) 77–83. ISBN 13: 978-3-93668-893-1. ISBN 10: 3-93668-893-1.&lt;br /&gt;
*Bogusław 1998: G. Bogusław, Bemerkungen zur Graphittonkeramik als historischer Quelle (am Beispiel der Graphittonkeramik aus Opole). In: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998) 17–19. ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
*Bräuning u.a. 2008: A. Bräuning/R. Schreg/U. Schmidt, Ulm. Archäologischer Stadtkataster Baden-Württemberg. Band 35, 1 Text (Stuttgart 2008). ISBN 13: 978-3-92771-493-9.&lt;br /&gt;
*Dannheimer 1973: H. Dannheimer, Keramik des Mittelalters aus Bayern. Ein Katalog. Kataloge der Prähistorischen Staatssammlung XXI (Kallmünz Opf. 1973). ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Dannheimer 1988: H. Dannheimer, Aschheim im frühen Mittelalter. Archäologische Funde und Befunde. In: J. Werner (Hrsg.), Münchener Beiträge zur Vor- und Frühgeschichte 32, 1 (München 1988). ISBN 10: 3-40630-287-4.&lt;br /&gt;
*Dell’Mour 2002: R. W. Dell’Mour, Mikroskopische Untersuchungen an frühmittelalterlicher Keramik von Thunau am Kamp, NÖ Lokalware – Importe– Rohstoffherkunft, Österreichische Akademie der Wissenschaften, Anzeiger der Philosophisch-Historischen Klasse 136, 2001 (Wien 2002) 69–109. ISBN 13: 978-3-70013-066-6. ISBN 10: 3-70013-066-X.&lt;br /&gt;
*Dostál 1998: B. Dostál, Über die Anfänge der slawischen Graphittonkeramik in Mähren. In: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998) 67–86. ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
*Duma/Ravasz 1976: G. Duma/C. Ravasz, Graphithaltige Gefäße aus Österreichs Mittelalter. In: Archaeologia Austriaca. Beiträge zur Paläanthropologie, Ur- und Frühgeschichte Österreichs 59/60 (Wien 1976) 225–242. ISSN: 1816-2959.&lt;br /&gt;
*Dvorská u.a. 1998: J. Dvorská/L. Poláček/G. Schneider, Chemische Analyse der Keramik von Mikulčice. In: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998) 295–312. ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
*Endres 1982: W. Endres, Zur Entstehung und chemischen Struktur „schwarz“ färbender Pigmente bei unglasierter Irdenware. In: L. Kriss-Rettenbeck/I. Bauer (Hrsg.), Beiträge zur Keramikforschung. Festschrift für Alfred Höck zum 60. Geburtstag. Volkstümliche Keramik aus Europa 2 (München 1982) 47–70. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Endres 1993: W. Endres, Spätmittelalterliche Funde von der Saldenburg, Gde. Saldenburg, Lkr. Freyung-Grafenau. In A. Leidl (Hrsg.), Ostbairische Grenzmarken. Passauer Jahrbuch für Geschichte, Kunst und Volkskunde 35 (Passau 1993) 24–54. ISSN: 0078-6845.&lt;br /&gt;
*Endres 1998: W. Endres, Archäologische Funde. In: J. P. Niemeier/H. W. Schuster/R. Loibl, Ritterburg und Fürstenschloss 2. Archäologische Funde. Begleitband zur Ausstellung im Oberhausmuseum Passau 1998 (Passau 1998). ISBN 13: 978-3-79171-598-8. ISBN 10: 3-79171-583-6.&lt;br /&gt;
*Engelhardt/Pleyer 1986: B. Engelhardt/R. Pleyer, Die archäologische Untersuchung des Burgstalls Saunstein, Gmkg. Mitternach, Gde. Markt Schönberg, Lkr. Freyung-Grafenau. In: A. Leidl (Hrsg.), Ostbairische Grenzmarken 28. Passauer Jahrbuch für Geschichte, Kunst und Volkskunde (Passau 1986) 59–78. ISSN: 0078-6845.&lt;br /&gt;
*Felgenhauer-Schmiedt 1998: S. Felgenhauer-Schmiedt, Graphittonkeramik des Früh- und Hochmittelalters in Niederösterreich. In: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998) 199–212. ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
*Felgenhauer-Schmiedt 1981: S. Felgenhauer-Schmiedt, Herstellungsmethoden der mittelalterlichen Keramik + Katalog. In: O. Harl (Hrsg.), Keramische Bodenfunde aus Wien. Mittelalter – Neuzeit. Eigenverlag der Museen der Stadt Wien (Wien 1981) 35–126. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Gemeindeblatt Markt Obernzell (September–Dezember 2017): Hanfnerzeller Archiv zum Anfassen &amp;lt;https://www.obernzell.de/images/stories/Gemeindeblatt/Gemeindeblatt_Nr_29.pdf&amp;gt; S. 13 [Stand: 02.09.2019].&lt;br /&gt;
*Gregerová/Procházka 1998: M. Gregerová/R. Procházka, Erste Ergebnisse naturwissenschaftlicher Untersuchungen an Graphittonkeramik aus Brno (Brünn). In: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998) 275–278. ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
*Gross 1991: U. Gross, Die Bügelhenkelkanne, eine Hauptform der süddeutschen Keramik des Hoch- und Spätmittelalters. Beiträge zur Mittelalterarchäologie Österreichs 7, 1991, 69–77. ISSN: 1011-0062.&lt;br /&gt;
*Gross 2009: U. Gross, Keramikverbreitung und herrschaftliche Strukturen. Beispiele aus dem Mittelalter und der Frühen Neuzeit in Südwestdeutschland. In: D. Krausse u.a. (Hrsg.), Kulturraum und Territorialität: archäologische Theorien, Methoden und Fallbeispiel. Kolloquium des DFG-SPP 1171, Esslingen 17.-18. Januar 2007 (Rahden 2009) 159–175. ISBN 13: 978-3-89646-443-9. ISBN 10: 3-89646-443-4.&lt;br /&gt;
*Gross 2015: U. Gross, Sturzbecher oder Becherschrauben und schwarze Töpfe. Eine gläserne Sonderform und östliche Keramikimporte im frühneuzeitlichen Ulm. Fundberichte aus Baden-Württemberg 35, 2015, 561–573. ISBN 13: 978-3-80623-144-1. ISSN: 0071-9897.&lt;br /&gt;
*Hänsel 1966: B. Hänsel, Beschreibung der keramischen Gruppen. In: V. Milojcic (Hrsg.), Bericht über die Ausgrabungen und Bauuntersuchungen in der Abtei Frauenwörth auf der Fraueninsel im Chiemsee 1961-1964. Bayerische Akademie der Wissenschaften. Philosophisch-historische Klasse. Abhandlungen. Neue Folge 65 (München 1966) 177–200. ISBN 13: 978-3-76960-060-5. ISBN 10: 3-76960-060-6.&lt;br /&gt;
*Hensch 2005a: M. Hensch, Burg Sulzbach in der Oberpfalz. Archäologisch-historische Forschungen zur Entwicklung eines Herrschaftszentrums des 8. bis 14. Jahrhunderts in Nordbayern. Materialien zur Archäologie in der Oberpfalz 3, 1 (Text und Katalog) (Büchenbach 2005). ISBN 13: 978-3-93347-430-8. ISBN 10: 3-93347-430-2.&lt;br /&gt;
*Hensch 2005b: M. Hensch, Burg Sulzbach in der Oberpfalz. Archäologisch-historische Forschungen zur Entwicklung eines Herrschaftszentrums des 8. bis 14. Jahrhunderts in Nordbayern. Materialien zur Archäologie in der Oberpfalz 3, 2 (Tafeln und begleitende Beiträge) (Büchenbach 2005). ISBN 13: 978-3-93347-430-8. ISBN 10: 3-93347-430-2.&lt;br /&gt;
*Huber u.a. 2003: E. H. Huber/K. Kühtreiber/G. Scharrer-Liška, Die Keramikformen des Hoch- und Spätmittelalters im Gebiet der heutigen Stadt Wien sowie der Bundesländer Niederösterreich und Burgenland. In: K. Spindler/H. Stadler (Hrsg.), Beiträge vom 34. Internationalen Hafnerei-Symposium auf Schloß Maretsch in Bozen/Südtirol 2001. Nearchos 12, Veröffentlichungen des Arbeitskreises für Keramikforschung 3 (Innsbruck 2003) 43–66. ISBN 13: 978-3-90077-333-5.&lt;br /&gt;
*Kappel 1969: I. Kappel, Die Graphittonkeramik von Manching. In: W. Krämer, Die Ausgrabungen in Manching 2 (Wiesbaden 1969). ISBN 13: 978-3-51500-386-5. ISBN 10: 3-51500-386-X.&lt;br /&gt;
*Kasparek 1961: M. U. Kasparek, Keramik aus Regensburg aus dem 11. – 17. Jahrhundert. &amp;lt;http://nbn-resolving.de/urn/resolver.pl?urn=urn:nbn:de:bvb:355-rbh-1748-8&amp;gt; [Stand 06.08.2020]. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Kaufmann 1999: V. Kaufmann, Der Burgstall Warberg bei Neunburg vorm Wald. Materialien zur Archäologie in der Oberpfalz 1 (Büchenbach 1999). ISBN 13: 978-3-93347-402-5. ISBN 10: 3-93347-402-7.&lt;br /&gt;
*Koch 1993: R. Koch, Keramik des frühen und hohen Mittelalters aus Bayerisch-Schwaben. In: M. Petzet (Hrsg.), Forschungen zur Geschichte der Keramik in Schwaben. Arbeitshefte des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege 58 (München 1993) 119–128. ISBN 13: 978-3-87490-560-2. ISBN 10: 3-87490-560-8.&lt;br /&gt;
*Koch 2017: R. Koch, Ausgrabungen in der Burg Wittelsbach 1978-1981. Befunde und Funde. Materialhefte zur Bayer. Archäologie. Fundinventare und Ausgrabungsbefunde 105 (Kallmünz/Opf. 2017). ISBN 13: 978-3-78475-405-5. ISBN 10: 3-78475-405-8.&lt;br /&gt;
*Kouřil 1998: P. Kouřil, Zu den Anfängen der slawischen Graphittonkeramik in Schlesien. In: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998) 37–66. ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
*Kühtreiber 2006: K. Kühtreiber, Die hochmittelalterliche Keramik im südlichen Niederösterreich. Ihre Entwicklung, ihre Formen und Beziehungen zu den benachbarten Keramikregionen. Beiträge zur Mittelalterarchäologie in Österreich 22 (Wien 2006) 93–148. ISSN: 1011-0062.&lt;br /&gt;
*Lehrberger u.a. 2011: G. Lehrberger/F. Duschl/G. Wimmer, Graphit – ein besonderer mineralischer Rohstoff der Vor- und Frühgeschichte in Mitteleuropa. Eigenschaften, Entstehung, Verwendung und Vorkommen. In: K. Schmotz (Hrsg.), Vorträge des 29. Niederbayerischen Archäologentages (Leidorf 2011) 313–348. ISBN 13: 978-3-89646-240-4.&lt;br /&gt;
*Mämpel 1998: U. Mämpel, Meine historischen und technischen Erfahrungen mit schwarzgebrannter Irdenware. In: W. Endres/B. Kerkhoff-Hader (Hrsg.), 30. Internationales Hafnerei-Symposium in Obernzell vom 07. bis 11. Oktober 1997 (Bamberg 1998) 12–13. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Miklós/Vizi 2002: Sz. Miklós/M. Vizi, Beiträge zur Siedlungsgeschichte des mittelalterlichen Marktfleckens Ete. Acta Arch. Acad. Scien. Hungaricae 53, 2002, 195–253.&lt;br /&gt;
*Mittelstraß 1994: T. Mittelstraß, Die Funde der archäologischen Ausgrabungen von 1991-1992 im Murnauer Schloss. In: T. Mittelstraß (Hrsg.), Schloß Murnau. Ein Bauwerk der Stauferzeit und seine Geschichte (Murnau 1994) 120–251. ISBN 13: 978-3-98038-163-5. ISBN 10: 3-98038-163-3.&lt;br /&gt;
*Mittelstraß 2006: T. Mittelstraß, Urnengrab, Königsgrab, Grafenburg, Pflegschloss. Die Ergebnisse der archäologischen Grabungen auf dem Hofberg in Bad Aibling. In: G. Mayr (Hrsg.), Bad Aibling. Geschichte einer Stadt. Band 1 (Bad Aibling 2006) 35–71. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Mittelstraß 2007: T. Mittelstraß, Graphitkeramik des Mittelalters und der frühen Neuzeit in Altbayern. Ein Beitrag zum Beginn und zur Frühzeit der Obernzeller Produktion. Bayerische Vorgeschichtsblätter 72, 2007, 235–318. ISBN 13: 978-3-40611-077-1. ISSN: 0341-3918.&lt;br /&gt;
*Niemeier 1994: J.-P. Niemeier, Die Grabung an der Schlosserstiege in der Passauer Altstadt – Ein Schnitt durch 2000 Jahre Stadtgeschichte. In: K. Schmotz, Vorträge des 12. Niederbayerischen Archäologentages (Deggendorf 1994) 251–276. ISBN 13: 978-3-92473-458-9. ISBN 10: 3-92473-458-5.&lt;br /&gt;
*Nießen (in Bearbeitung): I. Nießen, Laufendes Promotionsprojekt zu der Ausgrabung Regensburg Donaumarkt „Museum der Bayerischen Geschichte“ Friedrich-Schiller-Universität Jena. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Pechtl/Eibl 2011: J. Pechtl/F. Eibl, Die neolithische Graphitnutzung in Südbayern. In: K. Schmotz (Hrsg.), Vorträge des 29. Niederbayerischen Archäologentages (Leidorf 2011) 349–432. ISBN 13: 978-3-89646-240-4. ISSN: 1438-2040.&lt;br /&gt;
*Polácek 1998: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998). ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
*Reinecke 1936: P. Reinecke, Karolingische Keramik aus dem östlichen Bayern. Germania 20, 1936, 198–202. ISSN: 0016-8874.&lt;br /&gt;
*Reschreiter 2001: J. Reschreiter, Versuche zu urgeschichtlicher Keramik. In: K. Grömer, K. Löcker, M. Mehofer (Hrsg.), Archäologie Österreichs 12 Sonderheft (Wien 2001) 22–26. ISSN: 1018-1857.&lt;br /&gt;
*Riedel 2000: G. Riedel, Ingoldesstat. Archäologische Untersuchungen zu Ingolstadt im Mittelalter. Beiträge zur Geschichte Ingolstadts (Ingolstadt 2000). ISBN 13: 978-3-92025-343-5. ISBN 10: 3-92025-343-4.&lt;br /&gt;
*Scharrer-Liška 2003: G. Scharrer-Liška, Die Entwicklung Hochmittelalterlicher Vorratsgefäße aus der Grafitkeramik im Gebiet des heutigen Ostösterreichs und der angrenzenden Gebiete. In: K. + Th. Kühtreiber (Hrsg.), Beiträge zur historischen Archäologie. Festschrift für Sabine Felgenhauer-Schmiedt zum 60. Geburtstag. Beiträge zur Mittelalterarchäologie in Österreich 6 (Wien 2003) 45–60. ISBN 10: 3-95008-514-9.&lt;br /&gt;
*Scharrer-Liška 2007: G. Scharrer-Liška, Die hochmittelalterliche Grafitkeramik in Mitteleuropa und ihr Beitrag zur Wirtschaftsgeschichte. Forschungsstand - Hypothesen - offene Fragen. Monographien des Römisch-Germanischen Zentralmuseums 68 (Mainz 2007). ISBN 13: 978-3-79541-857-1. ISBN 10: 3-79541-857-7.&lt;br /&gt;
*Schmid-Hecklau 2004: A. Schmid-Hecklau, Die archäologischen Ausgrabungen auf dem Burgberg in Meißen. In: J. Oexle (Hrsg.), Die Grabungen 1959-1963. Veröffentlichungen des Landesamtes für Archäologie im Landesmuseum für Vorgeschichte 43 (Dresden 2004). ISBN 13: 978-3-91000-859-5. ISBN 10: 3-91000-859-3.&lt;br /&gt;
*Schußmann 1997: M. Schußmann, Eine neuentdeckte Höhensiedlung der Hallstattzeit im südlichen Mittelfranken. Beitr. Arch. Mittelfranken 3, 1997, 97–108. ISSN: 1430-5461.&lt;br /&gt;
*Schreg 2015: R. Schreg, Eisentonkeramik aus Ulm und Geislingen – ein Zeugnis ulmischen Donauhandels. Blog Archaeologik (05.01.2015) &amp;lt;https://archaeologik.blogspot.com/2015/01/eisentonkeramik-aus-ulm-und-geislingen.html&amp;gt; [Stand 05.08.2019]. ISSN: 2197-7283.&lt;br /&gt;
*Staňa 1998: Č. Staňa, Die frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mittelmähren. In: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998) 87–125. ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
*Trebsche 2011: P. Trebsche, Eisenzeitliche Graphittonkeramik im mittleren Donauraum. In: K. Schmotz (Hrsg.), Vorträge des 29. Niederbayerischen Archäologentages (Leidorf 2011) 449–481. ISBN 13: 978-3-89646-240-4. ISSN: 1438-2040.&lt;br /&gt;
*van den Boom 1991: H. van den Boom, Großgefäße und Töpfe der Heuneburg. Heuneburgstudien VIII. Röm.-German. Forschung 51 (Mainz 1991). ISBN 10: 3-80531-190-7.&lt;br /&gt;
*v. Bomhard 1966: P. v. Bomhard, Das Münster Frauenchiemsee im Spiegel der kunstgeschichtlichen Forschung. In: V. Milojcic (Hrsg.), Bericht über die Ausgrabungen und Bauuntersuchungen in der Abtei Frauenwörth auf der Fraueninsel im Chiemsee 1961-1964. Bayerische Akademie der Wissenschaften. Philosophisch-historische Klasse. Abhandlungen. Neue Folge 65 (München 1966) 21–42. ISBN 13: 978-3-76960-060-5. ISBN 10: 3-76960-060-6.&lt;br /&gt;
*Wandling 1996: W. Wandling, Archäologische Untersuchungen im Burgstall von Untergriesbach, Lkr. Passau. In: K. Schmotz (Hrsg.), Vorträge des 14. Niederbayerischen Archäologentages (Deggendorf 1996) 211–224. ISBN 13: 978-3-89646-225-1. ISBN 10: 3-89646-225-3.&lt;br /&gt;
*Wandling 1997: W. Wandling, Ausgrabung im Burgstall von Untergrießbach, Lkr. Passau, Niederbayern. In: Das archäologische Jahr in Bayern 1996 (Stuttgart 1997) 166–168. ISBN 13: 978-3-80621-311-9.&lt;br /&gt;
*Wandling 2010: W. Wandling, Auf den Spuren der Burg Windberg. In: 1000 Jahre Windorf: Ein Erinnerungsbuch (Windorf 2010) 44–49. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Wandling 2017: W. Wandling, Ausgrabungen und Funde im Landkreis Passau 2013-2016. In: F.-R. Erkens, Passauer Jahrbuch. Beiträge zur Geschichte, Geographie und Kultur Ostbaierns LIX/2017 (Passau 2017) 351–379. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Weid 2000: E. Weid, Die Kleinfunde der mittelalterlichen Siedlung von Zuchering bei Ingolstadt. Arbeiten über die Archäologie Süddeutschlands 10 (Büchenbach 2000). ISBN 13: 978-3-93347-408-7.&lt;br /&gt;
*Wintergerst 1999: M. Wintergerst, Die Ausgrabung „Ledergasse 1“ in Regensburg. Eine formenkundliche Studie zur Keramik des 10. bis 13. Jahrhunderts in Bayern. Materialh. Arch. Mittelalter u. Neuzeit 4 (Rahden/Westf. 1999). ISBN 13: 978-3-89646-453-8. ISBN 10: 3-89646-453-1.&lt;br /&gt;
*Wolf 1971: H. Wolf, Eine frühmittelalterliche, latène- und hallstattzeitliche Kulturschicht unter der Stadtmauer von Cham. urn:nbn:de:bvb:355-ubr00031-0219-4. Universität Regensburg [Stand 22.08.2019]. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Zamelska 1998: K. Zamelska, Graphitkeramik in Polen – Chronologie und Verbreitung. In: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998) 33–36. ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[kategorie:Warenart]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>M. Rühle</name></author>
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	<entry>
		<id>https://amanz-balismink.rproxy.rz.uni-bamberg.de/balismink/index.php?title=Graphitkeramik&amp;diff=5644</id>
		<title>Graphitkeramik</title>
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		<updated>2023-05-13T22:48:19Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;M. Rühle: /* Verzierungen */ Abbildung eingefügt&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
{{stub}}&lt;br /&gt;
Graphitkeramik ist ein Oberbegriff für verschiedene Waren, bei deren Herstellung oder Verzierung Graphit verwendet wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*graphitierte Keramik: mit einem Graphitüberzug bzw. einer Graphitbemalung&lt;br /&gt;
*[[Graphittonkeramik]]. Neben einer vor allem in Österreich sowie Böhmen und Mähren verbreiteten [[Graphittonware (Österreich, Böhmen und Mähren, FMa)]] gehören hierzu auch [[Graphittontiegel|graphitgemagerte Tiegel]] sowie die spätmittelalterliche/ frühneuzeitliche [[Eisentonkeramik]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einführung==&lt;br /&gt;
Graphitkeramik ist seit dem Neolithikum bekannt (Dostál 1998, 67), in der Bronzezeit belegt (Dell`Mour 2002, 84) und hat den ersten Höhepunkt ihres Vorkommens in der Eisenzeit – insbesondere in der Latènezeit. Um die Zeitenwende verliert sich ihre Spur. Im 8. Jh. erscheint sie im niederösterreichischen Donauraum erneut und wird im Verlauf des 9./10. Jh. dort und in den angrenzenden Gebieten, v.a. Mähren und Schlesien, bis ins 13. Jh. zeitweise zur bestimmenden Warenart (Mittelstraß 2007, 244; Felgenhauer-Schmiedt 1998, 201).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachweisbar ist mittelalterliche Graphitkeramik heute in Österreich, Polen, Tschechien, Slowenien, Ungarn und Deutschland (Scharrer-Liška 2003, 46). Der Forschungsstand in diesen Regionen ist sehr unterschiedlich. Während in Österreich und Tschechien bereits einiges an Forschungsarbeit geleistet wurde, hat die Graphitkeramik in den übrigen Regionen aus unterschiedlichen Gründen noch wenig Interesse erfahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Krenz Abb. 1 Graphit.jpg|400px|thumb|right|Abb. 1: Graphit (Lehrberger u.a. 2011, 325).]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Krenz Abb. 2 Graphitlagerstätten.jpg |400px|thumb|right|Abb. 2: Graphitlagerstätten Mitteleuropa (Scharrer-Liška 2017, 17).]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im deutschen Raum ist dies v.a. auf den Umstand zurückzuführen, dass mittelalterliche Graphitkeramik nach jetzigem Forschungsstand (fast) im gesamten Gebiet als reine Importkeramik bewertet werden muss, nur an wenigen Fundplätzen greifbar wird, dort meist nur in geringer Menge vorhanden ist und somit für die Auswertung des Keramikspektrums der jeweiligen Referenzkomplexe nur eine begrenzte Aussagekraft besitzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit vorliegender Arbeit wird ein erster Schritt unternommen, einerseits einen zusammenfassenden Forschungsstand darzustellen und andererseits über eine Kartierung der recherchierten süddeutschen Fundplätze eine Verbreitung dieser Keramikvariante in diesem Gebiet zu erfassen. Dies kann als Grundlage für die zukünftige Beantwortung der aufzuwerfenden Forschungsfragen dienen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gründe für die Verwendung des Minerals [[Graphit]] bei der Herstellung von Tongefäßen werden v.a. in den besonderen physikalisch-chemischen Eigenschaften gesucht, die der Graphitkeramik – speziell der Graphittonkeramik (d.h. mit Graphit gemagerter Keramik) – nach heutigem Wissensstand nachgewiesen werden können. Dazu zählen Hydrophobie (der ansonsten wasserdurchlässigen mittelalterlichen Irdenware), die erhöhte Wärmeleitfähigkeit, Temperaturwechselbeständigkeit sowie eine hohe Resistenz gegen Laugen und Säuren (Mittelstraß 2007, 236, Scharrer-Liška 2007, 150). Inwieweit diese Eigenschaften im Früh- und Hochmittelalter bereits bekannt waren, kann derzeit nicht beantwortet werden. Das Typenspektrum der Graphitkeramik im Hochmittelalter weist Formen auf, für die die besonderen Eigenschaften der Graphitkeramik keine Bedeutung hatten (Scharrer-Liška 2007, 150). Hier müssen Gründe wie Tradition und Gewohnheit, Stil, Nachahmung metallischer Gefäße und Prestige genauso in die Interpretation mit einbezogen werden wie mögliche brenntechnische Gründe (Scharrer-Liška 2007, 151). Erst ab dem Spätmittelalter nimmt das Formenspektrum dieser speziellen Keramik wieder ab und beschränkt sich auf Formen wie Kochgeschirr, Vorratsgefäße und Schmelztiegel. Spätestens ab diesem Zeitpunkt kann davon ausgegangen werden, dass die besonderen Eigenschaften der Graphitkeramik bekannt waren (Scharrer-Liška 2007, 150). Mit der im ausgehenden Spätmittelalter / der beginnenden Neuzeit aufkommenden Eisentonkeramik, einer speziellen Variante dieser Keramikart, setzt sich die Entwicklung der Graphitkeramik bis in die Neuzeit fort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Graphit ist ein metallisch glänzender Rohstoff, der auf natürliche Weise aus Faulschlamm unter der Einwirkung von hohem Druck und Temperatur entstand (Scharrer-Liška 2007, 14) (Abb. 1).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Lagerstätten von Graphit in Mitteleuropa sind stark begrenzt und beschränken sich v.a. auf die Böhmische Masse, einem geologisch alten Rumpfgebirge. Bekannte Fundstätten liegen im Bayerischen Wald und ziehen über Böhmen, den mährisch-schlesischen Raum, das Mühl- und Waldviertel, den Dunkelsteiner Wald bis in die Grauwackerzone der Steiermark und Kärntens in Österreich (Abb. 2). Unbedeutendere Lagerstätten befinden sich in Tirol (Scharrer-Liška 2007, 15; 2003, 45). Im deutschen Grenzgebiet ist der Passauer Raum, speziell die Region um das heutige Kropfmühl, für Graphitvorkommen bekannt. Bei der archäologischen Lagerstättenkartierung muss allerdings der Umstand beachtet werden, dass i.d.R. nur heutige abbauwürdige Vorkommen kartiert werden, kleinräumigere Vorkommen dagegen nicht bekannt sind oder in der Vergangenheit bereits ausgebeutet wurden und aus diesen Gründen nicht erfasst werden (Mittelstraß 2007, 244).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Forschungsgeschichte==&lt;br /&gt;
Außer in einem kurzen Zeitraum während des frühen 13. Jh., als nach Vermutung von T. Mittelstraß im Hinterland von Passau ein Produktionsstandort existiert haben könnte (Mittelstraß 2007, 251), muss nach jetzigem Forschungsstand mittelalterliche Graphitkeramik in Süddeutschland vom Früh- bis zum Ende des Spätmittelalters als reine Importkeramik, v.a. aus österreichischen und böhmisch-mährischen Gebieten, angesehen werden. Durch diesen Umstand bedingt, sind derartige Scherben in den meisten Fundkomplexen nur in sehr geringer Anzahl vorhanden und für die Auswertung der Keramikkomplexe oft zu unbedeutend in ihrer Aussagekraft. Entsprechend schmal ist die Publikationslage.&lt;br /&gt;
Grundlegend ist daher ein Artikel von T. Mittelstraß aus dem Jahr 2007 „Graphitkeramik des Mittelalters und der frühen Neuzeit in Altbayern. Ein Beitrag zum Beginn und zur Frühzeit der Obernzeller Produktion“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besser ist hier der Forschungsstand in Österreich, wo Graphitkeramik vom 8.–13. Jh. in viel stärkerem Ausmaß vorkommt und in bestimmten Gebieten in diesem Zeitraum zur vorherrschenden Keramikart wird. Hier sind v.a. die Arbeiten von S. Felgenhauer-Schmiedt, G. Scharrer-Liška und K. Kühtreiber zu nennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiteres wichtiges Herstellungs- und Verbreitungsgebiet der mittelalterlichen Graphitkeramik war die Region Mähren, die von B. Dostál und Č. Staňa bearbeitet wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Aussagekraft dieser Publikationen ist für die Region Süddeutschland hinsichtlich Verbreitung und Fundaufkommen allerdings begrenzt und besitzt in erster Linie für wirtschaftsgeschichtlich-archäologische Fragestellungen Relevanz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verbreitung==&lt;br /&gt;
[[Datei:Krenz Abb. 3 GK Rauer Kulm.jpg|400px|thumb|right|Abb. 3: Graphittonware Rauher Kulm (Zeichnung und Bearbeitung: H. Losert, unpubliziert).]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Krenz Abb. 4 Verteilung a reduziert3.jpg|400px|thumb|right|Abb. 4: Verbreitungskarte Graphitkeramik (ohne Grauschwarz hartgebrannte Drehscheibenware). Die Nummern entsprechen den Nummern der Referenzkomplextabelle. Kartierung: J. Krenz. Graphische Umsetzung: F. Griessel.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Krenz Abb. 5 Eisentonkeramik Schustergasse.jpg|200px|thumb|right|Abb. 5: Eisentonkeramik Passau Schustergasse (Böhmer 2015, 81).]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das erneute Aufkommen der Graphitkeramik im Mittelalter nahm nach bisherigem Forschungsstand seinen Anfang in Österreich. Dort ist sie in wiederbesiedelten antiken Orten in den entsprechenden nachrömischen Schichten archäologisch im ausgehenden 8. Jh. nachweisbar, so in Tulln, Mautern und Wien. Sicher zu belegen ist die weitere Verbreitung im 9. Jh. im niederösterreichischen Donauraum. Von dort greift die Graphitkeramik im späten 9. und beginnenden 10. Jh. nach Mähren und die Gebiete nördlich, östlich und westlich davon aus (Felgenhauer-Schmiedt 1998, 200).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Mähren ist Graphitkeramik v.a. auf slawischen Burgen dokumentiert. Beispiele hierfür bilden der Burgwall Staře Zámsky bei Brno-Lišeň (ab frühem 10. Jh.), Zelená Hora (Anfänge im 10. Jh., stark vertreten im 11.–13. Jh.) und die Burg Přerov (ab 10. Jh.) (Staňa 1998, 88–114).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im heutigen Polen erreichte die Graphitkeramik ihre stärkste Verbreitung im 12./13. Jh., älteste Gefäße können aber bereits in Opole im 9./10. Jh. nachgewiesen werden (Zamelska 1998, 33). In schlesischen Gebieten finden sich Graphitgefäße z.B. in Chotěbuz-Podobora, Hradec nad Moravici und Stavenice ebenfalls ab der Mitte des 10. Jh. Im 11./12. Jh. steigt hier die Beliebtheit von Graphitkeramik in solchem Maße, dass alle Formen der Keramik mit Graphitmagerung hergestellt wurden und sie auf fast allen Fundstellenarten, auf befestigten Plätzen, in dörflichen Ortschaften, in Gräbern und Städten auftritt (Kouřil 1998, 39 ff.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In böhmischen Fundkomplexen wird Graphitkeramik eher selten geborgen. Dort nahm sie sowohl im Früh- als auch im Hochmittelalter nirgends eine dominierende Stellung ein. Erst ab dem 13. Jh. ist sie im Siedlungsmaterial in nennenswertem Umfang nachweisbar, scheint allerdings bereits im 14. Jh. keine Rolle mehr zu spielen (Mittelstraß 2007, 249).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im heutigen Deutschland ist mittelalterliche Graphitkeramik nach neuestem Forschungsstand sehr früh belegt. Mit dem Kastell Boiotro in [[Passau]] (Altjohann 2012, 92) und dem Rauhen Kulm (Freundlicher Hinweis PD. Dr. H. Losert, unpubliziert) bei Neustadt am Kulm sind Fundplätze verbürgt, deren Material bereits ins 8./9. Jh. datiert (Abb. 3). Falls es sich um Import handelt, kann als Herstellungsgebiet allein der niederösterreichische Raum in Frage kommen. Dies setzt einen intensiven Handelsaustausch mit dieser Region zu einem sehr frühen Zeitpunkt voraus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Graphitkeramik der Abtei [[Frauenwörth]] (Chiemsee) (Mittelstraß 2007, 257) und aus der Grabung am Donaumarkt in [[Regensburg]] (Freundlicher Hinweis I. Nießen) liegt Fundmaterial aus dem 9./10.–12. Jh. vor. Der Großteil der weiteren Fundplätze in Süddeutschland zeigt Material mit Datierungen zwischen dem 10.–13. Jh. Als westlichster Punkt von Graphitkeramik muss derzeit ein Fund von zwei Graphittonscherben vom nordwestlichen burgnahen Hangbereich des Schlosses Pappenheim im Lkr. Weißenburg-Gunzenhausen gewertet werden (Freundlicher Hinweis PD Dr. phil. habil. Schußmann: Scherbe Nr. 1 wurde zunächst als latènezeitlich publiziert – Schußmann 1997, 108, mit dem Fund einer – später gefundenen – passenden Randscherbe als mittelalterliches Fundgut des 11./12. Jh. n. Chr. identifiziert).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Betrachtung der Verbreitungskarte (die allerdings einen temporären Forschungsstand darstellt) zeigt eine Abnahme der Funddichte Richtung Westen in Relation zu den Graphitlagerstätten (Abb. 4).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die spätmittelalterliche/frühneuzeitliche [[Eisentonkeramik]] (Abb. 5) gelangte bedeutend weiter westlich und wartet mit Fundstätten in [[Ulm]] und Geislingen auf (Schreg, Blog Archaeologik 05.01.2015). Nachweisbar ist sie auch im Gebiet um Passau (Endres 1998, Mittelstraß 2007, Böhmer 2015), in Bad Aibling (Mittelstraß 2007), Regensburg (Wintergerst 1999), Murnau (Mittelstraß 1994) und auf der Saldenburg (Endres 1994). Irritierend ist hier allerdings die Fundarmut dieses Materials zwischen dem östlichsten und westlichsten bekannten Verbreitungspunkt in Deutschland. (Als weiterer Fundplatz kann lt. Zeichnungen und Beschreibungen die Abtei Frauenwörth in Chiemsee angenommen werden [Hänsel 1966, Tafeln 4.10 und 5.18].)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das massenhafte Auftreten &amp;quot;graphitengobierter&amp;quot; Scherben als Oberflächenfunde auf den Burgen des 12./13.–15. Jh. der Schwäbischen Alb, wo diese Ware unter der Bezeichnung „grauschwarz hart gebrannte Drehscheibenware“ firmiert (Bizer 2006), will sich nicht so recht in das bisher bestehende Muster einpassen lassen. Mit Masse dürfte es sich hier um fein polierte Keramik handeln, die an die [[Polierte jüngere graue Drehscheibenware (Ulmer Raum, SMa)|polierte jüngere graue Drehscheibenware]] des benachbarten Ulmer Raums erinnert und wohl dort anzugliedenr ist, aber keinen Graphit enthält.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In welcher Form Graphitton verhandelt wurde, ist nicht gesichert. Denkbare Alternativen wären der Handel mit fertigen Gefäßen, mit Graphitton als Rohmaterial oder mit Rohgraphit (Scharrer-Liška 2003, 46). An Fundplätzen, an denen nur vereinzelte Scherben in einem ansonsten andersgearteten Keramikspektrum auftreten, ist zudem die Möglichkeit zu bedenken, dass Graphitgefäße als reine Transportgefäße für Waren, bei denen die hydrophobe Eigenschaft des Transportgefäßes eine wichtige Rolle spielte (z.B. Salz), zufällig vor Ort gelangten. Dies könnte auf den Burgstall Warberg bei Neunburg vorm Wald, den Burgberg in Meißen oder die [[Oberwittelsbach, Burg Wittelsbach|Burg Wittelsbach]] zutreffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warenart(en)==&lt;br /&gt;
Der Umgang mit dem Begriff der „[[Warenart]](en)“ ist in der Keramikforschung insofern problematisch, als dass er im deutschsprachigen Raum mit verschiedenen Inhalten belegt wird. U. Gross steht stellvertretend für eine Forschungsrichtung, die unter „Warenart“ Keramikgruppen fasst, die formale und technische Merkmale in sich vereinen. G. Scharrer-Liška als wichtige Vertreterin der hier behandelten Keramik versteht unter „Warenart“ Keramikgruppen gleichen Materials und Herstellungstechnik ([[Materialgruppe]]n), die formale Kriterien vorerst als irrelevant definiert, da die meisten Formen – je nach Zeitstellung – in sehr unterschiedlichen Warengruppen auftreten können (Scharrer-Liška 2007, 76).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für den süddeutschen Raum wurden bislang nur wenige Versuche unternommen, die mittelalterliche Graphitkeramik zu untergliedern. Als frühestes Beispiel kann B. Hänsel angeführt werden, der bei der Bearbeitung des Fundplatzes Abtei [[Frauenwörth]] (Chiemsee) die Graphitkeramik in drei Unterklassen (D 1–3) unterteilt (Abb. 6) (Hänsel 1966, 177). Da bei seiner Unterteilung auch latènezeitliches Material Eingang findet, des Weiteren die Datierung durch den frühen Zeitpunkt der Bearbeitung des Fundkomplexes (1966) ungewiss erscheint, eignet sich diese Warenartuntergliederung nur bedingt. Ein weiteres Modell der Untergliederung liefern B. Engelhardt und R. Pleyer bei ihrer Bearbeitung des Burgstalls Saunstein (Engelhardt/Pleyer 1986, 71). Sie unterscheiden die drei „Macharten“ A – C. Dabei ist allerdings nur Machart B sicher als Graphitkeramik zu identifizieren, Machart A und C beinhalten sowohl Graphitkeramik als auch Keramik mit Glimmer- und [[Goldglimmer]]magerung. Auch dieses Modell greift in seiner Einteilung zu kurz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Abb. 6: Warenarten nach Hänsel 1966, 177 ff.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Warenart/Eigenschaften&lt;br /&gt;
! D1&lt;br /&gt;
! D2&lt;br /&gt;
! D3&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Graphitanteil&lt;br /&gt;
| sehr hoch&lt;br /&gt;
| weniger Graphit als D1&lt;br /&gt;
| ziemlich hoch&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Magerung&lt;br /&gt;
| fein, bisweilen gröber&lt;br /&gt;
| fein, wenig körnige Magerungszusätze&lt;br /&gt;
| fein&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Brand&lt;br /&gt;
| nicht besonders hart&lt;br /&gt;
| mittelhart&lt;br /&gt;
| hart&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Bruch&lt;br /&gt;
| schwärzlich-silbern&lt;br /&gt;
| -----&lt;br /&gt;
| -----&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Oberfläche&lt;br /&gt;
| schwärzlich-silbern, manchmal rötlichbraun&lt;br /&gt;
| silbrig-schwarz&lt;br /&gt;
| porös, silbrig bis grau&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Zeitstellung&lt;br /&gt;
| wahrscheinlich – wenigstens teilweise Latènezeit&lt;br /&gt;
| Mittelalter?&lt;br /&gt;
| Mittelalter?&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Gefäßform&lt;br /&gt;
| weitmundige Töpfe mit kurz einschwingender Halszone und hoher Randlippe; bauchige Töpfe mit Trichterhals; große, flache Schalen mit sehr breitem Rand&lt;br /&gt;
| bauchiges Gefäß mit abgesetzter, steiler Schulterzone und abgewinkeltem, flachen Trichterhals; Bodenstücke eines Gefäßes mit flach ansteigender Wandung; Gussform für Perlen&lt;br /&gt;
| hohe Gefäße mit verdicktem und nach unten gebogenem Rand; Bodenscherben von steilen Gefäßen; Bodenscherben von bauchigen Gefäßen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Verzierung&lt;br /&gt;
| eng gestellte und tief eingeschnittene senkrechte Rillen auf Gefäßkörper; Rillen in Furchentechnik auf dem Hals der Schale&lt;br /&gt;
| häufig flache Wellenlinienmuster mit breiter Ritztechnik; breite waagerechte Rillen&lt;br /&gt;
| keine bekannt; 1 Abdruck eines Kreuzes als Töpfermarke&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
G. Scharrer-Liška bietet ein Modell der Warenarten ihres Bearbeitungsgebietes (Niederösterreich) an, in welchem sie sieben Warengruppen definiert, von denen Warenarten 1–3 verschiedene Formen der Graphitkeramik aufnehmen (Scharrer-Liška 2007, 76).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Abb. 7: Warenarten nach Huber u.a. 2003, 46.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;width:10em;&amp;quot; | Waren-/Keramikart 1&lt;br /&gt;
| Graphitkeramik (reduzierend gebrannt, sehr  hoher Graphitanteil)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Waren-/Keramikart 2&lt;br /&gt;
| „Ummäntelte“ Graphitkeramik (keine tatsächliche Ummäntelung mit Tonschlicker, wie in älterer Literatur oft angegeben, sondern Wechselbrand, bei dem sekundär unter oxidierender Atmosphäre der Graphit verbrannt wurde und dadurch die Oberfläche, im Gegensatz zum grauen Kern, braune bis rötlich-orange Farbe erhielt)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Waren-/Keramikart 3&lt;br /&gt;
| Stark glimmerhaltige Graphitkeramik (reduzierend gebrannt)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Waren-/Keramikart 4&lt;br /&gt;
| „Eisentonware“ (spätmittelalterliche, reduzierend gebrannte, gering bis mittelstark graphitgemagerte Keramik)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Waren-/Keramikart 5&lt;br /&gt;
| „Grautonware“ (reduzierend gebrannte Irdenware, vor allem steinchengemagert)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Waren-/Keramikart 6&lt;br /&gt;
| Wechselhaft gebrannte Irdenware&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Waren-/Keramikart 7&lt;br /&gt;
| Oxidierend gebrannte Irdenware&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Waren-/Keramikart 8&lt;br /&gt;
| Bleiglasierte Irdenware&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer Publikation von E. H. Huber/K. Kühtreiber/G. Scharrer aus dem Jahr 2003 tritt als Warenart 4 noch die Eisentonkeramik hinzu (Abb. 7) (Huber/Kühtreiber/Scharrer, 2003, 46).&lt;br /&gt;
Ein weiteres System wurde von K. Kühtreiber 2006 publiziert, in welchem sie Graphitkeramik wiederum als EINE Warenart definiert, als primäres Unterscheidungskriterium die Stärke der Magerung wählt und dieser den Brand als Differenzierungsmerkmal unterordnet (Kühtreiber 2006, 96).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den benannten Beispielen wird ein grundsätzliches Problem bei der Erfassung der Graphitkeramik deutlich. Während in Deutschland Graphitkeramik als EINE Warenart definiert wird, die über formale Kriterien weiter untergliedert wird, versteht man im österreichischen Raum Graphitkeramik als Oberbegriff, die existierenden Varianten nach der Definition von G. Scharrer-Liška als eigene Warenarten (außer im System von K. Kühtreiber). Diese kommunikative Unschärfe erschwert die Parallelisierung von Systematisierungssystemen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allen diesen Modellen ist gemeinsam, dass sie sich auf einen konkreten Fundplatz oder ein territorial begrenztes Gebiet beziehen und somit den Rahmen für die Untergliederung sehr eng abstecken. Eine eigene, unabhängige Untergliederung für das süddeutsche Fundgut als fast ausschließlichen Import ignoriert die Herkunft und die damit verbundenen Interpretationsmöglichkeiten. Um die mit der Graphitkeramik in Zusammenhang stehenden Fragestellungen beantworten zu können, erscheint ein Denken in größeren Zusammenhängen sinnvoll. Nötig wäre hier eine – nur der Graphitkeramik in allen ihren Ausprägungen vorbehaltene – Warenartgliederung, die sowohl archäometrische als auch formale Kriterien beinhaltet, sich länderübergreifend auf die Herstellungsregionen stützt und so die Chance bietet, das in den Importregionen zu Tage getretene Fundgut zeitlich und räumlich einzuhängen. Damit wären die Voraussetzungen zur Beantwortung vieler archäologischer Fragen rund um diese Form der Keramik geschaffen. Da diese überregionalen Gliederungen für die Herstellungsgebiete noch fehlen, muss dies zukünftigen Generationen überlassen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Varianten==&lt;br /&gt;
Graphit wurde in unterschiedlicher Weise eingesetzt, um dem Ton von Gefäßen eine höhere Funktionalität, den Gefäßen selbst ein höheres Prestige oder einen gesteigerten Marktwert zu verleihen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Übereinstimmung mit T. Mittelstraß (Mittelstraß 2007, 235 mit Anm. 1) und G. Scharrer-Liška (Scharrer-Liška 2003, mit Anm. 1) wird hier der Begriff „Graphitkeramik“ verwendet und darunter jede Form von mit Graphit behandeltem Ton verstanden. Der in der Literatur oft synonym verwendete Begriff Graphittonkeramik bleibt ausschließlich der mit Graphit gemagerten Keramik vorbehalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Graphittonkeramik]]&lt;br /&gt;
*[[Graphitengobierte Keramik]]&lt;br /&gt;
*[[Graphitierte Keramik]]&lt;br /&gt;
*[[Ummäntelte Graphittonkeramik]]&lt;br /&gt;
*[[Keramik mit Graphitbemalung]]&lt;br /&gt;
*[[Eisentonkeramik]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Formen==&lt;br /&gt;
[[Datei:Krenz Abb. 14 Entwicklung Topfformen.png|250px|thumb|left|Abb. 8: Entwicklung graphithaltiger Topfformen in Österreich (Scharrer-Liška 2007, 37).]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Krenz Abb. 15 Bügelkannen.jpg|300px|thumb|right|Abb. 9: Henkel von Bügelkannen, Graphitkeramik (Foto: J. Krenz, Lesefund Hr. Hartl, Freyung, AO: BLfD Regensburg).]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die keramischen Formen der Graphitkeramik entwickeln sich im Früh- und Hochmittelalter zunächst analog der Formen der graphitfreien Keramik. Das keramische Spektrum ist in dieser Periode sehr eingeschränkt und erstreckt sich fast ausschließlich auf Töpfe, vereinzelt auch Backteller (Abb. 8).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Sonderformen von Töpfen können in Österreich ab dem 11. Jh. speziell gestaltete Vorratsgefäße identifiziert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Beginn des Hochmittelalters erweitert sich das Formenspektrum auf Deckel, Pfannen und Schüsseln, ab dem 12. Jh. kommen Bügelkannen und ab dem 13. Jh. Krüge und Aquamanile hinzu (Scharrer-Liška 2003, 8) (Abb. 9). Dies lässt sich mit der Differenzierung der sozialen Gepflogenheiten, d.h. von Haushalts- und Tischsittengestaltung parallelisieren, die vom südwestlichen und südlichen Deutschland (vermutlich durch den von hier ausgehenden Landesausbau) in den österreichischen Donauraum wirkt (Scharrer-Liška 2007, 34). Erst im ausgehenden Spätmittelalter und v.a. mit dem Aufkommen der Eisentonkeramik minimiert sich das Formenspektrum der Graphitkeramik und beschränkt sich auf Töpfe, Vorratsgefäße, Schmelztiegel, technische Keramik und Kacheln, für die die besonderen Eigenschaften der Graphitkeramik von bedeutendem Vorteil waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine gegenläufige Entwicklung nimmt die graphitengobierte grauschwarz hartgebrannte Drehscheibenware. Ihr Typenspektrum erweitert sich im Spätmittelalter enorm und weist neben den weiterhin dominierenden Töpfen auch Kannen, Flaschen, Dreifußgefäße, Schüsseln, Lampenschälchen, verschiedene Deckelformen und kugelförmige Becher auf (Bizer 2006, 50 f.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verzierungen==&lt;br /&gt;
[[Datei:Krenz Abb. 16 GK Wittelsbach.jpg|200px|thumb|right|Abb. 10: Graphittontopf mit Wellenverzierung, Burg Wittelsbach (R. Koch 1993, 126).]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grundsätzlich folgte auch die Verzierung der Graphitkeramik den Entwicklungen, die graphitfreie Keramik im Mittelalter nahm. Im Frühmittelalter, teilweise auch im Hochmittelalter, scheinen die Gefäße üppiger verziert als in späteren Zeiten. Als vorherrschende Verzierungen der frühen Periode können Wellenlinien, Wellenbänder, Einstichmuster und horizontal umlaufende Dekore identifiziert werden (Abb. 10). Diese werden später durch horizontal umlaufende Linien oder Linienbänder abgelöst, von Dekoren also, die durch das Aufkommen der Töpferscheibe wahrscheinlicher werden. Spätestens mit dem städtischen Handwerk, das bereits einer vorindustriellen Herstellung glich, wurden Verzierungen scheinbar nur dann angebracht, wenn es der Herstellungsprozess erlaubte (Scharrer-Liška 2007, 23).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verzierungen des Fundmaterials aus Süddeutschland zeigen eine kongruente Entwicklung. Als früheste Muster treten Wellenlinien verschiedenster Ausprägungen, z.T. zwischen umlaufenden Rillen, Schrägkerben- und Tupfenreihen, innenverzierte Ränder, Bodenmarken bzw. Töpferzeichen in Form von Kreuzen sowie im Hochmittelalter breite Gurtbänder auf Vorratsgefäßen auf. Eisentonwaren zeichnen sich regelhaft durch Stempelmarkierungen sowie Rillen/Riefen unter dem Rand aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Herstellungstechnik==&lt;br /&gt;
Die Herstellung von Graphitkeramik im Mittelalter erfolgte zunächst analog der Herstellung anderer Warenarten. Der Töpfer musste den Ton aufbereiten. Dazu wurde der Rohstoff der Witterung ausgesetzt, das sogenannte Wintern, Wettern oder Einsumpfen setzte ein. Danach erfolgte das Schlemmen des Tones, Verunreinigungen und überflüssiges Wasser wurden entfernt. Das anschließende Kneten minimierte mögliche Luftblasen und erhöhte die Bearbeitbarkeit des Tones (Felgenhauer-Schmiedt, o. J., 35). Die Magerung eines Tones mit Graphit ist mit einigen zusätzlichen Arbeitsschritten und Herausforderungen verbunden. Ein natürlicher hoher Graphitgehalt oder starker künstlicher Graphitzuschlag im Ton verringern dessen Plastizität, weshalb es schwierig ist, mit diesem Ton dünnwandig zu arbeiten. Dies wird als Grund angeführt, dass insbesondere die frühen, stark graphithaltigen Gefäße ein eher archaisches Aussehen hatten und als plumpere Varianten der graphitfreien Gefäße galten. Erst mit dem Aufkommen von Drehhilfen und Tonen, die tendenziell immer weniger Graphit enthielten, ist eine Verfeinerung des Bildes der Graphitkeramik zu beobachten (Mittelstraß 2007, 236, Scharrer-Liška 2007, 21 f.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund seiner hydrophoben Eigenschaften ist Graphit im feuchten Zustand nur schwer mit dem Ton zu vermischen. Um eine gleichmäßige Textur des Tones zu erreichen, werden zwei mögliche Varianten der Herstellung diskutiert. Eine Möglichkeit stellt die Vermischung unter starkem körperlichem Einsatz durch das Abtreten mit den Füßen dar. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, sowohl Ton als auch Graphit zunächst zu trocknen, zu zerreiben, wieder zu vermischen und mit Wasser zu versetzen (Scharrer-Liška 2007, 21). Im Frühmittelalter sprechen Dickwandigkeit der Gefäße, unregelmäßige Formgebung und senkrechte Verstreichspuren an den inneren Gefäßwänden für einen Handaufbau. Im Hochmittelalter liefert das Vorhandensein von Bodenmarken und Quellböden Hinweise auf die Verwendung von handgetriebenen Drehhilfen (Scharrer-Liška 2007, 21 ff.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor dem Brennen des Tones wurden Einstiche oder Schnitte in die dickeren Teile des Gefäßes eingebracht, um eine schnellere und gleichmäßigere Trocknung des Tones zu erreichen und das Risiko des Reißens während des Brennvorgangs zu minimieren. Graphit oxidiert bei Sauerstoffzufuhr bei 400–500°C und verbrennt bei 700–1000°C, unter reduzierenden Bedingungen setzt diese Reaktion erst bei ca. 3.500°C ein. Die Brennatmosphäre wurde entsprechend entweder reduzierend gestaltet oder die Gefäße wurden bei sehr niedrigen oxidierenden Temperaturen gebrannt (Scharrer-Liška 2007, 25). Für die unter reduzierenden Bedingungen hergestellte frühmittelalterliche Graphitware von Thunau am Kamp in Niederösterreich konnte mittels mikroskopischer Untersuchungen festgestellt werden, dass der Brenntemperaturbereich zwischen 700–900°C lag (Dell’Mour 2002, 91).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verbesserung der Brenntechnik vom Früh- zum Hochmittelalter ermöglichte in Niederösterreich dann das Aufkommen der Ummäntelten Graphittonkeramik (Scharrer-Liška 2007, 25).&lt;br /&gt;
Bei der Herstellung engobierter Graphitkeramik wurde auf ein graphitfreies, lederhartes Gefäß vor dem Brand eine Graphitengobe aufgebracht. Diese Engobe war vermutlich eine Mischung aus geschlämmtem Ton und Graphitbrei. Das Auftragen erfolgte mit einem Tuch oder Leder, Begießen oder Tauchen kamen, wie experimentalarchäologische Versuche zeigten, eher nicht in Betracht, da sich wegen der Saugfähigkeit des lederharten Materials eine zu dicke Engobeschicht bildet, die zu Blasenbildung und Abplatzungen neigt (Böhmer 2008, 146). Der Brand graphitengobierter Waren setzte ab der mittleren Brennphase einen kontrollierten Reduktionsbrand voraus. Beim Nachheizen musste der zugeführte Sauerstoff vollkommen im Feuerraum verbrennen und durfte nicht an die Ware gelangen, um den Graphit an der Oberfläche zu halten (Böhmer, 2008, 149).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Graphitierung der Keramik erfolgte erst nach dem Brand der Gefäße. Dazu wurde das Keramikobjekt mit Graphitstaub eingerieben. Eventuell erfolgte ein kurzer Stabilisierungsbrand (Mittelstraß 2007, 242).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Scherbenbeschaffenheit==&lt;br /&gt;
Die Scherbenbeschaffenheit, d.h. Merkmale wie Magerungsdichte, Magerungsgröße, Härte, Farbe, Beschaffenheit der Oberfläche, Brandatmosphäre, Wandstärke und Porosität variieren innerhalb der verschiedenen Ausprägungen der Graphitkeramik und deren zeitlichen, örtlichen und technischen Modifikationen derart stark, dass sie hier nicht zusammengefasst werden können. Erschwerend kommt hinzu, dass einheitliche Merkmale in der Literatur zu den süddeutschen Fundkomplexen nur z.T. publiziert wurden, so dass sich aufgrund des begrenzten Informationsstandes Aussagen verbieten. Generell scheint sich bei den frühen Formen aber abzuzeichnen, dass Graphitkeramik im Vergleich zur sonstigen mittelalterlichen Keramik deutlich weicher gebrannt ist. Wenn benannt, erreicht die Keramik selten mehr als den Härtegrad „2“ nach Mohs. Auch ist beim süddeutschen Fundgut meist von einer reduzierenden Brandführung auszugehen. Dies ist allerdings in den Kontext eines fehlenden Forschungsstandes zu anderen Varianten der Graphitkeramik im süddeutschen Raum zu stellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als abweichende Ausnahmeerscheinung treten wieder die Oberflächenfunde aus den Burgen der Schwäbischen Alb auf. Diese Art der engobierten Graphitkeramik ist hart bis sehr hart gebrannt, im Bruch einheitlich grau bis mittelgrau und gleichförmig dunkel bis schwarzgrau auf der Oberfläche (Bizer 2006, 50).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Sozialer Kontext==&lt;br /&gt;
Graphitkeramik tritt im gesamten Verbreitungsgebiet sowohl im dörflichen Raum als auch in aufkommenden städtischen Siedlungen und auf Burgen auf. Beim Siedlungstyp der Burgen ist – wie im österreichischen Raum – in Süddeutschland keine Einheitlichkeit zu verzeichnen. Auf manchen Burgen ist Graphitkeramik nachweisbar, an anderen Fundplätzen fehlt sie im Fundgut. G. Scharrer-Liška sieht hierin einen Hinweis auf unterschiedliche Funktionen oder Nutzungsweisen der Burgen (ländliches Gehöft oder adeliges Milieu) (Scharrer-Liška 2007, 74).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Graphitgemagerte Vorratsgefäße scheinen sich im österreichischen Verbreitungsgebiet vorwiegend im ländlich-dörflichen Bereich, aber auch in Siedlungen fassen zu lassen, die sich später zu Städten entwickelten (Scharrer-Liška 2007, 74). Für Süddeutschland sind aufgrund der geringen Funddichte keine eindeutigen Aussagen zu treffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Generell scheint es bis zum Ende des Hochmittelalters zwischen sozialen Schichten so gut wie keine Unterschiede bei der Verwendung von Graphitkeramik gegeben zu haben, zumindest sind in Gebieten mit besserem Forschungsstand durchwegs überall gleiche Formen und gleiche Wertschätzung zu verzeichnen. Erst im Spätmittelalter ist eine gewisse Differenzierung hinsichtlich Qualität und Anteile verschiedener Formen im städtischen und ländlichen Milieu greifbar (Scharrer-Liška 2007, 74).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wertschätzung, die Graphitkeramik erhalten hat, ist sicherlich an den Reparaturspuren ablesbar. Trotz des geringen Fundaufkommens sind für Süddeutschland diese Flickungen für mindestens drei Fundkomplexe sicher belegt, den Rauhen Kulm und die Burgen Wittelsbach und Sulzbach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Forschungsfragen==&lt;br /&gt;
Graphit als lagerstättenbedingt begrenzt vorkommendes Mineral in Verbindung mit Graphitkeramik als weit verhandeltem archäologischen Fundgut bietet der Forschung ein breites Feld von Fragen (Kouřil 1998, 38, Bogusław 1938, 18).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fragenkomplex zum Material&lt;br /&gt;
*Gründe für die Nutzung von Graphit als Magerungsbestandteil&lt;br /&gt;
*Bestimmung der Funktion der Gefäße&lt;br /&gt;
*Herstellungs- und Produktionstechnik der Keramik, Brennverfahren, Aussagen über technische Weiterentwicklungen im Töpferhandwerk&lt;br /&gt;
*Naturwissenschaftliche Untersuchungen hinsichtlich der Beziehung von Magerungsanteil des Graphits, Magerungsgröße der Graphitpartikel und den physikalischen Eigenschaften der Gefäße&lt;br /&gt;
*Einfluss von sekundären Formationsprozessen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Chronologische Fragestellungen&lt;br /&gt;
*Beginn der Graphitkeramikproduktion in den verschiedenen Regionen und ihre Fortentwicklung im Hoch- und Spätmittelalter&lt;br /&gt;
*Datierung der verschiedenen Formen und Warenuntergruppen&lt;br /&gt;
*Import- und/oder Kreuzdatierung für Fundplätze in Importregionen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Typologische und morphologische Fragestellungen (Kouřil 1998, 38)&lt;br /&gt;
*Randformen, Gefäßformen, typologische Reihen&lt;br /&gt;
*Tektonik der Gefäße&lt;br /&gt;
*Bearbeitung der Oberfläche, Verzierungen, Dekor, Markenzeichen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wirtschaftsgeschichtliche Fragestellungen&lt;br /&gt;
*Provenienz der Tone und des Graphits&lt;br /&gt;
*Transportwege, Handelsrouten, Richtungen und Weisen des Vertriebs (Gefäße, Ton, Graphit als Rohstoff?)&lt;br /&gt;
*Organisation des Töpferhandwerks (grundherrschaftlich, regional)&lt;br /&gt;
*Identifikation von Töpfermanufakturen und Absatzmärkten&lt;br /&gt;
*Beobachtungen von Veränderungen und Rückschlüsse auf gesellschaftliche Umbrüche&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Soziale Fragestellungen&lt;br /&gt;
*Sozialer Kontext, Informationen zum Arbeits- und Alltagsleben der Nutzer und Hersteller&lt;br /&gt;
*Definition von sozialen Kontakträumen&lt;br /&gt;
*Aussagen hinsichtlich gesellschaftlicher Stellung von Bevölkerungsschichten sowie entsprechender sozialer Strukturveränderungen&lt;br /&gt;
*Aussagen zur „Wertigkeit“ bestimmter Merkmale der Keramik und Rückschlüsse auf dahinterstehende soziale, psychologische und identitätsstiftende Wahrnehmungs-, Denkmuster und Bedeutungsebenen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Naturwissenschaftliche Analysen==&lt;br /&gt;
Bisher wurden erst wenige wissenschaftliche Analysen an Graphitkeramik durchgeführt, die sich auf die Warenart als Solche beziehen. Als umfassendste kann die Untersuchung von G. Duma und C. Ravasz „Graphithaltige Gefäße aus Österreichs Mittelalter“ (1976) benannt werden, in der verschiedene Aspekte im Zusammenhang mit dieser Keramikart untersucht wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein wesentliches Element bei der wissenschaftlichen Erforschung der Graphitkeramik ist die Bestimmung ihrer physikalischen und chemischen Eigenschaften, d.h. die Untersuchung der Rolle des intentionell in den Ton beigegebenen Graphits bzw. der bewussten Nutzung von Graphiterde – einem natürlichen Verwitterungsprodukt in Regionen des Vorkommens von Graphit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Testserie bei Duma/Ravasz (Duma/Ravasz 1976, 234 ff.) wurden vier Graphittonproben auf der Basis gleichartigen Tons mit jeweils 5%, 10%, 20% und 40% feingekörntem Naturgraphit gemagert (bei 84% Kohlenstoffgehalt des Graphits ergab dies Proben mit 4,2%, 8,4%, 16,8% und 33,6% Kohlenstoff) und bei 900°C reduzierend gebrannt. Für einen 15 mm dicken Scherben wurden folgende Ergebnisse erzielt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hydrophobie: Bei den Testserien wurde festgestellt, dass die Probe mit 16,8% reiner Graphitmagerung kein Wasser mehr aufnahm, sowohl die Oberfläche als auch die Gesamtmenge des Scherbens als hydrophob gelten konnte. Diese Eigenschaft nahm kontinuierlich mit abnehmenden Graphitgehalt ab. In der Konsequenz bedeutet dies, dass zwischen einer Graphitmagerung von 8,4% und 16,8% die Irdenware eine Wasserundurchlässigkeit erreicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wärmeleitfähigkeit: Hierfür wurde die Probe mit 16,8% Graphitmagerung sowie ein gleichwertiger 15 mm dicker graphitfreier Scherben hinsichtlich der Frage untersucht, welcher Zeitraum nötig ist, sowohl Innen- als auch Außenseite eines Gefäßes auf eine Temperatur von 105°C zu erhitzen. Während für das graphitfreie Gefäß hierfür 17 min nötig waren, erreichte das mit 16,8% graphitgemagerte Gefäß diese Temperatur nach 9,5 min.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Temperaturwechselbeständigkeit: Die Wärmeausdehnung des Scherbens (Dilatation) nimmt infolge des Graphitgehaltes ab, bereits beträchtlich bei einer Magerung mit 16,8% Graphit, wodurch das Gefäß eine deutlich höhere Widerstandsfähigkeit gegen Temperaturschwankungen entwickelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Gefäße mit einer Graphitengobierung eines ansonsten graphitfreien Tones die Eigenschaften von graphithaltigen Tongefäßen nicht aufweisen können (Duma/Ravasz 1976, 236).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Untersuchung von G. Duma/R. Ravasz wurden weitere Ergebnisse formuliert, die eine breitere Diskussionsbasis für offene Forschungsfragen hinsichtlich der süddeutschen Graphitkeramik schaffen:&lt;br /&gt;
*Eine naturwissenschaftliche Untersuchung von vier österreichischen und drei ungarischen Proben, die aufgrund ihrer äußeren Merkmale als „identische Wiener Gefäße“ archäologisch angesprochen wurden, ergab keine Herkunft aus den gleichen Gebieten. Die archäologische Bestimmung der drei ungarischen Proben konnte mit Recht angezweifelt werden (Duma/Ravasz 1976, 228). Graphitkeramik aus Süddeutschland wird fast ausschließlich als Importware definiert. Aufgrund der Tonbeschaffenheit und formaler Kriterien der Scherben werden Bezüge zu möglichen Herstellungszentren und daraus resultierend Thesen zu Handelbeziehungen, sozialen Kontakträumen und grundherrschaftlicher Durchdringung formuliert. Das Ergebnis der Untersuchung zeigt die Notwendigkeit für ein Bewusstsein über derartige Fehlerquellen.&lt;br /&gt;
*Anders als in der Literatur geäußert, verlieren regelmäßig erhitzte Gefäße einen Teil ihres Kohlenstoffs auch während des Gebrauchs. Bei jedem nicht reduzierendem Brand, dem Graphitkeramik ausgesetzt wird (also auch bei Überhitzung am Kochfeuer), oxidieren Graphitanteile zu Kohlenstoffdioxid und entweichen als Gas (Endres 182, 52; ebenso: Duma/Ravasz 1976, 234). Graphithaltige Tongefäße können demnach nicht nur aufgrund ihres Kohlenstoffgehaltes in Gruppen systematisiert werden. Dies ist im Hinblick auf die Definition von Warenuntergruppen anhand des Graphitgehalts von nicht unbeträchtlichem Belang.&lt;br /&gt;
*Graphithaltige Tongefäße können im Boden eingebettet den korrosiven Wirkungen der Bodenumgebung dauerhaft widerstehen. Es konnten keine auf Rehydratationsprozesse hindeutende Charakterzüge festgestellt werden (Duma/Ravasz 1976, 234).&lt;br /&gt;
Dass Graphitkeramik durch sekundäre Formationsprozesse dennoch Veränderungen durchläuft, zeigen zwei anpassende Scherben von Eisentonkeramik aus einer Notgrabung in [[Ulm, Weinhof|Ulm (Weinhof 23)]], von denen eine noch einen deutlichen Graphitanteil aufweist, die andere aber nicht (Schreg Blog Archaeologik (05.01.2015)).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere wissenschaftliche Untersuchungen stellen über die Analyse der mineralogisch-petrographischen Bestandteile der Graphittone die archäologische Fragestellung nach der Herkunft des Graphits und des Rohtones sowie damit in Zusammenhang stehende Thesen zu wirtschaftsgeschichtlichen Fragestellungen in den Vordergrund.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu nennen sind hier die Publikationen von R. W. Dell’Mour „Mikroskopische Untersuchungen an frühmittelalterlicher Keramik von Thunau am Kamp, NÖ Lokalware – Importe – Rohstoffherkunft“ (2002), J. Dvorská/L. Poláček/G. Schneider „Chemische Analyse der Keramik von Mikulčice“ (1998) und M. Gregerová/R. Procházka „Erste Ergebnisse naturwissenschaftlicher Untersuchungen an Graphittonkeramik aus Brno (Brünn)“ (1998). Für Süddeutschland besitzen diese Untersuchungen aufgrund ihrer Regionalität nur wenig Aussagekraft, können aber als Vorbild für ähnliche Untersuchungen dienen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Fazit==&lt;br /&gt;
Für die Archäologie bietet die Erforschung der Graphitkeramik aus verschiedenen Gründen erhebliche Möglichkeiten zum Erkenntnisgewinn. Diese reichen von typologischen und morphologischen Fragestellungen, der Herstellungs- und Produktionstechnik der Keramik über die Bestimmung der Funktion der Gefäße bis zu Aussagen zum Alltags-, Arbeitsleben und dem sozialen Kontext der Nutzer und Hersteller. Zusätzlich können naturwissenschaftliche und chronologische Thesen sowie wirtschaftsgeschichtliche Fragestellungen hinsichtlich Handelsrouten, Richtungen und Weisen des Vertriebs und die grundherrschaftliche oder regionale Organisation des Töpferhandwerks aufgeworfen werden. Gleichzeitig stellt mittelalterliche Graphitkeramik die Archäologie aber auch vor enorme Herausforderungen. So ist bis heute eine Unterscheidung vor- und frühgeschichtlicher zu mittelalterlicher Graphitkeramik ausschließlich über die Bestimmung von Rand- und Gefäßformen möglich. Dies stellt eine nicht unerhebliche Fehlerquelle für die Interpretation dar, die wegen des in Süddeutschland nur begrenzt vorhandenen Fundmaterials eine beachtliche Relevanz besitzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kerngebiet der Herstellung der Graphitkeramik ist nach heutigem Forschungsstand im österreichischen Donauraum und in Mähren zu lokalisieren. Die umliegenden Regionen Böhmen, Schlesien und Bayern können in erster Linie als Importregionen interpretiert werden. Eine Beantwortung der genannten Fragestellungen ist demnach nur durch internationale Zusammenarbeit über die heutigen politischen Grenzen hinweg möglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die wissenschaftliche Bearbeitung dieser Keramikvariante setzt aufgrund der Besonderheiten des Material Graphit eine enge Zusammenarbeit mit den Naturwissenschaften und der experimentellen Archäologie voraus. Sie wird damit zum Gegenstand sowohl internationaler wie interdisziplinärer Projekte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Referenzkomplexe Graphitkeramik==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Referenzkomplexe Graphitkeramik (ohne Grauschwarz hartgebrannte Drehscheibenware)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
!&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;width:11em;&amp;quot;| Fundort&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;width:8em;&amp;quot;| Warenart&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;width:7em;&amp;quot;| Koordinaten&lt;br /&gt;
! Fundart&lt;br /&gt;
! Feldkampagnen (FK) &amp;lt;br /&amp;gt; Literatur (L)&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;width:14em;&amp;quot;| Datierung&lt;br /&gt;
! Beschreibung &amp;lt;br /&amp;gt; Formen (F), Verzierung (V), Scherbenbeschaffenheit (SB)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 1&lt;br /&gt;
| Kastell Boiotro, &amp;lt;br /&amp;gt; Passau&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 34′ 11,2″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 27′ 44,5″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 387 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| FK: 1974–1978 Rainer Christlein, BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; L: M. Altjohann 2012&lt;br /&gt;
| 8./9.–12. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Töpfe, Schalen, Schüsseln, Flachdeckel, Spinnwirtel, Ausgusstüllen &amp;lt;br /&amp;gt; V: gegenständige Wellenbandzier, Bodenmarken &amp;lt;br /&amp;gt; SB: dunkel- bis braungrau, seifig, schimmert metallisch, hoher Graphitanteil in der Magerung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 2&lt;br /&gt;
| Rauher Kulm, &amp;lt;br /&amp;gt; Bad Neustadt am Kulm&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 49° 49′ 44″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 50′ 58″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 681 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 2009 und 2014 H. Losert &amp;lt;br /&amp;gt; L: Freundlicher Hinweis PD Dr. H. Losert (unpubliziert)&lt;br /&gt;
| 8./9. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Töpfe &amp;lt;br /&amp;gt; V: Wellenlinien &amp;lt;br /&amp;gt; SB: braun, grau-schwarz, mittlerer Graphitanteil in der Magerung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 3&lt;br /&gt;
| Abtei [[Frauenwörth]], &amp;lt;br /&amp;gt; Chiemsee&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 47° 52′ 18″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 12° 25′ 30″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 515 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Kloster&lt;br /&gt;
| FK: 1961–1964 A. Stroh, BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; L: B. Hänsel 1966 &amp;lt;br /&amp;gt;    T. Mittelstraß 2007&lt;br /&gt;
| 9./10.–12.Jh.&lt;br /&gt;
| F: Töpfe, Gussformen für Perlen &amp;lt;br /&amp;gt; V: Wellenlinien, breite waagerechte Rillen, Töpfermarke &amp;lt;br /&amp;gt; SB: silbrig schwarz bis grau, feine Magerung, Graphitanteil mittel bis sehr hoch, mittelhart bis hart &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 4&lt;br /&gt;
| Pleinting&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 39′ 31″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 7′ 11″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 343 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Lesefund&lt;br /&gt;
| Lesefund &amp;lt;br /&amp;gt; L: R. Reinecke 1936&lt;br /&gt;
| Frühmittelalter&lt;br /&gt;
| Nur textliche Erwähnung: &amp;lt;br /&amp;gt; „Randscherbe eines weiten Beckens aus Graphitton“&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 5&lt;br /&gt;
| „Randesberger Hof“ in Cham&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 49° 13ʹ 32,5″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 12° 39ʹ 17,9″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 372 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| FK: 1971 &amp;lt;br /&amp;gt; L: H. Wolf 1971&lt;br /&gt;
| Frühmittelalter&lt;br /&gt;
| Textliche Erwähnung der Möglichkeit, dass eine gefundene Graphittonscherbe auch ins Frühmittelalter datieren könnte&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 6&lt;br /&gt;
| Burg Wittelsbach, &amp;lt;br /&amp;gt; Oberwittelsbach&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 28′ 7″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 10′ 34,3″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 515 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1978–1981 Dr. W. Sage/A. Dransfeld &amp;lt;br /&amp;gt; L: R. Koch 1993 &amp;lt;br /&amp;gt;    T. Mittelstraß 2007&lt;br /&gt;
| 10./11. Jh. (R. Koch) &amp;lt;br /&amp;gt; 11./12. Jh. (T. Mittelstraß)&lt;br /&gt;
| F: Topf &amp;lt;br /&amp;gt; V: Wellenlinie zwischen zwei umlaufenden Rillen &amp;lt;br /&amp;gt; SB: ohne Angabe&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 7&lt;br /&gt;
| Burgstall Warberg, &amp;lt;br /&amp;gt; Neunburg v. Wald&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 49° 22′ 54,7″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 12° 23′ 18″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 417 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1991–1997 V. Kaufmann &amp;lt;br /&amp;gt; L: V. Kaufmann 1999 &amp;lt;br /&amp;gt;    T. Mittelstraß 2007&lt;br /&gt;
| 10. Jh. (V. Kaufmann) &amp;lt;br /&amp;gt; 11. Jh. (T. Mittelstraß)&lt;br /&gt;
| F: Töpfe &amp;lt;br /&amp;gt; V: schräge Einstichreihe auf der Schulter &amp;lt;br /&amp;gt; SB: dunkelgrau bis schwarz und glänzend, glatt und speckig, Graphit abreibbar; mit Fingernagel leicht ritzbar&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 8&lt;br /&gt;
| Albrechtsburg, &amp;lt;br /&amp;gt; Meißen&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 51° 9′ 57,8″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 28′ 14,6″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 168 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Höhenburg&lt;br /&gt;
| FK: 1959–1963 P. Heerde/C. Fritzsche &amp;lt;br /&amp;gt; L: A. Schmid-Hecklau 2004&lt;br /&gt;
| 10.–12. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Topf &amp;lt;br /&amp;gt; V: Tupfenreihe auf der Schulter &amp;lt;br /&amp;gt; SB: keine Angaben &amp;lt;br /&amp;gt; Datierung ins Mittelalter fragwürdig&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 9&lt;br /&gt;
| Burg Pappenheim, &amp;lt;br /&amp;gt; Lkr. Weißenburg&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 55′ 58,1″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 10° 58′ 17,8″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 508 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Höhenburg&lt;br /&gt;
| Lesefund &amp;lt;br /&amp;gt; L: M. Schußmann 1997&lt;br /&gt;
| 11./12. Jh.&lt;br /&gt;
| Freundlicher Hinweis PD Dr. M. Schußmann: &amp;lt;br /&amp;gt; 2 Graphittonscherben, davon 1 Randscherbe mit stark gekehltem Leistenrand&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 10&lt;br /&gt;
| Burg Sulzbach, &amp;lt;br /&amp;gt; Lkr. Amberg-Sulzbach&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 49° 30′ 18,7″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 44′ 10″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 444 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1992–2000 BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; L: M. Hensch 2005a und 2005b&lt;br /&gt;
| 11./12. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Töpfe (0,09% des Materials) &amp;lt;br /&amp;gt; V: Wellenverzierung &amp;lt;br /&amp;gt; SB: grau-schwarz silbrig, glatt, hoher Anteil von Graphit in der Magerung, Abrieb vorhanden, Mohs 2&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 11&lt;br /&gt;
| Schlosserstiege, &amp;lt;br /&amp;gt; Passau&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik &amp;lt;br /&amp;gt; Graphitierte (engobierte?) Keramik&lt;br /&gt;
| 48° 34ʹ 31,4″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 27ʹ 51,5″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 387 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| FK: 1992/1993 J.-P. Niemeier &amp;lt;br /&amp;gt; L: J.-P. Niemeier 1994 &amp;lt;br /&amp;gt;    T. Mittelstraß 2007&lt;br /&gt;
| 12./13.–15. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Töpfe, Deckel, Kanne &amp;lt;br /&amp;gt; V: Deckel mit innenverziertem Rand, Töpfermarke &amp;lt;br /&amp;gt; SB: keine Angabe&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 12&lt;br /&gt;
| Burgstall Saunstein, &amp;lt;br /&amp;gt; Mitternach&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 51′ 1″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 19′ 36″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 594 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1983 BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; L: B. Engelhardt/R.Pleyer 1986 &amp;lt;br /&amp;gt;    T. Mittelstraß 2007&lt;br /&gt;
| 12./13. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Töpfe, Flachdeckel &amp;lt;br /&amp;gt; V: keine Angabe, Durchlochung eines Deckels &amp;lt;br /&amp;gt; SB: glatt, mittlerer bis hoher Graphitgehalt, z.T. seifig&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 13&lt;br /&gt;
| Burgstall am Hohen Bogen, &amp;lt;br /&amp;gt; Rimbach&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 49° 14′ 1,9″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 12° 56′ 4,2″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 976 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: A. Stroh, BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; L: H. Dannheimer 1973&lt;br /&gt;
| 12. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Topf, fassartige Vorratsgefäße &amp;lt;br /&amp;gt; V: Fingertupfen, Schrägkerbenreihe, eingeritzte Linien, breite Gurtbänder auf Vorratsgefäßen &amp;lt;br /&amp;gt; SB: Graphit- und Goldglimmermagerung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 14&lt;br /&gt;
| Burgstall Untergrießbach, &amp;lt;br /&amp;gt; Lkr. Passau&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 27ʹ 28,4″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 9ʹ 13,7″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 468 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1994–1996 Kreisarchäologie Passau &amp;lt;br /&amp;gt; L: W. Wandling 1996 &amp;lt;br /&amp;gt;    W. Wandling 1997&lt;br /&gt;
| 12. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Töpfe, Schalen &amp;lt;br /&amp;gt; V: Tupfenleisten, Wellenverzierung oder Radkreuzstempeln am Boden &amp;lt;br /&amp;gt; SB: keine Angabe&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 15&lt;br /&gt;
| Donaumarkt, &amp;lt;br /&amp;gt; [[Regensburg]] &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; [[Regensburg, Lederergasse 1]], &amp;lt;br /&amp;gt; Regensburg&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; Eisentonkeramik&lt;br /&gt;
| 49° 1ʹ 13,1″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 12° 6ʹ 10,9″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 339 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| FK: 2012–2015 „Museum der Bayerischen Geschichte“, Maßnahmen-Nr. M-2012-1989-1_0 &amp;lt;br /&amp;gt; L: Freundlicher Hinweis I. Nießen (Promotionsprojekt in Bearbeitung) &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; FK: 1981–1982 BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; L: M. Wintergerst 1999&lt;br /&gt;
| 9.–11./12. Jh. &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; 17. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Töpfe, Vorratsgefäße, Schüsseln &amp;lt;br /&amp;gt; V: Wellenlinien, Wellenbänder, umlaufende Rillen, Einstichmuster, innenverzierte Ränder, bisher singuläres rautenförmiges Muster &amp;lt;br /&amp;gt; SB: dunkelgrau, bräunlich-grau, braun-schwarz, grau, schwarz; hoher Graphitgehalt, daneben noch Glimmer und Quarz, Mohs 1–2, gelegentlich auch hart &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; Zeitlich zu weit außerhalb des Rahmens der Arbeit&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 16&lt;br /&gt;
| Schlossberg Windberg bei Windorf, &amp;lt;br /&amp;gt; Lkr. Passau&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 37′ 53,2″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 16′ 3,5″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 380 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Höhenburg&lt;br /&gt;
| FK: 2001/2002 Kreisarchäologie Passau &amp;lt;br /&amp;gt; L: W. Wandling 2010&lt;br /&gt;
| 12./13. Jh.&lt;br /&gt;
| Nur textliche Erwähnung: Graphithaltige Tonscherben von hochmittelalterlichen Gefäßen, z.T. mit Kreuzstempeln auf dem Boden&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 17&lt;br /&gt;
| Kirche St. Peter und Paul, &amp;lt;br /&amp;gt; Aschheim&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 10′ 18,2″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 42′ 55,5″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 512 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Kirche&lt;br /&gt;
| FK: 1967–1971 H. Dannheimer &amp;lt;br /&amp;gt; L: H. Dannheimer 1988&lt;br /&gt;
| Hochmittelalter&lt;br /&gt;
| F: Topf &amp;lt;br /&amp;gt; V: keine Angabe &amp;lt;br /&amp;gt; SB: keine Angabe&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 18&lt;br /&gt;
| Vohburg-Burgberg, &amp;lt;br /&amp;gt; Lkr. Pfaffenhofen&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 46′ 14,4″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 36′ 58,1″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 370 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1973–1974 BLfD &amp;lt;br /&amp;gt;    Lesefunde &amp;lt;br /&amp;gt; L: G. Riedel 2000&lt;br /&gt;
| Hochmittelalter&lt;br /&gt;
| F: 3 Töpfe &amp;lt;br /&amp;gt; V: Horizontal- und Wellenriefen, z.T. überschneidend &amp;lt;br /&amp;gt; SB: fast alle Farbvarianten, weich bis mittelhart, z.T. Misch- oder Oxidationsbrand&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 19&lt;br /&gt;
| Großmehring, &amp;lt;br /&amp;gt; Lkr. Eichstätt&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 46′ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 32′ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 375 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| FK: 1994–1995 BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; L: G. Riedel 2000&lt;br /&gt;
| Früh-/Hochmittelalter&lt;br /&gt;
| F: 2 Töpfe, Deckel &amp;lt;br /&amp;gt; V: einzelne Wellenriefe zwischen Horizontalriefen &amp;lt;br /&amp;gt; SB: graubraun bis graubeige, weich bis mit-telhart, Misch- oder Oxidationsbrand&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 20&lt;br /&gt;
| Ingolstadt&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 46′ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 25′ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 374 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| FK: 1987–1988 BLfD (Grabung Ingolstadt Hallstr./Carraraplatz) &amp;lt;br /&amp;gt; L: G. Riedel 2000&lt;br /&gt;
| Hochmittelalter&lt;br /&gt;
| 1 unverzierte WS, nachgedreht&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 21&lt;br /&gt;
| [[Zuchering, Am Mühlwegfeld (Zuchering-Ost)]]&lt;br /&gt;
| Graphitkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 43′ 46″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 24′ 43″ O&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| FK: 1983–1989 BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; L: E. Weid 2000&lt;br /&gt;
| Latène (?)&lt;br /&gt;
| 6 Graphitkeramikscherben, von denen 5 unsicher in die Vorgeschichte datiert wurden (Material müsste nochmals geprüft werden)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 22&lt;br /&gt;
| Erlau, &amp;lt;br /&amp;gt; Obernzell&lt;br /&gt;
| Eisentonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 33′ 49″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 34′ 46″ O&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| L: T. Mittelstraß 2007&lt;br /&gt;
| Spätmittelalter&lt;br /&gt;
| Nur textliche Erwähnung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 23&lt;br /&gt;
| Ruhstorf a.d. Rott&lt;br /&gt;
| Graphitkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 26′ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 20′ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 319 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| L: T. Mittelstraß 2007 &amp;lt;br /&amp;gt;    W. Wandling 2017&lt;br /&gt;
| Unbekannt&lt;br /&gt;
| Textliche Erwähnung; Fundmeldungen 2013–2016 in Passau: Graphitkeramik, deren zeitliche Stellung nicht gesichert ist (MA/LT?)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 24&lt;br /&gt;
| Saldenburg, &amp;lt;br /&amp;gt; Lkr. Grafenau&lt;br /&gt;
| Eisentonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 46′ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 21′ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 532 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1991/1992 W. Endres &amp;lt;br /&amp;gt; L: W. Endres 1993 &amp;lt;br /&amp;gt;    M. U. Kasparek 1961&lt;br /&gt;
| 1368–1467/68&lt;br /&gt;
| F: Töpfe &amp;lt;br /&amp;gt; V: 2–5 mm breite, flaue Rillen, Stempel und Markierungen auf der Oberseite &amp;lt;br /&amp;gt; SB: hoher Graphitgehalt mit Quarz- und Feldspatanteilen bis 3 mm&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 25&lt;br /&gt;
| Burgstall Lobenstein, &amp;lt;br /&amp;gt; Marktgemeinde Röhrenbach&lt;br /&gt;
| Graphitkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 46′ 9,6″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 31′ 41,6″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 570 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg? &amp;lt;br /&amp;gt; Lesefund&lt;br /&gt;
| Lesefunde eines ehrenamtlichen Feldbegehers des BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; unpubliziert&lt;br /&gt;
| Latène- bis Neuzeit&lt;br /&gt;
| Alle Ausprägungen von Graphitkeramik in Formen, Farben, Varianten und Verzierungen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 26&lt;br /&gt;
| Fürholz, &amp;lt;br /&amp;gt; Gmd. Grainet, &amp;lt;br /&amp;gt; Lkr. Freyung-Grafenau&lt;br /&gt;
| Graphitkeramik &lt;br /&gt;
| 48° 46′ 58″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 38′ 57″ O&lt;br /&gt;
| Lesefund&lt;br /&gt;
| Lesefunde eines ehrenamtlichen Feldbegehers des BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; unpubliziert&lt;br /&gt;
| Latène- bis Neuzeit&lt;br /&gt;
| Alle Ausprägungen von Graphitkeramik in Formen, Farben, Varianten und Verzierungen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 27&lt;br /&gt;
| Praßreuth, &amp;lt;br /&amp;gt; Lkr. Freyung-Grafenau&lt;br /&gt;
| Graphitkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 40ʹ 40″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 31ʹ 21,3″ O&lt;br /&gt;
| Lesefund&lt;br /&gt;
| Lesefunde eines ehrenamtlichen Feldbegehers des BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; unpubliziert&lt;br /&gt;
| Latène- bis Neuzeit&lt;br /&gt;
| Alle Ausprägungen von Graphitkeramik in Formen, Farben, Varianten und Verzierungen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 28&lt;br /&gt;
| Veste Oberhaus, &amp;lt;br /&amp;gt; Passau&lt;br /&gt;
| Eisentonkeramik &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; Graphitengobierte Keramik&lt;br /&gt;
| 48° 34′ 39″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 28′ 13″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 387 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1991 H. Feldmeier &amp;lt;br /&amp;gt; L: W. Endres 1998 &amp;lt;br /&amp;gt;    T. Mittelstraß 2007&lt;br /&gt;
| 1400/1420–1550 &amp;lt;br /&amp;gt; 15./16. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Töpfe &amp;lt;br /&amp;gt; V: Stempelmarkierungen &amp;lt;br /&amp;gt; SB: hoher Graphitanteil im groben Gefüge, schwarz- bis anthrazitgrau &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; F: Töpfe, Becher, Sieb, Griffschale, Krug &amp;lt;br /&amp;gt; V: keine Angabe &amp;lt;br /&amp;gt; SB: anthrazitgrau, oft grobes Gefüge&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 29&lt;br /&gt;
| Schustergasse, &amp;lt;br /&amp;gt; Passau&lt;br /&gt;
| Eisentonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 34ʹ 26,4″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 28ʹ 9,5″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 387 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| L: H. Böhmer 2015&lt;br /&gt;
| 15./16. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Topf &amp;lt;br /&amp;gt; V: keine Angabe &amp;lt;br /&amp;gt; SB: keine Angabe&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 30&lt;br /&gt;
| Hofberg, &amp;lt;br /&amp;gt; Bad Aibling&lt;br /&gt;
| Eisentonkeramik&lt;br /&gt;
| 47° 52′ N &amp;lt;br /&amp;gt; 12° 1′ O&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 2001–2003 T. Mittelstraß &amp;lt;br /&amp;gt; L: T. Mittelstraß 2006 &amp;lt;br /&amp;gt;    T. Mittelstraß 2007&lt;br /&gt;
| Frühe Neuzeit (Beginn 16. Jh.)&lt;br /&gt;
| F: fassartige Gefäße &amp;lt;br /&amp;gt; V: Stempelmarken &amp;lt;br /&amp;gt; SB: keine Angabe&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 31&lt;br /&gt;
| Schloss Murnau&lt;br /&gt;
| Eisentonkeramik&lt;br /&gt;
| 47° 40′ 39″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 12′ 10″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 661 m&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1991–1992 T. Mittelstraß &amp;lt;br /&amp;gt; L: T. Mittelstraß 1994&lt;br /&gt;
| Frühe Neuzeit (Beginn 16. Jh.)&lt;br /&gt;
| F: Töpfchen &amp;lt;br /&amp;gt; V: Töpferstempel (Kreuz mit Querbalken), umlaufende Schulterkante &amp;lt;br /&amp;gt; SB: basaltgrau, feine und mittlere Graphitmagerung, vereinzelt Quarzkörner&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 32&lt;br /&gt;
| Ulm&lt;br /&gt;
| Eisentonkeramik &amp;lt;br /&amp;gt; Graphitengobierte Keramik&lt;br /&gt;
| 48° 24′ N &amp;lt;br /&amp;gt; 9° 59′ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 478 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| FK: 1953 A. Rieber/K. Reutter &amp;lt;br /&amp;gt;    1961 Staatl. Amt für Denkmalpflege &amp;lt;br /&amp;gt;    1928 ohne Befundkontext &amp;lt;br /&amp;gt; L: R. Schreg Blog Archaeologik 05.01.2015 &amp;lt;br /&amp;gt;    U. Gross 2009 + 2015&lt;br /&gt;
| Spätmittelalter – Frühe Neuzeit&lt;br /&gt;
| F: Töpfe, Henkeltopf &amp;lt;br /&amp;gt; V: ovale Stempeleindrücke mit Kreuz, unterhalb des Kremprandes breite Riefe &amp;lt;br /&amp;gt; SB: hoher Graphitanteil in der Magerung und Quarzmagerung &amp;lt;br /&amp;gt; Weitere Funde von Graphitkeramik und graphitengobierter Ware, die frühneuzeitlich datiert werden &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 33&lt;br /&gt;
| Burg Helfenstein, &amp;lt;br /&amp;gt; Geislingen an der Steige&lt;br /&gt;
| Eisentonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 36′ 58″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 9° 50′ 49″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 610 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1922 K. A. Koch &amp;lt;br /&amp;gt;    1932–1938 G. Burghardt &amp;lt;br /&amp;gt; L: R. Schreg Blog Archaeologik 05.01.2015 &amp;lt;br /&amp;gt;    U. Gross 2009&lt;br /&gt;
| Spätmittelalter – Frühe Neuzeit&lt;br /&gt;
| F: Töpfe &amp;lt;br /&amp;gt; V: 2 identische Stempelmarken auf dem Rand, zwei umlaufende Rillen im oberen Gefäßbereich &amp;lt;br /&amp;gt; SB: hoher Graphitanteil in der Magerung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 34&lt;br /&gt;
| Obernzell&lt;br /&gt;
| Eisentonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 33′ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 38′ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 294 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| L: H. Böhmer 2015 &amp;lt;br /&amp;gt;    Gemeindeblatt Nr. 29, 2017&lt;br /&gt;
| Spätmittelalter – Frühe Neuzeit&lt;br /&gt;
| F: Topf &amp;lt;br /&amp;gt; V: Rille unter dem Rand, 2 Töpfermarken &amp;lt;br /&amp;gt; SB: dunkelgrau-schwarz, hoher Graphitanteil in der Magerung, Mohs 2&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturhinweise==&lt;br /&gt;
*Altjohann 2012: M. Altjohann, Das spätrömische Kastell Boiotro zu Passau-Innstadt. Materialhefte zur Bayerischen Archäologie. Fundinventare und Ausgrabungsbefunde (Kallmünz/Opf. 2012). ISBN 13: 978-3-78475-096-5. ISBN 10: 3-784750-966-X.&lt;br /&gt;
*Bizer 2006: Ch. Bizer, Oberflächenfunde von den Burgen der Schwäbischen Alb. Ein Beitrag zur Keramik- und Burgenforschung (Stuttgart 2006). ISBN 13: 978-3-80622-038-4.&lt;br /&gt;
*Böhmer 2008: H. Böhmer, Die Ilzer Schwarzhafner vom Ende des 16. bis Ende des 19. Jahrhunderts. In: R. Mennicken u.a. (Hrsg.), 40 Jahre Keramikforschung. Rückblick – Stand der Forschung – Ausblick. Beiträge zum 40. Internationalen Hafnerei-Symposium des Arbeitskreises für Keramikforschung in Obernzell/Bayern vom 16.09. bis 21.09.2007 (Raeren 2008) 139֪–152. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Böhmer 2015: H. Böhmer, Qualitätszeichen auf Graphit-Keramik des 15. und 16. Jh. In: S. Glaser (Hrsg.), Keramik im Spannungsfeld zwischen Kunst und Handwerk. Beiträge des 44. Internationalen Symposiums Keramikforschung im Germanischen Nationalmuseum, Nürnberg, 19-23. September 2011 (Nürnberg 2015) 77–83. ISBN 13: 978-3-93668-893-1. ISBN 10: 3-93668-893-1.&lt;br /&gt;
*Bogusław 1998: G. Bogusław, Bemerkungen zur Graphittonkeramik als historischer Quelle (am Beispiel der Graphittonkeramik aus Opole). In: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998) 17–19. ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
*Bräuning u.a. 2008: A. Bräuning/R. Schreg/U. Schmidt, Ulm. Archäologischer Stadtkataster Baden-Württemberg. Band 35, 1 Text (Stuttgart 2008). ISBN 13: 978-3-92771-493-9.&lt;br /&gt;
*Dannheimer 1973: H. Dannheimer, Keramik des Mittelalters aus Bayern. Ein Katalog. Kataloge der Prähistorischen Staatssammlung XXI (Kallmünz Opf. 1973). ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Dannheimer 1988: H. Dannheimer, Aschheim im frühen Mittelalter. Archäologische Funde und Befunde. In: J. Werner (Hrsg.), Münchener Beiträge zur Vor- und Frühgeschichte 32, 1 (München 1988). ISBN 10: 3-40630-287-4.&lt;br /&gt;
*Dell’Mour 2002: R. W. Dell’Mour, Mikroskopische Untersuchungen an frühmittelalterlicher Keramik von Thunau am Kamp, NÖ Lokalware – Importe– Rohstoffherkunft, Österreichische Akademie der Wissenschaften, Anzeiger der Philosophisch-Historischen Klasse 136, 2001 (Wien 2002) 69–109. ISBN 13: 978-3-70013-066-6. ISBN 10: 3-70013-066-X.&lt;br /&gt;
*Dostál 1998: B. Dostál, Über die Anfänge der slawischen Graphittonkeramik in Mähren. In: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998) 67–86. ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
*Duma/Ravasz 1976: G. Duma/C. Ravasz, Graphithaltige Gefäße aus Österreichs Mittelalter. In: Archaeologia Austriaca. Beiträge zur Paläanthropologie, Ur- und Frühgeschichte Österreichs 59/60 (Wien 1976) 225–242. ISSN: 1816-2959.&lt;br /&gt;
*Dvorská u.a. 1998: J. Dvorská/L. Poláček/G. Schneider, Chemische Analyse der Keramik von Mikulčice. In: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998) 295–312. ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
*Endres 1982: W. Endres, Zur Entstehung und chemischen Struktur „schwarz“ färbender Pigmente bei unglasierter Irdenware. In: L. Kriss-Rettenbeck/I. Bauer (Hrsg.), Beiträge zur Keramikforschung. Festschrift für Alfred Höck zum 60. Geburtstag. Volkstümliche Keramik aus Europa 2 (München 1982) 47–70. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Endres 1993: W. Endres, Spätmittelalterliche Funde von der Saldenburg, Gde. Saldenburg, Lkr. Freyung-Grafenau. In A. Leidl (Hrsg.), Ostbairische Grenzmarken. Passauer Jahrbuch für Geschichte, Kunst und Volkskunde 35 (Passau 1993) 24–54. ISSN: 0078-6845.&lt;br /&gt;
*Endres 1998: W. Endres, Archäologische Funde. In: J. P. Niemeier/H. W. Schuster/R. Loibl, Ritterburg und Fürstenschloss 2. Archäologische Funde. Begleitband zur Ausstellung im Oberhausmuseum Passau 1998 (Passau 1998). ISBN 13: 978-3-79171-598-8. ISBN 10: 3-79171-583-6.&lt;br /&gt;
*Engelhardt/Pleyer 1986: B. Engelhardt/R. Pleyer, Die archäologische Untersuchung des Burgstalls Saunstein, Gmkg. Mitternach, Gde. Markt Schönberg, Lkr. Freyung-Grafenau. In: A. Leidl (Hrsg.), Ostbairische Grenzmarken 28. Passauer Jahrbuch für Geschichte, Kunst und Volkskunde (Passau 1986) 59–78. ISSN: 0078-6845.&lt;br /&gt;
*Felgenhauer-Schmiedt 1998: S. Felgenhauer-Schmiedt, Graphittonkeramik des Früh- und Hochmittelalters in Niederösterreich. In: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998) 199–212. ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
*Felgenhauer-Schmiedt 1981: S. Felgenhauer-Schmiedt, Herstellungsmethoden der mittelalterlichen Keramik + Katalog. In: O. Harl (Hrsg.), Keramische Bodenfunde aus Wien. Mittelalter – Neuzeit. Eigenverlag der Museen der Stadt Wien (Wien 1981) 35–126. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Gemeindeblatt Markt Obernzell (September–Dezember 2017): Hanfnerzeller Archiv zum Anfassen &amp;lt;https://www.obernzell.de/images/stories/Gemeindeblatt/Gemeindeblatt_Nr_29.pdf&amp;gt; S. 13 [Stand: 02.09.2019].&lt;br /&gt;
*Gregerová/Procházka 1998: M. Gregerová/R. Procházka, Erste Ergebnisse naturwissenschaftlicher Untersuchungen an Graphittonkeramik aus Brno (Brünn). In: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998) 275–278. ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
*Gross 1991: U. Gross, Die Bügelhenkelkanne, eine Hauptform der süddeutschen Keramik des Hoch- und Spätmittelalters. Beiträge zur Mittelalterarchäologie Österreichs 7, 1991, 69–77. ISSN: 1011-0062.&lt;br /&gt;
*Gross 2009: U. Gross, Keramikverbreitung und herrschaftliche Strukturen. Beispiele aus dem Mittelalter und der Frühen Neuzeit in Südwestdeutschland. In: D. Krausse u.a. (Hrsg.), Kulturraum und Territorialität: archäologische Theorien, Methoden und Fallbeispiel. Kolloquium des DFG-SPP 1171, Esslingen 17.-18. Januar 2007 (Rahden 2009) 159–175. ISBN 13: 978-3-89646-443-9. ISBN 10: 3-89646-443-4.&lt;br /&gt;
*Gross 2015: U. Gross, Sturzbecher oder Becherschrauben und schwarze Töpfe. Eine gläserne Sonderform und östliche Keramikimporte im frühneuzeitlichen Ulm. Fundberichte aus Baden-Württemberg 35, 2015, 561–573. ISBN 13: 978-3-80623-144-1. ISSN: 0071-9897.&lt;br /&gt;
*Hänsel 1966: B. Hänsel, Beschreibung der keramischen Gruppen. In: V. Milojcic (Hrsg.), Bericht über die Ausgrabungen und Bauuntersuchungen in der Abtei Frauenwörth auf der Fraueninsel im Chiemsee 1961-1964. Bayerische Akademie der Wissenschaften. Philosophisch-historische Klasse. Abhandlungen. Neue Folge 65 (München 1966) 177–200. ISBN 13: 978-3-76960-060-5. ISBN 10: 3-76960-060-6.&lt;br /&gt;
*Hensch 2005a: M. Hensch, Burg Sulzbach in der Oberpfalz. Archäologisch-historische Forschungen zur Entwicklung eines Herrschaftszentrums des 8. bis 14. Jahrhunderts in Nordbayern. Materialien zur Archäologie in der Oberpfalz 3, 1 (Text und Katalog) (Büchenbach 2005). ISBN 13: 978-3-93347-430-8. ISBN 10: 3-93347-430-2.&lt;br /&gt;
*Hensch 2005b: M. Hensch, Burg Sulzbach in der Oberpfalz. Archäologisch-historische Forschungen zur Entwicklung eines Herrschaftszentrums des 8. bis 14. Jahrhunderts in Nordbayern. Materialien zur Archäologie in der Oberpfalz 3, 2 (Tafeln und begleitende Beiträge) (Büchenbach 2005). ISBN 13: 978-3-93347-430-8. ISBN 10: 3-93347-430-2.&lt;br /&gt;
*Huber u.a. 2003: E. H. Huber/K. Kühtreiber/G. Scharrer-Liška, Die Keramikformen des Hoch- und Spätmittelalters im Gebiet der heutigen Stadt Wien sowie der Bundesländer Niederösterreich und Burgenland. In: K. Spindler/H. Stadler (Hrsg.), Beiträge vom 34. Internationalen Hafnerei-Symposium auf Schloß Maretsch in Bozen/Südtirol 2001. Nearchos 12, Veröffentlichungen des Arbeitskreises für Keramikforschung 3 (Innsbruck 2003) 43–66. ISBN 13: 978-3-90077-333-5.&lt;br /&gt;
*Kappel 1969: I. Kappel, Die Graphittonkeramik von Manching. In: W. Krämer, Die Ausgrabungen in Manching 2 (Wiesbaden 1969). ISBN 13: 978-3-51500-386-5. ISBN 10: 3-51500-386-X.&lt;br /&gt;
*Kasparek 1961: M. U. Kasparek, Keramik aus Regensburg aus dem 11. – 17. Jahrhundert. &amp;lt;http://nbn-resolving.de/urn/resolver.pl?urn=urn:nbn:de:bvb:355-rbh-1748-8&amp;gt; [Stand 06.08.2020]. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Kaufmann 1999: V. Kaufmann, Der Burgstall Warberg bei Neunburg vorm Wald. Materialien zur Archäologie in der Oberpfalz 1 (Büchenbach 1999). ISBN 13: 978-3-93347-402-5. ISBN 10: 3-93347-402-7.&lt;br /&gt;
*Koch 1993: R. Koch, Keramik des frühen und hohen Mittelalters aus Bayerisch-Schwaben. In: M. Petzet (Hrsg.), Forschungen zur Geschichte der Keramik in Schwaben. Arbeitshefte des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege 58 (München 1993) 119–128. ISBN 13: 978-3-87490-560-2. ISBN 10: 3-87490-560-8.&lt;br /&gt;
*Koch 2017: R. Koch, Ausgrabungen in der Burg Wittelsbach 1978-1981. Befunde und Funde. Materialhefte zur Bayer. Archäologie. Fundinventare und Ausgrabungsbefunde 105 (Kallmünz/Opf. 2017). ISBN 13: 978-3-78475-405-5. ISBN 10: 3-78475-405-8.&lt;br /&gt;
*Kouřil 1998: P. Kouřil, Zu den Anfängen der slawischen Graphittonkeramik in Schlesien. In: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998) 37–66. ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
*Kühtreiber 2006: K. Kühtreiber, Die hochmittelalterliche Keramik im südlichen Niederösterreich. Ihre Entwicklung, ihre Formen und Beziehungen zu den benachbarten Keramikregionen. Beiträge zur Mittelalterarchäologie in Österreich 22 (Wien 2006) 93–148. ISSN: 1011-0062.&lt;br /&gt;
*Lehrberger u.a. 2011: G. Lehrberger/F. Duschl/G. Wimmer, Graphit – ein besonderer mineralischer Rohstoff der Vor- und Frühgeschichte in Mitteleuropa. Eigenschaften, Entstehung, Verwendung und Vorkommen. In: K. Schmotz (Hrsg.), Vorträge des 29. Niederbayerischen Archäologentages (Leidorf 2011) 313–348. ISBN 13: 978-3-89646-240-4.&lt;br /&gt;
*Mämpel 1998: U. Mämpel, Meine historischen und technischen Erfahrungen mit schwarzgebrannter Irdenware. In: W. Endres/B. Kerkhoff-Hader (Hrsg.), 30. Internationales Hafnerei-Symposium in Obernzell vom 07. bis 11. Oktober 1997 (Bamberg 1998) 12–13. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Miklós/Vizi 2002: Sz. Miklós/M. Vizi, Beiträge zur Siedlungsgeschichte des mittelalterlichen Marktfleckens Ete. Acta Arch. Acad. Scien. Hungaricae 53, 2002, 195–253.&lt;br /&gt;
*Mittelstraß 1994: T. Mittelstraß, Die Funde der archäologischen Ausgrabungen von 1991-1992 im Murnauer Schloss. In: T. Mittelstraß (Hrsg.), Schloß Murnau. Ein Bauwerk der Stauferzeit und seine Geschichte (Murnau 1994) 120–251. ISBN 13: 978-3-98038-163-5. ISBN 10: 3-98038-163-3.&lt;br /&gt;
*Mittelstraß 2006: T. Mittelstraß, Urnengrab, Königsgrab, Grafenburg, Pflegschloss. Die Ergebnisse der archäologischen Grabungen auf dem Hofberg in Bad Aibling. In: G. Mayr (Hrsg.), Bad Aibling. Geschichte einer Stadt. Band 1 (Bad Aibling 2006) 35–71. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Mittelstraß 2007: T. Mittelstraß, Graphitkeramik des Mittelalters und der frühen Neuzeit in Altbayern. Ein Beitrag zum Beginn und zur Frühzeit der Obernzeller Produktion. Bayerische Vorgeschichtsblätter 72, 2007, 235–318. ISBN 13: 978-3-40611-077-1. ISSN: 0341-3918.&lt;br /&gt;
*Niemeier 1994: J.-P. Niemeier, Die Grabung an der Schlosserstiege in der Passauer Altstadt – Ein Schnitt durch 2000 Jahre Stadtgeschichte. In: K. Schmotz, Vorträge des 12. Niederbayerischen Archäologentages (Deggendorf 1994) 251–276. ISBN 13: 978-3-92473-458-9. ISBN 10: 3-92473-458-5.&lt;br /&gt;
*Nießen (in Bearbeitung): I. Nießen, Laufendes Promotionsprojekt zu der Ausgrabung Regensburg Donaumarkt „Museum der Bayerischen Geschichte“ Friedrich-Schiller-Universität Jena. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Pechtl/Eibl 2011: J. Pechtl/F. Eibl, Die neolithische Graphitnutzung in Südbayern. In: K. Schmotz (Hrsg.), Vorträge des 29. Niederbayerischen Archäologentages (Leidorf 2011) 349–432. ISBN 13: 978-3-89646-240-4. ISSN: 1438-2040.&lt;br /&gt;
*Polácek 1998: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998). ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
*Reinecke 1936: P. Reinecke, Karolingische Keramik aus dem östlichen Bayern. Germania 20, 1936, 198–202. ISSN: 0016-8874.&lt;br /&gt;
*Reschreiter 2001: J. Reschreiter, Versuche zu urgeschichtlicher Keramik. In: K. Grömer, K. Löcker, M. Mehofer (Hrsg.), Archäologie Österreichs 12 Sonderheft (Wien 2001) 22–26. ISSN: 1018-1857.&lt;br /&gt;
*Riedel 2000: G. Riedel, Ingoldesstat. Archäologische Untersuchungen zu Ingolstadt im Mittelalter. Beiträge zur Geschichte Ingolstadts (Ingolstadt 2000). ISBN 13: 978-3-92025-343-5. ISBN 10: 3-92025-343-4.&lt;br /&gt;
*Scharrer-Liška 2003: G. Scharrer-Liška, Die Entwicklung Hochmittelalterlicher Vorratsgefäße aus der Grafitkeramik im Gebiet des heutigen Ostösterreichs und der angrenzenden Gebiete. In: K. + Th. Kühtreiber (Hrsg.), Beiträge zur historischen Archäologie. Festschrift für Sabine Felgenhauer-Schmiedt zum 60. Geburtstag. Beiträge zur Mittelalterarchäologie in Österreich 6 (Wien 2003) 45–60. ISBN 10: 3-95008-514-9.&lt;br /&gt;
*Scharrer-Liška 2007: G. Scharrer-Liška, Die hochmittelalterliche Grafitkeramik in Mitteleuropa und ihr Beitrag zur Wirtschaftsgeschichte. Forschungsstand - Hypothesen - offene Fragen. Monographien des Römisch-Germanischen Zentralmuseums 68 (Mainz 2007). ISBN 13: 978-3-79541-857-1. ISBN 10: 3-79541-857-7.&lt;br /&gt;
*Schmid-Hecklau 2004: A. Schmid-Hecklau, Die archäologischen Ausgrabungen auf dem Burgberg in Meißen. In: J. Oexle (Hrsg.), Die Grabungen 1959-1963. Veröffentlichungen des Landesamtes für Archäologie im Landesmuseum für Vorgeschichte 43 (Dresden 2004). ISBN 13: 978-3-91000-859-5. ISBN 10: 3-91000-859-3.&lt;br /&gt;
*Schußmann 1997: M. Schußmann, Eine neuentdeckte Höhensiedlung der Hallstattzeit im südlichen Mittelfranken. Beitr. Arch. Mittelfranken 3, 1997, 97–108. ISSN: 1430-5461.&lt;br /&gt;
*Schreg 2015: R. Schreg, Eisentonkeramik aus Ulm und Geislingen – ein Zeugnis ulmischen Donauhandels. Blog Archaeologik (05.01.2015) &amp;lt;https://archaeologik.blogspot.com/2015/01/eisentonkeramik-aus-ulm-und-geislingen.html&amp;gt; [Stand 05.08.2019]. ISSN: 2197-7283.&lt;br /&gt;
*Staňa 1998: Č. Staňa, Die frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mittelmähren. In: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998) 87–125. ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
*Trebsche 2011: P. Trebsche, Eisenzeitliche Graphittonkeramik im mittleren Donauraum. In: K. Schmotz (Hrsg.), Vorträge des 29. Niederbayerischen Archäologentages (Leidorf 2011) 449–481. ISBN 13: 978-3-89646-240-4. ISSN: 1438-2040.&lt;br /&gt;
*van den Boom 1991: H. van den Boom, Großgefäße und Töpfe der Heuneburg. Heuneburgstudien VIII. Röm.-German. Forschung 51 (Mainz 1991). ISBN 10: 3-80531-190-7.&lt;br /&gt;
*v. Bomhard 1966: P. v. Bomhard, Das Münster Frauenchiemsee im Spiegel der kunstgeschichtlichen Forschung. In: V. Milojcic (Hrsg.), Bericht über die Ausgrabungen und Bauuntersuchungen in der Abtei Frauenwörth auf der Fraueninsel im Chiemsee 1961-1964. Bayerische Akademie der Wissenschaften. Philosophisch-historische Klasse. Abhandlungen. Neue Folge 65 (München 1966) 21–42. ISBN 13: 978-3-76960-060-5. ISBN 10: 3-76960-060-6.&lt;br /&gt;
*Wandling 1996: W. Wandling, Archäologische Untersuchungen im Burgstall von Untergriesbach, Lkr. Passau. In: K. Schmotz (Hrsg.), Vorträge des 14. Niederbayerischen Archäologentages (Deggendorf 1996) 211–224. ISBN 13: 978-3-89646-225-1. ISBN 10: 3-89646-225-3.&lt;br /&gt;
*Wandling 1997: W. Wandling, Ausgrabung im Burgstall von Untergrießbach, Lkr. Passau, Niederbayern. In: Das archäologische Jahr in Bayern 1996 (Stuttgart 1997) 166–168. ISBN 13: 978-3-80621-311-9.&lt;br /&gt;
*Wandling 2010: W. Wandling, Auf den Spuren der Burg Windberg. In: 1000 Jahre Windorf: Ein Erinnerungsbuch (Windorf 2010) 44–49. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Wandling 2017: W. Wandling, Ausgrabungen und Funde im Landkreis Passau 2013-2016. In: F.-R. Erkens, Passauer Jahrbuch. Beiträge zur Geschichte, Geographie und Kultur Ostbaierns LIX/2017 (Passau 2017) 351–379. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Weid 2000: E. Weid, Die Kleinfunde der mittelalterlichen Siedlung von Zuchering bei Ingolstadt. Arbeiten über die Archäologie Süddeutschlands 10 (Büchenbach 2000). ISBN 13: 978-3-93347-408-7.&lt;br /&gt;
*Wintergerst 1999: M. Wintergerst, Die Ausgrabung „Ledergasse 1“ in Regensburg. Eine formenkundliche Studie zur Keramik des 10. bis 13. Jahrhunderts in Bayern. Materialh. Arch. Mittelalter u. Neuzeit 4 (Rahden/Westf. 1999). ISBN 13: 978-3-89646-453-8. ISBN 10: 3-89646-453-1.&lt;br /&gt;
*Wolf 1971: H. Wolf, Eine frühmittelalterliche, latène- und hallstattzeitliche Kulturschicht unter der Stadtmauer von Cham. urn:nbn:de:bvb:355-ubr00031-0219-4. Universität Regensburg [Stand 22.08.2019]. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Zamelska 1998: K. Zamelska, Graphitkeramik in Polen – Chronologie und Verbreitung. In: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998) 33–36. ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[kategorie:Warenart]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>M. Rühle</name></author>
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		<id>https://amanz-balismink.rproxy.rz.uni-bamberg.de/balismink/index.php?title=Graphitkeramik&amp;diff=5643</id>
		<title>Graphitkeramik</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;M. Rühle: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
{{stub}}&lt;br /&gt;
Graphitkeramik ist ein Oberbegriff für verschiedene Waren, bei deren Herstellung oder Verzierung Graphit verwendet wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*graphitierte Keramik: mit einem Graphitüberzug bzw. einer Graphitbemalung&lt;br /&gt;
*[[Graphittonkeramik]]. Neben einer vor allem in Österreich sowie Böhmen und Mähren verbreiteten [[Graphittonware (Österreich, Böhmen und Mähren, FMa)]] gehören hierzu auch [[Graphittontiegel|graphitgemagerte Tiegel]] sowie die spätmittelalterliche/ frühneuzeitliche [[Eisentonkeramik]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einführung==&lt;br /&gt;
Graphitkeramik ist seit dem Neolithikum bekannt (Dostál 1998, 67), in der Bronzezeit belegt (Dell`Mour 2002, 84) und hat den ersten Höhepunkt ihres Vorkommens in der Eisenzeit – insbesondere in der Latènezeit. Um die Zeitenwende verliert sich ihre Spur. Im 8. Jh. erscheint sie im niederösterreichischen Donauraum erneut und wird im Verlauf des 9./10. Jh. dort und in den angrenzenden Gebieten, v.a. Mähren und Schlesien, bis ins 13. Jh. zeitweise zur bestimmenden Warenart (Mittelstraß 2007, 244; Felgenhauer-Schmiedt 1998, 201).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachweisbar ist mittelalterliche Graphitkeramik heute in Österreich, Polen, Tschechien, Slowenien, Ungarn und Deutschland (Scharrer-Liška 2003, 46). Der Forschungsstand in diesen Regionen ist sehr unterschiedlich. Während in Österreich und Tschechien bereits einiges an Forschungsarbeit geleistet wurde, hat die Graphitkeramik in den übrigen Regionen aus unterschiedlichen Gründen noch wenig Interesse erfahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Krenz Abb. 1 Graphit.jpg|400px|thumb|right|Abb. 1: Graphit (Lehrberger u.a. 2011, 325).]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Krenz Abb. 2 Graphitlagerstätten.jpg |400px|thumb|right|Abb. 2: Graphitlagerstätten Mitteleuropa (Scharrer-Liška 2017, 17).]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im deutschen Raum ist dies v.a. auf den Umstand zurückzuführen, dass mittelalterliche Graphitkeramik nach jetzigem Forschungsstand (fast) im gesamten Gebiet als reine Importkeramik bewertet werden muss, nur an wenigen Fundplätzen greifbar wird, dort meist nur in geringer Menge vorhanden ist und somit für die Auswertung des Keramikspektrums der jeweiligen Referenzkomplexe nur eine begrenzte Aussagekraft besitzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit vorliegender Arbeit wird ein erster Schritt unternommen, einerseits einen zusammenfassenden Forschungsstand darzustellen und andererseits über eine Kartierung der recherchierten süddeutschen Fundplätze eine Verbreitung dieser Keramikvariante in diesem Gebiet zu erfassen. Dies kann als Grundlage für die zukünftige Beantwortung der aufzuwerfenden Forschungsfragen dienen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gründe für die Verwendung des Minerals [[Graphit]] bei der Herstellung von Tongefäßen werden v.a. in den besonderen physikalisch-chemischen Eigenschaften gesucht, die der Graphitkeramik – speziell der Graphittonkeramik (d.h. mit Graphit gemagerter Keramik) – nach heutigem Wissensstand nachgewiesen werden können. Dazu zählen Hydrophobie (der ansonsten wasserdurchlässigen mittelalterlichen Irdenware), die erhöhte Wärmeleitfähigkeit, Temperaturwechselbeständigkeit sowie eine hohe Resistenz gegen Laugen und Säuren (Mittelstraß 2007, 236, Scharrer-Liška 2007, 150). Inwieweit diese Eigenschaften im Früh- und Hochmittelalter bereits bekannt waren, kann derzeit nicht beantwortet werden. Das Typenspektrum der Graphitkeramik im Hochmittelalter weist Formen auf, für die die besonderen Eigenschaften der Graphitkeramik keine Bedeutung hatten (Scharrer-Liška 2007, 150). Hier müssen Gründe wie Tradition und Gewohnheit, Stil, Nachahmung metallischer Gefäße und Prestige genauso in die Interpretation mit einbezogen werden wie mögliche brenntechnische Gründe (Scharrer-Liška 2007, 151). Erst ab dem Spätmittelalter nimmt das Formenspektrum dieser speziellen Keramik wieder ab und beschränkt sich auf Formen wie Kochgeschirr, Vorratsgefäße und Schmelztiegel. Spätestens ab diesem Zeitpunkt kann davon ausgegangen werden, dass die besonderen Eigenschaften der Graphitkeramik bekannt waren (Scharrer-Liška 2007, 150). Mit der im ausgehenden Spätmittelalter / der beginnenden Neuzeit aufkommenden Eisentonkeramik, einer speziellen Variante dieser Keramikart, setzt sich die Entwicklung der Graphitkeramik bis in die Neuzeit fort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Graphit ist ein metallisch glänzender Rohstoff, der auf natürliche Weise aus Faulschlamm unter der Einwirkung von hohem Druck und Temperatur entstand (Scharrer-Liška 2007, 14) (Abb. 1).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Lagerstätten von Graphit in Mitteleuropa sind stark begrenzt und beschränken sich v.a. auf die Böhmische Masse, einem geologisch alten Rumpfgebirge. Bekannte Fundstätten liegen im Bayerischen Wald und ziehen über Böhmen, den mährisch-schlesischen Raum, das Mühl- und Waldviertel, den Dunkelsteiner Wald bis in die Grauwackerzone der Steiermark und Kärntens in Österreich (Abb. 2). Unbedeutendere Lagerstätten befinden sich in Tirol (Scharrer-Liška 2007, 15; 2003, 45). Im deutschen Grenzgebiet ist der Passauer Raum, speziell die Region um das heutige Kropfmühl, für Graphitvorkommen bekannt. Bei der archäologischen Lagerstättenkartierung muss allerdings der Umstand beachtet werden, dass i.d.R. nur heutige abbauwürdige Vorkommen kartiert werden, kleinräumigere Vorkommen dagegen nicht bekannt sind oder in der Vergangenheit bereits ausgebeutet wurden und aus diesen Gründen nicht erfasst werden (Mittelstraß 2007, 244).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Forschungsgeschichte==&lt;br /&gt;
Außer in einem kurzen Zeitraum während des frühen 13. Jh., als nach Vermutung von T. Mittelstraß im Hinterland von Passau ein Produktionsstandort existiert haben könnte (Mittelstraß 2007, 251), muss nach jetzigem Forschungsstand mittelalterliche Graphitkeramik in Süddeutschland vom Früh- bis zum Ende des Spätmittelalters als reine Importkeramik, v.a. aus österreichischen und böhmisch-mährischen Gebieten, angesehen werden. Durch diesen Umstand bedingt, sind derartige Scherben in den meisten Fundkomplexen nur in sehr geringer Anzahl vorhanden und für die Auswertung der Keramikkomplexe oft zu unbedeutend in ihrer Aussagekraft. Entsprechend schmal ist die Publikationslage.&lt;br /&gt;
Grundlegend ist daher ein Artikel von T. Mittelstraß aus dem Jahr 2007 „Graphitkeramik des Mittelalters und der frühen Neuzeit in Altbayern. Ein Beitrag zum Beginn und zur Frühzeit der Obernzeller Produktion“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besser ist hier der Forschungsstand in Österreich, wo Graphitkeramik vom 8.–13. Jh. in viel stärkerem Ausmaß vorkommt und in bestimmten Gebieten in diesem Zeitraum zur vorherrschenden Keramikart wird. Hier sind v.a. die Arbeiten von S. Felgenhauer-Schmiedt, G. Scharrer-Liška und K. Kühtreiber zu nennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiteres wichtiges Herstellungs- und Verbreitungsgebiet der mittelalterlichen Graphitkeramik war die Region Mähren, die von B. Dostál und Č. Staňa bearbeitet wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Aussagekraft dieser Publikationen ist für die Region Süddeutschland hinsichtlich Verbreitung und Fundaufkommen allerdings begrenzt und besitzt in erster Linie für wirtschaftsgeschichtlich-archäologische Fragestellungen Relevanz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verbreitung==&lt;br /&gt;
[[Datei:Krenz Abb. 3 GK Rauer Kulm.jpg|400px|thumb|right|Abb. 3: Graphittonware Rauher Kulm (Zeichnung und Bearbeitung: H. Losert, unpubliziert).]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Krenz Abb. 4 Verteilung a reduziert3.jpg|400px|thumb|right|Abb. 4: Verbreitungskarte Graphitkeramik (ohne Grauschwarz hartgebrannte Drehscheibenware). Die Nummern entsprechen den Nummern der Referenzkomplextabelle. Kartierung: J. Krenz. Graphische Umsetzung: F. Griessel.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Krenz Abb. 5 Eisentonkeramik Schustergasse.jpg|200px|thumb|right|Abb. 5: Eisentonkeramik Passau Schustergasse (Böhmer 2015, 81).]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das erneute Aufkommen der Graphitkeramik im Mittelalter nahm nach bisherigem Forschungsstand seinen Anfang in Österreich. Dort ist sie in wiederbesiedelten antiken Orten in den entsprechenden nachrömischen Schichten archäologisch im ausgehenden 8. Jh. nachweisbar, so in Tulln, Mautern und Wien. Sicher zu belegen ist die weitere Verbreitung im 9. Jh. im niederösterreichischen Donauraum. Von dort greift die Graphitkeramik im späten 9. und beginnenden 10. Jh. nach Mähren und die Gebiete nördlich, östlich und westlich davon aus (Felgenhauer-Schmiedt 1998, 200).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Mähren ist Graphitkeramik v.a. auf slawischen Burgen dokumentiert. Beispiele hierfür bilden der Burgwall Staře Zámsky bei Brno-Lišeň (ab frühem 10. Jh.), Zelená Hora (Anfänge im 10. Jh., stark vertreten im 11.–13. Jh.) und die Burg Přerov (ab 10. Jh.) (Staňa 1998, 88–114).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im heutigen Polen erreichte die Graphitkeramik ihre stärkste Verbreitung im 12./13. Jh., älteste Gefäße können aber bereits in Opole im 9./10. Jh. nachgewiesen werden (Zamelska 1998, 33). In schlesischen Gebieten finden sich Graphitgefäße z.B. in Chotěbuz-Podobora, Hradec nad Moravici und Stavenice ebenfalls ab der Mitte des 10. Jh. Im 11./12. Jh. steigt hier die Beliebtheit von Graphitkeramik in solchem Maße, dass alle Formen der Keramik mit Graphitmagerung hergestellt wurden und sie auf fast allen Fundstellenarten, auf befestigten Plätzen, in dörflichen Ortschaften, in Gräbern und Städten auftritt (Kouřil 1998, 39 ff.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In böhmischen Fundkomplexen wird Graphitkeramik eher selten geborgen. Dort nahm sie sowohl im Früh- als auch im Hochmittelalter nirgends eine dominierende Stellung ein. Erst ab dem 13. Jh. ist sie im Siedlungsmaterial in nennenswertem Umfang nachweisbar, scheint allerdings bereits im 14. Jh. keine Rolle mehr zu spielen (Mittelstraß 2007, 249).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im heutigen Deutschland ist mittelalterliche Graphitkeramik nach neuestem Forschungsstand sehr früh belegt. Mit dem Kastell Boiotro in [[Passau]] (Altjohann 2012, 92) und dem Rauhen Kulm (Freundlicher Hinweis PD. Dr. H. Losert, unpubliziert) bei Neustadt am Kulm sind Fundplätze verbürgt, deren Material bereits ins 8./9. Jh. datiert (Abb. 3). Falls es sich um Import handelt, kann als Herstellungsgebiet allein der niederösterreichische Raum in Frage kommen. Dies setzt einen intensiven Handelsaustausch mit dieser Region zu einem sehr frühen Zeitpunkt voraus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Graphitkeramik der Abtei [[Frauenwörth]] (Chiemsee) (Mittelstraß 2007, 257) und aus der Grabung am Donaumarkt in [[Regensburg]] (Freundlicher Hinweis I. Nießen) liegt Fundmaterial aus dem 9./10.–12. Jh. vor. Der Großteil der weiteren Fundplätze in Süddeutschland zeigt Material mit Datierungen zwischen dem 10.–13. Jh. Als westlichster Punkt von Graphitkeramik muss derzeit ein Fund von zwei Graphittonscherben vom nordwestlichen burgnahen Hangbereich des Schlosses Pappenheim im Lkr. Weißenburg-Gunzenhausen gewertet werden (Freundlicher Hinweis PD Dr. phil. habil. Schußmann: Scherbe Nr. 1 wurde zunächst als latènezeitlich publiziert – Schußmann 1997, 108, mit dem Fund einer – später gefundenen – passenden Randscherbe als mittelalterliches Fundgut des 11./12. Jh. n. Chr. identifiziert).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Betrachtung der Verbreitungskarte (die allerdings einen temporären Forschungsstand darstellt) zeigt eine Abnahme der Funddichte Richtung Westen in Relation zu den Graphitlagerstätten (Abb. 4).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die spätmittelalterliche/frühneuzeitliche [[Eisentonkeramik]] (Abb. 5) gelangte bedeutend weiter westlich und wartet mit Fundstätten in [[Ulm]] und Geislingen auf (Schreg, Blog Archaeologik 05.01.2015). Nachweisbar ist sie auch im Gebiet um Passau (Endres 1998, Mittelstraß 2007, Böhmer 2015), in Bad Aibling (Mittelstraß 2007), Regensburg (Wintergerst 1999), Murnau (Mittelstraß 1994) und auf der Saldenburg (Endres 1994). Irritierend ist hier allerdings die Fundarmut dieses Materials zwischen dem östlichsten und westlichsten bekannten Verbreitungspunkt in Deutschland. (Als weiterer Fundplatz kann lt. Zeichnungen und Beschreibungen die Abtei Frauenwörth in Chiemsee angenommen werden [Hänsel 1966, Tafeln 4.10 und 5.18].)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das massenhafte Auftreten &amp;quot;graphitengobierter&amp;quot; Scherben als Oberflächenfunde auf den Burgen des 12./13.–15. Jh. der Schwäbischen Alb, wo diese Ware unter der Bezeichnung „grauschwarz hart gebrannte Drehscheibenware“ firmiert (Bizer 2006), will sich nicht so recht in das bisher bestehende Muster einpassen lassen. Mit Masse dürfte es sich hier um fein polierte Keramik handeln, die an die [[Polierte jüngere graue Drehscheibenware (Ulmer Raum, SMa)|polierte jüngere graue Drehscheibenware]] des benachbarten Ulmer Raums erinnert und wohl dort anzugliedenr ist, aber keinen Graphit enthält.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In welcher Form Graphitton verhandelt wurde, ist nicht gesichert. Denkbare Alternativen wären der Handel mit fertigen Gefäßen, mit Graphitton als Rohmaterial oder mit Rohgraphit (Scharrer-Liška 2003, 46). An Fundplätzen, an denen nur vereinzelte Scherben in einem ansonsten andersgearteten Keramikspektrum auftreten, ist zudem die Möglichkeit zu bedenken, dass Graphitgefäße als reine Transportgefäße für Waren, bei denen die hydrophobe Eigenschaft des Transportgefäßes eine wichtige Rolle spielte (z.B. Salz), zufällig vor Ort gelangten. Dies könnte auf den Burgstall Warberg bei Neunburg vorm Wald, den Burgberg in Meißen oder die [[Oberwittelsbach, Burg Wittelsbach|Burg Wittelsbach]] zutreffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warenart(en)==&lt;br /&gt;
Der Umgang mit dem Begriff der „[[Warenart]](en)“ ist in der Keramikforschung insofern problematisch, als dass er im deutschsprachigen Raum mit verschiedenen Inhalten belegt wird. U. Gross steht stellvertretend für eine Forschungsrichtung, die unter „Warenart“ Keramikgruppen fasst, die formale und technische Merkmale in sich vereinen. G. Scharrer-Liška als wichtige Vertreterin der hier behandelten Keramik versteht unter „Warenart“ Keramikgruppen gleichen Materials und Herstellungstechnik ([[Materialgruppe]]n), die formale Kriterien vorerst als irrelevant definiert, da die meisten Formen – je nach Zeitstellung – in sehr unterschiedlichen Warengruppen auftreten können (Scharrer-Liška 2007, 76).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für den süddeutschen Raum wurden bislang nur wenige Versuche unternommen, die mittelalterliche Graphitkeramik zu untergliedern. Als frühestes Beispiel kann B. Hänsel angeführt werden, der bei der Bearbeitung des Fundplatzes Abtei [[Frauenwörth]] (Chiemsee) die Graphitkeramik in drei Unterklassen (D 1–3) unterteilt (Abb. 6) (Hänsel 1966, 177). Da bei seiner Unterteilung auch latènezeitliches Material Eingang findet, des Weiteren die Datierung durch den frühen Zeitpunkt der Bearbeitung des Fundkomplexes (1966) ungewiss erscheint, eignet sich diese Warenartuntergliederung nur bedingt. Ein weiteres Modell der Untergliederung liefern B. Engelhardt und R. Pleyer bei ihrer Bearbeitung des Burgstalls Saunstein (Engelhardt/Pleyer 1986, 71). Sie unterscheiden die drei „Macharten“ A – C. Dabei ist allerdings nur Machart B sicher als Graphitkeramik zu identifizieren, Machart A und C beinhalten sowohl Graphitkeramik als auch Keramik mit Glimmer- und [[Goldglimmer]]magerung. Auch dieses Modell greift in seiner Einteilung zu kurz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Abb. 6: Warenarten nach Hänsel 1966, 177 ff.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Warenart/Eigenschaften&lt;br /&gt;
! D1&lt;br /&gt;
! D2&lt;br /&gt;
! D3&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Graphitanteil&lt;br /&gt;
| sehr hoch&lt;br /&gt;
| weniger Graphit als D1&lt;br /&gt;
| ziemlich hoch&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Magerung&lt;br /&gt;
| fein, bisweilen gröber&lt;br /&gt;
| fein, wenig körnige Magerungszusätze&lt;br /&gt;
| fein&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Brand&lt;br /&gt;
| nicht besonders hart&lt;br /&gt;
| mittelhart&lt;br /&gt;
| hart&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Bruch&lt;br /&gt;
| schwärzlich-silbern&lt;br /&gt;
| -----&lt;br /&gt;
| -----&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Oberfläche&lt;br /&gt;
| schwärzlich-silbern, manchmal rötlichbraun&lt;br /&gt;
| silbrig-schwarz&lt;br /&gt;
| porös, silbrig bis grau&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Zeitstellung&lt;br /&gt;
| wahrscheinlich – wenigstens teilweise Latènezeit&lt;br /&gt;
| Mittelalter?&lt;br /&gt;
| Mittelalter?&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Gefäßform&lt;br /&gt;
| weitmundige Töpfe mit kurz einschwingender Halszone und hoher Randlippe; bauchige Töpfe mit Trichterhals; große, flache Schalen mit sehr breitem Rand&lt;br /&gt;
| bauchiges Gefäß mit abgesetzter, steiler Schulterzone und abgewinkeltem, flachen Trichterhals; Bodenstücke eines Gefäßes mit flach ansteigender Wandung; Gussform für Perlen&lt;br /&gt;
| hohe Gefäße mit verdicktem und nach unten gebogenem Rand; Bodenscherben von steilen Gefäßen; Bodenscherben von bauchigen Gefäßen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Verzierung&lt;br /&gt;
| eng gestellte und tief eingeschnittene senkrechte Rillen auf Gefäßkörper; Rillen in Furchentechnik auf dem Hals der Schale&lt;br /&gt;
| häufig flache Wellenlinienmuster mit breiter Ritztechnik; breite waagerechte Rillen&lt;br /&gt;
| keine bekannt; 1 Abdruck eines Kreuzes als Töpfermarke&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
G. Scharrer-Liška bietet ein Modell der Warenarten ihres Bearbeitungsgebietes (Niederösterreich) an, in welchem sie sieben Warengruppen definiert, von denen Warenarten 1–3 verschiedene Formen der Graphitkeramik aufnehmen (Scharrer-Liška 2007, 76).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Abb. 7: Warenarten nach Huber u.a. 2003, 46.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;width:10em;&amp;quot; | Waren-/Keramikart 1&lt;br /&gt;
| Graphitkeramik (reduzierend gebrannt, sehr  hoher Graphitanteil)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Waren-/Keramikart 2&lt;br /&gt;
| „Ummäntelte“ Graphitkeramik (keine tatsächliche Ummäntelung mit Tonschlicker, wie in älterer Literatur oft angegeben, sondern Wechselbrand, bei dem sekundär unter oxidierender Atmosphäre der Graphit verbrannt wurde und dadurch die Oberfläche, im Gegensatz zum grauen Kern, braune bis rötlich-orange Farbe erhielt)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Waren-/Keramikart 3&lt;br /&gt;
| Stark glimmerhaltige Graphitkeramik (reduzierend gebrannt)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Waren-/Keramikart 4&lt;br /&gt;
| „Eisentonware“ (spätmittelalterliche, reduzierend gebrannte, gering bis mittelstark graphitgemagerte Keramik)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Waren-/Keramikart 5&lt;br /&gt;
| „Grautonware“ (reduzierend gebrannte Irdenware, vor allem steinchengemagert)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Waren-/Keramikart 6&lt;br /&gt;
| Wechselhaft gebrannte Irdenware&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Waren-/Keramikart 7&lt;br /&gt;
| Oxidierend gebrannte Irdenware&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Waren-/Keramikart 8&lt;br /&gt;
| Bleiglasierte Irdenware&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer Publikation von E. H. Huber/K. Kühtreiber/G. Scharrer aus dem Jahr 2003 tritt als Warenart 4 noch die Eisentonkeramik hinzu (Abb. 7) (Huber/Kühtreiber/Scharrer, 2003, 46).&lt;br /&gt;
Ein weiteres System wurde von K. Kühtreiber 2006 publiziert, in welchem sie Graphitkeramik wiederum als EINE Warenart definiert, als primäres Unterscheidungskriterium die Stärke der Magerung wählt und dieser den Brand als Differenzierungsmerkmal unterordnet (Kühtreiber 2006, 96).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den benannten Beispielen wird ein grundsätzliches Problem bei der Erfassung der Graphitkeramik deutlich. Während in Deutschland Graphitkeramik als EINE Warenart definiert wird, die über formale Kriterien weiter untergliedert wird, versteht man im österreichischen Raum Graphitkeramik als Oberbegriff, die existierenden Varianten nach der Definition von G. Scharrer-Liška als eigene Warenarten (außer im System von K. Kühtreiber). Diese kommunikative Unschärfe erschwert die Parallelisierung von Systematisierungssystemen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allen diesen Modellen ist gemeinsam, dass sie sich auf einen konkreten Fundplatz oder ein territorial begrenztes Gebiet beziehen und somit den Rahmen für die Untergliederung sehr eng abstecken. Eine eigene, unabhängige Untergliederung für das süddeutsche Fundgut als fast ausschließlichen Import ignoriert die Herkunft und die damit verbundenen Interpretationsmöglichkeiten. Um die mit der Graphitkeramik in Zusammenhang stehenden Fragestellungen beantworten zu können, erscheint ein Denken in größeren Zusammenhängen sinnvoll. Nötig wäre hier eine – nur der Graphitkeramik in allen ihren Ausprägungen vorbehaltene – Warenartgliederung, die sowohl archäometrische als auch formale Kriterien beinhaltet, sich länderübergreifend auf die Herstellungsregionen stützt und so die Chance bietet, das in den Importregionen zu Tage getretene Fundgut zeitlich und räumlich einzuhängen. Damit wären die Voraussetzungen zur Beantwortung vieler archäologischer Fragen rund um diese Form der Keramik geschaffen. Da diese überregionalen Gliederungen für die Herstellungsgebiete noch fehlen, muss dies zukünftigen Generationen überlassen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Varianten==&lt;br /&gt;
Graphit wurde in unterschiedlicher Weise eingesetzt, um dem Ton von Gefäßen eine höhere Funktionalität, den Gefäßen selbst ein höheres Prestige oder einen gesteigerten Marktwert zu verleihen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Übereinstimmung mit T. Mittelstraß (Mittelstraß 2007, 235 mit Anm. 1) und G. Scharrer-Liška (Scharrer-Liška 2003, mit Anm. 1) wird hier der Begriff „Graphitkeramik“ verwendet und darunter jede Form von mit Graphit behandeltem Ton verstanden. Der in der Literatur oft synonym verwendete Begriff Graphittonkeramik bleibt ausschließlich der mit Graphit gemagerten Keramik vorbehalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Graphittonkeramik]]&lt;br /&gt;
*[[Graphitengobierte Keramik]]&lt;br /&gt;
*[[Graphitierte Keramik]]&lt;br /&gt;
*[[Ummäntelte Graphittonkeramik]]&lt;br /&gt;
*[[Keramik mit Graphitbemalung]]&lt;br /&gt;
*[[Eisentonkeramik]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Formen==&lt;br /&gt;
[[Datei:Krenz Abb. 14 Entwicklung Topfformen.png|250px|thumb|left|Abb. 8: Entwicklung graphithaltiger Topfformen in Österreich (Scharrer-Liška 2007, 37).]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Krenz Abb. 15 Bügelkannen.jpg|300px|thumb|right|Abb. 9: Henkel von Bügelkannen, Graphitkeramik (Foto: J. Krenz, Lesefund Hr. Hartl, Freyung, AO: BLfD Regensburg).]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die keramischen Formen der Graphitkeramik entwickeln sich im Früh- und Hochmittelalter zunächst analog der Formen der graphitfreien Keramik. Das keramische Spektrum ist in dieser Periode sehr eingeschränkt und erstreckt sich fast ausschließlich auf Töpfe, vereinzelt auch Backteller (Abb. 8).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Sonderformen von Töpfen können in Österreich ab dem 11. Jh. speziell gestaltete Vorratsgefäße identifiziert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Beginn des Hochmittelalters erweitert sich das Formenspektrum auf Deckel, Pfannen und Schüsseln, ab dem 12. Jh. kommen Bügelkannen und ab dem 13. Jh. Krüge und Aquamanile hinzu (Scharrer-Liška 2003, 8) (Abb. 9). Dies lässt sich mit der Differenzierung der sozialen Gepflogenheiten, d.h. von Haushalts- und Tischsittengestaltung parallelisieren, die vom südwestlichen und südlichen Deutschland (vermutlich durch den von hier ausgehenden Landesausbau) in den österreichischen Donauraum wirkt (Scharrer-Liška 2007, 34). Erst im ausgehenden Spätmittelalter und v.a. mit dem Aufkommen der Eisentonkeramik minimiert sich das Formenspektrum der Graphitkeramik und beschränkt sich auf Töpfe, Vorratsgefäße, Schmelztiegel, technische Keramik und Kacheln, für die die besonderen Eigenschaften der Graphitkeramik von bedeutendem Vorteil waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine gegenläufige Entwicklung nimmt die graphitengobierte grauschwarz hartgebrannte Drehscheibenware. Ihr Typenspektrum erweitert sich im Spätmittelalter enorm und weist neben den weiterhin dominierenden Töpfen auch Kannen, Flaschen, Dreifußgefäße, Schüsseln, Lampenschälchen, verschiedene Deckelformen und kugelförmige Becher auf (Bizer 2006, 50 f.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verzierungen==&lt;br /&gt;
Grundsätzlich folgte auch die Verzierung der Graphitkeramik den Entwicklungen, die graphitfreie Keramik im Mittelalter nahm. Im Frühmittelalter, teilweise auch im Hochmittelalter, scheinen die Gefäße üppiger verziert als in späteren Zeiten. Als vorherrschende Verzierungen der frühen Periode können Wellenlinien, Wellenbänder, Einstichmuster und horizontal umlaufende Dekore identifiziert werden (Abb. 16). Diese werden später durch horizontal umlaufende Linien oder Linienbänder abgelöst, von Dekoren also, die durch das Aufkommen der Töpferscheibe wahrscheinlicher werden. Spätestens mit dem städtischen Handwerk, das bereits einer vorindustriellen Herstellung glich, wurden Verzierungen scheinbar nur dann angebracht, wenn es der Herstellungsprozess erlaubte (Scharrer-Liška 2007, 23).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verzierungen des Fundmaterials aus Süddeutschland zeigen eine kongruente Entwicklung. Als früheste Muster treten Wellenlinien verschiedenster Ausprägungen, z.T. zwischen umlaufenden Rillen, Schrägkerben- und Tupfenreihen, innenverzierte Ränder, Bodenmarken bzw. Töpferzeichen in Form von Kreuzen sowie im Hochmittelalter breite Gurtbänder auf Vorratsgefäßen auf. Eisentonwaren zeichnen sich regelhaft durch Stempelmarkierungen sowie Rillen/Riefen unter dem Rand aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Herstellungstechnik==&lt;br /&gt;
Die Herstellung von Graphitkeramik im Mittelalter erfolgte zunächst analog der Herstellung anderer Warenarten. Der Töpfer musste den Ton aufbereiten. Dazu wurde der Rohstoff der Witterung ausgesetzt, das sogenannte Wintern, Wettern oder Einsumpfen setzte ein. Danach erfolgte das Schlemmen des Tones, Verunreinigungen und überflüssiges Wasser wurden entfernt. Das anschließende Kneten minimierte mögliche Luftblasen und erhöhte die Bearbeitbarkeit des Tones (Felgenhauer-Schmiedt, o. J., 35). Die Magerung eines Tones mit Graphit ist mit einigen zusätzlichen Arbeitsschritten und Herausforderungen verbunden. Ein natürlicher hoher Graphitgehalt oder starker künstlicher Graphitzuschlag im Ton verringern dessen Plastizität, weshalb es schwierig ist, mit diesem Ton dünnwandig zu arbeiten. Dies wird als Grund angeführt, dass insbesondere die frühen, stark graphithaltigen Gefäße ein eher archaisches Aussehen hatten und als plumpere Varianten der graphitfreien Gefäße galten. Erst mit dem Aufkommen von Drehhilfen und Tonen, die tendenziell immer weniger Graphit enthielten, ist eine Verfeinerung des Bildes der Graphitkeramik zu beobachten (Mittelstraß 2007, 236, Scharrer-Liška 2007, 21 f.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund seiner hydrophoben Eigenschaften ist Graphit im feuchten Zustand nur schwer mit dem Ton zu vermischen. Um eine gleichmäßige Textur des Tones zu erreichen, werden zwei mögliche Varianten der Herstellung diskutiert. Eine Möglichkeit stellt die Vermischung unter starkem körperlichem Einsatz durch das Abtreten mit den Füßen dar. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, sowohl Ton als auch Graphit zunächst zu trocknen, zu zerreiben, wieder zu vermischen und mit Wasser zu versetzen (Scharrer-Liška 2007, 21). Im Frühmittelalter sprechen Dickwandigkeit der Gefäße, unregelmäßige Formgebung und senkrechte Verstreichspuren an den inneren Gefäßwänden für einen Handaufbau. Im Hochmittelalter liefert das Vorhandensein von Bodenmarken und Quellböden Hinweise auf die Verwendung von handgetriebenen Drehhilfen (Scharrer-Liška 2007, 21 ff.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor dem Brennen des Tones wurden Einstiche oder Schnitte in die dickeren Teile des Gefäßes eingebracht, um eine schnellere und gleichmäßigere Trocknung des Tones zu erreichen und das Risiko des Reißens während des Brennvorgangs zu minimieren. Graphit oxidiert bei Sauerstoffzufuhr bei 400–500°C und verbrennt bei 700–1000°C, unter reduzierenden Bedingungen setzt diese Reaktion erst bei ca. 3.500°C ein. Die Brennatmosphäre wurde entsprechend entweder reduzierend gestaltet oder die Gefäße wurden bei sehr niedrigen oxidierenden Temperaturen gebrannt (Scharrer-Liška 2007, 25). Für die unter reduzierenden Bedingungen hergestellte frühmittelalterliche Graphitware von Thunau am Kamp in Niederösterreich konnte mittels mikroskopischer Untersuchungen festgestellt werden, dass der Brenntemperaturbereich zwischen 700–900°C lag (Dell’Mour 2002, 91).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verbesserung der Brenntechnik vom Früh- zum Hochmittelalter ermöglichte in Niederösterreich dann das Aufkommen der Ummäntelten Graphittonkeramik (Scharrer-Liška 2007, 25).&lt;br /&gt;
Bei der Herstellung engobierter Graphitkeramik wurde auf ein graphitfreies, lederhartes Gefäß vor dem Brand eine Graphitengobe aufgebracht. Diese Engobe war vermutlich eine Mischung aus geschlämmtem Ton und Graphitbrei. Das Auftragen erfolgte mit einem Tuch oder Leder, Begießen oder Tauchen kamen, wie experimentalarchäologische Versuche zeigten, eher nicht in Betracht, da sich wegen der Saugfähigkeit des lederharten Materials eine zu dicke Engobeschicht bildet, die zu Blasenbildung und Abplatzungen neigt (Böhmer 2008, 146). Der Brand graphitengobierter Waren setzte ab der mittleren Brennphase einen kontrollierten Reduktionsbrand voraus. Beim Nachheizen musste der zugeführte Sauerstoff vollkommen im Feuerraum verbrennen und durfte nicht an die Ware gelangen, um den Graphit an der Oberfläche zu halten (Böhmer, 2008, 149).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Graphitierung der Keramik erfolgte erst nach dem Brand der Gefäße. Dazu wurde das Keramikobjekt mit Graphitstaub eingerieben. Eventuell erfolgte ein kurzer Stabilisierungsbrand (Mittelstraß 2007, 242).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Scherbenbeschaffenheit==&lt;br /&gt;
Die Scherbenbeschaffenheit, d.h. Merkmale wie Magerungsdichte, Magerungsgröße, Härte, Farbe, Beschaffenheit der Oberfläche, Brandatmosphäre, Wandstärke und Porosität variieren innerhalb der verschiedenen Ausprägungen der Graphitkeramik und deren zeitlichen, örtlichen und technischen Modifikationen derart stark, dass sie hier nicht zusammengefasst werden können. Erschwerend kommt hinzu, dass einheitliche Merkmale in der Literatur zu den süddeutschen Fundkomplexen nur z.T. publiziert wurden, so dass sich aufgrund des begrenzten Informationsstandes Aussagen verbieten. Generell scheint sich bei den frühen Formen aber abzuzeichnen, dass Graphitkeramik im Vergleich zur sonstigen mittelalterlichen Keramik deutlich weicher gebrannt ist. Wenn benannt, erreicht die Keramik selten mehr als den Härtegrad „2“ nach Mohs. Auch ist beim süddeutschen Fundgut meist von einer reduzierenden Brandführung auszugehen. Dies ist allerdings in den Kontext eines fehlenden Forschungsstandes zu anderen Varianten der Graphitkeramik im süddeutschen Raum zu stellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als abweichende Ausnahmeerscheinung treten wieder die Oberflächenfunde aus den Burgen der Schwäbischen Alb auf. Diese Art der engobierten Graphitkeramik ist hart bis sehr hart gebrannt, im Bruch einheitlich grau bis mittelgrau und gleichförmig dunkel bis schwarzgrau auf der Oberfläche (Bizer 2006, 50).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Sozialer Kontext==&lt;br /&gt;
Graphitkeramik tritt im gesamten Verbreitungsgebiet sowohl im dörflichen Raum als auch in aufkommenden städtischen Siedlungen und auf Burgen auf. Beim Siedlungstyp der Burgen ist – wie im österreichischen Raum – in Süddeutschland keine Einheitlichkeit zu verzeichnen. Auf manchen Burgen ist Graphitkeramik nachweisbar, an anderen Fundplätzen fehlt sie im Fundgut. G. Scharrer-Liška sieht hierin einen Hinweis auf unterschiedliche Funktionen oder Nutzungsweisen der Burgen (ländliches Gehöft oder adeliges Milieu) (Scharrer-Liška 2007, 74).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Graphitgemagerte Vorratsgefäße scheinen sich im österreichischen Verbreitungsgebiet vorwiegend im ländlich-dörflichen Bereich, aber auch in Siedlungen fassen zu lassen, die sich später zu Städten entwickelten (Scharrer-Liška 2007, 74). Für Süddeutschland sind aufgrund der geringen Funddichte keine eindeutigen Aussagen zu treffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Generell scheint es bis zum Ende des Hochmittelalters zwischen sozialen Schichten so gut wie keine Unterschiede bei der Verwendung von Graphitkeramik gegeben zu haben, zumindest sind in Gebieten mit besserem Forschungsstand durchwegs überall gleiche Formen und gleiche Wertschätzung zu verzeichnen. Erst im Spätmittelalter ist eine gewisse Differenzierung hinsichtlich Qualität und Anteile verschiedener Formen im städtischen und ländlichen Milieu greifbar (Scharrer-Liška 2007, 74).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wertschätzung, die Graphitkeramik erhalten hat, ist sicherlich an den Reparaturspuren ablesbar. Trotz des geringen Fundaufkommens sind für Süddeutschland diese Flickungen für mindestens drei Fundkomplexe sicher belegt, den Rauhen Kulm und die Burgen Wittelsbach und Sulzbach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Forschungsfragen==&lt;br /&gt;
Graphit als lagerstättenbedingt begrenzt vorkommendes Mineral in Verbindung mit Graphitkeramik als weit verhandeltem archäologischen Fundgut bietet der Forschung ein breites Feld von Fragen (Kouřil 1998, 38, Bogusław 1938, 18).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fragenkomplex zum Material&lt;br /&gt;
*Gründe für die Nutzung von Graphit als Magerungsbestandteil&lt;br /&gt;
*Bestimmung der Funktion der Gefäße&lt;br /&gt;
*Herstellungs- und Produktionstechnik der Keramik, Brennverfahren, Aussagen über technische Weiterentwicklungen im Töpferhandwerk&lt;br /&gt;
*Naturwissenschaftliche Untersuchungen hinsichtlich der Beziehung von Magerungsanteil des Graphits, Magerungsgröße der Graphitpartikel und den physikalischen Eigenschaften der Gefäße&lt;br /&gt;
*Einfluss von sekundären Formationsprozessen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Chronologische Fragestellungen&lt;br /&gt;
*Beginn der Graphitkeramikproduktion in den verschiedenen Regionen und ihre Fortentwicklung im Hoch- und Spätmittelalter&lt;br /&gt;
*Datierung der verschiedenen Formen und Warenuntergruppen&lt;br /&gt;
*Import- und/oder Kreuzdatierung für Fundplätze in Importregionen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Typologische und morphologische Fragestellungen (Kouřil 1998, 38)&lt;br /&gt;
*Randformen, Gefäßformen, typologische Reihen&lt;br /&gt;
*Tektonik der Gefäße&lt;br /&gt;
*Bearbeitung der Oberfläche, Verzierungen, Dekor, Markenzeichen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wirtschaftsgeschichtliche Fragestellungen&lt;br /&gt;
*Provenienz der Tone und des Graphits&lt;br /&gt;
*Transportwege, Handelsrouten, Richtungen und Weisen des Vertriebs (Gefäße, Ton, Graphit als Rohstoff?)&lt;br /&gt;
*Organisation des Töpferhandwerks (grundherrschaftlich, regional)&lt;br /&gt;
*Identifikation von Töpfermanufakturen und Absatzmärkten&lt;br /&gt;
*Beobachtungen von Veränderungen und Rückschlüsse auf gesellschaftliche Umbrüche&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Soziale Fragestellungen&lt;br /&gt;
*Sozialer Kontext, Informationen zum Arbeits- und Alltagsleben der Nutzer und Hersteller&lt;br /&gt;
*Definition von sozialen Kontakträumen&lt;br /&gt;
*Aussagen hinsichtlich gesellschaftlicher Stellung von Bevölkerungsschichten sowie entsprechender sozialer Strukturveränderungen&lt;br /&gt;
*Aussagen zur „Wertigkeit“ bestimmter Merkmale der Keramik und Rückschlüsse auf dahinterstehende soziale, psychologische und identitätsstiftende Wahrnehmungs-, Denkmuster und Bedeutungsebenen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Naturwissenschaftliche Analysen==&lt;br /&gt;
Bisher wurden erst wenige wissenschaftliche Analysen an Graphitkeramik durchgeführt, die sich auf die Warenart als Solche beziehen. Als umfassendste kann die Untersuchung von G. Duma und C. Ravasz „Graphithaltige Gefäße aus Österreichs Mittelalter“ (1976) benannt werden, in der verschiedene Aspekte im Zusammenhang mit dieser Keramikart untersucht wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein wesentliches Element bei der wissenschaftlichen Erforschung der Graphitkeramik ist die Bestimmung ihrer physikalischen und chemischen Eigenschaften, d.h. die Untersuchung der Rolle des intentionell in den Ton beigegebenen Graphits bzw. der bewussten Nutzung von Graphiterde – einem natürlichen Verwitterungsprodukt in Regionen des Vorkommens von Graphit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Testserie bei Duma/Ravasz (Duma/Ravasz 1976, 234 ff.) wurden vier Graphittonproben auf der Basis gleichartigen Tons mit jeweils 5%, 10%, 20% und 40% feingekörntem Naturgraphit gemagert (bei 84% Kohlenstoffgehalt des Graphits ergab dies Proben mit 4,2%, 8,4%, 16,8% und 33,6% Kohlenstoff) und bei 900°C reduzierend gebrannt. Für einen 15 mm dicken Scherben wurden folgende Ergebnisse erzielt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hydrophobie: Bei den Testserien wurde festgestellt, dass die Probe mit 16,8% reiner Graphitmagerung kein Wasser mehr aufnahm, sowohl die Oberfläche als auch die Gesamtmenge des Scherbens als hydrophob gelten konnte. Diese Eigenschaft nahm kontinuierlich mit abnehmenden Graphitgehalt ab. In der Konsequenz bedeutet dies, dass zwischen einer Graphitmagerung von 8,4% und 16,8% die Irdenware eine Wasserundurchlässigkeit erreicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wärmeleitfähigkeit: Hierfür wurde die Probe mit 16,8% Graphitmagerung sowie ein gleichwertiger 15 mm dicker graphitfreier Scherben hinsichtlich der Frage untersucht, welcher Zeitraum nötig ist, sowohl Innen- als auch Außenseite eines Gefäßes auf eine Temperatur von 105°C zu erhitzen. Während für das graphitfreie Gefäß hierfür 17 min nötig waren, erreichte das mit 16,8% graphitgemagerte Gefäß diese Temperatur nach 9,5 min.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Temperaturwechselbeständigkeit: Die Wärmeausdehnung des Scherbens (Dilatation) nimmt infolge des Graphitgehaltes ab, bereits beträchtlich bei einer Magerung mit 16,8% Graphit, wodurch das Gefäß eine deutlich höhere Widerstandsfähigkeit gegen Temperaturschwankungen entwickelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Gefäße mit einer Graphitengobierung eines ansonsten graphitfreien Tones die Eigenschaften von graphithaltigen Tongefäßen nicht aufweisen können (Duma/Ravasz 1976, 236).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Untersuchung von G. Duma/R. Ravasz wurden weitere Ergebnisse formuliert, die eine breitere Diskussionsbasis für offene Forschungsfragen hinsichtlich der süddeutschen Graphitkeramik schaffen:&lt;br /&gt;
*Eine naturwissenschaftliche Untersuchung von vier österreichischen und drei ungarischen Proben, die aufgrund ihrer äußeren Merkmale als „identische Wiener Gefäße“ archäologisch angesprochen wurden, ergab keine Herkunft aus den gleichen Gebieten. Die archäologische Bestimmung der drei ungarischen Proben konnte mit Recht angezweifelt werden (Duma/Ravasz 1976, 228). Graphitkeramik aus Süddeutschland wird fast ausschließlich als Importware definiert. Aufgrund der Tonbeschaffenheit und formaler Kriterien der Scherben werden Bezüge zu möglichen Herstellungszentren und daraus resultierend Thesen zu Handelbeziehungen, sozialen Kontakträumen und grundherrschaftlicher Durchdringung formuliert. Das Ergebnis der Untersuchung zeigt die Notwendigkeit für ein Bewusstsein über derartige Fehlerquellen.&lt;br /&gt;
*Anders als in der Literatur geäußert, verlieren regelmäßig erhitzte Gefäße einen Teil ihres Kohlenstoffs auch während des Gebrauchs. Bei jedem nicht reduzierendem Brand, dem Graphitkeramik ausgesetzt wird (also auch bei Überhitzung am Kochfeuer), oxidieren Graphitanteile zu Kohlenstoffdioxid und entweichen als Gas (Endres 182, 52; ebenso: Duma/Ravasz 1976, 234). Graphithaltige Tongefäße können demnach nicht nur aufgrund ihres Kohlenstoffgehaltes in Gruppen systematisiert werden. Dies ist im Hinblick auf die Definition von Warenuntergruppen anhand des Graphitgehalts von nicht unbeträchtlichem Belang.&lt;br /&gt;
*Graphithaltige Tongefäße können im Boden eingebettet den korrosiven Wirkungen der Bodenumgebung dauerhaft widerstehen. Es konnten keine auf Rehydratationsprozesse hindeutende Charakterzüge festgestellt werden (Duma/Ravasz 1976, 234).&lt;br /&gt;
Dass Graphitkeramik durch sekundäre Formationsprozesse dennoch Veränderungen durchläuft, zeigen zwei anpassende Scherben von Eisentonkeramik aus einer Notgrabung in [[Ulm, Weinhof|Ulm (Weinhof 23)]], von denen eine noch einen deutlichen Graphitanteil aufweist, die andere aber nicht (Schreg Blog Archaeologik (05.01.2015)).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere wissenschaftliche Untersuchungen stellen über die Analyse der mineralogisch-petrographischen Bestandteile der Graphittone die archäologische Fragestellung nach der Herkunft des Graphits und des Rohtones sowie damit in Zusammenhang stehende Thesen zu wirtschaftsgeschichtlichen Fragestellungen in den Vordergrund.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu nennen sind hier die Publikationen von R. W. Dell’Mour „Mikroskopische Untersuchungen an frühmittelalterlicher Keramik von Thunau am Kamp, NÖ Lokalware – Importe – Rohstoffherkunft“ (2002), J. Dvorská/L. Poláček/G. Schneider „Chemische Analyse der Keramik von Mikulčice“ (1998) und M. Gregerová/R. Procházka „Erste Ergebnisse naturwissenschaftlicher Untersuchungen an Graphittonkeramik aus Brno (Brünn)“ (1998). Für Süddeutschland besitzen diese Untersuchungen aufgrund ihrer Regionalität nur wenig Aussagekraft, können aber als Vorbild für ähnliche Untersuchungen dienen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Fazit==&lt;br /&gt;
Für die Archäologie bietet die Erforschung der Graphitkeramik aus verschiedenen Gründen erhebliche Möglichkeiten zum Erkenntnisgewinn. Diese reichen von typologischen und morphologischen Fragestellungen, der Herstellungs- und Produktionstechnik der Keramik über die Bestimmung der Funktion der Gefäße bis zu Aussagen zum Alltags-, Arbeitsleben und dem sozialen Kontext der Nutzer und Hersteller. Zusätzlich können naturwissenschaftliche und chronologische Thesen sowie wirtschaftsgeschichtliche Fragestellungen hinsichtlich Handelsrouten, Richtungen und Weisen des Vertriebs und die grundherrschaftliche oder regionale Organisation des Töpferhandwerks aufgeworfen werden. Gleichzeitig stellt mittelalterliche Graphitkeramik die Archäologie aber auch vor enorme Herausforderungen. So ist bis heute eine Unterscheidung vor- und frühgeschichtlicher zu mittelalterlicher Graphitkeramik ausschließlich über die Bestimmung von Rand- und Gefäßformen möglich. Dies stellt eine nicht unerhebliche Fehlerquelle für die Interpretation dar, die wegen des in Süddeutschland nur begrenzt vorhandenen Fundmaterials eine beachtliche Relevanz besitzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kerngebiet der Herstellung der Graphitkeramik ist nach heutigem Forschungsstand im österreichischen Donauraum und in Mähren zu lokalisieren. Die umliegenden Regionen Böhmen, Schlesien und Bayern können in erster Linie als Importregionen interpretiert werden. Eine Beantwortung der genannten Fragestellungen ist demnach nur durch internationale Zusammenarbeit über die heutigen politischen Grenzen hinweg möglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die wissenschaftliche Bearbeitung dieser Keramikvariante setzt aufgrund der Besonderheiten des Material Graphit eine enge Zusammenarbeit mit den Naturwissenschaften und der experimentellen Archäologie voraus. Sie wird damit zum Gegenstand sowohl internationaler wie interdisziplinärer Projekte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Referenzkomplexe Graphitkeramik==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Referenzkomplexe Graphitkeramik (ohne Grauschwarz hartgebrannte Drehscheibenware)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
!&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;width:11em;&amp;quot;| Fundort&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;width:8em;&amp;quot;| Warenart&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;width:7em;&amp;quot;| Koordinaten&lt;br /&gt;
! Fundart&lt;br /&gt;
! Feldkampagnen (FK) &amp;lt;br /&amp;gt; Literatur (L)&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;width:14em;&amp;quot;| Datierung&lt;br /&gt;
! Beschreibung &amp;lt;br /&amp;gt; Formen (F), Verzierung (V), Scherbenbeschaffenheit (SB)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 1&lt;br /&gt;
| Kastell Boiotro, &amp;lt;br /&amp;gt; Passau&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 34′ 11,2″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 27′ 44,5″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 387 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| FK: 1974–1978 Rainer Christlein, BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; L: M. Altjohann 2012&lt;br /&gt;
| 8./9.–12. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Töpfe, Schalen, Schüsseln, Flachdeckel, Spinnwirtel, Ausgusstüllen &amp;lt;br /&amp;gt; V: gegenständige Wellenbandzier, Bodenmarken &amp;lt;br /&amp;gt; SB: dunkel- bis braungrau, seifig, schimmert metallisch, hoher Graphitanteil in der Magerung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 2&lt;br /&gt;
| Rauher Kulm, &amp;lt;br /&amp;gt; Bad Neustadt am Kulm&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 49° 49′ 44″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 50′ 58″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 681 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 2009 und 2014 H. Losert &amp;lt;br /&amp;gt; L: Freundlicher Hinweis PD Dr. H. Losert (unpubliziert)&lt;br /&gt;
| 8./9. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Töpfe &amp;lt;br /&amp;gt; V: Wellenlinien &amp;lt;br /&amp;gt; SB: braun, grau-schwarz, mittlerer Graphitanteil in der Magerung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 3&lt;br /&gt;
| Abtei [[Frauenwörth]], &amp;lt;br /&amp;gt; Chiemsee&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 47° 52′ 18″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 12° 25′ 30″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 515 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Kloster&lt;br /&gt;
| FK: 1961–1964 A. Stroh, BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; L: B. Hänsel 1966 &amp;lt;br /&amp;gt;    T. Mittelstraß 2007&lt;br /&gt;
| 9./10.–12.Jh.&lt;br /&gt;
| F: Töpfe, Gussformen für Perlen &amp;lt;br /&amp;gt; V: Wellenlinien, breite waagerechte Rillen, Töpfermarke &amp;lt;br /&amp;gt; SB: silbrig schwarz bis grau, feine Magerung, Graphitanteil mittel bis sehr hoch, mittelhart bis hart &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 4&lt;br /&gt;
| Pleinting&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 39′ 31″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 7′ 11″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 343 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Lesefund&lt;br /&gt;
| Lesefund &amp;lt;br /&amp;gt; L: R. Reinecke 1936&lt;br /&gt;
| Frühmittelalter&lt;br /&gt;
| Nur textliche Erwähnung: &amp;lt;br /&amp;gt; „Randscherbe eines weiten Beckens aus Graphitton“&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 5&lt;br /&gt;
| „Randesberger Hof“ in Cham&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 49° 13ʹ 32,5″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 12° 39ʹ 17,9″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 372 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| FK: 1971 &amp;lt;br /&amp;gt; L: H. Wolf 1971&lt;br /&gt;
| Frühmittelalter&lt;br /&gt;
| Textliche Erwähnung der Möglichkeit, dass eine gefundene Graphittonscherbe auch ins Frühmittelalter datieren könnte&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 6&lt;br /&gt;
| Burg Wittelsbach, &amp;lt;br /&amp;gt; Oberwittelsbach&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 28′ 7″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 10′ 34,3″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 515 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1978–1981 Dr. W. Sage/A. Dransfeld &amp;lt;br /&amp;gt; L: R. Koch 1993 &amp;lt;br /&amp;gt;    T. Mittelstraß 2007&lt;br /&gt;
| 10./11. Jh. (R. Koch) &amp;lt;br /&amp;gt; 11./12. Jh. (T. Mittelstraß)&lt;br /&gt;
| F: Topf &amp;lt;br /&amp;gt; V: Wellenlinie zwischen zwei umlaufenden Rillen &amp;lt;br /&amp;gt; SB: ohne Angabe&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 7&lt;br /&gt;
| Burgstall Warberg, &amp;lt;br /&amp;gt; Neunburg v. Wald&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 49° 22′ 54,7″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 12° 23′ 18″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 417 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1991–1997 V. Kaufmann &amp;lt;br /&amp;gt; L: V. Kaufmann 1999 &amp;lt;br /&amp;gt;    T. Mittelstraß 2007&lt;br /&gt;
| 10. Jh. (V. Kaufmann) &amp;lt;br /&amp;gt; 11. Jh. (T. Mittelstraß)&lt;br /&gt;
| F: Töpfe &amp;lt;br /&amp;gt; V: schräge Einstichreihe auf der Schulter &amp;lt;br /&amp;gt; SB: dunkelgrau bis schwarz und glänzend, glatt und speckig, Graphit abreibbar; mit Fingernagel leicht ritzbar&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 8&lt;br /&gt;
| Albrechtsburg, &amp;lt;br /&amp;gt; Meißen&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 51° 9′ 57,8″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 28′ 14,6″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 168 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Höhenburg&lt;br /&gt;
| FK: 1959–1963 P. Heerde/C. Fritzsche &amp;lt;br /&amp;gt; L: A. Schmid-Hecklau 2004&lt;br /&gt;
| 10.–12. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Topf &amp;lt;br /&amp;gt; V: Tupfenreihe auf der Schulter &amp;lt;br /&amp;gt; SB: keine Angaben &amp;lt;br /&amp;gt; Datierung ins Mittelalter fragwürdig&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 9&lt;br /&gt;
| Burg Pappenheim, &amp;lt;br /&amp;gt; Lkr. Weißenburg&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 55′ 58,1″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 10° 58′ 17,8″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 508 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Höhenburg&lt;br /&gt;
| Lesefund &amp;lt;br /&amp;gt; L: M. Schußmann 1997&lt;br /&gt;
| 11./12. Jh.&lt;br /&gt;
| Freundlicher Hinweis PD Dr. M. Schußmann: &amp;lt;br /&amp;gt; 2 Graphittonscherben, davon 1 Randscherbe mit stark gekehltem Leistenrand&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 10&lt;br /&gt;
| Burg Sulzbach, &amp;lt;br /&amp;gt; Lkr. Amberg-Sulzbach&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 49° 30′ 18,7″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 44′ 10″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 444 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1992–2000 BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; L: M. Hensch 2005a und 2005b&lt;br /&gt;
| 11./12. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Töpfe (0,09% des Materials) &amp;lt;br /&amp;gt; V: Wellenverzierung &amp;lt;br /&amp;gt; SB: grau-schwarz silbrig, glatt, hoher Anteil von Graphit in der Magerung, Abrieb vorhanden, Mohs 2&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 11&lt;br /&gt;
| Schlosserstiege, &amp;lt;br /&amp;gt; Passau&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik &amp;lt;br /&amp;gt; Graphitierte (engobierte?) Keramik&lt;br /&gt;
| 48° 34ʹ 31,4″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 27ʹ 51,5″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 387 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| FK: 1992/1993 J.-P. Niemeier &amp;lt;br /&amp;gt; L: J.-P. Niemeier 1994 &amp;lt;br /&amp;gt;    T. Mittelstraß 2007&lt;br /&gt;
| 12./13.–15. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Töpfe, Deckel, Kanne &amp;lt;br /&amp;gt; V: Deckel mit innenverziertem Rand, Töpfermarke &amp;lt;br /&amp;gt; SB: keine Angabe&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 12&lt;br /&gt;
| Burgstall Saunstein, &amp;lt;br /&amp;gt; Mitternach&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 51′ 1″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 19′ 36″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 594 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1983 BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; L: B. Engelhardt/R.Pleyer 1986 &amp;lt;br /&amp;gt;    T. Mittelstraß 2007&lt;br /&gt;
| 12./13. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Töpfe, Flachdeckel &amp;lt;br /&amp;gt; V: keine Angabe, Durchlochung eines Deckels &amp;lt;br /&amp;gt; SB: glatt, mittlerer bis hoher Graphitgehalt, z.T. seifig&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 13&lt;br /&gt;
| Burgstall am Hohen Bogen, &amp;lt;br /&amp;gt; Rimbach&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 49° 14′ 1,9″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 12° 56′ 4,2″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 976 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: A. Stroh, BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; L: H. Dannheimer 1973&lt;br /&gt;
| 12. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Topf, fassartige Vorratsgefäße &amp;lt;br /&amp;gt; V: Fingertupfen, Schrägkerbenreihe, eingeritzte Linien, breite Gurtbänder auf Vorratsgefäßen &amp;lt;br /&amp;gt; SB: Graphit- und Goldglimmermagerung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 14&lt;br /&gt;
| Burgstall Untergrießbach, &amp;lt;br /&amp;gt; Lkr. Passau&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 27ʹ 28,4″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 9ʹ 13,7″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 468 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1994–1996 Kreisarchäologie Passau &amp;lt;br /&amp;gt; L: W. Wandling 1996 &amp;lt;br /&amp;gt;    W. Wandling 1997&lt;br /&gt;
| 12. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Töpfe, Schalen &amp;lt;br /&amp;gt; V: Tupfenleisten, Wellenverzierung oder Radkreuzstempeln am Boden &amp;lt;br /&amp;gt; SB: keine Angabe&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 15&lt;br /&gt;
| Donaumarkt, &amp;lt;br /&amp;gt; [[Regensburg]] &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; [[Regensburg, Lederergasse 1]], &amp;lt;br /&amp;gt; Regensburg&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; Eisentonkeramik&lt;br /&gt;
| 49° 1ʹ 13,1″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 12° 6ʹ 10,9″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 339 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| FK: 2012–2015 „Museum der Bayerischen Geschichte“, Maßnahmen-Nr. M-2012-1989-1_0 &amp;lt;br /&amp;gt; L: Freundlicher Hinweis I. Nießen (Promotionsprojekt in Bearbeitung) &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; FK: 1981–1982 BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; L: M. Wintergerst 1999&lt;br /&gt;
| 9.–11./12. Jh. &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; 17. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Töpfe, Vorratsgefäße, Schüsseln &amp;lt;br /&amp;gt; V: Wellenlinien, Wellenbänder, umlaufende Rillen, Einstichmuster, innenverzierte Ränder, bisher singuläres rautenförmiges Muster &amp;lt;br /&amp;gt; SB: dunkelgrau, bräunlich-grau, braun-schwarz, grau, schwarz; hoher Graphitgehalt, daneben noch Glimmer und Quarz, Mohs 1–2, gelegentlich auch hart &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; Zeitlich zu weit außerhalb des Rahmens der Arbeit&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 16&lt;br /&gt;
| Schlossberg Windberg bei Windorf, &amp;lt;br /&amp;gt; Lkr. Passau&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 37′ 53,2″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 16′ 3,5″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 380 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Höhenburg&lt;br /&gt;
| FK: 2001/2002 Kreisarchäologie Passau &amp;lt;br /&amp;gt; L: W. Wandling 2010&lt;br /&gt;
| 12./13. Jh.&lt;br /&gt;
| Nur textliche Erwähnung: Graphithaltige Tonscherben von hochmittelalterlichen Gefäßen, z.T. mit Kreuzstempeln auf dem Boden&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 17&lt;br /&gt;
| Kirche St. Peter und Paul, &amp;lt;br /&amp;gt; Aschheim&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 10′ 18,2″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 42′ 55,5″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 512 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Kirche&lt;br /&gt;
| FK: 1967–1971 H. Dannheimer &amp;lt;br /&amp;gt; L: H. Dannheimer 1988&lt;br /&gt;
| Hochmittelalter&lt;br /&gt;
| F: Topf &amp;lt;br /&amp;gt; V: keine Angabe &amp;lt;br /&amp;gt; SB: keine Angabe&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 18&lt;br /&gt;
| Vohburg-Burgberg, &amp;lt;br /&amp;gt; Lkr. Pfaffenhofen&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 46′ 14,4″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 36′ 58,1″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 370 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1973–1974 BLfD &amp;lt;br /&amp;gt;    Lesefunde &amp;lt;br /&amp;gt; L: G. Riedel 2000&lt;br /&gt;
| Hochmittelalter&lt;br /&gt;
| F: 3 Töpfe &amp;lt;br /&amp;gt; V: Horizontal- und Wellenriefen, z.T. überschneidend &amp;lt;br /&amp;gt; SB: fast alle Farbvarianten, weich bis mittelhart, z.T. Misch- oder Oxidationsbrand&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 19&lt;br /&gt;
| Großmehring, &amp;lt;br /&amp;gt; Lkr. Eichstätt&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 46′ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 32′ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 375 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| FK: 1994–1995 BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; L: G. Riedel 2000&lt;br /&gt;
| Früh-/Hochmittelalter&lt;br /&gt;
| F: 2 Töpfe, Deckel &amp;lt;br /&amp;gt; V: einzelne Wellenriefe zwischen Horizontalriefen &amp;lt;br /&amp;gt; SB: graubraun bis graubeige, weich bis mit-telhart, Misch- oder Oxidationsbrand&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 20&lt;br /&gt;
| Ingolstadt&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 46′ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 25′ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 374 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| FK: 1987–1988 BLfD (Grabung Ingolstadt Hallstr./Carraraplatz) &amp;lt;br /&amp;gt; L: G. Riedel 2000&lt;br /&gt;
| Hochmittelalter&lt;br /&gt;
| 1 unverzierte WS, nachgedreht&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 21&lt;br /&gt;
| [[Zuchering, Am Mühlwegfeld (Zuchering-Ost)]]&lt;br /&gt;
| Graphitkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 43′ 46″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 24′ 43″ O&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| FK: 1983–1989 BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; L: E. Weid 2000&lt;br /&gt;
| Latène (?)&lt;br /&gt;
| 6 Graphitkeramikscherben, von denen 5 unsicher in die Vorgeschichte datiert wurden (Material müsste nochmals geprüft werden)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 22&lt;br /&gt;
| Erlau, &amp;lt;br /&amp;gt; Obernzell&lt;br /&gt;
| Eisentonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 33′ 49″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 34′ 46″ O&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| L: T. Mittelstraß 2007&lt;br /&gt;
| Spätmittelalter&lt;br /&gt;
| Nur textliche Erwähnung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 23&lt;br /&gt;
| Ruhstorf a.d. Rott&lt;br /&gt;
| Graphitkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 26′ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 20′ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 319 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| L: T. Mittelstraß 2007 &amp;lt;br /&amp;gt;    W. Wandling 2017&lt;br /&gt;
| Unbekannt&lt;br /&gt;
| Textliche Erwähnung; Fundmeldungen 2013–2016 in Passau: Graphitkeramik, deren zeitliche Stellung nicht gesichert ist (MA/LT?)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 24&lt;br /&gt;
| Saldenburg, &amp;lt;br /&amp;gt; Lkr. Grafenau&lt;br /&gt;
| Eisentonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 46′ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 21′ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 532 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1991/1992 W. Endres &amp;lt;br /&amp;gt; L: W. Endres 1993 &amp;lt;br /&amp;gt;    M. U. Kasparek 1961&lt;br /&gt;
| 1368–1467/68&lt;br /&gt;
| F: Töpfe &amp;lt;br /&amp;gt; V: 2–5 mm breite, flaue Rillen, Stempel und Markierungen auf der Oberseite &amp;lt;br /&amp;gt; SB: hoher Graphitgehalt mit Quarz- und Feldspatanteilen bis 3 mm&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 25&lt;br /&gt;
| Burgstall Lobenstein, &amp;lt;br /&amp;gt; Marktgemeinde Röhrenbach&lt;br /&gt;
| Graphitkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 46′ 9,6″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 31′ 41,6″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 570 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg? &amp;lt;br /&amp;gt; Lesefund&lt;br /&gt;
| Lesefunde eines ehrenamtlichen Feldbegehers des BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; unpubliziert&lt;br /&gt;
| Latène- bis Neuzeit&lt;br /&gt;
| Alle Ausprägungen von Graphitkeramik in Formen, Farben, Varianten und Verzierungen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 26&lt;br /&gt;
| Fürholz, &amp;lt;br /&amp;gt; Gmd. Grainet, &amp;lt;br /&amp;gt; Lkr. Freyung-Grafenau&lt;br /&gt;
| Graphitkeramik &lt;br /&gt;
| 48° 46′ 58″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 38′ 57″ O&lt;br /&gt;
| Lesefund&lt;br /&gt;
| Lesefunde eines ehrenamtlichen Feldbegehers des BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; unpubliziert&lt;br /&gt;
| Latène- bis Neuzeit&lt;br /&gt;
| Alle Ausprägungen von Graphitkeramik in Formen, Farben, Varianten und Verzierungen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 27&lt;br /&gt;
| Praßreuth, &amp;lt;br /&amp;gt; Lkr. Freyung-Grafenau&lt;br /&gt;
| Graphitkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 40ʹ 40″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 31ʹ 21,3″ O&lt;br /&gt;
| Lesefund&lt;br /&gt;
| Lesefunde eines ehrenamtlichen Feldbegehers des BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; unpubliziert&lt;br /&gt;
| Latène- bis Neuzeit&lt;br /&gt;
| Alle Ausprägungen von Graphitkeramik in Formen, Farben, Varianten und Verzierungen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 28&lt;br /&gt;
| Veste Oberhaus, &amp;lt;br /&amp;gt; Passau&lt;br /&gt;
| Eisentonkeramik &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; Graphitengobierte Keramik&lt;br /&gt;
| 48° 34′ 39″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 28′ 13″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 387 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1991 H. Feldmeier &amp;lt;br /&amp;gt; L: W. Endres 1998 &amp;lt;br /&amp;gt;    T. Mittelstraß 2007&lt;br /&gt;
| 1400/1420–1550 &amp;lt;br /&amp;gt; 15./16. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Töpfe &amp;lt;br /&amp;gt; V: Stempelmarkierungen &amp;lt;br /&amp;gt; SB: hoher Graphitanteil im groben Gefüge, schwarz- bis anthrazitgrau &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; F: Töpfe, Becher, Sieb, Griffschale, Krug &amp;lt;br /&amp;gt; V: keine Angabe &amp;lt;br /&amp;gt; SB: anthrazitgrau, oft grobes Gefüge&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 29&lt;br /&gt;
| Schustergasse, &amp;lt;br /&amp;gt; Passau&lt;br /&gt;
| Eisentonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 34ʹ 26,4″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 28ʹ 9,5″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 387 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| L: H. Böhmer 2015&lt;br /&gt;
| 15./16. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Topf &amp;lt;br /&amp;gt; V: keine Angabe &amp;lt;br /&amp;gt; SB: keine Angabe&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 30&lt;br /&gt;
| Hofberg, &amp;lt;br /&amp;gt; Bad Aibling&lt;br /&gt;
| Eisentonkeramik&lt;br /&gt;
| 47° 52′ N &amp;lt;br /&amp;gt; 12° 1′ O&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 2001–2003 T. Mittelstraß &amp;lt;br /&amp;gt; L: T. Mittelstraß 2006 &amp;lt;br /&amp;gt;    T. Mittelstraß 2007&lt;br /&gt;
| Frühe Neuzeit (Beginn 16. Jh.)&lt;br /&gt;
| F: fassartige Gefäße &amp;lt;br /&amp;gt; V: Stempelmarken &amp;lt;br /&amp;gt; SB: keine Angabe&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 31&lt;br /&gt;
| Schloss Murnau&lt;br /&gt;
| Eisentonkeramik&lt;br /&gt;
| 47° 40′ 39″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 12′ 10″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 661 m&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1991–1992 T. Mittelstraß &amp;lt;br /&amp;gt; L: T. Mittelstraß 1994&lt;br /&gt;
| Frühe Neuzeit (Beginn 16. Jh.)&lt;br /&gt;
| F: Töpfchen &amp;lt;br /&amp;gt; V: Töpferstempel (Kreuz mit Querbalken), umlaufende Schulterkante &amp;lt;br /&amp;gt; SB: basaltgrau, feine und mittlere Graphitmagerung, vereinzelt Quarzkörner&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 32&lt;br /&gt;
| Ulm&lt;br /&gt;
| Eisentonkeramik &amp;lt;br /&amp;gt; Graphitengobierte Keramik&lt;br /&gt;
| 48° 24′ N &amp;lt;br /&amp;gt; 9° 59′ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 478 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| FK: 1953 A. Rieber/K. Reutter &amp;lt;br /&amp;gt;    1961 Staatl. Amt für Denkmalpflege &amp;lt;br /&amp;gt;    1928 ohne Befundkontext &amp;lt;br /&amp;gt; L: R. Schreg Blog Archaeologik 05.01.2015 &amp;lt;br /&amp;gt;    U. Gross 2009 + 2015&lt;br /&gt;
| Spätmittelalter – Frühe Neuzeit&lt;br /&gt;
| F: Töpfe, Henkeltopf &amp;lt;br /&amp;gt; V: ovale Stempeleindrücke mit Kreuz, unterhalb des Kremprandes breite Riefe &amp;lt;br /&amp;gt; SB: hoher Graphitanteil in der Magerung und Quarzmagerung &amp;lt;br /&amp;gt; Weitere Funde von Graphitkeramik und graphitengobierter Ware, die frühneuzeitlich datiert werden &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 33&lt;br /&gt;
| Burg Helfenstein, &amp;lt;br /&amp;gt; Geislingen an der Steige&lt;br /&gt;
| Eisentonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 36′ 58″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 9° 50′ 49″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 610 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1922 K. A. Koch &amp;lt;br /&amp;gt;    1932–1938 G. Burghardt &amp;lt;br /&amp;gt; L: R. Schreg Blog Archaeologik 05.01.2015 &amp;lt;br /&amp;gt;    U. Gross 2009&lt;br /&gt;
| Spätmittelalter – Frühe Neuzeit&lt;br /&gt;
| F: Töpfe &amp;lt;br /&amp;gt; V: 2 identische Stempelmarken auf dem Rand, zwei umlaufende Rillen im oberen Gefäßbereich &amp;lt;br /&amp;gt; SB: hoher Graphitanteil in der Magerung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 34&lt;br /&gt;
| Obernzell&lt;br /&gt;
| Eisentonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 33′ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 38′ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 294 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| L: H. Böhmer 2015 &amp;lt;br /&amp;gt;    Gemeindeblatt Nr. 29, 2017&lt;br /&gt;
| Spätmittelalter – Frühe Neuzeit&lt;br /&gt;
| F: Topf &amp;lt;br /&amp;gt; V: Rille unter dem Rand, 2 Töpfermarken &amp;lt;br /&amp;gt; SB: dunkelgrau-schwarz, hoher Graphitanteil in der Magerung, Mohs 2&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturhinweise==&lt;br /&gt;
*Altjohann 2012: M. Altjohann, Das spätrömische Kastell Boiotro zu Passau-Innstadt. Materialhefte zur Bayerischen Archäologie. Fundinventare und Ausgrabungsbefunde (Kallmünz/Opf. 2012). ISBN 13: 978-3-78475-096-5. ISBN 10: 3-784750-966-X.&lt;br /&gt;
*Bizer 2006: Ch. Bizer, Oberflächenfunde von den Burgen der Schwäbischen Alb. Ein Beitrag zur Keramik- und Burgenforschung (Stuttgart 2006). ISBN 13: 978-3-80622-038-4.&lt;br /&gt;
*Böhmer 2008: H. Böhmer, Die Ilzer Schwarzhafner vom Ende des 16. bis Ende des 19. Jahrhunderts. In: R. Mennicken u.a. (Hrsg.), 40 Jahre Keramikforschung. Rückblick – Stand der Forschung – Ausblick. Beiträge zum 40. Internationalen Hafnerei-Symposium des Arbeitskreises für Keramikforschung in Obernzell/Bayern vom 16.09. bis 21.09.2007 (Raeren 2008) 139֪–152. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Böhmer 2015: H. Böhmer, Qualitätszeichen auf Graphit-Keramik des 15. und 16. Jh. In: S. Glaser (Hrsg.), Keramik im Spannungsfeld zwischen Kunst und Handwerk. Beiträge des 44. Internationalen Symposiums Keramikforschung im Germanischen Nationalmuseum, Nürnberg, 19-23. September 2011 (Nürnberg 2015) 77–83. ISBN 13: 978-3-93668-893-1. ISBN 10: 3-93668-893-1.&lt;br /&gt;
*Bogusław 1998: G. Bogusław, Bemerkungen zur Graphittonkeramik als historischer Quelle (am Beispiel der Graphittonkeramik aus Opole). In: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998) 17–19. ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
*Bräuning u.a. 2008: A. Bräuning/R. Schreg/U. Schmidt, Ulm. Archäologischer Stadtkataster Baden-Württemberg. Band 35, 1 Text (Stuttgart 2008). ISBN 13: 978-3-92771-493-9.&lt;br /&gt;
*Dannheimer 1973: H. Dannheimer, Keramik des Mittelalters aus Bayern. Ein Katalog. Kataloge der Prähistorischen Staatssammlung XXI (Kallmünz Opf. 1973). ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Dannheimer 1988: H. Dannheimer, Aschheim im frühen Mittelalter. Archäologische Funde und Befunde. In: J. Werner (Hrsg.), Münchener Beiträge zur Vor- und Frühgeschichte 32, 1 (München 1988). ISBN 10: 3-40630-287-4.&lt;br /&gt;
*Dell’Mour 2002: R. W. Dell’Mour, Mikroskopische Untersuchungen an frühmittelalterlicher Keramik von Thunau am Kamp, NÖ Lokalware – Importe– Rohstoffherkunft, Österreichische Akademie der Wissenschaften, Anzeiger der Philosophisch-Historischen Klasse 136, 2001 (Wien 2002) 69–109. ISBN 13: 978-3-70013-066-6. ISBN 10: 3-70013-066-X.&lt;br /&gt;
*Dostál 1998: B. Dostál, Über die Anfänge der slawischen Graphittonkeramik in Mähren. In: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998) 67–86. ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
*Duma/Ravasz 1976: G. Duma/C. Ravasz, Graphithaltige Gefäße aus Österreichs Mittelalter. In: Archaeologia Austriaca. Beiträge zur Paläanthropologie, Ur- und Frühgeschichte Österreichs 59/60 (Wien 1976) 225–242. ISSN: 1816-2959.&lt;br /&gt;
*Dvorská u.a. 1998: J. Dvorská/L. Poláček/G. Schneider, Chemische Analyse der Keramik von Mikulčice. In: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998) 295–312. ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
*Endres 1982: W. Endres, Zur Entstehung und chemischen Struktur „schwarz“ färbender Pigmente bei unglasierter Irdenware. In: L. Kriss-Rettenbeck/I. Bauer (Hrsg.), Beiträge zur Keramikforschung. Festschrift für Alfred Höck zum 60. Geburtstag. Volkstümliche Keramik aus Europa 2 (München 1982) 47–70. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Endres 1993: W. Endres, Spätmittelalterliche Funde von der Saldenburg, Gde. Saldenburg, Lkr. Freyung-Grafenau. In A. Leidl (Hrsg.), Ostbairische Grenzmarken. Passauer Jahrbuch für Geschichte, Kunst und Volkskunde 35 (Passau 1993) 24–54. ISSN: 0078-6845.&lt;br /&gt;
*Endres 1998: W. Endres, Archäologische Funde. In: J. P. Niemeier/H. W. Schuster/R. Loibl, Ritterburg und Fürstenschloss 2. Archäologische Funde. Begleitband zur Ausstellung im Oberhausmuseum Passau 1998 (Passau 1998). ISBN 13: 978-3-79171-598-8. ISBN 10: 3-79171-583-6.&lt;br /&gt;
*Engelhardt/Pleyer 1986: B. Engelhardt/R. Pleyer, Die archäologische Untersuchung des Burgstalls Saunstein, Gmkg. Mitternach, Gde. Markt Schönberg, Lkr. Freyung-Grafenau. In: A. Leidl (Hrsg.), Ostbairische Grenzmarken 28. Passauer Jahrbuch für Geschichte, Kunst und Volkskunde (Passau 1986) 59–78. ISSN: 0078-6845.&lt;br /&gt;
*Felgenhauer-Schmiedt 1998: S. Felgenhauer-Schmiedt, Graphittonkeramik des Früh- und Hochmittelalters in Niederösterreich. In: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998) 199–212. ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
*Felgenhauer-Schmiedt 1981: S. Felgenhauer-Schmiedt, Herstellungsmethoden der mittelalterlichen Keramik + Katalog. In: O. Harl (Hrsg.), Keramische Bodenfunde aus Wien. Mittelalter – Neuzeit. Eigenverlag der Museen der Stadt Wien (Wien 1981) 35–126. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Gemeindeblatt Markt Obernzell (September–Dezember 2017): Hanfnerzeller Archiv zum Anfassen &amp;lt;https://www.obernzell.de/images/stories/Gemeindeblatt/Gemeindeblatt_Nr_29.pdf&amp;gt; S. 13 [Stand: 02.09.2019].&lt;br /&gt;
*Gregerová/Procházka 1998: M. Gregerová/R. Procházka, Erste Ergebnisse naturwissenschaftlicher Untersuchungen an Graphittonkeramik aus Brno (Brünn). In: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998) 275–278. ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
*Gross 1991: U. Gross, Die Bügelhenkelkanne, eine Hauptform der süddeutschen Keramik des Hoch- und Spätmittelalters. Beiträge zur Mittelalterarchäologie Österreichs 7, 1991, 69–77. ISSN: 1011-0062.&lt;br /&gt;
*Gross 2009: U. Gross, Keramikverbreitung und herrschaftliche Strukturen. Beispiele aus dem Mittelalter und der Frühen Neuzeit in Südwestdeutschland. In: D. Krausse u.a. (Hrsg.), Kulturraum und Territorialität: archäologische Theorien, Methoden und Fallbeispiel. Kolloquium des DFG-SPP 1171, Esslingen 17.-18. Januar 2007 (Rahden 2009) 159–175. ISBN 13: 978-3-89646-443-9. ISBN 10: 3-89646-443-4.&lt;br /&gt;
*Gross 2015: U. Gross, Sturzbecher oder Becherschrauben und schwarze Töpfe. Eine gläserne Sonderform und östliche Keramikimporte im frühneuzeitlichen Ulm. Fundberichte aus Baden-Württemberg 35, 2015, 561–573. ISBN 13: 978-3-80623-144-1. ISSN: 0071-9897.&lt;br /&gt;
*Hänsel 1966: B. Hänsel, Beschreibung der keramischen Gruppen. In: V. Milojcic (Hrsg.), Bericht über die Ausgrabungen und Bauuntersuchungen in der Abtei Frauenwörth auf der Fraueninsel im Chiemsee 1961-1964. Bayerische Akademie der Wissenschaften. Philosophisch-historische Klasse. Abhandlungen. Neue Folge 65 (München 1966) 177–200. ISBN 13: 978-3-76960-060-5. ISBN 10: 3-76960-060-6.&lt;br /&gt;
*Hensch 2005a: M. Hensch, Burg Sulzbach in der Oberpfalz. Archäologisch-historische Forschungen zur Entwicklung eines Herrschaftszentrums des 8. bis 14. Jahrhunderts in Nordbayern. Materialien zur Archäologie in der Oberpfalz 3, 1 (Text und Katalog) (Büchenbach 2005). ISBN 13: 978-3-93347-430-8. ISBN 10: 3-93347-430-2.&lt;br /&gt;
*Hensch 2005b: M. Hensch, Burg Sulzbach in der Oberpfalz. Archäologisch-historische Forschungen zur Entwicklung eines Herrschaftszentrums des 8. bis 14. Jahrhunderts in Nordbayern. Materialien zur Archäologie in der Oberpfalz 3, 2 (Tafeln und begleitende Beiträge) (Büchenbach 2005). ISBN 13: 978-3-93347-430-8. ISBN 10: 3-93347-430-2.&lt;br /&gt;
*Huber u.a. 2003: E. H. Huber/K. Kühtreiber/G. Scharrer-Liška, Die Keramikformen des Hoch- und Spätmittelalters im Gebiet der heutigen Stadt Wien sowie der Bundesländer Niederösterreich und Burgenland. In: K. Spindler/H. Stadler (Hrsg.), Beiträge vom 34. Internationalen Hafnerei-Symposium auf Schloß Maretsch in Bozen/Südtirol 2001. Nearchos 12, Veröffentlichungen des Arbeitskreises für Keramikforschung 3 (Innsbruck 2003) 43–66. ISBN 13: 978-3-90077-333-5.&lt;br /&gt;
*Kappel 1969: I. Kappel, Die Graphittonkeramik von Manching. In: W. Krämer, Die Ausgrabungen in Manching 2 (Wiesbaden 1969). ISBN 13: 978-3-51500-386-5. ISBN 10: 3-51500-386-X.&lt;br /&gt;
*Kasparek 1961: M. U. Kasparek, Keramik aus Regensburg aus dem 11. – 17. Jahrhundert. &amp;lt;http://nbn-resolving.de/urn/resolver.pl?urn=urn:nbn:de:bvb:355-rbh-1748-8&amp;gt; [Stand 06.08.2020]. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Kaufmann 1999: V. Kaufmann, Der Burgstall Warberg bei Neunburg vorm Wald. Materialien zur Archäologie in der Oberpfalz 1 (Büchenbach 1999). ISBN 13: 978-3-93347-402-5. ISBN 10: 3-93347-402-7.&lt;br /&gt;
*Koch 1993: R. Koch, Keramik des frühen und hohen Mittelalters aus Bayerisch-Schwaben. In: M. Petzet (Hrsg.), Forschungen zur Geschichte der Keramik in Schwaben. Arbeitshefte des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege 58 (München 1993) 119–128. ISBN 13: 978-3-87490-560-2. ISBN 10: 3-87490-560-8.&lt;br /&gt;
*Koch 2017: R. Koch, Ausgrabungen in der Burg Wittelsbach 1978-1981. Befunde und Funde. Materialhefte zur Bayer. Archäologie. Fundinventare und Ausgrabungsbefunde 105 (Kallmünz/Opf. 2017). ISBN 13: 978-3-78475-405-5. ISBN 10: 3-78475-405-8.&lt;br /&gt;
*Kouřil 1998: P. Kouřil, Zu den Anfängen der slawischen Graphittonkeramik in Schlesien. In: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998) 37–66. ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
*Kühtreiber 2006: K. Kühtreiber, Die hochmittelalterliche Keramik im südlichen Niederösterreich. Ihre Entwicklung, ihre Formen und Beziehungen zu den benachbarten Keramikregionen. Beiträge zur Mittelalterarchäologie in Österreich 22 (Wien 2006) 93–148. ISSN: 1011-0062.&lt;br /&gt;
*Lehrberger u.a. 2011: G. Lehrberger/F. Duschl/G. Wimmer, Graphit – ein besonderer mineralischer Rohstoff der Vor- und Frühgeschichte in Mitteleuropa. Eigenschaften, Entstehung, Verwendung und Vorkommen. In: K. Schmotz (Hrsg.), Vorträge des 29. Niederbayerischen Archäologentages (Leidorf 2011) 313–348. ISBN 13: 978-3-89646-240-4.&lt;br /&gt;
*Mämpel 1998: U. Mämpel, Meine historischen und technischen Erfahrungen mit schwarzgebrannter Irdenware. In: W. Endres/B. Kerkhoff-Hader (Hrsg.), 30. Internationales Hafnerei-Symposium in Obernzell vom 07. bis 11. Oktober 1997 (Bamberg 1998) 12–13. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Miklós/Vizi 2002: Sz. Miklós/M. Vizi, Beiträge zur Siedlungsgeschichte des mittelalterlichen Marktfleckens Ete. Acta Arch. Acad. Scien. Hungaricae 53, 2002, 195–253.&lt;br /&gt;
*Mittelstraß 1994: T. Mittelstraß, Die Funde der archäologischen Ausgrabungen von 1991-1992 im Murnauer Schloss. In: T. Mittelstraß (Hrsg.), Schloß Murnau. Ein Bauwerk der Stauferzeit und seine Geschichte (Murnau 1994) 120–251. ISBN 13: 978-3-98038-163-5. ISBN 10: 3-98038-163-3.&lt;br /&gt;
*Mittelstraß 2006: T. Mittelstraß, Urnengrab, Königsgrab, Grafenburg, Pflegschloss. Die Ergebnisse der archäologischen Grabungen auf dem Hofberg in Bad Aibling. In: G. Mayr (Hrsg.), Bad Aibling. Geschichte einer Stadt. Band 1 (Bad Aibling 2006) 35–71. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Mittelstraß 2007: T. Mittelstraß, Graphitkeramik des Mittelalters und der frühen Neuzeit in Altbayern. Ein Beitrag zum Beginn und zur Frühzeit der Obernzeller Produktion. Bayerische Vorgeschichtsblätter 72, 2007, 235–318. ISBN 13: 978-3-40611-077-1. ISSN: 0341-3918.&lt;br /&gt;
*Niemeier 1994: J.-P. Niemeier, Die Grabung an der Schlosserstiege in der Passauer Altstadt – Ein Schnitt durch 2000 Jahre Stadtgeschichte. In: K. Schmotz, Vorträge des 12. Niederbayerischen Archäologentages (Deggendorf 1994) 251–276. ISBN 13: 978-3-92473-458-9. ISBN 10: 3-92473-458-5.&lt;br /&gt;
*Nießen (in Bearbeitung): I. Nießen, Laufendes Promotionsprojekt zu der Ausgrabung Regensburg Donaumarkt „Museum der Bayerischen Geschichte“ Friedrich-Schiller-Universität Jena. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Pechtl/Eibl 2011: J. Pechtl/F. Eibl, Die neolithische Graphitnutzung in Südbayern. In: K. Schmotz (Hrsg.), Vorträge des 29. Niederbayerischen Archäologentages (Leidorf 2011) 349–432. ISBN 13: 978-3-89646-240-4. ISSN: 1438-2040.&lt;br /&gt;
*Polácek 1998: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998). ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
*Reinecke 1936: P. Reinecke, Karolingische Keramik aus dem östlichen Bayern. Germania 20, 1936, 198–202. ISSN: 0016-8874.&lt;br /&gt;
*Reschreiter 2001: J. Reschreiter, Versuche zu urgeschichtlicher Keramik. In: K. Grömer, K. Löcker, M. Mehofer (Hrsg.), Archäologie Österreichs 12 Sonderheft (Wien 2001) 22–26. ISSN: 1018-1857.&lt;br /&gt;
*Riedel 2000: G. Riedel, Ingoldesstat. Archäologische Untersuchungen zu Ingolstadt im Mittelalter. Beiträge zur Geschichte Ingolstadts (Ingolstadt 2000). ISBN 13: 978-3-92025-343-5. ISBN 10: 3-92025-343-4.&lt;br /&gt;
*Scharrer-Liška 2003: G. Scharrer-Liška, Die Entwicklung Hochmittelalterlicher Vorratsgefäße aus der Grafitkeramik im Gebiet des heutigen Ostösterreichs und der angrenzenden Gebiete. In: K. + Th. Kühtreiber (Hrsg.), Beiträge zur historischen Archäologie. Festschrift für Sabine Felgenhauer-Schmiedt zum 60. Geburtstag. Beiträge zur Mittelalterarchäologie in Österreich 6 (Wien 2003) 45–60. ISBN 10: 3-95008-514-9.&lt;br /&gt;
*Scharrer-Liška 2007: G. Scharrer-Liška, Die hochmittelalterliche Grafitkeramik in Mitteleuropa und ihr Beitrag zur Wirtschaftsgeschichte. Forschungsstand - Hypothesen - offene Fragen. Monographien des Römisch-Germanischen Zentralmuseums 68 (Mainz 2007). ISBN 13: 978-3-79541-857-1. ISBN 10: 3-79541-857-7.&lt;br /&gt;
*Schmid-Hecklau 2004: A. Schmid-Hecklau, Die archäologischen Ausgrabungen auf dem Burgberg in Meißen. In: J. Oexle (Hrsg.), Die Grabungen 1959-1963. Veröffentlichungen des Landesamtes für Archäologie im Landesmuseum für Vorgeschichte 43 (Dresden 2004). ISBN 13: 978-3-91000-859-5. ISBN 10: 3-91000-859-3.&lt;br /&gt;
*Schußmann 1997: M. Schußmann, Eine neuentdeckte Höhensiedlung der Hallstattzeit im südlichen Mittelfranken. Beitr. Arch. Mittelfranken 3, 1997, 97–108. ISSN: 1430-5461.&lt;br /&gt;
*Schreg 2015: R. Schreg, Eisentonkeramik aus Ulm und Geislingen – ein Zeugnis ulmischen Donauhandels. Blog Archaeologik (05.01.2015) &amp;lt;https://archaeologik.blogspot.com/2015/01/eisentonkeramik-aus-ulm-und-geislingen.html&amp;gt; [Stand 05.08.2019]. ISSN: 2197-7283.&lt;br /&gt;
*Staňa 1998: Č. Staňa, Die frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mittelmähren. In: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998) 87–125. ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
*Trebsche 2011: P. Trebsche, Eisenzeitliche Graphittonkeramik im mittleren Donauraum. In: K. Schmotz (Hrsg.), Vorträge des 29. Niederbayerischen Archäologentages (Leidorf 2011) 449–481. ISBN 13: 978-3-89646-240-4. ISSN: 1438-2040.&lt;br /&gt;
*van den Boom 1991: H. van den Boom, Großgefäße und Töpfe der Heuneburg. Heuneburgstudien VIII. Röm.-German. Forschung 51 (Mainz 1991). ISBN 10: 3-80531-190-7.&lt;br /&gt;
*v. Bomhard 1966: P. v. Bomhard, Das Münster Frauenchiemsee im Spiegel der kunstgeschichtlichen Forschung. In: V. Milojcic (Hrsg.), Bericht über die Ausgrabungen und Bauuntersuchungen in der Abtei Frauenwörth auf der Fraueninsel im Chiemsee 1961-1964. Bayerische Akademie der Wissenschaften. Philosophisch-historische Klasse. Abhandlungen. Neue Folge 65 (München 1966) 21–42. ISBN 13: 978-3-76960-060-5. ISBN 10: 3-76960-060-6.&lt;br /&gt;
*Wandling 1996: W. Wandling, Archäologische Untersuchungen im Burgstall von Untergriesbach, Lkr. Passau. In: K. Schmotz (Hrsg.), Vorträge des 14. Niederbayerischen Archäologentages (Deggendorf 1996) 211–224. ISBN 13: 978-3-89646-225-1. ISBN 10: 3-89646-225-3.&lt;br /&gt;
*Wandling 1997: W. Wandling, Ausgrabung im Burgstall von Untergrießbach, Lkr. Passau, Niederbayern. In: Das archäologische Jahr in Bayern 1996 (Stuttgart 1997) 166–168. ISBN 13: 978-3-80621-311-9.&lt;br /&gt;
*Wandling 2010: W. Wandling, Auf den Spuren der Burg Windberg. In: 1000 Jahre Windorf: Ein Erinnerungsbuch (Windorf 2010) 44–49. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Wandling 2017: W. Wandling, Ausgrabungen und Funde im Landkreis Passau 2013-2016. In: F.-R. Erkens, Passauer Jahrbuch. Beiträge zur Geschichte, Geographie und Kultur Ostbaierns LIX/2017 (Passau 2017) 351–379. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Weid 2000: E. Weid, Die Kleinfunde der mittelalterlichen Siedlung von Zuchering bei Ingolstadt. Arbeiten über die Archäologie Süddeutschlands 10 (Büchenbach 2000). ISBN 13: 978-3-93347-408-7.&lt;br /&gt;
*Wintergerst 1999: M. Wintergerst, Die Ausgrabung „Ledergasse 1“ in Regensburg. Eine formenkundliche Studie zur Keramik des 10. bis 13. Jahrhunderts in Bayern. Materialh. Arch. Mittelalter u. Neuzeit 4 (Rahden/Westf. 1999). ISBN 13: 978-3-89646-453-8. ISBN 10: 3-89646-453-1.&lt;br /&gt;
*Wolf 1971: H. Wolf, Eine frühmittelalterliche, latène- und hallstattzeitliche Kulturschicht unter der Stadtmauer von Cham. urn:nbn:de:bvb:355-ubr00031-0219-4. Universität Regensburg [Stand 22.08.2019]. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Zamelska 1998: K. Zamelska, Graphitkeramik in Polen – Chronologie und Verbreitung. In: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998) 33–36. ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[kategorie:Warenart]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>M. Rühle</name></author>
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		<title>Graphitkeramik</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;M. Rühle: /* Formen */ Abbildungen eingefügt und angepasst&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
{{stub}}&lt;br /&gt;
Graphitkeramik ist ein Oberbegriff für verschiedene Waren, bei deren Herstellung oder Verzierung Graphit verwendet wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*graphitierte Keramik: mit einem Graphitüberzug bzw. einer Graphitbemalung&lt;br /&gt;
*[[Graphittonkeramik]]. Neben einer vor allem in Österreich sowie Böhmen und Mähren verbreiteten [[Graphittonware (Österreich, Böhmen und Mähren, FMa)]] gehören hierzu auch [[Graphittontiegel|graphitgemagerte Tiegel]] sowie die spätmittelalterliche/ frühneuzeitliche [[Eisentonkeramik]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einführung==&lt;br /&gt;
Graphitkeramik ist seit dem Neolithikum bekannt (Dostál 1998, 67), in der Bronzezeit belegt (Dell`Mour 2002, 84) und hat den ersten Höhepunkt ihres Vorkommens in der Eisenzeit – insbesondere in der Latènezeit. Um die Zeitenwende verliert sich ihre Spur. Im 8. Jh. erscheint sie im niederösterreichischen Donauraum erneut und wird im Verlauf des 9./10. Jh. dort und in den angrenzenden Gebieten, v.a. Mähren und Schlesien, bis ins 13. Jh. zeitweise zur bestimmenden Warenart (Mittelstraß 2007, 244; Felgenhauer-Schmiedt 1998, 201).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachweisbar ist mittelalterliche Graphitkeramik heute in Österreich, Polen, Tschechien, Slowenien, Ungarn und Deutschland (Scharrer-Liška 2003, 46). Der Forschungsstand in diesen Regionen ist sehr unterschiedlich. Während in Österreich und Tschechien bereits einiges an Forschungsarbeit geleistet wurde, hat die Graphitkeramik in den übrigen Regionen aus unterschiedlichen Gründen noch wenig Interesse erfahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Krenz Abb. 1 Graphit.jpg|400px|thumb|right|Abb. 1: Graphit (Lehrberger u.a. 2011, 325).]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Krenz Abb. 2 Graphitlagerstätten.jpg |400px|thumb|right|Abb. 2: Graphitlagerstätten Mitteleuropa (Scharrer-Liška 2017, 17).]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im deutschen Raum ist dies v.a. auf den Umstand zurückzuführen, dass mittelalterliche Graphitkeramik nach jetzigem Forschungsstand (fast) im gesamten Gebiet als reine Importkeramik bewertet werden muss, nur an wenigen Fundplätzen greifbar wird, dort meist nur in geringer Menge vorhanden ist und somit für die Auswertung des Keramikspektrums der jeweiligen Referenzkomplexe nur eine begrenzte Aussagekraft besitzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit vorliegender Arbeit wird ein erster Schritt unternommen, einerseits einen zusammenfassenden Forschungsstand darzustellen und andererseits über eine Kartierung der recherchierten süddeutschen Fundplätze eine Verbreitung dieser Keramikvariante in diesem Gebiet zu erfassen. Dies kann als Grundlage für die zukünftige Beantwortung der aufzuwerfenden Forschungsfragen dienen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gründe für die Verwendung des Minerals [[Graphit]] bei der Herstellung von Tongefäßen werden v.a. in den besonderen physikalisch-chemischen Eigenschaften gesucht, die der Graphitkeramik – speziell der Graphittonkeramik (d.h. mit Graphit gemagerter Keramik) – nach heutigem Wissensstand nachgewiesen werden können. Dazu zählen Hydrophobie (der ansonsten wasserdurchlässigen mittelalterlichen Irdenware), die erhöhte Wärmeleitfähigkeit, Temperaturwechselbeständigkeit sowie eine hohe Resistenz gegen Laugen und Säuren (Mittelstraß 2007, 236, Scharrer-Liška 2007, 150). Inwieweit diese Eigenschaften im Früh- und Hochmittelalter bereits bekannt waren, kann derzeit nicht beantwortet werden. Das Typenspektrum der Graphitkeramik im Hochmittelalter weist Formen auf, für die die besonderen Eigenschaften der Graphitkeramik keine Bedeutung hatten (Scharrer-Liška 2007, 150). Hier müssen Gründe wie Tradition und Gewohnheit, Stil, Nachahmung metallischer Gefäße und Prestige genauso in die Interpretation mit einbezogen werden wie mögliche brenntechnische Gründe (Scharrer-Liška 2007, 151). Erst ab dem Spätmittelalter nimmt das Formenspektrum dieser speziellen Keramik wieder ab und beschränkt sich auf Formen wie Kochgeschirr, Vorratsgefäße und Schmelztiegel. Spätestens ab diesem Zeitpunkt kann davon ausgegangen werden, dass die besonderen Eigenschaften der Graphitkeramik bekannt waren (Scharrer-Liška 2007, 150). Mit der im ausgehenden Spätmittelalter / der beginnenden Neuzeit aufkommenden Eisentonkeramik, einer speziellen Variante dieser Keramikart, setzt sich die Entwicklung der Graphitkeramik bis in die Neuzeit fort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Graphit ist ein metallisch glänzender Rohstoff, der auf natürliche Weise aus Faulschlamm unter der Einwirkung von hohem Druck und Temperatur entstand (Scharrer-Liška 2007, 14) (Abb. 1).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Lagerstätten von Graphit in Mitteleuropa sind stark begrenzt und beschränken sich v.a. auf die Böhmische Masse, einem geologisch alten Rumpfgebirge. Bekannte Fundstätten liegen im Bayerischen Wald und ziehen über Böhmen, den mährisch-schlesischen Raum, das Mühl- und Waldviertel, den Dunkelsteiner Wald bis in die Grauwackerzone der Steiermark und Kärntens in Österreich (Abb. 2). Unbedeutendere Lagerstätten befinden sich in Tirol (Scharrer-Liška 2007, 15; 2003, 45). Im deutschen Grenzgebiet ist der Passauer Raum, speziell die Region um das heutige Kropfmühl, für Graphitvorkommen bekannt. Bei der archäologischen Lagerstättenkartierung muss allerdings der Umstand beachtet werden, dass i.d.R. nur heutige abbauwürdige Vorkommen kartiert werden, kleinräumigere Vorkommen dagegen nicht bekannt sind oder in der Vergangenheit bereits ausgebeutet wurden und aus diesen Gründen nicht erfasst werden (Mittelstraß 2007, 244).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Forschungsgeschichte==&lt;br /&gt;
Außer in einem kurzen Zeitraum während des frühen 13. Jh., als nach Vermutung von T. Mittelstraß im Hinterland von Passau ein Produktionsstandort existiert haben könnte (Mittelstraß 2007, 251), muss nach jetzigem Forschungsstand mittelalterliche Graphitkeramik in Süddeutschland vom Früh- bis zum Ende des Spätmittelalters als reine Importkeramik, v.a. aus österreichischen und böhmisch-mährischen Gebieten, angesehen werden. Durch diesen Umstand bedingt, sind derartige Scherben in den meisten Fundkomplexen nur in sehr geringer Anzahl vorhanden und für die Auswertung der Keramikkomplexe oft zu unbedeutend in ihrer Aussagekraft. Entsprechend schmal ist die Publikationslage.&lt;br /&gt;
Grundlegend ist daher ein Artikel von T. Mittelstraß aus dem Jahr 2007 „Graphitkeramik des Mittelalters und der frühen Neuzeit in Altbayern. Ein Beitrag zum Beginn und zur Frühzeit der Obernzeller Produktion“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besser ist hier der Forschungsstand in Österreich, wo Graphitkeramik vom 8.–13. Jh. in viel stärkerem Ausmaß vorkommt und in bestimmten Gebieten in diesem Zeitraum zur vorherrschenden Keramikart wird. Hier sind v.a. die Arbeiten von S. Felgenhauer-Schmiedt, G. Scharrer-Liška und K. Kühtreiber zu nennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiteres wichtiges Herstellungs- und Verbreitungsgebiet der mittelalterlichen Graphitkeramik war die Region Mähren, die von B. Dostál und Č. Staňa bearbeitet wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Aussagekraft dieser Publikationen ist für die Region Süddeutschland hinsichtlich Verbreitung und Fundaufkommen allerdings begrenzt und besitzt in erster Linie für wirtschaftsgeschichtlich-archäologische Fragestellungen Relevanz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verbreitung==&lt;br /&gt;
[[Datei:Krenz Abb. 3 GK Rauer Kulm.jpg|400px|thumb|right|Abb. 3: Graphittonware Rauher Kulm (Zeichnung und Bearbeitung: H. Losert, unpubliziert).]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Krenz Abb. 4 Verteilung a reduziert3.jpg|400px|thumb|right|Abb. 4: Verbreitungskarte Graphitkeramik (ohne Grauschwarz hartgebrannte Drehscheibenware). Die Nummern entsprechen den Nummern der Referenzkomplextabelle. Kartierung: J. Krenz. Graphische Umsetzung: F. Griessel.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Krenz Abb. 5 Eisentonkeramik Schustergasse.jpg|200px|thumb|right|Abb. 5: Eisentonkeramik Passau Schustergasse (Böhmer 2015, 81).]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das erneute Aufkommen der Graphitkeramik im Mittelalter nahm nach bisherigem Forschungsstand seinen Anfang in Österreich. Dort ist sie in wiederbesiedelten antiken Orten in den entsprechenden nachrömischen Schichten archäologisch im ausgehenden 8. Jh. nachweisbar, so in Tulln, Mautern und Wien. Sicher zu belegen ist die weitere Verbreitung im 9. Jh. im niederösterreichischen Donauraum. Von dort greift die Graphitkeramik im späten 9. und beginnenden 10. Jh. nach Mähren und die Gebiete nördlich, östlich und westlich davon aus (Felgenhauer-Schmiedt 1998, 200).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Mähren ist Graphitkeramik v.a. auf slawischen Burgen dokumentiert. Beispiele hierfür bilden der Burgwall Staře Zámsky bei Brno-Lišeň (ab frühem 10. Jh.), Zelená Hora (Anfänge im 10. Jh., stark vertreten im 11.–13. Jh.) und die Burg Přerov (ab 10. Jh.) (Staňa 1998, 88–114).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im heutigen Polen erreichte die Graphitkeramik ihre stärkste Verbreitung im 12./13. Jh., älteste Gefäße können aber bereits in Opole im 9./10. Jh. nachgewiesen werden (Zamelska 1998, 33). In schlesischen Gebieten finden sich Graphitgefäße z.B. in Chotěbuz-Podobora, Hradec nad Moravici und Stavenice ebenfalls ab der Mitte des 10. Jh. Im 11./12. Jh. steigt hier die Beliebtheit von Graphitkeramik in solchem Maße, dass alle Formen der Keramik mit Graphitmagerung hergestellt wurden und sie auf fast allen Fundstellenarten, auf befestigten Plätzen, in dörflichen Ortschaften, in Gräbern und Städten auftritt (Kouřil 1998, 39 ff.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In böhmischen Fundkomplexen wird Graphitkeramik eher selten geborgen. Dort nahm sie sowohl im Früh- als auch im Hochmittelalter nirgends eine dominierende Stellung ein. Erst ab dem 13. Jh. ist sie im Siedlungsmaterial in nennenswertem Umfang nachweisbar, scheint allerdings bereits im 14. Jh. keine Rolle mehr zu spielen (Mittelstraß 2007, 249).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im heutigen Deutschland ist mittelalterliche Graphitkeramik nach neuestem Forschungsstand sehr früh belegt. Mit dem Kastell Boiotro in [[Passau]] (Altjohann 2012, 92) und dem Rauhen Kulm (Freundlicher Hinweis PD. Dr. H. Losert, unpubliziert) bei Neustadt am Kulm sind Fundplätze verbürgt, deren Material bereits ins 8./9. Jh. datiert (Abb. 3). Falls es sich um Import handelt, kann als Herstellungsgebiet allein der niederösterreichische Raum in Frage kommen. Dies setzt einen intensiven Handelsaustausch mit dieser Region zu einem sehr frühen Zeitpunkt voraus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Graphitkeramik der Abtei [[Frauenwörth]] (Chiemsee) (Mittelstraß 2007, 257) und aus der Grabung am Donaumarkt in [[Regensburg]] (Freundlicher Hinweis I. Nießen) liegt Fundmaterial aus dem 9./10.–12. Jh. vor. Der Großteil der weiteren Fundplätze in Süddeutschland zeigt Material mit Datierungen zwischen dem 10.–13. Jh. Als westlichster Punkt von Graphitkeramik muss derzeit ein Fund von zwei Graphittonscherben vom nordwestlichen burgnahen Hangbereich des Schlosses Pappenheim im Lkr. Weißenburg-Gunzenhausen gewertet werden (Freundlicher Hinweis PD Dr. phil. habil. Schußmann: Scherbe Nr. 1 wurde zunächst als latènezeitlich publiziert – Schußmann 1997, 108, mit dem Fund einer – später gefundenen – passenden Randscherbe als mittelalterliches Fundgut des 11./12. Jh. n. Chr. identifiziert).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Betrachtung der Verbreitungskarte (die allerdings einen temporären Forschungsstand darstellt) zeigt eine Abnahme der Funddichte Richtung Westen in Relation zu den Graphitlagerstätten (Abb. 4).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die spätmittelalterliche/frühneuzeitliche [[Eisentonkeramik]] (Abb. 5) gelangte bedeutend weiter westlich und wartet mit Fundstätten in [[Ulm]] und Geislingen auf (Schreg, Blog Archaeologik 05.01.2015). Nachweisbar ist sie auch im Gebiet um Passau (Endres 1998, Mittelstraß 2007, Böhmer 2015), in Bad Aibling (Mittelstraß 2007), Regensburg (Wintergerst 1999), Murnau (Mittelstraß 1994) und auf der Saldenburg (Endres 1994). Irritierend ist hier allerdings die Fundarmut dieses Materials zwischen dem östlichsten und westlichsten bekannten Verbreitungspunkt in Deutschland. (Als weiterer Fundplatz kann lt. Zeichnungen und Beschreibungen die Abtei Frauenwörth in Chiemsee angenommen werden [Hänsel 1966, Tafeln 4.10 und 5.18].)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das massenhafte Auftreten &amp;quot;graphitengobierter&amp;quot; Scherben als Oberflächenfunde auf den Burgen des 12./13.–15. Jh. der Schwäbischen Alb, wo diese Ware unter der Bezeichnung „grauschwarz hart gebrannte Drehscheibenware“ firmiert (Bizer 2006), will sich nicht so recht in das bisher bestehende Muster einpassen lassen. Mit Masse dürfte es sich hier um fein polierte Keramik handeln, die an die [[Polierte jüngere graue Drehscheibenware (Ulmer Raum, SMa)|polierte jüngere graue Drehscheibenware]] des benachbarten Ulmer Raums erinnert und wohl dort anzugliedenr ist, aber keinen Graphit enthält.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In welcher Form Graphitton verhandelt wurde, ist nicht gesichert. Denkbare Alternativen wären der Handel mit fertigen Gefäßen, mit Graphitton als Rohmaterial oder mit Rohgraphit (Scharrer-Liška 2003, 46). An Fundplätzen, an denen nur vereinzelte Scherben in einem ansonsten andersgearteten Keramikspektrum auftreten, ist zudem die Möglichkeit zu bedenken, dass Graphitgefäße als reine Transportgefäße für Waren, bei denen die hydrophobe Eigenschaft des Transportgefäßes eine wichtige Rolle spielte (z.B. Salz), zufällig vor Ort gelangten. Dies könnte auf den Burgstall Warberg bei Neunburg vorm Wald, den Burgberg in Meißen oder die [[Oberwittelsbach, Burg Wittelsbach|Burg Wittelsbach]] zutreffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warenart(en)==&lt;br /&gt;
Der Umgang mit dem Begriff der „[[Warenart]](en)“ ist in der Keramikforschung insofern problematisch, als dass er im deutschsprachigen Raum mit verschiedenen Inhalten belegt wird. U. Gross steht stellvertretend für eine Forschungsrichtung, die unter „Warenart“ Keramikgruppen fasst, die formale und technische Merkmale in sich vereinen. G. Scharrer-Liška als wichtige Vertreterin der hier behandelten Keramik versteht unter „Warenart“ Keramikgruppen gleichen Materials und Herstellungstechnik ([[Materialgruppe]]n), die formale Kriterien vorerst als irrelevant definiert, da die meisten Formen – je nach Zeitstellung – in sehr unterschiedlichen Warengruppen auftreten können (Scharrer-Liška 2007, 76).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für den süddeutschen Raum wurden bislang nur wenige Versuche unternommen, die mittelalterliche Graphitkeramik zu untergliedern. Als frühestes Beispiel kann B. Hänsel angeführt werden, der bei der Bearbeitung des Fundplatzes Abtei [[Frauenwörth]] (Chiemsee) die Graphitkeramik in drei Unterklassen (D 1–3) unterteilt (Abb. 6) (Hänsel 1966, 177). Da bei seiner Unterteilung auch latènezeitliches Material Eingang findet, des Weiteren die Datierung durch den frühen Zeitpunkt der Bearbeitung des Fundkomplexes (1966) ungewiss erscheint, eignet sich diese Warenartuntergliederung nur bedingt. Ein weiteres Modell der Untergliederung liefern B. Engelhardt und R. Pleyer bei ihrer Bearbeitung des Burgstalls Saunstein (Engelhardt/Pleyer 1986, 71). Sie unterscheiden die drei „Macharten“ A – C. Dabei ist allerdings nur Machart B sicher als Graphitkeramik zu identifizieren, Machart A und C beinhalten sowohl Graphitkeramik als auch Keramik mit Glimmer- und [[Goldglimmer]]magerung. Auch dieses Modell greift in seiner Einteilung zu kurz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Abb. 6: Warenarten nach Hänsel 1966, 177 ff.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Warenart/Eigenschaften&lt;br /&gt;
! D1&lt;br /&gt;
! D2&lt;br /&gt;
! D3&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Graphitanteil&lt;br /&gt;
| sehr hoch&lt;br /&gt;
| weniger Graphit als D1&lt;br /&gt;
| ziemlich hoch&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Magerung&lt;br /&gt;
| fein, bisweilen gröber&lt;br /&gt;
| fein, wenig körnige Magerungszusätze&lt;br /&gt;
| fein&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Brand&lt;br /&gt;
| nicht besonders hart&lt;br /&gt;
| mittelhart&lt;br /&gt;
| hart&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Bruch&lt;br /&gt;
| schwärzlich-silbern&lt;br /&gt;
| -----&lt;br /&gt;
| -----&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Oberfläche&lt;br /&gt;
| schwärzlich-silbern, manchmal rötlichbraun&lt;br /&gt;
| silbrig-schwarz&lt;br /&gt;
| porös, silbrig bis grau&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Zeitstellung&lt;br /&gt;
| wahrscheinlich – wenigstens teilweise Latènezeit&lt;br /&gt;
| Mittelalter?&lt;br /&gt;
| Mittelalter?&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Gefäßform&lt;br /&gt;
| weitmundige Töpfe mit kurz einschwingender Halszone und hoher Randlippe; bauchige Töpfe mit Trichterhals; große, flache Schalen mit sehr breitem Rand&lt;br /&gt;
| bauchiges Gefäß mit abgesetzter, steiler Schulterzone und abgewinkeltem, flachen Trichterhals; Bodenstücke eines Gefäßes mit flach ansteigender Wandung; Gussform für Perlen&lt;br /&gt;
| hohe Gefäße mit verdicktem und nach unten gebogenem Rand; Bodenscherben von steilen Gefäßen; Bodenscherben von bauchigen Gefäßen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Verzierung&lt;br /&gt;
| eng gestellte und tief eingeschnittene senkrechte Rillen auf Gefäßkörper; Rillen in Furchentechnik auf dem Hals der Schale&lt;br /&gt;
| häufig flache Wellenlinienmuster mit breiter Ritztechnik; breite waagerechte Rillen&lt;br /&gt;
| keine bekannt; 1 Abdruck eines Kreuzes als Töpfermarke&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
G. Scharrer-Liška bietet ein Modell der Warenarten ihres Bearbeitungsgebietes (Niederösterreich) an, in welchem sie sieben Warengruppen definiert, von denen Warenarten 1–3 verschiedene Formen der Graphitkeramik aufnehmen (Scharrer-Liška 2007, 76).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Abb. 7: Warenarten nach Huber u.a. 2003, 46.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;width:10em;&amp;quot; | Waren-/Keramikart 1&lt;br /&gt;
| Graphitkeramik (reduzierend gebrannt, sehr  hoher Graphitanteil)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Waren-/Keramikart 2&lt;br /&gt;
| „Ummäntelte“ Graphitkeramik (keine tatsächliche Ummäntelung mit Tonschlicker, wie in älterer Literatur oft angegeben, sondern Wechselbrand, bei dem sekundär unter oxidierender Atmosphäre der Graphit verbrannt wurde und dadurch die Oberfläche, im Gegensatz zum grauen Kern, braune bis rötlich-orange Farbe erhielt)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Waren-/Keramikart 3&lt;br /&gt;
| Stark glimmerhaltige Graphitkeramik (reduzierend gebrannt)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Waren-/Keramikart 4&lt;br /&gt;
| „Eisentonware“ (spätmittelalterliche, reduzierend gebrannte, gering bis mittelstark graphitgemagerte Keramik)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Waren-/Keramikart 5&lt;br /&gt;
| „Grautonware“ (reduzierend gebrannte Irdenware, vor allem steinchengemagert)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Waren-/Keramikart 6&lt;br /&gt;
| Wechselhaft gebrannte Irdenware&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Waren-/Keramikart 7&lt;br /&gt;
| Oxidierend gebrannte Irdenware&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Waren-/Keramikart 8&lt;br /&gt;
| Bleiglasierte Irdenware&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer Publikation von E. H. Huber/K. Kühtreiber/G. Scharrer aus dem Jahr 2003 tritt als Warenart 4 noch die Eisentonkeramik hinzu (Abb. 7) (Huber/Kühtreiber/Scharrer, 2003, 46).&lt;br /&gt;
Ein weiteres System wurde von K. Kühtreiber 2006 publiziert, in welchem sie Graphitkeramik wiederum als EINE Warenart definiert, als primäres Unterscheidungskriterium die Stärke der Magerung wählt und dieser den Brand als Differenzierungsmerkmal unterordnet (Kühtreiber 2006, 96).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den benannten Beispielen wird ein grundsätzliches Problem bei der Erfassung der Graphitkeramik deutlich. Während in Deutschland Graphitkeramik als EINE Warenart definiert wird, die über formale Kriterien weiter untergliedert wird, versteht man im österreichischen Raum Graphitkeramik als Oberbegriff, die existierenden Varianten nach der Definition von G. Scharrer-Liška als eigene Warenarten (außer im System von K. Kühtreiber). Diese kommunikative Unschärfe erschwert die Parallelisierung von Systematisierungssystemen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allen diesen Modellen ist gemeinsam, dass sie sich auf einen konkreten Fundplatz oder ein territorial begrenztes Gebiet beziehen und somit den Rahmen für die Untergliederung sehr eng abstecken. Eine eigene, unabhängige Untergliederung für das süddeutsche Fundgut als fast ausschließlichen Import ignoriert die Herkunft und die damit verbundenen Interpretationsmöglichkeiten. Um die mit der Graphitkeramik in Zusammenhang stehenden Fragestellungen beantworten zu können, erscheint ein Denken in größeren Zusammenhängen sinnvoll. Nötig wäre hier eine – nur der Graphitkeramik in allen ihren Ausprägungen vorbehaltene – Warenartgliederung, die sowohl archäometrische als auch formale Kriterien beinhaltet, sich länderübergreifend auf die Herstellungsregionen stützt und so die Chance bietet, das in den Importregionen zu Tage getretene Fundgut zeitlich und räumlich einzuhängen. Damit wären die Voraussetzungen zur Beantwortung vieler archäologischer Fragen rund um diese Form der Keramik geschaffen. Da diese überregionalen Gliederungen für die Herstellungsgebiete noch fehlen, muss dies zukünftigen Generationen überlassen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Varianten==&lt;br /&gt;
Graphit wurde in unterschiedlicher Weise eingesetzt, um dem Ton von Gefäßen eine höhere Funktionalität, den Gefäßen selbst ein höheres Prestige oder einen gesteigerten Marktwert zu verleihen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Übereinstimmung mit T. Mittelstraß (Mittelstraß 2007, 235 mit Anm. 1) und G. Scharrer-Liška (Scharrer-Liška 2003, mit Anm. 1) wird hier der Begriff „Graphitkeramik“ verwendet und darunter jede Form von mit Graphit behandeltem Ton verstanden. Der in der Literatur oft synonym verwendete Begriff Graphittonkeramik bleibt ausschließlich der mit Graphit gemagerten Keramik vorbehalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Graphittonkeramik]]&lt;br /&gt;
*[[Graphitengobierte Keramik]]&lt;br /&gt;
*[[Graphitierte Keramik]]&lt;br /&gt;
*[[Ummäntelte Graphittonkeramik]]&lt;br /&gt;
*[[Keramik mit Graphitbemalung]]&lt;br /&gt;
*[[Eisentonkeramik]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Formen==&lt;br /&gt;
[[Datei:Krenz Abb. 14 Entwicklung Topfformen.png|250px|thumb|left|Abb. 8: Entwicklung graphithaltiger Topfformen in Österreich (Scharrer-Liška 2007, 37).]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Krenz Abb. 15 Bügelkannen.jpg|300px|thumb|right|Abb. 9: Henkel von Bügelkannen, Graphitkeramik (Foto: J. Krenz, Lesefund Hr. Hartl, Freyung, AO: BLfD Regensburg).]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die keramischen Formen der Graphitkeramik entwickeln sich im Früh- und Hochmittelalter zunächst analog der Formen der graphitfreien Keramik. Das keramische Spektrum ist in dieser Periode sehr eingeschränkt und erstreckt sich fast ausschließlich auf Töpfe, vereinzelt auch Backteller (Abb. 8).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Sonderformen von Töpfen können in Österreich ab dem 11. Jh. speziell gestaltete Vorratsgefäße identifiziert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Beginn des Hochmittelalters erweitert sich das Formenspektrum auf Deckel, Pfannen und Schüsseln, ab dem 12. Jh. kommen Bügelkannen und ab dem 13. Jh. Krüge und Aquamanile hinzu (Scharrer-Liška 2003, 8) (Abb. 9). Dies lässt sich mit der Differenzierung der sozialen Gepflogenheiten, d.h. von Haushalts- und Tischsittengestaltung parallelisieren, die vom südwestlichen und südlichen Deutschland (vermutlich durch den von hier ausgehenden Landesausbau) in den österreichischen Donauraum wirkt (Scharrer-Liška 2007, 34). Erst im ausgehenden Spätmittelalter und v.a. mit dem Aufkommen der Eisentonkeramik minimiert sich das Formenspektrum der Graphitkeramik und beschränkt sich auf Töpfe, Vorratsgefäße, Schmelztiegel, technische Keramik und Kacheln, für die die besonderen Eigenschaften der Graphitkeramik von bedeutendem Vorteil waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine gegenläufige Entwicklung nimmt die graphitengobierte grauschwarz hartgebrannte Drehscheibenware. Ihr Typenspektrum erweitert sich im Spätmittelalter enorm und weist neben den weiterhin dominierenden Töpfen auch Kannen, Flaschen, Dreifußgefäße, Schüsseln, Lampenschälchen, verschiedene Deckelformen und kugelförmige Becher auf (Bizer 2006, 50 f.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verzierungen==&lt;br /&gt;
Grundsätzlich folgte auch die Verzierung der Graphitkeramik den Entwicklungen, die graphitfreie Keramik im Mittelalter nahm. Im Frühmittelalter, teilweise auch im Hochmittelalter, scheinen die Gefäße üppiger verziert als in späteren Zeiten. Als vorherrschende Verzierungen der frühen Periode können Wellenlinien, Wellenbänder, Einstichmuster und horizontal umlaufende Dekore identifiziert werden (Abb. 16). Diese werden später durch horizontal umlaufende Linien oder Linienbänder abgelöst, von Dekoren also, die durch das Aufkommen der Töpferscheibe wahrscheinlicher werden. Spätestens mit dem städtischen Handwerk, das bereits einer vorindustriellen Herstellung glich, wurden Verzierungen scheinbar nur dann angebracht, wenn es der Herstellungsprozess erlaubte (Scharrer-Liška 2007, 23).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verzierungen des Fundmaterials aus Süddeutschland zeigen eine kongruente Entwicklung. Als früheste Muster treten Wellenlinien verschiedenster Ausprägungen, z.T. zwischen umlaufenden Rillen, Schrägkerben- und Tupfenreihen, innenverzierte Ränder, Bodenmarken bzw. Töpferzeichen in Form von Kreuzen sowie im Hochmittelalter breite Gurtbänder auf Vorratsgefäßen auf. Eisentonwaren zeichnen sich regelhaft durch Stempelmarkierungen sowie Rillen/Riefen unter dem Rand aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Herstellungstechnik==&lt;br /&gt;
Die Herstellung von Graphitkeramik im Mittelalter erfolgte zunächst analog der Herstellung anderer Warenarten. Der Töpfer musste den Ton aufbereiten. Dazu wurde der Rohstoff der Witterung ausgesetzt, das sogenannte Wintern, Wettern oder Einsumpfen setzte ein. Danach erfolgte das Schlemmen des Tones, Verunreinigungen und überflüssiges Wasser wurden entfernt. Das anschließende Kneten minimierte mögliche Luftblasen und erhöhte die Bearbeitbarkeit des Tones (Felgenhauer-Schmiedt, o. J., 35). Die Magerung eines Tones mit Graphit ist mit einigen zusätzlichen Arbeitsschritten und Herausforderungen verbunden. Ein natürlicher hoher Graphitgehalt oder starker künstlicher Graphitzuschlag im Ton verringern dessen Plastizität, weshalb es schwierig ist, mit diesem Ton dünnwandig zu arbeiten. Dies wird als Grund angeführt, dass insbesondere die frühen, stark graphithaltigen Gefäße ein eher archaisches Aussehen hatten und als plumpere Varianten der graphitfreien Gefäße galten. Erst mit dem Aufkommen von Drehhilfen und Tonen, die tendenziell immer weniger Graphit enthielten, ist eine Verfeinerung des Bildes der Graphitkeramik zu beobachten (Mittelstraß 2007, 236, Scharrer-Liška 2007, 21 f.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund seiner hydrophoben Eigenschaften ist Graphit im feuchten Zustand nur schwer mit dem Ton zu vermischen. Um eine gleichmäßige Textur des Tones zu erreichen, werden zwei mögliche Varianten der Herstellung diskutiert. Eine Möglichkeit stellt die Vermischung unter starkem körperlichem Einsatz durch das Abtreten mit den Füßen dar. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, sowohl Ton als auch Graphit zunächst zu trocknen, zu zerreiben, wieder zu vermischen und mit Wasser zu versetzen (Scharrer-Liška 2007, 21). Im Frühmittelalter sprechen Dickwandigkeit der Gefäße, unregelmäßige Formgebung und senkrechte Verstreichspuren an den inneren Gefäßwänden für einen Handaufbau. Im Hochmittelalter liefert das Vorhandensein von Bodenmarken und Quellböden Hinweise auf die Verwendung von handgetriebenen Drehhilfen (Scharrer-Liška 2007, 21 ff.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor dem Brennen des Tones wurden Einstiche oder Schnitte in die dickeren Teile des Gefäßes eingebracht, um eine schnellere und gleichmäßigere Trocknung des Tones zu erreichen und das Risiko des Reißens während des Brennvorgangs zu minimieren. Graphit oxidiert bei Sauerstoffzufuhr bei 400–500°C und verbrennt bei 700–1000°C, unter reduzierenden Bedingungen setzt diese Reaktion erst bei ca. 3.500°C ein. Die Brennatmosphäre wurde entsprechend entweder reduzierend gestaltet oder die Gefäße wurden bei sehr niedrigen oxidierenden Temperaturen gebrannt (Scharrer-Liška 2007, 25). Für die unter reduzierenden Bedingungen hergestellte frühmittelalterliche Graphitware von Thunau am Kamp in Niederösterreich konnte mittels mikroskopischer Untersuchungen festgestellt werden, dass der Brenntemperaturbereich zwischen 700–900°C lag (Dell’Mour 2002, 91).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verbesserung der Brenntechnik vom Früh- zum Hochmittelalter ermöglichte in Niederösterreich dann das Aufkommen der Ummäntelten Graphittonkeramik (Scharrer-Liška 2007, 25).&lt;br /&gt;
Bei der Herstellung engobierter Graphitkeramik wurde auf ein graphitfreies, lederhartes Gefäß vor dem Brand eine Graphitengobe aufgebracht. Diese Engobe war vermutlich eine Mischung aus geschlämmtem Ton und Graphitbrei. Das Auftragen erfolgte mit einem Tuch oder Leder, Begießen oder Tauchen kamen, wie experimentalarchäologische Versuche zeigten, eher nicht in Betracht, da sich wegen der Saugfähigkeit des lederharten Materials eine zu dicke Engobeschicht bildet, die zu Blasenbildung und Abplatzungen neigt (Böhmer 2008, 146). Der Brand graphitengobierter Waren setzte ab der mittleren Brennphase einen kontrollierten Reduktionsbrand voraus. Beim Nachheizen musste der zugeführte Sauerstoff vollkommen im Feuerraum verbrennen und durfte nicht an die Ware gelangen, um den Graphit an der Oberfläche zu halten (Böhmer, 2008, 149).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Graphitierung der Keramik erfolgte erst nach dem Brand der Gefäße. Dazu wurde das Keramikobjekt mit Graphitstaub eingerieben. Eventuell erfolgte ein kurzer Stabilisierungsbrand (Mittelstraß 2007, 242).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Scherbenbeschaffenheit==&lt;br /&gt;
Die Scherbenbeschaffenheit, d.h. Merkmale wie Magerungsdichte, Magerungsgröße, Härte, Farbe, Beschaffenheit der Oberfläche, Brandatmosphäre, Wandstärke und Porosität variieren innerhalb der verschiedenen Ausprägungen der Graphitkeramik und deren zeitlichen, örtlichen und technischen Modifikationen derart stark, dass sie hier nicht zusammengefasst werden können. Erschwerend kommt hinzu, dass einheitliche Merkmale in der Literatur zu den süddeutschen Fundkomplexen nur z.T. publiziert wurden, so dass sich aufgrund des begrenzten Informationsstandes Aussagen verbieten. Generell scheint sich bei den frühen Formen aber abzuzeichnen, dass Graphitkeramik im Vergleich zur sonstigen mittelalterlichen Keramik deutlich weicher gebrannt ist. Wenn benannt, erreicht die Keramik selten mehr als den Härtegrad „2“ nach Mohs. Auch ist beim süddeutschen Fundgut meist von einer reduzierenden Brandführung auszugehen. Dies ist allerdings in den Kontext eines fehlenden Forschungsstandes zu anderen Varianten der Graphitkeramik im süddeutschen Raum zu stellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als abweichende Ausnahmeerscheinung treten wieder die Oberflächenfunde aus den Burgen der Schwäbischen Alb auf. Diese Art der engobierten Graphitkeramik ist hart bis sehr hart gebrannt, im Bruch einheitlich grau bis mittelgrau und gleichförmig dunkel bis schwarzgrau auf der Oberfläche (Bizer 2006, 50).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Sozialer Kontext==&lt;br /&gt;
Graphitkeramik tritt im gesamten Verbreitungsgebiet sowohl im dörflichen Raum als auch in aufkommenden städtischen Siedlungen und auf Burgen auf. Beim Siedlungstyp der Burgen ist – wie im österreichischen Raum – in Süddeutschland keine Einheitlichkeit zu verzeichnen. Auf manchen Burgen ist Graphitkeramik nachweisbar, an anderen Fundplätzen fehlt sie im Fundgut. G. Scharrer-Liška sieht hierin einen Hinweis auf unterschiedliche Funktionen oder Nutzungsweisen der Burgen (ländliches Gehöft oder adeliges Milieu) (Scharrer-Liška 2007, 74).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Graphitgemagerte Vorratsgefäße scheinen sich im österreichischen Verbreitungsgebiet vorwiegend im ländlich-dörflichen Bereich, aber auch in Siedlungen fassen zu lassen, die sich später zu Städten entwickelten (Scharrer-Liška 2007, 74). Für Süddeutschland sind aufgrund der geringen Funddichte keine eindeutigen Aussagen zu treffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Generell scheint es bis zum Ende des Hochmittelalters zwischen sozialen Schichten so gut wie keine Unterschiede bei der Verwendung von Graphitkeramik gegeben zu haben, zumindest sind in Gebieten mit besserem Forschungsstand durchwegs überall gleiche Formen und gleiche Wertschätzung zu verzeichnen. Erst im Spätmittelalter ist eine gewisse Differenzierung hinsichtlich Qualität und Anteile verschiedener Formen im städtischen und ländlichen Milieu greifbar (Scharrer-Liška 2007, 74).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wertschätzung, die Graphitkeramik erhalten hat, ist sicherlich an den Reparaturspuren ablesbar. Trotz des geringen Fundaufkommens sind für Süddeutschland diese Flickungen für mindestens drei Fundkomplexe sicher belegt, den Rauhen Kulm und die Burgen Wittelsbach und Sulzbach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Forschungsfragen==&lt;br /&gt;
Graphit als lagerstättenbedingt begrenzt vorkommendes Mineral in Verbindung mit Graphitkeramik als weit verhandeltem archäologischen Fundgut bietet der Forschung ein breites Feld von Fragen (Kouřil 1998, 38, Bogusław 1938, 18).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fragenkomplex zum Material&lt;br /&gt;
*Gründe für die Nutzung von Graphit als Magerungsbestandteil&lt;br /&gt;
*Bestimmung der Funktion der Gefäße&lt;br /&gt;
*Herstellungs- und Produktionstechnik der Keramik, Brennverfahren, Aussagen über technische Weiterentwicklungen im Töpferhandwerk&lt;br /&gt;
*Naturwissenschaftliche Untersuchungen hinsichtlich der Beziehung von Magerungsanteil des Graphits, Magerungsgröße der Graphitpartikel und den physikalischen Eigenschaften der Gefäße&lt;br /&gt;
*Einfluss von sekundären Formationsprozessen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Chronologische Fragestellungen&lt;br /&gt;
*Beginn der Graphitkeramikproduktion in den verschiedenen Regionen und ihre Fortentwicklung im Hoch- und Spätmittelalter&lt;br /&gt;
*Datierung der verschiedenen Formen und Warenuntergruppen&lt;br /&gt;
*Import- und/oder Kreuzdatierung für Fundplätze in Importregionen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Typologische und morphologische Fragestellungen (Kouřil 1998, 38)&lt;br /&gt;
*Randformen, Gefäßformen, typologische Reihen&lt;br /&gt;
*Tektonik der Gefäße&lt;br /&gt;
*Bearbeitung der Oberfläche, Verzierungen, Dekor, Markenzeichen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wirtschaftsgeschichtliche Fragestellungen&lt;br /&gt;
*Provenienz der Tone und des Graphits&lt;br /&gt;
*Transportwege, Handelsrouten, Richtungen und Weisen des Vertriebs (Gefäße, Ton, Graphit als Rohstoff?)&lt;br /&gt;
*Organisation des Töpferhandwerks (grundherrschaftlich, regional)&lt;br /&gt;
*Identifikation von Töpfermanufakturen und Absatzmärkten&lt;br /&gt;
*Beobachtungen von Veränderungen und Rückschlüsse auf gesellschaftliche Umbrüche&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Soziale Fragestellungen&lt;br /&gt;
*Sozialer Kontext, Informationen zum Arbeits- und Alltagsleben der Nutzer und Hersteller&lt;br /&gt;
*Definition von sozialen Kontakträumen&lt;br /&gt;
*Aussagen hinsichtlich gesellschaftlicher Stellung von Bevölkerungsschichten sowie entsprechender sozialer Strukturveränderungen&lt;br /&gt;
*Aussagen zur „Wertigkeit“ bestimmter Merkmale der Keramik und Rückschlüsse auf dahinterstehende soziale, psychologische und identitätsstiftende Wahrnehmungs-, Denkmuster und Bedeutungsebenen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Naturwissenschaftliche Analysen==&lt;br /&gt;
Bisher wurden erst wenige wissenschaftliche Analysen an Graphitkeramik durchgeführt, die sich auf die Warenart als Solche beziehen. Als umfassendste kann die Untersuchung von G. Duma und C. Ravasz „Graphithaltige Gefäße aus Österreichs Mittelalter“ (1976) benannt werden, in der verschiedene Aspekte im Zusammenhang mit dieser Keramikart untersucht wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein wesentliches Element bei der wissenschaftlichen Erforschung der Graphitkeramik ist die Bestimmung ihrer physikalischen und chemischen Eigenschaften, d.h. die Untersuchung der Rolle des intentionell in den Ton beigegebenen Graphits bzw. der bewussten Nutzung von Graphiterde – einem natürlichen Verwitterungsprodukt in Regionen des Vorkommens von Graphit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Testserie bei Duma/Ravasz (Duma/Ravasz 1976, 234 ff.) wurden vier Graphittonproben auf der Basis gleichartigen Tons mit jeweils 5%, 10%, 20% und 40% feingekörntem Naturgraphit gemagert (bei 84% Kohlenstoffgehalt des Graphits ergab dies Proben mit 4,2%, 8,4%, 16,8% und 33,6% Kohlenstoff) und bei 900°C reduzierend gebrannt. Für einen 15 mm dicken Scherben wurden folgende Ergebnisse erzielt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hydrophobie: Bei den Testserien wurde festgestellt, dass die Probe mit 16,8% reiner Graphitmagerung kein Wasser mehr aufnahm, sowohl die Oberfläche als auch die Gesamtmenge des Scherbens als hydrophob gelten konnte. Diese Eigenschaft nahm kontinuierlich mit abnehmenden Graphitgehalt ab. In der Konsequenz bedeutet dies, dass zwischen einer Graphitmagerung von 8,4% und 16,8% die Irdenware eine Wasserundurchlässigkeit erreicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wärmeleitfähigkeit: Hierfür wurde die Probe mit 16,8% Graphitmagerung sowie ein gleichwertiger 15 mm dicker graphitfreier Scherben hinsichtlich der Frage untersucht, welcher Zeitraum nötig ist, sowohl Innen- als auch Außenseite eines Gefäßes auf eine Temperatur von 105°C zu erhitzen. Während für das graphitfreie Gefäß hierfür 17 min nötig waren, erreichte das mit 16,8% graphitgemagerte Gefäß diese Temperatur nach 9,5 min.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Temperaturwechselbeständigkeit: Die Wärmeausdehnung des Scherbens (Dilatation) nimmt infolge des Graphitgehaltes ab, bereits beträchtlich bei einer Magerung mit 16,8% Graphit, wodurch das Gefäß eine deutlich höhere Widerstandsfähigkeit gegen Temperaturschwankungen entwickelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Gefäße mit einer Graphitengobierung eines ansonsten graphitfreien Tones die Eigenschaften von graphithaltigen Tongefäßen nicht aufweisen können (Duma/Ravasz 1976, 236).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Untersuchung von G. Duma/R. Ravasz wurden weitere Ergebnisse formuliert, die eine breitere Diskussionsbasis für offene Forschungsfragen hinsichtlich der süddeutschen Graphitkeramik schaffen:&lt;br /&gt;
*Eine naturwissenschaftliche Untersuchung von vier österreichischen und drei ungarischen Proben, die aufgrund ihrer äußeren Merkmale als „identische Wiener Gefäße“ archäologisch angesprochen wurden, ergab keine Herkunft aus den gleichen Gebieten. Die archäologische Bestimmung der drei ungarischen Proben konnte mit Recht angezweifelt werden (Duma/Ravasz 1976, 228). Graphitkeramik aus Süddeutschland wird fast ausschließlich als Importware definiert. Aufgrund der Tonbeschaffenheit und formaler Kriterien der Scherben werden Bezüge zu möglichen Herstellungszentren und daraus resultierend Thesen zu Handelbeziehungen, sozialen Kontakträumen und grundherrschaftlicher Durchdringung formuliert. Das Ergebnis der Untersuchung zeigt die Notwendigkeit für ein Bewusstsein über derartige Fehlerquellen.&lt;br /&gt;
*Anders als in der Literatur geäußert, verlieren regelmäßig erhitzte Gefäße einen Teil ihres Kohlenstoffs auch während des Gebrauchs. Bei jedem nicht reduzierendem Brand, dem Graphitkeramik ausgesetzt wird (also auch bei Überhitzung am Kochfeuer), oxidieren Graphitanteile zu Kohlenstoffdioxid und entweichen als Gas (Endres 182, 52; ebenso: Duma/Ravasz 1976, 234). Graphithaltige Tongefäße können demnach nicht nur aufgrund ihres Kohlenstoffgehaltes in Gruppen systematisiert werden. Dies ist im Hinblick auf die Definition von Warenuntergruppen anhand des Graphitgehalts von nicht unbeträchtlichem Belang.&lt;br /&gt;
*Graphithaltige Tongefäße können im Boden eingebettet den korrosiven Wirkungen der Bodenumgebung dauerhaft widerstehen. Es konnten keine auf Rehydratationsprozesse hindeutende Charakterzüge festgestellt werden (Duma/Ravasz 1976, 234).&lt;br /&gt;
Dass Graphitkeramik durch sekundäre Formationsprozesse dennoch Veränderungen durchläuft, zeigen zwei anpassende Scherben von Eisentonkeramik aus einer Notgrabung in [[Ulm, Weinhof|Ulm (Weinhof 23)]], von denen eine noch einen deutlichen Graphitanteil aufweist, die andere aber nicht (Schreg Blog Archaeologik (05.01.2015)).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere wissenschaftliche Untersuchungen stellen über die Analyse der mineralogisch-petrographischen Bestandteile der Graphittone die archäologische Fragestellung nach der Herkunft des Graphits und des Rohtones sowie damit in Zusammenhang stehende Thesen zu wirtschaftsgeschichtlichen Fragestellungen in den Vordergrund.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu nennen sind hier die Publikationen von R. W. Dell’Mour „Mikroskopische Untersuchungen an frühmittelalterlicher Keramik von Thunau am Kamp, NÖ Lokalware – Importe – Rohstoffherkunft“ (2002), J. Dvorská/L. Poláček/G. Schneider „Chemische Analyse der Keramik von Mikulčice“ (1998) und M. Gregerová/R. Procházka „Erste Ergebnisse naturwissenschaftlicher Untersuchungen an Graphittonkeramik aus Brno (Brünn)“ (1998). Für Süddeutschland besitzen diese Untersuchungen aufgrund ihrer Regionalität nur wenig Aussagekraft, können aber als Vorbild für ähnliche Untersuchungen dienen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Fazit==&lt;br /&gt;
Für die Archäologie bietet die Erforschung der Graphitkeramik aus verschiedenen Gründen erhebliche Möglichkeiten zum Erkenntnisgewinn. Diese reichen von typologischen und morphologischen Fragestellungen, der Herstellungs- und Produktionstechnik der Keramik über die Bestimmung der Funktion der Gefäße bis zu Aussagen zum Alltags-, Arbeitsleben und dem sozialen Kontext der Nutzer und Hersteller. Zusätzlich können naturwissenschaftliche und chronologische Thesen sowie wirtschaftsgeschichtliche Fragestellungen hinsichtlich Handelsrouten, Richtungen und Weisen des Vertriebs und die grundherrschaftliche oder regionale Organisation des Töpferhandwerks aufgeworfen werden. Gleichzeitig stellt mittelalterliche Graphitkeramik die Archäologie aber auch vor enorme Herausforderungen. So ist bis heute eine Unterscheidung vor- und frühgeschichtlicher zu mittelalterlicher Graphitkeramik ausschließlich über die Bestimmung von Rand- und Gefäßformen möglich. Dies stellt eine nicht unerhebliche Fehlerquelle für die Interpretation dar, die wegen des in Süddeutschland nur begrenzt vorhandenen Fundmaterials eine beachtliche Relevanz besitzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kerngebiet der Herstellung der Graphitkeramik ist nach heutigem Forschungsstand im österreichischen Donauraum und in Mähren zu lokalisieren. Die umliegenden Regionen Böhmen, Schlesien und Bayern können in erster Linie als Importregionen interpretiert werden. Eine Beantwortung der genannten Fragestellungen ist demnach nur durch internationale Zusammenarbeit über die heutigen politischen Grenzen hinweg möglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die wissenschaftliche Bearbeitung dieser Keramikvariante setzt aufgrund der Besonderheiten des Material Graphit eine enge Zusammenarbeit mit den Naturwissenschaften und der experimentellen Archäologie voraus. Sie wird damit zum Gegenstand sowohl internationaler wie interdisziplinärer Projekte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Referenzkomplexe Graphitkeramik==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Referenzkomplexe Graphitkeramik (ohne Grauschwarz hartgebrannte Drehscheibenware)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
!&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;width:11em;&amp;quot;| Fundort&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;width:8em;&amp;quot;| Warenart&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;width:7em;&amp;quot;| Koordinaten&lt;br /&gt;
! Fundart&lt;br /&gt;
! Feldkampagnen (FK) &amp;lt;br /&amp;gt; Literatur (L)&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;width:14em;&amp;quot;| Datierung&lt;br /&gt;
! Beschreibung &amp;lt;br /&amp;gt; Formen (F), Verzierung (V), Scherbenbeschaffenheit (SB)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 1&lt;br /&gt;
| Kastell Boiotro, &amp;lt;br /&amp;gt; Passau&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 34′ 11,2″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 27′ 44,5″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 387 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| FK: 1974–1978 Rainer Christlein, BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; L: M. Altjohann 2012&lt;br /&gt;
| 8./9.–12. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Töpfe, Schalen, Schüsseln, Flachdeckel, Spinnwirtel, Ausgusstüllen &amp;lt;br /&amp;gt; V: gegenständige Wellenbandzier, Bodenmarken &amp;lt;br /&amp;gt; SB: dunkel- bis braungrau, seifig, schimmert metallisch, hoher Graphitanteil in der Magerung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 2&lt;br /&gt;
| Rauher Kulm, &amp;lt;br /&amp;gt; Bad Neustadt am Kulm&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 49° 49′ 44″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 50′ 58″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 681 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 2009 und 2014 H. Losert &amp;lt;br /&amp;gt; L: Freundlicher Hinweis PD Dr. H. Losert (unpubliziert)&lt;br /&gt;
| 8./9. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Töpfe &amp;lt;br /&amp;gt; V: Wellenlinien &amp;lt;br /&amp;gt; SB: braun, grau-schwarz, mittlerer Graphitanteil in der Magerung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 3&lt;br /&gt;
| Abtei [[Frauenwörth]], &amp;lt;br /&amp;gt; Chiemsee&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 47° 52′ 18″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 12° 25′ 30″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 515 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Kloster&lt;br /&gt;
| FK: 1961–1964 A. Stroh, BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; L: B. Hänsel 1966 &amp;lt;br /&amp;gt;    T. Mittelstraß 2007&lt;br /&gt;
| 9./10.–12.Jh.&lt;br /&gt;
| F: Töpfe, Gussformen für Perlen &amp;lt;br /&amp;gt; V: Wellenlinien, breite waagerechte Rillen, Töpfermarke &amp;lt;br /&amp;gt; SB: silbrig schwarz bis grau, feine Magerung, Graphitanteil mittel bis sehr hoch, mittelhart bis hart &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 4&lt;br /&gt;
| Pleinting&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 39′ 31″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 7′ 11″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 343 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Lesefund&lt;br /&gt;
| Lesefund &amp;lt;br /&amp;gt; L: R. Reinecke 1936&lt;br /&gt;
| Frühmittelalter&lt;br /&gt;
| Nur textliche Erwähnung: &amp;lt;br /&amp;gt; „Randscherbe eines weiten Beckens aus Graphitton“&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 5&lt;br /&gt;
| „Randesberger Hof“ in Cham&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 49° 13ʹ 32,5″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 12° 39ʹ 17,9″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 372 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| FK: 1971 &amp;lt;br /&amp;gt; L: H. Wolf 1971&lt;br /&gt;
| Frühmittelalter&lt;br /&gt;
| Textliche Erwähnung der Möglichkeit, dass eine gefundene Graphittonscherbe auch ins Frühmittelalter datieren könnte&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 6&lt;br /&gt;
| Burg Wittelsbach, &amp;lt;br /&amp;gt; Oberwittelsbach&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 28′ 7″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 10′ 34,3″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 515 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1978–1981 Dr. W. Sage/A. Dransfeld &amp;lt;br /&amp;gt; L: R. Koch 1993 &amp;lt;br /&amp;gt;    T. Mittelstraß 2007&lt;br /&gt;
| 10./11. Jh. (R. Koch) &amp;lt;br /&amp;gt; 11./12. Jh. (T. Mittelstraß)&lt;br /&gt;
| F: Topf &amp;lt;br /&amp;gt; V: Wellenlinie zwischen zwei umlaufenden Rillen &amp;lt;br /&amp;gt; SB: ohne Angabe&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 7&lt;br /&gt;
| Burgstall Warberg, &amp;lt;br /&amp;gt; Neunburg v. Wald&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 49° 22′ 54,7″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 12° 23′ 18″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 417 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1991–1997 V. Kaufmann &amp;lt;br /&amp;gt; L: V. Kaufmann 1999 &amp;lt;br /&amp;gt;    T. Mittelstraß 2007&lt;br /&gt;
| 10. Jh. (V. Kaufmann) &amp;lt;br /&amp;gt; 11. Jh. (T. Mittelstraß)&lt;br /&gt;
| F: Töpfe &amp;lt;br /&amp;gt; V: schräge Einstichreihe auf der Schulter &amp;lt;br /&amp;gt; SB: dunkelgrau bis schwarz und glänzend, glatt und speckig, Graphit abreibbar; mit Fingernagel leicht ritzbar&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 8&lt;br /&gt;
| Albrechtsburg, &amp;lt;br /&amp;gt; Meißen&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 51° 9′ 57,8″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 28′ 14,6″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 168 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Höhenburg&lt;br /&gt;
| FK: 1959–1963 P. Heerde/C. Fritzsche &amp;lt;br /&amp;gt; L: A. Schmid-Hecklau 2004&lt;br /&gt;
| 10.–12. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Topf &amp;lt;br /&amp;gt; V: Tupfenreihe auf der Schulter &amp;lt;br /&amp;gt; SB: keine Angaben &amp;lt;br /&amp;gt; Datierung ins Mittelalter fragwürdig&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 9&lt;br /&gt;
| Burg Pappenheim, &amp;lt;br /&amp;gt; Lkr. Weißenburg&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 55′ 58,1″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 10° 58′ 17,8″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 508 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Höhenburg&lt;br /&gt;
| Lesefund &amp;lt;br /&amp;gt; L: M. Schußmann 1997&lt;br /&gt;
| 11./12. Jh.&lt;br /&gt;
| Freundlicher Hinweis PD Dr. M. Schußmann: &amp;lt;br /&amp;gt; 2 Graphittonscherben, davon 1 Randscherbe mit stark gekehltem Leistenrand&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 10&lt;br /&gt;
| Burg Sulzbach, &amp;lt;br /&amp;gt; Lkr. Amberg-Sulzbach&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 49° 30′ 18,7″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 44′ 10″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 444 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1992–2000 BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; L: M. Hensch 2005a und 2005b&lt;br /&gt;
| 11./12. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Töpfe (0,09% des Materials) &amp;lt;br /&amp;gt; V: Wellenverzierung &amp;lt;br /&amp;gt; SB: grau-schwarz silbrig, glatt, hoher Anteil von Graphit in der Magerung, Abrieb vorhanden, Mohs 2&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 11&lt;br /&gt;
| Schlosserstiege, &amp;lt;br /&amp;gt; Passau&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik &amp;lt;br /&amp;gt; Graphitierte (engobierte?) Keramik&lt;br /&gt;
| 48° 34ʹ 31,4″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 27ʹ 51,5″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 387 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| FK: 1992/1993 J.-P. Niemeier &amp;lt;br /&amp;gt; L: J.-P. Niemeier 1994 &amp;lt;br /&amp;gt;    T. Mittelstraß 2007&lt;br /&gt;
| 12./13.–15. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Töpfe, Deckel, Kanne &amp;lt;br /&amp;gt; V: Deckel mit innenverziertem Rand, Töpfermarke &amp;lt;br /&amp;gt; SB: keine Angabe&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 12&lt;br /&gt;
| Burgstall Saunstein, &amp;lt;br /&amp;gt; Mitternach&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 51′ 1″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 19′ 36″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 594 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1983 BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; L: B. Engelhardt/R.Pleyer 1986 &amp;lt;br /&amp;gt;    T. Mittelstraß 2007&lt;br /&gt;
| 12./13. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Töpfe, Flachdeckel &amp;lt;br /&amp;gt; V: keine Angabe, Durchlochung eines Deckels &amp;lt;br /&amp;gt; SB: glatt, mittlerer bis hoher Graphitgehalt, z.T. seifig&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 13&lt;br /&gt;
| Burgstall am Hohen Bogen, &amp;lt;br /&amp;gt; Rimbach&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 49° 14′ 1,9″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 12° 56′ 4,2″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 976 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: A. Stroh, BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; L: H. Dannheimer 1973&lt;br /&gt;
| 12. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Topf, fassartige Vorratsgefäße &amp;lt;br /&amp;gt; V: Fingertupfen, Schrägkerbenreihe, eingeritzte Linien, breite Gurtbänder auf Vorratsgefäßen &amp;lt;br /&amp;gt; SB: Graphit- und Goldglimmermagerung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 14&lt;br /&gt;
| Burgstall Untergrießbach, &amp;lt;br /&amp;gt; Lkr. Passau&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 27ʹ 28,4″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 9ʹ 13,7″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 468 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1994–1996 Kreisarchäologie Passau &amp;lt;br /&amp;gt; L: W. Wandling 1996 &amp;lt;br /&amp;gt;    W. Wandling 1997&lt;br /&gt;
| 12. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Töpfe, Schalen &amp;lt;br /&amp;gt; V: Tupfenleisten, Wellenverzierung oder Radkreuzstempeln am Boden &amp;lt;br /&amp;gt; SB: keine Angabe&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 15&lt;br /&gt;
| Donaumarkt, &amp;lt;br /&amp;gt; [[Regensburg]] &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; [[Regensburg, Lederergasse 1]], &amp;lt;br /&amp;gt; Regensburg&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; Eisentonkeramik&lt;br /&gt;
| 49° 1ʹ 13,1″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 12° 6ʹ 10,9″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 339 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| FK: 2012–2015 „Museum der Bayerischen Geschichte“, Maßnahmen-Nr. M-2012-1989-1_0 &amp;lt;br /&amp;gt; L: Freundlicher Hinweis I. Nießen (Promotionsprojekt in Bearbeitung) &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; FK: 1981–1982 BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; L: M. Wintergerst 1999&lt;br /&gt;
| 9.–11./12. Jh. &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; 17. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Töpfe, Vorratsgefäße, Schüsseln &amp;lt;br /&amp;gt; V: Wellenlinien, Wellenbänder, umlaufende Rillen, Einstichmuster, innenverzierte Ränder, bisher singuläres rautenförmiges Muster &amp;lt;br /&amp;gt; SB: dunkelgrau, bräunlich-grau, braun-schwarz, grau, schwarz; hoher Graphitgehalt, daneben noch Glimmer und Quarz, Mohs 1–2, gelegentlich auch hart &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; Zeitlich zu weit außerhalb des Rahmens der Arbeit&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 16&lt;br /&gt;
| Schlossberg Windberg bei Windorf, &amp;lt;br /&amp;gt; Lkr. Passau&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 37′ 53,2″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 16′ 3,5″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 380 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Höhenburg&lt;br /&gt;
| FK: 2001/2002 Kreisarchäologie Passau &amp;lt;br /&amp;gt; L: W. Wandling 2010&lt;br /&gt;
| 12./13. Jh.&lt;br /&gt;
| Nur textliche Erwähnung: Graphithaltige Tonscherben von hochmittelalterlichen Gefäßen, z.T. mit Kreuzstempeln auf dem Boden&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 17&lt;br /&gt;
| Kirche St. Peter und Paul, &amp;lt;br /&amp;gt; Aschheim&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 10′ 18,2″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 42′ 55,5″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 512 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Kirche&lt;br /&gt;
| FK: 1967–1971 H. Dannheimer &amp;lt;br /&amp;gt; L: H. Dannheimer 1988&lt;br /&gt;
| Hochmittelalter&lt;br /&gt;
| F: Topf &amp;lt;br /&amp;gt; V: keine Angabe &amp;lt;br /&amp;gt; SB: keine Angabe&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 18&lt;br /&gt;
| Vohburg-Burgberg, &amp;lt;br /&amp;gt; Lkr. Pfaffenhofen&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 46′ 14,4″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 36′ 58,1″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 370 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1973–1974 BLfD &amp;lt;br /&amp;gt;    Lesefunde &amp;lt;br /&amp;gt; L: G. Riedel 2000&lt;br /&gt;
| Hochmittelalter&lt;br /&gt;
| F: 3 Töpfe &amp;lt;br /&amp;gt; V: Horizontal- und Wellenriefen, z.T. überschneidend &amp;lt;br /&amp;gt; SB: fast alle Farbvarianten, weich bis mittelhart, z.T. Misch- oder Oxidationsbrand&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 19&lt;br /&gt;
| Großmehring, &amp;lt;br /&amp;gt; Lkr. Eichstätt&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 46′ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 32′ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 375 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| FK: 1994–1995 BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; L: G. Riedel 2000&lt;br /&gt;
| Früh-/Hochmittelalter&lt;br /&gt;
| F: 2 Töpfe, Deckel &amp;lt;br /&amp;gt; V: einzelne Wellenriefe zwischen Horizontalriefen &amp;lt;br /&amp;gt; SB: graubraun bis graubeige, weich bis mit-telhart, Misch- oder Oxidationsbrand&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 20&lt;br /&gt;
| Ingolstadt&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 46′ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 25′ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 374 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| FK: 1987–1988 BLfD (Grabung Ingolstadt Hallstr./Carraraplatz) &amp;lt;br /&amp;gt; L: G. Riedel 2000&lt;br /&gt;
| Hochmittelalter&lt;br /&gt;
| 1 unverzierte WS, nachgedreht&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 21&lt;br /&gt;
| [[Zuchering, Am Mühlwegfeld (Zuchering-Ost)]]&lt;br /&gt;
| Graphitkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 43′ 46″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 24′ 43″ O&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| FK: 1983–1989 BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; L: E. Weid 2000&lt;br /&gt;
| Latène (?)&lt;br /&gt;
| 6 Graphitkeramikscherben, von denen 5 unsicher in die Vorgeschichte datiert wurden (Material müsste nochmals geprüft werden)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 22&lt;br /&gt;
| Erlau, &amp;lt;br /&amp;gt; Obernzell&lt;br /&gt;
| Eisentonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 33′ 49″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 34′ 46″ O&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| L: T. Mittelstraß 2007&lt;br /&gt;
| Spätmittelalter&lt;br /&gt;
| Nur textliche Erwähnung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 23&lt;br /&gt;
| Ruhstorf a.d. Rott&lt;br /&gt;
| Graphitkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 26′ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 20′ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 319 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| L: T. Mittelstraß 2007 &amp;lt;br /&amp;gt;    W. Wandling 2017&lt;br /&gt;
| Unbekannt&lt;br /&gt;
| Textliche Erwähnung; Fundmeldungen 2013–2016 in Passau: Graphitkeramik, deren zeitliche Stellung nicht gesichert ist (MA/LT?)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 24&lt;br /&gt;
| Saldenburg, &amp;lt;br /&amp;gt; Lkr. Grafenau&lt;br /&gt;
| Eisentonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 46′ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 21′ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 532 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1991/1992 W. Endres &amp;lt;br /&amp;gt; L: W. Endres 1993 &amp;lt;br /&amp;gt;    M. U. Kasparek 1961&lt;br /&gt;
| 1368–1467/68&lt;br /&gt;
| F: Töpfe &amp;lt;br /&amp;gt; V: 2–5 mm breite, flaue Rillen, Stempel und Markierungen auf der Oberseite &amp;lt;br /&amp;gt; SB: hoher Graphitgehalt mit Quarz- und Feldspatanteilen bis 3 mm&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 25&lt;br /&gt;
| Burgstall Lobenstein, &amp;lt;br /&amp;gt; Marktgemeinde Röhrenbach&lt;br /&gt;
| Graphitkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 46′ 9,6″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 31′ 41,6″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 570 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg? &amp;lt;br /&amp;gt; Lesefund&lt;br /&gt;
| Lesefunde eines ehrenamtlichen Feldbegehers des BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; unpubliziert&lt;br /&gt;
| Latène- bis Neuzeit&lt;br /&gt;
| Alle Ausprägungen von Graphitkeramik in Formen, Farben, Varianten und Verzierungen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 26&lt;br /&gt;
| Fürholz, &amp;lt;br /&amp;gt; Gmd. Grainet, &amp;lt;br /&amp;gt; Lkr. Freyung-Grafenau&lt;br /&gt;
| Graphitkeramik &lt;br /&gt;
| 48° 46′ 58″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 38′ 57″ O&lt;br /&gt;
| Lesefund&lt;br /&gt;
| Lesefunde eines ehrenamtlichen Feldbegehers des BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; unpubliziert&lt;br /&gt;
| Latène- bis Neuzeit&lt;br /&gt;
| Alle Ausprägungen von Graphitkeramik in Formen, Farben, Varianten und Verzierungen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 27&lt;br /&gt;
| Praßreuth, &amp;lt;br /&amp;gt; Lkr. Freyung-Grafenau&lt;br /&gt;
| Graphitkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 40ʹ 40″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 31ʹ 21,3″ O&lt;br /&gt;
| Lesefund&lt;br /&gt;
| Lesefunde eines ehrenamtlichen Feldbegehers des BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; unpubliziert&lt;br /&gt;
| Latène- bis Neuzeit&lt;br /&gt;
| Alle Ausprägungen von Graphitkeramik in Formen, Farben, Varianten und Verzierungen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 28&lt;br /&gt;
| Veste Oberhaus, &amp;lt;br /&amp;gt; Passau&lt;br /&gt;
| Eisentonkeramik &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; Graphitengobierte Keramik&lt;br /&gt;
| 48° 34′ 39″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 28′ 13″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 387 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1991 H. Feldmeier &amp;lt;br /&amp;gt; L: W. Endres 1998 &amp;lt;br /&amp;gt;    T. Mittelstraß 2007&lt;br /&gt;
| 1400/1420–1550 &amp;lt;br /&amp;gt; 15./16. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Töpfe &amp;lt;br /&amp;gt; V: Stempelmarkierungen &amp;lt;br /&amp;gt; SB: hoher Graphitanteil im groben Gefüge, schwarz- bis anthrazitgrau &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; F: Töpfe, Becher, Sieb, Griffschale, Krug &amp;lt;br /&amp;gt; V: keine Angabe &amp;lt;br /&amp;gt; SB: anthrazitgrau, oft grobes Gefüge&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 29&lt;br /&gt;
| Schustergasse, &amp;lt;br /&amp;gt; Passau&lt;br /&gt;
| Eisentonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 34ʹ 26,4″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 28ʹ 9,5″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 387 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| L: H. Böhmer 2015&lt;br /&gt;
| 15./16. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Topf &amp;lt;br /&amp;gt; V: keine Angabe &amp;lt;br /&amp;gt; SB: keine Angabe&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 30&lt;br /&gt;
| Hofberg, &amp;lt;br /&amp;gt; Bad Aibling&lt;br /&gt;
| Eisentonkeramik&lt;br /&gt;
| 47° 52′ N &amp;lt;br /&amp;gt; 12° 1′ O&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 2001–2003 T. Mittelstraß &amp;lt;br /&amp;gt; L: T. Mittelstraß 2006 &amp;lt;br /&amp;gt;    T. Mittelstraß 2007&lt;br /&gt;
| Frühe Neuzeit (Beginn 16. Jh.)&lt;br /&gt;
| F: fassartige Gefäße &amp;lt;br /&amp;gt; V: Stempelmarken &amp;lt;br /&amp;gt; SB: keine Angabe&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 31&lt;br /&gt;
| Schloss Murnau&lt;br /&gt;
| Eisentonkeramik&lt;br /&gt;
| 47° 40′ 39″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 12′ 10″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 661 m&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1991–1992 T. Mittelstraß &amp;lt;br /&amp;gt; L: T. Mittelstraß 1994&lt;br /&gt;
| Frühe Neuzeit (Beginn 16. Jh.)&lt;br /&gt;
| F: Töpfchen &amp;lt;br /&amp;gt; V: Töpferstempel (Kreuz mit Querbalken), umlaufende Schulterkante &amp;lt;br /&amp;gt; SB: basaltgrau, feine und mittlere Graphitmagerung, vereinzelt Quarzkörner&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 32&lt;br /&gt;
| Ulm&lt;br /&gt;
| Eisentonkeramik &amp;lt;br /&amp;gt; Graphitengobierte Keramik&lt;br /&gt;
| 48° 24′ N &amp;lt;br /&amp;gt; 9° 59′ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 478 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| FK: 1953 A. Rieber/K. Reutter &amp;lt;br /&amp;gt;    1961 Staatl. Amt für Denkmalpflege &amp;lt;br /&amp;gt;    1928 ohne Befundkontext &amp;lt;br /&amp;gt; L: R. Schreg Blog Archaeologik 05.01.2015 &amp;lt;br /&amp;gt;    U. Gross 2009 + 2015&lt;br /&gt;
| Spätmittelalter – Frühe Neuzeit&lt;br /&gt;
| F: Töpfe, Henkeltopf &amp;lt;br /&amp;gt; V: ovale Stempeleindrücke mit Kreuz, unterhalb des Kremprandes breite Riefe &amp;lt;br /&amp;gt; SB: hoher Graphitanteil in der Magerung und Quarzmagerung &amp;lt;br /&amp;gt; Weitere Funde von Graphitkeramik und graphitengobierter Ware, die frühneuzeitlich datiert werden &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 33&lt;br /&gt;
| Burg Helfenstein, &amp;lt;br /&amp;gt; Geislingen an der Steige&lt;br /&gt;
| Eisentonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 36′ 58″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 9° 50′ 49″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 610 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1922 K. A. Koch &amp;lt;br /&amp;gt;    1932–1938 G. Burghardt &amp;lt;br /&amp;gt; L: R. Schreg Blog Archaeologik 05.01.2015 &amp;lt;br /&amp;gt;    U. Gross 2009&lt;br /&gt;
| Spätmittelalter – Frühe Neuzeit&lt;br /&gt;
| F: Töpfe &amp;lt;br /&amp;gt; V: 2 identische Stempelmarken auf dem Rand, zwei umlaufende Rillen im oberen Gefäßbereich &amp;lt;br /&amp;gt; SB: hoher Graphitanteil in der Magerung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 34&lt;br /&gt;
| Obernzell&lt;br /&gt;
| Eisentonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 33′ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 38′ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 294 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| L: H. Böhmer 2015 &amp;lt;br /&amp;gt;    Gemeindeblatt Nr. 29, 2017&lt;br /&gt;
| Spätmittelalter – Frühe Neuzeit&lt;br /&gt;
| F: Topf &amp;lt;br /&amp;gt; V: Rille unter dem Rand, 2 Töpfermarken &amp;lt;br /&amp;gt; SB: dunkelgrau-schwarz, hoher Graphitanteil in der Magerung, Mohs 2&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturhinweise==&lt;br /&gt;
*Altjohann 2012: M. Altjohann, Das spätrömische Kastell Boiotro zu Passau-Innstadt. Materialhefte zur Bayerischen Archäologie. Fundinventare und Ausgrabungsbefunde (Kallmünz/Opf. 2012). ISBN 13: 978-3-78475-096-5. ISBN 10: 3-784750-966-X.&lt;br /&gt;
*Bizer 2006: Ch. Bizer, Oberflächenfunde von den Burgen der Schwäbischen Alb. Ein Beitrag zur Keramik- und Burgenforschung (Stuttgart 2006). ISBN 13: 978-3-80622-038-4.&lt;br /&gt;
*Böhmer 2008: H. Böhmer, Die Ilzer Schwarzhafner vom Ende des 16. bis Ende des 19. Jahrhunderts. In: R. Mennicken u.a. (Hrsg.), 40 Jahre Keramikforschung. Rückblick – Stand der Forschung – Ausblick. Beiträge zum 40. Internationalen Hafnerei-Symposium des Arbeitskreises für Keramikforschung in Obernzell/Bayern vom 16.09. bis 21.09.2007 (Raeren 2008) 139֪–152. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Böhmer 2015: H. Böhmer, Qualitätszeichen auf Graphit-Keramik des 15. und 16. Jh. In: S. Glaser (Hrsg.), Keramik im Spannungsfeld zwischen Kunst und Handwerk. Beiträge des 44. Internationalen Symposiums Keramikforschung im Germanischen Nationalmuseum, Nürnberg, 19-23. September 2011 (Nürnberg 2015) 77–83. ISBN 13: 978-3-93668-893-1. ISBN 10: 3-93668-893-1.&lt;br /&gt;
*Bogusław 1998: G. Bogusław, Bemerkungen zur Graphittonkeramik als historischer Quelle (am Beispiel der Graphittonkeramik aus Opole). In: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998) 17–19. ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
*Bräuning u.a. 2008: A. Bräuning/R. Schreg/U. Schmidt, Ulm. Archäologischer Stadtkataster Baden-Württemberg. Band 35, 1 Text (Stuttgart 2008). ISBN 13: 978-3-92771-493-9.&lt;br /&gt;
*Dannheimer 1973: H. Dannheimer, Keramik des Mittelalters aus Bayern. Ein Katalog. Kataloge der Prähistorischen Staatssammlung XXI (Kallmünz Opf. 1973). ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Dannheimer 1988: H. Dannheimer, Aschheim im frühen Mittelalter. Archäologische Funde und Befunde. In: J. Werner (Hrsg.), Münchener Beiträge zur Vor- und Frühgeschichte 32, 1 (München 1988). ISBN 10: 3-40630-287-4.&lt;br /&gt;
*Dell’Mour 2002: R. W. Dell’Mour, Mikroskopische Untersuchungen an frühmittelalterlicher Keramik von Thunau am Kamp, NÖ Lokalware – Importe– Rohstoffherkunft, Österreichische Akademie der Wissenschaften, Anzeiger der Philosophisch-Historischen Klasse 136, 2001 (Wien 2002) 69–109. ISBN 13: 978-3-70013-066-6. ISBN 10: 3-70013-066-X.&lt;br /&gt;
*Dostál 1998: B. Dostál, Über die Anfänge der slawischen Graphittonkeramik in Mähren. In: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998) 67–86. ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
*Duma/Ravasz 1976: G. Duma/C. Ravasz, Graphithaltige Gefäße aus Österreichs Mittelalter. In: Archaeologia Austriaca. Beiträge zur Paläanthropologie, Ur- und Frühgeschichte Österreichs 59/60 (Wien 1976) 225–242. ISSN: 1816-2959.&lt;br /&gt;
*Dvorská u.a. 1998: J. Dvorská/L. Poláček/G. Schneider, Chemische Analyse der Keramik von Mikulčice. In: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998) 295–312. ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
*Endres 1982: W. Endres, Zur Entstehung und chemischen Struktur „schwarz“ färbender Pigmente bei unglasierter Irdenware. In: L. Kriss-Rettenbeck/I. Bauer (Hrsg.), Beiträge zur Keramikforschung. Festschrift für Alfred Höck zum 60. Geburtstag. Volkstümliche Keramik aus Europa 2 (München 1982) 47–70. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Endres 1993: W. Endres, Spätmittelalterliche Funde von der Saldenburg, Gde. Saldenburg, Lkr. Freyung-Grafenau. In A. Leidl (Hrsg.), Ostbairische Grenzmarken. Passauer Jahrbuch für Geschichte, Kunst und Volkskunde 35 (Passau 1993) 24–54. ISSN: 0078-6845.&lt;br /&gt;
*Endres 1998: W. Endres, Archäologische Funde. In: J. P. Niemeier/H. W. Schuster/R. Loibl, Ritterburg und Fürstenschloss 2. Archäologische Funde. Begleitband zur Ausstellung im Oberhausmuseum Passau 1998 (Passau 1998). ISBN 13: 978-3-79171-598-8. ISBN 10: 3-79171-583-6.&lt;br /&gt;
*Engelhardt/Pleyer 1986: B. Engelhardt/R. Pleyer, Die archäologische Untersuchung des Burgstalls Saunstein, Gmkg. Mitternach, Gde. Markt Schönberg, Lkr. Freyung-Grafenau. In: A. Leidl (Hrsg.), Ostbairische Grenzmarken 28. Passauer Jahrbuch für Geschichte, Kunst und Volkskunde (Passau 1986) 59–78. ISSN: 0078-6845.&lt;br /&gt;
*Felgenhauer-Schmiedt 1998: S. Felgenhauer-Schmiedt, Graphittonkeramik des Früh- und Hochmittelalters in Niederösterreich. In: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998) 199–212. ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
*Felgenhauer-Schmiedt 1981: S. Felgenhauer-Schmiedt, Herstellungsmethoden der mittelalterlichen Keramik + Katalog. In: O. Harl (Hrsg.), Keramische Bodenfunde aus Wien. Mittelalter – Neuzeit. Eigenverlag der Museen der Stadt Wien (Wien 1981) 35–126. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Gemeindeblatt Markt Obernzell (September–Dezember 2017): Hanfnerzeller Archiv zum Anfassen &amp;lt;https://www.obernzell.de/images/stories/Gemeindeblatt/Gemeindeblatt_Nr_29.pdf&amp;gt; S. 13 [Stand: 02.09.2019].&lt;br /&gt;
*Gregerová/Procházka 1998: M. Gregerová/R. Procházka, Erste Ergebnisse naturwissenschaftlicher Untersuchungen an Graphittonkeramik aus Brno (Brünn). In: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998) 275–278. ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
*Gross 1991: U. Gross, Die Bügelhenkelkanne, eine Hauptform der süddeutschen Keramik des Hoch- und Spätmittelalters. Beiträge zur Mittelalterarchäologie Österreichs 7, 1991, 69–77. ISSN: 1011-0062.&lt;br /&gt;
*Gross 2009: U. Gross, Keramikverbreitung und herrschaftliche Strukturen. Beispiele aus dem Mittelalter und der Frühen Neuzeit in Südwestdeutschland. In: D. Krausse u.a. (Hrsg.), Kulturraum und Territorialität: archäologische Theorien, Methoden und Fallbeispiel. Kolloquium des DFG-SPP 1171, Esslingen 17.-18. Januar 2007 (Rahden 2009) 159–175. ISBN 13: 978-3-89646-443-9. ISBN 10: 3-89646-443-4.&lt;br /&gt;
*Gross 2015: U. Gross, Sturzbecher oder Becherschrauben und schwarze Töpfe. Eine gläserne Sonderform und östliche Keramikimporte im frühneuzeitlichen Ulm. Fundberichte aus Baden-Württemberg 35, 2015, 561–573. ISBN 13: 978-3-80623-144-1. ISSN: 0071-9897.&lt;br /&gt;
*Hänsel 1966: B. Hänsel, Beschreibung der keramischen Gruppen. In: V. Milojcic (Hrsg.), Bericht über die Ausgrabungen und Bauuntersuchungen in der Abtei Frauenwörth auf der Fraueninsel im Chiemsee 1961-1964. Bayerische Akademie der Wissenschaften. Philosophisch-historische Klasse. Abhandlungen. Neue Folge 65 (München 1966) 177–200. ISBN 13: 978-3-76960-060-5. ISBN 10: 3-76960-060-6.&lt;br /&gt;
*Hensch 2005a: M. Hensch, Burg Sulzbach in der Oberpfalz. Archäologisch-historische Forschungen zur Entwicklung eines Herrschaftszentrums des 8. bis 14. Jahrhunderts in Nordbayern. Materialien zur Archäologie in der Oberpfalz 3, 1 (Text und Katalog) (Büchenbach 2005). ISBN 13: 978-3-93347-430-8. ISBN 10: 3-93347-430-2.&lt;br /&gt;
*Hensch 2005b: M. Hensch, Burg Sulzbach in der Oberpfalz. Archäologisch-historische Forschungen zur Entwicklung eines Herrschaftszentrums des 8. bis 14. Jahrhunderts in Nordbayern. Materialien zur Archäologie in der Oberpfalz 3, 2 (Tafeln und begleitende Beiträge) (Büchenbach 2005). ISBN 13: 978-3-93347-430-8. ISBN 10: 3-93347-430-2.&lt;br /&gt;
*Huber u.a. 2003: E. H. Huber/K. Kühtreiber/G. Scharrer-Liška, Die Keramikformen des Hoch- und Spätmittelalters im Gebiet der heutigen Stadt Wien sowie der Bundesländer Niederösterreich und Burgenland. In: K. Spindler/H. Stadler (Hrsg.), Beiträge vom 34. Internationalen Hafnerei-Symposium auf Schloß Maretsch in Bozen/Südtirol 2001. Nearchos 12, Veröffentlichungen des Arbeitskreises für Keramikforschung 3 (Innsbruck 2003) 43–66. ISBN 13: 978-3-90077-333-5.&lt;br /&gt;
*Kappel 1969: I. Kappel, Die Graphittonkeramik von Manching. In: W. Krämer, Die Ausgrabungen in Manching 2 (Wiesbaden 1969). ISBN 13: 978-3-51500-386-5. ISBN 10: 3-51500-386-X.&lt;br /&gt;
*Kasparek 1961: M. U. Kasparek, Keramik aus Regensburg aus dem 11. – 17. Jahrhundert. &amp;lt;http://nbn-resolving.de/urn/resolver.pl?urn=urn:nbn:de:bvb:355-rbh-1748-8&amp;gt; [Stand 06.08.2020]. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Kaufmann 1999: V. Kaufmann, Der Burgstall Warberg bei Neunburg vorm Wald. Materialien zur Archäologie in der Oberpfalz 1 (Büchenbach 1999). ISBN 13: 978-3-93347-402-5. ISBN 10: 3-93347-402-7.&lt;br /&gt;
*Koch 1993: R. Koch, Keramik des frühen und hohen Mittelalters aus Bayerisch-Schwaben. In: M. Petzet (Hrsg.), Forschungen zur Geschichte der Keramik in Schwaben. Arbeitshefte des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege 58 (München 1993) 119–128. ISBN 13: 978-3-87490-560-2. ISBN 10: 3-87490-560-8.&lt;br /&gt;
*Koch 2017: R. Koch, Ausgrabungen in der Burg Wittelsbach 1978-1981. Befunde und Funde. Materialhefte zur Bayer. Archäologie. Fundinventare und Ausgrabungsbefunde 105 (Kallmünz/Opf. 2017). ISBN 13: 978-3-78475-405-5. ISBN 10: 3-78475-405-8.&lt;br /&gt;
*Kouřil 1998: P. Kouřil, Zu den Anfängen der slawischen Graphittonkeramik in Schlesien. In: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998) 37–66. ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
*Kühtreiber 2006: K. Kühtreiber, Die hochmittelalterliche Keramik im südlichen Niederösterreich. Ihre Entwicklung, ihre Formen und Beziehungen zu den benachbarten Keramikregionen. Beiträge zur Mittelalterarchäologie in Österreich 22 (Wien 2006) 93–148. ISSN: 1011-0062.&lt;br /&gt;
*Lehrberger u.a. 2011: G. Lehrberger/F. Duschl/G. Wimmer, Graphit – ein besonderer mineralischer Rohstoff der Vor- und Frühgeschichte in Mitteleuropa. Eigenschaften, Entstehung, Verwendung und Vorkommen. In: K. Schmotz (Hrsg.), Vorträge des 29. Niederbayerischen Archäologentages (Leidorf 2011) 313–348. ISBN 13: 978-3-89646-240-4.&lt;br /&gt;
*Mämpel 1998: U. Mämpel, Meine historischen und technischen Erfahrungen mit schwarzgebrannter Irdenware. In: W. Endres/B. Kerkhoff-Hader (Hrsg.), 30. Internationales Hafnerei-Symposium in Obernzell vom 07. bis 11. Oktober 1997 (Bamberg 1998) 12–13. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Miklós/Vizi 2002: Sz. Miklós/M. Vizi, Beiträge zur Siedlungsgeschichte des mittelalterlichen Marktfleckens Ete. Acta Arch. Acad. Scien. Hungaricae 53, 2002, 195–253.&lt;br /&gt;
*Mittelstraß 1994: T. Mittelstraß, Die Funde der archäologischen Ausgrabungen von 1991-1992 im Murnauer Schloss. In: T. Mittelstraß (Hrsg.), Schloß Murnau. Ein Bauwerk der Stauferzeit und seine Geschichte (Murnau 1994) 120–251. ISBN 13: 978-3-98038-163-5. ISBN 10: 3-98038-163-3.&lt;br /&gt;
*Mittelstraß 2006: T. Mittelstraß, Urnengrab, Königsgrab, Grafenburg, Pflegschloss. Die Ergebnisse der archäologischen Grabungen auf dem Hofberg in Bad Aibling. In: G. Mayr (Hrsg.), Bad Aibling. Geschichte einer Stadt. Band 1 (Bad Aibling 2006) 35–71. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Mittelstraß 2007: T. Mittelstraß, Graphitkeramik des Mittelalters und der frühen Neuzeit in Altbayern. Ein Beitrag zum Beginn und zur Frühzeit der Obernzeller Produktion. Bayerische Vorgeschichtsblätter 72, 2007, 235–318. ISBN 13: 978-3-40611-077-1. ISSN: 0341-3918.&lt;br /&gt;
*Niemeier 1994: J.-P. Niemeier, Die Grabung an der Schlosserstiege in der Passauer Altstadt – Ein Schnitt durch 2000 Jahre Stadtgeschichte. In: K. Schmotz, Vorträge des 12. Niederbayerischen Archäologentages (Deggendorf 1994) 251–276. ISBN 13: 978-3-92473-458-9. ISBN 10: 3-92473-458-5.&lt;br /&gt;
*Nießen (in Bearbeitung): I. Nießen, Laufendes Promotionsprojekt zu der Ausgrabung Regensburg Donaumarkt „Museum der Bayerischen Geschichte“ Friedrich-Schiller-Universität Jena. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Pechtl/Eibl 2011: J. Pechtl/F. Eibl, Die neolithische Graphitnutzung in Südbayern. In: K. Schmotz (Hrsg.), Vorträge des 29. Niederbayerischen Archäologentages (Leidorf 2011) 349–432. ISBN 13: 978-3-89646-240-4. ISSN: 1438-2040.&lt;br /&gt;
*Polácek 1998: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998). ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
*Reinecke 1936: P. Reinecke, Karolingische Keramik aus dem östlichen Bayern. Germania 20, 1936, 198–202. ISSN: 0016-8874.&lt;br /&gt;
*Reschreiter 2001: J. Reschreiter, Versuche zu urgeschichtlicher Keramik. In: K. Grömer, K. Löcker, M. Mehofer (Hrsg.), Archäologie Österreichs 12 Sonderheft (Wien 2001) 22–26. ISSN: 1018-1857.&lt;br /&gt;
*Riedel 2000: G. Riedel, Ingoldesstat. Archäologische Untersuchungen zu Ingolstadt im Mittelalter. Beiträge zur Geschichte Ingolstadts (Ingolstadt 2000). ISBN 13: 978-3-92025-343-5. ISBN 10: 3-92025-343-4.&lt;br /&gt;
*Scharrer-Liška 2003: G. Scharrer-Liška, Die Entwicklung Hochmittelalterlicher Vorratsgefäße aus der Grafitkeramik im Gebiet des heutigen Ostösterreichs und der angrenzenden Gebiete. In: K. + Th. Kühtreiber (Hrsg.), Beiträge zur historischen Archäologie. Festschrift für Sabine Felgenhauer-Schmiedt zum 60. Geburtstag. Beiträge zur Mittelalterarchäologie in Österreich 6 (Wien 2003) 45–60. ISBN 10: 3-95008-514-9.&lt;br /&gt;
*Scharrer-Liška 2007: G. Scharrer-Liška, Die hochmittelalterliche Grafitkeramik in Mitteleuropa und ihr Beitrag zur Wirtschaftsgeschichte. Forschungsstand - Hypothesen - offene Fragen. Monographien des Römisch-Germanischen Zentralmuseums 68 (Mainz 2007). ISBN 13: 978-3-79541-857-1. ISBN 10: 3-79541-857-7.&lt;br /&gt;
*Schmid-Hecklau 2004: A. Schmid-Hecklau, Die archäologischen Ausgrabungen auf dem Burgberg in Meißen. In: J. Oexle (Hrsg.), Die Grabungen 1959-1963. Veröffentlichungen des Landesamtes für Archäologie im Landesmuseum für Vorgeschichte 43 (Dresden 2004). ISBN 13: 978-3-91000-859-5. ISBN 10: 3-91000-859-3.&lt;br /&gt;
*Schußmann 1997: M. Schußmann, Eine neuentdeckte Höhensiedlung der Hallstattzeit im südlichen Mittelfranken. Beitr. Arch. Mittelfranken 3, 1997, 97–108. ISSN: 1430-5461.&lt;br /&gt;
*Schreg 2015: R. Schreg, Eisentonkeramik aus Ulm und Geislingen – ein Zeugnis ulmischen Donauhandels. Blog Archaeologik (05.01.2015) &amp;lt;https://archaeologik.blogspot.com/2015/01/eisentonkeramik-aus-ulm-und-geislingen.html&amp;gt; [Stand 05.08.2019]. ISSN: 2197-7283.&lt;br /&gt;
*Staňa 1998: Č. Staňa, Die frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mittelmähren. In: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998) 87–125. ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
*Trebsche 2011: P. Trebsche, Eisenzeitliche Graphittonkeramik im mittleren Donauraum. In: K. Schmotz (Hrsg.), Vorträge des 29. Niederbayerischen Archäologentages (Leidorf 2011) 449–481. ISBN 13: 978-3-89646-240-4. ISSN: 1438-2040.&lt;br /&gt;
*van den Boom 1991: H. van den Boom, Großgefäße und Töpfe der Heuneburg. Heuneburgstudien VIII. Röm.-German. Forschung 51 (Mainz 1991). ISBN 10: 3-80531-190-7.&lt;br /&gt;
*v. Bomhard 1966: P. v. Bomhard, Das Münster Frauenchiemsee im Spiegel der kunstgeschichtlichen Forschung. In: V. Milojcic (Hrsg.), Bericht über die Ausgrabungen und Bauuntersuchungen in der Abtei Frauenwörth auf der Fraueninsel im Chiemsee 1961-1964. Bayerische Akademie der Wissenschaften. Philosophisch-historische Klasse. Abhandlungen. Neue Folge 65 (München 1966) 21–42. ISBN 13: 978-3-76960-060-5. ISBN 10: 3-76960-060-6.&lt;br /&gt;
*Wandling 1996: W. Wandling, Archäologische Untersuchungen im Burgstall von Untergriesbach, Lkr. Passau. In: K. Schmotz (Hrsg.), Vorträge des 14. Niederbayerischen Archäologentages (Deggendorf 1996) 211–224. ISBN 13: 978-3-89646-225-1. ISBN 10: 3-89646-225-3.&lt;br /&gt;
*Wandling 1997: W. Wandling, Ausgrabung im Burgstall von Untergrießbach, Lkr. Passau, Niederbayern. In: Das archäologische Jahr in Bayern 1996 (Stuttgart 1997) 166–168. ISBN 13: 978-3-80621-311-9.&lt;br /&gt;
*Wandling 2010: W. Wandling, Auf den Spuren der Burg Windberg. In: 1000 Jahre Windorf: Ein Erinnerungsbuch (Windorf 2010) 44–49. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Wandling 2017: W. Wandling, Ausgrabungen und Funde im Landkreis Passau 2013-2016. In: F.-R. Erkens, Passauer Jahrbuch. Beiträge zur Geschichte, Geographie und Kultur Ostbaierns LIX/2017 (Passau 2017) 351–379. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Weid 2000: E. Weid, Die Kleinfunde der mittelalterlichen Siedlung von Zuchering bei Ingolstadt. Arbeiten über die Archäologie Süddeutschlands 10 (Büchenbach 2000). ISBN 13: 978-3-93347-408-7.&lt;br /&gt;
*Wintergerst 1999: M. Wintergerst, Die Ausgrabung „Ledergasse 1“ in Regensburg. Eine formenkundliche Studie zur Keramik des 10. bis 13. Jahrhunderts in Bayern. Materialh. Arch. Mittelalter u. Neuzeit 4 (Rahden/Westf. 1999). ISBN 13: 978-3-89646-453-8. ISBN 10: 3-89646-453-1.&lt;br /&gt;
*Wolf 1971: H. Wolf, Eine frühmittelalterliche, latène- und hallstattzeitliche Kulturschicht unter der Stadtmauer von Cham. urn:nbn:de:bvb:355-ubr00031-0219-4. Universität Regensburg [Stand 22.08.2019]. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Zamelska 1998: K. Zamelska, Graphitkeramik in Polen – Chronologie und Verbreitung. In: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998) 33–36. ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[kategorie:Warenart]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>M. Rühle</name></author>
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&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
{{stub}}&lt;br /&gt;
Graphitkeramik ist ein Oberbegriff für verschiedene Waren, bei deren Herstellung oder Verzierung Graphit verwendet wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*graphitierte Keramik: mit einem Graphitüberzug bzw. einer Graphitbemalung&lt;br /&gt;
*[[Graphittonkeramik]]. Neben einer vor allem in Österreich sowie Böhmen und Mähren verbreiteten [[Graphittonware (Österreich, Böhmen und Mähren, FMa)]] gehören hierzu auch [[Graphittontiegel|graphitgemagerte Tiegel]] sowie die spätmittelalterliche/ frühneuzeitliche [[Eisentonkeramik]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einführung==&lt;br /&gt;
Graphitkeramik ist seit dem Neolithikum bekannt (Dostál 1998, 67), in der Bronzezeit belegt (Dell`Mour 2002, 84) und hat den ersten Höhepunkt ihres Vorkommens in der Eisenzeit – insbesondere in der Latènezeit. Um die Zeitenwende verliert sich ihre Spur. Im 8. Jh. erscheint sie im niederösterreichischen Donauraum erneut und wird im Verlauf des 9./10. Jh. dort und in den angrenzenden Gebieten, v.a. Mähren und Schlesien, bis ins 13. Jh. zeitweise zur bestimmenden Warenart (Mittelstraß 2007, 244; Felgenhauer-Schmiedt 1998, 201).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachweisbar ist mittelalterliche Graphitkeramik heute in Österreich, Polen, Tschechien, Slowenien, Ungarn und Deutschland (Scharrer-Liška 2003, 46). Der Forschungsstand in diesen Regionen ist sehr unterschiedlich. Während in Österreich und Tschechien bereits einiges an Forschungsarbeit geleistet wurde, hat die Graphitkeramik in den übrigen Regionen aus unterschiedlichen Gründen noch wenig Interesse erfahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Krenz Abb. 1 Graphit.jpg|400px|thumb|right|Abb. 1: Graphit (Lehrberger u.a. 2011, 325).]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Krenz Abb. 2 Graphitlagerstätten.jpg |400px|thumb|right|Abb. 2: Graphitlagerstätten Mitteleuropa (Scharrer-Liška 2017, 17).]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im deutschen Raum ist dies v.a. auf den Umstand zurückzuführen, dass mittelalterliche Graphitkeramik nach jetzigem Forschungsstand (fast) im gesamten Gebiet als reine Importkeramik bewertet werden muss, nur an wenigen Fundplätzen greifbar wird, dort meist nur in geringer Menge vorhanden ist und somit für die Auswertung des Keramikspektrums der jeweiligen Referenzkomplexe nur eine begrenzte Aussagekraft besitzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit vorliegender Arbeit wird ein erster Schritt unternommen, einerseits einen zusammenfassenden Forschungsstand darzustellen und andererseits über eine Kartierung der recherchierten süddeutschen Fundplätze eine Verbreitung dieser Keramikvariante in diesem Gebiet zu erfassen. Dies kann als Grundlage für die zukünftige Beantwortung der aufzuwerfenden Forschungsfragen dienen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gründe für die Verwendung des Minerals [[Graphit]] bei der Herstellung von Tongefäßen werden v.a. in den besonderen physikalisch-chemischen Eigenschaften gesucht, die der Graphitkeramik – speziell der Graphittonkeramik (d.h. mit Graphit gemagerter Keramik) – nach heutigem Wissensstand nachgewiesen werden können. Dazu zählen Hydrophobie (der ansonsten wasserdurchlässigen mittelalterlichen Irdenware), die erhöhte Wärmeleitfähigkeit, Temperaturwechselbeständigkeit sowie eine hohe Resistenz gegen Laugen und Säuren (Mittelstraß 2007, 236, Scharrer-Liška 2007, 150). Inwieweit diese Eigenschaften im Früh- und Hochmittelalter bereits bekannt waren, kann derzeit nicht beantwortet werden. Das Typenspektrum der Graphitkeramik im Hochmittelalter weist Formen auf, für die die besonderen Eigenschaften der Graphitkeramik keine Bedeutung hatten (Scharrer-Liška 2007, 150). Hier müssen Gründe wie Tradition und Gewohnheit, Stil, Nachahmung metallischer Gefäße und Prestige genauso in die Interpretation mit einbezogen werden wie mögliche brenntechnische Gründe (Scharrer-Liška 2007, 151). Erst ab dem Spätmittelalter nimmt das Formenspektrum dieser speziellen Keramik wieder ab und beschränkt sich auf Formen wie Kochgeschirr, Vorratsgefäße und Schmelztiegel. Spätestens ab diesem Zeitpunkt kann davon ausgegangen werden, dass die besonderen Eigenschaften der Graphitkeramik bekannt waren (Scharrer-Liška 2007, 150). Mit der im ausgehenden Spätmittelalter / der beginnenden Neuzeit aufkommenden Eisentonkeramik, einer speziellen Variante dieser Keramikart, setzt sich die Entwicklung der Graphitkeramik bis in die Neuzeit fort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Graphit ist ein metallisch glänzender Rohstoff, der auf natürliche Weise aus Faulschlamm unter der Einwirkung von hohem Druck und Temperatur entstand (Scharrer-Liška 2007, 14) (Abb. 1).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Lagerstätten von Graphit in Mitteleuropa sind stark begrenzt und beschränken sich v.a. auf die Böhmische Masse, einem geologisch alten Rumpfgebirge. Bekannte Fundstätten liegen im Bayerischen Wald und ziehen über Böhmen, den mährisch-schlesischen Raum, das Mühl- und Waldviertel, den Dunkelsteiner Wald bis in die Grauwackerzone der Steiermark und Kärntens in Österreich (Abb. 2). Unbedeutendere Lagerstätten befinden sich in Tirol (Scharrer-Liška 2007, 15; 2003, 45). Im deutschen Grenzgebiet ist der Passauer Raum, speziell die Region um das heutige Kropfmühl, für Graphitvorkommen bekannt. Bei der archäologischen Lagerstättenkartierung muss allerdings der Umstand beachtet werden, dass i.d.R. nur heutige abbauwürdige Vorkommen kartiert werden, kleinräumigere Vorkommen dagegen nicht bekannt sind oder in der Vergangenheit bereits ausgebeutet wurden und aus diesen Gründen nicht erfasst werden (Mittelstraß 2007, 244).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Forschungsgeschichte==&lt;br /&gt;
Außer in einem kurzen Zeitraum während des frühen 13. Jh., als nach Vermutung von T. Mittelstraß im Hinterland von Passau ein Produktionsstandort existiert haben könnte (Mittelstraß 2007, 251), muss nach jetzigem Forschungsstand mittelalterliche Graphitkeramik in Süddeutschland vom Früh- bis zum Ende des Spätmittelalters als reine Importkeramik, v.a. aus österreichischen und böhmisch-mährischen Gebieten, angesehen werden. Durch diesen Umstand bedingt, sind derartige Scherben in den meisten Fundkomplexen nur in sehr geringer Anzahl vorhanden und für die Auswertung der Keramikkomplexe oft zu unbedeutend in ihrer Aussagekraft. Entsprechend schmal ist die Publikationslage.&lt;br /&gt;
Grundlegend ist daher ein Artikel von T. Mittelstraß aus dem Jahr 2007 „Graphitkeramik des Mittelalters und der frühen Neuzeit in Altbayern. Ein Beitrag zum Beginn und zur Frühzeit der Obernzeller Produktion“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besser ist hier der Forschungsstand in Österreich, wo Graphitkeramik vom 8.–13. Jh. in viel stärkerem Ausmaß vorkommt und in bestimmten Gebieten in diesem Zeitraum zur vorherrschenden Keramikart wird. Hier sind v.a. die Arbeiten von S. Felgenhauer-Schmiedt, G. Scharrer-Liška und K. Kühtreiber zu nennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiteres wichtiges Herstellungs- und Verbreitungsgebiet der mittelalterlichen Graphitkeramik war die Region Mähren, die von B. Dostál und Č. Staňa bearbeitet wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Aussagekraft dieser Publikationen ist für die Region Süddeutschland hinsichtlich Verbreitung und Fundaufkommen allerdings begrenzt und besitzt in erster Linie für wirtschaftsgeschichtlich-archäologische Fragestellungen Relevanz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verbreitung==&lt;br /&gt;
[[Datei:Krenz Abb. 3 GK Rauer Kulm.jpg|400px|thumb|right|Abb. 3: Graphittonware Rauher Kulm (Zeichnung und Bearbeitung: H. Losert, unpubliziert).]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Krenz Abb. 4 Verteilung a reduziert3.jpg|400px|thumb|right|Abb. 4: Verbreitungskarte Graphitkeramik (ohne Grauschwarz hartgebrannte Drehscheibenware). Die Nummern entsprechen den Nummern der Referenzkomplextabelle. Kartierung: J. Krenz. Graphische Umsetzung: F. Griessel.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Krenz Abb. 5 Eisentonkeramik Schustergasse.jpg|200px|thumb|right|Abb. 5: Eisentonkeramik Passau Schustergasse (Böhmer 2015, 81).]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das erneute Aufkommen der Graphitkeramik im Mittelalter nahm nach bisherigem Forschungsstand seinen Anfang in Österreich. Dort ist sie in wiederbesiedelten antiken Orten in den entsprechenden nachrömischen Schichten archäologisch im ausgehenden 8. Jh. nachweisbar, so in Tulln, Mautern und Wien. Sicher zu belegen ist die weitere Verbreitung im 9. Jh. im niederösterreichischen Donauraum. Von dort greift die Graphitkeramik im späten 9. und beginnenden 10. Jh. nach Mähren und die Gebiete nördlich, östlich und westlich davon aus (Felgenhauer-Schmiedt 1998, 200).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Mähren ist Graphitkeramik v.a. auf slawischen Burgen dokumentiert. Beispiele hierfür bilden der Burgwall Staře Zámsky bei Brno-Lišeň (ab frühem 10. Jh.), Zelená Hora (Anfänge im 10. Jh., stark vertreten im 11.–13. Jh.) und die Burg Přerov (ab 10. Jh.) (Staňa 1998, 88–114).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im heutigen Polen erreichte die Graphitkeramik ihre stärkste Verbreitung im 12./13. Jh., älteste Gefäße können aber bereits in Opole im 9./10. Jh. nachgewiesen werden (Zamelska 1998, 33). In schlesischen Gebieten finden sich Graphitgefäße z.B. in Chotěbuz-Podobora, Hradec nad Moravici und Stavenice ebenfalls ab der Mitte des 10. Jh. Im 11./12. Jh. steigt hier die Beliebtheit von Graphitkeramik in solchem Maße, dass alle Formen der Keramik mit Graphitmagerung hergestellt wurden und sie auf fast allen Fundstellenarten, auf befestigten Plätzen, in dörflichen Ortschaften, in Gräbern und Städten auftritt (Kouřil 1998, 39 ff.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In böhmischen Fundkomplexen wird Graphitkeramik eher selten geborgen. Dort nahm sie sowohl im Früh- als auch im Hochmittelalter nirgends eine dominierende Stellung ein. Erst ab dem 13. Jh. ist sie im Siedlungsmaterial in nennenswertem Umfang nachweisbar, scheint allerdings bereits im 14. Jh. keine Rolle mehr zu spielen (Mittelstraß 2007, 249).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im heutigen Deutschland ist mittelalterliche Graphitkeramik nach neuestem Forschungsstand sehr früh belegt. Mit dem Kastell Boiotro in [[Passau]] (Altjohann 2012, 92) und dem Rauhen Kulm (Freundlicher Hinweis PD. Dr. H. Losert, unpubliziert) bei Neustadt am Kulm sind Fundplätze verbürgt, deren Material bereits ins 8./9. Jh. datiert (Abb. 3). Falls es sich um Import handelt, kann als Herstellungsgebiet allein der niederösterreichische Raum in Frage kommen. Dies setzt einen intensiven Handelsaustausch mit dieser Region zu einem sehr frühen Zeitpunkt voraus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Graphitkeramik der Abtei [[Frauenwörth]] (Chiemsee) (Mittelstraß 2007, 257) und aus der Grabung am Donaumarkt in [[Regensburg]] (Freundlicher Hinweis I. Nießen) liegt Fundmaterial aus dem 9./10.–12. Jh. vor. Der Großteil der weiteren Fundplätze in Süddeutschland zeigt Material mit Datierungen zwischen dem 10.–13. Jh. Als westlichster Punkt von Graphitkeramik muss derzeit ein Fund von zwei Graphittonscherben vom nordwestlichen burgnahen Hangbereich des Schlosses Pappenheim im Lkr. Weißenburg-Gunzenhausen gewertet werden (Freundlicher Hinweis PD Dr. phil. habil. Schußmann: Scherbe Nr. 1 wurde zunächst als latènezeitlich publiziert – Schußmann 1997, 108, mit dem Fund einer – später gefundenen – passenden Randscherbe als mittelalterliches Fundgut des 11./12. Jh. n. Chr. identifiziert).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Betrachtung der Verbreitungskarte (die allerdings einen temporären Forschungsstand darstellt) zeigt eine Abnahme der Funddichte Richtung Westen in Relation zu den Graphitlagerstätten (Abb. 4).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die spätmittelalterliche/frühneuzeitliche [[Eisentonkeramik]] (Abb. 5) gelangte bedeutend weiter westlich und wartet mit Fundstätten in [[Ulm]] und Geislingen auf (Schreg, Blog Archaeologik 05.01.2015). Nachweisbar ist sie auch im Gebiet um Passau (Endres 1998, Mittelstraß 2007, Böhmer 2015), in Bad Aibling (Mittelstraß 2007), Regensburg (Wintergerst 1999), Murnau (Mittelstraß 1994) und auf der Saldenburg (Endres 1994). Irritierend ist hier allerdings die Fundarmut dieses Materials zwischen dem östlichsten und westlichsten bekannten Verbreitungspunkt in Deutschland. (Als weiterer Fundplatz kann lt. Zeichnungen und Beschreibungen die Abtei Frauenwörth in Chiemsee angenommen werden [Hänsel 1966, Tafeln 4.10 und 5.18].)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das massenhafte Auftreten &amp;quot;graphitengobierter&amp;quot; Scherben als Oberflächenfunde auf den Burgen des 12./13.–15. Jh. der Schwäbischen Alb, wo diese Ware unter der Bezeichnung „grauschwarz hart gebrannte Drehscheibenware“ firmiert (Bizer 2006), will sich nicht so recht in das bisher bestehende Muster einpassen lassen. Mit Masse dürfte es sich hier um fein polierte Keramik handeln, die an die [[Polierte jüngere graue Drehscheibenware (Ulmer Raum, SMa)|polierte jüngere graue Drehscheibenware]] des benachbarten Ulmer Raums erinnert und wohl dort anzugliedenr ist, aber keinen Graphit enthält.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In welcher Form Graphitton verhandelt wurde, ist nicht gesichert. Denkbare Alternativen wären der Handel mit fertigen Gefäßen, mit Graphitton als Rohmaterial oder mit Rohgraphit (Scharrer-Liška 2003, 46). An Fundplätzen, an denen nur vereinzelte Scherben in einem ansonsten andersgearteten Keramikspektrum auftreten, ist zudem die Möglichkeit zu bedenken, dass Graphitgefäße als reine Transportgefäße für Waren, bei denen die hydrophobe Eigenschaft des Transportgefäßes eine wichtige Rolle spielte (z.B. Salz), zufällig vor Ort gelangten. Dies könnte auf den Burgstall Warberg bei Neunburg vorm Wald, den Burgberg in Meißen oder die [[Oberwittelsbach, Burg Wittelsbach|Burg Wittelsbach]] zutreffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warenart(en)==&lt;br /&gt;
Der Umgang mit dem Begriff der „[[Warenart]](en)“ ist in der Keramikforschung insofern problematisch, als dass er im deutschsprachigen Raum mit verschiedenen Inhalten belegt wird. U. Gross steht stellvertretend für eine Forschungsrichtung, die unter „Warenart“ Keramikgruppen fasst, die formale und technische Merkmale in sich vereinen. G. Scharrer-Liška als wichtige Vertreterin der hier behandelten Keramik versteht unter „Warenart“ Keramikgruppen gleichen Materials und Herstellungstechnik ([[Materialgruppe]]n), die formale Kriterien vorerst als irrelevant definiert, da die meisten Formen – je nach Zeitstellung – in sehr unterschiedlichen Warengruppen auftreten können (Scharrer-Liška 2007, 76).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für den süddeutschen Raum wurden bislang nur wenige Versuche unternommen, die mittelalterliche Graphitkeramik zu untergliedern. Als frühestes Beispiel kann B. Hänsel angeführt werden, der bei der Bearbeitung des Fundplatzes Abtei [[Frauenwörth]] (Chiemsee) die Graphitkeramik in drei Unterklassen (D 1–3) unterteilt (Abb. 6) (Hänsel 1966, 177). Da bei seiner Unterteilung auch latènezeitliches Material Eingang findet, des Weiteren die Datierung durch den frühen Zeitpunkt der Bearbeitung des Fundkomplexes (1966) ungewiss erscheint, eignet sich diese Warenartuntergliederung nur bedingt. Ein weiteres Modell der Untergliederung liefern B. Engelhardt und R. Pleyer bei ihrer Bearbeitung des Burgstalls Saunstein (Engelhardt/Pleyer 1986, 71). Sie unterscheiden die drei „Macharten“ A – C. Dabei ist allerdings nur Machart B sicher als Graphitkeramik zu identifizieren, Machart A und C beinhalten sowohl Graphitkeramik als auch Keramik mit Glimmer- und [[Goldglimmer]]magerung. Auch dieses Modell greift in seiner Einteilung zu kurz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Abb. 6: Warenarten nach Hänsel 1966, 177 ff.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Warenart/Eigenschaften&lt;br /&gt;
! D1&lt;br /&gt;
! D2&lt;br /&gt;
! D3&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Graphitanteil&lt;br /&gt;
| sehr hoch&lt;br /&gt;
| weniger Graphit als D1&lt;br /&gt;
| ziemlich hoch&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Magerung&lt;br /&gt;
| fein, bisweilen gröber&lt;br /&gt;
| fein, wenig körnige Magerungszusätze&lt;br /&gt;
| fein&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Brand&lt;br /&gt;
| nicht besonders hart&lt;br /&gt;
| mittelhart&lt;br /&gt;
| hart&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Bruch&lt;br /&gt;
| schwärzlich-silbern&lt;br /&gt;
| -----&lt;br /&gt;
| -----&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Oberfläche&lt;br /&gt;
| schwärzlich-silbern, manchmal rötlichbraun&lt;br /&gt;
| silbrig-schwarz&lt;br /&gt;
| porös, silbrig bis grau&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Zeitstellung&lt;br /&gt;
| wahrscheinlich – wenigstens teilweise Latènezeit&lt;br /&gt;
| Mittelalter?&lt;br /&gt;
| Mittelalter?&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Gefäßform&lt;br /&gt;
| weitmundige Töpfe mit kurz einschwingender Halszone und hoher Randlippe; bauchige Töpfe mit Trichterhals; große, flache Schalen mit sehr breitem Rand&lt;br /&gt;
| bauchiges Gefäß mit abgesetzter, steiler Schulterzone und abgewinkeltem, flachen Trichterhals; Bodenstücke eines Gefäßes mit flach ansteigender Wandung; Gussform für Perlen&lt;br /&gt;
| hohe Gefäße mit verdicktem und nach unten gebogenem Rand; Bodenscherben von steilen Gefäßen; Bodenscherben von bauchigen Gefäßen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Verzierung&lt;br /&gt;
| eng gestellte und tief eingeschnittene senkrechte Rillen auf Gefäßkörper; Rillen in Furchentechnik auf dem Hals der Schale&lt;br /&gt;
| häufig flache Wellenlinienmuster mit breiter Ritztechnik; breite waagerechte Rillen&lt;br /&gt;
| keine bekannt; 1 Abdruck eines Kreuzes als Töpfermarke&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
G. Scharrer-Liška bietet ein Modell der Warenarten ihres Bearbeitungsgebietes (Niederösterreich) an, in welchem sie sieben Warengruppen definiert, von denen Warenarten 1–3 verschiedene Formen der Graphitkeramik aufnehmen (Scharrer-Liška 2007, 76).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Abb. 7: Warenarten nach Huber u.a. 2003, 46.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;width:10em;&amp;quot; | Waren-/Keramikart 1&lt;br /&gt;
| Graphitkeramik (reduzierend gebrannt, sehr  hoher Graphitanteil)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Waren-/Keramikart 2&lt;br /&gt;
| „Ummäntelte“ Graphitkeramik (keine tatsächliche Ummäntelung mit Tonschlicker, wie in älterer Literatur oft angegeben, sondern Wechselbrand, bei dem sekundär unter oxidierender Atmosphäre der Graphit verbrannt wurde und dadurch die Oberfläche, im Gegensatz zum grauen Kern, braune bis rötlich-orange Farbe erhielt)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Waren-/Keramikart 3&lt;br /&gt;
| Stark glimmerhaltige Graphitkeramik (reduzierend gebrannt)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Waren-/Keramikart 4&lt;br /&gt;
| „Eisentonware“ (spätmittelalterliche, reduzierend gebrannte, gering bis mittelstark graphitgemagerte Keramik)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Waren-/Keramikart 5&lt;br /&gt;
| „Grautonware“ (reduzierend gebrannte Irdenware, vor allem steinchengemagert)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Waren-/Keramikart 6&lt;br /&gt;
| Wechselhaft gebrannte Irdenware&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Waren-/Keramikart 7&lt;br /&gt;
| Oxidierend gebrannte Irdenware&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Waren-/Keramikart 8&lt;br /&gt;
| Bleiglasierte Irdenware&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer Publikation von E. H. Huber/K. Kühtreiber/G. Scharrer aus dem Jahr 2003 tritt als Warenart 4 noch die Eisentonkeramik hinzu (Abb. 7) (Huber/Kühtreiber/Scharrer, 2003, 46).&lt;br /&gt;
Ein weiteres System wurde von K. Kühtreiber 2006 publiziert, in welchem sie Graphitkeramik wiederum als EINE Warenart definiert, als primäres Unterscheidungskriterium die Stärke der Magerung wählt und dieser den Brand als Differenzierungsmerkmal unterordnet (Kühtreiber 2006, 96).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den benannten Beispielen wird ein grundsätzliches Problem bei der Erfassung der Graphitkeramik deutlich. Während in Deutschland Graphitkeramik als EINE Warenart definiert wird, die über formale Kriterien weiter untergliedert wird, versteht man im österreichischen Raum Graphitkeramik als Oberbegriff, die existierenden Varianten nach der Definition von G. Scharrer-Liška als eigene Warenarten (außer im System von K. Kühtreiber). Diese kommunikative Unschärfe erschwert die Parallelisierung von Systematisierungssystemen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allen diesen Modellen ist gemeinsam, dass sie sich auf einen konkreten Fundplatz oder ein territorial begrenztes Gebiet beziehen und somit den Rahmen für die Untergliederung sehr eng abstecken. Eine eigene, unabhängige Untergliederung für das süddeutsche Fundgut als fast ausschließlichen Import ignoriert die Herkunft und die damit verbundenen Interpretationsmöglichkeiten. Um die mit der Graphitkeramik in Zusammenhang stehenden Fragestellungen beantworten zu können, erscheint ein Denken in größeren Zusammenhängen sinnvoll. Nötig wäre hier eine – nur der Graphitkeramik in allen ihren Ausprägungen vorbehaltene – Warenartgliederung, die sowohl archäometrische als auch formale Kriterien beinhaltet, sich länderübergreifend auf die Herstellungsregionen stützt und so die Chance bietet, das in den Importregionen zu Tage getretene Fundgut zeitlich und räumlich einzuhängen. Damit wären die Voraussetzungen zur Beantwortung vieler archäologischer Fragen rund um diese Form der Keramik geschaffen. Da diese überregionalen Gliederungen für die Herstellungsgebiete noch fehlen, muss dies zukünftigen Generationen überlassen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Varianten==&lt;br /&gt;
Graphit wurde in unterschiedlicher Weise eingesetzt, um dem Ton von Gefäßen eine höhere Funktionalität, den Gefäßen selbst ein höheres Prestige oder einen gesteigerten Marktwert zu verleihen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Übereinstimmung mit T. Mittelstraß (Mittelstraß 2007, 235 mit Anm. 1) und G. Scharrer-Liška (Scharrer-Liška 2003, mit Anm. 1) wird hier der Begriff „Graphitkeramik“ verwendet und darunter jede Form von mit Graphit behandeltem Ton verstanden. Der in der Literatur oft synonym verwendete Begriff Graphittonkeramik bleibt ausschließlich der mit Graphit gemagerten Keramik vorbehalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Graphittonkeramik]]&lt;br /&gt;
*[[Graphitengobierte Keramik]]&lt;br /&gt;
*[[Graphitierte Keramik]]&lt;br /&gt;
*[[Ummäntelte Graphittonkeramik]]&lt;br /&gt;
*[[Keramik mit Graphitbemalung]]&lt;br /&gt;
*[[Eisentonkeramik]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Formen==&lt;br /&gt;
[[Datei:Krenz Abb. 14 Entwicklung Topfformen.png|200px|thumb|right|Abb. 8: Entwicklung graphithaltiger Topfformen in Österreich (Scharrer-Liška 2007, 37).]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die keramischen Formen der Graphitkeramik entwickeln sich im Früh- und Hochmittelalter zunächst analog der Formen der graphitfreien Keramik. Das keramische Spektrum ist in dieser Periode sehr eingeschränkt und erstreckt sich fast ausschließlich auf Töpfe, vereinzelt auch Backteller (Abb. 8).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Sonderformen von Töpfen können in Österreich ab dem 11. Jh. speziell gestaltete Vorratsgefäße identifiziert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Beginn des Hochmittelalters erweitert sich das Formenspektrum auf Deckel, Pfannen und Schüsseln, ab dem 12. Jh. kommen Bügelkannen und ab dem 13. Jh. Krüge und Aquamanile hinzu (Scharrer-Liška 2003, 8) (Abb. 8). Dies lässt sich mit der Differenzierung der sozialen Gepflogenheiten, d.h. von Haushalts- und Tischsittengestaltung parallelisieren, die vom südwestlichen und südlichen Deutschland (vermutlich durch den von hier ausgehenden Landesausbau) in den österreichischen Donauraum wirkt (Scharrer-Liška 2007, 34). Erst im ausgehenden Spätmittelalter und v.a. mit dem Aufkommen der Eisentonkeramik minimiert sich das Formenspektrum der Graphitkeramik und beschränkt sich auf Töpfe, Vorratsgefäße, Schmelztiegel, technische Keramik und Kacheln, für die die besonderen Eigenschaften der Graphitkeramik von bedeutendem Vorteil waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine gegenläufige Entwicklung nimmt die graphitengobierte grauschwarz hartgebrannte Drehscheibenware. Ihr Typenspektrum erweitert sich im Spätmittelalter enorm und weist neben den weiterhin dominierenden Töpfen auch Kannen, Flaschen, Dreifußgefäße, Schüsseln, Lampenschälchen, verschiedene Deckelformen und kugelförmige Becher auf (Bizer 2006, 50 f.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verzierungen==&lt;br /&gt;
Grundsätzlich folgte auch die Verzierung der Graphitkeramik den Entwicklungen, die graphitfreie Keramik im Mittelalter nahm. Im Frühmittelalter, teilweise auch im Hochmittelalter, scheinen die Gefäße üppiger verziert als in späteren Zeiten. Als vorherrschende Verzierungen der frühen Periode können Wellenlinien, Wellenbänder, Einstichmuster und horizontal umlaufende Dekore identifiziert werden (Abb. 16). Diese werden später durch horizontal umlaufende Linien oder Linienbänder abgelöst, von Dekoren also, die durch das Aufkommen der Töpferscheibe wahrscheinlicher werden. Spätestens mit dem städtischen Handwerk, das bereits einer vorindustriellen Herstellung glich, wurden Verzierungen scheinbar nur dann angebracht, wenn es der Herstellungsprozess erlaubte (Scharrer-Liška 2007, 23).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verzierungen des Fundmaterials aus Süddeutschland zeigen eine kongruente Entwicklung. Als früheste Muster treten Wellenlinien verschiedenster Ausprägungen, z.T. zwischen umlaufenden Rillen, Schrägkerben- und Tupfenreihen, innenverzierte Ränder, Bodenmarken bzw. Töpferzeichen in Form von Kreuzen sowie im Hochmittelalter breite Gurtbänder auf Vorratsgefäßen auf. Eisentonwaren zeichnen sich regelhaft durch Stempelmarkierungen sowie Rillen/Riefen unter dem Rand aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Herstellungstechnik==&lt;br /&gt;
Die Herstellung von Graphitkeramik im Mittelalter erfolgte zunächst analog der Herstellung anderer Warenarten. Der Töpfer musste den Ton aufbereiten. Dazu wurde der Rohstoff der Witterung ausgesetzt, das sogenannte Wintern, Wettern oder Einsumpfen setzte ein. Danach erfolgte das Schlemmen des Tones, Verunreinigungen und überflüssiges Wasser wurden entfernt. Das anschließende Kneten minimierte mögliche Luftblasen und erhöhte die Bearbeitbarkeit des Tones (Felgenhauer-Schmiedt, o. J., 35). Die Magerung eines Tones mit Graphit ist mit einigen zusätzlichen Arbeitsschritten und Herausforderungen verbunden. Ein natürlicher hoher Graphitgehalt oder starker künstlicher Graphitzuschlag im Ton verringern dessen Plastizität, weshalb es schwierig ist, mit diesem Ton dünnwandig zu arbeiten. Dies wird als Grund angeführt, dass insbesondere die frühen, stark graphithaltigen Gefäße ein eher archaisches Aussehen hatten und als plumpere Varianten der graphitfreien Gefäße galten. Erst mit dem Aufkommen von Drehhilfen und Tonen, die tendenziell immer weniger Graphit enthielten, ist eine Verfeinerung des Bildes der Graphitkeramik zu beobachten (Mittelstraß 2007, 236, Scharrer-Liška 2007, 21 f.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund seiner hydrophoben Eigenschaften ist Graphit im feuchten Zustand nur schwer mit dem Ton zu vermischen. Um eine gleichmäßige Textur des Tones zu erreichen, werden zwei mögliche Varianten der Herstellung diskutiert. Eine Möglichkeit stellt die Vermischung unter starkem körperlichem Einsatz durch das Abtreten mit den Füßen dar. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, sowohl Ton als auch Graphit zunächst zu trocknen, zu zerreiben, wieder zu vermischen und mit Wasser zu versetzen (Scharrer-Liška 2007, 21). Im Frühmittelalter sprechen Dickwandigkeit der Gefäße, unregelmäßige Formgebung und senkrechte Verstreichspuren an den inneren Gefäßwänden für einen Handaufbau. Im Hochmittelalter liefert das Vorhandensein von Bodenmarken und Quellböden Hinweise auf die Verwendung von handgetriebenen Drehhilfen (Scharrer-Liška 2007, 21 ff.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor dem Brennen des Tones wurden Einstiche oder Schnitte in die dickeren Teile des Gefäßes eingebracht, um eine schnellere und gleichmäßigere Trocknung des Tones zu erreichen und das Risiko des Reißens während des Brennvorgangs zu minimieren. Graphit oxidiert bei Sauerstoffzufuhr bei 400–500°C und verbrennt bei 700–1000°C, unter reduzierenden Bedingungen setzt diese Reaktion erst bei ca. 3.500°C ein. Die Brennatmosphäre wurde entsprechend entweder reduzierend gestaltet oder die Gefäße wurden bei sehr niedrigen oxidierenden Temperaturen gebrannt (Scharrer-Liška 2007, 25). Für die unter reduzierenden Bedingungen hergestellte frühmittelalterliche Graphitware von Thunau am Kamp in Niederösterreich konnte mittels mikroskopischer Untersuchungen festgestellt werden, dass der Brenntemperaturbereich zwischen 700–900°C lag (Dell’Mour 2002, 91).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verbesserung der Brenntechnik vom Früh- zum Hochmittelalter ermöglichte in Niederösterreich dann das Aufkommen der Ummäntelten Graphittonkeramik (Scharrer-Liška 2007, 25).&lt;br /&gt;
Bei der Herstellung engobierter Graphitkeramik wurde auf ein graphitfreies, lederhartes Gefäß vor dem Brand eine Graphitengobe aufgebracht. Diese Engobe war vermutlich eine Mischung aus geschlämmtem Ton und Graphitbrei. Das Auftragen erfolgte mit einem Tuch oder Leder, Begießen oder Tauchen kamen, wie experimentalarchäologische Versuche zeigten, eher nicht in Betracht, da sich wegen der Saugfähigkeit des lederharten Materials eine zu dicke Engobeschicht bildet, die zu Blasenbildung und Abplatzungen neigt (Böhmer 2008, 146). Der Brand graphitengobierter Waren setzte ab der mittleren Brennphase einen kontrollierten Reduktionsbrand voraus. Beim Nachheizen musste der zugeführte Sauerstoff vollkommen im Feuerraum verbrennen und durfte nicht an die Ware gelangen, um den Graphit an der Oberfläche zu halten (Böhmer, 2008, 149).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Graphitierung der Keramik erfolgte erst nach dem Brand der Gefäße. Dazu wurde das Keramikobjekt mit Graphitstaub eingerieben. Eventuell erfolgte ein kurzer Stabilisierungsbrand (Mittelstraß 2007, 242).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Scherbenbeschaffenheit==&lt;br /&gt;
Die Scherbenbeschaffenheit, d.h. Merkmale wie Magerungsdichte, Magerungsgröße, Härte, Farbe, Beschaffenheit der Oberfläche, Brandatmosphäre, Wandstärke und Porosität variieren innerhalb der verschiedenen Ausprägungen der Graphitkeramik und deren zeitlichen, örtlichen und technischen Modifikationen derart stark, dass sie hier nicht zusammengefasst werden können. Erschwerend kommt hinzu, dass einheitliche Merkmale in der Literatur zu den süddeutschen Fundkomplexen nur z.T. publiziert wurden, so dass sich aufgrund des begrenzten Informationsstandes Aussagen verbieten. Generell scheint sich bei den frühen Formen aber abzuzeichnen, dass Graphitkeramik im Vergleich zur sonstigen mittelalterlichen Keramik deutlich weicher gebrannt ist. Wenn benannt, erreicht die Keramik selten mehr als den Härtegrad „2“ nach Mohs. Auch ist beim süddeutschen Fundgut meist von einer reduzierenden Brandführung auszugehen. Dies ist allerdings in den Kontext eines fehlenden Forschungsstandes zu anderen Varianten der Graphitkeramik im süddeutschen Raum zu stellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als abweichende Ausnahmeerscheinung treten wieder die Oberflächenfunde aus den Burgen der Schwäbischen Alb auf. Diese Art der engobierten Graphitkeramik ist hart bis sehr hart gebrannt, im Bruch einheitlich grau bis mittelgrau und gleichförmig dunkel bis schwarzgrau auf der Oberfläche (Bizer 2006, 50).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Sozialer Kontext==&lt;br /&gt;
Graphitkeramik tritt im gesamten Verbreitungsgebiet sowohl im dörflichen Raum als auch in aufkommenden städtischen Siedlungen und auf Burgen auf. Beim Siedlungstyp der Burgen ist – wie im österreichischen Raum – in Süddeutschland keine Einheitlichkeit zu verzeichnen. Auf manchen Burgen ist Graphitkeramik nachweisbar, an anderen Fundplätzen fehlt sie im Fundgut. G. Scharrer-Liška sieht hierin einen Hinweis auf unterschiedliche Funktionen oder Nutzungsweisen der Burgen (ländliches Gehöft oder adeliges Milieu) (Scharrer-Liška 2007, 74).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Graphitgemagerte Vorratsgefäße scheinen sich im österreichischen Verbreitungsgebiet vorwiegend im ländlich-dörflichen Bereich, aber auch in Siedlungen fassen zu lassen, die sich später zu Städten entwickelten (Scharrer-Liška 2007, 74). Für Süddeutschland sind aufgrund der geringen Funddichte keine eindeutigen Aussagen zu treffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Generell scheint es bis zum Ende des Hochmittelalters zwischen sozialen Schichten so gut wie keine Unterschiede bei der Verwendung von Graphitkeramik gegeben zu haben, zumindest sind in Gebieten mit besserem Forschungsstand durchwegs überall gleiche Formen und gleiche Wertschätzung zu verzeichnen. Erst im Spätmittelalter ist eine gewisse Differenzierung hinsichtlich Qualität und Anteile verschiedener Formen im städtischen und ländlichen Milieu greifbar (Scharrer-Liška 2007, 74).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wertschätzung, die Graphitkeramik erhalten hat, ist sicherlich an den Reparaturspuren ablesbar. Trotz des geringen Fundaufkommens sind für Süddeutschland diese Flickungen für mindestens drei Fundkomplexe sicher belegt, den Rauhen Kulm und die Burgen Wittelsbach und Sulzbach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Forschungsfragen==&lt;br /&gt;
Graphit als lagerstättenbedingt begrenzt vorkommendes Mineral in Verbindung mit Graphitkeramik als weit verhandeltem archäologischen Fundgut bietet der Forschung ein breites Feld von Fragen (Kouřil 1998, 38, Bogusław 1938, 18).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fragenkomplex zum Material&lt;br /&gt;
*Gründe für die Nutzung von Graphit als Magerungsbestandteil&lt;br /&gt;
*Bestimmung der Funktion der Gefäße&lt;br /&gt;
*Herstellungs- und Produktionstechnik der Keramik, Brennverfahren, Aussagen über technische Weiterentwicklungen im Töpferhandwerk&lt;br /&gt;
*Naturwissenschaftliche Untersuchungen hinsichtlich der Beziehung von Magerungsanteil des Graphits, Magerungsgröße der Graphitpartikel und den physikalischen Eigenschaften der Gefäße&lt;br /&gt;
*Einfluss von sekundären Formationsprozessen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Chronologische Fragestellungen&lt;br /&gt;
*Beginn der Graphitkeramikproduktion in den verschiedenen Regionen und ihre Fortentwicklung im Hoch- und Spätmittelalter&lt;br /&gt;
*Datierung der verschiedenen Formen und Warenuntergruppen&lt;br /&gt;
*Import- und/oder Kreuzdatierung für Fundplätze in Importregionen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Typologische und morphologische Fragestellungen (Kouřil 1998, 38)&lt;br /&gt;
*Randformen, Gefäßformen, typologische Reihen&lt;br /&gt;
*Tektonik der Gefäße&lt;br /&gt;
*Bearbeitung der Oberfläche, Verzierungen, Dekor, Markenzeichen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wirtschaftsgeschichtliche Fragestellungen&lt;br /&gt;
*Provenienz der Tone und des Graphits&lt;br /&gt;
*Transportwege, Handelsrouten, Richtungen und Weisen des Vertriebs (Gefäße, Ton, Graphit als Rohstoff?)&lt;br /&gt;
*Organisation des Töpferhandwerks (grundherrschaftlich, regional)&lt;br /&gt;
*Identifikation von Töpfermanufakturen und Absatzmärkten&lt;br /&gt;
*Beobachtungen von Veränderungen und Rückschlüsse auf gesellschaftliche Umbrüche&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Soziale Fragestellungen&lt;br /&gt;
*Sozialer Kontext, Informationen zum Arbeits- und Alltagsleben der Nutzer und Hersteller&lt;br /&gt;
*Definition von sozialen Kontakträumen&lt;br /&gt;
*Aussagen hinsichtlich gesellschaftlicher Stellung von Bevölkerungsschichten sowie entsprechender sozialer Strukturveränderungen&lt;br /&gt;
*Aussagen zur „Wertigkeit“ bestimmter Merkmale der Keramik und Rückschlüsse auf dahinterstehende soziale, psychologische und identitätsstiftende Wahrnehmungs-, Denkmuster und Bedeutungsebenen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Naturwissenschaftliche Analysen==&lt;br /&gt;
Bisher wurden erst wenige wissenschaftliche Analysen an Graphitkeramik durchgeführt, die sich auf die Warenart als Solche beziehen. Als umfassendste kann die Untersuchung von G. Duma und C. Ravasz „Graphithaltige Gefäße aus Österreichs Mittelalter“ (1976) benannt werden, in der verschiedene Aspekte im Zusammenhang mit dieser Keramikart untersucht wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein wesentliches Element bei der wissenschaftlichen Erforschung der Graphitkeramik ist die Bestimmung ihrer physikalischen und chemischen Eigenschaften, d.h. die Untersuchung der Rolle des intentionell in den Ton beigegebenen Graphits bzw. der bewussten Nutzung von Graphiterde – einem natürlichen Verwitterungsprodukt in Regionen des Vorkommens von Graphit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Testserie bei Duma/Ravasz (Duma/Ravasz 1976, 234 ff.) wurden vier Graphittonproben auf der Basis gleichartigen Tons mit jeweils 5%, 10%, 20% und 40% feingekörntem Naturgraphit gemagert (bei 84% Kohlenstoffgehalt des Graphits ergab dies Proben mit 4,2%, 8,4%, 16,8% und 33,6% Kohlenstoff) und bei 900°C reduzierend gebrannt. Für einen 15 mm dicken Scherben wurden folgende Ergebnisse erzielt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hydrophobie: Bei den Testserien wurde festgestellt, dass die Probe mit 16,8% reiner Graphitmagerung kein Wasser mehr aufnahm, sowohl die Oberfläche als auch die Gesamtmenge des Scherbens als hydrophob gelten konnte. Diese Eigenschaft nahm kontinuierlich mit abnehmenden Graphitgehalt ab. In der Konsequenz bedeutet dies, dass zwischen einer Graphitmagerung von 8,4% und 16,8% die Irdenware eine Wasserundurchlässigkeit erreicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wärmeleitfähigkeit: Hierfür wurde die Probe mit 16,8% Graphitmagerung sowie ein gleichwertiger 15 mm dicker graphitfreier Scherben hinsichtlich der Frage untersucht, welcher Zeitraum nötig ist, sowohl Innen- als auch Außenseite eines Gefäßes auf eine Temperatur von 105°C zu erhitzen. Während für das graphitfreie Gefäß hierfür 17 min nötig waren, erreichte das mit 16,8% graphitgemagerte Gefäß diese Temperatur nach 9,5 min.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Temperaturwechselbeständigkeit: Die Wärmeausdehnung des Scherbens (Dilatation) nimmt infolge des Graphitgehaltes ab, bereits beträchtlich bei einer Magerung mit 16,8% Graphit, wodurch das Gefäß eine deutlich höhere Widerstandsfähigkeit gegen Temperaturschwankungen entwickelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Gefäße mit einer Graphitengobierung eines ansonsten graphitfreien Tones die Eigenschaften von graphithaltigen Tongefäßen nicht aufweisen können (Duma/Ravasz 1976, 236).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Untersuchung von G. Duma/R. Ravasz wurden weitere Ergebnisse formuliert, die eine breitere Diskussionsbasis für offene Forschungsfragen hinsichtlich der süddeutschen Graphitkeramik schaffen:&lt;br /&gt;
*Eine naturwissenschaftliche Untersuchung von vier österreichischen und drei ungarischen Proben, die aufgrund ihrer äußeren Merkmale als „identische Wiener Gefäße“ archäologisch angesprochen wurden, ergab keine Herkunft aus den gleichen Gebieten. Die archäologische Bestimmung der drei ungarischen Proben konnte mit Recht angezweifelt werden (Duma/Ravasz 1976, 228). Graphitkeramik aus Süddeutschland wird fast ausschließlich als Importware definiert. Aufgrund der Tonbeschaffenheit und formaler Kriterien der Scherben werden Bezüge zu möglichen Herstellungszentren und daraus resultierend Thesen zu Handelbeziehungen, sozialen Kontakträumen und grundherrschaftlicher Durchdringung formuliert. Das Ergebnis der Untersuchung zeigt die Notwendigkeit für ein Bewusstsein über derartige Fehlerquellen.&lt;br /&gt;
*Anders als in der Literatur geäußert, verlieren regelmäßig erhitzte Gefäße einen Teil ihres Kohlenstoffs auch während des Gebrauchs. Bei jedem nicht reduzierendem Brand, dem Graphitkeramik ausgesetzt wird (also auch bei Überhitzung am Kochfeuer), oxidieren Graphitanteile zu Kohlenstoffdioxid und entweichen als Gas (Endres 182, 52; ebenso: Duma/Ravasz 1976, 234). Graphithaltige Tongefäße können demnach nicht nur aufgrund ihres Kohlenstoffgehaltes in Gruppen systematisiert werden. Dies ist im Hinblick auf die Definition von Warenuntergruppen anhand des Graphitgehalts von nicht unbeträchtlichem Belang.&lt;br /&gt;
*Graphithaltige Tongefäße können im Boden eingebettet den korrosiven Wirkungen der Bodenumgebung dauerhaft widerstehen. Es konnten keine auf Rehydratationsprozesse hindeutende Charakterzüge festgestellt werden (Duma/Ravasz 1976, 234).&lt;br /&gt;
Dass Graphitkeramik durch sekundäre Formationsprozesse dennoch Veränderungen durchläuft, zeigen zwei anpassende Scherben von Eisentonkeramik aus einer Notgrabung in [[Ulm, Weinhof|Ulm (Weinhof 23)]], von denen eine noch einen deutlichen Graphitanteil aufweist, die andere aber nicht (Schreg Blog Archaeologik (05.01.2015)).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere wissenschaftliche Untersuchungen stellen über die Analyse der mineralogisch-petrographischen Bestandteile der Graphittone die archäologische Fragestellung nach der Herkunft des Graphits und des Rohtones sowie damit in Zusammenhang stehende Thesen zu wirtschaftsgeschichtlichen Fragestellungen in den Vordergrund.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu nennen sind hier die Publikationen von R. W. Dell’Mour „Mikroskopische Untersuchungen an frühmittelalterlicher Keramik von Thunau am Kamp, NÖ Lokalware – Importe – Rohstoffherkunft“ (2002), J. Dvorská/L. Poláček/G. Schneider „Chemische Analyse der Keramik von Mikulčice“ (1998) und M. Gregerová/R. Procházka „Erste Ergebnisse naturwissenschaftlicher Untersuchungen an Graphittonkeramik aus Brno (Brünn)“ (1998). Für Süddeutschland besitzen diese Untersuchungen aufgrund ihrer Regionalität nur wenig Aussagekraft, können aber als Vorbild für ähnliche Untersuchungen dienen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Fazit==&lt;br /&gt;
Für die Archäologie bietet die Erforschung der Graphitkeramik aus verschiedenen Gründen erhebliche Möglichkeiten zum Erkenntnisgewinn. Diese reichen von typologischen und morphologischen Fragestellungen, der Herstellungs- und Produktionstechnik der Keramik über die Bestimmung der Funktion der Gefäße bis zu Aussagen zum Alltags-, Arbeitsleben und dem sozialen Kontext der Nutzer und Hersteller. Zusätzlich können naturwissenschaftliche und chronologische Thesen sowie wirtschaftsgeschichtliche Fragestellungen hinsichtlich Handelsrouten, Richtungen und Weisen des Vertriebs und die grundherrschaftliche oder regionale Organisation des Töpferhandwerks aufgeworfen werden. Gleichzeitig stellt mittelalterliche Graphitkeramik die Archäologie aber auch vor enorme Herausforderungen. So ist bis heute eine Unterscheidung vor- und frühgeschichtlicher zu mittelalterlicher Graphitkeramik ausschließlich über die Bestimmung von Rand- und Gefäßformen möglich. Dies stellt eine nicht unerhebliche Fehlerquelle für die Interpretation dar, die wegen des in Süddeutschland nur begrenzt vorhandenen Fundmaterials eine beachtliche Relevanz besitzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kerngebiet der Herstellung der Graphitkeramik ist nach heutigem Forschungsstand im österreichischen Donauraum und in Mähren zu lokalisieren. Die umliegenden Regionen Böhmen, Schlesien und Bayern können in erster Linie als Importregionen interpretiert werden. Eine Beantwortung der genannten Fragestellungen ist demnach nur durch internationale Zusammenarbeit über die heutigen politischen Grenzen hinweg möglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die wissenschaftliche Bearbeitung dieser Keramikvariante setzt aufgrund der Besonderheiten des Material Graphit eine enge Zusammenarbeit mit den Naturwissenschaften und der experimentellen Archäologie voraus. Sie wird damit zum Gegenstand sowohl internationaler wie interdisziplinärer Projekte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Referenzkomplexe Graphitkeramik==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Referenzkomplexe Graphitkeramik (ohne Grauschwarz hartgebrannte Drehscheibenware)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
!&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;width:11em;&amp;quot;| Fundort&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;width:8em;&amp;quot;| Warenart&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;width:7em;&amp;quot;| Koordinaten&lt;br /&gt;
! Fundart&lt;br /&gt;
! Feldkampagnen (FK) &amp;lt;br /&amp;gt; Literatur (L)&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;width:14em;&amp;quot;| Datierung&lt;br /&gt;
! Beschreibung &amp;lt;br /&amp;gt; Formen (F), Verzierung (V), Scherbenbeschaffenheit (SB)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 1&lt;br /&gt;
| Kastell Boiotro, &amp;lt;br /&amp;gt; Passau&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 34′ 11,2″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 27′ 44,5″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 387 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| FK: 1974–1978 Rainer Christlein, BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; L: M. Altjohann 2012&lt;br /&gt;
| 8./9.–12. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Töpfe, Schalen, Schüsseln, Flachdeckel, Spinnwirtel, Ausgusstüllen &amp;lt;br /&amp;gt; V: gegenständige Wellenbandzier, Bodenmarken &amp;lt;br /&amp;gt; SB: dunkel- bis braungrau, seifig, schimmert metallisch, hoher Graphitanteil in der Magerung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 2&lt;br /&gt;
| Rauher Kulm, &amp;lt;br /&amp;gt; Bad Neustadt am Kulm&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 49° 49′ 44″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 50′ 58″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 681 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 2009 und 2014 H. Losert &amp;lt;br /&amp;gt; L: Freundlicher Hinweis PD Dr. H. Losert (unpubliziert)&lt;br /&gt;
| 8./9. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Töpfe &amp;lt;br /&amp;gt; V: Wellenlinien &amp;lt;br /&amp;gt; SB: braun, grau-schwarz, mittlerer Graphitanteil in der Magerung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 3&lt;br /&gt;
| Abtei [[Frauenwörth]], &amp;lt;br /&amp;gt; Chiemsee&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 47° 52′ 18″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 12° 25′ 30″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 515 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Kloster&lt;br /&gt;
| FK: 1961–1964 A. Stroh, BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; L: B. Hänsel 1966 &amp;lt;br /&amp;gt;    T. Mittelstraß 2007&lt;br /&gt;
| 9./10.–12.Jh.&lt;br /&gt;
| F: Töpfe, Gussformen für Perlen &amp;lt;br /&amp;gt; V: Wellenlinien, breite waagerechte Rillen, Töpfermarke &amp;lt;br /&amp;gt; SB: silbrig schwarz bis grau, feine Magerung, Graphitanteil mittel bis sehr hoch, mittelhart bis hart &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 4&lt;br /&gt;
| Pleinting&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 39′ 31″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 7′ 11″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 343 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Lesefund&lt;br /&gt;
| Lesefund &amp;lt;br /&amp;gt; L: R. Reinecke 1936&lt;br /&gt;
| Frühmittelalter&lt;br /&gt;
| Nur textliche Erwähnung: &amp;lt;br /&amp;gt; „Randscherbe eines weiten Beckens aus Graphitton“&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 5&lt;br /&gt;
| „Randesberger Hof“ in Cham&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 49° 13ʹ 32,5″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 12° 39ʹ 17,9″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 372 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| FK: 1971 &amp;lt;br /&amp;gt; L: H. Wolf 1971&lt;br /&gt;
| Frühmittelalter&lt;br /&gt;
| Textliche Erwähnung der Möglichkeit, dass eine gefundene Graphittonscherbe auch ins Frühmittelalter datieren könnte&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 6&lt;br /&gt;
| Burg Wittelsbach, &amp;lt;br /&amp;gt; Oberwittelsbach&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 28′ 7″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 10′ 34,3″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 515 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1978–1981 Dr. W. Sage/A. Dransfeld &amp;lt;br /&amp;gt; L: R. Koch 1993 &amp;lt;br /&amp;gt;    T. Mittelstraß 2007&lt;br /&gt;
| 10./11. Jh. (R. Koch) &amp;lt;br /&amp;gt; 11./12. Jh. (T. Mittelstraß)&lt;br /&gt;
| F: Topf &amp;lt;br /&amp;gt; V: Wellenlinie zwischen zwei umlaufenden Rillen &amp;lt;br /&amp;gt; SB: ohne Angabe&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 7&lt;br /&gt;
| Burgstall Warberg, &amp;lt;br /&amp;gt; Neunburg v. Wald&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 49° 22′ 54,7″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 12° 23′ 18″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 417 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1991–1997 V. Kaufmann &amp;lt;br /&amp;gt; L: V. Kaufmann 1999 &amp;lt;br /&amp;gt;    T. Mittelstraß 2007&lt;br /&gt;
| 10. Jh. (V. Kaufmann) &amp;lt;br /&amp;gt; 11. Jh. (T. Mittelstraß)&lt;br /&gt;
| F: Töpfe &amp;lt;br /&amp;gt; V: schräge Einstichreihe auf der Schulter &amp;lt;br /&amp;gt; SB: dunkelgrau bis schwarz und glänzend, glatt und speckig, Graphit abreibbar; mit Fingernagel leicht ritzbar&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 8&lt;br /&gt;
| Albrechtsburg, &amp;lt;br /&amp;gt; Meißen&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 51° 9′ 57,8″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 28′ 14,6″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 168 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Höhenburg&lt;br /&gt;
| FK: 1959–1963 P. Heerde/C. Fritzsche &amp;lt;br /&amp;gt; L: A. Schmid-Hecklau 2004&lt;br /&gt;
| 10.–12. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Topf &amp;lt;br /&amp;gt; V: Tupfenreihe auf der Schulter &amp;lt;br /&amp;gt; SB: keine Angaben &amp;lt;br /&amp;gt; Datierung ins Mittelalter fragwürdig&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 9&lt;br /&gt;
| Burg Pappenheim, &amp;lt;br /&amp;gt; Lkr. Weißenburg&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 55′ 58,1″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 10° 58′ 17,8″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 508 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Höhenburg&lt;br /&gt;
| Lesefund &amp;lt;br /&amp;gt; L: M. Schußmann 1997&lt;br /&gt;
| 11./12. Jh.&lt;br /&gt;
| Freundlicher Hinweis PD Dr. M. Schußmann: &amp;lt;br /&amp;gt; 2 Graphittonscherben, davon 1 Randscherbe mit stark gekehltem Leistenrand&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 10&lt;br /&gt;
| Burg Sulzbach, &amp;lt;br /&amp;gt; Lkr. Amberg-Sulzbach&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 49° 30′ 18,7″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 44′ 10″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 444 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1992–2000 BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; L: M. Hensch 2005a und 2005b&lt;br /&gt;
| 11./12. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Töpfe (0,09% des Materials) &amp;lt;br /&amp;gt; V: Wellenverzierung &amp;lt;br /&amp;gt; SB: grau-schwarz silbrig, glatt, hoher Anteil von Graphit in der Magerung, Abrieb vorhanden, Mohs 2&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 11&lt;br /&gt;
| Schlosserstiege, &amp;lt;br /&amp;gt; Passau&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik &amp;lt;br /&amp;gt; Graphitierte (engobierte?) Keramik&lt;br /&gt;
| 48° 34ʹ 31,4″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 27ʹ 51,5″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 387 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| FK: 1992/1993 J.-P. Niemeier &amp;lt;br /&amp;gt; L: J.-P. Niemeier 1994 &amp;lt;br /&amp;gt;    T. Mittelstraß 2007&lt;br /&gt;
| 12./13.–15. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Töpfe, Deckel, Kanne &amp;lt;br /&amp;gt; V: Deckel mit innenverziertem Rand, Töpfermarke &amp;lt;br /&amp;gt; SB: keine Angabe&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 12&lt;br /&gt;
| Burgstall Saunstein, &amp;lt;br /&amp;gt; Mitternach&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 51′ 1″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 19′ 36″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 594 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1983 BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; L: B. Engelhardt/R.Pleyer 1986 &amp;lt;br /&amp;gt;    T. Mittelstraß 2007&lt;br /&gt;
| 12./13. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Töpfe, Flachdeckel &amp;lt;br /&amp;gt; V: keine Angabe, Durchlochung eines Deckels &amp;lt;br /&amp;gt; SB: glatt, mittlerer bis hoher Graphitgehalt, z.T. seifig&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 13&lt;br /&gt;
| Burgstall am Hohen Bogen, &amp;lt;br /&amp;gt; Rimbach&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 49° 14′ 1,9″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 12° 56′ 4,2″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 976 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: A. Stroh, BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; L: H. Dannheimer 1973&lt;br /&gt;
| 12. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Topf, fassartige Vorratsgefäße &amp;lt;br /&amp;gt; V: Fingertupfen, Schrägkerbenreihe, eingeritzte Linien, breite Gurtbänder auf Vorratsgefäßen &amp;lt;br /&amp;gt; SB: Graphit- und Goldglimmermagerung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 14&lt;br /&gt;
| Burgstall Untergrießbach, &amp;lt;br /&amp;gt; Lkr. Passau&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 27ʹ 28,4″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 9ʹ 13,7″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 468 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1994–1996 Kreisarchäologie Passau &amp;lt;br /&amp;gt; L: W. Wandling 1996 &amp;lt;br /&amp;gt;    W. Wandling 1997&lt;br /&gt;
| 12. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Töpfe, Schalen &amp;lt;br /&amp;gt; V: Tupfenleisten, Wellenverzierung oder Radkreuzstempeln am Boden &amp;lt;br /&amp;gt; SB: keine Angabe&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 15&lt;br /&gt;
| Donaumarkt, &amp;lt;br /&amp;gt; [[Regensburg]] &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; [[Regensburg, Lederergasse 1]], &amp;lt;br /&amp;gt; Regensburg&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; Eisentonkeramik&lt;br /&gt;
| 49° 1ʹ 13,1″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 12° 6ʹ 10,9″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 339 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| FK: 2012–2015 „Museum der Bayerischen Geschichte“, Maßnahmen-Nr. M-2012-1989-1_0 &amp;lt;br /&amp;gt; L: Freundlicher Hinweis I. Nießen (Promotionsprojekt in Bearbeitung) &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; FK: 1981–1982 BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; L: M. Wintergerst 1999&lt;br /&gt;
| 9.–11./12. Jh. &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; 17. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Töpfe, Vorratsgefäße, Schüsseln &amp;lt;br /&amp;gt; V: Wellenlinien, Wellenbänder, umlaufende Rillen, Einstichmuster, innenverzierte Ränder, bisher singuläres rautenförmiges Muster &amp;lt;br /&amp;gt; SB: dunkelgrau, bräunlich-grau, braun-schwarz, grau, schwarz; hoher Graphitgehalt, daneben noch Glimmer und Quarz, Mohs 1–2, gelegentlich auch hart &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; Zeitlich zu weit außerhalb des Rahmens der Arbeit&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 16&lt;br /&gt;
| Schlossberg Windberg bei Windorf, &amp;lt;br /&amp;gt; Lkr. Passau&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 37′ 53,2″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 16′ 3,5″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 380 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Höhenburg&lt;br /&gt;
| FK: 2001/2002 Kreisarchäologie Passau &amp;lt;br /&amp;gt; L: W. Wandling 2010&lt;br /&gt;
| 12./13. Jh.&lt;br /&gt;
| Nur textliche Erwähnung: Graphithaltige Tonscherben von hochmittelalterlichen Gefäßen, z.T. mit Kreuzstempeln auf dem Boden&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 17&lt;br /&gt;
| Kirche St. Peter und Paul, &amp;lt;br /&amp;gt; Aschheim&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 10′ 18,2″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 42′ 55,5″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 512 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Kirche&lt;br /&gt;
| FK: 1967–1971 H. Dannheimer &amp;lt;br /&amp;gt; L: H. Dannheimer 1988&lt;br /&gt;
| Hochmittelalter&lt;br /&gt;
| F: Topf &amp;lt;br /&amp;gt; V: keine Angabe &amp;lt;br /&amp;gt; SB: keine Angabe&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 18&lt;br /&gt;
| Vohburg-Burgberg, &amp;lt;br /&amp;gt; Lkr. Pfaffenhofen&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 46′ 14,4″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 36′ 58,1″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 370 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1973–1974 BLfD &amp;lt;br /&amp;gt;    Lesefunde &amp;lt;br /&amp;gt; L: G. Riedel 2000&lt;br /&gt;
| Hochmittelalter&lt;br /&gt;
| F: 3 Töpfe &amp;lt;br /&amp;gt; V: Horizontal- und Wellenriefen, z.T. überschneidend &amp;lt;br /&amp;gt; SB: fast alle Farbvarianten, weich bis mittelhart, z.T. Misch- oder Oxidationsbrand&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 19&lt;br /&gt;
| Großmehring, &amp;lt;br /&amp;gt; Lkr. Eichstätt&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 46′ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 32′ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 375 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| FK: 1994–1995 BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; L: G. Riedel 2000&lt;br /&gt;
| Früh-/Hochmittelalter&lt;br /&gt;
| F: 2 Töpfe, Deckel &amp;lt;br /&amp;gt; V: einzelne Wellenriefe zwischen Horizontalriefen &amp;lt;br /&amp;gt; SB: graubraun bis graubeige, weich bis mit-telhart, Misch- oder Oxidationsbrand&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 20&lt;br /&gt;
| Ingolstadt&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 46′ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 25′ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 374 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| FK: 1987–1988 BLfD (Grabung Ingolstadt Hallstr./Carraraplatz) &amp;lt;br /&amp;gt; L: G. Riedel 2000&lt;br /&gt;
| Hochmittelalter&lt;br /&gt;
| 1 unverzierte WS, nachgedreht&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 21&lt;br /&gt;
| [[Zuchering, Am Mühlwegfeld (Zuchering-Ost)]]&lt;br /&gt;
| Graphitkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 43′ 46″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 24′ 43″ O&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| FK: 1983–1989 BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; L: E. Weid 2000&lt;br /&gt;
| Latène (?)&lt;br /&gt;
| 6 Graphitkeramikscherben, von denen 5 unsicher in die Vorgeschichte datiert wurden (Material müsste nochmals geprüft werden)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 22&lt;br /&gt;
| Erlau, &amp;lt;br /&amp;gt; Obernzell&lt;br /&gt;
| Eisentonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 33′ 49″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 34′ 46″ O&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| L: T. Mittelstraß 2007&lt;br /&gt;
| Spätmittelalter&lt;br /&gt;
| Nur textliche Erwähnung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 23&lt;br /&gt;
| Ruhstorf a.d. Rott&lt;br /&gt;
| Graphitkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 26′ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 20′ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 319 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| L: T. Mittelstraß 2007 &amp;lt;br /&amp;gt;    W. Wandling 2017&lt;br /&gt;
| Unbekannt&lt;br /&gt;
| Textliche Erwähnung; Fundmeldungen 2013–2016 in Passau: Graphitkeramik, deren zeitliche Stellung nicht gesichert ist (MA/LT?)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 24&lt;br /&gt;
| Saldenburg, &amp;lt;br /&amp;gt; Lkr. Grafenau&lt;br /&gt;
| Eisentonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 46′ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 21′ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 532 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1991/1992 W. Endres &amp;lt;br /&amp;gt; L: W. Endres 1993 &amp;lt;br /&amp;gt;    M. U. Kasparek 1961&lt;br /&gt;
| 1368–1467/68&lt;br /&gt;
| F: Töpfe &amp;lt;br /&amp;gt; V: 2–5 mm breite, flaue Rillen, Stempel und Markierungen auf der Oberseite &amp;lt;br /&amp;gt; SB: hoher Graphitgehalt mit Quarz- und Feldspatanteilen bis 3 mm&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 25&lt;br /&gt;
| Burgstall Lobenstein, &amp;lt;br /&amp;gt; Marktgemeinde Röhrenbach&lt;br /&gt;
| Graphitkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 46′ 9,6″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 31′ 41,6″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 570 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg? &amp;lt;br /&amp;gt; Lesefund&lt;br /&gt;
| Lesefunde eines ehrenamtlichen Feldbegehers des BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; unpubliziert&lt;br /&gt;
| Latène- bis Neuzeit&lt;br /&gt;
| Alle Ausprägungen von Graphitkeramik in Formen, Farben, Varianten und Verzierungen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 26&lt;br /&gt;
| Fürholz, &amp;lt;br /&amp;gt; Gmd. Grainet, &amp;lt;br /&amp;gt; Lkr. Freyung-Grafenau&lt;br /&gt;
| Graphitkeramik &lt;br /&gt;
| 48° 46′ 58″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 38′ 57″ O&lt;br /&gt;
| Lesefund&lt;br /&gt;
| Lesefunde eines ehrenamtlichen Feldbegehers des BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; unpubliziert&lt;br /&gt;
| Latène- bis Neuzeit&lt;br /&gt;
| Alle Ausprägungen von Graphitkeramik in Formen, Farben, Varianten und Verzierungen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 27&lt;br /&gt;
| Praßreuth, &amp;lt;br /&amp;gt; Lkr. Freyung-Grafenau&lt;br /&gt;
| Graphitkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 40ʹ 40″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 31ʹ 21,3″ O&lt;br /&gt;
| Lesefund&lt;br /&gt;
| Lesefunde eines ehrenamtlichen Feldbegehers des BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; unpubliziert&lt;br /&gt;
| Latène- bis Neuzeit&lt;br /&gt;
| Alle Ausprägungen von Graphitkeramik in Formen, Farben, Varianten und Verzierungen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 28&lt;br /&gt;
| Veste Oberhaus, &amp;lt;br /&amp;gt; Passau&lt;br /&gt;
| Eisentonkeramik &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; Graphitengobierte Keramik&lt;br /&gt;
| 48° 34′ 39″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 28′ 13″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 387 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1991 H. Feldmeier &amp;lt;br /&amp;gt; L: W. Endres 1998 &amp;lt;br /&amp;gt;    T. Mittelstraß 2007&lt;br /&gt;
| 1400/1420–1550 &amp;lt;br /&amp;gt; 15./16. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Töpfe &amp;lt;br /&amp;gt; V: Stempelmarkierungen &amp;lt;br /&amp;gt; SB: hoher Graphitanteil im groben Gefüge, schwarz- bis anthrazitgrau &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; F: Töpfe, Becher, Sieb, Griffschale, Krug &amp;lt;br /&amp;gt; V: keine Angabe &amp;lt;br /&amp;gt; SB: anthrazitgrau, oft grobes Gefüge&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 29&lt;br /&gt;
| Schustergasse, &amp;lt;br /&amp;gt; Passau&lt;br /&gt;
| Eisentonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 34ʹ 26,4″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 28ʹ 9,5″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 387 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| L: H. Böhmer 2015&lt;br /&gt;
| 15./16. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Topf &amp;lt;br /&amp;gt; V: keine Angabe &amp;lt;br /&amp;gt; SB: keine Angabe&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 30&lt;br /&gt;
| Hofberg, &amp;lt;br /&amp;gt; Bad Aibling&lt;br /&gt;
| Eisentonkeramik&lt;br /&gt;
| 47° 52′ N &amp;lt;br /&amp;gt; 12° 1′ O&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 2001–2003 T. Mittelstraß &amp;lt;br /&amp;gt; L: T. Mittelstraß 2006 &amp;lt;br /&amp;gt;    T. Mittelstraß 2007&lt;br /&gt;
| Frühe Neuzeit (Beginn 16. Jh.)&lt;br /&gt;
| F: fassartige Gefäße &amp;lt;br /&amp;gt; V: Stempelmarken &amp;lt;br /&amp;gt; SB: keine Angabe&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 31&lt;br /&gt;
| Schloss Murnau&lt;br /&gt;
| Eisentonkeramik&lt;br /&gt;
| 47° 40′ 39″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 12′ 10″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 661 m&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1991–1992 T. Mittelstraß &amp;lt;br /&amp;gt; L: T. Mittelstraß 1994&lt;br /&gt;
| Frühe Neuzeit (Beginn 16. Jh.)&lt;br /&gt;
| F: Töpfchen &amp;lt;br /&amp;gt; V: Töpferstempel (Kreuz mit Querbalken), umlaufende Schulterkante &amp;lt;br /&amp;gt; SB: basaltgrau, feine und mittlere Graphitmagerung, vereinzelt Quarzkörner&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 32&lt;br /&gt;
| Ulm&lt;br /&gt;
| Eisentonkeramik &amp;lt;br /&amp;gt; Graphitengobierte Keramik&lt;br /&gt;
| 48° 24′ N &amp;lt;br /&amp;gt; 9° 59′ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 478 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| FK: 1953 A. Rieber/K. Reutter &amp;lt;br /&amp;gt;    1961 Staatl. Amt für Denkmalpflege &amp;lt;br /&amp;gt;    1928 ohne Befundkontext &amp;lt;br /&amp;gt; L: R. Schreg Blog Archaeologik 05.01.2015 &amp;lt;br /&amp;gt;    U. Gross 2009 + 2015&lt;br /&gt;
| Spätmittelalter – Frühe Neuzeit&lt;br /&gt;
| F: Töpfe, Henkeltopf &amp;lt;br /&amp;gt; V: ovale Stempeleindrücke mit Kreuz, unterhalb des Kremprandes breite Riefe &amp;lt;br /&amp;gt; SB: hoher Graphitanteil in der Magerung und Quarzmagerung &amp;lt;br /&amp;gt; Weitere Funde von Graphitkeramik und graphitengobierter Ware, die frühneuzeitlich datiert werden &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 33&lt;br /&gt;
| Burg Helfenstein, &amp;lt;br /&amp;gt; Geislingen an der Steige&lt;br /&gt;
| Eisentonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 36′ 58″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 9° 50′ 49″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 610 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1922 K. A. Koch &amp;lt;br /&amp;gt;    1932–1938 G. Burghardt &amp;lt;br /&amp;gt; L: R. Schreg Blog Archaeologik 05.01.2015 &amp;lt;br /&amp;gt;    U. Gross 2009&lt;br /&gt;
| Spätmittelalter – Frühe Neuzeit&lt;br /&gt;
| F: Töpfe &amp;lt;br /&amp;gt; V: 2 identische Stempelmarken auf dem Rand, zwei umlaufende Rillen im oberen Gefäßbereich &amp;lt;br /&amp;gt; SB: hoher Graphitanteil in der Magerung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 34&lt;br /&gt;
| Obernzell&lt;br /&gt;
| Eisentonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 33′ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 38′ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 294 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| L: H. Böhmer 2015 &amp;lt;br /&amp;gt;    Gemeindeblatt Nr. 29, 2017&lt;br /&gt;
| Spätmittelalter – Frühe Neuzeit&lt;br /&gt;
| F: Topf &amp;lt;br /&amp;gt; V: Rille unter dem Rand, 2 Töpfermarken &amp;lt;br /&amp;gt; SB: dunkelgrau-schwarz, hoher Graphitanteil in der Magerung, Mohs 2&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturhinweise==&lt;br /&gt;
*Altjohann 2012: M. Altjohann, Das spätrömische Kastell Boiotro zu Passau-Innstadt. Materialhefte zur Bayerischen Archäologie. Fundinventare und Ausgrabungsbefunde (Kallmünz/Opf. 2012). ISBN 13: 978-3-78475-096-5. ISBN 10: 3-784750-966-X.&lt;br /&gt;
*Bizer 2006: Ch. Bizer, Oberflächenfunde von den Burgen der Schwäbischen Alb. Ein Beitrag zur Keramik- und Burgenforschung (Stuttgart 2006). ISBN 13: 978-3-80622-038-4.&lt;br /&gt;
*Böhmer 2008: H. Böhmer, Die Ilzer Schwarzhafner vom Ende des 16. bis Ende des 19. Jahrhunderts. In: R. Mennicken u.a. (Hrsg.), 40 Jahre Keramikforschung. Rückblick – Stand der Forschung – Ausblick. Beiträge zum 40. Internationalen Hafnerei-Symposium des Arbeitskreises für Keramikforschung in Obernzell/Bayern vom 16.09. bis 21.09.2007 (Raeren 2008) 139֪–152. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Böhmer 2015: H. Böhmer, Qualitätszeichen auf Graphit-Keramik des 15. und 16. Jh. In: S. Glaser (Hrsg.), Keramik im Spannungsfeld zwischen Kunst und Handwerk. Beiträge des 44. Internationalen Symposiums Keramikforschung im Germanischen Nationalmuseum, Nürnberg, 19-23. September 2011 (Nürnberg 2015) 77–83. ISBN 13: 978-3-93668-893-1. ISBN 10: 3-93668-893-1.&lt;br /&gt;
*Bogusław 1998: G. Bogusław, Bemerkungen zur Graphittonkeramik als historischer Quelle (am Beispiel der Graphittonkeramik aus Opole). In: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998) 17–19. ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
*Bräuning u.a. 2008: A. Bräuning/R. Schreg/U. Schmidt, Ulm. Archäologischer Stadtkataster Baden-Württemberg. Band 35, 1 Text (Stuttgart 2008). ISBN 13: 978-3-92771-493-9.&lt;br /&gt;
*Dannheimer 1973: H. Dannheimer, Keramik des Mittelalters aus Bayern. Ein Katalog. Kataloge der Prähistorischen Staatssammlung XXI (Kallmünz Opf. 1973). ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Dannheimer 1988: H. Dannheimer, Aschheim im frühen Mittelalter. Archäologische Funde und Befunde. In: J. Werner (Hrsg.), Münchener Beiträge zur Vor- und Frühgeschichte 32, 1 (München 1988). ISBN 10: 3-40630-287-4.&lt;br /&gt;
*Dell’Mour 2002: R. W. Dell’Mour, Mikroskopische Untersuchungen an frühmittelalterlicher Keramik von Thunau am Kamp, NÖ Lokalware – Importe– Rohstoffherkunft, Österreichische Akademie der Wissenschaften, Anzeiger der Philosophisch-Historischen Klasse 136, 2001 (Wien 2002) 69–109. ISBN 13: 978-3-70013-066-6. ISBN 10: 3-70013-066-X.&lt;br /&gt;
*Dostál 1998: B. Dostál, Über die Anfänge der slawischen Graphittonkeramik in Mähren. In: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998) 67–86. ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
*Duma/Ravasz 1976: G. Duma/C. Ravasz, Graphithaltige Gefäße aus Österreichs Mittelalter. In: Archaeologia Austriaca. Beiträge zur Paläanthropologie, Ur- und Frühgeschichte Österreichs 59/60 (Wien 1976) 225–242. ISSN: 1816-2959.&lt;br /&gt;
*Dvorská u.a. 1998: J. Dvorská/L. Poláček/G. Schneider, Chemische Analyse der Keramik von Mikulčice. In: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998) 295–312. ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
*Endres 1982: W. Endres, Zur Entstehung und chemischen Struktur „schwarz“ färbender Pigmente bei unglasierter Irdenware. In: L. Kriss-Rettenbeck/I. Bauer (Hrsg.), Beiträge zur Keramikforschung. Festschrift für Alfred Höck zum 60. Geburtstag. Volkstümliche Keramik aus Europa 2 (München 1982) 47–70. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Endres 1993: W. Endres, Spätmittelalterliche Funde von der Saldenburg, Gde. Saldenburg, Lkr. Freyung-Grafenau. In A. Leidl (Hrsg.), Ostbairische Grenzmarken. Passauer Jahrbuch für Geschichte, Kunst und Volkskunde 35 (Passau 1993) 24–54. ISSN: 0078-6845.&lt;br /&gt;
*Endres 1998: W. Endres, Archäologische Funde. In: J. P. Niemeier/H. W. Schuster/R. Loibl, Ritterburg und Fürstenschloss 2. Archäologische Funde. Begleitband zur Ausstellung im Oberhausmuseum Passau 1998 (Passau 1998). ISBN 13: 978-3-79171-598-8. ISBN 10: 3-79171-583-6.&lt;br /&gt;
*Engelhardt/Pleyer 1986: B. Engelhardt/R. Pleyer, Die archäologische Untersuchung des Burgstalls Saunstein, Gmkg. Mitternach, Gde. Markt Schönberg, Lkr. Freyung-Grafenau. In: A. Leidl (Hrsg.), Ostbairische Grenzmarken 28. Passauer Jahrbuch für Geschichte, Kunst und Volkskunde (Passau 1986) 59–78. ISSN: 0078-6845.&lt;br /&gt;
*Felgenhauer-Schmiedt 1998: S. Felgenhauer-Schmiedt, Graphittonkeramik des Früh- und Hochmittelalters in Niederösterreich. In: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998) 199–212. ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
*Felgenhauer-Schmiedt 1981: S. Felgenhauer-Schmiedt, Herstellungsmethoden der mittelalterlichen Keramik + Katalog. In: O. Harl (Hrsg.), Keramische Bodenfunde aus Wien. Mittelalter – Neuzeit. Eigenverlag der Museen der Stadt Wien (Wien 1981) 35–126. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Gemeindeblatt Markt Obernzell (September–Dezember 2017): Hanfnerzeller Archiv zum Anfassen &amp;lt;https://www.obernzell.de/images/stories/Gemeindeblatt/Gemeindeblatt_Nr_29.pdf&amp;gt; S. 13 [Stand: 02.09.2019].&lt;br /&gt;
*Gregerová/Procházka 1998: M. Gregerová/R. Procházka, Erste Ergebnisse naturwissenschaftlicher Untersuchungen an Graphittonkeramik aus Brno (Brünn). In: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998) 275–278. ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
*Gross 1991: U. Gross, Die Bügelhenkelkanne, eine Hauptform der süddeutschen Keramik des Hoch- und Spätmittelalters. Beiträge zur Mittelalterarchäologie Österreichs 7, 1991, 69–77. ISSN: 1011-0062.&lt;br /&gt;
*Gross 2009: U. Gross, Keramikverbreitung und herrschaftliche Strukturen. Beispiele aus dem Mittelalter und der Frühen Neuzeit in Südwestdeutschland. In: D. Krausse u.a. (Hrsg.), Kulturraum und Territorialität: archäologische Theorien, Methoden und Fallbeispiel. Kolloquium des DFG-SPP 1171, Esslingen 17.-18. Januar 2007 (Rahden 2009) 159–175. ISBN 13: 978-3-89646-443-9. ISBN 10: 3-89646-443-4.&lt;br /&gt;
*Gross 2015: U. Gross, Sturzbecher oder Becherschrauben und schwarze Töpfe. Eine gläserne Sonderform und östliche Keramikimporte im frühneuzeitlichen Ulm. Fundberichte aus Baden-Württemberg 35, 2015, 561–573. ISBN 13: 978-3-80623-144-1. ISSN: 0071-9897.&lt;br /&gt;
*Hänsel 1966: B. Hänsel, Beschreibung der keramischen Gruppen. In: V. Milojcic (Hrsg.), Bericht über die Ausgrabungen und Bauuntersuchungen in der Abtei Frauenwörth auf der Fraueninsel im Chiemsee 1961-1964. Bayerische Akademie der Wissenschaften. Philosophisch-historische Klasse. Abhandlungen. Neue Folge 65 (München 1966) 177–200. ISBN 13: 978-3-76960-060-5. ISBN 10: 3-76960-060-6.&lt;br /&gt;
*Hensch 2005a: M. Hensch, Burg Sulzbach in der Oberpfalz. Archäologisch-historische Forschungen zur Entwicklung eines Herrschaftszentrums des 8. bis 14. Jahrhunderts in Nordbayern. Materialien zur Archäologie in der Oberpfalz 3, 1 (Text und Katalog) (Büchenbach 2005). ISBN 13: 978-3-93347-430-8. ISBN 10: 3-93347-430-2.&lt;br /&gt;
*Hensch 2005b: M. Hensch, Burg Sulzbach in der Oberpfalz. Archäologisch-historische Forschungen zur Entwicklung eines Herrschaftszentrums des 8. bis 14. Jahrhunderts in Nordbayern. Materialien zur Archäologie in der Oberpfalz 3, 2 (Tafeln und begleitende Beiträge) (Büchenbach 2005). ISBN 13: 978-3-93347-430-8. ISBN 10: 3-93347-430-2.&lt;br /&gt;
*Huber u.a. 2003: E. H. Huber/K. Kühtreiber/G. Scharrer-Liška, Die Keramikformen des Hoch- und Spätmittelalters im Gebiet der heutigen Stadt Wien sowie der Bundesländer Niederösterreich und Burgenland. In: K. Spindler/H. Stadler (Hrsg.), Beiträge vom 34. Internationalen Hafnerei-Symposium auf Schloß Maretsch in Bozen/Südtirol 2001. Nearchos 12, Veröffentlichungen des Arbeitskreises für Keramikforschung 3 (Innsbruck 2003) 43–66. ISBN 13: 978-3-90077-333-5.&lt;br /&gt;
*Kappel 1969: I. Kappel, Die Graphittonkeramik von Manching. In: W. Krämer, Die Ausgrabungen in Manching 2 (Wiesbaden 1969). ISBN 13: 978-3-51500-386-5. ISBN 10: 3-51500-386-X.&lt;br /&gt;
*Kasparek 1961: M. U. Kasparek, Keramik aus Regensburg aus dem 11. – 17. Jahrhundert. &amp;lt;http://nbn-resolving.de/urn/resolver.pl?urn=urn:nbn:de:bvb:355-rbh-1748-8&amp;gt; [Stand 06.08.2020]. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Kaufmann 1999: V. Kaufmann, Der Burgstall Warberg bei Neunburg vorm Wald. Materialien zur Archäologie in der Oberpfalz 1 (Büchenbach 1999). ISBN 13: 978-3-93347-402-5. ISBN 10: 3-93347-402-7.&lt;br /&gt;
*Koch 1993: R. Koch, Keramik des frühen und hohen Mittelalters aus Bayerisch-Schwaben. In: M. Petzet (Hrsg.), Forschungen zur Geschichte der Keramik in Schwaben. Arbeitshefte des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege 58 (München 1993) 119–128. ISBN 13: 978-3-87490-560-2. ISBN 10: 3-87490-560-8.&lt;br /&gt;
*Koch 2017: R. Koch, Ausgrabungen in der Burg Wittelsbach 1978-1981. Befunde und Funde. Materialhefte zur Bayer. Archäologie. Fundinventare und Ausgrabungsbefunde 105 (Kallmünz/Opf. 2017). ISBN 13: 978-3-78475-405-5. ISBN 10: 3-78475-405-8.&lt;br /&gt;
*Kouřil 1998: P. Kouřil, Zu den Anfängen der slawischen Graphittonkeramik in Schlesien. In: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998) 37–66. ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
*Kühtreiber 2006: K. Kühtreiber, Die hochmittelalterliche Keramik im südlichen Niederösterreich. Ihre Entwicklung, ihre Formen und Beziehungen zu den benachbarten Keramikregionen. Beiträge zur Mittelalterarchäologie in Österreich 22 (Wien 2006) 93–148. ISSN: 1011-0062.&lt;br /&gt;
*Lehrberger u.a. 2011: G. Lehrberger/F. Duschl/G. Wimmer, Graphit – ein besonderer mineralischer Rohstoff der Vor- und Frühgeschichte in Mitteleuropa. Eigenschaften, Entstehung, Verwendung und Vorkommen. In: K. Schmotz (Hrsg.), Vorträge des 29. Niederbayerischen Archäologentages (Leidorf 2011) 313–348. ISBN 13: 978-3-89646-240-4.&lt;br /&gt;
*Mämpel 1998: U. Mämpel, Meine historischen und technischen Erfahrungen mit schwarzgebrannter Irdenware. In: W. Endres/B. Kerkhoff-Hader (Hrsg.), 30. Internationales Hafnerei-Symposium in Obernzell vom 07. bis 11. Oktober 1997 (Bamberg 1998) 12–13. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Miklós/Vizi 2002: Sz. Miklós/M. Vizi, Beiträge zur Siedlungsgeschichte des mittelalterlichen Marktfleckens Ete. Acta Arch. Acad. Scien. Hungaricae 53, 2002, 195–253.&lt;br /&gt;
*Mittelstraß 1994: T. Mittelstraß, Die Funde der archäologischen Ausgrabungen von 1991-1992 im Murnauer Schloss. In: T. Mittelstraß (Hrsg.), Schloß Murnau. Ein Bauwerk der Stauferzeit und seine Geschichte (Murnau 1994) 120–251. ISBN 13: 978-3-98038-163-5. ISBN 10: 3-98038-163-3.&lt;br /&gt;
*Mittelstraß 2006: T. Mittelstraß, Urnengrab, Königsgrab, Grafenburg, Pflegschloss. Die Ergebnisse der archäologischen Grabungen auf dem Hofberg in Bad Aibling. In: G. Mayr (Hrsg.), Bad Aibling. Geschichte einer Stadt. Band 1 (Bad Aibling 2006) 35–71. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Mittelstraß 2007: T. Mittelstraß, Graphitkeramik des Mittelalters und der frühen Neuzeit in Altbayern. Ein Beitrag zum Beginn und zur Frühzeit der Obernzeller Produktion. Bayerische Vorgeschichtsblätter 72, 2007, 235–318. ISBN 13: 978-3-40611-077-1. ISSN: 0341-3918.&lt;br /&gt;
*Niemeier 1994: J.-P. Niemeier, Die Grabung an der Schlosserstiege in der Passauer Altstadt – Ein Schnitt durch 2000 Jahre Stadtgeschichte. In: K. Schmotz, Vorträge des 12. Niederbayerischen Archäologentages (Deggendorf 1994) 251–276. ISBN 13: 978-3-92473-458-9. ISBN 10: 3-92473-458-5.&lt;br /&gt;
*Nießen (in Bearbeitung): I. Nießen, Laufendes Promotionsprojekt zu der Ausgrabung Regensburg Donaumarkt „Museum der Bayerischen Geschichte“ Friedrich-Schiller-Universität Jena. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Pechtl/Eibl 2011: J. Pechtl/F. Eibl, Die neolithische Graphitnutzung in Südbayern. In: K. Schmotz (Hrsg.), Vorträge des 29. Niederbayerischen Archäologentages (Leidorf 2011) 349–432. ISBN 13: 978-3-89646-240-4. ISSN: 1438-2040.&lt;br /&gt;
*Polácek 1998: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998). ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
*Reinecke 1936: P. Reinecke, Karolingische Keramik aus dem östlichen Bayern. Germania 20, 1936, 198–202. ISSN: 0016-8874.&lt;br /&gt;
*Reschreiter 2001: J. Reschreiter, Versuche zu urgeschichtlicher Keramik. In: K. Grömer, K. Löcker, M. Mehofer (Hrsg.), Archäologie Österreichs 12 Sonderheft (Wien 2001) 22–26. ISSN: 1018-1857.&lt;br /&gt;
*Riedel 2000: G. Riedel, Ingoldesstat. Archäologische Untersuchungen zu Ingolstadt im Mittelalter. Beiträge zur Geschichte Ingolstadts (Ingolstadt 2000). ISBN 13: 978-3-92025-343-5. ISBN 10: 3-92025-343-4.&lt;br /&gt;
*Scharrer-Liška 2003: G. Scharrer-Liška, Die Entwicklung Hochmittelalterlicher Vorratsgefäße aus der Grafitkeramik im Gebiet des heutigen Ostösterreichs und der angrenzenden Gebiete. In: K. + Th. Kühtreiber (Hrsg.), Beiträge zur historischen Archäologie. Festschrift für Sabine Felgenhauer-Schmiedt zum 60. Geburtstag. Beiträge zur Mittelalterarchäologie in Österreich 6 (Wien 2003) 45–60. ISBN 10: 3-95008-514-9.&lt;br /&gt;
*Scharrer-Liška 2007: G. Scharrer-Liška, Die hochmittelalterliche Grafitkeramik in Mitteleuropa und ihr Beitrag zur Wirtschaftsgeschichte. Forschungsstand - Hypothesen - offene Fragen. Monographien des Römisch-Germanischen Zentralmuseums 68 (Mainz 2007). ISBN 13: 978-3-79541-857-1. ISBN 10: 3-79541-857-7.&lt;br /&gt;
*Schmid-Hecklau 2004: A. Schmid-Hecklau, Die archäologischen Ausgrabungen auf dem Burgberg in Meißen. In: J. Oexle (Hrsg.), Die Grabungen 1959-1963. Veröffentlichungen des Landesamtes für Archäologie im Landesmuseum für Vorgeschichte 43 (Dresden 2004). ISBN 13: 978-3-91000-859-5. ISBN 10: 3-91000-859-3.&lt;br /&gt;
*Schußmann 1997: M. Schußmann, Eine neuentdeckte Höhensiedlung der Hallstattzeit im südlichen Mittelfranken. Beitr. Arch. Mittelfranken 3, 1997, 97–108. ISSN: 1430-5461.&lt;br /&gt;
*Schreg 2015: R. Schreg, Eisentonkeramik aus Ulm und Geislingen – ein Zeugnis ulmischen Donauhandels. Blog Archaeologik (05.01.2015) &amp;lt;https://archaeologik.blogspot.com/2015/01/eisentonkeramik-aus-ulm-und-geislingen.html&amp;gt; [Stand 05.08.2019]. ISSN: 2197-7283.&lt;br /&gt;
*Staňa 1998: Č. Staňa, Die frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mittelmähren. In: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998) 87–125. ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
*Trebsche 2011: P. Trebsche, Eisenzeitliche Graphittonkeramik im mittleren Donauraum. In: K. Schmotz (Hrsg.), Vorträge des 29. Niederbayerischen Archäologentages (Leidorf 2011) 449–481. ISBN 13: 978-3-89646-240-4. ISSN: 1438-2040.&lt;br /&gt;
*van den Boom 1991: H. van den Boom, Großgefäße und Töpfe der Heuneburg. Heuneburgstudien VIII. Röm.-German. Forschung 51 (Mainz 1991). ISBN 10: 3-80531-190-7.&lt;br /&gt;
*v. Bomhard 1966: P. v. Bomhard, Das Münster Frauenchiemsee im Spiegel der kunstgeschichtlichen Forschung. In: V. Milojcic (Hrsg.), Bericht über die Ausgrabungen und Bauuntersuchungen in der Abtei Frauenwörth auf der Fraueninsel im Chiemsee 1961-1964. Bayerische Akademie der Wissenschaften. Philosophisch-historische Klasse. Abhandlungen. Neue Folge 65 (München 1966) 21–42. ISBN 13: 978-3-76960-060-5. ISBN 10: 3-76960-060-6.&lt;br /&gt;
*Wandling 1996: W. Wandling, Archäologische Untersuchungen im Burgstall von Untergriesbach, Lkr. Passau. In: K. Schmotz (Hrsg.), Vorträge des 14. Niederbayerischen Archäologentages (Deggendorf 1996) 211–224. ISBN 13: 978-3-89646-225-1. ISBN 10: 3-89646-225-3.&lt;br /&gt;
*Wandling 1997: W. Wandling, Ausgrabung im Burgstall von Untergrießbach, Lkr. Passau, Niederbayern. In: Das archäologische Jahr in Bayern 1996 (Stuttgart 1997) 166–168. ISBN 13: 978-3-80621-311-9.&lt;br /&gt;
*Wandling 2010: W. Wandling, Auf den Spuren der Burg Windberg. In: 1000 Jahre Windorf: Ein Erinnerungsbuch (Windorf 2010) 44–49. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Wandling 2017: W. Wandling, Ausgrabungen und Funde im Landkreis Passau 2013-2016. In: F.-R. Erkens, Passauer Jahrbuch. Beiträge zur Geschichte, Geographie und Kultur Ostbaierns LIX/2017 (Passau 2017) 351–379. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Weid 2000: E. Weid, Die Kleinfunde der mittelalterlichen Siedlung von Zuchering bei Ingolstadt. Arbeiten über die Archäologie Süddeutschlands 10 (Büchenbach 2000). ISBN 13: 978-3-93347-408-7.&lt;br /&gt;
*Wintergerst 1999: M. Wintergerst, Die Ausgrabung „Ledergasse 1“ in Regensburg. Eine formenkundliche Studie zur Keramik des 10. bis 13. Jahrhunderts in Bayern. Materialh. Arch. Mittelalter u. Neuzeit 4 (Rahden/Westf. 1999). ISBN 13: 978-3-89646-453-8. ISBN 10: 3-89646-453-1.&lt;br /&gt;
*Wolf 1971: H. Wolf, Eine frühmittelalterliche, latène- und hallstattzeitliche Kulturschicht unter der Stadtmauer von Cham. urn:nbn:de:bvb:355-ubr00031-0219-4. Universität Regensburg [Stand 22.08.2019]. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Zamelska 1998: K. Zamelska, Graphitkeramik in Polen – Chronologie und Verbreitung. In: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998) 33–36. ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[kategorie:Warenart]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>M. Rühle</name></author>
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&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
{{stub}}&lt;br /&gt;
Graphitkeramik ist ein Oberbegriff für verschiedene Waren, bei deren Herstellung oder Verzierung Graphit verwendet wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*graphitierte Keramik: mit einem Graphitüberzug bzw. einer Graphitbemalung&lt;br /&gt;
*[[Graphittonkeramik]]. Neben einer vor allem in Österreich sowie Böhmen und Mähren verbreiteten [[Graphittonware (Österreich, Böhmen und Mähren, FMa)]] gehören hierzu auch [[Graphittontiegel|graphitgemagerte Tiegel]] sowie die spätmittelalterliche/ frühneuzeitliche [[Eisentonkeramik]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einführung==&lt;br /&gt;
Graphitkeramik ist seit dem Neolithikum bekannt (Dostál 1998, 67), in der Bronzezeit belegt (Dell`Mour 2002, 84) und hat den ersten Höhepunkt ihres Vorkommens in der Eisenzeit – insbesondere in der Latènezeit. Um die Zeitenwende verliert sich ihre Spur. Im 8. Jh. erscheint sie im niederösterreichischen Donauraum erneut und wird im Verlauf des 9./10. Jh. dort und in den angrenzenden Gebieten, v.a. Mähren und Schlesien, bis ins 13. Jh. zeitweise zur bestimmenden Warenart (Mittelstraß 2007, 244; Felgenhauer-Schmiedt 1998, 201).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachweisbar ist mittelalterliche Graphitkeramik heute in Österreich, Polen, Tschechien, Slowenien, Ungarn und Deutschland (Scharrer-Liška 2003, 46). Der Forschungsstand in diesen Regionen ist sehr unterschiedlich. Während in Österreich und Tschechien bereits einiges an Forschungsarbeit geleistet wurde, hat die Graphitkeramik in den übrigen Regionen aus unterschiedlichen Gründen noch wenig Interesse erfahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Krenz Abb. 1 Graphit.jpg|400px|thumb|right|Abb. 1: Graphit (Lehrberger u.a. 2011, 325).]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Krenz Abb. 2 Graphitlagerstätten.jpg |400px|thumb|right|Abb. 2: Graphitlagerstätten Mitteleuropa (Scharrer-Liška 2017, 17).]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im deutschen Raum ist dies v.a. auf den Umstand zurückzuführen, dass mittelalterliche Graphitkeramik nach jetzigem Forschungsstand (fast) im gesamten Gebiet als reine Importkeramik bewertet werden muss, nur an wenigen Fundplätzen greifbar wird, dort meist nur in geringer Menge vorhanden ist und somit für die Auswertung des Keramikspektrums der jeweiligen Referenzkomplexe nur eine begrenzte Aussagekraft besitzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit vorliegender Arbeit wird ein erster Schritt unternommen, einerseits einen zusammenfassenden Forschungsstand darzustellen und andererseits über eine Kartierung der recherchierten süddeutschen Fundplätze eine Verbreitung dieser Keramikvariante in diesem Gebiet zu erfassen. Dies kann als Grundlage für die zukünftige Beantwortung der aufzuwerfenden Forschungsfragen dienen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gründe für die Verwendung des Minerals [[Graphit]] bei der Herstellung von Tongefäßen werden v.a. in den besonderen physikalisch-chemischen Eigenschaften gesucht, die der Graphitkeramik – speziell der Graphittonkeramik (d.h. mit Graphit gemagerter Keramik) – nach heutigem Wissensstand nachgewiesen werden können. Dazu zählen Hydrophobie (der ansonsten wasserdurchlässigen mittelalterlichen Irdenware), die erhöhte Wärmeleitfähigkeit, Temperaturwechselbeständigkeit sowie eine hohe Resistenz gegen Laugen und Säuren (Mittelstraß 2007, 236, Scharrer-Liška 2007, 150). Inwieweit diese Eigenschaften im Früh- und Hochmittelalter bereits bekannt waren, kann derzeit nicht beantwortet werden. Das Typenspektrum der Graphitkeramik im Hochmittelalter weist Formen auf, für die die besonderen Eigenschaften der Graphitkeramik keine Bedeutung hatten (Scharrer-Liška 2007, 150). Hier müssen Gründe wie Tradition und Gewohnheit, Stil, Nachahmung metallischer Gefäße und Prestige genauso in die Interpretation mit einbezogen werden wie mögliche brenntechnische Gründe (Scharrer-Liška 2007, 151). Erst ab dem Spätmittelalter nimmt das Formenspektrum dieser speziellen Keramik wieder ab und beschränkt sich auf Formen wie Kochgeschirr, Vorratsgefäße und Schmelztiegel. Spätestens ab diesem Zeitpunkt kann davon ausgegangen werden, dass die besonderen Eigenschaften der Graphitkeramik bekannt waren (Scharrer-Liška 2007, 150). Mit der im ausgehenden Spätmittelalter / der beginnenden Neuzeit aufkommenden Eisentonkeramik, einer speziellen Variante dieser Keramikart, setzt sich die Entwicklung der Graphitkeramik bis in die Neuzeit fort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Graphit ist ein metallisch glänzender Rohstoff, der auf natürliche Weise aus Faulschlamm unter der Einwirkung von hohem Druck und Temperatur entstand (Scharrer-Liška 2007, 14) (Abb. 1).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Lagerstätten von Graphit in Mitteleuropa sind stark begrenzt und beschränken sich v.a. auf die Böhmische Masse, einem geologisch alten Rumpfgebirge. Bekannte Fundstätten liegen im Bayerischen Wald und ziehen über Böhmen, den mährisch-schlesischen Raum, das Mühl- und Waldviertel, den Dunkelsteiner Wald bis in die Grauwackerzone der Steiermark und Kärntens in Österreich (Abb. 2). Unbedeutendere Lagerstätten befinden sich in Tirol (Scharrer-Liška 2007, 15; 2003, 45). Im deutschen Grenzgebiet ist der Passauer Raum, speziell die Region um das heutige Kropfmühl, für Graphitvorkommen bekannt. Bei der archäologischen Lagerstättenkartierung muss allerdings der Umstand beachtet werden, dass i.d.R. nur heutige abbauwürdige Vorkommen kartiert werden, kleinräumigere Vorkommen dagegen nicht bekannt sind oder in der Vergangenheit bereits ausgebeutet wurden und aus diesen Gründen nicht erfasst werden (Mittelstraß 2007, 244).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Forschungsgeschichte==&lt;br /&gt;
Außer in einem kurzen Zeitraum während des frühen 13. Jh., als nach Vermutung von T. Mittelstraß im Hinterland von Passau ein Produktionsstandort existiert haben könnte (Mittelstraß 2007, 251), muss nach jetzigem Forschungsstand mittelalterliche Graphitkeramik in Süddeutschland vom Früh- bis zum Ende des Spätmittelalters als reine Importkeramik, v.a. aus österreichischen und böhmisch-mährischen Gebieten, angesehen werden. Durch diesen Umstand bedingt, sind derartige Scherben in den meisten Fundkomplexen nur in sehr geringer Anzahl vorhanden und für die Auswertung der Keramikkomplexe oft zu unbedeutend in ihrer Aussagekraft. Entsprechend schmal ist die Publikationslage.&lt;br /&gt;
Grundlegend ist daher ein Artikel von T. Mittelstraß aus dem Jahr 2007 „Graphitkeramik des Mittelalters und der frühen Neuzeit in Altbayern. Ein Beitrag zum Beginn und zur Frühzeit der Obernzeller Produktion“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besser ist hier der Forschungsstand in Österreich, wo Graphitkeramik vom 8.–13. Jh. in viel stärkerem Ausmaß vorkommt und in bestimmten Gebieten in diesem Zeitraum zur vorherrschenden Keramikart wird. Hier sind v.a. die Arbeiten von S. Felgenhauer-Schmiedt, G. Scharrer-Liška und K. Kühtreiber zu nennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiteres wichtiges Herstellungs- und Verbreitungsgebiet der mittelalterlichen Graphitkeramik war die Region Mähren, die von B. Dostál und Č. Staňa bearbeitet wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Aussagekraft dieser Publikationen ist für die Region Süddeutschland hinsichtlich Verbreitung und Fundaufkommen allerdings begrenzt und besitzt in erster Linie für wirtschaftsgeschichtlich-archäologische Fragestellungen Relevanz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verbreitung==&lt;br /&gt;
[[Datei:Krenz Abb. 3 GK Rauer Kulm.jpg|400px|thumb|right|Abb. 3: Graphittonware Rauher Kulm (Zeichnung und Bearbeitung: H. Losert, unpubliziert).]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Krenz Abb. 4 Verteilung a reduziert3.jpg|400px|thumb|right|Abb. 4: Verbreitungskarte Graphitkeramik (ohne Grauschwarz hartgebrannte Drehscheibenware). Die Nummern entsprechen den Nummern der Referenzkomplextabelle. Kartierung: J. Krenz. Graphische Umsetzung: F. Griessel.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Krenz Abb. 5 Eisentonkeramik Schustergasse.jpg|200px|thumb|right|Abb. 5: Eisentonkeramik Passau Schustergasse (Böhmer 2015, 81).]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das erneute Aufkommen der Graphitkeramik im Mittelalter nahm nach bisherigem Forschungsstand seinen Anfang in Österreich. Dort ist sie in wiederbesiedelten antiken Orten in den entsprechenden nachrömischen Schichten archäologisch im ausgehenden 8. Jh. nachweisbar, so in Tulln, Mautern und Wien. Sicher zu belegen ist die weitere Verbreitung im 9. Jh. im niederösterreichischen Donauraum. Von dort greift die Graphitkeramik im späten 9. und beginnenden 10. Jh. nach Mähren und die Gebiete nördlich, östlich und westlich davon aus (Felgenhauer-Schmiedt 1998, 200).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Mähren ist Graphitkeramik v.a. auf slawischen Burgen dokumentiert. Beispiele hierfür bilden der Burgwall Staře Zámsky bei Brno-Lišeň (ab frühem 10. Jh.), Zelená Hora (Anfänge im 10. Jh., stark vertreten im 11.–13. Jh.) und die Burg Přerov (ab 10. Jh.) (Staňa 1998, 88–114).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im heutigen Polen erreichte die Graphitkeramik ihre stärkste Verbreitung im 12./13. Jh., älteste Gefäße können aber bereits in Opole im 9./10. Jh. nachgewiesen werden (Zamelska 1998, 33). In schlesischen Gebieten finden sich Graphitgefäße z.B. in Chotěbuz-Podobora, Hradec nad Moravici und Stavenice ebenfalls ab der Mitte des 10. Jh. Im 11./12. Jh. steigt hier die Beliebtheit von Graphitkeramik in solchem Maße, dass alle Formen der Keramik mit Graphitmagerung hergestellt wurden und sie auf fast allen Fundstellenarten, auf befestigten Plätzen, in dörflichen Ortschaften, in Gräbern und Städten auftritt (Kouřil 1998, 39 ff.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In böhmischen Fundkomplexen wird Graphitkeramik eher selten geborgen. Dort nahm sie sowohl im Früh- als auch im Hochmittelalter nirgends eine dominierende Stellung ein. Erst ab dem 13. Jh. ist sie im Siedlungsmaterial in nennenswertem Umfang nachweisbar, scheint allerdings bereits im 14. Jh. keine Rolle mehr zu spielen (Mittelstraß 2007, 249).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im heutigen Deutschland ist mittelalterliche Graphitkeramik nach neuestem Forschungsstand sehr früh belegt. Mit dem Kastell Boiotro in [[Passau]] (Altjohann 2012, 92) und dem Rauhen Kulm (Freundlicher Hinweis PD. Dr. H. Losert, unpubliziert) bei Neustadt am Kulm sind Fundplätze verbürgt, deren Material bereits ins 8./9. Jh. datiert (Abb. 3). Falls es sich um Import handelt, kann als Herstellungsgebiet allein der niederösterreichische Raum in Frage kommen. Dies setzt einen intensiven Handelsaustausch mit dieser Region zu einem sehr frühen Zeitpunkt voraus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Graphitkeramik der Abtei [[Frauenwörth]] (Chiemsee) (Mittelstraß 2007, 257) und aus der Grabung am Donaumarkt in [[Regensburg]] (Freundlicher Hinweis I. Nießen) liegt Fundmaterial aus dem 9./10.–12. Jh. vor. Der Großteil der weiteren Fundplätze in Süddeutschland zeigt Material mit Datierungen zwischen dem 10.–13. Jh. Als westlichster Punkt von Graphitkeramik muss derzeit ein Fund von zwei Graphittonscherben vom nordwestlichen burgnahen Hangbereich des Schlosses Pappenheim im Lkr. Weißenburg-Gunzenhausen gewertet werden (Freundlicher Hinweis PD Dr. phil. habil. Schußmann: Scherbe Nr. 1 wurde zunächst als latènezeitlich publiziert – Schußmann 1997, 108, mit dem Fund einer – später gefundenen – passenden Randscherbe als mittelalterliches Fundgut des 11./12. Jh. n. Chr. identifiziert).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Betrachtung der Verbreitungskarte (die allerdings einen temporären Forschungsstand darstellt) zeigt eine Abnahme der Funddichte Richtung Westen in Relation zu den Graphitlagerstätten (Abb. 4).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die spätmittelalterliche/frühneuzeitliche [[Eisentonkeramik]] (Abb. 5) gelangte bedeutend weiter westlich und wartet mit Fundstätten in [[Ulm]] und Geislingen auf (Schreg, Blog Archaeologik 05.01.2015). Nachweisbar ist sie auch im Gebiet um Passau (Endres 1998, Mittelstraß 2007, Böhmer 2015), in Bad Aibling (Mittelstraß 2007), Regensburg (Wintergerst 1999), Murnau (Mittelstraß 1994) und auf der Saldenburg (Endres 1994). Irritierend ist hier allerdings die Fundarmut dieses Materials zwischen dem östlichsten und westlichsten bekannten Verbreitungspunkt in Deutschland. (Als weiterer Fundplatz kann lt. Zeichnungen und Beschreibungen die Abtei Frauenwörth in Chiemsee angenommen werden [Hänsel 1966, Tafeln 4.10 und 5.18].)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das massenhafte Auftreten &amp;quot;graphitengobierter&amp;quot; Scherben als Oberflächenfunde auf den Burgen des 12./13.–15. Jh. der Schwäbischen Alb, wo diese Ware unter der Bezeichnung „grauschwarz hart gebrannte Drehscheibenware“ firmiert (Bizer 2006), will sich nicht so recht in das bisher bestehende Muster einpassen lassen. Mit Masse dürfte es sich hier um fein polierte Keramik handeln, die an die [[Polierte jüngere graue Drehscheibenware (Ulmer Raum, SMa)|polierte jüngere graue Drehscheibenware]] des benachbarten Ulmer Raums erinnert und wohl dort anzugliedenr ist, aber keinen Graphit enthält.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In welcher Form Graphitton verhandelt wurde, ist nicht gesichert. Denkbare Alternativen wären der Handel mit fertigen Gefäßen, mit Graphitton als Rohmaterial oder mit Rohgraphit (Scharrer-Liška 2003, 46). An Fundplätzen, an denen nur vereinzelte Scherben in einem ansonsten andersgearteten Keramikspektrum auftreten, ist zudem die Möglichkeit zu bedenken, dass Graphitgefäße als reine Transportgefäße für Waren, bei denen die hydrophobe Eigenschaft des Transportgefäßes eine wichtige Rolle spielte (z.B. Salz), zufällig vor Ort gelangten. Dies könnte auf den Burgstall Warberg bei Neunburg vorm Wald, den Burgberg in Meißen oder die [[Oberwittelsbach, Burg Wittelsbach|Burg Wittelsbach]] zutreffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warenart(en)==&lt;br /&gt;
Der Umgang mit dem Begriff der „[[Warenart]](en)“ ist in der Keramikforschung insofern problematisch, als dass er im deutschsprachigen Raum mit verschiedenen Inhalten belegt wird. U. Gross steht stellvertretend für eine Forschungsrichtung, die unter „Warenart“ Keramikgruppen fasst, die formale und technische Merkmale in sich vereinen. G. Scharrer-Liška als wichtige Vertreterin der hier behandelten Keramik versteht unter „Warenart“ Keramikgruppen gleichen Materials und Herstellungstechnik ([[Materialgruppe]]n), die formale Kriterien vorerst als irrelevant definiert, da die meisten Formen – je nach Zeitstellung – in sehr unterschiedlichen Warengruppen auftreten können (Scharrer-Liška 2007, 76).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für den süddeutschen Raum wurden bislang nur wenige Versuche unternommen, die mittelalterliche Graphitkeramik zu untergliedern. Als frühestes Beispiel kann B. Hänsel angeführt werden, der bei der Bearbeitung des Fundplatzes Abtei [[Frauenwörth]] (Chiemsee) die Graphitkeramik in drei Unterklassen (D 1–3) unterteilt (Abb. 6) (Hänsel 1966, 177). Da bei seiner Unterteilung auch latènezeitliches Material Eingang findet, des Weiteren die Datierung durch den frühen Zeitpunkt der Bearbeitung des Fundkomplexes (1966) ungewiss erscheint, eignet sich diese Warenartuntergliederung nur bedingt. Ein weiteres Modell der Untergliederung liefern B. Engelhardt und R. Pleyer bei ihrer Bearbeitung des Burgstalls Saunstein (Engelhardt/Pleyer 1986, 71). Sie unterscheiden die drei „Macharten“ A – C. Dabei ist allerdings nur Machart B sicher als Graphitkeramik zu identifizieren, Machart A und C beinhalten sowohl Graphitkeramik als auch Keramik mit Glimmer- und [[Goldglimmer]]magerung. Auch dieses Modell greift in seiner Einteilung zu kurz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Abb. 6: Warenarten nach Hänsel 1966, 177 ff.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Warenart/Eigenschaften&lt;br /&gt;
! D1&lt;br /&gt;
! D2&lt;br /&gt;
! D3&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Graphitanteil&lt;br /&gt;
| sehr hoch&lt;br /&gt;
| weniger Graphit als D1&lt;br /&gt;
| ziemlich hoch&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Magerung&lt;br /&gt;
| fein, bisweilen gröber&lt;br /&gt;
| fein, wenig körnige Magerungszusätze&lt;br /&gt;
| fein&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Brand&lt;br /&gt;
| nicht besonders hart&lt;br /&gt;
| mittelhart&lt;br /&gt;
| hart&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Bruch&lt;br /&gt;
| schwärzlich-silbern&lt;br /&gt;
| -----&lt;br /&gt;
| -----&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Oberfläche&lt;br /&gt;
| schwärzlich-silbern, manchmal rötlichbraun&lt;br /&gt;
| silbrig-schwarz&lt;br /&gt;
| porös, silbrig bis grau&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Zeitstellung&lt;br /&gt;
| wahrscheinlich – wenigstens teilweise Latènezeit&lt;br /&gt;
| Mittelalter?&lt;br /&gt;
| Mittelalter?&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Gefäßform&lt;br /&gt;
| weitmundige Töpfe mit kurz einschwingender Halszone und hoher Randlippe; bauchige Töpfe mit Trichterhals; große, flache Schalen mit sehr breitem Rand&lt;br /&gt;
| bauchiges Gefäß mit abgesetzter, steiler Schulterzone und abgewinkeltem, flachen Trichterhals; Bodenstücke eines Gefäßes mit flach ansteigender Wandung; Gussform für Perlen&lt;br /&gt;
| hohe Gefäße mit verdicktem und nach unten gebogenem Rand; Bodenscherben von steilen Gefäßen; Bodenscherben von bauchigen Gefäßen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Verzierung&lt;br /&gt;
| eng gestellte und tief eingeschnittene senkrechte Rillen auf Gefäßkörper; Rillen in Furchentechnik auf dem Hals der Schale&lt;br /&gt;
| häufig flache Wellenlinienmuster mit breiter Ritztechnik; breite waagerechte Rillen&lt;br /&gt;
| keine bekannt; 1 Abdruck eines Kreuzes als Töpfermarke&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
G. Scharrer-Liška bietet ein Modell der Warenarten ihres Bearbeitungsgebietes (Niederösterreich) an, in welchem sie sieben Warengruppen definiert, von denen Warenarten 1–3 verschiedene Formen der Graphitkeramik aufnehmen (Scharrer-Liška 2007, 76).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Abb. 7: Warenarten nach Huber u.a. 2003, 46.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;width:10em;&amp;quot; | Waren-/Keramikart 1&lt;br /&gt;
| Graphitkeramik (reduzierend gebrannt, sehr  hoher Graphitanteil)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Waren-/Keramikart 2&lt;br /&gt;
| „Ummäntelte“ Graphitkeramik (keine tatsächliche Ummäntelung mit Tonschlicker, wie in älterer Literatur oft angegeben, sondern Wechselbrand, bei dem sekundär unter oxidierender Atmosphäre der Graphit verbrannt wurde und dadurch die Oberfläche, im Gegensatz zum grauen Kern, braune bis rötlich-orange Farbe erhielt)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Waren-/Keramikart 3&lt;br /&gt;
| Stark glimmerhaltige Graphitkeramik (reduzierend gebrannt)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Waren-/Keramikart 4&lt;br /&gt;
| „Eisentonware“ (spätmittelalterliche, reduzierend gebrannte, gering bis mittelstark graphitgemagerte Keramik)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Waren-/Keramikart 5&lt;br /&gt;
| „Grautonware“ (reduzierend gebrannte Irdenware, vor allem steinchengemagert)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Waren-/Keramikart 6&lt;br /&gt;
| Wechselhaft gebrannte Irdenware&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Waren-/Keramikart 7&lt;br /&gt;
| Oxidierend gebrannte Irdenware&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Waren-/Keramikart 8&lt;br /&gt;
| Bleiglasierte Irdenware&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer Publikation von E. H. Huber/K. Kühtreiber/G. Scharrer aus dem Jahr 2003 tritt als Warenart 4 noch die Eisentonkeramik hinzu (Abb. 7) (Huber/Kühtreiber/Scharrer, 2003, 46).&lt;br /&gt;
Ein weiteres System wurde von K. Kühtreiber 2006 publiziert, in welchem sie Graphitkeramik wiederum als EINE Warenart definiert, als primäres Unterscheidungskriterium die Stärke der Magerung wählt und dieser den Brand als Differenzierungsmerkmal unterordnet (Kühtreiber 2006, 96).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den benannten Beispielen wird ein grundsätzliches Problem bei der Erfassung der Graphitkeramik deutlich. Während in Deutschland Graphitkeramik als EINE Warenart definiert wird, die über formale Kriterien weiter untergliedert wird, versteht man im österreichischen Raum Graphitkeramik als Oberbegriff, die existierenden Varianten nach der Definition von G. Scharrer-Liška als eigene Warenarten (außer im System von K. Kühtreiber). Diese kommunikative Unschärfe erschwert die Parallelisierung von Systematisierungssystemen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allen diesen Modellen ist gemeinsam, dass sie sich auf einen konkreten Fundplatz oder ein territorial begrenztes Gebiet beziehen und somit den Rahmen für die Untergliederung sehr eng abstecken. Eine eigene, unabhängige Untergliederung für das süddeutsche Fundgut als fast ausschließlichen Import ignoriert die Herkunft und die damit verbundenen Interpretationsmöglichkeiten. Um die mit der Graphitkeramik in Zusammenhang stehenden Fragestellungen beantworten zu können, erscheint ein Denken in größeren Zusammenhängen sinnvoll. Nötig wäre hier eine – nur der Graphitkeramik in allen ihren Ausprägungen vorbehaltene – Warenartgliederung, die sowohl archäometrische als auch formale Kriterien beinhaltet, sich länderübergreifend auf die Herstellungsregionen stützt und so die Chance bietet, das in den Importregionen zu Tage getretene Fundgut zeitlich und räumlich einzuhängen. Damit wären die Voraussetzungen zur Beantwortung vieler archäologischer Fragen rund um diese Form der Keramik geschaffen. Da diese überregionalen Gliederungen für die Herstellungsgebiete noch fehlen, muss dies zukünftigen Generationen überlassen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Varianten==&lt;br /&gt;
Graphit wurde in unterschiedlicher Weise eingesetzt, um dem Ton von Gefäßen eine höhere Funktionalität, den Gefäßen selbst ein höheres Prestige oder einen gesteigerten Marktwert zu verleihen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Übereinstimmung mit T. Mittelstraß (Mittelstraß 2007, 235 mit Anm. 1) und G. Scharrer-Liška (Scharrer-Liška 2003, mit Anm. 1) wird hier der Begriff „Graphitkeramik“ verwendet und darunter jede Form von mit Graphit behandeltem Ton verstanden. Der in der Literatur oft synonym verwendete Begriff Graphittonkeramik bleibt ausschließlich der mit Graphit gemagerten Keramik vorbehalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Graphittonkeramik]]&lt;br /&gt;
*[[Graphitengobierte Keramik]]&lt;br /&gt;
*[[Graphitierte Keramik]]&lt;br /&gt;
*[[Ummäntelte Graphittonkeramik]]&lt;br /&gt;
*[[Keramik mit Graphitbemalung]]&lt;br /&gt;
*[[Eisentonkeramik]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Formen==&lt;br /&gt;
[[Datei:Krenz Abb. 14 Entwicklung Topfformen.png|200px|thumb|right|Abb. 8: Entwicklung graphithaltiger Topfformen in Österreich (Scharrer-Liška 2007, 37).]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die keramischen Formen der Graphitkeramik entwickeln sich im Früh- und Hochmittelalter zunächst analog der Formen der graphitfreien Keramik. Das keramische Spektrum ist in dieser Periode sehr eingeschränkt und erstreckt sich fast ausschließlich auf Töpfe, vereinzelt auch Backteller (Abb. 8).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Sonderformen von Töpfen können in Österreich ab dem 11. Jh. speziell gestaltete Vorratsgefäße identifiziert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Beginn des Hochmittelalters erweitert sich das Formenspektrum auf Deckel, Pfannen und Schüsseln, ab dem 12. Jh. kommen Bügelkannen und ab dem 13. Jh. Krüge und Aquamanile hinzu (Scharrer-Liška 2003, 8) (Abb. 8). Dies lässt sich mit der Differenzierung der sozialen Gepflogenheiten, d.h. von Haushalts- und Tischsittengestaltung parallelisieren, die vom südwestlichen und südlichen Deutschland (vermutlich durch den von hier ausgehenden Landesausbau) in den österreichischen Donauraum wirkt (Scharrer-Liška 2007, 34). Erst im ausgehenden Spätmittelalter und v.a. mit dem Aufkommen der Eisentonkeramik minimiert sich das Formenspektrum der Graphitkeramik und beschränkt sich auf Töpfe, Vorratsgefäße, Schmelztiegel, technische Keramik und Kacheln, für die die besonderen Eigenschaften der Graphitkeramik von bedeutendem Vorteil waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine gegenläufige Entwicklung nimmt die graphitengobierte grauschwarz hartgebrannte Drehscheibenware. Ihr Typenspektrum erweitert sich im Spätmittelalter enorm und weist neben den weiterhin dominierenden Töpfen auch Kannen, Flaschen, Dreifußgefäße, Schüsseln, Lampenschälchen, verschiedene Deckelformen und kugelförmige Becher auf (Bizer 2006, 50 f.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verzierungen==&lt;br /&gt;
Grundsätzlich folgte auch die Verzierung der Graphitkeramik den Entwicklungen, die graphitfreie Keramik im Mittelalter nahm. Im Frühmittelalter, teilweise auch im Hochmittelalter, scheinen die Gefäße üppiger verziert als in späteren Zeiten. Als vorherrschende Verzierungen der frühen Periode können Wellenlinien, Wellenbänder, Einstichmuster und horizontal umlaufende Dekore identifiziert werden (Abb. 16). Diese werden später durch horizontal umlaufende Linien oder Linienbänder abgelöst, von Dekoren also, die durch das Aufkommen der Töpferscheibe wahrscheinlicher werden. Spätestens mit dem städtischen Handwerk, das bereits einer vorindustriellen Herstellung glich, wurden Verzierungen scheinbar nur dann angebracht, wenn es der Herstellungsprozess erlaubte (Scharrer-Liška 2007, 23).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verzierungen des Fundmaterials aus Süddeutschland zeigen eine kongruente Entwicklung. Als früheste Muster treten Wellenlinien verschiedenster Ausprägungen, z.T. zwischen umlaufenden Rillen, Schrägkerben- und Tupfenreihen, innenverzierte Ränder, Bodenmarken bzw. Töpferzeichen in Form von Kreuzen sowie im Hochmittelalter breite Gurtbänder auf Vorratsgefäßen auf. Eisentonwaren zeichnen sich regelhaft durch Stempelmarkierungen sowie Rillen/Riefen unter dem Rand aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Herstellungstechnik==&lt;br /&gt;
Die Herstellung von Graphitkeramik im Mittelalter erfolgte zunächst analog der Herstellung anderer Warenarten. Der Töpfer musste den Ton aufbereiten. Dazu wurde der Rohstoff der Witterung ausgesetzt, das sogenannte Wintern, Wettern oder Einsumpfen setzte ein. Danach erfolgte das Schlemmen des Tones, Verunreinigungen und überflüssiges Wasser wurden entfernt. Das anschließende Kneten minimierte mögliche Luftblasen und erhöhte die Bearbeitbarkeit des Tones (Felgenhauer-Schmiedt, o. J., 35). Die Magerung eines Tones mit Graphit ist mit einigen zusätzlichen Arbeitsschritten und Herausforderungen verbunden. Ein natürlicher hoher Graphitgehalt oder starker künstlicher Graphitzuschlag im Ton verringern dessen Plastizität, weshalb es schwierig ist, mit diesem Ton dünnwandig zu arbeiten. Dies wird als Grund angeführt, dass insbesondere die frühen, stark graphithaltigen Gefäße ein eher archaisches Aussehen hatten und als plumpere Varianten der graphitfreien Gefäße galten. Erst mit dem Aufkommen von Drehhilfen und Tonen, die tendenziell immer weniger Graphit enthielten, ist eine Verfeinerung des Bildes der Graphitkeramik zu beobachten (Mittelstraß 2007, 236, Scharrer-Liška 2007, 21 f.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund seiner hydrophoben Eigenschaften ist Graphit im feuchten Zustand nur schwer mit dem Ton zu vermischen. Um eine gleichmäßige Textur des Tones zu erreichen, werden zwei mögliche Varianten der Herstellung diskutiert. Eine Möglichkeit stellt die Vermischung unter starkem körperlichem Einsatz durch das Abtreten mit den Füßen dar. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, sowohl Ton als auch Graphit zunächst zu trocknen, zu zerreiben, wieder zu vermischen und mit Wasser zu versetzen (Scharrer-Liška 2007, 21). Im Frühmittelalter sprechen Dickwandigkeit der Gefäße, unregelmäßige Formgebung und senkrechte Verstreichspuren an den inneren Gefäßwänden für einen Handaufbau. Im Hochmittelalter liefert das Vorhandensein von Bodenmarken und Quellböden Hinweise auf die Verwendung von handgetriebenen Drehhilfen (Scharrer-Liška 2007, 21 ff.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor dem Brennen des Tones wurden Einstiche oder Schnitte in die dickeren Teile des Gefäßes eingebracht, um eine schnellere und gleichmäßigere Trocknung des Tones zu erreichen und das Risiko des Reißens während des Brennvorgangs zu minimieren. Graphit oxidiert bei Sauerstoffzufuhr bei 400–500°C und verbrennt bei 700–1000°C, unter reduzierenden Bedingungen setzt diese Reaktion erst bei ca. 3.500°C ein. Die Brennatmosphäre wurde entsprechend entweder reduzierend gestaltet oder die Gefäße wurden bei sehr niedrigen oxidierenden Temperaturen gebrannt (Scharrer-Liška 2007, 25). Für die unter reduzierenden Bedingungen hergestellte frühmittelalterliche Graphitware von Thunau am Kamp in Niederösterreich konnte mittels mikroskopischer Untersuchungen festgestellt werden, dass der Brenntemperaturbereich zwischen 700–900°C lag (Dell’Mour 2002, 91).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verbesserung der Brenntechnik vom Früh- zum Hochmittelalter ermöglichte in Niederösterreich dann das Aufkommen der Ummäntelten Graphittonkeramik (Scharrer-Liška 2007, 25).&lt;br /&gt;
Bei der Herstellung engobierter Graphitkeramik wurde auf ein graphitfreies, lederhartes Gefäß vor dem Brand eine Graphitengobe aufgebracht. Diese Engobe war vermutlich eine Mischung aus geschlämmtem Ton und Graphitbrei. Das Auftragen erfolgte mit einem Tuch oder Leder, Begießen oder Tauchen kamen, wie experimentalarchäologische Versuche zeigten, eher nicht in Betracht, da sich wegen der Saugfähigkeit des lederharten Materials eine zu dicke Engobeschicht bildet, die zu Blasenbildung und Abplatzungen neigt (Böhmer 2008, 146). Der Brand graphitengobierter Waren setzte ab der mittleren Brennphase einen kontrollierten Reduktionsbrand voraus. Beim Nachheizen musste der zugeführte Sauerstoff vollkommen im Feuerraum verbrennen und durfte nicht an die Ware gelangen, um den Graphit an der Oberfläche zu halten (Böhmer, 2008, 149).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Graphitierung der Keramik erfolgte erst nach dem Brand der Gefäße. Dazu wurde das Keramikobjekt mit Graphitstaub eingerieben. Eventuell erfolgte ein kurzer Stabilisierungsbrand (Mittelstraß 2007, 242).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Scherbenbeschaffenheit==&lt;br /&gt;
Die Scherbenbeschaffenheit, d.h. Merkmale wie Magerungsdichte, Magerungsgröße, Härte, Farbe, Beschaffenheit der Oberfläche, Brandatmosphäre, Wandstärke und Porosität variieren innerhalb der verschiedenen Ausprägungen der Graphitkeramik und deren zeitlichen, örtlichen und technischen Modifikationen derart stark, dass sie hier nicht zusammengefasst werden können. Erschwerend kommt hinzu, dass einheitliche Merkmale in der Literatur zu den süddeutschen Fundkomplexen nur z.T. publiziert wurden, so dass sich aufgrund des begrenzten Informationsstandes Aussagen verbieten. Generell scheint sich bei den frühen Formen aber abzuzeichnen, dass Graphitkeramik im Vergleich zur sonstigen mittelalterlichen Keramik deutlich weicher gebrannt ist. Wenn benannt, erreicht die Keramik selten mehr als den Härtegrad „2“ nach Mohs. Auch ist beim süddeutschen Fundgut meist von einer reduzierenden Brandführung auszugehen. Dies ist allerdings in den Kontext eines fehlenden Forschungsstandes zu anderen Varianten der Graphitkeramik im süddeutschen Raum zu stellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als abweichende Ausnahmeerscheinung treten wieder die Oberflächenfunde aus den Burgen der Schwäbischen Alb auf. Diese Art der engobierten Graphitkeramik ist hart bis sehr hart gebrannt, im Bruch einheitlich grau bis mittelgrau und gleichförmig dunkel bis schwarzgrau auf der Oberfläche (Bizer 2006, 50).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Sozialer Kontext==&lt;br /&gt;
Graphitkeramik tritt im gesamten Verbreitungsgebiet sowohl im dörflichen Raum als auch in aufkommenden städtischen Siedlungen und auf Burgen auf. Beim Siedlungstyp der Burgen ist – wie im österreichischen Raum – in Süddeutschland keine Einheitlichkeit zu verzeichnen. Auf manchen Burgen ist Graphitkeramik nachweisbar, an anderen Fundplätzen fehlt sie im Fundgut. G. Scharrer-Liška sieht hierin einen Hinweis auf unterschiedliche Funktionen oder Nutzungsweisen der Burgen (ländliches Gehöft oder adeliges Milieu) (Scharrer-Liška 2007, 74).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Graphitgemagerte Vorratsgefäße scheinen sich im österreichischen Verbreitungsgebiet vorwiegend im ländlich-dörflichen Bereich, aber auch in Siedlungen fassen zu lassen, die sich später zu Städten entwickelten (Scharrer-Liška 2007, 74). Für Süddeutschland sind aufgrund der geringen Funddichte keine eindeutigen Aussagen zu treffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Generell scheint es bis zum Ende des Hochmittelalters zwischen sozialen Schichten so gut wie keine Unterschiede bei der Verwendung von Graphitkeramik gegeben zu haben, zumindest sind in Gebieten mit besserem Forschungsstand durchwegs überall gleiche Formen und gleiche Wertschätzung zu verzeichnen. Erst im Spätmittelalter ist eine gewisse Differenzierung hinsichtlich Qualität und Anteile verschiedener Formen im städtischen und ländlichen Milieu greifbar (Scharrer-Liška 2007, 74).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wertschätzung, die Graphitkeramik erhalten hat, ist sicherlich an den Reparaturspuren ablesbar. Trotz des geringen Fundaufkommens sind für Süddeutschland diese Flickungen für mindestens drei Fundkomplexe sicher belegt, den Rauhen Kulm und die Burgen Wittelsbach und Sulzbach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Forschungsfragen==&lt;br /&gt;
Graphit als lagerstättenbedingt begrenzt vorkommendes Mineral in Verbindung mit Graphitkeramik als weit verhandeltem archäologischen Fundgut bietet der Forschung ein breites Feld von Fragen (Kouřil 1998, 38, Bogusław 1938, 18).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fragenkomplex zum Material&lt;br /&gt;
*Gründe für die Nutzung von Graphit als Magerungsbestandteil&lt;br /&gt;
*Bestimmung der Funktion der Gefäße&lt;br /&gt;
*Herstellungs- und Produktionstechnik der Keramik, Brennverfahren, Aussagen über technische Weiterentwicklungen im Töpferhandwerk&lt;br /&gt;
*Naturwissenschaftliche Untersuchungen hinsichtlich der Beziehung von Magerungsanteil des Graphits, Magerungsgröße der Graphitpartikel und den physikalischen Eigenschaften der Gefäße&lt;br /&gt;
*Einfluss von sekundären Formationsprozessen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Chronologische Fragestellungen&lt;br /&gt;
*Beginn der Graphitkeramikproduktion in den verschiedenen Regionen und ihre Fortentwicklung im Hoch- und Spätmittelalter&lt;br /&gt;
*Datierung der verschiedenen Formen und Warenuntergruppen&lt;br /&gt;
*Import- und/oder Kreuzdatierung für Fundplätze in Importregionen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Typologische und morphologische Fragestellungen (Kouřil 1998, 38)&lt;br /&gt;
*Randformen, Gefäßformen, typologische Reihen&lt;br /&gt;
*Tektonik der Gefäße&lt;br /&gt;
*Bearbeitung der Oberfläche, Verzierungen, Dekor, Markenzeichen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wirtschaftsgeschichtliche Fragestellungen&lt;br /&gt;
*Provenienz der Tone und des Graphits&lt;br /&gt;
*Transportwege, Handelsrouten, Richtungen und Weisen des Vertriebs (Gefäße, Ton, Graphit als Rohstoff?)&lt;br /&gt;
*Organisation des Töpferhandwerks (grundherrschaftlich, regional)&lt;br /&gt;
*Identifikation von Töpfermanufakturen und Absatzmärkten&lt;br /&gt;
*Beobachtungen von Veränderungen und Rückschlüsse auf gesellschaftliche Umbrüche&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Soziale Fragestellungen&lt;br /&gt;
*Sozialer Kontext, Informationen zum Arbeits- und Alltagsleben der Nutzer und Hersteller&lt;br /&gt;
*Definition von sozialen Kontakträumen&lt;br /&gt;
*Aussagen hinsichtlich gesellschaftlicher Stellung von Bevölkerungsschichten sowie entsprechender sozialer Strukturveränderungen&lt;br /&gt;
*Aussagen zur „Wertigkeit“ bestimmter Merkmale der Keramik und Rückschlüsse auf dahinterstehende soziale, psychologische und identitätsstiftende Wahrnehmungs-, Denkmuster und Bedeutungsebenen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Naturwissenschaftliche Analysen==&lt;br /&gt;
Bisher wurden erst wenige wissenschaftliche Analysen an Graphitkeramik durchgeführt, die sich auf die Warenart als Solche beziehen. Als umfassendste kann die Untersuchung von G. Duma und C. Ravasz „Graphithaltige Gefäße aus Österreichs Mittelalter“ (1976) benannt werden, in der verschiedene Aspekte im Zusammenhang mit dieser Keramikart untersucht wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein wesentliches Element bei der wissenschaftlichen Erforschung der Graphitkeramik ist die Bestimmung ihrer physikalischen und chemischen Eigenschaften, d.h. die Untersuchung der Rolle des intentionell in den Ton beigegebenen Graphits bzw. der bewussten Nutzung von Graphiterde – einem natürlichen Verwitterungsprodukt in Regionen des Vorkommens von Graphit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Testserie bei Duma/Ravasz (Duma/Ravasz 1976, 234 ff.) wurden vier Graphittonproben auf der Basis gleichartigen Tons mit jeweils 5%, 10%, 20% und 40% feingekörntem Naturgraphit gemagert (bei 84% Kohlenstoffgehalt des Graphits ergab dies Proben mit 4,2%, 8,4%, 16,8% und 33,6% Kohlenstoff) und bei 900°C reduzierend gebrannt. Für einen 15 mm dicken Scherben wurden folgende Ergebnisse erzielt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hydrophobie: Bei den Testserien wurde festgestellt, dass die Probe mit 16,8% reiner Graphitmagerung kein Wasser mehr aufnahm, sowohl die Oberfläche als auch die Gesamtmenge des Scherbens als hydrophob gelten konnte. Diese Eigenschaft nahm kontinuierlich mit abnehmenden Graphitgehalt ab. In der Konsequenz bedeutet dies, dass zwischen einer Graphitmagerung von 8,4% und 16,8% die Irdenware eine Wasserundurchlässigkeit erreicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wärmeleitfähigkeit: Hierfür wurde die Probe mit 16,8% Graphitmagerung sowie ein gleichwertiger 15 mm dicker graphitfreier Scherben hinsichtlich der Frage untersucht, welcher Zeitraum nötig ist, sowohl Innen- als auch Außenseite eines Gefäßes auf eine Temperatur von 105°C zu erhitzen. Während für das graphitfreie Gefäß hierfür 17 min nötig waren, erreichte das mit 16,8% graphitgemagerte Gefäß diese Temperatur nach 9,5 min.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Temperaturwechselbeständigkeit: Die Wärmeausdehnung des Scherbens (Dilatation) nimmt infolge des Graphitgehaltes ab, bereits beträchtlich bei einer Magerung mit 16,8% Graphit, wodurch das Gefäß eine deutlich höhere Widerstandsfähigkeit gegen Temperaturschwankungen entwickelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Gefäße mit einer Graphitengobierung eines ansonsten graphitfreien Tones die Eigenschaften von graphithaltigen Tongefäßen nicht aufweisen können (Duma/Ravasz 1976, 236).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Untersuchung von G. Duma/R. Ravasz wurden weitere Ergebnisse formuliert, die eine breitere Diskussionsbasis für offene Forschungsfragen hinsichtlich der süddeutschen Graphitkeramik schaffen:&lt;br /&gt;
*Eine naturwissenschaftliche Untersuchung von vier österreichischen und drei ungarischen Proben, die aufgrund ihrer äußeren Merkmale als „identische Wiener Gefäße“ archäologisch angesprochen wurden, ergab keine Herkunft aus den gleichen Gebieten. Die archäologische Bestimmung der drei ungarischen Proben konnte mit Recht angezweifelt werden (Duma/Ravasz 1976, 228). Graphitkeramik aus Süddeutschland wird fast ausschließlich als Importware definiert. Aufgrund der Tonbeschaffenheit und formaler Kriterien der Scherben werden Bezüge zu möglichen Herstellungszentren und daraus resultierend Thesen zu Handelbeziehungen, sozialen Kontakträumen und grundherrschaftlicher Durchdringung formuliert. Das Ergebnis der Untersuchung zeigt die Notwendigkeit für ein Bewusstsein über derartige Fehlerquellen.&lt;br /&gt;
*Anders als in der Literatur geäußert, verlieren regelmäßig erhitzte Gefäße einen Teil ihres Kohlenstoffs auch während des Gebrauchs. Bei jedem nicht reduzierendem Brand, dem Graphitkeramik ausgesetzt wird (also auch bei Überhitzung am Kochfeuer), oxidieren Graphitanteile zu Kohlenstoffdioxid und entweichen als Gas (Endres 182, 52; ebenso: Duma/Ravasz 1976, 234). Graphithaltige Tongefäße können demnach nicht nur aufgrund ihres Kohlenstoffgehaltes in Gruppen systematisiert werden. Dies ist im Hinblick auf die Definition von Warenuntergruppen anhand des Graphitgehalts von nicht unbeträchtlichem Belang.&lt;br /&gt;
*Graphithaltige Tongefäße können im Boden eingebettet den korrosiven Wirkungen der Bodenumgebung dauerhaft widerstehen. Es konnten keine auf Rehydratationsprozesse hindeutende Charakterzüge festgestellt werden (Duma/Ravasz 1976, 234).&lt;br /&gt;
Dass Graphitkeramik durch sekundäre Formationsprozesse dennoch Veränderungen durchläuft, zeigen zwei anpassende Scherben von Eisentonkeramik aus einer Notgrabung in [[Ulm, Weinhof|Ulm (Weinhof 23)]], von denen eine noch einen deutlichen Graphitanteil aufweist, die andere aber nicht (Schreg Blog Archaeologik (05.01.2015)).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere wissenschaftliche Untersuchungen stellen über die Analyse der mineralogisch-petrographischen Bestandteile der Graphittone die archäologische Fragestellung nach der Herkunft des Graphits und des Rohtones sowie damit in Zusammenhang stehende Thesen zu wirtschaftsgeschichtlichen Fragestellungen in den Vordergrund.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu nennen sind hier die Publikationen von R. W. Dell’Mour „Mikroskopische Untersuchungen an frühmittelalterlicher Keramik von Thunau am Kamp, NÖ Lokalware – Importe – Rohstoffherkunft“ (2002), J. Dvorská/L. Poláček/G. Schneider „Chemische Analyse der Keramik von Mikulčice“ (1998) und M. Gregerová/R. Procházka „Erste Ergebnisse naturwissenschaftlicher Untersuchungen an Graphittonkeramik aus Brno (Brünn)“ (1998). Für Süddeutschland besitzen diese Untersuchungen aufgrund ihrer Regionalität nur wenig Aussagekraft, können aber als Vorbild für ähnliche Untersuchungen dienen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Fazit==&lt;br /&gt;
Für die Archäologie bietet die Erforschung der Graphitkeramik aus verschiedenen Gründen erhebliche Möglichkeiten zum Erkenntnisgewinn. Diese reichen von typologischen und morphologischen Fragestellungen, der Herstellungs- und Produktionstechnik der Keramik über die Bestimmung der Funktion der Gefäße bis zu Aussagen zum Alltags-, Arbeitsleben und dem sozialen Kontext der Nutzer und Hersteller. Zusätzlich können naturwissenschaftliche und chronologische Thesen sowie wirtschaftsgeschichtliche Fragestellungen hinsichtlich Handelsrouten, Richtungen und Weisen des Vertriebs und die grundherrschaftliche oder regionale Organisation des Töpferhandwerks aufgeworfen werden. Gleichzeitig stellt mittelalterliche Graphitkeramik die Archäologie aber auch vor enorme Herausforderungen. So ist bis heute eine Unterscheidung vor- und frühgeschichtlicher zu mittelalterlicher Graphitkeramik ausschließlich über die Bestimmung von Rand- und Gefäßformen möglich. Dies stellt eine nicht unerhebliche Fehlerquelle für die Interpretation dar, die wegen des in Süddeutschland nur begrenzt vorhandenen Fundmaterials eine beachtliche Relevanz besitzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kerngebiet der Herstellung der Graphitkeramik ist nach heutigem Forschungsstand im österreichischen Donauraum und in Mähren zu lokalisieren. Die umliegenden Regionen Böhmen, Schlesien und Bayern können in erster Linie als Importregionen interpretiert werden. Eine Beantwortung der genannten Fragestellungen ist demnach nur durch internationale Zusammenarbeit über die heutigen politischen Grenzen hinweg möglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die wissenschaftliche Bearbeitung dieser Keramikvariante setzt aufgrund der Besonderheiten des Material Graphit eine enge Zusammenarbeit mit den Naturwissenschaften und der experimentellen Archäologie voraus. Sie wird damit zum Gegenstand sowohl internationaler wie interdisziplinärer Projekte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Referenzkomplexe Graphitkeramik==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Referenzkomplexe Graphitkeramik (ohne Grauschwarz hartgebrannte Drehscheibenware)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
!&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;width:11em;&amp;quot;| Fundort&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;width:8em;&amp;quot;| Warenart&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;width:7em;&amp;quot;| Koordinaten&lt;br /&gt;
! Fundart&lt;br /&gt;
! Feldkampagnen (FK) &amp;lt;br /&amp;gt; Literatur (L)&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;width:14em;&amp;quot;| Datierung&lt;br /&gt;
! Beschreibung &amp;lt;br /&amp;gt; Formen (F), Verzierung (V), Scherbenbeschaffenheit (SB)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 1&lt;br /&gt;
| Kastell Boiotro, &amp;lt;br /&amp;gt; Passau&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 34′ 11,2″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 27′ 44,5″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 387 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| FK: 1974–1978 Rainer Christlein, BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; L: M. Altjohann 2012&lt;br /&gt;
| 8./9.–12. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Töpfe, Schalen, Schüsseln, Flachdeckel, Spinnwirtel, Ausgusstüllen &amp;lt;br /&amp;gt; V: gegenständige Wellenbandzier, Bodenmarken &amp;lt;br /&amp;gt; SB: dunkel- bis braungrau, seifig, schimmert metallisch, hoher Graphitanteil in der Magerung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 2&lt;br /&gt;
| Rauher Kulm, &amp;lt;br /&amp;gt; Bad Neustadt am Kulm&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 49° 49′ 44″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 50′ 58″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 681 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 2009 und 2014 H. Losert &amp;lt;br /&amp;gt; L: Freundlicher Hinweis PD Dr. H. Losert (unpubliziert)&lt;br /&gt;
| 8./9. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Töpfe &amp;lt;br /&amp;gt; V: Wellenlinien &amp;lt;br /&amp;gt; SB: braun, grau-schwarz, mittlerer Graphitanteil in der Magerung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 3&lt;br /&gt;
| Abtei [[Frauenwörth]], &amp;lt;br /&amp;gt; Chiemsee&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 47° 52′ 18″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 12° 25′ 30″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 515 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Kloster&lt;br /&gt;
| FK: 1961–1964 A. Stroh, BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; L: B. Hänsel 1966 &amp;lt;br /&amp;gt;    T. Mittelstraß 2007&lt;br /&gt;
| 9./10.–12.Jh.&lt;br /&gt;
| F: Töpfe, Gussformen für Perlen &amp;lt;br /&amp;gt; V: Wellenlinien, breite waagerechte Rillen, Töpfermarke &amp;lt;br /&amp;gt; SB: silbrig schwarz bis grau, feine Magerung, Graphitanteil mittel bis sehr hoch, mittelhart bis hart &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 4&lt;br /&gt;
| Pleinting&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 39′ 31″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 7′ 11″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 343 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Lesefund&lt;br /&gt;
| Lesefund &amp;lt;br /&amp;gt; L: R. Reinecke 1936&lt;br /&gt;
| Frühmittelalter&lt;br /&gt;
| Nur textliche Erwähnung: &amp;lt;br /&amp;gt; „Randscherbe eines weiten Beckens aus Graphitton“&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 5&lt;br /&gt;
| „Randesberger Hof“ in Cham&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 49° 13ʹ 32,5″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 12° 39ʹ 17,9″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 372 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| FK: 1971 &amp;lt;br /&amp;gt; L: H. Wolf 1971&lt;br /&gt;
| Frühmittelalter&lt;br /&gt;
| Textliche Erwähnung der Möglichkeit, dass eine gefundene Graphittonscherbe auch ins Frühmittelalter datieren könnte&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 6&lt;br /&gt;
| Burg Wittelsbach, &amp;lt;br /&amp;gt; Oberwittelsbach&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 28′ 7″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 10′ 34,3″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 515 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1978–1981 Dr. W. Sage/A. Dransfeld &amp;lt;br /&amp;gt; L: R. Koch 1993 &amp;lt;br /&amp;gt;    T. Mittelstraß 2007&lt;br /&gt;
| 10./11. Jh. (R. Koch) &amp;lt;br /&amp;gt; 11./12. Jh. (T. Mittelstraß)&lt;br /&gt;
| F: Topf &amp;lt;br /&amp;gt; V: Wellenlinie zwischen zwei umlaufenden Rillen &amp;lt;br /&amp;gt; SB: ohne Angabe&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 7&lt;br /&gt;
| Burgstall Warberg, &amp;lt;br /&amp;gt; Neunburg v. Wald&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 49° 22′ 54,7″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 12° 23′ 18″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 417 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1991–1997 V. Kaufmann &amp;lt;br /&amp;gt; L: V. Kaufmann 1999 &amp;lt;br /&amp;gt;    T. Mittelstraß 2007&lt;br /&gt;
| 10. Jh. (V. Kaufmann) &amp;lt;br /&amp;gt; 11. Jh. (T. Mittelstraß)&lt;br /&gt;
| F: Töpfe &amp;lt;br /&amp;gt; V: schräge Einstichreihe auf der Schulter &amp;lt;br /&amp;gt; SB: dunkelgrau bis schwarz und glänzend, glatt und speckig, Graphit abreibbar; mit Fingernagel leicht ritzbar&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 8&lt;br /&gt;
| Albrechtsburg, &amp;lt;br /&amp;gt; Meißen&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 51° 9′ 57,8″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 28′ 14,6″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 168 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Höhenburg&lt;br /&gt;
| FK: 1959–1963 P. Heerde/C. Fritzsche &amp;lt;br /&amp;gt; L: A. Schmid-Hecklau 2004&lt;br /&gt;
| 10.–12. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Topf &amp;lt;br /&amp;gt; V: Tupfenreihe auf der Schulter &amp;lt;br /&amp;gt; SB: keine Angaben &amp;lt;br /&amp;gt; Datierung ins Mittelalter fragwürdig&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 9&lt;br /&gt;
| Burg Pappenheim, &amp;lt;br /&amp;gt; Lkr. Weißenburg&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 55′ 58,1″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 10° 58′ 17,8″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 508 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Höhenburg&lt;br /&gt;
| Lesefund &amp;lt;br /&amp;gt; L: M. Schußmann 1997&lt;br /&gt;
| 11./12. Jh.&lt;br /&gt;
| Freundlicher Hinweis PD Dr. M. Schußmann: &amp;lt;br /&amp;gt; 2 Graphittonscherben, davon 1 Randscherbe mit stark gekehltem Leistenrand&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 10&lt;br /&gt;
| Burg Sulzbach, &amp;lt;br /&amp;gt; Lkr. Amberg-Sulzbach&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 49° 30′ 18,7″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 44′ 10″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 444 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1992–2000 BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; L: M. Hensch 2005a und 2005b&lt;br /&gt;
| 11./12. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Töpfe (0,09% des Materials) &amp;lt;br /&amp;gt; V: Wellenverzierung &amp;lt;br /&amp;gt; SB: grau-schwarz silbrig, glatt, hoher Anteil von Graphit in der Magerung, Abrieb vorhanden, Mohs 2&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 11&lt;br /&gt;
| Schlosserstiege, &amp;lt;br /&amp;gt; Passau&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik &amp;lt;br /&amp;gt; Graphitierte (engobierte?) Keramik&lt;br /&gt;
| 48° 34ʹ 31,4″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 27ʹ 51,5″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 387 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| FK: 1992/1993 J.-P. Niemeier &amp;lt;br /&amp;gt; L: J.-P. Niemeier 1994 &amp;lt;br /&amp;gt;    T. Mittelstraß 2007&lt;br /&gt;
| 12./13.–15. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Töpfe, Deckel, Kanne &amp;lt;br /&amp;gt; V: Deckel mit innenverziertem Rand, Töpfermarke &amp;lt;br /&amp;gt; SB: keine Angabe&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 12&lt;br /&gt;
| Burgstall Saunstein, &amp;lt;br /&amp;gt; Mitternach&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 51′ 1″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 19′ 36″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 594 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1983 BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; L: B. Engelhardt/R.Pleyer 1986 &amp;lt;br /&amp;gt;    T. Mittelstraß 2007&lt;br /&gt;
| 12./13. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Töpfe, Flachdeckel &amp;lt;br /&amp;gt; V: keine Angabe, Durchlochung eines Deckels &amp;lt;br /&amp;gt; SB: glatt, mittlerer bis hoher Graphitgehalt, z.T. seifig&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 13&lt;br /&gt;
| Burgstall am Hohen Bogen, &amp;lt;br /&amp;gt; Rimbach&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 49° 14′ 1,9″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 12° 56′ 4,2″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 976 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: A. Stroh, BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; L: H. Dannheimer 1973&lt;br /&gt;
| 12. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Topf, fassartige Vorratsgefäße &amp;lt;br /&amp;gt; V: Fingertupfen, Schrägkerbenreihe, eingeritzte Linien, breite Gurtbänder auf Vorratsgefäßen &amp;lt;br /&amp;gt; SB: Graphit- und Goldglimmermagerung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 14&lt;br /&gt;
| Burgstall Untergrießbach, &amp;lt;br /&amp;gt; Lkr. Passau&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 27ʹ 28,4″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 9ʹ 13,7″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 468 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1994–1996 Kreisarchäologie Passau &amp;lt;br /&amp;gt; L: W. Wandling 1996 &amp;lt;br /&amp;gt;    W. Wandling 1997&lt;br /&gt;
| 12. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Töpfe, Schalen &amp;lt;br /&amp;gt; V: Tupfenleisten, Wellenverzierung oder Radkreuzstempeln am Boden &amp;lt;br /&amp;gt; SB: keine Angabe&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 15&lt;br /&gt;
| Donaumarkt, &amp;lt;br /&amp;gt; [[Regensburg]] &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; [[Regensburg, Lederergasse 1]], &amp;lt;br /&amp;gt; Regensburg&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; Eisentonkeramik&lt;br /&gt;
| 49° 1ʹ 13,1″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 12° 6ʹ 10,9″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 339 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| FK: 2012–2015 „Museum der Bayerischen Geschichte“, Maßnahmen-Nr. M-2012-1989-1_0 &amp;lt;br /&amp;gt; L: Freundlicher Hinweis I. Nießen (Promotionsprojekt in Bearbeitung) &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; FK: 1981–1982 BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; L: M. Wintergerst 1999&lt;br /&gt;
| 9.–11./12. Jh. &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; 17. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Töpfe, Vorratsgefäße, Schüsseln &amp;lt;br /&amp;gt; V: Wellenlinien, Wellenbänder, umlaufende Rillen, Einstichmuster, innenverzierte Ränder, bisher singuläres rautenförmiges Muster &amp;lt;br /&amp;gt; SB: dunkelgrau, bräunlich-grau, braun-schwarz, grau, schwarz; hoher Graphitgehalt, daneben noch Glimmer und Quarz, Mohs 1–2, gelegentlich auch hart &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; Zeitlich zu weit außerhalb des Rahmens der Arbeit&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 16&lt;br /&gt;
| Schlossberg Windberg bei Windorf, &amp;lt;br /&amp;gt; Lkr. Passau&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 37′ 53,2″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 16′ 3,5″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 380 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Höhenburg&lt;br /&gt;
| FK: 2001/2002 Kreisarchäologie Passau &amp;lt;br /&amp;gt; L: W. Wandling 2010&lt;br /&gt;
| 12./13. Jh.&lt;br /&gt;
| Nur textliche Erwähnung: Graphithaltige Tonscherben von hochmittelalterlichen Gefäßen, z.T. mit Kreuzstempeln auf dem Boden&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 17&lt;br /&gt;
| Kirche St. Peter und Paul, &amp;lt;br /&amp;gt; Aschheim&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 10′ 18,2″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 42′ 55,5″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 512 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Kirche&lt;br /&gt;
| FK: 1967–1971 H. Dannheimer &amp;lt;br /&amp;gt; L: H. Dannheimer 1988&lt;br /&gt;
| Hochmittelalter&lt;br /&gt;
| F: Topf &amp;lt;br /&amp;gt; V: keine Angabe &amp;lt;br /&amp;gt; SB: keine Angabe&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 18&lt;br /&gt;
| Vohburg-Burgberg, &amp;lt;br /&amp;gt; Lkr. Pfaffenhofen&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 46′ 14,4″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 36′ 58,1″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 370 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1973–1974 BLfD &amp;lt;br /&amp;gt;    Lesefunde &amp;lt;br /&amp;gt; L: G. Riedel 2000&lt;br /&gt;
| Hochmittelalter&lt;br /&gt;
| F: 3 Töpfe &amp;lt;br /&amp;gt; V: Horizontal- und Wellenriefen, z.T. überschneidend &amp;lt;br /&amp;gt; SB: fast alle Farbvarianten, weich bis mittelhart, z.T. Misch- oder Oxidationsbrand&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 19&lt;br /&gt;
| Großmehring, &amp;lt;br /&amp;gt; Lkr. Eichstätt&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 46′ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 32′ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 375 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| FK: 1994–1995 BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; L: G. Riedel 2000&lt;br /&gt;
| Früh-/Hochmittelalter&lt;br /&gt;
| F: 2 Töpfe, Deckel &amp;lt;br /&amp;gt; V: einzelne Wellenriefe zwischen Horizontalriefen &amp;lt;br /&amp;gt; SB: graubraun bis graubeige, weich bis mit-telhart, Misch- oder Oxidationsbrand&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 20&lt;br /&gt;
| Ingolstadt&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 46′ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 25′ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 374 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| FK: 1987–1988 BLfD (Grabung Ingolstadt Hallstr./Carraraplatz) &amp;lt;br /&amp;gt; L: G. Riedel 2000&lt;br /&gt;
| Hochmittelalter&lt;br /&gt;
| 1 unverzierte WS, nachgedreht&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 21&lt;br /&gt;
| [[Zuchering, Am Mühlwegfeld (Zuchering-Ost)]]&lt;br /&gt;
| Graphitkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 43′ 46″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 24′ 43″ O&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| FK: 1983–1989 BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; L: E. Weid 2000&lt;br /&gt;
| Latène (?)&lt;br /&gt;
| 6 Graphitkeramikscherben, von denen 5 unsicher in die Vorgeschichte datiert wurden (Material müsste nochmals geprüft werden)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 22&lt;br /&gt;
| Erlau, &amp;lt;br /&amp;gt; Obernzell&lt;br /&gt;
| Eisentonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 33′ 49″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 34′ 46″ O&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| L: T. Mittelstraß 2007&lt;br /&gt;
| Spätmittelalter&lt;br /&gt;
| Nur textliche Erwähnung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 23&lt;br /&gt;
| Ruhstorf a.d. Rott&lt;br /&gt;
| Graphitkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 26′ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 20′ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 319 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| L: T. Mittelstraß 2007 &amp;lt;br /&amp;gt;    W. Wandling 2017&lt;br /&gt;
| Unbekannt&lt;br /&gt;
| Textliche Erwähnung; Fundmeldungen 2013–2016 in Passau: Graphitkeramik, deren zeitliche Stellung nicht gesichert ist (MA/LT?)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 24&lt;br /&gt;
| Saldenburg, &amp;lt;br /&amp;gt; Lkr. Grafenau&lt;br /&gt;
| Eisentonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 46′ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 21′ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 532 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1991/1992 W. Endres &amp;lt;br /&amp;gt; L: W. Endres 1993 &amp;lt;br /&amp;gt;    M. U. Kasparek 1961&lt;br /&gt;
| 1368–1467/68&lt;br /&gt;
| F: Töpfe &amp;lt;br /&amp;gt; V: 2–5 mm breite, flaue Rillen, Stempel und Markierungen auf der Oberseite &amp;lt;br /&amp;gt; SB: hoher Graphitgehalt mit Quarz- und Feldspatanteilen bis 3 mm&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 25&lt;br /&gt;
| Burgstall Lobenstein, &amp;lt;br /&amp;gt; Marktgemeinde Röhrenbach&lt;br /&gt;
| Graphitkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 46′ 9,6″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 31′ 41,6″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 570 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg? &amp;lt;br /&amp;gt; Lesefund&lt;br /&gt;
| Lesefunde eines ehrenamtlichen Feldbegehers des BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; unpubliziert&lt;br /&gt;
| Latène- bis Neuzeit&lt;br /&gt;
| Alle Ausprägungen von Graphitkeramik in Formen, Farben, Varianten und Verzierungen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 26&lt;br /&gt;
| Fürholz, &amp;lt;br /&amp;gt; Gmd. Grainet, &amp;lt;br /&amp;gt; Lkr. Freyung-Grafenau&lt;br /&gt;
| Graphitkeramik &lt;br /&gt;
| 48° 46′ 58″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 38′ 57″ O&lt;br /&gt;
| Lesefund&lt;br /&gt;
| Lesefunde eines ehrenamtlichen Feldbegehers des BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; unpubliziert&lt;br /&gt;
| Latène- bis Neuzeit&lt;br /&gt;
| Alle Ausprägungen von Graphitkeramik in Formen, Farben, Varianten und Verzierungen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 27&lt;br /&gt;
| Praßreuth, &amp;lt;br /&amp;gt; Lkr. Freyung-Grafenau&lt;br /&gt;
| Graphitkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 40ʹ 40″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 31ʹ 21,3″ O&lt;br /&gt;
| Lesefund&lt;br /&gt;
| Lesefunde eines ehrenamtlichen Feldbegehers des BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; unpubliziert&lt;br /&gt;
| Latène- bis Neuzeit&lt;br /&gt;
| Alle Ausprägungen von Graphitkeramik in Formen, Farben, Varianten und Verzierungen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 28&lt;br /&gt;
| Veste Oberhaus, &amp;lt;br /&amp;gt; Passau&lt;br /&gt;
| Eisentonkeramik &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; Graphitengobierte Keramik&lt;br /&gt;
| 48° 34′ 39″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 28′ 13″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 387 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1991 H. Feldmeier &amp;lt;br /&amp;gt; L: W. Endres 1998 &amp;lt;br /&amp;gt;    T. Mittelstraß 2007&lt;br /&gt;
| 1400/1420–1550 &amp;lt;br /&amp;gt; 15./16. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Töpfe &amp;lt;br /&amp;gt; V: Stempelmarkierungen &amp;lt;br /&amp;gt; SB: hoher Graphitanteil im groben Gefüge, schwarz- bis anthrazitgrau &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; F: Töpfe, Becher, Sieb, Griffschale, Krug &amp;lt;br /&amp;gt; V: keine Angabe &amp;lt;br /&amp;gt; SB: anthrazitgrau, oft grobes Gefüge&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 29&lt;br /&gt;
| Schustergasse, &amp;lt;br /&amp;gt; Passau&lt;br /&gt;
| Eisentonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 34ʹ 26,4″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 28ʹ 9,5″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 387 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| L: H. Böhmer 2015&lt;br /&gt;
| 15./16. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Topf &amp;lt;br /&amp;gt; V: keine Angabe &amp;lt;br /&amp;gt; SB: keine Angabe&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 30&lt;br /&gt;
| Hofberg, &amp;lt;br /&amp;gt; Bad Aibling&lt;br /&gt;
| Eisentonkeramik&lt;br /&gt;
| 47° 52′ N &amp;lt;br /&amp;gt; 12° 1′ O&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 2001–2003 T. Mittelstraß &amp;lt;br /&amp;gt; L: T. Mittelstraß 2006 &amp;lt;br /&amp;gt;    T. Mittelstraß 2007&lt;br /&gt;
| Frühe Neuzeit (Beginn 16. Jh.)&lt;br /&gt;
| F: fassartige Gefäße &amp;lt;br /&amp;gt; V: Stempelmarken &amp;lt;br /&amp;gt; SB: keine Angabe&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 31&lt;br /&gt;
| Schloss Murnau&lt;br /&gt;
| Eisentonkeramik&lt;br /&gt;
| 47° 40′ 39″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 12′ 10″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 661 m&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1991–1992 T. Mittelstraß &amp;lt;br /&amp;gt; L: T. Mittelstraß 1994&lt;br /&gt;
| Frühe Neuzeit (Beginn 16. Jh.)&lt;br /&gt;
| F: Töpfchen &amp;lt;br /&amp;gt; V: Töpferstempel (Kreuz mit Querbalken), umlaufende Schulterkante &amp;lt;br /&amp;gt; SB: basaltgrau, feine und mittlere Graphitmagerung, vereinzelt Quarzkörner&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 32&lt;br /&gt;
| Ulm&lt;br /&gt;
| Eisentonkeramik &amp;lt;br /&amp;gt; Graphitengobierte Keramik&lt;br /&gt;
| 48° 24′ N &amp;lt;br /&amp;gt; 9° 59′ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 478 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| FK: 1953 A. Rieber/K. Reutter &amp;lt;br /&amp;gt;    1961 Staatl. Amt für Denkmalpflege &amp;lt;br /&amp;gt;    1928 ohne Befundkontext &amp;lt;br /&amp;gt; L: R. Schreg Blog Archaeologik 05.01.2015 &amp;lt;br /&amp;gt;    U. Gross 2009 + 2015&lt;br /&gt;
| Spätmittelalter – Frühe Neuzeit&lt;br /&gt;
| F: Töpfe, Henkeltopf &amp;lt;br /&amp;gt; V: ovale Stempeleindrücke mit Kreuz, unterhalb des Kremprandes breite Riefe &amp;lt;br /&amp;gt; SB: hoher Graphitanteil in der Magerung und Quarzmagerung &amp;lt;br /&amp;gt; Weitere Funde von Graphitkeramik und graphitengobierter Ware, die frühneuzeitlich datiert werden &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 33&lt;br /&gt;
| Burg Helfenstein, &amp;lt;br /&amp;gt; Geislingen an der Steige&lt;br /&gt;
| Eisentonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 36′ 58″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 9° 50′ 49″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 610 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1922 K. A. Koch &amp;lt;br /&amp;gt;    1932–1938 G. Burghardt &amp;lt;br /&amp;gt; L: R. Schreg Blog Archaeologik 05.01.2015 &amp;lt;br /&amp;gt;    U. Gross 2009&lt;br /&gt;
| Spätmittelalter – Frühe Neuzeit&lt;br /&gt;
| F: Töpfe &amp;lt;br /&amp;gt; V: 2 identische Stempelmarken auf dem Rand, zwei umlaufende Rillen im oberen Gefäßbereich &amp;lt;br /&amp;gt; SB: hoher Graphitanteil in der Magerung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 34&lt;br /&gt;
| Obernzell&lt;br /&gt;
| Eisentonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 33′ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 38′ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 294 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| L: H. Böhmer 2015 &amp;lt;br /&amp;gt;    Gemeindeblatt Nr. 29, 2017&lt;br /&gt;
| Spätmittelalter – Frühe Neuzeit&lt;br /&gt;
| F: Topf &amp;lt;br /&amp;gt; V: Rille unter dem Rand, 2 Töpfermarken &amp;lt;br /&amp;gt; SB: dunkelgrau-schwarz, hoher Graphitanteil in der Magerung, Mohs 2&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturhinweise==&lt;br /&gt;
*Altjohann 2012: M. Altjohann, Das spätrömische Kastell Boiotro zu Passau-Innstadt. Materialhefte zur Bayerischen Archäologie. Fundinventare und Ausgrabungsbefunde (Kallmünz/Opf. 2012). ISBN 13: 978-3-78475-096-5. ISBN 10: 3-784750-966-X.&lt;br /&gt;
*Bizer 2006: Ch. Bizer, Oberflächenfunde von den Burgen der Schwäbischen Alb. Ein Beitrag zur Keramik- und Burgenforschung (Stuttgart 2006). ISBN 13: 978-3-80622-038-4.&lt;br /&gt;
*Böhmer 2008: H. Böhmer, Die Ilzer Schwarzhafner vom Ende des 16. bis Ende des 19. Jahrhunderts. In: R. Mennicken u.a. (Hrsg.), 40 Jahre Keramikforschung. Rückblick – Stand der Forschung – Ausblick. Beiträge zum 40. Internationalen Hafnerei-Symposium des Arbeitskreises für Keramikforschung in Obernzell/Bayern vom 16.09. bis 21.09.2007 (Raeren 2008) 139֪–152. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Böhmer 2015: H. Böhmer, Qualitätszeichen auf Graphit-Keramik des 15. und 16. Jh. In: S. Glaser (Hrsg.), Keramik im Spannungsfeld zwischen Kunst und Handwerk. Beiträge des 44. Internationalen Symposiums Keramikforschung im Germanischen Nationalmuseum, Nürnberg, 19-23. September 2011 (Nürnberg 2015) 77–83. ISBN 13: 978-3-93668-893-1. ISBN 10: 3-93668-893-1.&lt;br /&gt;
*Bogusław 1998: G. Bogusław, Bemerkungen zur Graphittonkeramik als historischer Quelle (am Beispiel der Graphittonkeramik aus Opole). In: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998) 17–19. ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
*Bräuning u.a. 2008: A. Bräuning/R. Schreg/U. Schmidt, Ulm. Archäologischer Stadtkataster Baden-Württemberg. Band 35, 1 Text (Stuttgart 2008). ISBN 13: 978-3-92771-493-9.&lt;br /&gt;
*Dannheimer 1973: H. Dannheimer, Keramik des Mittelalters aus Bayern. Ein Katalog. Kataloge der Prähistorischen Staatssammlung XXI (Kallmünz Opf. 1973). ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Dannheimer 1988: H. Dannheimer, Aschheim im frühen Mittelalter. Archäologische Funde und Befunde. In: J. Werner (Hrsg.), Münchener Beiträge zur Vor- und Frühgeschichte 32, 1 (München 1988). ISBN 10: 3-40630-287-4.&lt;br /&gt;
*Dell’Mour 2002: R. W. Dell’Mour, Mikroskopische Untersuchungen an frühmittelalterlicher Keramik von Thunau am Kamp, NÖ Lokalware – Importe– Rohstoffherkunft, Österreichische Akademie der Wissenschaften, Anzeiger der Philosophisch-Historischen Klasse 136, 2001 (Wien 2002) 69–109. ISBN 13: 978-3-70013-066-6. ISBN 10: 3-70013-066-X.&lt;br /&gt;
*Dostál 1998: B. Dostál, Über die Anfänge der slawischen Graphittonkeramik in Mähren. In: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998) 67–86. ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
*Duma/Ravasz 1976: G. Duma/C. Ravasz, Graphithaltige Gefäße aus Österreichs Mittelalter. In: Archaeologia Austriaca. Beiträge zur Paläanthropologie, Ur- und Frühgeschichte Österreichs 59/60 (Wien 1976) 225–242. ISSN: 1816-2959.&lt;br /&gt;
*Dvorská u.a. 1998: J. Dvorská/L. Poláček/G. Schneider, Chemische Analyse der Keramik von Mikulčice. In: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998) 295–312. ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
*Endres 1982: W. Endres, Zur Entstehung und chemischen Struktur „schwarz“ färbender Pigmente bei unglasierter Irdenware. In: L. Kriss-Rettenbeck/I. Bauer (Hrsg.), Beiträge zur Keramikforschung. Festschrift für Alfred Höck zum 60. Geburtstag. Volkstümliche Keramik aus Europa 2 (München 1982) 47–70. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Endres 1993: W. Endres, Spätmittelalterliche Funde von der Saldenburg, Gde. Saldenburg, Lkr. Freyung-Grafenau. In A. Leidl (Hrsg.), Ostbairische Grenzmarken. Passauer Jahrbuch für Geschichte, Kunst und Volkskunde 35 (Passau 1993) 24–54. ISSN: 0078-6845.&lt;br /&gt;
*Endres 1998: W. Endres, Archäologische Funde. In: J. P. Niemeier/H. W. Schuster/R. Loibl, Ritterburg und Fürstenschloss 2. Archäologische Funde. Begleitband zur Ausstellung im Oberhausmuseum Passau 1998 (Passau 1998). ISBN 13: 978-3-79171-598-8. ISBN 10: 3-79171-583-6.&lt;br /&gt;
*Engelhardt/Pleyer 1986: B. Engelhardt/R. Pleyer, Die archäologische Untersuchung des Burgstalls Saunstein, Gmkg. Mitternach, Gde. Markt Schönberg, Lkr. Freyung-Grafenau. In: A. Leidl (Hrsg.), Ostbairische Grenzmarken 28. Passauer Jahrbuch für Geschichte, Kunst und Volkskunde (Passau 1986) 59–78. ISSN: 0078-6845.&lt;br /&gt;
*Felgenhauer-Schmiedt 1998: S. Felgenhauer-Schmiedt, Graphittonkeramik des Früh- und Hochmittelalters in Niederösterreich. In: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998) 199–212. ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
*Felgenhauer-Schmiedt 1981: S. Felgenhauer-Schmiedt, Herstellungsmethoden der mittelalterlichen Keramik + Katalog. In: O. Harl (Hrsg.), Keramische Bodenfunde aus Wien. Mittelalter – Neuzeit. Eigenverlag der Museen der Stadt Wien (Wien 1981) 35–126. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Gemeindeblatt Markt Obernzell (September–Dezember 2017): Hanfnerzeller Archiv zum Anfassen &amp;lt;https://www.obernzell.de/images/stories/Gemeindeblatt/Gemeindeblatt_Nr_29.pdf&amp;gt; S. 13 [Stand: 02.09.2019].&lt;br /&gt;
*Gregerová/Procházka 1998: M. Gregerová/R. Procházka, Erste Ergebnisse naturwissenschaftlicher Untersuchungen an Graphittonkeramik aus Brno (Brünn). In: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998) 275–278. ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
*Gross 1991: U. Gross, Die Bügelhenkelkanne, eine Hauptform der süddeutschen Keramik des Hoch- und Spätmittelalters. Beiträge zur Mittelalterarchäologie Österreichs 7, 1991, 69–77. ISSN: 1011-0062.&lt;br /&gt;
*Gross 2009: U. Gross, Keramikverbreitung und herrschaftliche Strukturen. Beispiele aus dem Mittelalter und der Frühen Neuzeit in Südwestdeutschland. In: D. Krausse u.a. (Hrsg.), Kulturraum und Territorialität: archäologische Theorien, Methoden und Fallbeispiel. Kolloquium des DFG-SPP 1171, Esslingen 17.-18. Januar 2007 (Rahden 2009) 159–175. ISBN 13: 978-3-89646-443-9. ISBN 10: 3-89646-443-4.&lt;br /&gt;
*Gross 2015: U. Gross, Sturzbecher oder Becherschrauben und schwarze Töpfe. Eine gläserne Sonderform und östliche Keramikimporte im frühneuzeitlichen Ulm. Fundberichte aus Baden-Württemberg 35, 2015, 561–573. ISBN 13: 978-3-80623-144-1. ISSN: 0071-9897.&lt;br /&gt;
*Hänsel 1966: B. Hänsel, Beschreibung der keramischen Gruppen. In: V. Milojcic (Hrsg.), Bericht über die Ausgrabungen und Bauuntersuchungen in der Abtei Frauenwörth auf der Fraueninsel im Chiemsee 1961-1964. Bayerische Akademie der Wissenschaften. Philosophisch-historische Klasse. Abhandlungen. Neue Folge 65 (München 1966) 177–200. ISBN 13: 978-3-76960-060-5. ISBN 10: 3-76960-060-6.&lt;br /&gt;
*Hensch 2005a: M. Hensch, Burg Sulzbach in der Oberpfalz. Archäologisch-historische Forschungen zur Entwicklung eines Herrschaftszentrums des 8. bis 14. Jahrhunderts in Nordbayern. Materialien zur Archäologie in der Oberpfalz 3, 1 (Text und Katalog) (Büchenbach 2005). ISBN 13: 978-3-93347-430-8. ISBN 10: 3-93347-430-2.&lt;br /&gt;
*Hensch 2005b: M. Hensch, Burg Sulzbach in der Oberpfalz. Archäologisch-historische Forschungen zur Entwicklung eines Herrschaftszentrums des 8. bis 14. Jahrhunderts in Nordbayern. Materialien zur Archäologie in der Oberpfalz 3, 2 (Tafeln und begleitende Beiträge) (Büchenbach 2005). ISBN 13: 978-3-93347-430-8. ISBN 10: 3-93347-430-2.&lt;br /&gt;
*Huber u.a. 2003: E. H. Huber/K. Kühtreiber/G. Scharrer-Liška, Die Keramikformen des Hoch- und Spätmittelalters im Gebiet der heutigen Stadt Wien sowie der Bundesländer Niederösterreich und Burgenland. In: K. Spindler/H. Stadler (Hrsg.), Beiträge vom 34. Internationalen Hafnerei-Symposium auf Schloß Maretsch in Bozen/Südtirol 2001. Nearchos 12, Veröffentlichungen des Arbeitskreises für Keramikforschung 3 (Innsbruck 2003) 43–66. ISBN 13: 978-3-90077-333-5.&lt;br /&gt;
*Kappel 1969: I. Kappel, Die Graphittonkeramik von Manching. In: W. Krämer, Die Ausgrabungen in Manching 2 (Wiesbaden 1969). ISBN 13: 978-3-51500-386-5. ISBN 10: 3-51500-386-X.&lt;br /&gt;
*Kasparek 1961: M. U. Kasparek, Keramik aus Regensburg aus dem 11. – 17. Jahrhundert. &amp;lt;http://nbn-resolving.de/urn/resolver.pl?urn=urn:nbn:de:bvb:355-rbh-1748-8&amp;gt; [Stand 06.08.2020]. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Kaufmann 1999: V. Kaufmann, Der Burgstall Warberg bei Neunburg vorm Wald. Materialien zur Archäologie in der Oberpfalz 1 (Büchenbach 1999). ISBN 13: 978-3-93347-402-5. ISBN 10: 3-93347-402-7.&lt;br /&gt;
*Koch 1993: R. Koch, Keramik des frühen und hohen Mittelalters aus Bayerisch-Schwaben. In: M. Petzet (Hrsg.), Forschungen zur Geschichte der Keramik in Schwaben. Arbeitshefte des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege 58 (München 1993) 119–128. ISBN 13: 978-3-87490-560-2. ISBN 10: 3-87490-560-8.&lt;br /&gt;
*Koch 2017: R. Koch, Ausgrabungen in der Burg Wittelsbach 1978-1981. Befunde und Funde. Materialhefte zur Bayer. Archäologie. Fundinventare und Ausgrabungsbefunde 105 (Kallmünz/Opf. 2017). ISBN 13: 978-3-78475-405-5. ISBN 10: 3-78475-405-8.&lt;br /&gt;
*Kouřil 1998: P. Kouřil, Zu den Anfängen der slawischen Graphittonkeramik in Schlesien. In: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998) 37–66. ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
*Kühtreiber 2006: K. Kühtreiber, Die hochmittelalterliche Keramik im südlichen Niederösterreich. Ihre Entwicklung, ihre Formen und Beziehungen zu den benachbarten Keramikregionen. Beiträge zur Mittelalterarchäologie in Österreich 22 (Wien 2006) 93–148. ISSN: 1011-0062.&lt;br /&gt;
*Lehrberger u.a. 2011: G. Lehrberger/F. Duschl/G. Wimmer, Graphit – ein besonderer mineralischer Rohstoff der Vor- und Frühgeschichte in Mitteleuropa. Eigenschaften, Entstehung, Verwendung und Vorkommen. In: K. Schmotz (Hrsg.), Vorträge des 29. Niederbayerischen Archäologentages (Leidorf 2011) 313–348. ISBN 13: 978-3-89646-240-4.&lt;br /&gt;
*Mämpel 1998: U. Mämpel, Meine historischen und technischen Erfahrungen mit schwarzgebrannter Irdenware. In: W. Endres/B. Kerkhoff-Hader (Hrsg.), 30. Internationales Hafnerei-Symposium in Obernzell vom 07. bis 11. Oktober 1997 (Bamberg 1998) 12–13. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Miklós/Vizi 2002: Sz. Miklós/M. Vizi, Beiträge zur Siedlungsgeschichte des mittelalterlichen Marktfleckens Ete. Acta Arch. Acad. Scien. Hungaricae 53, 2002, 195–253.&lt;br /&gt;
*Mittelstraß 1994: T. Mittelstraß, Die Funde der archäologischen Ausgrabungen von 1991-1992 im Murnauer Schloss. In: T. Mittelstraß (Hrsg.), Schloß Murnau. Ein Bauwerk der Stauferzeit und seine Geschichte (Murnau 1994) 120–251. ISBN 13: 978-3-98038-163-5. ISBN 10: 3-98038-163-3.&lt;br /&gt;
*Mittelstraß 2006: T. Mittelstraß, Urnengrab, Königsgrab, Grafenburg, Pflegschloss. Die Ergebnisse der archäologischen Grabungen auf dem Hofberg in Bad Aibling. In: G. Mayr (Hrsg.), Bad Aibling. Geschichte einer Stadt. Band 1 (Bad Aibling 2006) 35–71. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Mittelstraß 2007: T. Mittelstraß, Graphitkeramik des Mittelalters und der frühen Neuzeit in Altbayern. Ein Beitrag zum Beginn und zur Frühzeit der Obernzeller Produktion. Bayerische Vorgeschichtsblätter 72, 2007, 235–318. ISBN 13: 978-3-40611-077-1. ISSN: 0341-3918.&lt;br /&gt;
*Niemeier 1994: J.-P. Niemeier, Die Grabung an der Schlosserstiege in der Passauer Altstadt – Ein Schnitt durch 2000 Jahre Stadtgeschichte. In: K. Schmotz, Vorträge des 12. Niederbayerischen Archäologentages (Deggendorf 1994) 251–276. ISBN 13: 978-3-92473-458-9. ISBN 10: 3-92473-458-5.&lt;br /&gt;
*Nießen (in Bearbeitung): I. Nießen, Laufendes Promotionsprojekt zu der Ausgrabung Regensburg Donaumarkt „Museum der Bayerischen Geschichte“ Friedrich-Schiller-Universität Jena. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Pechtl/Eibl 2011: J. Pechtl/F. Eibl, Die neolithische Graphitnutzung in Südbayern. In: K. Schmotz (Hrsg.), Vorträge des 29. Niederbayerischen Archäologentages (Leidorf 2011) 349–432. ISBN 13: 978-3-89646-240-4. ISSN: 1438-2040.&lt;br /&gt;
*Polácek 1998: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998). ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
*Reinecke 1936: P. Reinecke, Karolingische Keramik aus dem östlichen Bayern. Germania 20, 1936, 198–202. ISSN: 0016-8874.&lt;br /&gt;
*Reschreiter 2001: J. Reschreiter, Versuche zu urgeschichtlicher Keramik. In: K. Grömer, K. Löcker, M. Mehofer (Hrsg.), Archäologie Österreichs 12 Sonderheft (Wien 2001) 22–26. ISSN: 1018-1857.&lt;br /&gt;
*Riedel 2000: G. Riedel, Ingoldesstat. Archäologische Untersuchungen zu Ingolstadt im Mittelalter. Beiträge zur Geschichte Ingolstadts (Ingolstadt 2000). ISBN 13: 978-3-92025-343-5. ISBN 10: 3-92025-343-4.&lt;br /&gt;
*Scharrer-Liška 2003: G. Scharrer-Liška, Die Entwicklung Hochmittelalterlicher Vorratsgefäße aus der Grafitkeramik im Gebiet des heutigen Ostösterreichs und der angrenzenden Gebiete. In: K. + Th. Kühtreiber (Hrsg.), Beiträge zur historischen Archäologie. Festschrift für Sabine Felgenhauer-Schmiedt zum 60. Geburtstag. Beiträge zur Mittelalterarchäologie in Österreich 6 (Wien 2003) 45–60. ISBN 10: 3-95008-514-9.&lt;br /&gt;
*Scharrer-Liška 2007: G. Scharrer-Liška, Die hochmittelalterliche Grafitkeramik in Mitteleuropa und ihr Beitrag zur Wirtschaftsgeschichte. Forschungsstand - Hypothesen - offene Fragen. Monographien des Römisch-Germanischen Zentralmuseums 68 (Mainz 2007). ISBN 13: 978-3-79541-857-1. ISBN 10: 3-79541-857-7.&lt;br /&gt;
*Schmid-Hecklau 2004: A. Schmid-Hecklau, Die archäologischen Ausgrabungen auf dem Burgberg in Meißen. In: J. Oexle (Hrsg.), Die Grabungen 1959-1963. Veröffentlichungen des Landesamtes für Archäologie im Landesmuseum für Vorgeschichte 43 (Dresden 2004). ISBN 13: 978-3-91000-859-5. ISBN 10: 3-91000-859-3.&lt;br /&gt;
*Schußmann 1997: M. Schußmann, Eine neuentdeckte Höhensiedlung der Hallstattzeit im südlichen Mittelfranken. Beitr. Arch. Mittelfranken 3, 1997, 97–108. ISSN: 1430-5461.&lt;br /&gt;
*Schreg 2015: R. Schreg, Eisentonkeramik aus Ulm und Geislingen – ein Zeugnis ulmischen Donauhandels. Blog Archaeologik (05.01.2015) &amp;lt;https://archaeologik.blogspot.com/2015/01/eisentonkeramik-aus-ulm-und-geislingen.html&amp;gt; [Stand 05.08.2019]. ISSN: 2197-7283.&lt;br /&gt;
*Staňa 1998: Č. Staňa, Die frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mittelmähren. In: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998) 87–125. ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
*Trebsche 2011: P. Trebsche, Eisenzeitliche Graphittonkeramik im mittleren Donauraum. In: K. Schmotz (Hrsg.), Vorträge des 29. Niederbayerischen Archäologentages (Leidorf 2011) 449–481. ISBN 13: 978-3-89646-240-4. ISSN: 1438-2040.&lt;br /&gt;
*van den Boom 1991: H. van den Boom, Großgefäße und Töpfe der Heuneburg. Heuneburgstudien VIII. Röm.-German. Forschung 51 (Mainz 1991). ISBN 10: 3-80531-190-7.&lt;br /&gt;
*v. Bomhard 1966: P. v. Bomhard, Das Münster Frauenchiemsee im Spiegel der kunstgeschichtlichen Forschung. In: V. Milojcic (Hrsg.), Bericht über die Ausgrabungen und Bauuntersuchungen in der Abtei Frauenwörth auf der Fraueninsel im Chiemsee 1961-1964. Bayerische Akademie der Wissenschaften. Philosophisch-historische Klasse. Abhandlungen. Neue Folge 65 (München 1966) 21–42. ISBN 13: 978-3-76960-060-5. ISBN 10: 3-76960-060-6.&lt;br /&gt;
*Wandling 1996: W. Wandling, Archäologische Untersuchungen im Burgstall von Untergriesbach, Lkr. Passau. In: K. Schmotz (Hrsg.), Vorträge des 14. Niederbayerischen Archäologentages (Deggendorf 1996) 211–224. ISBN 13: 978-3-89646-225-1. ISBN 10: 3-89646-225-3.&lt;br /&gt;
*Wandling 1997: W. Wandling, Ausgrabung im Burgstall von Untergrießbach, Lkr. Passau, Niederbayern. In: Das archäologische Jahr in Bayern 1996 (Stuttgart 1997) 166–168. ISBN 13: 978-3-80621-311-9.&lt;br /&gt;
*Wandling 2010: W. Wandling, Auf den Spuren der Burg Windberg. In: 1000 Jahre Windorf: Ein Erinnerungsbuch (Windorf 2010) 44–49. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Wandling 2017: W. Wandling, Ausgrabungen und Funde im Landkreis Passau 2013-2016. In: F.-R. Erkens, Passauer Jahrbuch. Beiträge zur Geschichte, Geographie und Kultur Ostbaierns LIX/2017 (Passau 2017) 351–379. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Weid 2000: E. Weid, Die Kleinfunde der mittelalterlichen Siedlung von Zuchering bei Ingolstadt. Arbeiten über die Archäologie Süddeutschlands 10 (Büchenbach 2000). ISBN 13: 978-3-93347-408-7.&lt;br /&gt;
*Wintergerst 1999: M. Wintergerst, Die Ausgrabung „Ledergasse 1“ in Regensburg. Eine formenkundliche Studie zur Keramik des 10. bis 13. Jahrhunderts in Bayern. Materialh. Arch. Mittelalter u. Neuzeit 4 (Rahden/Westf. 1999). ISBN 13: 978-3-89646-453-8. ISBN 10: 3-89646-453-1.&lt;br /&gt;
*Wolf 1971: H. Wolf, Eine frühmittelalterliche, latène- und hallstattzeitliche Kulturschicht unter der Stadtmauer von Cham. urn:nbn:de:bvb:355-ubr00031-0219-4. Universität Regensburg [Stand 22.08.2019]. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Zamelska 1998: K. Zamelska, Graphitkeramik in Polen – Chronologie und Verbreitung. In: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998) 33–36. ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[kategorie:Warenart]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>M. Rühle</name></author>
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&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
{{stub}}&lt;br /&gt;
Graphitkeramik ist ein Oberbegriff für verschiedene Waren, bei deren Herstellung oder Verzierung Graphit verwendet wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*graphitierte Keramik: mit einem Graphitüberzug bzw. einer Graphitbemalung&lt;br /&gt;
*[[Graphittonkeramik]]. Neben einer vor allem in Österreich sowie Böhmen und Mähren verbreiteten [[Graphittonware (Österreich, Böhmen und Mähren, FMa)]] gehören hierzu auch [[Graphittontiegel|graphitgemagerte Tiegel]] sowie die spätmittelalterliche/ frühneuzeitliche [[Eisentonkeramik]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einführung==&lt;br /&gt;
Graphitkeramik ist seit dem Neolithikum bekannt (Dostál 1998, 67), in der Bronzezeit belegt (Dell`Mour 2002, 84) und hat den ersten Höhepunkt ihres Vorkommens in der Eisenzeit – insbesondere in der Latènezeit. Um die Zeitenwende verliert sich ihre Spur. Im 8. Jh. erscheint sie im niederösterreichischen Donauraum erneut und wird im Verlauf des 9./10. Jh. dort und in den angrenzenden Gebieten, v.a. Mähren und Schlesien, bis ins 13. Jh. zeitweise zur bestimmenden Warenart (Mittelstraß 2007, 244; Felgenhauer-Schmiedt 1998, 201).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachweisbar ist mittelalterliche Graphitkeramik heute in Österreich, Polen, Tschechien, Slowenien, Ungarn und Deutschland (Scharrer-Liška 2003, 46). Der Forschungsstand in diesen Regionen ist sehr unterschiedlich. Während in Österreich und Tschechien bereits einiges an Forschungsarbeit geleistet wurde, hat die Graphitkeramik in den übrigen Regionen aus unterschiedlichen Gründen noch wenig Interesse erfahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Krenz Abb. 1 Graphit.jpg|400px|thumb|right|Abb. 1: Graphit (Lehrberger u.a. 2011, 325).]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Krenz Abb. 2 Graphitlagerstätten.jpg |400px|thumb|right|Abb. 2: Graphitlagerstätten Mitteleuropa (Scharrer-Liška 2017, 17).]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im deutschen Raum ist dies v.a. auf den Umstand zurückzuführen, dass mittelalterliche Graphitkeramik nach jetzigem Forschungsstand (fast) im gesamten Gebiet als reine Importkeramik bewertet werden muss, nur an wenigen Fundplätzen greifbar wird, dort meist nur in geringer Menge vorhanden ist und somit für die Auswertung des Keramikspektrums der jeweiligen Referenzkomplexe nur eine begrenzte Aussagekraft besitzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit vorliegender Arbeit wird ein erster Schritt unternommen, einerseits einen zusammenfassenden Forschungsstand darzustellen und andererseits über eine Kartierung der recherchierten süddeutschen Fundplätze eine Verbreitung dieser Keramikvariante in diesem Gebiet zu erfassen. Dies kann als Grundlage für die zukünftige Beantwortung der aufzuwerfenden Forschungsfragen dienen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gründe für die Verwendung des Minerals [[Graphit]] bei der Herstellung von Tongefäßen werden v.a. in den besonderen physikalisch-chemischen Eigenschaften gesucht, die der Graphitkeramik – speziell der Graphittonkeramik (d.h. mit Graphit gemagerter Keramik) – nach heutigem Wissensstand nachgewiesen werden können. Dazu zählen Hydrophobie (der ansonsten wasserdurchlässigen mittelalterlichen Irdenware), die erhöhte Wärmeleitfähigkeit, Temperaturwechselbeständigkeit sowie eine hohe Resistenz gegen Laugen und Säuren (Mittelstraß 2007, 236, Scharrer-Liška 2007, 150). Inwieweit diese Eigenschaften im Früh- und Hochmittelalter bereits bekannt waren, kann derzeit nicht beantwortet werden. Das Typenspektrum der Graphitkeramik im Hochmittelalter weist Formen auf, für die die besonderen Eigenschaften der Graphitkeramik keine Bedeutung hatten (Scharrer-Liška 2007, 150). Hier müssen Gründe wie Tradition und Gewohnheit, Stil, Nachahmung metallischer Gefäße und Prestige genauso in die Interpretation mit einbezogen werden wie mögliche brenntechnische Gründe (Scharrer-Liška 2007, 151). Erst ab dem Spätmittelalter nimmt das Formenspektrum dieser speziellen Keramik wieder ab und beschränkt sich auf Formen wie Kochgeschirr, Vorratsgefäße und Schmelztiegel. Spätestens ab diesem Zeitpunkt kann davon ausgegangen werden, dass die besonderen Eigenschaften der Graphitkeramik bekannt waren (Scharrer-Liška 2007, 150). Mit der im ausgehenden Spätmittelalter / der beginnenden Neuzeit aufkommenden Eisentonkeramik, einer speziellen Variante dieser Keramikart, setzt sich die Entwicklung der Graphitkeramik bis in die Neuzeit fort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Graphit ist ein metallisch glänzender Rohstoff, der auf natürliche Weise aus Faulschlamm unter der Einwirkung von hohem Druck und Temperatur entstand (Scharrer-Liška 2007, 14) (Abb. 1).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Lagerstätten von Graphit in Mitteleuropa sind stark begrenzt und beschränken sich v.a. auf die Böhmische Masse, einem geologisch alten Rumpfgebirge. Bekannte Fundstätten liegen im Bayerischen Wald und ziehen über Böhmen, den mährisch-schlesischen Raum, das Mühl- und Waldviertel, den Dunkelsteiner Wald bis in die Grauwackerzone der Steiermark und Kärntens in Österreich (Abb. 2). Unbedeutendere Lagerstätten befinden sich in Tirol (Scharrer-Liška 2007, 15; 2003, 45). Im deutschen Grenzgebiet ist der Passauer Raum, speziell die Region um das heutige Kropfmühl, für Graphitvorkommen bekannt. Bei der archäologischen Lagerstättenkartierung muss allerdings der Umstand beachtet werden, dass i.d.R. nur heutige abbauwürdige Vorkommen kartiert werden, kleinräumigere Vorkommen dagegen nicht bekannt sind oder in der Vergangenheit bereits ausgebeutet wurden und aus diesen Gründen nicht erfasst werden (Mittelstraß 2007, 244).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Forschungsgeschichte==&lt;br /&gt;
Außer in einem kurzen Zeitraum während des frühen 13. Jh., als nach Vermutung von T. Mittelstraß im Hinterland von Passau ein Produktionsstandort existiert haben könnte (Mittelstraß 2007, 251), muss nach jetzigem Forschungsstand mittelalterliche Graphitkeramik in Süddeutschland vom Früh- bis zum Ende des Spätmittelalters als reine Importkeramik, v.a. aus österreichischen und böhmisch-mährischen Gebieten, angesehen werden. Durch diesen Umstand bedingt, sind derartige Scherben in den meisten Fundkomplexen nur in sehr geringer Anzahl vorhanden und für die Auswertung der Keramikkomplexe oft zu unbedeutend in ihrer Aussagekraft. Entsprechend schmal ist die Publikationslage.&lt;br /&gt;
Grundlegend ist daher ein Artikel von T. Mittelstraß aus dem Jahr 2007 „Graphitkeramik des Mittelalters und der frühen Neuzeit in Altbayern. Ein Beitrag zum Beginn und zur Frühzeit der Obernzeller Produktion“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besser ist hier der Forschungsstand in Österreich, wo Graphitkeramik vom 8.–13. Jh. in viel stärkerem Ausmaß vorkommt und in bestimmten Gebieten in diesem Zeitraum zur vorherrschenden Keramikart wird. Hier sind v.a. die Arbeiten von S. Felgenhauer-Schmiedt, G. Scharrer-Liška und K. Kühtreiber zu nennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiteres wichtiges Herstellungs- und Verbreitungsgebiet der mittelalterlichen Graphitkeramik war die Region Mähren, die von B. Dostál und Č. Staňa bearbeitet wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Aussagekraft dieser Publikationen ist für die Region Süddeutschland hinsichtlich Verbreitung und Fundaufkommen allerdings begrenzt und besitzt in erster Linie für wirtschaftsgeschichtlich-archäologische Fragestellungen Relevanz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verbreitung==&lt;br /&gt;
[[Datei:Krenz Abb. 3 GK Rauer Kulm.jpg|400px|thumb|right|Abb. 3: Graphittonware Rauher Kulm (Zeichnung und Bearbeitung: H. Losert, unpubliziert).]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Krenz Abb. 4 Verteilung a reduziert3.jpg|400px|thumb|right|Abb. 4: Verbreitungskarte Graphitkeramik (ohne Grauschwarz hartgebrannte Drehscheibenware). Die Nummern entsprechen den Nummern der Referenzkomplextabelle. Kartierung: J. Krenz. Graphische Umsetzung: F. Griessel.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Krenz Abb. 5 Eisentonkeramik Schustergasse.jpg|200px|thumb|right|Abb. 5: Eisentonkeramik Passau Schustergasse (Böhmer 2015, 81).]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das erneute Aufkommen der Graphitkeramik im Mittelalter nahm nach bisherigem Forschungsstand seinen Anfang in Österreich. Dort ist sie in wiederbesiedelten antiken Orten in den entsprechenden nachrömischen Schichten archäologisch im ausgehenden 8. Jh. nachweisbar, so in Tulln, Mautern und Wien. Sicher zu belegen ist die weitere Verbreitung im 9. Jh. im niederösterreichischen Donauraum. Von dort greift die Graphitkeramik im späten 9. und beginnenden 10. Jh. nach Mähren und die Gebiete nördlich, östlich und westlich davon aus (Felgenhauer-Schmiedt 1998, 200).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Mähren ist Graphitkeramik v.a. auf slawischen Burgen dokumentiert. Beispiele hierfür bilden der Burgwall Staře Zámsky bei Brno-Lišeň (ab frühem 10. Jh.), Zelená Hora (Anfänge im 10. Jh., stark vertreten im 11.–13. Jh.) und die Burg Přerov (ab 10. Jh.) (Staňa 1998, 88–114).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im heutigen Polen erreichte die Graphitkeramik ihre stärkste Verbreitung im 12./13. Jh., älteste Gefäße können aber bereits in Opole im 9./10. Jh. nachgewiesen werden (Zamelska 1998, 33). In schlesischen Gebieten finden sich Graphitgefäße z.B. in Chotěbuz-Podobora, Hradec nad Moravici und Stavenice ebenfalls ab der Mitte des 10. Jh. Im 11./12. Jh. steigt hier die Beliebtheit von Graphitkeramik in solchem Maße, dass alle Formen der Keramik mit Graphitmagerung hergestellt wurden und sie auf fast allen Fundstellenarten, auf befestigten Plätzen, in dörflichen Ortschaften, in Gräbern und Städten auftritt (Kouřil 1998, 39 ff.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In böhmischen Fundkomplexen wird Graphitkeramik eher selten geborgen. Dort nahm sie sowohl im Früh- als auch im Hochmittelalter nirgends eine dominierende Stellung ein. Erst ab dem 13. Jh. ist sie im Siedlungsmaterial in nennenswertem Umfang nachweisbar, scheint allerdings bereits im 14. Jh. keine Rolle mehr zu spielen (Mittelstraß 2007, 249).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im heutigen Deutschland ist mittelalterliche Graphitkeramik nach neuestem Forschungsstand sehr früh belegt. Mit dem Kastell Boiotro in [[Passau]] (Altjohann 2012, 92) und dem Rauhen Kulm (Freundlicher Hinweis PD. Dr. H. Losert, unpubliziert) bei Neustadt am Kulm sind Fundplätze verbürgt, deren Material bereits ins 8./9. Jh. datiert (Abb. 3). Falls es sich um Import handelt, kann als Herstellungsgebiet allein der niederösterreichische Raum in Frage kommen. Dies setzt einen intensiven Handelsaustausch mit dieser Region zu einem sehr frühen Zeitpunkt voraus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Graphitkeramik der Abtei [[Frauenwörth]] (Chiemsee) (Mittelstraß 2007, 257) und aus der Grabung am Donaumarkt in [[Regensburg]] (Freundlicher Hinweis I. Nießen) liegt Fundmaterial aus dem 9./10.–12. Jh. vor. Der Großteil der weiteren Fundplätze in Süddeutschland zeigt Material mit Datierungen zwischen dem 10.–13. Jh. Als westlichster Punkt von Graphitkeramik muss derzeit ein Fund von zwei Graphittonscherben vom nordwestlichen burgnahen Hangbereich des Schlosses Pappenheim im Lkr. Weißenburg-Gunzenhausen gewertet werden (Freundlicher Hinweis PD Dr. phil. habil. Schußmann: Scherbe Nr. 1 wurde zunächst als latènezeitlich publiziert – Schußmann 1997, 108, mit dem Fund einer – später gefundenen – passenden Randscherbe als mittelalterliches Fundgut des 11./12. Jh. n. Chr. identifiziert).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Betrachtung der Verbreitungskarte (die allerdings einen temporären Forschungsstand darstellt) zeigt eine Abnahme der Funddichte Richtung Westen in Relation zu den Graphitlagerstätten (Abb. 4).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die spätmittelalterliche/frühneuzeitliche [[Eisentonkeramik]] (Abb. 5) gelangte bedeutend weiter westlich und wartet mit Fundstätten in [[Ulm]] und Geislingen auf (Schreg, Blog Archaeologik 05.01.2015). Nachweisbar ist sie auch im Gebiet um Passau (Endres 1998, Mittelstraß 2007, Böhmer 2015), in Bad Aibling (Mittelstraß 2007), Regensburg (Wintergerst 1999), Murnau (Mittelstraß 1994) und auf der Saldenburg (Endres 1994). Irritierend ist hier allerdings die Fundarmut dieses Materials zwischen dem östlichsten und westlichsten bekannten Verbreitungspunkt in Deutschland. (Als weiterer Fundplatz kann lt. Zeichnungen und Beschreibungen die Abtei Frauenwörth in Chiemsee angenommen werden [Hänsel 1966, Tafeln 4.10 und 5.18].)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das massenhafte Auftreten &amp;quot;graphitengobierter&amp;quot; Scherben als Oberflächenfunde auf den Burgen des 12./13.–15. Jh. der Schwäbischen Alb, wo diese Ware unter der Bezeichnung „grauschwarz hart gebrannte Drehscheibenware“ firmiert (Bizer 2006), will sich nicht so recht in das bisher bestehende Muster einpassen lassen. Mit Masse dürfte es sich hier um fein polierte Keramik handeln, die an die [[Polierte jüngere graue Drehscheibenware (Ulmer Raum, SMa)|polierte jüngere graue Drehscheibenware]] des benachbarten Ulmer Raums erinnert und wohl dort anzugliedenr ist, aber keinen Graphit enthält.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In welcher Form Graphitton verhandelt wurde, ist nicht gesichert. Denkbare Alternativen wären der Handel mit fertigen Gefäßen, mit Graphitton als Rohmaterial oder mit Rohgraphit (Scharrer-Liška 2003, 46). An Fundplätzen, an denen nur vereinzelte Scherben in einem ansonsten andersgearteten Keramikspektrum auftreten, ist zudem die Möglichkeit zu bedenken, dass Graphitgefäße als reine Transportgefäße für Waren, bei denen die hydrophobe Eigenschaft des Transportgefäßes eine wichtige Rolle spielte (z.B. Salz), zufällig vor Ort gelangten. Dies könnte auf den Burgstall Warberg bei Neunburg vorm Wald, den Burgberg in Meißen oder die [[Oberwittelsbach, Burg Wittelsbach|Burg Wittelsbach]] zutreffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warenart(en)==&lt;br /&gt;
Der Umgang mit dem Begriff der „[[Warenart]](en)“ ist in der Keramikforschung insofern problematisch, als dass er im deutschsprachigen Raum mit verschiedenen Inhalten belegt wird. U. Gross steht stellvertretend für eine Forschungsrichtung, die unter „Warenart“ Keramikgruppen fasst, die formale und technische Merkmale in sich vereinen. G. Scharrer-Liška als wichtige Vertreterin der hier behandelten Keramik versteht unter „Warenart“ Keramikgruppen gleichen Materials und Herstellungstechnik ([[Materialgruppe]]n), die formale Kriterien vorerst als irrelevant definiert, da die meisten Formen – je nach Zeitstellung – in sehr unterschiedlichen Warengruppen auftreten können (Scharrer-Liška 2007, 76).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für den süddeutschen Raum wurden bislang nur wenige Versuche unternommen, die mittelalterliche Graphitkeramik zu untergliedern. Als frühestes Beispiel kann B. Hänsel angeführt werden, der bei der Bearbeitung des Fundplatzes Abtei [[Frauenwörth]] (Chiemsee) die Graphitkeramik in drei Unterklassen (D 1–3) unterteilt (Abb. 6) (Hänsel 1966, 177). Da bei seiner Unterteilung auch latènezeitliches Material Eingang findet, des Weiteren die Datierung durch den frühen Zeitpunkt der Bearbeitung des Fundkomplexes (1966) ungewiss erscheint, eignet sich diese Warenartuntergliederung nur bedingt. Ein weiteres Modell der Untergliederung liefern B. Engelhardt und R. Pleyer bei ihrer Bearbeitung des Burgstalls Saunstein (Engelhardt/Pleyer 1986, 71). Sie unterscheiden die drei „Macharten“ A – C. Dabei ist allerdings nur Machart B sicher als Graphitkeramik zu identifizieren, Machart A und C beinhalten sowohl Graphitkeramik als auch Keramik mit Glimmer- und [[Goldglimmer]]magerung. Auch dieses Modell greift in seiner Einteilung zu kurz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Abb. 6: Warenarten nach Hänsel 1966, 177 ff.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Warenart/Eigenschaften&lt;br /&gt;
! D1&lt;br /&gt;
! D2&lt;br /&gt;
! D3&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Graphitanteil&lt;br /&gt;
| sehr hoch&lt;br /&gt;
| weniger Graphit als D1&lt;br /&gt;
| ziemlich hoch&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Magerung&lt;br /&gt;
| fein, bisweilen gröber&lt;br /&gt;
| fein, wenig körnige Magerungszusätze&lt;br /&gt;
| fein&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Brand&lt;br /&gt;
| nicht besonders hart&lt;br /&gt;
| mittelhart&lt;br /&gt;
| hart&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Bruch&lt;br /&gt;
| schwärzlich-silbern&lt;br /&gt;
| -----&lt;br /&gt;
| -----&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Oberfläche&lt;br /&gt;
| schwärzlich-silbern, manchmal rötlichbraun&lt;br /&gt;
| silbrig-schwarz&lt;br /&gt;
| porös, silbrig bis grau&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Zeitstellung&lt;br /&gt;
| wahrscheinlich – wenigstens teilweise Latènezeit&lt;br /&gt;
| Mittelalter?&lt;br /&gt;
| Mittelalter?&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Gefäßform&lt;br /&gt;
| weitmundige Töpfe mit kurz einschwingender Halszone und hoher Randlippe; bauchige Töpfe mit Trichterhals; große, flache Schalen mit sehr breitem Rand&lt;br /&gt;
| bauchiges Gefäß mit abgesetzter, steiler Schulterzone und abgewinkeltem, flachen Trichterhals; Bodenstücke eines Gefäßes mit flach ansteigender Wandung; Gussform für Perlen&lt;br /&gt;
| hohe Gefäße mit verdicktem und nach unten gebogenem Rand; Bodenscherben von steilen Gefäßen; Bodenscherben von bauchigen Gefäßen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Verzierung&lt;br /&gt;
| eng gestellte und tief eingeschnittene senkrechte Rillen auf Gefäßkörper; Rillen in Furchentechnik auf dem Hals der Schale&lt;br /&gt;
| häufig flache Wellenlinienmuster mit breiter Ritztechnik; breite waagerechte Rillen&lt;br /&gt;
| keine bekannt; 1 Abdruck eines Kreuzes als Töpfermarke&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
G. Scharrer-Liška bietet ein Modell der Warenarten ihres Bearbeitungsgebietes (Niederösterreich) an, in welchem sie sieben Warengruppen definiert, von denen Warenarten 1–3 verschiedene Formen der Graphitkeramik aufnehmen (Scharrer-Liška 2007, 76).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Abb. 7: Warenarten nach Huber u.a. 2003, 46.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;width:10em;&amp;quot; | Waren-/Keramikart 1&lt;br /&gt;
| Graphitkeramik (reduzierend gebrannt, sehr  hoher Graphitanteil)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Waren-/Keramikart 2&lt;br /&gt;
| „Ummäntelte“ Graphitkeramik (keine tatsächliche Ummäntelung mit Tonschlicker, wie in älterer Literatur oft angegeben, sondern Wechselbrand, bei dem sekundär unter oxidierender Atmosphäre der Graphit verbrannt wurde und dadurch die Oberfläche, im Gegensatz zum grauen Kern, braune bis rötlich-orange Farbe erhielt)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Waren-/Keramikart 3&lt;br /&gt;
| Stark glimmerhaltige Graphitkeramik (reduzierend gebrannt)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Waren-/Keramikart 4&lt;br /&gt;
| „Eisentonware“ (spätmittelalterliche, reduzierend gebrannte, gering bis mittelstark graphitgemagerte Keramik)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Waren-/Keramikart 5&lt;br /&gt;
| „Grautonware“ (reduzierend gebrannte Irdenware, vor allem steinchengemagert)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Waren-/Keramikart 6&lt;br /&gt;
| Wechselhaft gebrannte Irdenware&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Waren-/Keramikart 7&lt;br /&gt;
| Oxidierend gebrannte Irdenware&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Waren-/Keramikart 8&lt;br /&gt;
| Bleiglasierte Irdenware&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer Publikation von E. H. Huber/K. Kühtreiber/G. Scharrer aus dem Jahr 2003 tritt als Warenart 4 noch die Eisentonkeramik hinzu (Abb. 7) (Huber/Kühtreiber/Scharrer, 2003, 46).&lt;br /&gt;
Ein weiteres System wurde von K. Kühtreiber 2006 publiziert, in welchem sie Graphitkeramik wiederum als EINE Warenart definiert, als primäres Unterscheidungskriterium die Stärke der Magerung wählt und dieser den Brand als Differenzierungsmerkmal unterordnet (Kühtreiber 2006, 96).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den benannten Beispielen wird ein grundsätzliches Problem bei der Erfassung der Graphitkeramik deutlich. Während in Deutschland Graphitkeramik als EINE Warenart definiert wird, die über formale Kriterien weiter untergliedert wird, versteht man im österreichischen Raum Graphitkeramik als Oberbegriff, die existierenden Varianten nach der Definition von G. Scharrer-Liška als eigene Warenarten (außer im System von K. Kühtreiber). Diese kommunikative Unschärfe erschwert die Parallelisierung von Systematisierungssystemen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allen diesen Modellen ist gemeinsam, dass sie sich auf einen konkreten Fundplatz oder ein territorial begrenztes Gebiet beziehen und somit den Rahmen für die Untergliederung sehr eng abstecken. Eine eigene, unabhängige Untergliederung für das süddeutsche Fundgut als fast ausschließlichen Import ignoriert die Herkunft und die damit verbundenen Interpretationsmöglichkeiten. Um die mit der Graphitkeramik in Zusammenhang stehenden Fragestellungen beantworten zu können, erscheint ein Denken in größeren Zusammenhängen sinnvoll. Nötig wäre hier eine – nur der Graphitkeramik in allen ihren Ausprägungen vorbehaltene – Warenartgliederung, die sowohl archäometrische als auch formale Kriterien beinhaltet, sich länderübergreifend auf die Herstellungsregionen stützt und so die Chance bietet, das in den Importregionen zu Tage getretene Fundgut zeitlich und räumlich einzuhängen. Damit wären die Voraussetzungen zur Beantwortung vieler archäologischer Fragen rund um diese Form der Keramik geschaffen. Da diese überregionalen Gliederungen für die Herstellungsgebiete noch fehlen, muss dies zukünftigen Generationen überlassen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Varianten==&lt;br /&gt;
Graphit wurde in unterschiedlicher Weise eingesetzt, um dem Ton von Gefäßen eine höhere Funktionalität, den Gefäßen selbst ein höheres Prestige oder einen gesteigerten Marktwert zu verleihen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Übereinstimmung mit T. Mittelstraß (Mittelstraß 2007, 235 mit Anm. 1) und G. Scharrer-Liška (Scharrer-Liška 2003, mit Anm. 1) wird hier der Begriff „Graphitkeramik“ verwendet und darunter jede Form von mit Graphit behandeltem Ton verstanden. Der in der Literatur oft synonym verwendete Begriff Graphittonkeramik bleibt ausschließlich der mit Graphit gemagerten Keramik vorbehalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Graphittonkeramik]]&lt;br /&gt;
*[[Graphitengobierte Keramik]]&lt;br /&gt;
*[[Graphitierte Keramik]]&lt;br /&gt;
*[[Ummäntelte Graphittonkeramik]]&lt;br /&gt;
*[[Keramik mit Graphitbemalung]]&lt;br /&gt;
*[[Eisentonkeramik]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Formen==&lt;br /&gt;
[[Datei:Krenz Abb. 14 Entwicklung Topfformen.png|200px|thumb|right|Abb. 14: Entwicklung graphithaltiger Topfformen in Österreich (Scharrer-Liška 2007, 37).]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die keramischen Formen der Graphitkeramik entwickeln sich im Früh- und Hochmittelalter zunächst analog der Formen der graphitfreien Keramik. Das keramische Spektrum ist in dieser Periode sehr eingeschränkt und erstreckt sich fast ausschließlich auf Töpfe, vereinzelt auch Backteller (Abb. 14).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Sonderformen von Töpfen können in Österreich ab dem 11. Jh. speziell gestaltete Vorratsgefäße identifiziert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Beginn des Hochmittelalters erweitert sich das Formenspektrum auf Deckel, Pfannen und Schüsseln, ab dem 12. Jh. kommen Bügelkannen und ab dem 13. Jh. Krüge und Aquamanile hinzu (Scharrer-Liška 2003, 8) (Abb. 8). Dies lässt sich mit der Differenzierung der sozialen Gepflogenheiten, d.h. von Haushalts- und Tischsittengestaltung parallelisieren, die vom südwestlichen und südlichen Deutschland (vermutlich durch den von hier ausgehenden Landesausbau) in den österreichischen Donauraum wirkt (Scharrer-Liška 2007, 34). Erst im ausgehenden Spätmittelalter und v.a. mit dem Aufkommen der Eisentonkeramik minimiert sich das Formenspektrum der Graphitkeramik und beschränkt sich auf Töpfe, Vorratsgefäße, Schmelztiegel, technische Keramik und Kacheln, für die die besonderen Eigenschaften der Graphitkeramik von bedeutendem Vorteil waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine gegenläufige Entwicklung nimmt die graphitengobierte grauschwarz hartgebrannte Drehscheibenware. Ihr Typenspektrum erweitert sich im Spätmittelalter enorm und weist neben den weiterhin dominierenden Töpfen auch Kannen, Flaschen, Dreifußgefäße, Schüsseln, Lampenschälchen, verschiedene Deckelformen und kugelförmige Becher auf (Bizer 2006, 50 f.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verzierungen==&lt;br /&gt;
Grundsätzlich folgte auch die Verzierung der Graphitkeramik den Entwicklungen, die graphitfreie Keramik im Mittelalter nahm. Im Frühmittelalter, teilweise auch im Hochmittelalter, scheinen die Gefäße üppiger verziert als in späteren Zeiten. Als vorherrschende Verzierungen der frühen Periode können Wellenlinien, Wellenbänder, Einstichmuster und horizontal umlaufende Dekore identifiziert werden (Abb. 16). Diese werden später durch horizontal umlaufende Linien oder Linienbänder abgelöst, von Dekoren also, die durch das Aufkommen der Töpferscheibe wahrscheinlicher werden. Spätestens mit dem städtischen Handwerk, das bereits einer vorindustriellen Herstellung glich, wurden Verzierungen scheinbar nur dann angebracht, wenn es der Herstellungsprozess erlaubte (Scharrer-Liška 2007, 23).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verzierungen des Fundmaterials aus Süddeutschland zeigen eine kongruente Entwicklung. Als früheste Muster treten Wellenlinien verschiedenster Ausprägungen, z.T. zwischen umlaufenden Rillen, Schrägkerben- und Tupfenreihen, innenverzierte Ränder, Bodenmarken bzw. Töpferzeichen in Form von Kreuzen sowie im Hochmittelalter breite Gurtbänder auf Vorratsgefäßen auf. Eisentonwaren zeichnen sich regelhaft durch Stempelmarkierungen sowie Rillen/Riefen unter dem Rand aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Herstellungstechnik==&lt;br /&gt;
Die Herstellung von Graphitkeramik im Mittelalter erfolgte zunächst analog der Herstellung anderer Warenarten. Der Töpfer musste den Ton aufbereiten. Dazu wurde der Rohstoff der Witterung ausgesetzt, das sogenannte Wintern, Wettern oder Einsumpfen setzte ein. Danach erfolgte das Schlemmen des Tones, Verunreinigungen und überflüssiges Wasser wurden entfernt. Das anschließende Kneten minimierte mögliche Luftblasen und erhöhte die Bearbeitbarkeit des Tones (Felgenhauer-Schmiedt, o. J., 35). Die Magerung eines Tones mit Graphit ist mit einigen zusätzlichen Arbeitsschritten und Herausforderungen verbunden. Ein natürlicher hoher Graphitgehalt oder starker künstlicher Graphitzuschlag im Ton verringern dessen Plastizität, weshalb es schwierig ist, mit diesem Ton dünnwandig zu arbeiten. Dies wird als Grund angeführt, dass insbesondere die frühen, stark graphithaltigen Gefäße ein eher archaisches Aussehen hatten und als plumpere Varianten der graphitfreien Gefäße galten. Erst mit dem Aufkommen von Drehhilfen und Tonen, die tendenziell immer weniger Graphit enthielten, ist eine Verfeinerung des Bildes der Graphitkeramik zu beobachten (Mittelstraß 2007, 236, Scharrer-Liška 2007, 21 f.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund seiner hydrophoben Eigenschaften ist Graphit im feuchten Zustand nur schwer mit dem Ton zu vermischen. Um eine gleichmäßige Textur des Tones zu erreichen, werden zwei mögliche Varianten der Herstellung diskutiert. Eine Möglichkeit stellt die Vermischung unter starkem körperlichem Einsatz durch das Abtreten mit den Füßen dar. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, sowohl Ton als auch Graphit zunächst zu trocknen, zu zerreiben, wieder zu vermischen und mit Wasser zu versetzen (Scharrer-Liška 2007, 21). Im Frühmittelalter sprechen Dickwandigkeit der Gefäße, unregelmäßige Formgebung und senkrechte Verstreichspuren an den inneren Gefäßwänden für einen Handaufbau. Im Hochmittelalter liefert das Vorhandensein von Bodenmarken und Quellböden Hinweise auf die Verwendung von handgetriebenen Drehhilfen (Scharrer-Liška 2007, 21 ff.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor dem Brennen des Tones wurden Einstiche oder Schnitte in die dickeren Teile des Gefäßes eingebracht, um eine schnellere und gleichmäßigere Trocknung des Tones zu erreichen und das Risiko des Reißens während des Brennvorgangs zu minimieren. Graphit oxidiert bei Sauerstoffzufuhr bei 400–500°C und verbrennt bei 700–1000°C, unter reduzierenden Bedingungen setzt diese Reaktion erst bei ca. 3.500°C ein. Die Brennatmosphäre wurde entsprechend entweder reduzierend gestaltet oder die Gefäße wurden bei sehr niedrigen oxidierenden Temperaturen gebrannt (Scharrer-Liška 2007, 25). Für die unter reduzierenden Bedingungen hergestellte frühmittelalterliche Graphitware von Thunau am Kamp in Niederösterreich konnte mittels mikroskopischer Untersuchungen festgestellt werden, dass der Brenntemperaturbereich zwischen 700–900°C lag (Dell’Mour 2002, 91).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verbesserung der Brenntechnik vom Früh- zum Hochmittelalter ermöglichte in Niederösterreich dann das Aufkommen der Ummäntelten Graphittonkeramik (Scharrer-Liška 2007, 25).&lt;br /&gt;
Bei der Herstellung engobierter Graphitkeramik wurde auf ein graphitfreies, lederhartes Gefäß vor dem Brand eine Graphitengobe aufgebracht. Diese Engobe war vermutlich eine Mischung aus geschlämmtem Ton und Graphitbrei. Das Auftragen erfolgte mit einem Tuch oder Leder, Begießen oder Tauchen kamen, wie experimentalarchäologische Versuche zeigten, eher nicht in Betracht, da sich wegen der Saugfähigkeit des lederharten Materials eine zu dicke Engobeschicht bildet, die zu Blasenbildung und Abplatzungen neigt (Böhmer 2008, 146). Der Brand graphitengobierter Waren setzte ab der mittleren Brennphase einen kontrollierten Reduktionsbrand voraus. Beim Nachheizen musste der zugeführte Sauerstoff vollkommen im Feuerraum verbrennen und durfte nicht an die Ware gelangen, um den Graphit an der Oberfläche zu halten (Böhmer, 2008, 149).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Graphitierung der Keramik erfolgte erst nach dem Brand der Gefäße. Dazu wurde das Keramikobjekt mit Graphitstaub eingerieben. Eventuell erfolgte ein kurzer Stabilisierungsbrand (Mittelstraß 2007, 242).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Scherbenbeschaffenheit==&lt;br /&gt;
Die Scherbenbeschaffenheit, d.h. Merkmale wie Magerungsdichte, Magerungsgröße, Härte, Farbe, Beschaffenheit der Oberfläche, Brandatmosphäre, Wandstärke und Porosität variieren innerhalb der verschiedenen Ausprägungen der Graphitkeramik und deren zeitlichen, örtlichen und technischen Modifikationen derart stark, dass sie hier nicht zusammengefasst werden können. Erschwerend kommt hinzu, dass einheitliche Merkmale in der Literatur zu den süddeutschen Fundkomplexen nur z.T. publiziert wurden, so dass sich aufgrund des begrenzten Informationsstandes Aussagen verbieten. Generell scheint sich bei den frühen Formen aber abzuzeichnen, dass Graphitkeramik im Vergleich zur sonstigen mittelalterlichen Keramik deutlich weicher gebrannt ist. Wenn benannt, erreicht die Keramik selten mehr als den Härtegrad „2“ nach Mohs. Auch ist beim süddeutschen Fundgut meist von einer reduzierenden Brandführung auszugehen. Dies ist allerdings in den Kontext eines fehlenden Forschungsstandes zu anderen Varianten der Graphitkeramik im süddeutschen Raum zu stellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als abweichende Ausnahmeerscheinung treten wieder die Oberflächenfunde aus den Burgen der Schwäbischen Alb auf. Diese Art der engobierten Graphitkeramik ist hart bis sehr hart gebrannt, im Bruch einheitlich grau bis mittelgrau und gleichförmig dunkel bis schwarzgrau auf der Oberfläche (Bizer 2006, 50).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Sozialer Kontext==&lt;br /&gt;
Graphitkeramik tritt im gesamten Verbreitungsgebiet sowohl im dörflichen Raum als auch in aufkommenden städtischen Siedlungen und auf Burgen auf. Beim Siedlungstyp der Burgen ist – wie im österreichischen Raum – in Süddeutschland keine Einheitlichkeit zu verzeichnen. Auf manchen Burgen ist Graphitkeramik nachweisbar, an anderen Fundplätzen fehlt sie im Fundgut. G. Scharrer-Liška sieht hierin einen Hinweis auf unterschiedliche Funktionen oder Nutzungsweisen der Burgen (ländliches Gehöft oder adeliges Milieu) (Scharrer-Liška 2007, 74).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Graphitgemagerte Vorratsgefäße scheinen sich im österreichischen Verbreitungsgebiet vorwiegend im ländlich-dörflichen Bereich, aber auch in Siedlungen fassen zu lassen, die sich später zu Städten entwickelten (Scharrer-Liška 2007, 74). Für Süddeutschland sind aufgrund der geringen Funddichte keine eindeutigen Aussagen zu treffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Generell scheint es bis zum Ende des Hochmittelalters zwischen sozialen Schichten so gut wie keine Unterschiede bei der Verwendung von Graphitkeramik gegeben zu haben, zumindest sind in Gebieten mit besserem Forschungsstand durchwegs überall gleiche Formen und gleiche Wertschätzung zu verzeichnen. Erst im Spätmittelalter ist eine gewisse Differenzierung hinsichtlich Qualität und Anteile verschiedener Formen im städtischen und ländlichen Milieu greifbar (Scharrer-Liška 2007, 74).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wertschätzung, die Graphitkeramik erhalten hat, ist sicherlich an den Reparaturspuren ablesbar. Trotz des geringen Fundaufkommens sind für Süddeutschland diese Flickungen für mindestens drei Fundkomplexe sicher belegt, den Rauhen Kulm und die Burgen Wittelsbach und Sulzbach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Forschungsfragen==&lt;br /&gt;
Graphit als lagerstättenbedingt begrenzt vorkommendes Mineral in Verbindung mit Graphitkeramik als weit verhandeltem archäologischen Fundgut bietet der Forschung ein breites Feld von Fragen (Kouřil 1998, 38, Bogusław 1938, 18).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fragenkomplex zum Material&lt;br /&gt;
*Gründe für die Nutzung von Graphit als Magerungsbestandteil&lt;br /&gt;
*Bestimmung der Funktion der Gefäße&lt;br /&gt;
*Herstellungs- und Produktionstechnik der Keramik, Brennverfahren, Aussagen über technische Weiterentwicklungen im Töpferhandwerk&lt;br /&gt;
*Naturwissenschaftliche Untersuchungen hinsichtlich der Beziehung von Magerungsanteil des Graphits, Magerungsgröße der Graphitpartikel und den physikalischen Eigenschaften der Gefäße&lt;br /&gt;
*Einfluss von sekundären Formationsprozessen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Chronologische Fragestellungen&lt;br /&gt;
*Beginn der Graphitkeramikproduktion in den verschiedenen Regionen und ihre Fortentwicklung im Hoch- und Spätmittelalter&lt;br /&gt;
*Datierung der verschiedenen Formen und Warenuntergruppen&lt;br /&gt;
*Import- und/oder Kreuzdatierung für Fundplätze in Importregionen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Typologische und morphologische Fragestellungen (Kouřil 1998, 38)&lt;br /&gt;
*Randformen, Gefäßformen, typologische Reihen&lt;br /&gt;
*Tektonik der Gefäße&lt;br /&gt;
*Bearbeitung der Oberfläche, Verzierungen, Dekor, Markenzeichen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wirtschaftsgeschichtliche Fragestellungen&lt;br /&gt;
*Provenienz der Tone und des Graphits&lt;br /&gt;
*Transportwege, Handelsrouten, Richtungen und Weisen des Vertriebs (Gefäße, Ton, Graphit als Rohstoff?)&lt;br /&gt;
*Organisation des Töpferhandwerks (grundherrschaftlich, regional)&lt;br /&gt;
*Identifikation von Töpfermanufakturen und Absatzmärkten&lt;br /&gt;
*Beobachtungen von Veränderungen und Rückschlüsse auf gesellschaftliche Umbrüche&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Soziale Fragestellungen&lt;br /&gt;
*Sozialer Kontext, Informationen zum Arbeits- und Alltagsleben der Nutzer und Hersteller&lt;br /&gt;
*Definition von sozialen Kontakträumen&lt;br /&gt;
*Aussagen hinsichtlich gesellschaftlicher Stellung von Bevölkerungsschichten sowie entsprechender sozialer Strukturveränderungen&lt;br /&gt;
*Aussagen zur „Wertigkeit“ bestimmter Merkmale der Keramik und Rückschlüsse auf dahinterstehende soziale, psychologische und identitätsstiftende Wahrnehmungs-, Denkmuster und Bedeutungsebenen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Naturwissenschaftliche Analysen==&lt;br /&gt;
Bisher wurden erst wenige wissenschaftliche Analysen an Graphitkeramik durchgeführt, die sich auf die Warenart als Solche beziehen. Als umfassendste kann die Untersuchung von G. Duma und C. Ravasz „Graphithaltige Gefäße aus Österreichs Mittelalter“ (1976) benannt werden, in der verschiedene Aspekte im Zusammenhang mit dieser Keramikart untersucht wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein wesentliches Element bei der wissenschaftlichen Erforschung der Graphitkeramik ist die Bestimmung ihrer physikalischen und chemischen Eigenschaften, d.h. die Untersuchung der Rolle des intentionell in den Ton beigegebenen Graphits bzw. der bewussten Nutzung von Graphiterde – einem natürlichen Verwitterungsprodukt in Regionen des Vorkommens von Graphit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Testserie bei Duma/Ravasz (Duma/Ravasz 1976, 234 ff.) wurden vier Graphittonproben auf der Basis gleichartigen Tons mit jeweils 5%, 10%, 20% und 40% feingekörntem Naturgraphit gemagert (bei 84% Kohlenstoffgehalt des Graphits ergab dies Proben mit 4,2%, 8,4%, 16,8% und 33,6% Kohlenstoff) und bei 900°C reduzierend gebrannt. Für einen 15 mm dicken Scherben wurden folgende Ergebnisse erzielt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hydrophobie: Bei den Testserien wurde festgestellt, dass die Probe mit 16,8% reiner Graphitmagerung kein Wasser mehr aufnahm, sowohl die Oberfläche als auch die Gesamtmenge des Scherbens als hydrophob gelten konnte. Diese Eigenschaft nahm kontinuierlich mit abnehmenden Graphitgehalt ab. In der Konsequenz bedeutet dies, dass zwischen einer Graphitmagerung von 8,4% und 16,8% die Irdenware eine Wasserundurchlässigkeit erreicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wärmeleitfähigkeit: Hierfür wurde die Probe mit 16,8% Graphitmagerung sowie ein gleichwertiger 15 mm dicker graphitfreier Scherben hinsichtlich der Frage untersucht, welcher Zeitraum nötig ist, sowohl Innen- als auch Außenseite eines Gefäßes auf eine Temperatur von 105°C zu erhitzen. Während für das graphitfreie Gefäß hierfür 17 min nötig waren, erreichte das mit 16,8% graphitgemagerte Gefäß diese Temperatur nach 9,5 min.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Temperaturwechselbeständigkeit: Die Wärmeausdehnung des Scherbens (Dilatation) nimmt infolge des Graphitgehaltes ab, bereits beträchtlich bei einer Magerung mit 16,8% Graphit, wodurch das Gefäß eine deutlich höhere Widerstandsfähigkeit gegen Temperaturschwankungen entwickelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Gefäße mit einer Graphitengobierung eines ansonsten graphitfreien Tones die Eigenschaften von graphithaltigen Tongefäßen nicht aufweisen können (Duma/Ravasz 1976, 236).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Untersuchung von G. Duma/R. Ravasz wurden weitere Ergebnisse formuliert, die eine breitere Diskussionsbasis für offene Forschungsfragen hinsichtlich der süddeutschen Graphitkeramik schaffen:&lt;br /&gt;
*Eine naturwissenschaftliche Untersuchung von vier österreichischen und drei ungarischen Proben, die aufgrund ihrer äußeren Merkmale als „identische Wiener Gefäße“ archäologisch angesprochen wurden, ergab keine Herkunft aus den gleichen Gebieten. Die archäologische Bestimmung der drei ungarischen Proben konnte mit Recht angezweifelt werden (Duma/Ravasz 1976, 228). Graphitkeramik aus Süddeutschland wird fast ausschließlich als Importware definiert. Aufgrund der Tonbeschaffenheit und formaler Kriterien der Scherben werden Bezüge zu möglichen Herstellungszentren und daraus resultierend Thesen zu Handelbeziehungen, sozialen Kontakträumen und grundherrschaftlicher Durchdringung formuliert. Das Ergebnis der Untersuchung zeigt die Notwendigkeit für ein Bewusstsein über derartige Fehlerquellen.&lt;br /&gt;
*Anders als in der Literatur geäußert, verlieren regelmäßig erhitzte Gefäße einen Teil ihres Kohlenstoffs auch während des Gebrauchs. Bei jedem nicht reduzierendem Brand, dem Graphitkeramik ausgesetzt wird (also auch bei Überhitzung am Kochfeuer), oxidieren Graphitanteile zu Kohlenstoffdioxid und entweichen als Gas (Endres 182, 52; ebenso: Duma/Ravasz 1976, 234). Graphithaltige Tongefäße können demnach nicht nur aufgrund ihres Kohlenstoffgehaltes in Gruppen systematisiert werden. Dies ist im Hinblick auf die Definition von Warenuntergruppen anhand des Graphitgehalts von nicht unbeträchtlichem Belang.&lt;br /&gt;
*Graphithaltige Tongefäße können im Boden eingebettet den korrosiven Wirkungen der Bodenumgebung dauerhaft widerstehen. Es konnten keine auf Rehydratationsprozesse hindeutende Charakterzüge festgestellt werden (Duma/Ravasz 1976, 234).&lt;br /&gt;
Dass Graphitkeramik durch sekundäre Formationsprozesse dennoch Veränderungen durchläuft, zeigen zwei anpassende Scherben von Eisentonkeramik aus einer Notgrabung in [[Ulm, Weinhof|Ulm (Weinhof 23)]], von denen eine noch einen deutlichen Graphitanteil aufweist, die andere aber nicht (Schreg Blog Archaeologik (05.01.2015)).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere wissenschaftliche Untersuchungen stellen über die Analyse der mineralogisch-petrographischen Bestandteile der Graphittone die archäologische Fragestellung nach der Herkunft des Graphits und des Rohtones sowie damit in Zusammenhang stehende Thesen zu wirtschaftsgeschichtlichen Fragestellungen in den Vordergrund.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu nennen sind hier die Publikationen von R. W. Dell’Mour „Mikroskopische Untersuchungen an frühmittelalterlicher Keramik von Thunau am Kamp, NÖ Lokalware – Importe – Rohstoffherkunft“ (2002), J. Dvorská/L. Poláček/G. Schneider „Chemische Analyse der Keramik von Mikulčice“ (1998) und M. Gregerová/R. Procházka „Erste Ergebnisse naturwissenschaftlicher Untersuchungen an Graphittonkeramik aus Brno (Brünn)“ (1998). Für Süddeutschland besitzen diese Untersuchungen aufgrund ihrer Regionalität nur wenig Aussagekraft, können aber als Vorbild für ähnliche Untersuchungen dienen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Fazit==&lt;br /&gt;
Für die Archäologie bietet die Erforschung der Graphitkeramik aus verschiedenen Gründen erhebliche Möglichkeiten zum Erkenntnisgewinn. Diese reichen von typologischen und morphologischen Fragestellungen, der Herstellungs- und Produktionstechnik der Keramik über die Bestimmung der Funktion der Gefäße bis zu Aussagen zum Alltags-, Arbeitsleben und dem sozialen Kontext der Nutzer und Hersteller. Zusätzlich können naturwissenschaftliche und chronologische Thesen sowie wirtschaftsgeschichtliche Fragestellungen hinsichtlich Handelsrouten, Richtungen und Weisen des Vertriebs und die grundherrschaftliche oder regionale Organisation des Töpferhandwerks aufgeworfen werden. Gleichzeitig stellt mittelalterliche Graphitkeramik die Archäologie aber auch vor enorme Herausforderungen. So ist bis heute eine Unterscheidung vor- und frühgeschichtlicher zu mittelalterlicher Graphitkeramik ausschließlich über die Bestimmung von Rand- und Gefäßformen möglich. Dies stellt eine nicht unerhebliche Fehlerquelle für die Interpretation dar, die wegen des in Süddeutschland nur begrenzt vorhandenen Fundmaterials eine beachtliche Relevanz besitzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kerngebiet der Herstellung der Graphitkeramik ist nach heutigem Forschungsstand im österreichischen Donauraum und in Mähren zu lokalisieren. Die umliegenden Regionen Böhmen, Schlesien und Bayern können in erster Linie als Importregionen interpretiert werden. Eine Beantwortung der genannten Fragestellungen ist demnach nur durch internationale Zusammenarbeit über die heutigen politischen Grenzen hinweg möglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die wissenschaftliche Bearbeitung dieser Keramikvariante setzt aufgrund der Besonderheiten des Material Graphit eine enge Zusammenarbeit mit den Naturwissenschaften und der experimentellen Archäologie voraus. Sie wird damit zum Gegenstand sowohl internationaler wie interdisziplinärer Projekte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Referenzkomplexe Graphitkeramik==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Referenzkomplexe Graphitkeramik (ohne Grauschwarz hartgebrannte Drehscheibenware)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
!&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;width:11em;&amp;quot;| Fundort&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;width:8em;&amp;quot;| Warenart&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;width:7em;&amp;quot;| Koordinaten&lt;br /&gt;
! Fundart&lt;br /&gt;
! Feldkampagnen (FK) &amp;lt;br /&amp;gt; Literatur (L)&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;width:14em;&amp;quot;| Datierung&lt;br /&gt;
! Beschreibung &amp;lt;br /&amp;gt; Formen (F), Verzierung (V), Scherbenbeschaffenheit (SB)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 1&lt;br /&gt;
| Kastell Boiotro, &amp;lt;br /&amp;gt; Passau&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 34′ 11,2″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 27′ 44,5″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 387 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| FK: 1974–1978 Rainer Christlein, BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; L: M. Altjohann 2012&lt;br /&gt;
| 8./9.–12. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Töpfe, Schalen, Schüsseln, Flachdeckel, Spinnwirtel, Ausgusstüllen &amp;lt;br /&amp;gt; V: gegenständige Wellenbandzier, Bodenmarken &amp;lt;br /&amp;gt; SB: dunkel- bis braungrau, seifig, schimmert metallisch, hoher Graphitanteil in der Magerung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 2&lt;br /&gt;
| Rauher Kulm, &amp;lt;br /&amp;gt; Bad Neustadt am Kulm&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 49° 49′ 44″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 50′ 58″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 681 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 2009 und 2014 H. Losert &amp;lt;br /&amp;gt; L: Freundlicher Hinweis PD Dr. H. Losert (unpubliziert)&lt;br /&gt;
| 8./9. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Töpfe &amp;lt;br /&amp;gt; V: Wellenlinien &amp;lt;br /&amp;gt; SB: braun, grau-schwarz, mittlerer Graphitanteil in der Magerung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 3&lt;br /&gt;
| Abtei [[Frauenwörth]], &amp;lt;br /&amp;gt; Chiemsee&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 47° 52′ 18″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 12° 25′ 30″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 515 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Kloster&lt;br /&gt;
| FK: 1961–1964 A. Stroh, BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; L: B. Hänsel 1966 &amp;lt;br /&amp;gt;    T. Mittelstraß 2007&lt;br /&gt;
| 9./10.–12.Jh.&lt;br /&gt;
| F: Töpfe, Gussformen für Perlen &amp;lt;br /&amp;gt; V: Wellenlinien, breite waagerechte Rillen, Töpfermarke &amp;lt;br /&amp;gt; SB: silbrig schwarz bis grau, feine Magerung, Graphitanteil mittel bis sehr hoch, mittelhart bis hart &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 4&lt;br /&gt;
| Pleinting&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 39′ 31″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 7′ 11″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 343 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Lesefund&lt;br /&gt;
| Lesefund &amp;lt;br /&amp;gt; L: R. Reinecke 1936&lt;br /&gt;
| Frühmittelalter&lt;br /&gt;
| Nur textliche Erwähnung: &amp;lt;br /&amp;gt; „Randscherbe eines weiten Beckens aus Graphitton“&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 5&lt;br /&gt;
| „Randesberger Hof“ in Cham&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 49° 13ʹ 32,5″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 12° 39ʹ 17,9″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 372 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| FK: 1971 &amp;lt;br /&amp;gt; L: H. Wolf 1971&lt;br /&gt;
| Frühmittelalter&lt;br /&gt;
| Textliche Erwähnung der Möglichkeit, dass eine gefundene Graphittonscherbe auch ins Frühmittelalter datieren könnte&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 6&lt;br /&gt;
| Burg Wittelsbach, &amp;lt;br /&amp;gt; Oberwittelsbach&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 28′ 7″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 10′ 34,3″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 515 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1978–1981 Dr. W. Sage/A. Dransfeld &amp;lt;br /&amp;gt; L: R. Koch 1993 &amp;lt;br /&amp;gt;    T. Mittelstraß 2007&lt;br /&gt;
| 10./11. Jh. (R. Koch) &amp;lt;br /&amp;gt; 11./12. Jh. (T. Mittelstraß)&lt;br /&gt;
| F: Topf &amp;lt;br /&amp;gt; V: Wellenlinie zwischen zwei umlaufenden Rillen &amp;lt;br /&amp;gt; SB: ohne Angabe&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 7&lt;br /&gt;
| Burgstall Warberg, &amp;lt;br /&amp;gt; Neunburg v. Wald&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 49° 22′ 54,7″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 12° 23′ 18″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 417 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1991–1997 V. Kaufmann &amp;lt;br /&amp;gt; L: V. Kaufmann 1999 &amp;lt;br /&amp;gt;    T. Mittelstraß 2007&lt;br /&gt;
| 10. Jh. (V. Kaufmann) &amp;lt;br /&amp;gt; 11. Jh. (T. Mittelstraß)&lt;br /&gt;
| F: Töpfe &amp;lt;br /&amp;gt; V: schräge Einstichreihe auf der Schulter &amp;lt;br /&amp;gt; SB: dunkelgrau bis schwarz und glänzend, glatt und speckig, Graphit abreibbar; mit Fingernagel leicht ritzbar&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 8&lt;br /&gt;
| Albrechtsburg, &amp;lt;br /&amp;gt; Meißen&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 51° 9′ 57,8″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 28′ 14,6″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 168 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Höhenburg&lt;br /&gt;
| FK: 1959–1963 P. Heerde/C. Fritzsche &amp;lt;br /&amp;gt; L: A. Schmid-Hecklau 2004&lt;br /&gt;
| 10.–12. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Topf &amp;lt;br /&amp;gt; V: Tupfenreihe auf der Schulter &amp;lt;br /&amp;gt; SB: keine Angaben &amp;lt;br /&amp;gt; Datierung ins Mittelalter fragwürdig&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 9&lt;br /&gt;
| Burg Pappenheim, &amp;lt;br /&amp;gt; Lkr. Weißenburg&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 55′ 58,1″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 10° 58′ 17,8″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 508 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Höhenburg&lt;br /&gt;
| Lesefund &amp;lt;br /&amp;gt; L: M. Schußmann 1997&lt;br /&gt;
| 11./12. Jh.&lt;br /&gt;
| Freundlicher Hinweis PD Dr. M. Schußmann: &amp;lt;br /&amp;gt; 2 Graphittonscherben, davon 1 Randscherbe mit stark gekehltem Leistenrand&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 10&lt;br /&gt;
| Burg Sulzbach, &amp;lt;br /&amp;gt; Lkr. Amberg-Sulzbach&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 49° 30′ 18,7″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 44′ 10″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 444 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1992–2000 BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; L: M. Hensch 2005a und 2005b&lt;br /&gt;
| 11./12. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Töpfe (0,09% des Materials) &amp;lt;br /&amp;gt; V: Wellenverzierung &amp;lt;br /&amp;gt; SB: grau-schwarz silbrig, glatt, hoher Anteil von Graphit in der Magerung, Abrieb vorhanden, Mohs 2&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 11&lt;br /&gt;
| Schlosserstiege, &amp;lt;br /&amp;gt; Passau&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik &amp;lt;br /&amp;gt; Graphitierte (engobierte?) Keramik&lt;br /&gt;
| 48° 34ʹ 31,4″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 27ʹ 51,5″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 387 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| FK: 1992/1993 J.-P. Niemeier &amp;lt;br /&amp;gt; L: J.-P. Niemeier 1994 &amp;lt;br /&amp;gt;    T. Mittelstraß 2007&lt;br /&gt;
| 12./13.–15. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Töpfe, Deckel, Kanne &amp;lt;br /&amp;gt; V: Deckel mit innenverziertem Rand, Töpfermarke &amp;lt;br /&amp;gt; SB: keine Angabe&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 12&lt;br /&gt;
| Burgstall Saunstein, &amp;lt;br /&amp;gt; Mitternach&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 51′ 1″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 19′ 36″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 594 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1983 BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; L: B. Engelhardt/R.Pleyer 1986 &amp;lt;br /&amp;gt;    T. Mittelstraß 2007&lt;br /&gt;
| 12./13. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Töpfe, Flachdeckel &amp;lt;br /&amp;gt; V: keine Angabe, Durchlochung eines Deckels &amp;lt;br /&amp;gt; SB: glatt, mittlerer bis hoher Graphitgehalt, z.T. seifig&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 13&lt;br /&gt;
| Burgstall am Hohen Bogen, &amp;lt;br /&amp;gt; Rimbach&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 49° 14′ 1,9″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 12° 56′ 4,2″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 976 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: A. Stroh, BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; L: H. Dannheimer 1973&lt;br /&gt;
| 12. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Topf, fassartige Vorratsgefäße &amp;lt;br /&amp;gt; V: Fingertupfen, Schrägkerbenreihe, eingeritzte Linien, breite Gurtbänder auf Vorratsgefäßen &amp;lt;br /&amp;gt; SB: Graphit- und Goldglimmermagerung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 14&lt;br /&gt;
| Burgstall Untergrießbach, &amp;lt;br /&amp;gt; Lkr. Passau&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 27ʹ 28,4″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 9ʹ 13,7″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 468 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1994–1996 Kreisarchäologie Passau &amp;lt;br /&amp;gt; L: W. Wandling 1996 &amp;lt;br /&amp;gt;    W. Wandling 1997&lt;br /&gt;
| 12. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Töpfe, Schalen &amp;lt;br /&amp;gt; V: Tupfenleisten, Wellenverzierung oder Radkreuzstempeln am Boden &amp;lt;br /&amp;gt; SB: keine Angabe&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 15&lt;br /&gt;
| Donaumarkt, &amp;lt;br /&amp;gt; [[Regensburg]] &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; [[Regensburg, Lederergasse 1]], &amp;lt;br /&amp;gt; Regensburg&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; Eisentonkeramik&lt;br /&gt;
| 49° 1ʹ 13,1″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 12° 6ʹ 10,9″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 339 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| FK: 2012–2015 „Museum der Bayerischen Geschichte“, Maßnahmen-Nr. M-2012-1989-1_0 &amp;lt;br /&amp;gt; L: Freundlicher Hinweis I. Nießen (Promotionsprojekt in Bearbeitung) &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; FK: 1981–1982 BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; L: M. Wintergerst 1999&lt;br /&gt;
| 9.–11./12. Jh. &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; 17. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Töpfe, Vorratsgefäße, Schüsseln &amp;lt;br /&amp;gt; V: Wellenlinien, Wellenbänder, umlaufende Rillen, Einstichmuster, innenverzierte Ränder, bisher singuläres rautenförmiges Muster &amp;lt;br /&amp;gt; SB: dunkelgrau, bräunlich-grau, braun-schwarz, grau, schwarz; hoher Graphitgehalt, daneben noch Glimmer und Quarz, Mohs 1–2, gelegentlich auch hart &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; Zeitlich zu weit außerhalb des Rahmens der Arbeit&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 16&lt;br /&gt;
| Schlossberg Windberg bei Windorf, &amp;lt;br /&amp;gt; Lkr. Passau&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 37′ 53,2″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 16′ 3,5″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 380 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Höhenburg&lt;br /&gt;
| FK: 2001/2002 Kreisarchäologie Passau &amp;lt;br /&amp;gt; L: W. Wandling 2010&lt;br /&gt;
| 12./13. Jh.&lt;br /&gt;
| Nur textliche Erwähnung: Graphithaltige Tonscherben von hochmittelalterlichen Gefäßen, z.T. mit Kreuzstempeln auf dem Boden&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 17&lt;br /&gt;
| Kirche St. Peter und Paul, &amp;lt;br /&amp;gt; Aschheim&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 10′ 18,2″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 42′ 55,5″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 512 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Kirche&lt;br /&gt;
| FK: 1967–1971 H. Dannheimer &amp;lt;br /&amp;gt; L: H. Dannheimer 1988&lt;br /&gt;
| Hochmittelalter&lt;br /&gt;
| F: Topf &amp;lt;br /&amp;gt; V: keine Angabe &amp;lt;br /&amp;gt; SB: keine Angabe&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 18&lt;br /&gt;
| Vohburg-Burgberg, &amp;lt;br /&amp;gt; Lkr. Pfaffenhofen&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 46′ 14,4″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 36′ 58,1″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 370 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1973–1974 BLfD &amp;lt;br /&amp;gt;    Lesefunde &amp;lt;br /&amp;gt; L: G. Riedel 2000&lt;br /&gt;
| Hochmittelalter&lt;br /&gt;
| F: 3 Töpfe &amp;lt;br /&amp;gt; V: Horizontal- und Wellenriefen, z.T. überschneidend &amp;lt;br /&amp;gt; SB: fast alle Farbvarianten, weich bis mittelhart, z.T. Misch- oder Oxidationsbrand&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 19&lt;br /&gt;
| Großmehring, &amp;lt;br /&amp;gt; Lkr. Eichstätt&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 46′ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 32′ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 375 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| FK: 1994–1995 BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; L: G. Riedel 2000&lt;br /&gt;
| Früh-/Hochmittelalter&lt;br /&gt;
| F: 2 Töpfe, Deckel &amp;lt;br /&amp;gt; V: einzelne Wellenriefe zwischen Horizontalriefen &amp;lt;br /&amp;gt; SB: graubraun bis graubeige, weich bis mit-telhart, Misch- oder Oxidationsbrand&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 20&lt;br /&gt;
| Ingolstadt&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 46′ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 25′ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 374 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| FK: 1987–1988 BLfD (Grabung Ingolstadt Hallstr./Carraraplatz) &amp;lt;br /&amp;gt; L: G. Riedel 2000&lt;br /&gt;
| Hochmittelalter&lt;br /&gt;
| 1 unverzierte WS, nachgedreht&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 21&lt;br /&gt;
| [[Zuchering, Am Mühlwegfeld (Zuchering-Ost)]]&lt;br /&gt;
| Graphitkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 43′ 46″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 24′ 43″ O&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| FK: 1983–1989 BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; L: E. Weid 2000&lt;br /&gt;
| Latène (?)&lt;br /&gt;
| 6 Graphitkeramikscherben, von denen 5 unsicher in die Vorgeschichte datiert wurden (Material müsste nochmals geprüft werden)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 22&lt;br /&gt;
| Erlau, &amp;lt;br /&amp;gt; Obernzell&lt;br /&gt;
| Eisentonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 33′ 49″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 34′ 46″ O&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| L: T. Mittelstraß 2007&lt;br /&gt;
| Spätmittelalter&lt;br /&gt;
| Nur textliche Erwähnung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 23&lt;br /&gt;
| Ruhstorf a.d. Rott&lt;br /&gt;
| Graphitkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 26′ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 20′ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 319 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| L: T. Mittelstraß 2007 &amp;lt;br /&amp;gt;    W. Wandling 2017&lt;br /&gt;
| Unbekannt&lt;br /&gt;
| Textliche Erwähnung; Fundmeldungen 2013–2016 in Passau: Graphitkeramik, deren zeitliche Stellung nicht gesichert ist (MA/LT?)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 24&lt;br /&gt;
| Saldenburg, &amp;lt;br /&amp;gt; Lkr. Grafenau&lt;br /&gt;
| Eisentonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 46′ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 21′ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 532 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1991/1992 W. Endres &amp;lt;br /&amp;gt; L: W. Endres 1993 &amp;lt;br /&amp;gt;    M. U. Kasparek 1961&lt;br /&gt;
| 1368–1467/68&lt;br /&gt;
| F: Töpfe &amp;lt;br /&amp;gt; V: 2–5 mm breite, flaue Rillen, Stempel und Markierungen auf der Oberseite &amp;lt;br /&amp;gt; SB: hoher Graphitgehalt mit Quarz- und Feldspatanteilen bis 3 mm&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 25&lt;br /&gt;
| Burgstall Lobenstein, &amp;lt;br /&amp;gt; Marktgemeinde Röhrenbach&lt;br /&gt;
| Graphitkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 46′ 9,6″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 31′ 41,6″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 570 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg? &amp;lt;br /&amp;gt; Lesefund&lt;br /&gt;
| Lesefunde eines ehrenamtlichen Feldbegehers des BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; unpubliziert&lt;br /&gt;
| Latène- bis Neuzeit&lt;br /&gt;
| Alle Ausprägungen von Graphitkeramik in Formen, Farben, Varianten und Verzierungen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 26&lt;br /&gt;
| Fürholz, &amp;lt;br /&amp;gt; Gmd. Grainet, &amp;lt;br /&amp;gt; Lkr. Freyung-Grafenau&lt;br /&gt;
| Graphitkeramik &lt;br /&gt;
| 48° 46′ 58″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 38′ 57″ O&lt;br /&gt;
| Lesefund&lt;br /&gt;
| Lesefunde eines ehrenamtlichen Feldbegehers des BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; unpubliziert&lt;br /&gt;
| Latène- bis Neuzeit&lt;br /&gt;
| Alle Ausprägungen von Graphitkeramik in Formen, Farben, Varianten und Verzierungen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 27&lt;br /&gt;
| Praßreuth, &amp;lt;br /&amp;gt; Lkr. Freyung-Grafenau&lt;br /&gt;
| Graphitkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 40ʹ 40″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 31ʹ 21,3″ O&lt;br /&gt;
| Lesefund&lt;br /&gt;
| Lesefunde eines ehrenamtlichen Feldbegehers des BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; unpubliziert&lt;br /&gt;
| Latène- bis Neuzeit&lt;br /&gt;
| Alle Ausprägungen von Graphitkeramik in Formen, Farben, Varianten und Verzierungen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 28&lt;br /&gt;
| Veste Oberhaus, &amp;lt;br /&amp;gt; Passau&lt;br /&gt;
| Eisentonkeramik &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; Graphitengobierte Keramik&lt;br /&gt;
| 48° 34′ 39″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 28′ 13″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 387 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1991 H. Feldmeier &amp;lt;br /&amp;gt; L: W. Endres 1998 &amp;lt;br /&amp;gt;    T. Mittelstraß 2007&lt;br /&gt;
| 1400/1420–1550 &amp;lt;br /&amp;gt; 15./16. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Töpfe &amp;lt;br /&amp;gt; V: Stempelmarkierungen &amp;lt;br /&amp;gt; SB: hoher Graphitanteil im groben Gefüge, schwarz- bis anthrazitgrau &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; F: Töpfe, Becher, Sieb, Griffschale, Krug &amp;lt;br /&amp;gt; V: keine Angabe &amp;lt;br /&amp;gt; SB: anthrazitgrau, oft grobes Gefüge&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 29&lt;br /&gt;
| Schustergasse, &amp;lt;br /&amp;gt; Passau&lt;br /&gt;
| Eisentonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 34ʹ 26,4″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 28ʹ 9,5″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 387 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| L: H. Böhmer 2015&lt;br /&gt;
| 15./16. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Topf &amp;lt;br /&amp;gt; V: keine Angabe &amp;lt;br /&amp;gt; SB: keine Angabe&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 30&lt;br /&gt;
| Hofberg, &amp;lt;br /&amp;gt; Bad Aibling&lt;br /&gt;
| Eisentonkeramik&lt;br /&gt;
| 47° 52′ N &amp;lt;br /&amp;gt; 12° 1′ O&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 2001–2003 T. Mittelstraß &amp;lt;br /&amp;gt; L: T. Mittelstraß 2006 &amp;lt;br /&amp;gt;    T. Mittelstraß 2007&lt;br /&gt;
| Frühe Neuzeit (Beginn 16. Jh.)&lt;br /&gt;
| F: fassartige Gefäße &amp;lt;br /&amp;gt; V: Stempelmarken &amp;lt;br /&amp;gt; SB: keine Angabe&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 31&lt;br /&gt;
| Schloss Murnau&lt;br /&gt;
| Eisentonkeramik&lt;br /&gt;
| 47° 40′ 39″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 12′ 10″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 661 m&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1991–1992 T. Mittelstraß &amp;lt;br /&amp;gt; L: T. Mittelstraß 1994&lt;br /&gt;
| Frühe Neuzeit (Beginn 16. Jh.)&lt;br /&gt;
| F: Töpfchen &amp;lt;br /&amp;gt; V: Töpferstempel (Kreuz mit Querbalken), umlaufende Schulterkante &amp;lt;br /&amp;gt; SB: basaltgrau, feine und mittlere Graphitmagerung, vereinzelt Quarzkörner&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 32&lt;br /&gt;
| Ulm&lt;br /&gt;
| Eisentonkeramik &amp;lt;br /&amp;gt; Graphitengobierte Keramik&lt;br /&gt;
| 48° 24′ N &amp;lt;br /&amp;gt; 9° 59′ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 478 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| FK: 1953 A. Rieber/K. Reutter &amp;lt;br /&amp;gt;    1961 Staatl. Amt für Denkmalpflege &amp;lt;br /&amp;gt;    1928 ohne Befundkontext &amp;lt;br /&amp;gt; L: R. Schreg Blog Archaeologik 05.01.2015 &amp;lt;br /&amp;gt;    U. Gross 2009 + 2015&lt;br /&gt;
| Spätmittelalter – Frühe Neuzeit&lt;br /&gt;
| F: Töpfe, Henkeltopf &amp;lt;br /&amp;gt; V: ovale Stempeleindrücke mit Kreuz, unterhalb des Kremprandes breite Riefe &amp;lt;br /&amp;gt; SB: hoher Graphitanteil in der Magerung und Quarzmagerung &amp;lt;br /&amp;gt; Weitere Funde von Graphitkeramik und graphitengobierter Ware, die frühneuzeitlich datiert werden &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 33&lt;br /&gt;
| Burg Helfenstein, &amp;lt;br /&amp;gt; Geislingen an der Steige&lt;br /&gt;
| Eisentonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 36′ 58″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 9° 50′ 49″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 610 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1922 K. A. Koch &amp;lt;br /&amp;gt;    1932–1938 G. Burghardt &amp;lt;br /&amp;gt; L: R. Schreg Blog Archaeologik 05.01.2015 &amp;lt;br /&amp;gt;    U. Gross 2009&lt;br /&gt;
| Spätmittelalter – Frühe Neuzeit&lt;br /&gt;
| F: Töpfe &amp;lt;br /&amp;gt; V: 2 identische Stempelmarken auf dem Rand, zwei umlaufende Rillen im oberen Gefäßbereich &amp;lt;br /&amp;gt; SB: hoher Graphitanteil in der Magerung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 34&lt;br /&gt;
| Obernzell&lt;br /&gt;
| Eisentonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 33′ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 38′ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 294 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| L: H. Böhmer 2015 &amp;lt;br /&amp;gt;    Gemeindeblatt Nr. 29, 2017&lt;br /&gt;
| Spätmittelalter – Frühe Neuzeit&lt;br /&gt;
| F: Topf &amp;lt;br /&amp;gt; V: Rille unter dem Rand, 2 Töpfermarken &amp;lt;br /&amp;gt; SB: dunkelgrau-schwarz, hoher Graphitanteil in der Magerung, Mohs 2&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturhinweise==&lt;br /&gt;
*Altjohann 2012: M. Altjohann, Das spätrömische Kastell Boiotro zu Passau-Innstadt. Materialhefte zur Bayerischen Archäologie. Fundinventare und Ausgrabungsbefunde (Kallmünz/Opf. 2012). ISBN 13: 978-3-78475-096-5. ISBN 10: 3-784750-966-X.&lt;br /&gt;
*Bizer 2006: Ch. Bizer, Oberflächenfunde von den Burgen der Schwäbischen Alb. Ein Beitrag zur Keramik- und Burgenforschung (Stuttgart 2006). ISBN 13: 978-3-80622-038-4.&lt;br /&gt;
*Böhmer 2008: H. Böhmer, Die Ilzer Schwarzhafner vom Ende des 16. bis Ende des 19. Jahrhunderts. In: R. Mennicken u.a. (Hrsg.), 40 Jahre Keramikforschung. Rückblick – Stand der Forschung – Ausblick. Beiträge zum 40. Internationalen Hafnerei-Symposium des Arbeitskreises für Keramikforschung in Obernzell/Bayern vom 16.09. bis 21.09.2007 (Raeren 2008) 139֪–152. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Böhmer 2015: H. Böhmer, Qualitätszeichen auf Graphit-Keramik des 15. und 16. Jh. In: S. Glaser (Hrsg.), Keramik im Spannungsfeld zwischen Kunst und Handwerk. Beiträge des 44. Internationalen Symposiums Keramikforschung im Germanischen Nationalmuseum, Nürnberg, 19-23. September 2011 (Nürnberg 2015) 77–83. ISBN 13: 978-3-93668-893-1. ISBN 10: 3-93668-893-1.&lt;br /&gt;
*Bogusław 1998: G. Bogusław, Bemerkungen zur Graphittonkeramik als historischer Quelle (am Beispiel der Graphittonkeramik aus Opole). In: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998) 17–19. ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
*Bräuning u.a. 2008: A. Bräuning/R. Schreg/U. Schmidt, Ulm. Archäologischer Stadtkataster Baden-Württemberg. Band 35, 1 Text (Stuttgart 2008). ISBN 13: 978-3-92771-493-9.&lt;br /&gt;
*Dannheimer 1973: H. Dannheimer, Keramik des Mittelalters aus Bayern. Ein Katalog. Kataloge der Prähistorischen Staatssammlung XXI (Kallmünz Opf. 1973). ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Dannheimer 1988: H. Dannheimer, Aschheim im frühen Mittelalter. Archäologische Funde und Befunde. In: J. Werner (Hrsg.), Münchener Beiträge zur Vor- und Frühgeschichte 32, 1 (München 1988). ISBN 10: 3-40630-287-4.&lt;br /&gt;
*Dell’Mour 2002: R. W. Dell’Mour, Mikroskopische Untersuchungen an frühmittelalterlicher Keramik von Thunau am Kamp, NÖ Lokalware – Importe– Rohstoffherkunft, Österreichische Akademie der Wissenschaften, Anzeiger der Philosophisch-Historischen Klasse 136, 2001 (Wien 2002) 69–109. ISBN 13: 978-3-70013-066-6. ISBN 10: 3-70013-066-X.&lt;br /&gt;
*Dostál 1998: B. Dostál, Über die Anfänge der slawischen Graphittonkeramik in Mähren. In: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998) 67–86. ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
*Duma/Ravasz 1976: G. Duma/C. Ravasz, Graphithaltige Gefäße aus Österreichs Mittelalter. In: Archaeologia Austriaca. Beiträge zur Paläanthropologie, Ur- und Frühgeschichte Österreichs 59/60 (Wien 1976) 225–242. ISSN: 1816-2959.&lt;br /&gt;
*Dvorská u.a. 1998: J. Dvorská/L. Poláček/G. Schneider, Chemische Analyse der Keramik von Mikulčice. In: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998) 295–312. ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
*Endres 1982: W. Endres, Zur Entstehung und chemischen Struktur „schwarz“ färbender Pigmente bei unglasierter Irdenware. In: L. Kriss-Rettenbeck/I. Bauer (Hrsg.), Beiträge zur Keramikforschung. Festschrift für Alfred Höck zum 60. Geburtstag. Volkstümliche Keramik aus Europa 2 (München 1982) 47–70. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Endres 1993: W. Endres, Spätmittelalterliche Funde von der Saldenburg, Gde. Saldenburg, Lkr. Freyung-Grafenau. In A. Leidl (Hrsg.), Ostbairische Grenzmarken. Passauer Jahrbuch für Geschichte, Kunst und Volkskunde 35 (Passau 1993) 24–54. ISSN: 0078-6845.&lt;br /&gt;
*Endres 1998: W. Endres, Archäologische Funde. In: J. P. Niemeier/H. W. Schuster/R. Loibl, Ritterburg und Fürstenschloss 2. Archäologische Funde. Begleitband zur Ausstellung im Oberhausmuseum Passau 1998 (Passau 1998). ISBN 13: 978-3-79171-598-8. ISBN 10: 3-79171-583-6.&lt;br /&gt;
*Engelhardt/Pleyer 1986: B. Engelhardt/R. Pleyer, Die archäologische Untersuchung des Burgstalls Saunstein, Gmkg. Mitternach, Gde. Markt Schönberg, Lkr. Freyung-Grafenau. In: A. Leidl (Hrsg.), Ostbairische Grenzmarken 28. Passauer Jahrbuch für Geschichte, Kunst und Volkskunde (Passau 1986) 59–78. ISSN: 0078-6845.&lt;br /&gt;
*Felgenhauer-Schmiedt 1998: S. Felgenhauer-Schmiedt, Graphittonkeramik des Früh- und Hochmittelalters in Niederösterreich. In: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998) 199–212. ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
*Felgenhauer-Schmiedt 1981: S. Felgenhauer-Schmiedt, Herstellungsmethoden der mittelalterlichen Keramik + Katalog. In: O. Harl (Hrsg.), Keramische Bodenfunde aus Wien. Mittelalter – Neuzeit. Eigenverlag der Museen der Stadt Wien (Wien 1981) 35–126. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Gemeindeblatt Markt Obernzell (September–Dezember 2017): Hanfnerzeller Archiv zum Anfassen &amp;lt;https://www.obernzell.de/images/stories/Gemeindeblatt/Gemeindeblatt_Nr_29.pdf&amp;gt; S. 13 [Stand: 02.09.2019].&lt;br /&gt;
*Gregerová/Procházka 1998: M. Gregerová/R. Procházka, Erste Ergebnisse naturwissenschaftlicher Untersuchungen an Graphittonkeramik aus Brno (Brünn). In: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998) 275–278. ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
*Gross 1991: U. Gross, Die Bügelhenkelkanne, eine Hauptform der süddeutschen Keramik des Hoch- und Spätmittelalters. Beiträge zur Mittelalterarchäologie Österreichs 7, 1991, 69–77. ISSN: 1011-0062.&lt;br /&gt;
*Gross 2009: U. Gross, Keramikverbreitung und herrschaftliche Strukturen. Beispiele aus dem Mittelalter und der Frühen Neuzeit in Südwestdeutschland. In: D. Krausse u.a. (Hrsg.), Kulturraum und Territorialität: archäologische Theorien, Methoden und Fallbeispiel. Kolloquium des DFG-SPP 1171, Esslingen 17.-18. Januar 2007 (Rahden 2009) 159–175. ISBN 13: 978-3-89646-443-9. ISBN 10: 3-89646-443-4.&lt;br /&gt;
*Gross 2015: U. Gross, Sturzbecher oder Becherschrauben und schwarze Töpfe. Eine gläserne Sonderform und östliche Keramikimporte im frühneuzeitlichen Ulm. Fundberichte aus Baden-Württemberg 35, 2015, 561–573. ISBN 13: 978-3-80623-144-1. ISSN: 0071-9897.&lt;br /&gt;
*Hänsel 1966: B. Hänsel, Beschreibung der keramischen Gruppen. In: V. Milojcic (Hrsg.), Bericht über die Ausgrabungen und Bauuntersuchungen in der Abtei Frauenwörth auf der Fraueninsel im Chiemsee 1961-1964. Bayerische Akademie der Wissenschaften. Philosophisch-historische Klasse. Abhandlungen. Neue Folge 65 (München 1966) 177–200. ISBN 13: 978-3-76960-060-5. ISBN 10: 3-76960-060-6.&lt;br /&gt;
*Hensch 2005a: M. Hensch, Burg Sulzbach in der Oberpfalz. Archäologisch-historische Forschungen zur Entwicklung eines Herrschaftszentrums des 8. bis 14. Jahrhunderts in Nordbayern. Materialien zur Archäologie in der Oberpfalz 3, 1 (Text und Katalog) (Büchenbach 2005). ISBN 13: 978-3-93347-430-8. ISBN 10: 3-93347-430-2.&lt;br /&gt;
*Hensch 2005b: M. Hensch, Burg Sulzbach in der Oberpfalz. Archäologisch-historische Forschungen zur Entwicklung eines Herrschaftszentrums des 8. bis 14. Jahrhunderts in Nordbayern. Materialien zur Archäologie in der Oberpfalz 3, 2 (Tafeln und begleitende Beiträge) (Büchenbach 2005). ISBN 13: 978-3-93347-430-8. ISBN 10: 3-93347-430-2.&lt;br /&gt;
*Huber u.a. 2003: E. H. Huber/K. Kühtreiber/G. Scharrer-Liška, Die Keramikformen des Hoch- und Spätmittelalters im Gebiet der heutigen Stadt Wien sowie der Bundesländer Niederösterreich und Burgenland. In: K. Spindler/H. Stadler (Hrsg.), Beiträge vom 34. Internationalen Hafnerei-Symposium auf Schloß Maretsch in Bozen/Südtirol 2001. Nearchos 12, Veröffentlichungen des Arbeitskreises für Keramikforschung 3 (Innsbruck 2003) 43–66. ISBN 13: 978-3-90077-333-5.&lt;br /&gt;
*Kappel 1969: I. Kappel, Die Graphittonkeramik von Manching. In: W. Krämer, Die Ausgrabungen in Manching 2 (Wiesbaden 1969). ISBN 13: 978-3-51500-386-5. ISBN 10: 3-51500-386-X.&lt;br /&gt;
*Kasparek 1961: M. U. Kasparek, Keramik aus Regensburg aus dem 11. – 17. Jahrhundert. &amp;lt;http://nbn-resolving.de/urn/resolver.pl?urn=urn:nbn:de:bvb:355-rbh-1748-8&amp;gt; [Stand 06.08.2020]. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Kaufmann 1999: V. Kaufmann, Der Burgstall Warberg bei Neunburg vorm Wald. Materialien zur Archäologie in der Oberpfalz 1 (Büchenbach 1999). ISBN 13: 978-3-93347-402-5. ISBN 10: 3-93347-402-7.&lt;br /&gt;
*Koch 1993: R. Koch, Keramik des frühen und hohen Mittelalters aus Bayerisch-Schwaben. In: M. Petzet (Hrsg.), Forschungen zur Geschichte der Keramik in Schwaben. Arbeitshefte des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege 58 (München 1993) 119–128. ISBN 13: 978-3-87490-560-2. ISBN 10: 3-87490-560-8.&lt;br /&gt;
*Koch 2017: R. Koch, Ausgrabungen in der Burg Wittelsbach 1978-1981. Befunde und Funde. Materialhefte zur Bayer. Archäologie. Fundinventare und Ausgrabungsbefunde 105 (Kallmünz/Opf. 2017). ISBN 13: 978-3-78475-405-5. ISBN 10: 3-78475-405-8.&lt;br /&gt;
*Kouřil 1998: P. Kouřil, Zu den Anfängen der slawischen Graphittonkeramik in Schlesien. In: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998) 37–66. ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
*Kühtreiber 2006: K. Kühtreiber, Die hochmittelalterliche Keramik im südlichen Niederösterreich. Ihre Entwicklung, ihre Formen und Beziehungen zu den benachbarten Keramikregionen. Beiträge zur Mittelalterarchäologie in Österreich 22 (Wien 2006) 93–148. ISSN: 1011-0062.&lt;br /&gt;
*Lehrberger u.a. 2011: G. Lehrberger/F. Duschl/G. Wimmer, Graphit – ein besonderer mineralischer Rohstoff der Vor- und Frühgeschichte in Mitteleuropa. Eigenschaften, Entstehung, Verwendung und Vorkommen. In: K. Schmotz (Hrsg.), Vorträge des 29. Niederbayerischen Archäologentages (Leidorf 2011) 313–348. ISBN 13: 978-3-89646-240-4.&lt;br /&gt;
*Mämpel 1998: U. Mämpel, Meine historischen und technischen Erfahrungen mit schwarzgebrannter Irdenware. In: W. Endres/B. Kerkhoff-Hader (Hrsg.), 30. Internationales Hafnerei-Symposium in Obernzell vom 07. bis 11. Oktober 1997 (Bamberg 1998) 12–13. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Miklós/Vizi 2002: Sz. Miklós/M. Vizi, Beiträge zur Siedlungsgeschichte des mittelalterlichen Marktfleckens Ete. Acta Arch. Acad. Scien. Hungaricae 53, 2002, 195–253.&lt;br /&gt;
*Mittelstraß 1994: T. Mittelstraß, Die Funde der archäologischen Ausgrabungen von 1991-1992 im Murnauer Schloss. In: T. Mittelstraß (Hrsg.), Schloß Murnau. Ein Bauwerk der Stauferzeit und seine Geschichte (Murnau 1994) 120–251. ISBN 13: 978-3-98038-163-5. ISBN 10: 3-98038-163-3.&lt;br /&gt;
*Mittelstraß 2006: T. Mittelstraß, Urnengrab, Königsgrab, Grafenburg, Pflegschloss. Die Ergebnisse der archäologischen Grabungen auf dem Hofberg in Bad Aibling. In: G. Mayr (Hrsg.), Bad Aibling. Geschichte einer Stadt. Band 1 (Bad Aibling 2006) 35–71. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Mittelstraß 2007: T. Mittelstraß, Graphitkeramik des Mittelalters und der frühen Neuzeit in Altbayern. Ein Beitrag zum Beginn und zur Frühzeit der Obernzeller Produktion. Bayerische Vorgeschichtsblätter 72, 2007, 235–318. ISBN 13: 978-3-40611-077-1. ISSN: 0341-3918.&lt;br /&gt;
*Niemeier 1994: J.-P. Niemeier, Die Grabung an der Schlosserstiege in der Passauer Altstadt – Ein Schnitt durch 2000 Jahre Stadtgeschichte. In: K. Schmotz, Vorträge des 12. Niederbayerischen Archäologentages (Deggendorf 1994) 251–276. ISBN 13: 978-3-92473-458-9. ISBN 10: 3-92473-458-5.&lt;br /&gt;
*Nießen (in Bearbeitung): I. Nießen, Laufendes Promotionsprojekt zu der Ausgrabung Regensburg Donaumarkt „Museum der Bayerischen Geschichte“ Friedrich-Schiller-Universität Jena. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Pechtl/Eibl 2011: J. Pechtl/F. Eibl, Die neolithische Graphitnutzung in Südbayern. In: K. Schmotz (Hrsg.), Vorträge des 29. Niederbayerischen Archäologentages (Leidorf 2011) 349–432. ISBN 13: 978-3-89646-240-4. ISSN: 1438-2040.&lt;br /&gt;
*Polácek 1998: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998). ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
*Reinecke 1936: P. Reinecke, Karolingische Keramik aus dem östlichen Bayern. Germania 20, 1936, 198–202. ISSN: 0016-8874.&lt;br /&gt;
*Reschreiter 2001: J. Reschreiter, Versuche zu urgeschichtlicher Keramik. In: K. Grömer, K. Löcker, M. Mehofer (Hrsg.), Archäologie Österreichs 12 Sonderheft (Wien 2001) 22–26. ISSN: 1018-1857.&lt;br /&gt;
*Riedel 2000: G. Riedel, Ingoldesstat. Archäologische Untersuchungen zu Ingolstadt im Mittelalter. Beiträge zur Geschichte Ingolstadts (Ingolstadt 2000). ISBN 13: 978-3-92025-343-5. ISBN 10: 3-92025-343-4.&lt;br /&gt;
*Scharrer-Liška 2003: G. Scharrer-Liška, Die Entwicklung Hochmittelalterlicher Vorratsgefäße aus der Grafitkeramik im Gebiet des heutigen Ostösterreichs und der angrenzenden Gebiete. In: K. + Th. Kühtreiber (Hrsg.), Beiträge zur historischen Archäologie. Festschrift für Sabine Felgenhauer-Schmiedt zum 60. Geburtstag. Beiträge zur Mittelalterarchäologie in Österreich 6 (Wien 2003) 45–60. ISBN 10: 3-95008-514-9.&lt;br /&gt;
*Scharrer-Liška 2007: G. Scharrer-Liška, Die hochmittelalterliche Grafitkeramik in Mitteleuropa und ihr Beitrag zur Wirtschaftsgeschichte. Forschungsstand - Hypothesen - offene Fragen. Monographien des Römisch-Germanischen Zentralmuseums 68 (Mainz 2007). ISBN 13: 978-3-79541-857-1. ISBN 10: 3-79541-857-7.&lt;br /&gt;
*Schmid-Hecklau 2004: A. Schmid-Hecklau, Die archäologischen Ausgrabungen auf dem Burgberg in Meißen. In: J. Oexle (Hrsg.), Die Grabungen 1959-1963. Veröffentlichungen des Landesamtes für Archäologie im Landesmuseum für Vorgeschichte 43 (Dresden 2004). ISBN 13: 978-3-91000-859-5. ISBN 10: 3-91000-859-3.&lt;br /&gt;
*Schußmann 1997: M. Schußmann, Eine neuentdeckte Höhensiedlung der Hallstattzeit im südlichen Mittelfranken. Beitr. Arch. Mittelfranken 3, 1997, 97–108. ISSN: 1430-5461.&lt;br /&gt;
*Schreg 2015: R. Schreg, Eisentonkeramik aus Ulm und Geislingen – ein Zeugnis ulmischen Donauhandels. Blog Archaeologik (05.01.2015) &amp;lt;https://archaeologik.blogspot.com/2015/01/eisentonkeramik-aus-ulm-und-geislingen.html&amp;gt; [Stand 05.08.2019]. ISSN: 2197-7283.&lt;br /&gt;
*Staňa 1998: Č. Staňa, Die frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mittelmähren. In: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998) 87–125. ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
*Trebsche 2011: P. Trebsche, Eisenzeitliche Graphittonkeramik im mittleren Donauraum. In: K. Schmotz (Hrsg.), Vorträge des 29. Niederbayerischen Archäologentages (Leidorf 2011) 449–481. ISBN 13: 978-3-89646-240-4. ISSN: 1438-2040.&lt;br /&gt;
*van den Boom 1991: H. van den Boom, Großgefäße und Töpfe der Heuneburg. Heuneburgstudien VIII. Röm.-German. Forschung 51 (Mainz 1991). ISBN 10: 3-80531-190-7.&lt;br /&gt;
*v. Bomhard 1966: P. v. Bomhard, Das Münster Frauenchiemsee im Spiegel der kunstgeschichtlichen Forschung. In: V. Milojcic (Hrsg.), Bericht über die Ausgrabungen und Bauuntersuchungen in der Abtei Frauenwörth auf der Fraueninsel im Chiemsee 1961-1964. Bayerische Akademie der Wissenschaften. Philosophisch-historische Klasse. Abhandlungen. Neue Folge 65 (München 1966) 21–42. ISBN 13: 978-3-76960-060-5. ISBN 10: 3-76960-060-6.&lt;br /&gt;
*Wandling 1996: W. Wandling, Archäologische Untersuchungen im Burgstall von Untergriesbach, Lkr. Passau. In: K. Schmotz (Hrsg.), Vorträge des 14. Niederbayerischen Archäologentages (Deggendorf 1996) 211–224. ISBN 13: 978-3-89646-225-1. ISBN 10: 3-89646-225-3.&lt;br /&gt;
*Wandling 1997: W. Wandling, Ausgrabung im Burgstall von Untergrießbach, Lkr. Passau, Niederbayern. In: Das archäologische Jahr in Bayern 1996 (Stuttgart 1997) 166–168. ISBN 13: 978-3-80621-311-9.&lt;br /&gt;
*Wandling 2010: W. Wandling, Auf den Spuren der Burg Windberg. In: 1000 Jahre Windorf: Ein Erinnerungsbuch (Windorf 2010) 44–49. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Wandling 2017: W. Wandling, Ausgrabungen und Funde im Landkreis Passau 2013-2016. In: F.-R. Erkens, Passauer Jahrbuch. Beiträge zur Geschichte, Geographie und Kultur Ostbaierns LIX/2017 (Passau 2017) 351–379. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Weid 2000: E. Weid, Die Kleinfunde der mittelalterlichen Siedlung von Zuchering bei Ingolstadt. Arbeiten über die Archäologie Süddeutschlands 10 (Büchenbach 2000). ISBN 13: 978-3-93347-408-7.&lt;br /&gt;
*Wintergerst 1999: M. Wintergerst, Die Ausgrabung „Ledergasse 1“ in Regensburg. Eine formenkundliche Studie zur Keramik des 10. bis 13. Jahrhunderts in Bayern. Materialh. Arch. Mittelalter u. Neuzeit 4 (Rahden/Westf. 1999). ISBN 13: 978-3-89646-453-8. ISBN 10: 3-89646-453-1.&lt;br /&gt;
*Wolf 1971: H. Wolf, Eine frühmittelalterliche, latène- und hallstattzeitliche Kulturschicht unter der Stadtmauer von Cham. urn:nbn:de:bvb:355-ubr00031-0219-4. Universität Regensburg [Stand 22.08.2019]. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Zamelska 1998: K. Zamelska, Graphitkeramik in Polen – Chronologie und Verbreitung. In: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998) 33–36. ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[kategorie:Warenart]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>M. Rühle</name></author>
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&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
{{stub}}&lt;br /&gt;
Graphitkeramik ist ein Oberbegriff für verschiedene Waren, bei deren Herstellung oder Verzierung Graphit verwendet wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*graphitierte Keramik: mit einem Graphitüberzug bzw. einer Graphitbemalung&lt;br /&gt;
*[[Graphittonkeramik]]. Neben einer vor allem in Österreich sowie Böhmen und Mähren verbreiteten [[Graphittonware (Österreich, Böhmen und Mähren, FMa)]] gehören hierzu auch [[Graphittontiegel|graphitgemagerte Tiegel]] sowie die spätmittelalterliche/ frühneuzeitliche [[Eisentonkeramik]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einführung==&lt;br /&gt;
Graphitkeramik ist seit dem Neolithikum bekannt (Dostál 1998, 67), in der Bronzezeit belegt (Dell`Mour 2002, 84) und hat den ersten Höhepunkt ihres Vorkommens in der Eisenzeit – insbesondere in der Latènezeit. Um die Zeitenwende verliert sich ihre Spur. Im 8. Jh. erscheint sie im niederösterreichischen Donauraum erneut und wird im Verlauf des 9./10. Jh. dort und in den angrenzenden Gebieten, v.a. Mähren und Schlesien, bis ins 13. Jh. zeitweise zur bestimmenden Warenart (Mittelstraß 2007, 244; Felgenhauer-Schmiedt 1998, 201).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachweisbar ist mittelalterliche Graphitkeramik heute in Österreich, Polen, Tschechien, Slowenien, Ungarn und Deutschland (Scharrer-Liška 2003, 46). Der Forschungsstand in diesen Regionen ist sehr unterschiedlich. Während in Österreich und Tschechien bereits einiges an Forschungsarbeit geleistet wurde, hat die Graphitkeramik in den übrigen Regionen aus unterschiedlichen Gründen noch wenig Interesse erfahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Krenz Abb. 1 Graphit.jpg|400px|thumb|right|Abb. 1: Graphit (Lehrberger u.a. 2011, 325).]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Krenz Abb. 2 Graphitlagerstätten.jpg |400px|thumb|right|Abb. 2: Graphitlagerstätten Mitteleuropa (Scharrer-Liška 2017, 17).]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im deutschen Raum ist dies v.a. auf den Umstand zurückzuführen, dass mittelalterliche Graphitkeramik nach jetzigem Forschungsstand (fast) im gesamten Gebiet als reine Importkeramik bewertet werden muss, nur an wenigen Fundplätzen greifbar wird, dort meist nur in geringer Menge vorhanden ist und somit für die Auswertung des Keramikspektrums der jeweiligen Referenzkomplexe nur eine begrenzte Aussagekraft besitzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit vorliegender Arbeit wird ein erster Schritt unternommen, einerseits einen zusammenfassenden Forschungsstand darzustellen und andererseits über eine Kartierung der recherchierten süddeutschen Fundplätze eine Verbreitung dieser Keramikvariante in diesem Gebiet zu erfassen. Dies kann als Grundlage für die zukünftige Beantwortung der aufzuwerfenden Forschungsfragen dienen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gründe für die Verwendung des Minerals [[Graphit]] bei der Herstellung von Tongefäßen werden v.a. in den besonderen physikalisch-chemischen Eigenschaften gesucht, die der Graphitkeramik – speziell der Graphittonkeramik (d.h. mit Graphit gemagerter Keramik) – nach heutigem Wissensstand nachgewiesen werden können. Dazu zählen Hydrophobie (der ansonsten wasserdurchlässigen mittelalterlichen Irdenware), die erhöhte Wärmeleitfähigkeit, Temperaturwechselbeständigkeit sowie eine hohe Resistenz gegen Laugen und Säuren (Mittelstraß 2007, 236, Scharrer-Liška 2007, 150). Inwieweit diese Eigenschaften im Früh- und Hochmittelalter bereits bekannt waren, kann derzeit nicht beantwortet werden. Das Typenspektrum der Graphitkeramik im Hochmittelalter weist Formen auf, für die die besonderen Eigenschaften der Graphitkeramik keine Bedeutung hatten (Scharrer-Liška 2007, 150). Hier müssen Gründe wie Tradition und Gewohnheit, Stil, Nachahmung metallischer Gefäße und Prestige genauso in die Interpretation mit einbezogen werden wie mögliche brenntechnische Gründe (Scharrer-Liška 2007, 151). Erst ab dem Spätmittelalter nimmt das Formenspektrum dieser speziellen Keramik wieder ab und beschränkt sich auf Formen wie Kochgeschirr, Vorratsgefäße und Schmelztiegel. Spätestens ab diesem Zeitpunkt kann davon ausgegangen werden, dass die besonderen Eigenschaften der Graphitkeramik bekannt waren (Scharrer-Liška 2007, 150). Mit der im ausgehenden Spätmittelalter / der beginnenden Neuzeit aufkommenden Eisentonkeramik, einer speziellen Variante dieser Keramikart, setzt sich die Entwicklung der Graphitkeramik bis in die Neuzeit fort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Graphit ist ein metallisch glänzender Rohstoff, der auf natürliche Weise aus Faulschlamm unter der Einwirkung von hohem Druck und Temperatur entstand (Scharrer-Liška 2007, 14) (Abb. 1).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Lagerstätten von Graphit in Mitteleuropa sind stark begrenzt und beschränken sich v.a. auf die Böhmische Masse, einem geologisch alten Rumpfgebirge. Bekannte Fundstätten liegen im Bayerischen Wald und ziehen über Böhmen, den mährisch-schlesischen Raum, das Mühl- und Waldviertel, den Dunkelsteiner Wald bis in die Grauwackerzone der Steiermark und Kärntens in Österreich (Abb. 2). Unbedeutendere Lagerstätten befinden sich in Tirol (Scharrer-Liška 2007, 15; 2003, 45). Im deutschen Grenzgebiet ist der Passauer Raum, speziell die Region um das heutige Kropfmühl, für Graphitvorkommen bekannt. Bei der archäologischen Lagerstättenkartierung muss allerdings der Umstand beachtet werden, dass i.d.R. nur heutige abbauwürdige Vorkommen kartiert werden, kleinräumigere Vorkommen dagegen nicht bekannt sind oder in der Vergangenheit bereits ausgebeutet wurden und aus diesen Gründen nicht erfasst werden (Mittelstraß 2007, 244).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Forschungsgeschichte==&lt;br /&gt;
Außer in einem kurzen Zeitraum während des frühen 13. Jh., als nach Vermutung von T. Mittelstraß im Hinterland von Passau ein Produktionsstandort existiert haben könnte (Mittelstraß 2007, 251), muss nach jetzigem Forschungsstand mittelalterliche Graphitkeramik in Süddeutschland vom Früh- bis zum Ende des Spätmittelalters als reine Importkeramik, v.a. aus österreichischen und böhmisch-mährischen Gebieten, angesehen werden. Durch diesen Umstand bedingt, sind derartige Scherben in den meisten Fundkomplexen nur in sehr geringer Anzahl vorhanden und für die Auswertung der Keramikkomplexe oft zu unbedeutend in ihrer Aussagekraft. Entsprechend schmal ist die Publikationslage.&lt;br /&gt;
Grundlegend ist daher ein Artikel von T. Mittelstraß aus dem Jahr 2007 „Graphitkeramik des Mittelalters und der frühen Neuzeit in Altbayern. Ein Beitrag zum Beginn und zur Frühzeit der Obernzeller Produktion“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besser ist hier der Forschungsstand in Österreich, wo Graphitkeramik vom 8.–13. Jh. in viel stärkerem Ausmaß vorkommt und in bestimmten Gebieten in diesem Zeitraum zur vorherrschenden Keramikart wird. Hier sind v.a. die Arbeiten von S. Felgenhauer-Schmiedt, G. Scharrer-Liška und K. Kühtreiber zu nennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiteres wichtiges Herstellungs- und Verbreitungsgebiet der mittelalterlichen Graphitkeramik war die Region Mähren, die von B. Dostál und Č. Staňa bearbeitet wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Aussagekraft dieser Publikationen ist für die Region Süddeutschland hinsichtlich Verbreitung und Fundaufkommen allerdings begrenzt und besitzt in erster Linie für wirtschaftsgeschichtlich-archäologische Fragestellungen Relevanz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verbreitung==&lt;br /&gt;
[[Datei:Krenz Abb. 3 GK Rauer Kulm.jpg|400px|thumb|right|Abb. 3: Graphittonware Rauher Kulm (Zeichnung und Bearbeitung: H. Losert, unpubliziert).]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Krenz Abb. 4 Verteilung a reduziert3.jpg|400px|thumb|right|Abb. 4: Verbreitungskarte Graphitkeramik (ohne Grauschwarz hartgebrannte Drehscheibenware). Die Nummern entsprechen den Nummern der Referenzkomplextabelle. Kartierung: J. Krenz. Graphische Umsetzung: F. Griessel.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Krenz Abb. 5 Eisentonkeramik Schustergasse.jpg|200px|thumb|right|Abb. 5: Eisentonkeramik Passau Schustergasse (Böhmer 2015, 81).]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das erneute Aufkommen der Graphitkeramik im Mittelalter nahm nach bisherigem Forschungsstand seinen Anfang in Österreich. Dort ist sie in wiederbesiedelten antiken Orten in den entsprechenden nachrömischen Schichten archäologisch im ausgehenden 8. Jh. nachweisbar, so in Tulln, Mautern und Wien. Sicher zu belegen ist die weitere Verbreitung im 9. Jh. im niederösterreichischen Donauraum. Von dort greift die Graphitkeramik im späten 9. und beginnenden 10. Jh. nach Mähren und die Gebiete nördlich, östlich und westlich davon aus (Felgenhauer-Schmiedt 1998, 200).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Mähren ist Graphitkeramik v.a. auf slawischen Burgen dokumentiert. Beispiele hierfür bilden der Burgwall Staře Zámsky bei Brno-Lišeň (ab frühem 10. Jh.), Zelená Hora (Anfänge im 10. Jh., stark vertreten im 11.–13. Jh.) und die Burg Přerov (ab 10. Jh.) (Staňa 1998, 88–114).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im heutigen Polen erreichte die Graphitkeramik ihre stärkste Verbreitung im 12./13. Jh., älteste Gefäße können aber bereits in Opole im 9./10. Jh. nachgewiesen werden (Zamelska 1998, 33). In schlesischen Gebieten finden sich Graphitgefäße z.B. in Chotěbuz-Podobora, Hradec nad Moravici und Stavenice ebenfalls ab der Mitte des 10. Jh. Im 11./12. Jh. steigt hier die Beliebtheit von Graphitkeramik in solchem Maße, dass alle Formen der Keramik mit Graphitmagerung hergestellt wurden und sie auf fast allen Fundstellenarten, auf befestigten Plätzen, in dörflichen Ortschaften, in Gräbern und Städten auftritt (Kouřil 1998, 39 ff.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In böhmischen Fundkomplexen wird Graphitkeramik eher selten geborgen. Dort nahm sie sowohl im Früh- als auch im Hochmittelalter nirgends eine dominierende Stellung ein. Erst ab dem 13. Jh. ist sie im Siedlungsmaterial in nennenswertem Umfang nachweisbar, scheint allerdings bereits im 14. Jh. keine Rolle mehr zu spielen (Mittelstraß 2007, 249).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im heutigen Deutschland ist mittelalterliche Graphitkeramik nach neuestem Forschungsstand sehr früh belegt. Mit dem Kastell Boiotro in [[Passau]] (Altjohann 2012, 92) und dem Rauhen Kulm (Freundlicher Hinweis PD. Dr. H. Losert, unpubliziert) bei Neustadt am Kulm sind Fundplätze verbürgt, deren Material bereits ins 8./9. Jh. datiert (Abb. 3). Falls es sich um Import handelt, kann als Herstellungsgebiet allein der niederösterreichische Raum in Frage kommen. Dies setzt einen intensiven Handelsaustausch mit dieser Region zu einem sehr frühen Zeitpunkt voraus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Graphitkeramik der Abtei [[Frauenwörth]] (Chiemsee) (Mittelstraß 2007, 257) und aus der Grabung am Donaumarkt in [[Regensburg]] (Freundlicher Hinweis I. Nießen) liegt Fundmaterial aus dem 9./10.–12. Jh. vor. Der Großteil der weiteren Fundplätze in Süddeutschland zeigt Material mit Datierungen zwischen dem 10.–13. Jh. Als westlichster Punkt von Graphitkeramik muss derzeit ein Fund von zwei Graphittonscherben vom nordwestlichen burgnahen Hangbereich des Schlosses Pappenheim im Lkr. Weißenburg-Gunzenhausen gewertet werden (Freundlicher Hinweis PD Dr. phil. habil. Schußmann: Scherbe Nr. 1 wurde zunächst als latènezeitlich publiziert – Schußmann 1997, 108, mit dem Fund einer – später gefundenen – passenden Randscherbe als mittelalterliches Fundgut des 11./12. Jh. n. Chr. identifiziert).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Betrachtung der Verbreitungskarte (die allerdings einen temporären Forschungsstand darstellt) zeigt eine Abnahme der Funddichte Richtung Westen in Relation zu den Graphitlagerstätten (Abb. 4).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die spätmittelalterliche/frühneuzeitliche [[Eisentonkeramik]] (Abb. 5) gelangte bedeutend weiter westlich und wartet mit Fundstätten in [[Ulm]] und Geislingen auf (Schreg, Blog Archaeologik 05.01.2015). Nachweisbar ist sie auch im Gebiet um Passau (Endres 1998, Mittelstraß 2007, Böhmer 2015), in Bad Aibling (Mittelstraß 2007), Regensburg (Wintergerst 1999), Murnau (Mittelstraß 1994) und auf der Saldenburg (Endres 1994). Irritierend ist hier allerdings die Fundarmut dieses Materials zwischen dem östlichsten und westlichsten bekannten Verbreitungspunkt in Deutschland. (Als weiterer Fundplatz kann lt. Zeichnungen und Beschreibungen die Abtei Frauenwörth in Chiemsee angenommen werden [Hänsel 1966, Tafeln 4.10 und 5.18].)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das massenhafte Auftreten &amp;quot;graphitengobierter&amp;quot; Scherben als Oberflächenfunde auf den Burgen des 12./13.–15. Jh. der Schwäbischen Alb, wo diese Ware unter der Bezeichnung „grauschwarz hart gebrannte Drehscheibenware“ firmiert (Bizer 2006), will sich nicht so recht in das bisher bestehende Muster einpassen lassen. Mit Masse dürfte es sich hier um fein polierte Keramik handeln, die an die [[Polierte jüngere graue Drehscheibenware (Ulmer Raum, SMa)|polierte jüngere graue Drehscheibenware]] des benachbarten Ulmer Raums erinnert und wohl dort anzugliedenr ist, aber keinen Graphit enthält.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In welcher Form Graphitton verhandelt wurde, ist nicht gesichert. Denkbare Alternativen wären der Handel mit fertigen Gefäßen, mit Graphitton als Rohmaterial oder mit Rohgraphit (Scharrer-Liška 2003, 46). An Fundplätzen, an denen nur vereinzelte Scherben in einem ansonsten andersgearteten Keramikspektrum auftreten, ist zudem die Möglichkeit zu bedenken, dass Graphitgefäße als reine Transportgefäße für Waren, bei denen die hydrophobe Eigenschaft des Transportgefäßes eine wichtige Rolle spielte (z.B. Salz), zufällig vor Ort gelangten. Dies könnte auf den Burgstall Warberg bei Neunburg vorm Wald, den Burgberg in Meißen oder die [[Oberwittelsbach, Burg Wittelsbach|Burg Wittelsbach]] zutreffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warenart(en)==&lt;br /&gt;
Der Umgang mit dem Begriff der „[[Warenart]](en)“ ist in der Keramikforschung insofern problematisch, als dass er im deutschsprachigen Raum mit verschiedenen Inhalten belegt wird. U. Gross steht stellvertretend für eine Forschungsrichtung, die unter „Warenart“ Keramikgruppen fasst, die formale und technische Merkmale in sich vereinen. G. Scharrer-Liška als wichtige Vertreterin der hier behandelten Keramik versteht unter „Warenart“ Keramikgruppen gleichen Materials und Herstellungstechnik ([[Materialgruppe]]n), die formale Kriterien vorerst als irrelevant definiert, da die meisten Formen – je nach Zeitstellung – in sehr unterschiedlichen Warengruppen auftreten können (Scharrer-Liška 2007, 76).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für den süddeutschen Raum wurden bislang nur wenige Versuche unternommen, die mittelalterliche Graphitkeramik zu untergliedern. Als frühestes Beispiel kann B. Hänsel angeführt werden, der bei der Bearbeitung des Fundplatzes Abtei [[Frauenwörth]] (Chiemsee) die Graphitkeramik in drei Unterklassen (D 1–3) unterteilt (Abb. 6) (Hänsel 1966, 177). Da bei seiner Unterteilung auch latènezeitliches Material Eingang findet, des Weiteren die Datierung durch den frühen Zeitpunkt der Bearbeitung des Fundkomplexes (1966) ungewiss erscheint, eignet sich diese Warenartuntergliederung nur bedingt. Ein weiteres Modell der Untergliederung liefern B. Engelhardt und R. Pleyer bei ihrer Bearbeitung des Burgstalls Saunstein (Engelhardt/Pleyer 1986, 71). Sie unterscheiden die drei „Macharten“ A – C. Dabei ist allerdings nur Machart B sicher als Graphitkeramik zu identifizieren, Machart A und C beinhalten sowohl Graphitkeramik als auch Keramik mit Glimmer- und [[Goldglimmer]]magerung. Auch dieses Modell greift in seiner Einteilung zu kurz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Abb. 6: Warenarten nach Hänsel 1966, 177 ff.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Warenart/Eigenschaften&lt;br /&gt;
! D1&lt;br /&gt;
! D2&lt;br /&gt;
! D3&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Graphitanteil&lt;br /&gt;
| sehr hoch&lt;br /&gt;
| weniger Graphit als D1&lt;br /&gt;
| ziemlich hoch&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Magerung&lt;br /&gt;
| fein, bisweilen gröber&lt;br /&gt;
| fein, wenig körnige Magerungszusätze&lt;br /&gt;
| fein&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Brand&lt;br /&gt;
| nicht besonders hart&lt;br /&gt;
| mittelhart&lt;br /&gt;
| hart&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Bruch&lt;br /&gt;
| schwärzlich-silbern&lt;br /&gt;
| -----&lt;br /&gt;
| -----&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Oberfläche&lt;br /&gt;
| schwärzlich-silbern, manchmal rötlichbraun&lt;br /&gt;
| silbrig-schwarz&lt;br /&gt;
| porös, silbrig bis grau&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Zeitstellung&lt;br /&gt;
| wahrscheinlich – wenigstens teilweise Latènezeit&lt;br /&gt;
| Mittelalter?&lt;br /&gt;
| Mittelalter?&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Gefäßform&lt;br /&gt;
| weitmundige Töpfe mit kurz einschwingender Halszone und hoher Randlippe; bauchige Töpfe mit Trichterhals; große, flache Schalen mit sehr breitem Rand&lt;br /&gt;
| bauchiges Gefäß mit abgesetzter, steiler Schulterzone und abgewinkeltem, flachen Trichterhals; Bodenstücke eines Gefäßes mit flach ansteigender Wandung; Gussform für Perlen&lt;br /&gt;
| hohe Gefäße mit verdicktem und nach unten gebogenem Rand; Bodenscherben von steilen Gefäßen; Bodenscherben von bauchigen Gefäßen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Verzierung&lt;br /&gt;
| eng gestellte und tief eingeschnittene senkrechte Rillen auf Gefäßkörper; Rillen in Furchentechnik auf dem Hals der Schale&lt;br /&gt;
| häufig flache Wellenlinienmuster mit breiter Ritztechnik; breite waagerechte Rillen&lt;br /&gt;
| keine bekannt; 1 Abdruck eines Kreuzes als Töpfermarke&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
G. Scharrer-Liška bietet ein Modell der Warenarten ihres Bearbeitungsgebietes (Niederösterreich) an, in welchem sie sieben Warengruppen definiert, von denen Warenarten 1–3 verschiedene Formen der Graphitkeramik aufnehmen (Scharrer-Liška 2007, 76).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Abb. 7: Warenarten nach Huber u.a. 2003, 46.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;width:10em;&amp;quot; | Waren-/Keramikart 1&lt;br /&gt;
| Graphitkeramik (reduzierend gebrannt, sehr  hoher Graphitanteil)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Waren-/Keramikart 2&lt;br /&gt;
| „Ummäntelte“ Graphitkeramik (keine tatsächliche Ummäntelung mit Tonschlicker, wie in älterer Literatur oft angegeben, sondern Wechselbrand, bei dem sekundär unter oxidierender Atmosphäre der Graphit verbrannt wurde und dadurch die Oberfläche, im Gegensatz zum grauen Kern, braune bis rötlich-orange Farbe erhielt)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Waren-/Keramikart 3&lt;br /&gt;
| Stark glimmerhaltige Graphitkeramik (reduzierend gebrannt)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Waren-/Keramikart 4&lt;br /&gt;
| „Eisentonware“ (spätmittelalterliche, reduzierend gebrannte, gering bis mittelstark graphitgemagerte Keramik)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Waren-/Keramikart 5&lt;br /&gt;
| „Grautonware“ (reduzierend gebrannte Irdenware, vor allem steinchengemagert)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Waren-/Keramikart 6&lt;br /&gt;
| Wechselhaft gebrannte Irdenware&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Waren-/Keramikart 7&lt;br /&gt;
| Oxidierend gebrannte Irdenware&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Waren-/Keramikart 8&lt;br /&gt;
| Bleiglasierte Irdenware&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer Publikation von E. H. Huber/K. Kühtreiber/G. Scharrer aus dem Jahr 2003 tritt als Warenart 4 noch die Eisentonkeramik hinzu (Abb. 7) (Huber/Kühtreiber/Scharrer, 2003, 46).&lt;br /&gt;
Ein weiteres System wurde von K. Kühtreiber 2006 publiziert, in welchem sie Graphitkeramik wiederum als EINE Warenart definiert, als primäres Unterscheidungskriterium die Stärke der Magerung wählt und dieser den Brand als Differenzierungsmerkmal unterordnet (Kühtreiber 2006, 96).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den benannten Beispielen wird ein grundsätzliches Problem bei der Erfassung der Graphitkeramik deutlich. Während in Deutschland Graphitkeramik als EINE Warenart definiert wird, die über formale Kriterien weiter untergliedert wird, versteht man im österreichischen Raum Graphitkeramik als Oberbegriff, die existierenden Varianten nach der Definition von G. Scharrer-Liška als eigene Warenarten (außer im System von K. Kühtreiber). Diese kommunikative Unschärfe erschwert die Parallelisierung von Systematisierungssystemen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allen diesen Modellen ist gemeinsam, dass sie sich auf einen konkreten Fundplatz oder ein territorial begrenztes Gebiet beziehen und somit den Rahmen für die Untergliederung sehr eng abstecken. Eine eigene, unabhängige Untergliederung für das süddeutsche Fundgut als fast ausschließlichen Import ignoriert die Herkunft und die damit verbundenen Interpretationsmöglichkeiten. Um die mit der Graphitkeramik in Zusammenhang stehenden Fragestellungen beantworten zu können, erscheint ein Denken in größeren Zusammenhängen sinnvoll. Nötig wäre hier eine – nur der Graphitkeramik in allen ihren Ausprägungen vorbehaltene – Warenartgliederung, die sowohl archäometrische als auch formale Kriterien beinhaltet, sich länderübergreifend auf die Herstellungsregionen stützt und so die Chance bietet, das in den Importregionen zu Tage getretene Fundgut zeitlich und räumlich einzuhängen. Damit wären die Voraussetzungen zur Beantwortung vieler archäologischer Fragen rund um diese Form der Keramik geschaffen. Da diese überregionalen Gliederungen für die Herstellungsgebiete noch fehlen, muss dies zukünftigen Generationen überlassen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Varianten==&lt;br /&gt;
Graphit wurde in unterschiedlicher Weise eingesetzt, um dem Ton von Gefäßen eine höhere Funktionalität, den Gefäßen selbst ein höheres Prestige oder einen gesteigerten Marktwert zu verleihen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Übereinstimmung mit T. Mittelstraß (Mittelstraß 2007, 235 mit Anm. 1) und G. Scharrer-Liška (Scharrer-Liška 2003, mit Anm. 1) wird hier der Begriff „Graphitkeramik“ verwendet und darunter jede Form von mit Graphit behandeltem Ton verstanden. Der in der Literatur oft synonym verwendete Begriff Graphittonkeramik bleibt ausschließlich der mit Graphit gemagerten Keramik vorbehalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Graphittonkeramik]]&lt;br /&gt;
*[[Graphitengobierte Keramik]]&lt;br /&gt;
*[[Graphitierte Keramik]]&lt;br /&gt;
*[[Ummäntelte Graphittonkeramik]]&lt;br /&gt;
*[[Keramik mit Graphitbemalung]]&lt;br /&gt;
*[[Eisentonkeramik]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Formen==&lt;br /&gt;
[[Datei:Krenz Abb. 14 Entwicklung Topfformen.png|200px|thumb|right|Abb. 14: Entwicklung graphithaltiger Topfformen in Österreich (Scharrer-Liška 2007, 37).]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die keramischen Formen der Graphitkeramik entwickeln sich im Früh- und Hochmittelalter zunächst analog der Formen der graphitfreien Keramik. Das keramische Spektrum ist in dieser Periode sehr eingeschränkt und erstreckt sich fast ausschließlich auf Töpfe, vereinzelt auch Backteller (Abb. 14).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Sonderformen von Töpfen können in Österreich ab dem 11. Jh. speziell gestaltete Vorratsgefäße identifiziert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Beginn des Hochmittelalters erweitert sich das Formenspektrum auf Deckel, Pfannen und Schüsseln, ab dem 12. Jh. kommen Bügelkannen und ab dem 13. Jh. Krüge und Aquamanile hinzu (Scharrer-Liška 2003, 8) (Abb. 8). Dies lässt sich mit der Differenzierung der sozialen Gepflogenheiten, d.h. von Haushalts- und Tischsittengestaltung parallelisieren, die vom südwestlichen und südlichen Deutschland (vermutlich durch den von hier ausgehenden Landesausbau) in den österreichischen Donauraum wirkt (Scharrer-Liška 2007, 34). Erst im ausgehenden Spätmittelalter und v.a. mit dem Aufkommen der Eisentonkeramik minimiert sich das Formenspektrum der Graphitkeramik und beschränkt sich auf Töpfe, Vorratsgefäße, Schmelztiegel, technische Keramik und Kacheln, für die die besonderen Eigenschaften der Graphitkeramik von bedeutendem Vorteil waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine gegenläufige Entwicklung nimmt die graphitengobierte grauschwarz hartgebrannte Drehscheibenware. Ihr Typenspektrum erweitert sich im Spätmittelalter enorm und weist neben den weiterhin dominierenden Töpfen auch Kannen, Flaschen, Dreifußgefäße, Schüsseln, Lampenschälchen, verschiedene Deckelformen und kugelförmige Becher auf (Bizer 2006, 50 f.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verzierungen==&lt;br /&gt;
Grundsätzlich folgte auch die Verzierung der Graphitkeramik den Entwicklungen, die graphitfreie Keramik im Mittelalter nahm. Im Frühmittelalter, teilweise auch im Hochmittelalter, scheinen die Gefäße üppiger verziert als in späteren Zeiten. Als vorherrschende Verzierungen der frühen Periode können Wellenlinien, Wellenbänder, Einstichmuster und horizontal umlaufende Dekore identifiziert werden (Abb. 16). Diese werden später durch horizontal umlaufende Linien oder Linienbänder abgelöst, von Dekoren also, die durch das Aufkommen der Töpferscheibe wahrscheinlicher werden. Spätestens mit dem städtischen Handwerk, das bereits einer vorindustriellen Herstellung glich, wurden Verzierungen scheinbar nur dann angebracht, wenn es der Herstellungsprozess erlaubte (Scharrer-Liška 2007, 23).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verzierungen des Fundmaterials aus Süddeutschland zeigen eine kongruente Entwicklung. Als früheste Muster treten Wellenlinien verschiedenster Ausprägungen, z.T. zwischen umlaufenden Rillen, Schrägkerben- und Tupfenreihen, innenverzierte Ränder, Bodenmarken bzw. Töpferzeichen in Form von Kreuzen sowie im Hochmittelalter breite Gurtbänder auf Vorratsgefäßen auf. Eisentonwaren zeichnen sich regelhaft durch Stempelmarkierungen sowie Rillen/Riefen unter dem Rand aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Herstellungstechnik==&lt;br /&gt;
Die Herstellung von Graphitkeramik im Mittelalter erfolgte zunächst analog der Herstellung anderer Warenarten. Der Töpfer musste den Ton aufbereiten. Dazu wurde der Rohstoff der Witterung ausgesetzt, das sogenannte Wintern, Wettern oder Einsumpfen setzte ein. Danach erfolgte das Schlemmen des Tones, Verunreinigungen und überflüssiges Wasser wurden entfernt. Das anschließende Kneten minimierte mögliche Luftblasen und erhöhte die Bearbeitbarkeit des Tones (Felgenhauer-Schmiedt, o. J., 35). Die Magerung eines Tones mit Graphit ist mit einigen zusätzlichen Arbeitsschritten und Herausforderungen verbunden. Ein natürlicher hoher Graphitgehalt oder starker künstlicher Graphitzuschlag im Ton verringern dessen Plastizität, weshalb es schwierig ist, mit diesem Ton dünnwandig zu arbeiten. Dies wird als Grund angeführt, dass insbesondere die frühen, stark graphithaltigen Gefäße ein eher archaisches Aussehen hatten und als plumpere Varianten der graphitfreien Gefäße galten. Erst mit dem Aufkommen von Drehhilfen und Tonen, die tendenziell immer weniger Graphit enthielten, ist eine Verfeinerung des Bildes der Graphitkeramik zu beobachten (Mittelstraß 2007, 236, Scharrer-Liška 2007, 21 f.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund seiner hydrophoben Eigenschaften ist Graphit im feuchten Zustand nur schwer mit dem Ton zu vermischen. Um eine gleichmäßige Textur des Tones zu erreichen, werden zwei mögliche Varianten der Herstellung diskutiert. Eine Möglichkeit stellt die Vermischung unter starkem körperlichem Einsatz durch das Abtreten mit den Füßen dar. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, sowohl Ton als auch Graphit zunächst zu trocknen, zu zerreiben, wieder zu vermischen und mit Wasser zu versetzen (Scharrer-Liška 2007, 21). Im Frühmittelalter sprechen Dickwandigkeit der Gefäße, unregelmäßige Formgebung und senkrechte Verstreichspuren an den inneren Gefäßwänden für einen Handaufbau. Im Hochmittelalter liefert das Vorhandensein von Bodenmarken und Quellböden Hinweise auf die Verwendung von handgetriebenen Drehhilfen (Scharrer-Liška 2007, 21 ff.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor dem Brennen des Tones wurden Einstiche oder Schnitte in die dickeren Teile des Gefäßes eingebracht, um eine schnellere und gleichmäßigere Trocknung des Tones zu erreichen und das Risiko des Reißens während des Brennvorgangs zu minimieren. Graphit oxidiert bei Sauerstoffzufuhr bei 400–500°C und verbrennt bei 700–1000°C, unter reduzierenden Bedingungen setzt diese Reaktion erst bei ca. 3.500°C ein. Die Brennatmosphäre wurde entsprechend entweder reduzierend gestaltet oder die Gefäße wurden bei sehr niedrigen oxidierenden Temperaturen gebrannt (Scharrer-Liška 2007, 25). Für die unter reduzierenden Bedingungen hergestellte frühmittelalterliche Graphitware von Thunau am Kamp in Niederösterreich konnte mittels mikroskopischer Untersuchungen festgestellt werden, dass der Brenntemperaturbereich zwischen 700–900°C lag (Dell’Mour 2002, 91).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verbesserung der Brenntechnik vom Früh- zum Hochmittelalter ermöglichte in Niederösterreich dann das Aufkommen der Ummäntelten Graphittonkeramik (Scharrer-Liška 2007, 25).&lt;br /&gt;
Bei der Herstellung engobierter Graphitkeramik wurde auf ein graphitfreies, lederhartes Gefäß vor dem Brand eine Graphitengobe aufgebracht. Diese Engobe war vermutlich eine Mischung aus geschlämmtem Ton und Graphitbrei. Das Auftragen erfolgte mit einem Tuch oder Leder, Begießen oder Tauchen kamen, wie experimentalarchäologische Versuche zeigten, eher nicht in Betracht, da sich wegen der Saugfähigkeit des lederharten Materials eine zu dicke Engobeschicht bildet, die zu Blasenbildung und Abplatzungen neigt (Böhmer 2008, 146). Der Brand graphitengobierter Waren setzte ab der mittleren Brennphase einen kontrollierten Reduktionsbrand voraus. Beim Nachheizen musste der zugeführte Sauerstoff vollkommen im Feuerraum verbrennen und durfte nicht an die Ware gelangen, um den Graphit an der Oberfläche zu halten (Böhmer, 2008, 149).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Graphitierung der Keramik erfolgte erst nach dem Brand der Gefäße. Dazu wurde das Keramikobjekt mit Graphitstaub eingerieben. Eventuell erfolgte ein kurzer Stabilisierungsbrand (Mittelstraß 2007, 242).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Scherbenbeschaffenheit==&lt;br /&gt;
Die Scherbenbeschaffenheit, d.h. Merkmale wie Magerungsdichte, Magerungsgröße, Härte, Farbe, Beschaffenheit der Oberfläche, Brandatmosphäre, Wandstärke und Porosität variieren innerhalb der verschiedenen Ausprägungen der Graphitkeramik und deren zeitlichen, örtlichen und technischen Modifikationen derart stark, dass sie hier nicht zusammengefasst werden können. Erschwerend kommt hinzu, dass einheitliche Merkmale in der Literatur zu den süddeutschen Fundkomplexen nur z.T. publiziert wurden, so dass sich aufgrund des begrenzten Informationsstandes Aussagen verbieten. Generell scheint sich bei den frühen Formen aber abzuzeichnen, dass Graphitkeramik im Vergleich zur sonstigen mittelalterlichen Keramik deutlich weicher gebrannt ist. Wenn benannt, erreicht die Keramik selten mehr als den Härtegrad „2“ nach Mohs. Auch ist beim süddeutschen Fundgut meist von einer reduzierenden Brandführung auszugehen. Dies ist allerdings in den Kontext eines fehlenden Forschungsstandes zu anderen Varianten der Graphitkeramik im süddeutschen Raum zu stellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als abweichende Ausnahmeerscheinung treten wieder die Oberflächenfunde aus den Burgen der Schwäbischen Alb auf. Diese Art der engobierten Graphitkeramik ist hart bis sehr hart gebrannt, im Bruch einheitlich grau bis mittelgrau und gleichförmig dunkel bis schwarzgrau auf der Oberfläche (Bizer 2006, 50).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Sozialer Kontext==&lt;br /&gt;
Graphitkeramik tritt im gesamten Verbreitungsgebiet sowohl im dörflichen Raum als auch in aufkommenden städtischen Siedlungen und auf Burgen auf. Beim Siedlungstyp der Burgen ist – wie im österreichischen Raum – in Süddeutschland keine Einheitlichkeit zu verzeichnen. Auf manchen Burgen ist Graphitkeramik nachweisbar, an anderen Fundplätzen fehlt sie im Fundgut. G. Scharrer-Liška sieht hierin einen Hinweis auf unterschiedliche Funktionen oder Nutzungsweisen der Burgen (ländliches Gehöft oder adeliges Milieu) (Scharrer-Liška 2007, 74).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Graphitgemagerte Vorratsgefäße scheinen sich im österreichischen Verbreitungsgebiet vorwiegend im ländlich-dörflichen Bereich, aber auch in Siedlungen fassen zu lassen, die sich später zu Städten entwickelten (Scharrer-Liška 2007, 74). Für Süddeutschland sind aufgrund der geringen Funddichte keine eindeutigen Aussagen zu treffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Generell scheint es bis zum Ende des Hochmittelalters zwischen sozialen Schichten so gut wie keine Unterschiede bei der Verwendung von Graphitkeramik gegeben zu haben, zumindest sind in Gebieten mit besserem Forschungsstand durchwegs überall gleiche Formen und gleiche Wertschätzung zu verzeichnen. Erst im Spätmittelalter ist eine gewisse Differenzierung hinsichtlich Qualität und Anteile verschiedener Formen im städtischen und ländlichen Milieu greifbar (Scharrer-Liška 2007, 74).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wertschätzung, die Graphitkeramik erhalten hat, ist sicherlich an den Reparaturspuren ablesbar. Trotz des geringen Fundaufkommens sind für Süddeutschland diese Flickungen für mindestens drei Fundkomplexe sicher belegt, den Rauhen Kulm und die Burgen Wittelsbach und Sulzbach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Forschungsfragen==&lt;br /&gt;
Graphit als lagerstättenbedingt begrenzt vorkommendes Mineral in Verbindung mit Graphitkeramik als weit verhandeltem archäologischen Fundgut bietet der Forschung ein breites Feld von Fragen (Kouřil 1998, 38, Bogusław 1938, 18).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fragenkomplex zum Material&lt;br /&gt;
*Gründe für die Nutzung von Graphit als Magerungsbestandteil&lt;br /&gt;
*Bestimmung der Funktion der Gefäße&lt;br /&gt;
*Herstellungs- und Produktionstechnik der Keramik, Brennverfahren, Aussagen über technische Weiterentwicklungen im Töpferhandwerk&lt;br /&gt;
*Naturwissenschaftliche Untersuchungen hinsichtlich der Beziehung von Magerungsanteil des Graphits, Magerungsgröße der Graphitpartikel und den physikalischen Eigenschaften der Gefäße&lt;br /&gt;
*Einfluss von sekundären Formationsprozessen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Chronologische Fragestellungen&lt;br /&gt;
*Beginn der Graphitkeramikproduktion in den verschiedenen Regionen und ihre Fortentwicklung im Hoch- und Spätmittelalter&lt;br /&gt;
*Datierung der verschiedenen Formen und Warenuntergruppen&lt;br /&gt;
*Import- und/oder Kreuzdatierung für Fundplätze in Importregionen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Typologische und morphologische Fragestellungen (Kouřil 1998, 38)&lt;br /&gt;
*Randformen, Gefäßformen, typologische Reihen&lt;br /&gt;
*Tektonik der Gefäße&lt;br /&gt;
*Bearbeitung der Oberfläche, Verzierungen, Dekor, Markenzeichen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wirtschaftsgeschichtliche Fragestellungen&lt;br /&gt;
*Provenienz der Tone und des Graphits&lt;br /&gt;
*Transportwege, Handelsrouten, Richtungen und Weisen des Vertriebs (Gefäße, Ton, Graphit als Rohstoff?)&lt;br /&gt;
*Organisation des Töpferhandwerks (grundherrschaftlich, regional)&lt;br /&gt;
*Identifikation von Töpfermanufakturen und Absatzmärkten&lt;br /&gt;
*Beobachtungen von Veränderungen und Rückschlüsse auf gesellschaftliche Umbrüche&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Soziale Fragestellungen&lt;br /&gt;
*Sozialer Kontext, Informationen zum Arbeits- und Alltagsleben der Nutzer und Hersteller&lt;br /&gt;
*Definition von sozialen Kontakträumen&lt;br /&gt;
*Aussagen hinsichtlich gesellschaftlicher Stellung von Bevölkerungsschichten sowie entsprechender sozialer Strukturveränderungen&lt;br /&gt;
*Aussagen zur „Wertigkeit“ bestimmter Merkmale der Keramik und Rückschlüsse auf dahinterstehende soziale, psychologische und identitätsstiftende Wahrnehmungs-, Denkmuster und Bedeutungsebenen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Naturwissenschaftliche Analysen==&lt;br /&gt;
Bisher wurden erst wenige wissenschaftliche Analysen an Graphitkeramik durchgeführt, die sich auf die Warenart als Solche beziehen. Als umfassendste kann die Untersuchung von G. Duma und C. Ravasz „Graphithaltige Gefäße aus Österreichs Mittelalter“ (1976) benannt werden, in der verschiedene Aspekte im Zusammenhang mit dieser Keramikart untersucht wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein wesentliches Element bei der wissenschaftlichen Erforschung der Graphitkeramik ist die Bestimmung ihrer physikalischen und chemischen Eigenschaften, d.h. die Untersuchung der Rolle des intentionell in den Ton beigegebenen Graphits bzw. der bewussten Nutzung von Graphiterde – einem natürlichen Verwitterungsprodukt in Regionen des Vorkommens von Graphit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Testserie bei Duma/Ravasz (Duma/Ravasz 1976, 234 ff.) wurden vier Graphittonproben auf der Basis gleichartigen Tons mit jeweils 5%, 10%, 20% und 40% feingekörntem Naturgraphit gemagert (bei 84% Kohlenstoffgehalt des Graphits ergab dies Proben mit 4,2%, 8,4%, 16,8% und 33,6% Kohlenstoff) und bei 900°C reduzierend gebrannt. Für einen 15 mm dicken Scherben wurden folgende Ergebnisse erzielt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hydrophobie: Bei den Testserien wurde festgestellt, dass die Probe mit 16,8% reiner Graphitmagerung kein Wasser mehr aufnahm, sowohl die Oberfläche als auch die Gesamtmenge des Scherbens als hydrophob gelten konnte. Diese Eigenschaft nahm kontinuierlich mit abnehmenden Graphitgehalt ab. In der Konsequenz bedeutet dies, dass zwischen einer Graphitmagerung von 8,4% und 16,8% die Irdenware eine Wasserundurchlässigkeit erreicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wärmeleitfähigkeit: Hierfür wurde die Probe mit 16,8% Graphitmagerung sowie ein gleichwertiger 15 mm dicker graphitfreier Scherben hinsichtlich der Frage untersucht, welcher Zeitraum nötig ist, sowohl Innen- als auch Außenseite eines Gefäßes auf eine Temperatur von 105°C zu erhitzen. Während für das graphitfreie Gefäß hierfür 17 min nötig waren, erreichte das mit 16,8% graphitgemagerte Gefäß diese Temperatur nach 9,5 min.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Temperaturwechselbeständigkeit: Die Wärmeausdehnung des Scherbens (Dilatation) nimmt infolge des Graphitgehaltes ab, bereits beträchtlich bei einer Magerung mit 16,8% Graphit, wodurch das Gefäß eine deutlich höhere Widerstandsfähigkeit gegen Temperaturschwankungen entwickelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Gefäße mit einer Graphitengobierung eines ansonsten graphitfreien Tones die Eigenschaften von graphithaltigen Tongefäßen nicht aufweisen können (Duma/Ravasz 1976, 236).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Untersuchung von G. Duma/R. Ravasz wurden weitere Ergebnisse formuliert, die eine breitere Diskussionsbasis für offene Forschungsfragen hinsichtlich der süddeutschen Graphitkeramik schaffen:&lt;br /&gt;
*Eine naturwissenschaftliche Untersuchung von vier österreichischen und drei ungarischen Proben, die aufgrund ihrer äußeren Merkmale als „identische Wiener Gefäße“ archäologisch angesprochen wurden, ergab keine Herkunft aus den gleichen Gebieten. Die archäologische Bestimmung der drei ungarischen Proben konnte mit Recht angezweifelt werden (Duma/Ravasz 1976, 228). Graphitkeramik aus Süddeutschland wird fast ausschließlich als Importware definiert. Aufgrund der Tonbeschaffenheit und formaler Kriterien der Scherben werden Bezüge zu möglichen Herstellungszentren und daraus resultierend Thesen zu Handelbeziehungen, sozialen Kontakträumen und grundherrschaftlicher Durchdringung formuliert. Das Ergebnis der Untersuchung zeigt die Notwendigkeit für ein Bewusstsein über derartige Fehlerquellen.&lt;br /&gt;
*Anders als in der Literatur geäußert, verlieren regelmäßig erhitzte Gefäße einen Teil ihres Kohlenstoffs auch während des Gebrauchs. Bei jedem nicht reduzierendem Brand, dem Graphitkeramik ausgesetzt wird (also auch bei Überhitzung am Kochfeuer), oxidieren Graphitanteile zu Kohlenstoffdioxid und entweichen als Gas (Endres 182, 52; ebenso: Duma/Ravasz 1976, 234). Graphithaltige Tongefäße können demnach nicht nur aufgrund ihres Kohlenstoffgehaltes in Gruppen systematisiert werden. Dies ist im Hinblick auf die Definition von Warenuntergruppen anhand des Graphitgehalts von nicht unbeträchtlichem Belang.&lt;br /&gt;
*Graphithaltige Tongefäße können im Boden eingebettet den korrosiven Wirkungen der Bodenumgebung dauerhaft widerstehen. Es konnten keine auf Rehydratationsprozesse hindeutende Charakterzüge festgestellt werden (Duma/Ravasz 1976, 234).&lt;br /&gt;
Dass Graphitkeramik durch sekundäre Formationsprozesse dennoch Veränderungen durchläuft, zeigen zwei anpassende Scherben von Eisentonkeramik aus einer Notgrabung in [[Ulm, Weinhof|Ulm (Weinhof 23)]], von denen eine noch einen deutlichen Graphitanteil aufweist, die andere aber nicht (Schreg Blog Archaeologik (05.01.2015)).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere wissenschaftliche Untersuchungen stellen über die Analyse der mineralogisch-petrographischen Bestandteile der Graphittone die archäologische Fragestellung nach der Herkunft des Graphits und des Rohtones sowie damit in Zusammenhang stehende Thesen zu wirtschaftsgeschichtlichen Fragestellungen in den Vordergrund.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu nennen sind hier die Publikationen von R. W. Dell’Mour „Mikroskopische Untersuchungen an frühmittelalterlicher Keramik von Thunau am Kamp, NÖ Lokalware – Importe – Rohstoffherkunft“ (2002), J. Dvorská/L. Poláček/G. Schneider „Chemische Analyse der Keramik von Mikulčice“ (1998) und M. Gregerová/R. Procházka „Erste Ergebnisse naturwissenschaftlicher Untersuchungen an Graphittonkeramik aus Brno (Brünn)“ (1998). Für Süddeutschland besitzen diese Untersuchungen aufgrund ihrer Regionalität nur wenig Aussagekraft, können aber als Vorbild für ähnliche Untersuchungen dienen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Fazit==&lt;br /&gt;
Für die Archäologie bietet die Erforschung der Graphitkeramik aus verschiedenen Gründen erhebliche Möglichkeiten zum Erkenntnisgewinn. Diese reichen von typologischen und morphologischen Fragestellungen, der Herstellungs- und Produktionstechnik der Keramik über die Bestimmung der Funktion der Gefäße bis zu Aussagen zum Alltags-, Arbeitsleben und dem sozialen Kontext der Nutzer und Hersteller. Zusätzlich können naturwissenschaftliche und chronologische Thesen sowie wirtschaftsgeschichtliche Fragestellungen hinsichtlich Handelsrouten, Richtungen und Weisen des Vertriebs und die grundherrschaftliche oder regionale Organisation des Töpferhandwerks aufgeworfen werden. Gleichzeitig stellt mittelalterliche Graphitkeramik die Archäologie aber auch vor enorme Herausforderungen. So ist bis heute eine Unterscheidung vor- und frühgeschichtlicher zu mittelalterlicher Graphitkeramik ausschließlich über die Bestimmung von Rand- und Gefäßformen möglich. Dies stellt eine nicht unerhebliche Fehlerquelle für die Interpretation dar, die wegen des in Süddeutschland nur begrenzt vorhandenen Fundmaterials eine beachtliche Relevanz besitzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kerngebiet der Herstellung der Graphitkeramik ist nach heutigem Forschungsstand im österreichischen Donauraum und in Mähren zu lokalisieren. Die umliegenden Regionen Böhmen, Schlesien und Bayern können in erster Linie als Importregionen interpretiert werden. Eine Beantwortung der genannten Fragestellungen ist demnach nur durch internationale Zusammenarbeit über die heutigen politischen Grenzen hinweg möglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die wissenschaftliche Bearbeitung dieser Keramikvariante setzt aufgrund der Besonderheiten des Material Graphit eine enge Zusammenarbeit mit den Naturwissenschaften und der experimentellen Archäologie voraus. Sie wird damit zum Gegenstand sowohl internationaler wie interdisziplinärer Projekte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Referenzkomplexe Graphitkeramik==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Referenzkomplexe Graphitkeramik (ohne Grauschwarz hartgebrannte Drehscheibenware)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
!&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;width:11em;&amp;quot;| Fundort&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;width:8em;&amp;quot;| Warenart&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;width:7em;&amp;quot;| Koordinaten&lt;br /&gt;
! Fundart&lt;br /&gt;
! Feldkampagnen (FK) &amp;lt;br /&amp;gt; Literatur (L)&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;width:14em;&amp;quot;| Datierung&lt;br /&gt;
! Beschreibung &amp;lt;br /&amp;gt; Formen (F), Verzierung (V), Scherbenbeschaffenheit (SB)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 1&lt;br /&gt;
| Kastell Boiotro, &amp;lt;br /&amp;gt; Passau&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 34′ 11,2″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 27′ 44,5″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 387 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| FK: 1974–1978 Rainer Christlein, BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; L: M. Altjohann 2012&lt;br /&gt;
| 8./9.–12. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Töpfe, Schalen, Schüsseln, Flachdeckel, Spinnwirtel, Ausgusstüllen &amp;lt;br /&amp;gt; V: gegenständige Wellenbandzier, Bodenmarken &amp;lt;br /&amp;gt; SB: dunkel- bis braungrau, seifig, schimmert metallisch, hoher Graphitanteil in der Magerung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 2&lt;br /&gt;
| Rauher Kulm, &amp;lt;br /&amp;gt; Bad Neustadt am Kulm&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 49° 49′ 44″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 50′ 58″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 681 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 2009 und 2014 H. Losert &amp;lt;br /&amp;gt; L: Freundlicher Hinweis PD Dr. H. Losert (unpubliziert)&lt;br /&gt;
| 8./9. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Töpfe &amp;lt;br /&amp;gt; V: Wellenlinien &amp;lt;br /&amp;gt; SB: braun, grau-schwarz, mittlerer Graphitanteil in der Magerung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 3&lt;br /&gt;
| Abtei [[Frauenwörth]], &amp;lt;br /&amp;gt; Chiemsee&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 47° 52′ 18″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 12° 25′ 30″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 515 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Kloster&lt;br /&gt;
| FK: 1961–1964 A. Stroh, BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; L: B. Hänsel 1966 &amp;lt;br /&amp;gt;    T. Mittelstraß 2007&lt;br /&gt;
| 9./10.–12.Jh.&lt;br /&gt;
| F: Töpfe, Gussformen für Perlen &amp;lt;br /&amp;gt; V: Wellenlinien, breite waagerechte Rillen, Töpfermarke &amp;lt;br /&amp;gt; SB: silbrig schwarz bis grau, feine Magerung, Graphitanteil mittel bis sehr hoch, mittelhart bis hart &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 4&lt;br /&gt;
| Pleinting&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 39′ 31″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 7′ 11″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 343 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Lesefund&lt;br /&gt;
| Lesefund &amp;lt;br /&amp;gt; L: R. Reinecke 1936&lt;br /&gt;
| Frühmittelalter&lt;br /&gt;
| Nur textliche Erwähnung: &amp;lt;br /&amp;gt; „Randscherbe eines weiten Beckens aus Graphitton“&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 5&lt;br /&gt;
| „Randesberger Hof“ in Cham&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 49° 13ʹ 32,5″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 12° 39ʹ 17,9″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 372 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| FK: 1971 &amp;lt;br /&amp;gt; L: H. Wolf 1971&lt;br /&gt;
| Frühmittelalter&lt;br /&gt;
| Textliche Erwähnung der Möglichkeit, dass eine gefundene Graphittonscherbe auch ins Frühmittelalter datieren könnte&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 6&lt;br /&gt;
| Burg Wittelsbach, &amp;lt;br /&amp;gt; Oberwittelsbach&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 28′ 7″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 10′ 34,3″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 515 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1978–1981 Dr. W. Sage/A. Dransfeld &amp;lt;br /&amp;gt; L: R. Koch 1993 &amp;lt;br /&amp;gt;    T. Mittelstraß 2007&lt;br /&gt;
| 10./11. Jh. (R. Koch) &amp;lt;br /&amp;gt; 11./12. Jh. (T. Mittelstraß)&lt;br /&gt;
| F: Topf &amp;lt;br /&amp;gt; V: Wellenlinie zwischen zwei umlaufenden Rillen &amp;lt;br /&amp;gt; SB: ohne Angabe&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 7&lt;br /&gt;
| Burgstall Warberg, &amp;lt;br /&amp;gt; Neunburg v. Wald&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 49° 22′ 54,7″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 12° 23′ 18″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 417 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1991–1997 V. Kaufmann &amp;lt;br /&amp;gt; L: V. Kaufmann 1999 &amp;lt;br /&amp;gt;    T. Mittelstraß 2007&lt;br /&gt;
| 10. Jh. (V. Kaufmann) &amp;lt;br /&amp;gt; 11. Jh. (T. Mittelstraß)&lt;br /&gt;
| F: Töpfe &amp;lt;br /&amp;gt; V: schräge Einstichreihe auf der Schulter &amp;lt;br /&amp;gt; SB: dunkelgrau bis schwarz und glänzend, glatt und speckig, Graphit abreibbar; mit Fingernagel leicht ritzbar&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 8&lt;br /&gt;
| Albrechtsburg, &amp;lt;br /&amp;gt; Meißen&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 51° 9′ 57,8″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 28′ 14,6″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 168 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Höhenburg&lt;br /&gt;
| FK: 1959–1963 P. Heerde/C. Fritzsche &amp;lt;br /&amp;gt; L: A. Schmid-Hecklau 2004&lt;br /&gt;
| 10.–12. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Topf &amp;lt;br /&amp;gt; V: Tupfenreihe auf der Schulter &amp;lt;br /&amp;gt; SB: keine Angaben &amp;lt;br /&amp;gt; Datierung ins Mittelalter fragwürdig&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 9&lt;br /&gt;
| Burg Pappenheim, &amp;lt;br /&amp;gt; Lkr. Weißenburg&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 55′ 58,1″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 10° 58′ 17,8″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 508 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Höhenburg&lt;br /&gt;
| Lesefund &amp;lt;br /&amp;gt; L: M. Schußmann 1997&lt;br /&gt;
| 11./12. Jh.&lt;br /&gt;
| Freundlicher Hinweis PD Dr. M. Schußmann: &amp;lt;br /&amp;gt; 2 Graphittonscherben, davon 1 Randscherbe mit stark gekehltem Leistenrand&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 10&lt;br /&gt;
| Burg Sulzbach, &amp;lt;br /&amp;gt; Lkr. Amberg-Sulzbach&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 49° 30′ 18,7″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 44′ 10″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 444 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1992–2000 BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; L: M. Hensch 2005a und 2005b&lt;br /&gt;
| 11./12. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Töpfe (0,09% des Materials) &amp;lt;br /&amp;gt; V: Wellenverzierung &amp;lt;br /&amp;gt; SB: grau-schwarz silbrig, glatt, hoher Anteil von Graphit in der Magerung, Abrieb vorhanden, Mohs 2&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 11&lt;br /&gt;
| Schlosserstiege, &amp;lt;br /&amp;gt; Passau&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik &amp;lt;br /&amp;gt; Graphitierte (engobierte?) Keramik&lt;br /&gt;
| 48° 34ʹ 31,4″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 27ʹ 51,5″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 387 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| FK: 1992/1993 J.-P. Niemeier &amp;lt;br /&amp;gt; L: J.-P. Niemeier 1994 &amp;lt;br /&amp;gt;    T. Mittelstraß 2007&lt;br /&gt;
| 12./13.–15. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Töpfe, Deckel, Kanne &amp;lt;br /&amp;gt; V: Deckel mit innenverziertem Rand, Töpfermarke &amp;lt;br /&amp;gt; SB: keine Angabe&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 12&lt;br /&gt;
| Burgstall Saunstein, &amp;lt;br /&amp;gt; Mitternach&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 51′ 1″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 19′ 36″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 594 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1983 BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; L: B. Engelhardt/R.Pleyer 1986 &amp;lt;br /&amp;gt;    T. Mittelstraß 2007&lt;br /&gt;
| 12./13. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Töpfe, Flachdeckel &amp;lt;br /&amp;gt; V: keine Angabe, Durchlochung eines Deckels &amp;lt;br /&amp;gt; SB: glatt, mittlerer bis hoher Graphitgehalt, z.T. seifig&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 13&lt;br /&gt;
| Burgstall am Hohen Bogen, &amp;lt;br /&amp;gt; Rimbach&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 49° 14′ 1,9″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 12° 56′ 4,2″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 976 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: A. Stroh, BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; L: H. Dannheimer 1973&lt;br /&gt;
| 12. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Topf, fassartige Vorratsgefäße &amp;lt;br /&amp;gt; V: Fingertupfen, Schrägkerbenreihe, eingeritzte Linien, breite Gurtbänder auf Vorratsgefäßen &amp;lt;br /&amp;gt; SB: Graphit- und Goldglimmermagerung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 14&lt;br /&gt;
| Burgstall Untergrießbach, &amp;lt;br /&amp;gt; Lkr. Passau&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 27ʹ 28,4″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 9ʹ 13,7″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 468 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1994–1996 Kreisarchäologie Passau &amp;lt;br /&amp;gt; L: W. Wandling 1996 &amp;lt;br /&amp;gt;    W. Wandling 1997&lt;br /&gt;
| 12. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Töpfe, Schalen &amp;lt;br /&amp;gt; V: Tupfenleisten, Wellenverzierung oder Radkreuzstempeln am Boden &amp;lt;br /&amp;gt; SB: keine Angabe&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 15&lt;br /&gt;
| Donaumarkt, &amp;lt;br /&amp;gt; [[Regensburg]] &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; [[Regensburg, Lederergasse 1]], &amp;lt;br /&amp;gt; Regensburg&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; Eisentonkeramik&lt;br /&gt;
| 49° 1ʹ 13,1″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 12° 6ʹ 10,9″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 339 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| FK: 2012–2015 „Museum der Bayerischen Geschichte“, Maßnahmen-Nr. M-2012-1989-1_0 &amp;lt;br /&amp;gt; L: Freundlicher Hinweis I. Nießen (Promotionsprojekt in Bearbeitung) &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; FK: 1981–1982 BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; L: M. Wintergerst 1999&lt;br /&gt;
| 9.–11./12. Jh. &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; 17. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Töpfe, Vorratsgefäße, Schüsseln &amp;lt;br /&amp;gt; V: Wellenlinien, Wellenbänder, umlaufende Rillen, Einstichmuster, innenverzierte Ränder, bisher singuläres rautenförmiges Muster &amp;lt;br /&amp;gt; SB: dunkelgrau, bräunlich-grau, braun-schwarz, grau, schwarz; hoher Graphitgehalt, daneben noch Glimmer und Quarz, Mohs 1–2, gelegentlich auch hart &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; Zeitlich zu weit außerhalb des Rahmens der Arbeit&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 16&lt;br /&gt;
| Schlossberg Windberg bei Windorf, &amp;lt;br /&amp;gt; Lkr. Passau&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 37′ 53,2″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 16′ 3,5″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 380 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Höhenburg&lt;br /&gt;
| FK: 2001/2002 Kreisarchäologie Passau &amp;lt;br /&amp;gt; L: W. Wandling 2010&lt;br /&gt;
| 12./13. Jh.&lt;br /&gt;
| Nur textliche Erwähnung: Graphithaltige Tonscherben von hochmittelalterlichen Gefäßen, z.T. mit Kreuzstempeln auf dem Boden&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 17&lt;br /&gt;
| Kirche St. Peter und Paul, &amp;lt;br /&amp;gt; Aschheim&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 10′ 18,2″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 42′ 55,5″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 512 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Kirche&lt;br /&gt;
| FK: 1967–1971 H. Dannheimer &amp;lt;br /&amp;gt; L: H. Dannheimer 1988&lt;br /&gt;
| Hochmittelalter&lt;br /&gt;
| F: Topf &amp;lt;br /&amp;gt; V: keine Angabe &amp;lt;br /&amp;gt; SB: keine Angabe&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 18&lt;br /&gt;
| Vohburg-Burgberg, &amp;lt;br /&amp;gt; Lkr. Pfaffenhofen&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 46′ 14,4″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 36′ 58,1″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 370 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1973–1974 BLfD &amp;lt;br /&amp;gt;    Lesefunde &amp;lt;br /&amp;gt; L: G. Riedel 2000&lt;br /&gt;
| Hochmittelalter&lt;br /&gt;
| F: 3 Töpfe &amp;lt;br /&amp;gt; V: Horizontal- und Wellenriefen, z.T. überschneidend &amp;lt;br /&amp;gt; SB: fast alle Farbvarianten, weich bis mittelhart, z.T. Misch- oder Oxidationsbrand&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 19&lt;br /&gt;
| Großmehring, &amp;lt;br /&amp;gt; Lkr. Eichstätt&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 46′ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 32′ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 375 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| FK: 1994–1995 BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; L: G. Riedel 2000&lt;br /&gt;
| Früh-/Hochmittelalter&lt;br /&gt;
| F: 2 Töpfe, Deckel &amp;lt;br /&amp;gt; V: einzelne Wellenriefe zwischen Horizontalriefen &amp;lt;br /&amp;gt; SB: graubraun bis graubeige, weich bis mit-telhart, Misch- oder Oxidationsbrand&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 20&lt;br /&gt;
| Ingolstadt&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 46′ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 25′ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 374 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| FK: 1987–1988 BLfD (Grabung Ingolstadt Hallstr./Carraraplatz) &amp;lt;br /&amp;gt; L: G. Riedel 2000&lt;br /&gt;
| Hochmittelalter&lt;br /&gt;
| 1 unverzierte WS, nachgedreht&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 21&lt;br /&gt;
| [[Zuchering, Am Mühlwegfeld (Zuchering-Ost)]]&lt;br /&gt;
| Graphitkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 43′ 46″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 24′ 43″ O&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| FK: 1983–1989 BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; L: E. Weid 2000&lt;br /&gt;
| Latène (?)&lt;br /&gt;
| 6 Graphitkeramikscherben, von denen 5 unsicher in die Vorgeschichte datiert wurden (Material müsste nochmals geprüft werden)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 22&lt;br /&gt;
| Erlau, &amp;lt;br /&amp;gt; Obernzell&lt;br /&gt;
| Eisentonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 33′ 49″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 34′ 46″ O&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| L: T. Mittelstraß 2007&lt;br /&gt;
| Spätmittelalter&lt;br /&gt;
| Nur textliche Erwähnung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 23&lt;br /&gt;
| Ruhstorf a.d. Rott&lt;br /&gt;
| Graphitkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 26′ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 20′ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 319 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| L: T. Mittelstraß 2007 &amp;lt;br /&amp;gt;    W. Wandling 2017&lt;br /&gt;
| Unbekannt&lt;br /&gt;
| Textliche Erwähnung; Fundmeldungen 2013–2016 in Passau: Graphitkeramik, deren zeitliche Stellung nicht gesichert ist (MA/LT?)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 24&lt;br /&gt;
| Saldenburg, &amp;lt;br /&amp;gt; Lkr. Grafenau&lt;br /&gt;
| Eisentonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 46′ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 21′ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 532 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1991/1992 W. Endres &amp;lt;br /&amp;gt; L: W. Endres 1993 &amp;lt;br /&amp;gt;    M. U. Kasparek 1961&lt;br /&gt;
| 1368–1467/68&lt;br /&gt;
| F: Töpfe &amp;lt;br /&amp;gt; V: 2–5 mm breite, flaue Rillen, Stempel und Markierungen auf der Oberseite &amp;lt;br /&amp;gt; SB: hoher Graphitgehalt mit Quarz- und Feldspatanteilen bis 3 mm&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 25&lt;br /&gt;
| Burgstall Lobenstein, &amp;lt;br /&amp;gt; Marktgemeinde Röhrenbach&lt;br /&gt;
| Graphitkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 46′ 9,6″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 31′ 41,6″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 570 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg? &amp;lt;br /&amp;gt; Lesefund&lt;br /&gt;
| Lesefunde eines ehrenamtlichen Feldbegehers des BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; unpubliziert&lt;br /&gt;
| Latène- bis Neuzeit&lt;br /&gt;
| Alle Ausprägungen von Graphitkeramik in Formen, Farben, Varianten und Verzierungen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 26&lt;br /&gt;
| Fürholz, &amp;lt;br /&amp;gt; Gmd. Grainet, &amp;lt;br /&amp;gt; Lkr. Freyung-Grafenau&lt;br /&gt;
| Graphitkeramik &lt;br /&gt;
| 48° 46′ 58″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 38′ 57″ O&lt;br /&gt;
| Lesefund&lt;br /&gt;
| Lesefunde eines ehrenamtlichen Feldbegehers des BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; unpubliziert&lt;br /&gt;
| Latène- bis Neuzeit&lt;br /&gt;
| Alle Ausprägungen von Graphitkeramik in Formen, Farben, Varianten und Verzierungen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 27&lt;br /&gt;
| Praßreuth, &amp;lt;br /&amp;gt; Lkr. Freyung-Grafenau&lt;br /&gt;
| Graphitkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 40ʹ 40″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 31ʹ 21,3″ O&lt;br /&gt;
| Lesefund&lt;br /&gt;
| Lesefunde eines ehrenamtlichen Feldbegehers des BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; unpubliziert&lt;br /&gt;
| Latène- bis Neuzeit&lt;br /&gt;
| Alle Ausprägungen von Graphitkeramik in Formen, Farben, Varianten und Verzierungen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 28&lt;br /&gt;
| Veste Oberhaus, &amp;lt;br /&amp;gt; Passau&lt;br /&gt;
| Eisentonkeramik &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; Graphitengobierte Keramik&lt;br /&gt;
| 48° 34′ 39″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 28′ 13″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 387 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1991 H. Feldmeier &amp;lt;br /&amp;gt; L: W. Endres 1998 &amp;lt;br /&amp;gt;    T. Mittelstraß 2007&lt;br /&gt;
| 1400/1420–1550 &amp;lt;br /&amp;gt; 15./16. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Töpfe &amp;lt;br /&amp;gt; V: Stempelmarkierungen &amp;lt;br /&amp;gt; SB: hoher Graphitanteil im groben Gefüge, schwarz- bis anthrazitgrau &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; F: Töpfe, Becher, Sieb, Griffschale, Krug &amp;lt;br /&amp;gt; V: keine Angabe &amp;lt;br /&amp;gt; SB: anthrazitgrau, oft grobes Gefüge&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 29&lt;br /&gt;
| Schustergasse, &amp;lt;br /&amp;gt; Passau&lt;br /&gt;
| Eisentonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 34ʹ 26,4″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 28ʹ 9,5″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 387 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| L: H. Böhmer 2015&lt;br /&gt;
| 15./16. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Topf &amp;lt;br /&amp;gt; V: keine Angabe &amp;lt;br /&amp;gt; SB: keine Angabe&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 30&lt;br /&gt;
| Hofberg, &amp;lt;br /&amp;gt; Bad Aibling&lt;br /&gt;
| Eisentonkeramik&lt;br /&gt;
| 47° 52′ N &amp;lt;br /&amp;gt; 12° 1′ O&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 2001–2003 T. Mittelstraß &amp;lt;br /&amp;gt; L: T. Mittelstraß 2006 &amp;lt;br /&amp;gt;    T. Mittelstraß 2007&lt;br /&gt;
| Frühe Neuzeit (Beginn 16. Jh.)&lt;br /&gt;
| F: fassartige Gefäße &amp;lt;br /&amp;gt; V: Stempelmarken &amp;lt;br /&amp;gt; SB: keine Angabe&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 31&lt;br /&gt;
| Schloss Murnau&lt;br /&gt;
| Eisentonkeramik&lt;br /&gt;
| 47° 40′ 39″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 12′ 10″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 661 m&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1991–1992 T. Mittelstraß &amp;lt;br /&amp;gt; L: T. Mittelstraß 1994&lt;br /&gt;
| Frühe Neuzeit (Beginn 16. Jh.)&lt;br /&gt;
| F: Töpfchen &amp;lt;br /&amp;gt; V: Töpferstempel (Kreuz mit Querbalken), umlaufende Schulterkante &amp;lt;br /&amp;gt; SB: basaltgrau, feine und mittlere Graphitmagerung, vereinzelt Quarzkörner&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 32&lt;br /&gt;
| Ulm&lt;br /&gt;
| Eisentonkeramik &amp;lt;br /&amp;gt; Graphitengobierte Keramik&lt;br /&gt;
| 48° 24′ N &amp;lt;br /&amp;gt; 9° 59′ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 478 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| FK: 1953 A. Rieber/K. Reutter &amp;lt;br /&amp;gt;    1961 Staatl. Amt für Denkmalpflege &amp;lt;br /&amp;gt;    1928 ohne Befundkontext &amp;lt;br /&amp;gt; L: R. Schreg Blog Archaeologik 05.01.2015 &amp;lt;br /&amp;gt;    U. Gross 2009 + 2015&lt;br /&gt;
| Spätmittelalter – Frühe Neuzeit&lt;br /&gt;
| F: Töpfe, Henkeltopf &amp;lt;br /&amp;gt; V: ovale Stempeleindrücke mit Kreuz, unterhalb des Kremprandes breite Riefe &amp;lt;br /&amp;gt; SB: hoher Graphitanteil in der Magerung und Quarzmagerung &amp;lt;br /&amp;gt; Weitere Funde von Graphitkeramik und graphitengobierter Ware, die frühneuzeitlich datiert werden &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 33&lt;br /&gt;
| Burg Helfenstein, &amp;lt;br /&amp;gt; Geislingen an der Steige&lt;br /&gt;
| Eisentonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 36′ 58″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 9° 50′ 49″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 610 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1922 K. A. Koch &amp;lt;br /&amp;gt;    1932–1938 G. Burghardt &amp;lt;br /&amp;gt; L: R. Schreg Blog Archaeologik 05.01.2015 &amp;lt;br /&amp;gt;    U. Gross 2009&lt;br /&gt;
| Spätmittelalter – Frühe Neuzeit&lt;br /&gt;
| F: Töpfe &amp;lt;br /&amp;gt; V: 2 identische Stempelmarken auf dem Rand, zwei umlaufende Rillen im oberen Gefäßbereich &amp;lt;br /&amp;gt; SB: hoher Graphitanteil in der Magerung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 34&lt;br /&gt;
| Obernzell&lt;br /&gt;
| Eisentonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 33′ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 38′ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 294 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| L: H. Böhmer 2015 &amp;lt;br /&amp;gt;    Gemeindeblatt Nr. 29, 2017&lt;br /&gt;
| Spätmittelalter – Frühe Neuzeit&lt;br /&gt;
| F: Topf &amp;lt;br /&amp;gt; V: Rille unter dem Rand, 2 Töpfermarken &amp;lt;br /&amp;gt; SB: dunkelgrau-schwarz, hoher Graphitanteil in der Magerung, Mohs 2&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturhinweise==&lt;br /&gt;
*Altjohann 2012: M. Altjohann, Das spätrömische Kastell Boiotro zu Passau-Innstadt. Materialhefte zur Bayerischen Archäologie. Fundinventare und Ausgrabungsbefunde (Kallmünz/Opf. 2012). ISBN 13: 978-3-78475-096-5. ISBN 10: 3-784750-966-X.&lt;br /&gt;
*Bizer 2006: Ch. Bizer, Oberflächenfunde von den Burgen der Schwäbischen Alb. Ein Beitrag zur Keramik- und Burgenforschung (Stuttgart 2006). ISBN 13: 978-3-80622-038-4.&lt;br /&gt;
*Böhmer 2008: H. Böhmer, Die Ilzer Schwarzhafner vom Ende des 16. bis Ende des 19. Jahrhunderts. In: R. Mennicken u.a. (Hrsg.), 40 Jahre Keramikforschung. Rückblick – Stand der Forschung – Ausblick. Beiträge zum 40. Internationalen Hafnerei-Symposium des Arbeitskreises für Keramikforschung in Obernzell/Bayern vom 16.09. bis 21.09.2007 (Raeren 2008) 139֪–152. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Böhmer 2015: H. Böhmer, Qualitätszeichen auf Graphit-Keramik des 15. und 16. Jh. In: S. Glaser (Hrsg.), Keramik im Spannungsfeld zwischen Kunst und Handwerk. Beiträge des 44. Internationalen Symposiums Keramikforschung im Germanischen Nationalmuseum, Nürnberg, 19-23. September 2011 (Nürnberg 2015) 77–83. ISBN 13: 978-3-93668-893-1. ISBN 10: 3-93668-893-1.&lt;br /&gt;
*Bogusław 1998: G. Bogusław, Bemerkungen zur Graphittonkeramik als historischer Quelle (am Beispiel der Graphittonkeramik aus Opole). In: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998) 17–19. ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
*Bräuning u.a. 2008: A. Bräuning/R. Schreg/U. Schmidt, Ulm. Archäologischer Stadtkataster Baden-Württemberg. Band 35, 1 Text (Stuttgart 2008). ISBN 13: 978-3-92771-493-9.&lt;br /&gt;
*Dannheimer 1973: H. Dannheimer, Keramik des Mittelalters aus Bayern. Ein Katalog. Kataloge der Prähistorischen Staatssammlung XXI (Kallmünz Opf. 1973). ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Dannheimer 1988: H. Dannheimer, Aschheim im frühen Mittelalter. Archäologische Funde und Befunde. In: J. Werner (Hrsg.), Münchener Beiträge zur Vor- und Frühgeschichte 32, 1 (München 1988). ISBN 10: 3-40630-287-4.&lt;br /&gt;
*Dell’Mour 2002: R. W. Dell’Mour, Mikroskopische Untersuchungen an frühmittelalterlicher Keramik von Thunau am Kamp, NÖ Lokalware – Importe– Rohstoffherkunft, Österreichische Akademie der Wissenschaften, Anzeiger der Philosophisch-Historischen Klasse 136, 2001 (Wien 2002) 69–109. ISBN 13: 978-3-70013-066-6. ISBN 10: 3-70013-066-X.&lt;br /&gt;
*Dostál 1998: B. Dostál, Über die Anfänge der slawischen Graphittonkeramik in Mähren. In: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998) 67–86. ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
*Duma/Ravasz 1976: G. Duma/C. Ravasz, Graphithaltige Gefäße aus Österreichs Mittelalter. In: Archaeologia Austriaca. Beiträge zur Paläanthropologie, Ur- und Frühgeschichte Österreichs 59/60 (Wien 1976) 225–242. ISSN: 1816-2959.&lt;br /&gt;
*Dvorská u.a. 1998: J. Dvorská/L. Poláček/G. Schneider, Chemische Analyse der Keramik von Mikulčice. In: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998) 295–312. ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
*Endres 1982: W. Endres, Zur Entstehung und chemischen Struktur „schwarz“ färbender Pigmente bei unglasierter Irdenware. In: L. Kriss-Rettenbeck/I. Bauer (Hrsg.), Beiträge zur Keramikforschung. Festschrift für Alfred Höck zum 60. Geburtstag. Volkstümliche Keramik aus Europa 2 (München 1982) 47–70. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Endres 1993: W. Endres, Spätmittelalterliche Funde von der Saldenburg, Gde. Saldenburg, Lkr. Freyung-Grafenau. In A. Leidl (Hrsg.), Ostbairische Grenzmarken. Passauer Jahrbuch für Geschichte, Kunst und Volkskunde 35 (Passau 1993) 24–54. ISSN: 0078-6845.&lt;br /&gt;
*Endres 1998: W. Endres, Archäologische Funde. In: J. P. Niemeier/H. W. Schuster/R. Loibl, Ritterburg und Fürstenschloss 2. Archäologische Funde. Begleitband zur Ausstellung im Oberhausmuseum Passau 1998 (Passau 1998). ISBN 13: 978-3-79171-598-8. ISBN 10: 3-79171-583-6.&lt;br /&gt;
*Engelhardt/Pleyer 1986: B. Engelhardt/R. Pleyer, Die archäologische Untersuchung des Burgstalls Saunstein, Gmkg. Mitternach, Gde. Markt Schönberg, Lkr. Freyung-Grafenau. In: A. Leidl (Hrsg.), Ostbairische Grenzmarken 28. Passauer Jahrbuch für Geschichte, Kunst und Volkskunde (Passau 1986) 59–78. ISSN: 0078-6845.&lt;br /&gt;
*Felgenhauer-Schmiedt 1998: S. Felgenhauer-Schmiedt, Graphittonkeramik des Früh- und Hochmittelalters in Niederösterreich. In: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998) 199–212. ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
*Felgenhauer-Schmiedt 1981: S. Felgenhauer-Schmiedt, Herstellungsmethoden der mittelalterlichen Keramik + Katalog. In: O. Harl (Hrsg.), Keramische Bodenfunde aus Wien. Mittelalter – Neuzeit. Eigenverlag der Museen der Stadt Wien (Wien 1981) 35–126. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Gemeindeblatt Markt Obernzell (September–Dezember 2017): Hanfnerzeller Archiv zum Anfassen &amp;lt;https://www.obernzell.de/images/stories/Gemeindeblatt/Gemeindeblatt_Nr_29.pdf&amp;gt; S. 13 [Stand: 02.09.2019].&lt;br /&gt;
*Gregerová/Procházka 1998: M. Gregerová/R. Procházka, Erste Ergebnisse naturwissenschaftlicher Untersuchungen an Graphittonkeramik aus Brno (Brünn). In: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998) 275–278. ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
*Gross 1991: U. Gross, Die Bügelhenkelkanne, eine Hauptform der süddeutschen Keramik des Hoch- und Spätmittelalters. Beiträge zur Mittelalterarchäologie Österreichs 7, 1991, 69–77. ISSN: 1011-0062.&lt;br /&gt;
*Gross 2009: U. Gross, Keramikverbreitung und herrschaftliche Strukturen. Beispiele aus dem Mittelalter und der Frühen Neuzeit in Südwestdeutschland. In: D. Krausse u.a. (Hrsg.), Kulturraum und Territorialität: archäologische Theorien, Methoden und Fallbeispiel. Kolloquium des DFG-SPP 1171, Esslingen 17.-18. Januar 2007 (Rahden 2009) 159–175. ISBN 13: 978-3-89646-443-9. ISBN 10: 3-89646-443-4.&lt;br /&gt;
*Gross 2015: U. Gross, Sturzbecher oder Becherschrauben und schwarze Töpfe. Eine gläserne Sonderform und östliche Keramikimporte im frühneuzeitlichen Ulm. Fundberichte aus Baden-Württemberg 35, 2015, 561–573. ISBN 13: 978-3-80623-144-1. ISSN: 0071-9897.&lt;br /&gt;
*Hänsel 1966: B. Hänsel, Beschreibung der keramischen Gruppen. In: V. Milojcic (Hrsg.), Bericht über die Ausgrabungen und Bauuntersuchungen in der Abtei Frauenwörth auf der Fraueninsel im Chiemsee 1961-1964. Bayerische Akademie der Wissenschaften. Philosophisch-historische Klasse. Abhandlungen. Neue Folge 65 (München 1966) 177–200. ISBN 13: 978-3-76960-060-5. ISBN 10: 3-76960-060-6.&lt;br /&gt;
*Hensch 2005a: M. Hensch, Burg Sulzbach in der Oberpfalz. Archäologisch-historische Forschungen zur Entwicklung eines Herrschaftszentrums des 8. bis 14. Jahrhunderts in Nordbayern. Materialien zur Archäologie in der Oberpfalz 3, 1 (Text und Katalog) (Büchenbach 2005). ISBN 13: 978-3-93347-430-8. ISBN 10: 3-93347-430-2.&lt;br /&gt;
*Hensch 2005b: M. Hensch, Burg Sulzbach in der Oberpfalz. Archäologisch-historische Forschungen zur Entwicklung eines Herrschaftszentrums des 8. bis 14. Jahrhunderts in Nordbayern. Materialien zur Archäologie in der Oberpfalz 3, 2 (Tafeln und begleitende Beiträge) (Büchenbach 2005). ISBN 13: 978-3-93347-430-8. ISBN 10: 3-93347-430-2.&lt;br /&gt;
*Huber u.a. 2003: E. H. Huber/K. Kühtreiber/G. Scharrer-Liška, Die Keramikformen des Hoch- und Spätmittelalters im Gebiet der heutigen Stadt Wien sowie der Bundesländer Niederösterreich und Burgenland. In: K. Spindler/H. Stadler (Hrsg.), Beiträge vom 34. Internationalen Hafnerei-Symposium auf Schloß Maretsch in Bozen/Südtirol 2001. Nearchos 12, Veröffentlichungen des Arbeitskreises für Keramikforschung 3 (Innsbruck 2003) 43–66. ISBN 13: 978-3-90077-333-5.&lt;br /&gt;
*Kappel 1969: I. Kappel, Die Graphittonkeramik von Manching. In: W. Krämer, Die Ausgrabungen in Manching 2 (Wiesbaden 1969). ISBN 13: 978-3-51500-386-5. ISBN 10: 3-51500-386-X.&lt;br /&gt;
*Kasparek 1961: M. U. Kasparek, Keramik aus Regensburg aus dem 11. – 17. Jahrhundert. &amp;lt;http://nbn-resolving.de/urn/resolver.pl?urn=urn:nbn:de:bvb:355-rbh-1748-8&amp;gt; [Stand 06.08.2020]. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Kaufmann 1999: V. Kaufmann, Der Burgstall Warberg bei Neunburg vorm Wald. Materialien zur Archäologie in der Oberpfalz 1 (Büchenbach 1999). ISBN 13: 978-3-93347-402-5. ISBN 10: 3-93347-402-7.&lt;br /&gt;
*Koch 1993: R. Koch, Keramik des frühen und hohen Mittelalters aus Bayerisch-Schwaben. In: M. Petzet (Hrsg.), Forschungen zur Geschichte der Keramik in Schwaben. Arbeitshefte des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege 58 (München 1993) 119–128. ISBN 13: 978-3-87490-560-2. ISBN 10: 3-87490-560-8.&lt;br /&gt;
*Koch 2017: R. Koch, Ausgrabungen in der Burg Wittelsbach 1978-1981. Befunde und Funde. Materialhefte zur Bayer. Archäologie. Fundinventare und Ausgrabungsbefunde 105 (Kallmünz/Opf. 2017). ISBN 13: 978-3-78475-405-5. ISBN 10: 3-78475-405-8.&lt;br /&gt;
*Kouřil 1998: P. Kouřil, Zu den Anfängen der slawischen Graphittonkeramik in Schlesien. In: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998) 37–66. ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
*Kühtreiber 2006: K. Kühtreiber, Die hochmittelalterliche Keramik im südlichen Niederösterreich. Ihre Entwicklung, ihre Formen und Beziehungen zu den benachbarten Keramikregionen. Beiträge zur Mittelalterarchäologie in Österreich 22 (Wien 2006) 93–148. ISSN: 1011-0062.&lt;br /&gt;
*Lehrberger u.a. 2011: G. Lehrberger/F. Duschl/G. Wimmer, Graphit – ein besonderer mineralischer Rohstoff der Vor- und Frühgeschichte in Mitteleuropa. Eigenschaften, Entstehung, Verwendung und Vorkommen. In: K. Schmotz (Hrsg.), Vorträge des 29. Niederbayerischen Archäologentages (Leidorf 2011) 313–348. ISBN 13: 978-3-89646-240-4.&lt;br /&gt;
*Mämpel 1998: U. Mämpel, Meine historischen und technischen Erfahrungen mit schwarzgebrannter Irdenware. In: W. Endres/B. Kerkhoff-Hader (Hrsg.), 30. Internationales Hafnerei-Symposium in Obernzell vom 07. bis 11. Oktober 1997 (Bamberg 1998) 12–13. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Miklós/Vizi 2002: Sz. Miklós/M. Vizi, Beiträge zur Siedlungsgeschichte des mittelalterlichen Marktfleckens Ete. Acta Arch. Acad. Scien. Hungaricae 53, 2002, 195–253.&lt;br /&gt;
*Mittelstraß 1994: T. Mittelstraß, Die Funde der archäologischen Ausgrabungen von 1991-1992 im Murnauer Schloss. In: T. Mittelstraß (Hrsg.), Schloß Murnau. Ein Bauwerk der Stauferzeit und seine Geschichte (Murnau 1994) 120–251. ISBN 13: 978-3-98038-163-5. ISBN 10: 3-98038-163-3.&lt;br /&gt;
*Mittelstraß 2006: T. Mittelstraß, Urnengrab, Königsgrab, Grafenburg, Pflegschloss. Die Ergebnisse der archäologischen Grabungen auf dem Hofberg in Bad Aibling. In: G. Mayr (Hrsg.), Bad Aibling. Geschichte einer Stadt. Band 1 (Bad Aibling 2006) 35–71. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Mittelstraß 2007: T. Mittelstraß, Graphitkeramik des Mittelalters und der frühen Neuzeit in Altbayern. Ein Beitrag zum Beginn und zur Frühzeit der Obernzeller Produktion. Bayerische Vorgeschichtsblätter 72, 2007, 235–318. ISBN 13: 978-3-40611-077-1. ISSN: 0341-3918.&lt;br /&gt;
*Niemeier 1994: J.-P. Niemeier, Die Grabung an der Schlosserstiege in der Passauer Altstadt – Ein Schnitt durch 2000 Jahre Stadtgeschichte. In: K. Schmotz, Vorträge des 12. Niederbayerischen Archäologentages (Deggendorf 1994) 251–276. ISBN 13: 978-3-92473-458-9. ISBN 10: 3-92473-458-5.&lt;br /&gt;
*Nießen (in Bearbeitung): I. Nießen, Laufendes Promotionsprojekt zu der Ausgrabung Regensburg Donaumarkt „Museum der Bayerischen Geschichte“ Friedrich-Schiller-Universität Jena. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Pechtl/Eibl 2011: J. Pechtl/F. Eibl, Die neolithische Graphitnutzung in Südbayern. In: K. Schmotz (Hrsg.), Vorträge des 29. Niederbayerischen Archäologentages (Leidorf 2011) 349–432. ISBN 13: 978-3-89646-240-4. ISSN: 1438-2040.&lt;br /&gt;
*Polácek 1998: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998). ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
*Reinecke 1936: P. Reinecke, Karolingische Keramik aus dem östlichen Bayern. Germania 20, 1936, 198–202. ISSN: 0016-8874.&lt;br /&gt;
*Reschreiter 2001: J. Reschreiter, Versuche zu urgeschichtlicher Keramik. In: K. Grömer, K. Löcker, M. Mehofer (Hrsg.), Archäologie Österreichs 12 Sonderheft (Wien 2001) 22–26. ISSN: 1018-1857.&lt;br /&gt;
*Riedel 2000: G. Riedel, Ingoldesstat. Archäologische Untersuchungen zu Ingolstadt im Mittelalter. Beiträge zur Geschichte Ingolstadts (Ingolstadt 2000). ISBN 13: 978-3-92025-343-5. ISBN 10: 3-92025-343-4.&lt;br /&gt;
*Scharrer-Liška 2003: G. Scharrer-Liška, Die Entwicklung Hochmittelalterlicher Vorratsgefäße aus der Grafitkeramik im Gebiet des heutigen Ostösterreichs und der angrenzenden Gebiete. In: K. + Th. Kühtreiber (Hrsg.), Beiträge zur historischen Archäologie. Festschrift für Sabine Felgenhauer-Schmiedt zum 60. Geburtstag. Beiträge zur Mittelalterarchäologie in Österreich 6 (Wien 2003) 45–60. ISBN 10: 3-95008-514-9.&lt;br /&gt;
*Scharrer-Liška 2007: G. Scharrer-Liška, Die hochmittelalterliche Grafitkeramik in Mitteleuropa und ihr Beitrag zur Wirtschaftsgeschichte. Forschungsstand - Hypothesen - offene Fragen. Monographien des Römisch-Germanischen Zentralmuseums 68 (Mainz 2007). ISBN 13: 978-3-79541-857-1. ISBN 10: 3-79541-857-7.&lt;br /&gt;
*Schmid-Hecklau 2004: A. Schmid-Hecklau, Die archäologischen Ausgrabungen auf dem Burgberg in Meißen. In: J. Oexle (Hrsg.), Die Grabungen 1959-1963. Veröffentlichungen des Landesamtes für Archäologie im Landesmuseum für Vorgeschichte 43 (Dresden 2004). ISBN 13: 978-3-91000-859-5. ISBN 10: 3-91000-859-3.&lt;br /&gt;
*Schußmann 1997: M. Schußmann, Eine neuentdeckte Höhensiedlung der Hallstattzeit im südlichen Mittelfranken. Beitr. Arch. Mittelfranken 3, 1997, 97–108. ISSN: 1430-5461.&lt;br /&gt;
*Schreg 2015: R. Schreg, Eisentonkeramik aus Ulm und Geislingen – ein Zeugnis ulmischen Donauhandels. Blog Archaeologik (05.01.2015) &amp;lt;https://archaeologik.blogspot.com/2015/01/eisentonkeramik-aus-ulm-und-geislingen.html&amp;gt; [Stand 05.08.2019]. ISSN: 2197-7283.&lt;br /&gt;
*Staňa 1998: Č. Staňa, Die frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mittelmähren. In: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998) 87–125. ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
*Trebsche 2011: P. Trebsche, Eisenzeitliche Graphittonkeramik im mittleren Donauraum. In: K. Schmotz (Hrsg.), Vorträge des 29. Niederbayerischen Archäologentages (Leidorf 2011) 449–481. ISBN 13: 978-3-89646-240-4. ISSN: 1438-2040.&lt;br /&gt;
*van den Boom 1991: H. van den Boom, Großgefäße und Töpfe der Heuneburg. Heuneburgstudien VIII. Röm.-German. Forschung 51 (Mainz 1991). ISBN 10: 3-80531-190-7.&lt;br /&gt;
*v. Bomhard 1966: P. v. Bomhard, Das Münster Frauenchiemsee im Spiegel der kunstgeschichtlichen Forschung. In: V. Milojcic (Hrsg.), Bericht über die Ausgrabungen und Bauuntersuchungen in der Abtei Frauenwörth auf der Fraueninsel im Chiemsee 1961-1964. Bayerische Akademie der Wissenschaften. Philosophisch-historische Klasse. Abhandlungen. Neue Folge 65 (München 1966) 21–42. ISBN 13: 978-3-76960-060-5. ISBN 10: 3-76960-060-6.&lt;br /&gt;
*Wandling 1996: W. Wandling, Archäologische Untersuchungen im Burgstall von Untergriesbach, Lkr. Passau. In: K. Schmotz (Hrsg.), Vorträge des 14. Niederbayerischen Archäologentages (Deggendorf 1996) 211–224. ISBN 13: 978-3-89646-225-1. ISBN 10: 3-89646-225-3.&lt;br /&gt;
*Wandling 1997: W. Wandling, Ausgrabung im Burgstall von Untergrießbach, Lkr. Passau, Niederbayern. In: Das archäologische Jahr in Bayern 1996 (Stuttgart 1997) 166–168. ISBN 13: 978-3-80621-311-9.&lt;br /&gt;
*Wandling 2010: W. Wandling, Auf den Spuren der Burg Windberg. In: 1000 Jahre Windorf: Ein Erinnerungsbuch (Windorf 2010) 44–49. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Wandling 2017: W. Wandling, Ausgrabungen und Funde im Landkreis Passau 2013-2016. In: F.-R. Erkens, Passauer Jahrbuch. Beiträge zur Geschichte, Geographie und Kultur Ostbaierns LIX/2017 (Passau 2017) 351–379. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Weid 2000: E. Weid, Die Kleinfunde der mittelalterlichen Siedlung von Zuchering bei Ingolstadt. Arbeiten über die Archäologie Süddeutschlands 10 (Büchenbach 2000). ISBN 13: 978-3-93347-408-7.&lt;br /&gt;
*Wintergerst 1999: M. Wintergerst, Die Ausgrabung „Ledergasse 1“ in Regensburg. Eine formenkundliche Studie zur Keramik des 10. bis 13. Jahrhunderts in Bayern. Materialh. Arch. Mittelalter u. Neuzeit 4 (Rahden/Westf. 1999). ISBN 13: 978-3-89646-453-8. ISBN 10: 3-89646-453-1.&lt;br /&gt;
*Wolf 1971: H. Wolf, Eine frühmittelalterliche, latène- und hallstattzeitliche Kulturschicht unter der Stadtmauer von Cham. urn:nbn:de:bvb:355-ubr00031-0219-4. Universität Regensburg [Stand 22.08.2019]. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Zamelska 1998: K. Zamelska, Graphitkeramik in Polen – Chronologie und Verbreitung. In: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998) 33–36. ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[kategorie:Warenart]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>M. Rühle</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://amanz-balismink.rproxy.rz.uni-bamberg.de/balismink/index.php?title=Graphitkeramik&amp;diff=5637</id>
		<title>Graphitkeramik</title>
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		<updated>2023-05-13T22:34:29Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;M. Rühle: /* Formen */ Abbildung eingefügt&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
{{stub}}&lt;br /&gt;
Graphitkeramik ist ein Oberbegriff für verschiedene Waren, bei deren Herstellung oder Verzierung Graphit verwendet wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*graphitierte Keramik: mit einem Graphitüberzug bzw. einer Graphitbemalung&lt;br /&gt;
*[[Graphittonkeramik]]. Neben einer vor allem in Österreich sowie Böhmen und Mähren verbreiteten [[Graphittonware (Österreich, Böhmen und Mähren, FMa)]] gehören hierzu auch [[Graphittontiegel|graphitgemagerte Tiegel]] sowie die spätmittelalterliche/ frühneuzeitliche [[Eisentonkeramik]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einführung==&lt;br /&gt;
Graphitkeramik ist seit dem Neolithikum bekannt (Dostál 1998, 67), in der Bronzezeit belegt (Dell`Mour 2002, 84) und hat den ersten Höhepunkt ihres Vorkommens in der Eisenzeit – insbesondere in der Latènezeit. Um die Zeitenwende verliert sich ihre Spur. Im 8. Jh. erscheint sie im niederösterreichischen Donauraum erneut und wird im Verlauf des 9./10. Jh. dort und in den angrenzenden Gebieten, v.a. Mähren und Schlesien, bis ins 13. Jh. zeitweise zur bestimmenden Warenart (Mittelstraß 2007, 244; Felgenhauer-Schmiedt 1998, 201).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachweisbar ist mittelalterliche Graphitkeramik heute in Österreich, Polen, Tschechien, Slowenien, Ungarn und Deutschland (Scharrer-Liška 2003, 46). Der Forschungsstand in diesen Regionen ist sehr unterschiedlich. Während in Österreich und Tschechien bereits einiges an Forschungsarbeit geleistet wurde, hat die Graphitkeramik in den übrigen Regionen aus unterschiedlichen Gründen noch wenig Interesse erfahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Krenz Abb. 1 Graphit.jpg|400px|thumb|right|Abb. 1: Graphit (Lehrberger u.a. 2011, 325).]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Krenz Abb. 2 Graphitlagerstätten.jpg |400px|thumb|right|Abb. 2: Graphitlagerstätten Mitteleuropa (Scharrer-Liška 2017, 17).]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im deutschen Raum ist dies v.a. auf den Umstand zurückzuführen, dass mittelalterliche Graphitkeramik nach jetzigem Forschungsstand (fast) im gesamten Gebiet als reine Importkeramik bewertet werden muss, nur an wenigen Fundplätzen greifbar wird, dort meist nur in geringer Menge vorhanden ist und somit für die Auswertung des Keramikspektrums der jeweiligen Referenzkomplexe nur eine begrenzte Aussagekraft besitzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit vorliegender Arbeit wird ein erster Schritt unternommen, einerseits einen zusammenfassenden Forschungsstand darzustellen und andererseits über eine Kartierung der recherchierten süddeutschen Fundplätze eine Verbreitung dieser Keramikvariante in diesem Gebiet zu erfassen. Dies kann als Grundlage für die zukünftige Beantwortung der aufzuwerfenden Forschungsfragen dienen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gründe für die Verwendung des Minerals [[Graphit]] bei der Herstellung von Tongefäßen werden v.a. in den besonderen physikalisch-chemischen Eigenschaften gesucht, die der Graphitkeramik – speziell der Graphittonkeramik (d.h. mit Graphit gemagerter Keramik) – nach heutigem Wissensstand nachgewiesen werden können. Dazu zählen Hydrophobie (der ansonsten wasserdurchlässigen mittelalterlichen Irdenware), die erhöhte Wärmeleitfähigkeit, Temperaturwechselbeständigkeit sowie eine hohe Resistenz gegen Laugen und Säuren (Mittelstraß 2007, 236, Scharrer-Liška 2007, 150). Inwieweit diese Eigenschaften im Früh- und Hochmittelalter bereits bekannt waren, kann derzeit nicht beantwortet werden. Das Typenspektrum der Graphitkeramik im Hochmittelalter weist Formen auf, für die die besonderen Eigenschaften der Graphitkeramik keine Bedeutung hatten (Scharrer-Liška 2007, 150). Hier müssen Gründe wie Tradition und Gewohnheit, Stil, Nachahmung metallischer Gefäße und Prestige genauso in die Interpretation mit einbezogen werden wie mögliche brenntechnische Gründe (Scharrer-Liška 2007, 151). Erst ab dem Spätmittelalter nimmt das Formenspektrum dieser speziellen Keramik wieder ab und beschränkt sich auf Formen wie Kochgeschirr, Vorratsgefäße und Schmelztiegel. Spätestens ab diesem Zeitpunkt kann davon ausgegangen werden, dass die besonderen Eigenschaften der Graphitkeramik bekannt waren (Scharrer-Liška 2007, 150). Mit der im ausgehenden Spätmittelalter / der beginnenden Neuzeit aufkommenden Eisentonkeramik, einer speziellen Variante dieser Keramikart, setzt sich die Entwicklung der Graphitkeramik bis in die Neuzeit fort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Graphit ist ein metallisch glänzender Rohstoff, der auf natürliche Weise aus Faulschlamm unter der Einwirkung von hohem Druck und Temperatur entstand (Scharrer-Liška 2007, 14) (Abb. 1).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Lagerstätten von Graphit in Mitteleuropa sind stark begrenzt und beschränken sich v.a. auf die Böhmische Masse, einem geologisch alten Rumpfgebirge. Bekannte Fundstätten liegen im Bayerischen Wald und ziehen über Böhmen, den mährisch-schlesischen Raum, das Mühl- und Waldviertel, den Dunkelsteiner Wald bis in die Grauwackerzone der Steiermark und Kärntens in Österreich (Abb. 2). Unbedeutendere Lagerstätten befinden sich in Tirol (Scharrer-Liška 2007, 15; 2003, 45). Im deutschen Grenzgebiet ist der Passauer Raum, speziell die Region um das heutige Kropfmühl, für Graphitvorkommen bekannt. Bei der archäologischen Lagerstättenkartierung muss allerdings der Umstand beachtet werden, dass i.d.R. nur heutige abbauwürdige Vorkommen kartiert werden, kleinräumigere Vorkommen dagegen nicht bekannt sind oder in der Vergangenheit bereits ausgebeutet wurden und aus diesen Gründen nicht erfasst werden (Mittelstraß 2007, 244).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Forschungsgeschichte==&lt;br /&gt;
Außer in einem kurzen Zeitraum während des frühen 13. Jh., als nach Vermutung von T. Mittelstraß im Hinterland von Passau ein Produktionsstandort existiert haben könnte (Mittelstraß 2007, 251), muss nach jetzigem Forschungsstand mittelalterliche Graphitkeramik in Süddeutschland vom Früh- bis zum Ende des Spätmittelalters als reine Importkeramik, v.a. aus österreichischen und böhmisch-mährischen Gebieten, angesehen werden. Durch diesen Umstand bedingt, sind derartige Scherben in den meisten Fundkomplexen nur in sehr geringer Anzahl vorhanden und für die Auswertung der Keramikkomplexe oft zu unbedeutend in ihrer Aussagekraft. Entsprechend schmal ist die Publikationslage.&lt;br /&gt;
Grundlegend ist daher ein Artikel von T. Mittelstraß aus dem Jahr 2007 „Graphitkeramik des Mittelalters und der frühen Neuzeit in Altbayern. Ein Beitrag zum Beginn und zur Frühzeit der Obernzeller Produktion“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besser ist hier der Forschungsstand in Österreich, wo Graphitkeramik vom 8.–13. Jh. in viel stärkerem Ausmaß vorkommt und in bestimmten Gebieten in diesem Zeitraum zur vorherrschenden Keramikart wird. Hier sind v.a. die Arbeiten von S. Felgenhauer-Schmiedt, G. Scharrer-Liška und K. Kühtreiber zu nennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiteres wichtiges Herstellungs- und Verbreitungsgebiet der mittelalterlichen Graphitkeramik war die Region Mähren, die von B. Dostál und Č. Staňa bearbeitet wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Aussagekraft dieser Publikationen ist für die Region Süddeutschland hinsichtlich Verbreitung und Fundaufkommen allerdings begrenzt und besitzt in erster Linie für wirtschaftsgeschichtlich-archäologische Fragestellungen Relevanz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verbreitung==&lt;br /&gt;
[[Datei:Krenz Abb. 3 GK Rauer Kulm.jpg|400px|thumb|right|Abb. 3: Graphittonware Rauher Kulm (Zeichnung und Bearbeitung: H. Losert, unpubliziert).]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Krenz Abb. 4 Verteilung a reduziert3.jpg|400px|thumb|right|Abb. 4: Verbreitungskarte Graphitkeramik (ohne Grauschwarz hartgebrannte Drehscheibenware). Die Nummern entsprechen den Nummern der Referenzkomplextabelle. Kartierung: J. Krenz. Graphische Umsetzung: F. Griessel.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Krenz Abb. 5 Eisentonkeramik Schustergasse.jpg|200px|thumb|right|Abb. 5: Eisentonkeramik Passau Schustergasse (Böhmer 2015, 81).]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das erneute Aufkommen der Graphitkeramik im Mittelalter nahm nach bisherigem Forschungsstand seinen Anfang in Österreich. Dort ist sie in wiederbesiedelten antiken Orten in den entsprechenden nachrömischen Schichten archäologisch im ausgehenden 8. Jh. nachweisbar, so in Tulln, Mautern und Wien. Sicher zu belegen ist die weitere Verbreitung im 9. Jh. im niederösterreichischen Donauraum. Von dort greift die Graphitkeramik im späten 9. und beginnenden 10. Jh. nach Mähren und die Gebiete nördlich, östlich und westlich davon aus (Felgenhauer-Schmiedt 1998, 200).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Mähren ist Graphitkeramik v.a. auf slawischen Burgen dokumentiert. Beispiele hierfür bilden der Burgwall Staře Zámsky bei Brno-Lišeň (ab frühem 10. Jh.), Zelená Hora (Anfänge im 10. Jh., stark vertreten im 11.–13. Jh.) und die Burg Přerov (ab 10. Jh.) (Staňa 1998, 88–114).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im heutigen Polen erreichte die Graphitkeramik ihre stärkste Verbreitung im 12./13. Jh., älteste Gefäße können aber bereits in Opole im 9./10. Jh. nachgewiesen werden (Zamelska 1998, 33). In schlesischen Gebieten finden sich Graphitgefäße z.B. in Chotěbuz-Podobora, Hradec nad Moravici und Stavenice ebenfalls ab der Mitte des 10. Jh. Im 11./12. Jh. steigt hier die Beliebtheit von Graphitkeramik in solchem Maße, dass alle Formen der Keramik mit Graphitmagerung hergestellt wurden und sie auf fast allen Fundstellenarten, auf befestigten Plätzen, in dörflichen Ortschaften, in Gräbern und Städten auftritt (Kouřil 1998, 39 ff.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In böhmischen Fundkomplexen wird Graphitkeramik eher selten geborgen. Dort nahm sie sowohl im Früh- als auch im Hochmittelalter nirgends eine dominierende Stellung ein. Erst ab dem 13. Jh. ist sie im Siedlungsmaterial in nennenswertem Umfang nachweisbar, scheint allerdings bereits im 14. Jh. keine Rolle mehr zu spielen (Mittelstraß 2007, 249).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im heutigen Deutschland ist mittelalterliche Graphitkeramik nach neuestem Forschungsstand sehr früh belegt. Mit dem Kastell Boiotro in [[Passau]] (Altjohann 2012, 92) und dem Rauhen Kulm (Freundlicher Hinweis PD. Dr. H. Losert, unpubliziert) bei Neustadt am Kulm sind Fundplätze verbürgt, deren Material bereits ins 8./9. Jh. datiert (Abb. 3). Falls es sich um Import handelt, kann als Herstellungsgebiet allein der niederösterreichische Raum in Frage kommen. Dies setzt einen intensiven Handelsaustausch mit dieser Region zu einem sehr frühen Zeitpunkt voraus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Graphitkeramik der Abtei [[Frauenwörth]] (Chiemsee) (Mittelstraß 2007, 257) und aus der Grabung am Donaumarkt in [[Regensburg]] (Freundlicher Hinweis I. Nießen) liegt Fundmaterial aus dem 9./10.–12. Jh. vor. Der Großteil der weiteren Fundplätze in Süddeutschland zeigt Material mit Datierungen zwischen dem 10.–13. Jh. Als westlichster Punkt von Graphitkeramik muss derzeit ein Fund von zwei Graphittonscherben vom nordwestlichen burgnahen Hangbereich des Schlosses Pappenheim im Lkr. Weißenburg-Gunzenhausen gewertet werden (Freundlicher Hinweis PD Dr. phil. habil. Schußmann: Scherbe Nr. 1 wurde zunächst als latènezeitlich publiziert – Schußmann 1997, 108, mit dem Fund einer – später gefundenen – passenden Randscherbe als mittelalterliches Fundgut des 11./12. Jh. n. Chr. identifiziert).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Betrachtung der Verbreitungskarte (die allerdings einen temporären Forschungsstand darstellt) zeigt eine Abnahme der Funddichte Richtung Westen in Relation zu den Graphitlagerstätten (Abb. 4).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die spätmittelalterliche/frühneuzeitliche [[Eisentonkeramik]] (Abb. 5) gelangte bedeutend weiter westlich und wartet mit Fundstätten in [[Ulm]] und Geislingen auf (Schreg, Blog Archaeologik 05.01.2015). Nachweisbar ist sie auch im Gebiet um Passau (Endres 1998, Mittelstraß 2007, Böhmer 2015), in Bad Aibling (Mittelstraß 2007), Regensburg (Wintergerst 1999), Murnau (Mittelstraß 1994) und auf der Saldenburg (Endres 1994). Irritierend ist hier allerdings die Fundarmut dieses Materials zwischen dem östlichsten und westlichsten bekannten Verbreitungspunkt in Deutschland. (Als weiterer Fundplatz kann lt. Zeichnungen und Beschreibungen die Abtei Frauenwörth in Chiemsee angenommen werden [Hänsel 1966, Tafeln 4.10 und 5.18].)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das massenhafte Auftreten &amp;quot;graphitengobierter&amp;quot; Scherben als Oberflächenfunde auf den Burgen des 12./13.–15. Jh. der Schwäbischen Alb, wo diese Ware unter der Bezeichnung „grauschwarz hart gebrannte Drehscheibenware“ firmiert (Bizer 2006), will sich nicht so recht in das bisher bestehende Muster einpassen lassen. Mit Masse dürfte es sich hier um fein polierte Keramik handeln, die an die [[Polierte jüngere graue Drehscheibenware (Ulmer Raum, SMa)|polierte jüngere graue Drehscheibenware]] des benachbarten Ulmer Raums erinnert und wohl dort anzugliedenr ist, aber keinen Graphit enthält.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In welcher Form Graphitton verhandelt wurde, ist nicht gesichert. Denkbare Alternativen wären der Handel mit fertigen Gefäßen, mit Graphitton als Rohmaterial oder mit Rohgraphit (Scharrer-Liška 2003, 46). An Fundplätzen, an denen nur vereinzelte Scherben in einem ansonsten andersgearteten Keramikspektrum auftreten, ist zudem die Möglichkeit zu bedenken, dass Graphitgefäße als reine Transportgefäße für Waren, bei denen die hydrophobe Eigenschaft des Transportgefäßes eine wichtige Rolle spielte (z.B. Salz), zufällig vor Ort gelangten. Dies könnte auf den Burgstall Warberg bei Neunburg vorm Wald, den Burgberg in Meißen oder die [[Oberwittelsbach, Burg Wittelsbach|Burg Wittelsbach]] zutreffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warenart(en)==&lt;br /&gt;
Der Umgang mit dem Begriff der „[[Warenart]](en)“ ist in der Keramikforschung insofern problematisch, als dass er im deutschsprachigen Raum mit verschiedenen Inhalten belegt wird. U. Gross steht stellvertretend für eine Forschungsrichtung, die unter „Warenart“ Keramikgruppen fasst, die formale und technische Merkmale in sich vereinen. G. Scharrer-Liška als wichtige Vertreterin der hier behandelten Keramik versteht unter „Warenart“ Keramikgruppen gleichen Materials und Herstellungstechnik ([[Materialgruppe]]n), die formale Kriterien vorerst als irrelevant definiert, da die meisten Formen – je nach Zeitstellung – in sehr unterschiedlichen Warengruppen auftreten können (Scharrer-Liška 2007, 76).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für den süddeutschen Raum wurden bislang nur wenige Versuche unternommen, die mittelalterliche Graphitkeramik zu untergliedern. Als frühestes Beispiel kann B. Hänsel angeführt werden, der bei der Bearbeitung des Fundplatzes Abtei [[Frauenwörth]] (Chiemsee) die Graphitkeramik in drei Unterklassen (D 1–3) unterteilt (Abb. 6) (Hänsel 1966, 177). Da bei seiner Unterteilung auch latènezeitliches Material Eingang findet, des Weiteren die Datierung durch den frühen Zeitpunkt der Bearbeitung des Fundkomplexes (1966) ungewiss erscheint, eignet sich diese Warenartuntergliederung nur bedingt. Ein weiteres Modell der Untergliederung liefern B. Engelhardt und R. Pleyer bei ihrer Bearbeitung des Burgstalls Saunstein (Engelhardt/Pleyer 1986, 71). Sie unterscheiden die drei „Macharten“ A – C. Dabei ist allerdings nur Machart B sicher als Graphitkeramik zu identifizieren, Machart A und C beinhalten sowohl Graphitkeramik als auch Keramik mit Glimmer- und [[Goldglimmer]]magerung. Auch dieses Modell greift in seiner Einteilung zu kurz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Abb. 6: Warenarten nach Hänsel 1966, 177 ff.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Warenart/Eigenschaften&lt;br /&gt;
! D1&lt;br /&gt;
! D2&lt;br /&gt;
! D3&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Graphitanteil&lt;br /&gt;
| sehr hoch&lt;br /&gt;
| weniger Graphit als D1&lt;br /&gt;
| ziemlich hoch&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Magerung&lt;br /&gt;
| fein, bisweilen gröber&lt;br /&gt;
| fein, wenig körnige Magerungszusätze&lt;br /&gt;
| fein&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Brand&lt;br /&gt;
| nicht besonders hart&lt;br /&gt;
| mittelhart&lt;br /&gt;
| hart&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Bruch&lt;br /&gt;
| schwärzlich-silbern&lt;br /&gt;
| -----&lt;br /&gt;
| -----&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Oberfläche&lt;br /&gt;
| schwärzlich-silbern, manchmal rötlichbraun&lt;br /&gt;
| silbrig-schwarz&lt;br /&gt;
| porös, silbrig bis grau&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Zeitstellung&lt;br /&gt;
| wahrscheinlich – wenigstens teilweise Latènezeit&lt;br /&gt;
| Mittelalter?&lt;br /&gt;
| Mittelalter?&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Gefäßform&lt;br /&gt;
| weitmundige Töpfe mit kurz einschwingender Halszone und hoher Randlippe; bauchige Töpfe mit Trichterhals; große, flache Schalen mit sehr breitem Rand&lt;br /&gt;
| bauchiges Gefäß mit abgesetzter, steiler Schulterzone und abgewinkeltem, flachen Trichterhals; Bodenstücke eines Gefäßes mit flach ansteigender Wandung; Gussform für Perlen&lt;br /&gt;
| hohe Gefäße mit verdicktem und nach unten gebogenem Rand; Bodenscherben von steilen Gefäßen; Bodenscherben von bauchigen Gefäßen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Verzierung&lt;br /&gt;
| eng gestellte und tief eingeschnittene senkrechte Rillen auf Gefäßkörper; Rillen in Furchentechnik auf dem Hals der Schale&lt;br /&gt;
| häufig flache Wellenlinienmuster mit breiter Ritztechnik; breite waagerechte Rillen&lt;br /&gt;
| keine bekannt; 1 Abdruck eines Kreuzes als Töpfermarke&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
G. Scharrer-Liška bietet ein Modell der Warenarten ihres Bearbeitungsgebietes (Niederösterreich) an, in welchem sie sieben Warengruppen definiert, von denen Warenarten 1–3 verschiedene Formen der Graphitkeramik aufnehmen (Scharrer-Liška 2007, 76).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Abb. 7: Warenarten nach Huber u.a. 2003, 46.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;width:10em;&amp;quot; | Waren-/Keramikart 1&lt;br /&gt;
| Graphitkeramik (reduzierend gebrannt, sehr  hoher Graphitanteil)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Waren-/Keramikart 2&lt;br /&gt;
| „Ummäntelte“ Graphitkeramik (keine tatsächliche Ummäntelung mit Tonschlicker, wie in älterer Literatur oft angegeben, sondern Wechselbrand, bei dem sekundär unter oxidierender Atmosphäre der Graphit verbrannt wurde und dadurch die Oberfläche, im Gegensatz zum grauen Kern, braune bis rötlich-orange Farbe erhielt)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Waren-/Keramikart 3&lt;br /&gt;
| Stark glimmerhaltige Graphitkeramik (reduzierend gebrannt)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Waren-/Keramikart 4&lt;br /&gt;
| „Eisentonware“ (spätmittelalterliche, reduzierend gebrannte, gering bis mittelstark graphitgemagerte Keramik)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Waren-/Keramikart 5&lt;br /&gt;
| „Grautonware“ (reduzierend gebrannte Irdenware, vor allem steinchengemagert)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Waren-/Keramikart 6&lt;br /&gt;
| Wechselhaft gebrannte Irdenware&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Waren-/Keramikart 7&lt;br /&gt;
| Oxidierend gebrannte Irdenware&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Waren-/Keramikart 8&lt;br /&gt;
| Bleiglasierte Irdenware&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer Publikation von E. H. Huber/K. Kühtreiber/G. Scharrer aus dem Jahr 2003 tritt als Warenart 4 noch die Eisentonkeramik hinzu (Abb. 7) (Huber/Kühtreiber/Scharrer, 2003, 46).&lt;br /&gt;
Ein weiteres System wurde von K. Kühtreiber 2006 publiziert, in welchem sie Graphitkeramik wiederum als EINE Warenart definiert, als primäres Unterscheidungskriterium die Stärke der Magerung wählt und dieser den Brand als Differenzierungsmerkmal unterordnet (Kühtreiber 2006, 96).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den benannten Beispielen wird ein grundsätzliches Problem bei der Erfassung der Graphitkeramik deutlich. Während in Deutschland Graphitkeramik als EINE Warenart definiert wird, die über formale Kriterien weiter untergliedert wird, versteht man im österreichischen Raum Graphitkeramik als Oberbegriff, die existierenden Varianten nach der Definition von G. Scharrer-Liška als eigene Warenarten (außer im System von K. Kühtreiber). Diese kommunikative Unschärfe erschwert die Parallelisierung von Systematisierungssystemen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allen diesen Modellen ist gemeinsam, dass sie sich auf einen konkreten Fundplatz oder ein territorial begrenztes Gebiet beziehen und somit den Rahmen für die Untergliederung sehr eng abstecken. Eine eigene, unabhängige Untergliederung für das süddeutsche Fundgut als fast ausschließlichen Import ignoriert die Herkunft und die damit verbundenen Interpretationsmöglichkeiten. Um die mit der Graphitkeramik in Zusammenhang stehenden Fragestellungen beantworten zu können, erscheint ein Denken in größeren Zusammenhängen sinnvoll. Nötig wäre hier eine – nur der Graphitkeramik in allen ihren Ausprägungen vorbehaltene – Warenartgliederung, die sowohl archäometrische als auch formale Kriterien beinhaltet, sich länderübergreifend auf die Herstellungsregionen stützt und so die Chance bietet, das in den Importregionen zu Tage getretene Fundgut zeitlich und räumlich einzuhängen. Damit wären die Voraussetzungen zur Beantwortung vieler archäologischer Fragen rund um diese Form der Keramik geschaffen. Da diese überregionalen Gliederungen für die Herstellungsgebiete noch fehlen, muss dies zukünftigen Generationen überlassen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Varianten==&lt;br /&gt;
Graphit wurde in unterschiedlicher Weise eingesetzt, um dem Ton von Gefäßen eine höhere Funktionalität, den Gefäßen selbst ein höheres Prestige oder einen gesteigerten Marktwert zu verleihen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Übereinstimmung mit T. Mittelstraß (Mittelstraß 2007, 235 mit Anm. 1) und G. Scharrer-Liška (Scharrer-Liška 2003, mit Anm. 1) wird hier der Begriff „Graphitkeramik“ verwendet und darunter jede Form von mit Graphit behandeltem Ton verstanden. Der in der Literatur oft synonym verwendete Begriff Graphittonkeramik bleibt ausschließlich der mit Graphit gemagerten Keramik vorbehalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Graphittonkeramik]]&lt;br /&gt;
*[[Graphitengobierte Keramik]]&lt;br /&gt;
*[[Graphitierte Keramik]]&lt;br /&gt;
*[[Ummäntelte Graphittonkeramik]]&lt;br /&gt;
*[[Keramik mit Graphitbemalung]]&lt;br /&gt;
*[[Eisentonkeramik]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Formen==&lt;br /&gt;
[[Datei:Krenz Abb. 14 Entwicklung Topfformen.png|size:400.px|thumb|right|Abb. 14: Entwicklung graphithaltiger Topfformen in Österreich (Scharrer-Liška 2007, 37).]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die keramischen Formen der Graphitkeramik entwickeln sich im Früh- und Hochmittelalter zunächst analog der Formen der graphitfreien Keramik. Das keramische Spektrum ist in dieser Periode sehr eingeschränkt und erstreckt sich fast ausschließlich auf Töpfe, vereinzelt auch Backteller (Abb. 14).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Sonderformen von Töpfen können in Österreich ab dem 11. Jh. speziell gestaltete Vorratsgefäße identifiziert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Beginn des Hochmittelalters erweitert sich das Formenspektrum auf Deckel, Pfannen und Schüsseln, ab dem 12. Jh. kommen Bügelkannen und ab dem 13. Jh. Krüge und Aquamanile hinzu (Scharrer-Liška 2003, 8) (Abb. 8). Dies lässt sich mit der Differenzierung der sozialen Gepflogenheiten, d.h. von Haushalts- und Tischsittengestaltung parallelisieren, die vom südwestlichen und südlichen Deutschland (vermutlich durch den von hier ausgehenden Landesausbau) in den österreichischen Donauraum wirkt (Scharrer-Liška 2007, 34). Erst im ausgehenden Spätmittelalter und v.a. mit dem Aufkommen der Eisentonkeramik minimiert sich das Formenspektrum der Graphitkeramik und beschränkt sich auf Töpfe, Vorratsgefäße, Schmelztiegel, technische Keramik und Kacheln, für die die besonderen Eigenschaften der Graphitkeramik von bedeutendem Vorteil waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine gegenläufige Entwicklung nimmt die graphitengobierte grauschwarz hartgebrannte Drehscheibenware. Ihr Typenspektrum erweitert sich im Spätmittelalter enorm und weist neben den weiterhin dominierenden Töpfen auch Kannen, Flaschen, Dreifußgefäße, Schüsseln, Lampenschälchen, verschiedene Deckelformen und kugelförmige Becher auf (Bizer 2006, 50 f.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verzierungen==&lt;br /&gt;
Grundsätzlich folgte auch die Verzierung der Graphitkeramik den Entwicklungen, die graphitfreie Keramik im Mittelalter nahm. Im Frühmittelalter, teilweise auch im Hochmittelalter, scheinen die Gefäße üppiger verziert als in späteren Zeiten. Als vorherrschende Verzierungen der frühen Periode können Wellenlinien, Wellenbänder, Einstichmuster und horizontal umlaufende Dekore identifiziert werden (Abb. 16). Diese werden später durch horizontal umlaufende Linien oder Linienbänder abgelöst, von Dekoren also, die durch das Aufkommen der Töpferscheibe wahrscheinlicher werden. Spätestens mit dem städtischen Handwerk, das bereits einer vorindustriellen Herstellung glich, wurden Verzierungen scheinbar nur dann angebracht, wenn es der Herstellungsprozess erlaubte (Scharrer-Liška 2007, 23).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verzierungen des Fundmaterials aus Süddeutschland zeigen eine kongruente Entwicklung. Als früheste Muster treten Wellenlinien verschiedenster Ausprägungen, z.T. zwischen umlaufenden Rillen, Schrägkerben- und Tupfenreihen, innenverzierte Ränder, Bodenmarken bzw. Töpferzeichen in Form von Kreuzen sowie im Hochmittelalter breite Gurtbänder auf Vorratsgefäßen auf. Eisentonwaren zeichnen sich regelhaft durch Stempelmarkierungen sowie Rillen/Riefen unter dem Rand aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Herstellungstechnik==&lt;br /&gt;
Die Herstellung von Graphitkeramik im Mittelalter erfolgte zunächst analog der Herstellung anderer Warenarten. Der Töpfer musste den Ton aufbereiten. Dazu wurde der Rohstoff der Witterung ausgesetzt, das sogenannte Wintern, Wettern oder Einsumpfen setzte ein. Danach erfolgte das Schlemmen des Tones, Verunreinigungen und überflüssiges Wasser wurden entfernt. Das anschließende Kneten minimierte mögliche Luftblasen und erhöhte die Bearbeitbarkeit des Tones (Felgenhauer-Schmiedt, o. J., 35). Die Magerung eines Tones mit Graphit ist mit einigen zusätzlichen Arbeitsschritten und Herausforderungen verbunden. Ein natürlicher hoher Graphitgehalt oder starker künstlicher Graphitzuschlag im Ton verringern dessen Plastizität, weshalb es schwierig ist, mit diesem Ton dünnwandig zu arbeiten. Dies wird als Grund angeführt, dass insbesondere die frühen, stark graphithaltigen Gefäße ein eher archaisches Aussehen hatten und als plumpere Varianten der graphitfreien Gefäße galten. Erst mit dem Aufkommen von Drehhilfen und Tonen, die tendenziell immer weniger Graphit enthielten, ist eine Verfeinerung des Bildes der Graphitkeramik zu beobachten (Mittelstraß 2007, 236, Scharrer-Liška 2007, 21 f.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund seiner hydrophoben Eigenschaften ist Graphit im feuchten Zustand nur schwer mit dem Ton zu vermischen. Um eine gleichmäßige Textur des Tones zu erreichen, werden zwei mögliche Varianten der Herstellung diskutiert. Eine Möglichkeit stellt die Vermischung unter starkem körperlichem Einsatz durch das Abtreten mit den Füßen dar. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, sowohl Ton als auch Graphit zunächst zu trocknen, zu zerreiben, wieder zu vermischen und mit Wasser zu versetzen (Scharrer-Liška 2007, 21). Im Frühmittelalter sprechen Dickwandigkeit der Gefäße, unregelmäßige Formgebung und senkrechte Verstreichspuren an den inneren Gefäßwänden für einen Handaufbau. Im Hochmittelalter liefert das Vorhandensein von Bodenmarken und Quellböden Hinweise auf die Verwendung von handgetriebenen Drehhilfen (Scharrer-Liška 2007, 21 ff.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor dem Brennen des Tones wurden Einstiche oder Schnitte in die dickeren Teile des Gefäßes eingebracht, um eine schnellere und gleichmäßigere Trocknung des Tones zu erreichen und das Risiko des Reißens während des Brennvorgangs zu minimieren. Graphit oxidiert bei Sauerstoffzufuhr bei 400–500°C und verbrennt bei 700–1000°C, unter reduzierenden Bedingungen setzt diese Reaktion erst bei ca. 3.500°C ein. Die Brennatmosphäre wurde entsprechend entweder reduzierend gestaltet oder die Gefäße wurden bei sehr niedrigen oxidierenden Temperaturen gebrannt (Scharrer-Liška 2007, 25). Für die unter reduzierenden Bedingungen hergestellte frühmittelalterliche Graphitware von Thunau am Kamp in Niederösterreich konnte mittels mikroskopischer Untersuchungen festgestellt werden, dass der Brenntemperaturbereich zwischen 700–900°C lag (Dell’Mour 2002, 91).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verbesserung der Brenntechnik vom Früh- zum Hochmittelalter ermöglichte in Niederösterreich dann das Aufkommen der Ummäntelten Graphittonkeramik (Scharrer-Liška 2007, 25).&lt;br /&gt;
Bei der Herstellung engobierter Graphitkeramik wurde auf ein graphitfreies, lederhartes Gefäß vor dem Brand eine Graphitengobe aufgebracht. Diese Engobe war vermutlich eine Mischung aus geschlämmtem Ton und Graphitbrei. Das Auftragen erfolgte mit einem Tuch oder Leder, Begießen oder Tauchen kamen, wie experimentalarchäologische Versuche zeigten, eher nicht in Betracht, da sich wegen der Saugfähigkeit des lederharten Materials eine zu dicke Engobeschicht bildet, die zu Blasenbildung und Abplatzungen neigt (Böhmer 2008, 146). Der Brand graphitengobierter Waren setzte ab der mittleren Brennphase einen kontrollierten Reduktionsbrand voraus. Beim Nachheizen musste der zugeführte Sauerstoff vollkommen im Feuerraum verbrennen und durfte nicht an die Ware gelangen, um den Graphit an der Oberfläche zu halten (Böhmer, 2008, 149).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Graphitierung der Keramik erfolgte erst nach dem Brand der Gefäße. Dazu wurde das Keramikobjekt mit Graphitstaub eingerieben. Eventuell erfolgte ein kurzer Stabilisierungsbrand (Mittelstraß 2007, 242).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Scherbenbeschaffenheit==&lt;br /&gt;
Die Scherbenbeschaffenheit, d.h. Merkmale wie Magerungsdichte, Magerungsgröße, Härte, Farbe, Beschaffenheit der Oberfläche, Brandatmosphäre, Wandstärke und Porosität variieren innerhalb der verschiedenen Ausprägungen der Graphitkeramik und deren zeitlichen, örtlichen und technischen Modifikationen derart stark, dass sie hier nicht zusammengefasst werden können. Erschwerend kommt hinzu, dass einheitliche Merkmale in der Literatur zu den süddeutschen Fundkomplexen nur z.T. publiziert wurden, so dass sich aufgrund des begrenzten Informationsstandes Aussagen verbieten. Generell scheint sich bei den frühen Formen aber abzuzeichnen, dass Graphitkeramik im Vergleich zur sonstigen mittelalterlichen Keramik deutlich weicher gebrannt ist. Wenn benannt, erreicht die Keramik selten mehr als den Härtegrad „2“ nach Mohs. Auch ist beim süddeutschen Fundgut meist von einer reduzierenden Brandführung auszugehen. Dies ist allerdings in den Kontext eines fehlenden Forschungsstandes zu anderen Varianten der Graphitkeramik im süddeutschen Raum zu stellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als abweichende Ausnahmeerscheinung treten wieder die Oberflächenfunde aus den Burgen der Schwäbischen Alb auf. Diese Art der engobierten Graphitkeramik ist hart bis sehr hart gebrannt, im Bruch einheitlich grau bis mittelgrau und gleichförmig dunkel bis schwarzgrau auf der Oberfläche (Bizer 2006, 50).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Sozialer Kontext==&lt;br /&gt;
Graphitkeramik tritt im gesamten Verbreitungsgebiet sowohl im dörflichen Raum als auch in aufkommenden städtischen Siedlungen und auf Burgen auf. Beim Siedlungstyp der Burgen ist – wie im österreichischen Raum – in Süddeutschland keine Einheitlichkeit zu verzeichnen. Auf manchen Burgen ist Graphitkeramik nachweisbar, an anderen Fundplätzen fehlt sie im Fundgut. G. Scharrer-Liška sieht hierin einen Hinweis auf unterschiedliche Funktionen oder Nutzungsweisen der Burgen (ländliches Gehöft oder adeliges Milieu) (Scharrer-Liška 2007, 74).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Graphitgemagerte Vorratsgefäße scheinen sich im österreichischen Verbreitungsgebiet vorwiegend im ländlich-dörflichen Bereich, aber auch in Siedlungen fassen zu lassen, die sich später zu Städten entwickelten (Scharrer-Liška 2007, 74). Für Süddeutschland sind aufgrund der geringen Funddichte keine eindeutigen Aussagen zu treffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Generell scheint es bis zum Ende des Hochmittelalters zwischen sozialen Schichten so gut wie keine Unterschiede bei der Verwendung von Graphitkeramik gegeben zu haben, zumindest sind in Gebieten mit besserem Forschungsstand durchwegs überall gleiche Formen und gleiche Wertschätzung zu verzeichnen. Erst im Spätmittelalter ist eine gewisse Differenzierung hinsichtlich Qualität und Anteile verschiedener Formen im städtischen und ländlichen Milieu greifbar (Scharrer-Liška 2007, 74).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wertschätzung, die Graphitkeramik erhalten hat, ist sicherlich an den Reparaturspuren ablesbar. Trotz des geringen Fundaufkommens sind für Süddeutschland diese Flickungen für mindestens drei Fundkomplexe sicher belegt, den Rauhen Kulm und die Burgen Wittelsbach und Sulzbach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Forschungsfragen==&lt;br /&gt;
Graphit als lagerstättenbedingt begrenzt vorkommendes Mineral in Verbindung mit Graphitkeramik als weit verhandeltem archäologischen Fundgut bietet der Forschung ein breites Feld von Fragen (Kouřil 1998, 38, Bogusław 1938, 18).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fragenkomplex zum Material&lt;br /&gt;
*Gründe für die Nutzung von Graphit als Magerungsbestandteil&lt;br /&gt;
*Bestimmung der Funktion der Gefäße&lt;br /&gt;
*Herstellungs- und Produktionstechnik der Keramik, Brennverfahren, Aussagen über technische Weiterentwicklungen im Töpferhandwerk&lt;br /&gt;
*Naturwissenschaftliche Untersuchungen hinsichtlich der Beziehung von Magerungsanteil des Graphits, Magerungsgröße der Graphitpartikel und den physikalischen Eigenschaften der Gefäße&lt;br /&gt;
*Einfluss von sekundären Formationsprozessen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Chronologische Fragestellungen&lt;br /&gt;
*Beginn der Graphitkeramikproduktion in den verschiedenen Regionen und ihre Fortentwicklung im Hoch- und Spätmittelalter&lt;br /&gt;
*Datierung der verschiedenen Formen und Warenuntergruppen&lt;br /&gt;
*Import- und/oder Kreuzdatierung für Fundplätze in Importregionen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Typologische und morphologische Fragestellungen (Kouřil 1998, 38)&lt;br /&gt;
*Randformen, Gefäßformen, typologische Reihen&lt;br /&gt;
*Tektonik der Gefäße&lt;br /&gt;
*Bearbeitung der Oberfläche, Verzierungen, Dekor, Markenzeichen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wirtschaftsgeschichtliche Fragestellungen&lt;br /&gt;
*Provenienz der Tone und des Graphits&lt;br /&gt;
*Transportwege, Handelsrouten, Richtungen und Weisen des Vertriebs (Gefäße, Ton, Graphit als Rohstoff?)&lt;br /&gt;
*Organisation des Töpferhandwerks (grundherrschaftlich, regional)&lt;br /&gt;
*Identifikation von Töpfermanufakturen und Absatzmärkten&lt;br /&gt;
*Beobachtungen von Veränderungen und Rückschlüsse auf gesellschaftliche Umbrüche&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Soziale Fragestellungen&lt;br /&gt;
*Sozialer Kontext, Informationen zum Arbeits- und Alltagsleben der Nutzer und Hersteller&lt;br /&gt;
*Definition von sozialen Kontakträumen&lt;br /&gt;
*Aussagen hinsichtlich gesellschaftlicher Stellung von Bevölkerungsschichten sowie entsprechender sozialer Strukturveränderungen&lt;br /&gt;
*Aussagen zur „Wertigkeit“ bestimmter Merkmale der Keramik und Rückschlüsse auf dahinterstehende soziale, psychologische und identitätsstiftende Wahrnehmungs-, Denkmuster und Bedeutungsebenen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Naturwissenschaftliche Analysen==&lt;br /&gt;
Bisher wurden erst wenige wissenschaftliche Analysen an Graphitkeramik durchgeführt, die sich auf die Warenart als Solche beziehen. Als umfassendste kann die Untersuchung von G. Duma und C. Ravasz „Graphithaltige Gefäße aus Österreichs Mittelalter“ (1976) benannt werden, in der verschiedene Aspekte im Zusammenhang mit dieser Keramikart untersucht wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein wesentliches Element bei der wissenschaftlichen Erforschung der Graphitkeramik ist die Bestimmung ihrer physikalischen und chemischen Eigenschaften, d.h. die Untersuchung der Rolle des intentionell in den Ton beigegebenen Graphits bzw. der bewussten Nutzung von Graphiterde – einem natürlichen Verwitterungsprodukt in Regionen des Vorkommens von Graphit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Testserie bei Duma/Ravasz (Duma/Ravasz 1976, 234 ff.) wurden vier Graphittonproben auf der Basis gleichartigen Tons mit jeweils 5%, 10%, 20% und 40% feingekörntem Naturgraphit gemagert (bei 84% Kohlenstoffgehalt des Graphits ergab dies Proben mit 4,2%, 8,4%, 16,8% und 33,6% Kohlenstoff) und bei 900°C reduzierend gebrannt. Für einen 15 mm dicken Scherben wurden folgende Ergebnisse erzielt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hydrophobie: Bei den Testserien wurde festgestellt, dass die Probe mit 16,8% reiner Graphitmagerung kein Wasser mehr aufnahm, sowohl die Oberfläche als auch die Gesamtmenge des Scherbens als hydrophob gelten konnte. Diese Eigenschaft nahm kontinuierlich mit abnehmenden Graphitgehalt ab. In der Konsequenz bedeutet dies, dass zwischen einer Graphitmagerung von 8,4% und 16,8% die Irdenware eine Wasserundurchlässigkeit erreicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wärmeleitfähigkeit: Hierfür wurde die Probe mit 16,8% Graphitmagerung sowie ein gleichwertiger 15 mm dicker graphitfreier Scherben hinsichtlich der Frage untersucht, welcher Zeitraum nötig ist, sowohl Innen- als auch Außenseite eines Gefäßes auf eine Temperatur von 105°C zu erhitzen. Während für das graphitfreie Gefäß hierfür 17 min nötig waren, erreichte das mit 16,8% graphitgemagerte Gefäß diese Temperatur nach 9,5 min.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Temperaturwechselbeständigkeit: Die Wärmeausdehnung des Scherbens (Dilatation) nimmt infolge des Graphitgehaltes ab, bereits beträchtlich bei einer Magerung mit 16,8% Graphit, wodurch das Gefäß eine deutlich höhere Widerstandsfähigkeit gegen Temperaturschwankungen entwickelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Gefäße mit einer Graphitengobierung eines ansonsten graphitfreien Tones die Eigenschaften von graphithaltigen Tongefäßen nicht aufweisen können (Duma/Ravasz 1976, 236).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Untersuchung von G. Duma/R. Ravasz wurden weitere Ergebnisse formuliert, die eine breitere Diskussionsbasis für offene Forschungsfragen hinsichtlich der süddeutschen Graphitkeramik schaffen:&lt;br /&gt;
*Eine naturwissenschaftliche Untersuchung von vier österreichischen und drei ungarischen Proben, die aufgrund ihrer äußeren Merkmale als „identische Wiener Gefäße“ archäologisch angesprochen wurden, ergab keine Herkunft aus den gleichen Gebieten. Die archäologische Bestimmung der drei ungarischen Proben konnte mit Recht angezweifelt werden (Duma/Ravasz 1976, 228). Graphitkeramik aus Süddeutschland wird fast ausschließlich als Importware definiert. Aufgrund der Tonbeschaffenheit und formaler Kriterien der Scherben werden Bezüge zu möglichen Herstellungszentren und daraus resultierend Thesen zu Handelbeziehungen, sozialen Kontakträumen und grundherrschaftlicher Durchdringung formuliert. Das Ergebnis der Untersuchung zeigt die Notwendigkeit für ein Bewusstsein über derartige Fehlerquellen.&lt;br /&gt;
*Anders als in der Literatur geäußert, verlieren regelmäßig erhitzte Gefäße einen Teil ihres Kohlenstoffs auch während des Gebrauchs. Bei jedem nicht reduzierendem Brand, dem Graphitkeramik ausgesetzt wird (also auch bei Überhitzung am Kochfeuer), oxidieren Graphitanteile zu Kohlenstoffdioxid und entweichen als Gas (Endres 182, 52; ebenso: Duma/Ravasz 1976, 234). Graphithaltige Tongefäße können demnach nicht nur aufgrund ihres Kohlenstoffgehaltes in Gruppen systematisiert werden. Dies ist im Hinblick auf die Definition von Warenuntergruppen anhand des Graphitgehalts von nicht unbeträchtlichem Belang.&lt;br /&gt;
*Graphithaltige Tongefäße können im Boden eingebettet den korrosiven Wirkungen der Bodenumgebung dauerhaft widerstehen. Es konnten keine auf Rehydratationsprozesse hindeutende Charakterzüge festgestellt werden (Duma/Ravasz 1976, 234).&lt;br /&gt;
Dass Graphitkeramik durch sekundäre Formationsprozesse dennoch Veränderungen durchläuft, zeigen zwei anpassende Scherben von Eisentonkeramik aus einer Notgrabung in [[Ulm, Weinhof|Ulm (Weinhof 23)]], von denen eine noch einen deutlichen Graphitanteil aufweist, die andere aber nicht (Schreg Blog Archaeologik (05.01.2015)).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere wissenschaftliche Untersuchungen stellen über die Analyse der mineralogisch-petrographischen Bestandteile der Graphittone die archäologische Fragestellung nach der Herkunft des Graphits und des Rohtones sowie damit in Zusammenhang stehende Thesen zu wirtschaftsgeschichtlichen Fragestellungen in den Vordergrund.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu nennen sind hier die Publikationen von R. W. Dell’Mour „Mikroskopische Untersuchungen an frühmittelalterlicher Keramik von Thunau am Kamp, NÖ Lokalware – Importe – Rohstoffherkunft“ (2002), J. Dvorská/L. Poláček/G. Schneider „Chemische Analyse der Keramik von Mikulčice“ (1998) und M. Gregerová/R. Procházka „Erste Ergebnisse naturwissenschaftlicher Untersuchungen an Graphittonkeramik aus Brno (Brünn)“ (1998). Für Süddeutschland besitzen diese Untersuchungen aufgrund ihrer Regionalität nur wenig Aussagekraft, können aber als Vorbild für ähnliche Untersuchungen dienen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Fazit==&lt;br /&gt;
Für die Archäologie bietet die Erforschung der Graphitkeramik aus verschiedenen Gründen erhebliche Möglichkeiten zum Erkenntnisgewinn. Diese reichen von typologischen und morphologischen Fragestellungen, der Herstellungs- und Produktionstechnik der Keramik über die Bestimmung der Funktion der Gefäße bis zu Aussagen zum Alltags-, Arbeitsleben und dem sozialen Kontext der Nutzer und Hersteller. Zusätzlich können naturwissenschaftliche und chronologische Thesen sowie wirtschaftsgeschichtliche Fragestellungen hinsichtlich Handelsrouten, Richtungen und Weisen des Vertriebs und die grundherrschaftliche oder regionale Organisation des Töpferhandwerks aufgeworfen werden. Gleichzeitig stellt mittelalterliche Graphitkeramik die Archäologie aber auch vor enorme Herausforderungen. So ist bis heute eine Unterscheidung vor- und frühgeschichtlicher zu mittelalterlicher Graphitkeramik ausschließlich über die Bestimmung von Rand- und Gefäßformen möglich. Dies stellt eine nicht unerhebliche Fehlerquelle für die Interpretation dar, die wegen des in Süddeutschland nur begrenzt vorhandenen Fundmaterials eine beachtliche Relevanz besitzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kerngebiet der Herstellung der Graphitkeramik ist nach heutigem Forschungsstand im österreichischen Donauraum und in Mähren zu lokalisieren. Die umliegenden Regionen Böhmen, Schlesien und Bayern können in erster Linie als Importregionen interpretiert werden. Eine Beantwortung der genannten Fragestellungen ist demnach nur durch internationale Zusammenarbeit über die heutigen politischen Grenzen hinweg möglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die wissenschaftliche Bearbeitung dieser Keramikvariante setzt aufgrund der Besonderheiten des Material Graphit eine enge Zusammenarbeit mit den Naturwissenschaften und der experimentellen Archäologie voraus. Sie wird damit zum Gegenstand sowohl internationaler wie interdisziplinärer Projekte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Referenzkomplexe Graphitkeramik==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Referenzkomplexe Graphitkeramik (ohne Grauschwarz hartgebrannte Drehscheibenware)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
!&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;width:11em;&amp;quot;| Fundort&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;width:8em;&amp;quot;| Warenart&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;width:7em;&amp;quot;| Koordinaten&lt;br /&gt;
! Fundart&lt;br /&gt;
! Feldkampagnen (FK) &amp;lt;br /&amp;gt; Literatur (L)&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;width:14em;&amp;quot;| Datierung&lt;br /&gt;
! Beschreibung &amp;lt;br /&amp;gt; Formen (F), Verzierung (V), Scherbenbeschaffenheit (SB)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 1&lt;br /&gt;
| Kastell Boiotro, &amp;lt;br /&amp;gt; Passau&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 34′ 11,2″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 27′ 44,5″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 387 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| FK: 1974–1978 Rainer Christlein, BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; L: M. Altjohann 2012&lt;br /&gt;
| 8./9.–12. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Töpfe, Schalen, Schüsseln, Flachdeckel, Spinnwirtel, Ausgusstüllen &amp;lt;br /&amp;gt; V: gegenständige Wellenbandzier, Bodenmarken &amp;lt;br /&amp;gt; SB: dunkel- bis braungrau, seifig, schimmert metallisch, hoher Graphitanteil in der Magerung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 2&lt;br /&gt;
| Rauher Kulm, &amp;lt;br /&amp;gt; Bad Neustadt am Kulm&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 49° 49′ 44″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 50′ 58″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 681 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 2009 und 2014 H. Losert &amp;lt;br /&amp;gt; L: Freundlicher Hinweis PD Dr. H. Losert (unpubliziert)&lt;br /&gt;
| 8./9. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Töpfe &amp;lt;br /&amp;gt; V: Wellenlinien &amp;lt;br /&amp;gt; SB: braun, grau-schwarz, mittlerer Graphitanteil in der Magerung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 3&lt;br /&gt;
| Abtei [[Frauenwörth]], &amp;lt;br /&amp;gt; Chiemsee&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 47° 52′ 18″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 12° 25′ 30″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 515 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Kloster&lt;br /&gt;
| FK: 1961–1964 A. Stroh, BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; L: B. Hänsel 1966 &amp;lt;br /&amp;gt;    T. Mittelstraß 2007&lt;br /&gt;
| 9./10.–12.Jh.&lt;br /&gt;
| F: Töpfe, Gussformen für Perlen &amp;lt;br /&amp;gt; V: Wellenlinien, breite waagerechte Rillen, Töpfermarke &amp;lt;br /&amp;gt; SB: silbrig schwarz bis grau, feine Magerung, Graphitanteil mittel bis sehr hoch, mittelhart bis hart &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 4&lt;br /&gt;
| Pleinting&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 39′ 31″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 7′ 11″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 343 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Lesefund&lt;br /&gt;
| Lesefund &amp;lt;br /&amp;gt; L: R. Reinecke 1936&lt;br /&gt;
| Frühmittelalter&lt;br /&gt;
| Nur textliche Erwähnung: &amp;lt;br /&amp;gt; „Randscherbe eines weiten Beckens aus Graphitton“&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 5&lt;br /&gt;
| „Randesberger Hof“ in Cham&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 49° 13ʹ 32,5″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 12° 39ʹ 17,9″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 372 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| FK: 1971 &amp;lt;br /&amp;gt; L: H. Wolf 1971&lt;br /&gt;
| Frühmittelalter&lt;br /&gt;
| Textliche Erwähnung der Möglichkeit, dass eine gefundene Graphittonscherbe auch ins Frühmittelalter datieren könnte&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 6&lt;br /&gt;
| Burg Wittelsbach, &amp;lt;br /&amp;gt; Oberwittelsbach&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 28′ 7″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 10′ 34,3″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 515 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1978–1981 Dr. W. Sage/A. Dransfeld &amp;lt;br /&amp;gt; L: R. Koch 1993 &amp;lt;br /&amp;gt;    T. Mittelstraß 2007&lt;br /&gt;
| 10./11. Jh. (R. Koch) &amp;lt;br /&amp;gt; 11./12. Jh. (T. Mittelstraß)&lt;br /&gt;
| F: Topf &amp;lt;br /&amp;gt; V: Wellenlinie zwischen zwei umlaufenden Rillen &amp;lt;br /&amp;gt; SB: ohne Angabe&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 7&lt;br /&gt;
| Burgstall Warberg, &amp;lt;br /&amp;gt; Neunburg v. Wald&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 49° 22′ 54,7″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 12° 23′ 18″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 417 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1991–1997 V. Kaufmann &amp;lt;br /&amp;gt; L: V. Kaufmann 1999 &amp;lt;br /&amp;gt;    T. Mittelstraß 2007&lt;br /&gt;
| 10. Jh. (V. Kaufmann) &amp;lt;br /&amp;gt; 11. Jh. (T. Mittelstraß)&lt;br /&gt;
| F: Töpfe &amp;lt;br /&amp;gt; V: schräge Einstichreihe auf der Schulter &amp;lt;br /&amp;gt; SB: dunkelgrau bis schwarz und glänzend, glatt und speckig, Graphit abreibbar; mit Fingernagel leicht ritzbar&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 8&lt;br /&gt;
| Albrechtsburg, &amp;lt;br /&amp;gt; Meißen&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 51° 9′ 57,8″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 28′ 14,6″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 168 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Höhenburg&lt;br /&gt;
| FK: 1959–1963 P. Heerde/C. Fritzsche &amp;lt;br /&amp;gt; L: A. Schmid-Hecklau 2004&lt;br /&gt;
| 10.–12. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Topf &amp;lt;br /&amp;gt; V: Tupfenreihe auf der Schulter &amp;lt;br /&amp;gt; SB: keine Angaben &amp;lt;br /&amp;gt; Datierung ins Mittelalter fragwürdig&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 9&lt;br /&gt;
| Burg Pappenheim, &amp;lt;br /&amp;gt; Lkr. Weißenburg&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 55′ 58,1″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 10° 58′ 17,8″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 508 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Höhenburg&lt;br /&gt;
| Lesefund &amp;lt;br /&amp;gt; L: M. Schußmann 1997&lt;br /&gt;
| 11./12. Jh.&lt;br /&gt;
| Freundlicher Hinweis PD Dr. M. Schußmann: &amp;lt;br /&amp;gt; 2 Graphittonscherben, davon 1 Randscherbe mit stark gekehltem Leistenrand&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 10&lt;br /&gt;
| Burg Sulzbach, &amp;lt;br /&amp;gt; Lkr. Amberg-Sulzbach&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 49° 30′ 18,7″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 44′ 10″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 444 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1992–2000 BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; L: M. Hensch 2005a und 2005b&lt;br /&gt;
| 11./12. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Töpfe (0,09% des Materials) &amp;lt;br /&amp;gt; V: Wellenverzierung &amp;lt;br /&amp;gt; SB: grau-schwarz silbrig, glatt, hoher Anteil von Graphit in der Magerung, Abrieb vorhanden, Mohs 2&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 11&lt;br /&gt;
| Schlosserstiege, &amp;lt;br /&amp;gt; Passau&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik &amp;lt;br /&amp;gt; Graphitierte (engobierte?) Keramik&lt;br /&gt;
| 48° 34ʹ 31,4″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 27ʹ 51,5″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 387 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| FK: 1992/1993 J.-P. Niemeier &amp;lt;br /&amp;gt; L: J.-P. Niemeier 1994 &amp;lt;br /&amp;gt;    T. Mittelstraß 2007&lt;br /&gt;
| 12./13.–15. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Töpfe, Deckel, Kanne &amp;lt;br /&amp;gt; V: Deckel mit innenverziertem Rand, Töpfermarke &amp;lt;br /&amp;gt; SB: keine Angabe&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 12&lt;br /&gt;
| Burgstall Saunstein, &amp;lt;br /&amp;gt; Mitternach&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 51′ 1″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 19′ 36″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 594 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1983 BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; L: B. Engelhardt/R.Pleyer 1986 &amp;lt;br /&amp;gt;    T. Mittelstraß 2007&lt;br /&gt;
| 12./13. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Töpfe, Flachdeckel &amp;lt;br /&amp;gt; V: keine Angabe, Durchlochung eines Deckels &amp;lt;br /&amp;gt; SB: glatt, mittlerer bis hoher Graphitgehalt, z.T. seifig&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 13&lt;br /&gt;
| Burgstall am Hohen Bogen, &amp;lt;br /&amp;gt; Rimbach&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 49° 14′ 1,9″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 12° 56′ 4,2″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 976 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: A. Stroh, BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; L: H. Dannheimer 1973&lt;br /&gt;
| 12. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Topf, fassartige Vorratsgefäße &amp;lt;br /&amp;gt; V: Fingertupfen, Schrägkerbenreihe, eingeritzte Linien, breite Gurtbänder auf Vorratsgefäßen &amp;lt;br /&amp;gt; SB: Graphit- und Goldglimmermagerung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 14&lt;br /&gt;
| Burgstall Untergrießbach, &amp;lt;br /&amp;gt; Lkr. Passau&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 27ʹ 28,4″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 9ʹ 13,7″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 468 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1994–1996 Kreisarchäologie Passau &amp;lt;br /&amp;gt; L: W. Wandling 1996 &amp;lt;br /&amp;gt;    W. Wandling 1997&lt;br /&gt;
| 12. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Töpfe, Schalen &amp;lt;br /&amp;gt; V: Tupfenleisten, Wellenverzierung oder Radkreuzstempeln am Boden &amp;lt;br /&amp;gt; SB: keine Angabe&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 15&lt;br /&gt;
| Donaumarkt, &amp;lt;br /&amp;gt; [[Regensburg]] &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; [[Regensburg, Lederergasse 1]], &amp;lt;br /&amp;gt; Regensburg&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; Eisentonkeramik&lt;br /&gt;
| 49° 1ʹ 13,1″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 12° 6ʹ 10,9″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 339 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| FK: 2012–2015 „Museum der Bayerischen Geschichte“, Maßnahmen-Nr. M-2012-1989-1_0 &amp;lt;br /&amp;gt; L: Freundlicher Hinweis I. Nießen (Promotionsprojekt in Bearbeitung) &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; FK: 1981–1982 BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; L: M. Wintergerst 1999&lt;br /&gt;
| 9.–11./12. Jh. &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; 17. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Töpfe, Vorratsgefäße, Schüsseln &amp;lt;br /&amp;gt; V: Wellenlinien, Wellenbänder, umlaufende Rillen, Einstichmuster, innenverzierte Ränder, bisher singuläres rautenförmiges Muster &amp;lt;br /&amp;gt; SB: dunkelgrau, bräunlich-grau, braun-schwarz, grau, schwarz; hoher Graphitgehalt, daneben noch Glimmer und Quarz, Mohs 1–2, gelegentlich auch hart &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; Zeitlich zu weit außerhalb des Rahmens der Arbeit&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 16&lt;br /&gt;
| Schlossberg Windberg bei Windorf, &amp;lt;br /&amp;gt; Lkr. Passau&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 37′ 53,2″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 16′ 3,5″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 380 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Höhenburg&lt;br /&gt;
| FK: 2001/2002 Kreisarchäologie Passau &amp;lt;br /&amp;gt; L: W. Wandling 2010&lt;br /&gt;
| 12./13. Jh.&lt;br /&gt;
| Nur textliche Erwähnung: Graphithaltige Tonscherben von hochmittelalterlichen Gefäßen, z.T. mit Kreuzstempeln auf dem Boden&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 17&lt;br /&gt;
| Kirche St. Peter und Paul, &amp;lt;br /&amp;gt; Aschheim&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 10′ 18,2″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 42′ 55,5″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 512 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Kirche&lt;br /&gt;
| FK: 1967–1971 H. Dannheimer &amp;lt;br /&amp;gt; L: H. Dannheimer 1988&lt;br /&gt;
| Hochmittelalter&lt;br /&gt;
| F: Topf &amp;lt;br /&amp;gt; V: keine Angabe &amp;lt;br /&amp;gt; SB: keine Angabe&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 18&lt;br /&gt;
| Vohburg-Burgberg, &amp;lt;br /&amp;gt; Lkr. Pfaffenhofen&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 46′ 14,4″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 36′ 58,1″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 370 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1973–1974 BLfD &amp;lt;br /&amp;gt;    Lesefunde &amp;lt;br /&amp;gt; L: G. Riedel 2000&lt;br /&gt;
| Hochmittelalter&lt;br /&gt;
| F: 3 Töpfe &amp;lt;br /&amp;gt; V: Horizontal- und Wellenriefen, z.T. überschneidend &amp;lt;br /&amp;gt; SB: fast alle Farbvarianten, weich bis mittelhart, z.T. Misch- oder Oxidationsbrand&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 19&lt;br /&gt;
| Großmehring, &amp;lt;br /&amp;gt; Lkr. Eichstätt&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 46′ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 32′ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 375 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| FK: 1994–1995 BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; L: G. Riedel 2000&lt;br /&gt;
| Früh-/Hochmittelalter&lt;br /&gt;
| F: 2 Töpfe, Deckel &amp;lt;br /&amp;gt; V: einzelne Wellenriefe zwischen Horizontalriefen &amp;lt;br /&amp;gt; SB: graubraun bis graubeige, weich bis mit-telhart, Misch- oder Oxidationsbrand&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 20&lt;br /&gt;
| Ingolstadt&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 46′ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 25′ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 374 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| FK: 1987–1988 BLfD (Grabung Ingolstadt Hallstr./Carraraplatz) &amp;lt;br /&amp;gt; L: G. Riedel 2000&lt;br /&gt;
| Hochmittelalter&lt;br /&gt;
| 1 unverzierte WS, nachgedreht&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 21&lt;br /&gt;
| [[Zuchering, Am Mühlwegfeld (Zuchering-Ost)]]&lt;br /&gt;
| Graphitkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 43′ 46″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 24′ 43″ O&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| FK: 1983–1989 BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; L: E. Weid 2000&lt;br /&gt;
| Latène (?)&lt;br /&gt;
| 6 Graphitkeramikscherben, von denen 5 unsicher in die Vorgeschichte datiert wurden (Material müsste nochmals geprüft werden)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 22&lt;br /&gt;
| Erlau, &amp;lt;br /&amp;gt; Obernzell&lt;br /&gt;
| Eisentonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 33′ 49″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 34′ 46″ O&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| L: T. Mittelstraß 2007&lt;br /&gt;
| Spätmittelalter&lt;br /&gt;
| Nur textliche Erwähnung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 23&lt;br /&gt;
| Ruhstorf a.d. Rott&lt;br /&gt;
| Graphitkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 26′ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 20′ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 319 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| L: T. Mittelstraß 2007 &amp;lt;br /&amp;gt;    W. Wandling 2017&lt;br /&gt;
| Unbekannt&lt;br /&gt;
| Textliche Erwähnung; Fundmeldungen 2013–2016 in Passau: Graphitkeramik, deren zeitliche Stellung nicht gesichert ist (MA/LT?)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 24&lt;br /&gt;
| Saldenburg, &amp;lt;br /&amp;gt; Lkr. Grafenau&lt;br /&gt;
| Eisentonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 46′ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 21′ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 532 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1991/1992 W. Endres &amp;lt;br /&amp;gt; L: W. Endres 1993 &amp;lt;br /&amp;gt;    M. U. Kasparek 1961&lt;br /&gt;
| 1368–1467/68&lt;br /&gt;
| F: Töpfe &amp;lt;br /&amp;gt; V: 2–5 mm breite, flaue Rillen, Stempel und Markierungen auf der Oberseite &amp;lt;br /&amp;gt; SB: hoher Graphitgehalt mit Quarz- und Feldspatanteilen bis 3 mm&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 25&lt;br /&gt;
| Burgstall Lobenstein, &amp;lt;br /&amp;gt; Marktgemeinde Röhrenbach&lt;br /&gt;
| Graphitkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 46′ 9,6″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 31′ 41,6″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 570 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg? &amp;lt;br /&amp;gt; Lesefund&lt;br /&gt;
| Lesefunde eines ehrenamtlichen Feldbegehers des BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; unpubliziert&lt;br /&gt;
| Latène- bis Neuzeit&lt;br /&gt;
| Alle Ausprägungen von Graphitkeramik in Formen, Farben, Varianten und Verzierungen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 26&lt;br /&gt;
| Fürholz, &amp;lt;br /&amp;gt; Gmd. Grainet, &amp;lt;br /&amp;gt; Lkr. Freyung-Grafenau&lt;br /&gt;
| Graphitkeramik &lt;br /&gt;
| 48° 46′ 58″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 38′ 57″ O&lt;br /&gt;
| Lesefund&lt;br /&gt;
| Lesefunde eines ehrenamtlichen Feldbegehers des BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; unpubliziert&lt;br /&gt;
| Latène- bis Neuzeit&lt;br /&gt;
| Alle Ausprägungen von Graphitkeramik in Formen, Farben, Varianten und Verzierungen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 27&lt;br /&gt;
| Praßreuth, &amp;lt;br /&amp;gt; Lkr. Freyung-Grafenau&lt;br /&gt;
| Graphitkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 40ʹ 40″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 31ʹ 21,3″ O&lt;br /&gt;
| Lesefund&lt;br /&gt;
| Lesefunde eines ehrenamtlichen Feldbegehers des BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; unpubliziert&lt;br /&gt;
| Latène- bis Neuzeit&lt;br /&gt;
| Alle Ausprägungen von Graphitkeramik in Formen, Farben, Varianten und Verzierungen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 28&lt;br /&gt;
| Veste Oberhaus, &amp;lt;br /&amp;gt; Passau&lt;br /&gt;
| Eisentonkeramik &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; Graphitengobierte Keramik&lt;br /&gt;
| 48° 34′ 39″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 28′ 13″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 387 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1991 H. Feldmeier &amp;lt;br /&amp;gt; L: W. Endres 1998 &amp;lt;br /&amp;gt;    T. Mittelstraß 2007&lt;br /&gt;
| 1400/1420–1550 &amp;lt;br /&amp;gt; 15./16. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Töpfe &amp;lt;br /&amp;gt; V: Stempelmarkierungen &amp;lt;br /&amp;gt; SB: hoher Graphitanteil im groben Gefüge, schwarz- bis anthrazitgrau &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; F: Töpfe, Becher, Sieb, Griffschale, Krug &amp;lt;br /&amp;gt; V: keine Angabe &amp;lt;br /&amp;gt; SB: anthrazitgrau, oft grobes Gefüge&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 29&lt;br /&gt;
| Schustergasse, &amp;lt;br /&amp;gt; Passau&lt;br /&gt;
| Eisentonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 34ʹ 26,4″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 28ʹ 9,5″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 387 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| L: H. Böhmer 2015&lt;br /&gt;
| 15./16. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Topf &amp;lt;br /&amp;gt; V: keine Angabe &amp;lt;br /&amp;gt; SB: keine Angabe&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 30&lt;br /&gt;
| Hofberg, &amp;lt;br /&amp;gt; Bad Aibling&lt;br /&gt;
| Eisentonkeramik&lt;br /&gt;
| 47° 52′ N &amp;lt;br /&amp;gt; 12° 1′ O&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 2001–2003 T. Mittelstraß &amp;lt;br /&amp;gt; L: T. Mittelstraß 2006 &amp;lt;br /&amp;gt;    T. Mittelstraß 2007&lt;br /&gt;
| Frühe Neuzeit (Beginn 16. Jh.)&lt;br /&gt;
| F: fassartige Gefäße &amp;lt;br /&amp;gt; V: Stempelmarken &amp;lt;br /&amp;gt; SB: keine Angabe&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 31&lt;br /&gt;
| Schloss Murnau&lt;br /&gt;
| Eisentonkeramik&lt;br /&gt;
| 47° 40′ 39″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 12′ 10″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 661 m&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1991–1992 T. Mittelstraß &amp;lt;br /&amp;gt; L: T. Mittelstraß 1994&lt;br /&gt;
| Frühe Neuzeit (Beginn 16. Jh.)&lt;br /&gt;
| F: Töpfchen &amp;lt;br /&amp;gt; V: Töpferstempel (Kreuz mit Querbalken), umlaufende Schulterkante &amp;lt;br /&amp;gt; SB: basaltgrau, feine und mittlere Graphitmagerung, vereinzelt Quarzkörner&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 32&lt;br /&gt;
| Ulm&lt;br /&gt;
| Eisentonkeramik &amp;lt;br /&amp;gt; Graphitengobierte Keramik&lt;br /&gt;
| 48° 24′ N &amp;lt;br /&amp;gt; 9° 59′ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 478 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| FK: 1953 A. Rieber/K. Reutter &amp;lt;br /&amp;gt;    1961 Staatl. Amt für Denkmalpflege &amp;lt;br /&amp;gt;    1928 ohne Befundkontext &amp;lt;br /&amp;gt; L: R. Schreg Blog Archaeologik 05.01.2015 &amp;lt;br /&amp;gt;    U. Gross 2009 + 2015&lt;br /&gt;
| Spätmittelalter – Frühe Neuzeit&lt;br /&gt;
| F: Töpfe, Henkeltopf &amp;lt;br /&amp;gt; V: ovale Stempeleindrücke mit Kreuz, unterhalb des Kremprandes breite Riefe &amp;lt;br /&amp;gt; SB: hoher Graphitanteil in der Magerung und Quarzmagerung &amp;lt;br /&amp;gt; Weitere Funde von Graphitkeramik und graphitengobierter Ware, die frühneuzeitlich datiert werden &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 33&lt;br /&gt;
| Burg Helfenstein, &amp;lt;br /&amp;gt; Geislingen an der Steige&lt;br /&gt;
| Eisentonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 36′ 58″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 9° 50′ 49″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 610 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1922 K. A. Koch &amp;lt;br /&amp;gt;    1932–1938 G. Burghardt &amp;lt;br /&amp;gt; L: R. Schreg Blog Archaeologik 05.01.2015 &amp;lt;br /&amp;gt;    U. Gross 2009&lt;br /&gt;
| Spätmittelalter – Frühe Neuzeit&lt;br /&gt;
| F: Töpfe &amp;lt;br /&amp;gt; V: 2 identische Stempelmarken auf dem Rand, zwei umlaufende Rillen im oberen Gefäßbereich &amp;lt;br /&amp;gt; SB: hoher Graphitanteil in der Magerung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 34&lt;br /&gt;
| Obernzell&lt;br /&gt;
| Eisentonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 33′ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 38′ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 294 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| L: H. Böhmer 2015 &amp;lt;br /&amp;gt;    Gemeindeblatt Nr. 29, 2017&lt;br /&gt;
| Spätmittelalter – Frühe Neuzeit&lt;br /&gt;
| F: Topf &amp;lt;br /&amp;gt; V: Rille unter dem Rand, 2 Töpfermarken &amp;lt;br /&amp;gt; SB: dunkelgrau-schwarz, hoher Graphitanteil in der Magerung, Mohs 2&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturhinweise==&lt;br /&gt;
*Altjohann 2012: M. Altjohann, Das spätrömische Kastell Boiotro zu Passau-Innstadt. Materialhefte zur Bayerischen Archäologie. Fundinventare und Ausgrabungsbefunde (Kallmünz/Opf. 2012). ISBN 13: 978-3-78475-096-5. ISBN 10: 3-784750-966-X.&lt;br /&gt;
*Bizer 2006: Ch. Bizer, Oberflächenfunde von den Burgen der Schwäbischen Alb. Ein Beitrag zur Keramik- und Burgenforschung (Stuttgart 2006). ISBN 13: 978-3-80622-038-4.&lt;br /&gt;
*Böhmer 2008: H. Böhmer, Die Ilzer Schwarzhafner vom Ende des 16. bis Ende des 19. Jahrhunderts. In: R. Mennicken u.a. (Hrsg.), 40 Jahre Keramikforschung. Rückblick – Stand der Forschung – Ausblick. Beiträge zum 40. Internationalen Hafnerei-Symposium des Arbeitskreises für Keramikforschung in Obernzell/Bayern vom 16.09. bis 21.09.2007 (Raeren 2008) 139֪–152. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Böhmer 2015: H. Böhmer, Qualitätszeichen auf Graphit-Keramik des 15. und 16. Jh. In: S. Glaser (Hrsg.), Keramik im Spannungsfeld zwischen Kunst und Handwerk. Beiträge des 44. Internationalen Symposiums Keramikforschung im Germanischen Nationalmuseum, Nürnberg, 19-23. September 2011 (Nürnberg 2015) 77–83. ISBN 13: 978-3-93668-893-1. ISBN 10: 3-93668-893-1.&lt;br /&gt;
*Bogusław 1998: G. Bogusław, Bemerkungen zur Graphittonkeramik als historischer Quelle (am Beispiel der Graphittonkeramik aus Opole). In: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998) 17–19. ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
*Bräuning u.a. 2008: A. Bräuning/R. Schreg/U. Schmidt, Ulm. Archäologischer Stadtkataster Baden-Württemberg. Band 35, 1 Text (Stuttgart 2008). ISBN 13: 978-3-92771-493-9.&lt;br /&gt;
*Dannheimer 1973: H. Dannheimer, Keramik des Mittelalters aus Bayern. Ein Katalog. Kataloge der Prähistorischen Staatssammlung XXI (Kallmünz Opf. 1973). ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Dannheimer 1988: H. Dannheimer, Aschheim im frühen Mittelalter. Archäologische Funde und Befunde. In: J. Werner (Hrsg.), Münchener Beiträge zur Vor- und Frühgeschichte 32, 1 (München 1988). ISBN 10: 3-40630-287-4.&lt;br /&gt;
*Dell’Mour 2002: R. W. Dell’Mour, Mikroskopische Untersuchungen an frühmittelalterlicher Keramik von Thunau am Kamp, NÖ Lokalware – Importe– Rohstoffherkunft, Österreichische Akademie der Wissenschaften, Anzeiger der Philosophisch-Historischen Klasse 136, 2001 (Wien 2002) 69–109. ISBN 13: 978-3-70013-066-6. ISBN 10: 3-70013-066-X.&lt;br /&gt;
*Dostál 1998: B. Dostál, Über die Anfänge der slawischen Graphittonkeramik in Mähren. In: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998) 67–86. ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
*Duma/Ravasz 1976: G. Duma/C. Ravasz, Graphithaltige Gefäße aus Österreichs Mittelalter. In: Archaeologia Austriaca. Beiträge zur Paläanthropologie, Ur- und Frühgeschichte Österreichs 59/60 (Wien 1976) 225–242. ISSN: 1816-2959.&lt;br /&gt;
*Dvorská u.a. 1998: J. Dvorská/L. Poláček/G. Schneider, Chemische Analyse der Keramik von Mikulčice. In: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998) 295–312. ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
*Endres 1982: W. Endres, Zur Entstehung und chemischen Struktur „schwarz“ färbender Pigmente bei unglasierter Irdenware. In: L. Kriss-Rettenbeck/I. Bauer (Hrsg.), Beiträge zur Keramikforschung. Festschrift für Alfred Höck zum 60. Geburtstag. Volkstümliche Keramik aus Europa 2 (München 1982) 47–70. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Endres 1993: W. Endres, Spätmittelalterliche Funde von der Saldenburg, Gde. Saldenburg, Lkr. Freyung-Grafenau. In A. Leidl (Hrsg.), Ostbairische Grenzmarken. Passauer Jahrbuch für Geschichte, Kunst und Volkskunde 35 (Passau 1993) 24–54. ISSN: 0078-6845.&lt;br /&gt;
*Endres 1998: W. Endres, Archäologische Funde. In: J. P. Niemeier/H. W. Schuster/R. Loibl, Ritterburg und Fürstenschloss 2. Archäologische Funde. Begleitband zur Ausstellung im Oberhausmuseum Passau 1998 (Passau 1998). ISBN 13: 978-3-79171-598-8. ISBN 10: 3-79171-583-6.&lt;br /&gt;
*Engelhardt/Pleyer 1986: B. Engelhardt/R. Pleyer, Die archäologische Untersuchung des Burgstalls Saunstein, Gmkg. Mitternach, Gde. Markt Schönberg, Lkr. Freyung-Grafenau. In: A. Leidl (Hrsg.), Ostbairische Grenzmarken 28. Passauer Jahrbuch für Geschichte, Kunst und Volkskunde (Passau 1986) 59–78. ISSN: 0078-6845.&lt;br /&gt;
*Felgenhauer-Schmiedt 1998: S. Felgenhauer-Schmiedt, Graphittonkeramik des Früh- und Hochmittelalters in Niederösterreich. In: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998) 199–212. ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
*Felgenhauer-Schmiedt 1981: S. Felgenhauer-Schmiedt, Herstellungsmethoden der mittelalterlichen Keramik + Katalog. In: O. Harl (Hrsg.), Keramische Bodenfunde aus Wien. Mittelalter – Neuzeit. Eigenverlag der Museen der Stadt Wien (Wien 1981) 35–126. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Gemeindeblatt Markt Obernzell (September–Dezember 2017): Hanfnerzeller Archiv zum Anfassen &amp;lt;https://www.obernzell.de/images/stories/Gemeindeblatt/Gemeindeblatt_Nr_29.pdf&amp;gt; S. 13 [Stand: 02.09.2019].&lt;br /&gt;
*Gregerová/Procházka 1998: M. Gregerová/R. Procházka, Erste Ergebnisse naturwissenschaftlicher Untersuchungen an Graphittonkeramik aus Brno (Brünn). In: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998) 275–278. ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
*Gross 1991: U. Gross, Die Bügelhenkelkanne, eine Hauptform der süddeutschen Keramik des Hoch- und Spätmittelalters. Beiträge zur Mittelalterarchäologie Österreichs 7, 1991, 69–77. ISSN: 1011-0062.&lt;br /&gt;
*Gross 2009: U. Gross, Keramikverbreitung und herrschaftliche Strukturen. Beispiele aus dem Mittelalter und der Frühen Neuzeit in Südwestdeutschland. In: D. Krausse u.a. (Hrsg.), Kulturraum und Territorialität: archäologische Theorien, Methoden und Fallbeispiel. Kolloquium des DFG-SPP 1171, Esslingen 17.-18. Januar 2007 (Rahden 2009) 159–175. ISBN 13: 978-3-89646-443-9. ISBN 10: 3-89646-443-4.&lt;br /&gt;
*Gross 2015: U. Gross, Sturzbecher oder Becherschrauben und schwarze Töpfe. Eine gläserne Sonderform und östliche Keramikimporte im frühneuzeitlichen Ulm. Fundberichte aus Baden-Württemberg 35, 2015, 561–573. ISBN 13: 978-3-80623-144-1. ISSN: 0071-9897.&lt;br /&gt;
*Hänsel 1966: B. Hänsel, Beschreibung der keramischen Gruppen. In: V. Milojcic (Hrsg.), Bericht über die Ausgrabungen und Bauuntersuchungen in der Abtei Frauenwörth auf der Fraueninsel im Chiemsee 1961-1964. Bayerische Akademie der Wissenschaften. Philosophisch-historische Klasse. Abhandlungen. Neue Folge 65 (München 1966) 177–200. ISBN 13: 978-3-76960-060-5. ISBN 10: 3-76960-060-6.&lt;br /&gt;
*Hensch 2005a: M. Hensch, Burg Sulzbach in der Oberpfalz. Archäologisch-historische Forschungen zur Entwicklung eines Herrschaftszentrums des 8. bis 14. Jahrhunderts in Nordbayern. Materialien zur Archäologie in der Oberpfalz 3, 1 (Text und Katalog) (Büchenbach 2005). ISBN 13: 978-3-93347-430-8. ISBN 10: 3-93347-430-2.&lt;br /&gt;
*Hensch 2005b: M. Hensch, Burg Sulzbach in der Oberpfalz. Archäologisch-historische Forschungen zur Entwicklung eines Herrschaftszentrums des 8. bis 14. Jahrhunderts in Nordbayern. Materialien zur Archäologie in der Oberpfalz 3, 2 (Tafeln und begleitende Beiträge) (Büchenbach 2005). ISBN 13: 978-3-93347-430-8. ISBN 10: 3-93347-430-2.&lt;br /&gt;
*Huber u.a. 2003: E. H. Huber/K. Kühtreiber/G. Scharrer-Liška, Die Keramikformen des Hoch- und Spätmittelalters im Gebiet der heutigen Stadt Wien sowie der Bundesländer Niederösterreich und Burgenland. In: K. Spindler/H. Stadler (Hrsg.), Beiträge vom 34. Internationalen Hafnerei-Symposium auf Schloß Maretsch in Bozen/Südtirol 2001. Nearchos 12, Veröffentlichungen des Arbeitskreises für Keramikforschung 3 (Innsbruck 2003) 43–66. ISBN 13: 978-3-90077-333-5.&lt;br /&gt;
*Kappel 1969: I. Kappel, Die Graphittonkeramik von Manching. In: W. Krämer, Die Ausgrabungen in Manching 2 (Wiesbaden 1969). ISBN 13: 978-3-51500-386-5. ISBN 10: 3-51500-386-X.&lt;br /&gt;
*Kasparek 1961: M. U. Kasparek, Keramik aus Regensburg aus dem 11. – 17. Jahrhundert. &amp;lt;http://nbn-resolving.de/urn/resolver.pl?urn=urn:nbn:de:bvb:355-rbh-1748-8&amp;gt; [Stand 06.08.2020]. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Kaufmann 1999: V. Kaufmann, Der Burgstall Warberg bei Neunburg vorm Wald. Materialien zur Archäologie in der Oberpfalz 1 (Büchenbach 1999). ISBN 13: 978-3-93347-402-5. ISBN 10: 3-93347-402-7.&lt;br /&gt;
*Koch 1993: R. Koch, Keramik des frühen und hohen Mittelalters aus Bayerisch-Schwaben. In: M. Petzet (Hrsg.), Forschungen zur Geschichte der Keramik in Schwaben. Arbeitshefte des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege 58 (München 1993) 119–128. ISBN 13: 978-3-87490-560-2. ISBN 10: 3-87490-560-8.&lt;br /&gt;
*Koch 2017: R. Koch, Ausgrabungen in der Burg Wittelsbach 1978-1981. Befunde und Funde. Materialhefte zur Bayer. Archäologie. Fundinventare und Ausgrabungsbefunde 105 (Kallmünz/Opf. 2017). ISBN 13: 978-3-78475-405-5. ISBN 10: 3-78475-405-8.&lt;br /&gt;
*Kouřil 1998: P. Kouřil, Zu den Anfängen der slawischen Graphittonkeramik in Schlesien. In: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998) 37–66. ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
*Kühtreiber 2006: K. Kühtreiber, Die hochmittelalterliche Keramik im südlichen Niederösterreich. Ihre Entwicklung, ihre Formen und Beziehungen zu den benachbarten Keramikregionen. Beiträge zur Mittelalterarchäologie in Österreich 22 (Wien 2006) 93–148. ISSN: 1011-0062.&lt;br /&gt;
*Lehrberger u.a. 2011: G. Lehrberger/F. Duschl/G. Wimmer, Graphit – ein besonderer mineralischer Rohstoff der Vor- und Frühgeschichte in Mitteleuropa. Eigenschaften, Entstehung, Verwendung und Vorkommen. In: K. Schmotz (Hrsg.), Vorträge des 29. Niederbayerischen Archäologentages (Leidorf 2011) 313–348. ISBN 13: 978-3-89646-240-4.&lt;br /&gt;
*Mämpel 1998: U. Mämpel, Meine historischen und technischen Erfahrungen mit schwarzgebrannter Irdenware. In: W. Endres/B. Kerkhoff-Hader (Hrsg.), 30. Internationales Hafnerei-Symposium in Obernzell vom 07. bis 11. Oktober 1997 (Bamberg 1998) 12–13. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Miklós/Vizi 2002: Sz. Miklós/M. Vizi, Beiträge zur Siedlungsgeschichte des mittelalterlichen Marktfleckens Ete. Acta Arch. Acad. Scien. Hungaricae 53, 2002, 195–253.&lt;br /&gt;
*Mittelstraß 1994: T. Mittelstraß, Die Funde der archäologischen Ausgrabungen von 1991-1992 im Murnauer Schloss. In: T. Mittelstraß (Hrsg.), Schloß Murnau. Ein Bauwerk der Stauferzeit und seine Geschichte (Murnau 1994) 120–251. ISBN 13: 978-3-98038-163-5. ISBN 10: 3-98038-163-3.&lt;br /&gt;
*Mittelstraß 2006: T. Mittelstraß, Urnengrab, Königsgrab, Grafenburg, Pflegschloss. Die Ergebnisse der archäologischen Grabungen auf dem Hofberg in Bad Aibling. In: G. Mayr (Hrsg.), Bad Aibling. Geschichte einer Stadt. Band 1 (Bad Aibling 2006) 35–71. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Mittelstraß 2007: T. Mittelstraß, Graphitkeramik des Mittelalters und der frühen Neuzeit in Altbayern. Ein Beitrag zum Beginn und zur Frühzeit der Obernzeller Produktion. Bayerische Vorgeschichtsblätter 72, 2007, 235–318. ISBN 13: 978-3-40611-077-1. ISSN: 0341-3918.&lt;br /&gt;
*Niemeier 1994: J.-P. Niemeier, Die Grabung an der Schlosserstiege in der Passauer Altstadt – Ein Schnitt durch 2000 Jahre Stadtgeschichte. In: K. Schmotz, Vorträge des 12. Niederbayerischen Archäologentages (Deggendorf 1994) 251–276. ISBN 13: 978-3-92473-458-9. ISBN 10: 3-92473-458-5.&lt;br /&gt;
*Nießen (in Bearbeitung): I. Nießen, Laufendes Promotionsprojekt zu der Ausgrabung Regensburg Donaumarkt „Museum der Bayerischen Geschichte“ Friedrich-Schiller-Universität Jena. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Pechtl/Eibl 2011: J. Pechtl/F. Eibl, Die neolithische Graphitnutzung in Südbayern. In: K. Schmotz (Hrsg.), Vorträge des 29. Niederbayerischen Archäologentages (Leidorf 2011) 349–432. ISBN 13: 978-3-89646-240-4. ISSN: 1438-2040.&lt;br /&gt;
*Polácek 1998: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998). ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
*Reinecke 1936: P. Reinecke, Karolingische Keramik aus dem östlichen Bayern. Germania 20, 1936, 198–202. ISSN: 0016-8874.&lt;br /&gt;
*Reschreiter 2001: J. Reschreiter, Versuche zu urgeschichtlicher Keramik. In: K. Grömer, K. Löcker, M. Mehofer (Hrsg.), Archäologie Österreichs 12 Sonderheft (Wien 2001) 22–26. ISSN: 1018-1857.&lt;br /&gt;
*Riedel 2000: G. Riedel, Ingoldesstat. Archäologische Untersuchungen zu Ingolstadt im Mittelalter. Beiträge zur Geschichte Ingolstadts (Ingolstadt 2000). ISBN 13: 978-3-92025-343-5. ISBN 10: 3-92025-343-4.&lt;br /&gt;
*Scharrer-Liška 2003: G. Scharrer-Liška, Die Entwicklung Hochmittelalterlicher Vorratsgefäße aus der Grafitkeramik im Gebiet des heutigen Ostösterreichs und der angrenzenden Gebiete. In: K. + Th. Kühtreiber (Hrsg.), Beiträge zur historischen Archäologie. Festschrift für Sabine Felgenhauer-Schmiedt zum 60. Geburtstag. Beiträge zur Mittelalterarchäologie in Österreich 6 (Wien 2003) 45–60. ISBN 10: 3-95008-514-9.&lt;br /&gt;
*Scharrer-Liška 2007: G. Scharrer-Liška, Die hochmittelalterliche Grafitkeramik in Mitteleuropa und ihr Beitrag zur Wirtschaftsgeschichte. Forschungsstand - Hypothesen - offene Fragen. Monographien des Römisch-Germanischen Zentralmuseums 68 (Mainz 2007). ISBN 13: 978-3-79541-857-1. ISBN 10: 3-79541-857-7.&lt;br /&gt;
*Schmid-Hecklau 2004: A. Schmid-Hecklau, Die archäologischen Ausgrabungen auf dem Burgberg in Meißen. In: J. Oexle (Hrsg.), Die Grabungen 1959-1963. Veröffentlichungen des Landesamtes für Archäologie im Landesmuseum für Vorgeschichte 43 (Dresden 2004). ISBN 13: 978-3-91000-859-5. ISBN 10: 3-91000-859-3.&lt;br /&gt;
*Schußmann 1997: M. Schußmann, Eine neuentdeckte Höhensiedlung der Hallstattzeit im südlichen Mittelfranken. Beitr. Arch. Mittelfranken 3, 1997, 97–108. ISSN: 1430-5461.&lt;br /&gt;
*Schreg 2015: R. Schreg, Eisentonkeramik aus Ulm und Geislingen – ein Zeugnis ulmischen Donauhandels. Blog Archaeologik (05.01.2015) &amp;lt;https://archaeologik.blogspot.com/2015/01/eisentonkeramik-aus-ulm-und-geislingen.html&amp;gt; [Stand 05.08.2019]. ISSN: 2197-7283.&lt;br /&gt;
*Staňa 1998: Č. Staňa, Die frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mittelmähren. In: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998) 87–125. ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
*Trebsche 2011: P. Trebsche, Eisenzeitliche Graphittonkeramik im mittleren Donauraum. In: K. Schmotz (Hrsg.), Vorträge des 29. Niederbayerischen Archäologentages (Leidorf 2011) 449–481. ISBN 13: 978-3-89646-240-4. ISSN: 1438-2040.&lt;br /&gt;
*van den Boom 1991: H. van den Boom, Großgefäße und Töpfe der Heuneburg. Heuneburgstudien VIII. Röm.-German. Forschung 51 (Mainz 1991). ISBN 10: 3-80531-190-7.&lt;br /&gt;
*v. Bomhard 1966: P. v. Bomhard, Das Münster Frauenchiemsee im Spiegel der kunstgeschichtlichen Forschung. In: V. Milojcic (Hrsg.), Bericht über die Ausgrabungen und Bauuntersuchungen in der Abtei Frauenwörth auf der Fraueninsel im Chiemsee 1961-1964. Bayerische Akademie der Wissenschaften. Philosophisch-historische Klasse. Abhandlungen. Neue Folge 65 (München 1966) 21–42. ISBN 13: 978-3-76960-060-5. ISBN 10: 3-76960-060-6.&lt;br /&gt;
*Wandling 1996: W. Wandling, Archäologische Untersuchungen im Burgstall von Untergriesbach, Lkr. Passau. In: K. Schmotz (Hrsg.), Vorträge des 14. Niederbayerischen Archäologentages (Deggendorf 1996) 211–224. ISBN 13: 978-3-89646-225-1. ISBN 10: 3-89646-225-3.&lt;br /&gt;
*Wandling 1997: W. Wandling, Ausgrabung im Burgstall von Untergrießbach, Lkr. Passau, Niederbayern. In: Das archäologische Jahr in Bayern 1996 (Stuttgart 1997) 166–168. ISBN 13: 978-3-80621-311-9.&lt;br /&gt;
*Wandling 2010: W. Wandling, Auf den Spuren der Burg Windberg. In: 1000 Jahre Windorf: Ein Erinnerungsbuch (Windorf 2010) 44–49. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Wandling 2017: W. Wandling, Ausgrabungen und Funde im Landkreis Passau 2013-2016. In: F.-R. Erkens, Passauer Jahrbuch. Beiträge zur Geschichte, Geographie und Kultur Ostbaierns LIX/2017 (Passau 2017) 351–379. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Weid 2000: E. Weid, Die Kleinfunde der mittelalterlichen Siedlung von Zuchering bei Ingolstadt. Arbeiten über die Archäologie Süddeutschlands 10 (Büchenbach 2000). ISBN 13: 978-3-93347-408-7.&lt;br /&gt;
*Wintergerst 1999: M. Wintergerst, Die Ausgrabung „Ledergasse 1“ in Regensburg. Eine formenkundliche Studie zur Keramik des 10. bis 13. Jahrhunderts in Bayern. Materialh. Arch. Mittelalter u. Neuzeit 4 (Rahden/Westf. 1999). ISBN 13: 978-3-89646-453-8. ISBN 10: 3-89646-453-1.&lt;br /&gt;
*Wolf 1971: H. Wolf, Eine frühmittelalterliche, latène- und hallstattzeitliche Kulturschicht unter der Stadtmauer von Cham. urn:nbn:de:bvb:355-ubr00031-0219-4. Universität Regensburg [Stand 22.08.2019]. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Zamelska 1998: K. Zamelska, Graphitkeramik in Polen – Chronologie und Verbreitung. In: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998) 33–36. ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[kategorie:Warenart]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>M. Rühle</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://amanz-balismink.rproxy.rz.uni-bamberg.de/balismink/index.php?title=Graphitkeramik&amp;diff=5636</id>
		<title>Graphitkeramik</title>
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		<updated>2023-05-13T22:28:20Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;M. Rühle: /* Verbreitung */ Abbildungen eingefügt&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
{{stub}}&lt;br /&gt;
Graphitkeramik ist ein Oberbegriff für verschiedene Waren, bei deren Herstellung oder Verzierung Graphit verwendet wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*graphitierte Keramik: mit einem Graphitüberzug bzw. einer Graphitbemalung&lt;br /&gt;
*[[Graphittonkeramik]]. Neben einer vor allem in Österreich sowie Böhmen und Mähren verbreiteten [[Graphittonware (Österreich, Böhmen und Mähren, FMa)]] gehören hierzu auch [[Graphittontiegel|graphitgemagerte Tiegel]] sowie die spätmittelalterliche/ frühneuzeitliche [[Eisentonkeramik]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einführung==&lt;br /&gt;
Graphitkeramik ist seit dem Neolithikum bekannt (Dostál 1998, 67), in der Bronzezeit belegt (Dell`Mour 2002, 84) und hat den ersten Höhepunkt ihres Vorkommens in der Eisenzeit – insbesondere in der Latènezeit. Um die Zeitenwende verliert sich ihre Spur. Im 8. Jh. erscheint sie im niederösterreichischen Donauraum erneut und wird im Verlauf des 9./10. Jh. dort und in den angrenzenden Gebieten, v.a. Mähren und Schlesien, bis ins 13. Jh. zeitweise zur bestimmenden Warenart (Mittelstraß 2007, 244; Felgenhauer-Schmiedt 1998, 201).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachweisbar ist mittelalterliche Graphitkeramik heute in Österreich, Polen, Tschechien, Slowenien, Ungarn und Deutschland (Scharrer-Liška 2003, 46). Der Forschungsstand in diesen Regionen ist sehr unterschiedlich. Während in Österreich und Tschechien bereits einiges an Forschungsarbeit geleistet wurde, hat die Graphitkeramik in den übrigen Regionen aus unterschiedlichen Gründen noch wenig Interesse erfahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Krenz Abb. 1 Graphit.jpg|400px|thumb|right|Abb. 1: Graphit (Lehrberger u.a. 2011, 325).]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Krenz Abb. 2 Graphitlagerstätten.jpg |400px|thumb|right|Abb. 2: Graphitlagerstätten Mitteleuropa (Scharrer-Liška 2017, 17).]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im deutschen Raum ist dies v.a. auf den Umstand zurückzuführen, dass mittelalterliche Graphitkeramik nach jetzigem Forschungsstand (fast) im gesamten Gebiet als reine Importkeramik bewertet werden muss, nur an wenigen Fundplätzen greifbar wird, dort meist nur in geringer Menge vorhanden ist und somit für die Auswertung des Keramikspektrums der jeweiligen Referenzkomplexe nur eine begrenzte Aussagekraft besitzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit vorliegender Arbeit wird ein erster Schritt unternommen, einerseits einen zusammenfassenden Forschungsstand darzustellen und andererseits über eine Kartierung der recherchierten süddeutschen Fundplätze eine Verbreitung dieser Keramikvariante in diesem Gebiet zu erfassen. Dies kann als Grundlage für die zukünftige Beantwortung der aufzuwerfenden Forschungsfragen dienen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gründe für die Verwendung des Minerals [[Graphit]] bei der Herstellung von Tongefäßen werden v.a. in den besonderen physikalisch-chemischen Eigenschaften gesucht, die der Graphitkeramik – speziell der Graphittonkeramik (d.h. mit Graphit gemagerter Keramik) – nach heutigem Wissensstand nachgewiesen werden können. Dazu zählen Hydrophobie (der ansonsten wasserdurchlässigen mittelalterlichen Irdenware), die erhöhte Wärmeleitfähigkeit, Temperaturwechselbeständigkeit sowie eine hohe Resistenz gegen Laugen und Säuren (Mittelstraß 2007, 236, Scharrer-Liška 2007, 150). Inwieweit diese Eigenschaften im Früh- und Hochmittelalter bereits bekannt waren, kann derzeit nicht beantwortet werden. Das Typenspektrum der Graphitkeramik im Hochmittelalter weist Formen auf, für die die besonderen Eigenschaften der Graphitkeramik keine Bedeutung hatten (Scharrer-Liška 2007, 150). Hier müssen Gründe wie Tradition und Gewohnheit, Stil, Nachahmung metallischer Gefäße und Prestige genauso in die Interpretation mit einbezogen werden wie mögliche brenntechnische Gründe (Scharrer-Liška 2007, 151). Erst ab dem Spätmittelalter nimmt das Formenspektrum dieser speziellen Keramik wieder ab und beschränkt sich auf Formen wie Kochgeschirr, Vorratsgefäße und Schmelztiegel. Spätestens ab diesem Zeitpunkt kann davon ausgegangen werden, dass die besonderen Eigenschaften der Graphitkeramik bekannt waren (Scharrer-Liška 2007, 150). Mit der im ausgehenden Spätmittelalter / der beginnenden Neuzeit aufkommenden Eisentonkeramik, einer speziellen Variante dieser Keramikart, setzt sich die Entwicklung der Graphitkeramik bis in die Neuzeit fort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Graphit ist ein metallisch glänzender Rohstoff, der auf natürliche Weise aus Faulschlamm unter der Einwirkung von hohem Druck und Temperatur entstand (Scharrer-Liška 2007, 14) (Abb. 1).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Lagerstätten von Graphit in Mitteleuropa sind stark begrenzt und beschränken sich v.a. auf die Böhmische Masse, einem geologisch alten Rumpfgebirge. Bekannte Fundstätten liegen im Bayerischen Wald und ziehen über Böhmen, den mährisch-schlesischen Raum, das Mühl- und Waldviertel, den Dunkelsteiner Wald bis in die Grauwackerzone der Steiermark und Kärntens in Österreich (Abb. 2). Unbedeutendere Lagerstätten befinden sich in Tirol (Scharrer-Liška 2007, 15; 2003, 45). Im deutschen Grenzgebiet ist der Passauer Raum, speziell die Region um das heutige Kropfmühl, für Graphitvorkommen bekannt. Bei der archäologischen Lagerstättenkartierung muss allerdings der Umstand beachtet werden, dass i.d.R. nur heutige abbauwürdige Vorkommen kartiert werden, kleinräumigere Vorkommen dagegen nicht bekannt sind oder in der Vergangenheit bereits ausgebeutet wurden und aus diesen Gründen nicht erfasst werden (Mittelstraß 2007, 244).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Forschungsgeschichte==&lt;br /&gt;
Außer in einem kurzen Zeitraum während des frühen 13. Jh., als nach Vermutung von T. Mittelstraß im Hinterland von Passau ein Produktionsstandort existiert haben könnte (Mittelstraß 2007, 251), muss nach jetzigem Forschungsstand mittelalterliche Graphitkeramik in Süddeutschland vom Früh- bis zum Ende des Spätmittelalters als reine Importkeramik, v.a. aus österreichischen und böhmisch-mährischen Gebieten, angesehen werden. Durch diesen Umstand bedingt, sind derartige Scherben in den meisten Fundkomplexen nur in sehr geringer Anzahl vorhanden und für die Auswertung der Keramikkomplexe oft zu unbedeutend in ihrer Aussagekraft. Entsprechend schmal ist die Publikationslage.&lt;br /&gt;
Grundlegend ist daher ein Artikel von T. Mittelstraß aus dem Jahr 2007 „Graphitkeramik des Mittelalters und der frühen Neuzeit in Altbayern. Ein Beitrag zum Beginn und zur Frühzeit der Obernzeller Produktion“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besser ist hier der Forschungsstand in Österreich, wo Graphitkeramik vom 8.–13. Jh. in viel stärkerem Ausmaß vorkommt und in bestimmten Gebieten in diesem Zeitraum zur vorherrschenden Keramikart wird. Hier sind v.a. die Arbeiten von S. Felgenhauer-Schmiedt, G. Scharrer-Liška und K. Kühtreiber zu nennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiteres wichtiges Herstellungs- und Verbreitungsgebiet der mittelalterlichen Graphitkeramik war die Region Mähren, die von B. Dostál und Č. Staňa bearbeitet wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Aussagekraft dieser Publikationen ist für die Region Süddeutschland hinsichtlich Verbreitung und Fundaufkommen allerdings begrenzt und besitzt in erster Linie für wirtschaftsgeschichtlich-archäologische Fragestellungen Relevanz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verbreitung==&lt;br /&gt;
[[Datei:Krenz Abb. 3 GK Rauer Kulm.jpg|400px|thumb|right|Abb. 3: Graphittonware Rauher Kulm (Zeichnung und Bearbeitung: H. Losert, unpubliziert).]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Krenz Abb. 4 Verteilung a reduziert3.jpg|400px|thumb|right|Abb. 4: Verbreitungskarte Graphitkeramik (ohne Grauschwarz hartgebrannte Drehscheibenware). Die Nummern entsprechen den Nummern der Referenzkomplextabelle. Kartierung: J. Krenz. Graphische Umsetzung: F. Griessel.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Krenz Abb. 5 Eisentonkeramik Schustergasse.jpg|200px|thumb|right|Abb. 5: Eisentonkeramik Passau Schustergasse (Böhmer 2015, 81).]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das erneute Aufkommen der Graphitkeramik im Mittelalter nahm nach bisherigem Forschungsstand seinen Anfang in Österreich. Dort ist sie in wiederbesiedelten antiken Orten in den entsprechenden nachrömischen Schichten archäologisch im ausgehenden 8. Jh. nachweisbar, so in Tulln, Mautern und Wien. Sicher zu belegen ist die weitere Verbreitung im 9. Jh. im niederösterreichischen Donauraum. Von dort greift die Graphitkeramik im späten 9. und beginnenden 10. Jh. nach Mähren und die Gebiete nördlich, östlich und westlich davon aus (Felgenhauer-Schmiedt 1998, 200).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Mähren ist Graphitkeramik v.a. auf slawischen Burgen dokumentiert. Beispiele hierfür bilden der Burgwall Staře Zámsky bei Brno-Lišeň (ab frühem 10. Jh.), Zelená Hora (Anfänge im 10. Jh., stark vertreten im 11.–13. Jh.) und die Burg Přerov (ab 10. Jh.) (Staňa 1998, 88–114).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im heutigen Polen erreichte die Graphitkeramik ihre stärkste Verbreitung im 12./13. Jh., älteste Gefäße können aber bereits in Opole im 9./10. Jh. nachgewiesen werden (Zamelska 1998, 33). In schlesischen Gebieten finden sich Graphitgefäße z.B. in Chotěbuz-Podobora, Hradec nad Moravici und Stavenice ebenfalls ab der Mitte des 10. Jh. Im 11./12. Jh. steigt hier die Beliebtheit von Graphitkeramik in solchem Maße, dass alle Formen der Keramik mit Graphitmagerung hergestellt wurden und sie auf fast allen Fundstellenarten, auf befestigten Plätzen, in dörflichen Ortschaften, in Gräbern und Städten auftritt (Kouřil 1998, 39 ff.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In böhmischen Fundkomplexen wird Graphitkeramik eher selten geborgen. Dort nahm sie sowohl im Früh- als auch im Hochmittelalter nirgends eine dominierende Stellung ein. Erst ab dem 13. Jh. ist sie im Siedlungsmaterial in nennenswertem Umfang nachweisbar, scheint allerdings bereits im 14. Jh. keine Rolle mehr zu spielen (Mittelstraß 2007, 249).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im heutigen Deutschland ist mittelalterliche Graphitkeramik nach neuestem Forschungsstand sehr früh belegt. Mit dem Kastell Boiotro in [[Passau]] (Altjohann 2012, 92) und dem Rauhen Kulm (Freundlicher Hinweis PD. Dr. H. Losert, unpubliziert) bei Neustadt am Kulm sind Fundplätze verbürgt, deren Material bereits ins 8./9. Jh. datiert (Abb. 3). Falls es sich um Import handelt, kann als Herstellungsgebiet allein der niederösterreichische Raum in Frage kommen. Dies setzt einen intensiven Handelsaustausch mit dieser Region zu einem sehr frühen Zeitpunkt voraus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Graphitkeramik der Abtei [[Frauenwörth]] (Chiemsee) (Mittelstraß 2007, 257) und aus der Grabung am Donaumarkt in [[Regensburg]] (Freundlicher Hinweis I. Nießen) liegt Fundmaterial aus dem 9./10.–12. Jh. vor. Der Großteil der weiteren Fundplätze in Süddeutschland zeigt Material mit Datierungen zwischen dem 10.–13. Jh. Als westlichster Punkt von Graphitkeramik muss derzeit ein Fund von zwei Graphittonscherben vom nordwestlichen burgnahen Hangbereich des Schlosses Pappenheim im Lkr. Weißenburg-Gunzenhausen gewertet werden (Freundlicher Hinweis PD Dr. phil. habil. Schußmann: Scherbe Nr. 1 wurde zunächst als latènezeitlich publiziert – Schußmann 1997, 108, mit dem Fund einer – später gefundenen – passenden Randscherbe als mittelalterliches Fundgut des 11./12. Jh. n. Chr. identifiziert).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Betrachtung der Verbreitungskarte (die allerdings einen temporären Forschungsstand darstellt) zeigt eine Abnahme der Funddichte Richtung Westen in Relation zu den Graphitlagerstätten (Abb. 4).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die spätmittelalterliche/frühneuzeitliche [[Eisentonkeramik]] (Abb. 5) gelangte bedeutend weiter westlich und wartet mit Fundstätten in [[Ulm]] und Geislingen auf (Schreg, Blog Archaeologik 05.01.2015). Nachweisbar ist sie auch im Gebiet um Passau (Endres 1998, Mittelstraß 2007, Böhmer 2015), in Bad Aibling (Mittelstraß 2007), Regensburg (Wintergerst 1999), Murnau (Mittelstraß 1994) und auf der Saldenburg (Endres 1994). Irritierend ist hier allerdings die Fundarmut dieses Materials zwischen dem östlichsten und westlichsten bekannten Verbreitungspunkt in Deutschland. (Als weiterer Fundplatz kann lt. Zeichnungen und Beschreibungen die Abtei Frauenwörth in Chiemsee angenommen werden [Hänsel 1966, Tafeln 4.10 und 5.18].)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das massenhafte Auftreten &amp;quot;graphitengobierter&amp;quot; Scherben als Oberflächenfunde auf den Burgen des 12./13.–15. Jh. der Schwäbischen Alb, wo diese Ware unter der Bezeichnung „grauschwarz hart gebrannte Drehscheibenware“ firmiert (Bizer 2006), will sich nicht so recht in das bisher bestehende Muster einpassen lassen. Mit Masse dürfte es sich hier um fein polierte Keramik handeln, die an die [[Polierte jüngere graue Drehscheibenware (Ulmer Raum, SMa)|polierte jüngere graue Drehscheibenware]] des benachbarten Ulmer Raums erinnert und wohl dort anzugliedenr ist, aber keinen Graphit enthält.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In welcher Form Graphitton verhandelt wurde, ist nicht gesichert. Denkbare Alternativen wären der Handel mit fertigen Gefäßen, mit Graphitton als Rohmaterial oder mit Rohgraphit (Scharrer-Liška 2003, 46). An Fundplätzen, an denen nur vereinzelte Scherben in einem ansonsten andersgearteten Keramikspektrum auftreten, ist zudem die Möglichkeit zu bedenken, dass Graphitgefäße als reine Transportgefäße für Waren, bei denen die hydrophobe Eigenschaft des Transportgefäßes eine wichtige Rolle spielte (z.B. Salz), zufällig vor Ort gelangten. Dies könnte auf den Burgstall Warberg bei Neunburg vorm Wald, den Burgberg in Meißen oder die [[Oberwittelsbach, Burg Wittelsbach|Burg Wittelsbach]] zutreffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warenart(en)==&lt;br /&gt;
Der Umgang mit dem Begriff der „[[Warenart]](en)“ ist in der Keramikforschung insofern problematisch, als dass er im deutschsprachigen Raum mit verschiedenen Inhalten belegt wird. U. Gross steht stellvertretend für eine Forschungsrichtung, die unter „Warenart“ Keramikgruppen fasst, die formale und technische Merkmale in sich vereinen. G. Scharrer-Liška als wichtige Vertreterin der hier behandelten Keramik versteht unter „Warenart“ Keramikgruppen gleichen Materials und Herstellungstechnik ([[Materialgruppe]]n), die formale Kriterien vorerst als irrelevant definiert, da die meisten Formen – je nach Zeitstellung – in sehr unterschiedlichen Warengruppen auftreten können (Scharrer-Liška 2007, 76).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für den süddeutschen Raum wurden bislang nur wenige Versuche unternommen, die mittelalterliche Graphitkeramik zu untergliedern. Als frühestes Beispiel kann B. Hänsel angeführt werden, der bei der Bearbeitung des Fundplatzes Abtei [[Frauenwörth]] (Chiemsee) die Graphitkeramik in drei Unterklassen (D 1–3) unterteilt (Abb. 6) (Hänsel 1966, 177). Da bei seiner Unterteilung auch latènezeitliches Material Eingang findet, des Weiteren die Datierung durch den frühen Zeitpunkt der Bearbeitung des Fundkomplexes (1966) ungewiss erscheint, eignet sich diese Warenartuntergliederung nur bedingt. Ein weiteres Modell der Untergliederung liefern B. Engelhardt und R. Pleyer bei ihrer Bearbeitung des Burgstalls Saunstein (Engelhardt/Pleyer 1986, 71). Sie unterscheiden die drei „Macharten“ A – C. Dabei ist allerdings nur Machart B sicher als Graphitkeramik zu identifizieren, Machart A und C beinhalten sowohl Graphitkeramik als auch Keramik mit Glimmer- und [[Goldglimmer]]magerung. Auch dieses Modell greift in seiner Einteilung zu kurz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Abb. 6: Warenarten nach Hänsel 1966, 177 ff.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Warenart/Eigenschaften&lt;br /&gt;
! D1&lt;br /&gt;
! D2&lt;br /&gt;
! D3&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Graphitanteil&lt;br /&gt;
| sehr hoch&lt;br /&gt;
| weniger Graphit als D1&lt;br /&gt;
| ziemlich hoch&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Magerung&lt;br /&gt;
| fein, bisweilen gröber&lt;br /&gt;
| fein, wenig körnige Magerungszusätze&lt;br /&gt;
| fein&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Brand&lt;br /&gt;
| nicht besonders hart&lt;br /&gt;
| mittelhart&lt;br /&gt;
| hart&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Bruch&lt;br /&gt;
| schwärzlich-silbern&lt;br /&gt;
| -----&lt;br /&gt;
| -----&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Oberfläche&lt;br /&gt;
| schwärzlich-silbern, manchmal rötlichbraun&lt;br /&gt;
| silbrig-schwarz&lt;br /&gt;
| porös, silbrig bis grau&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Zeitstellung&lt;br /&gt;
| wahrscheinlich – wenigstens teilweise Latènezeit&lt;br /&gt;
| Mittelalter?&lt;br /&gt;
| Mittelalter?&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Gefäßform&lt;br /&gt;
| weitmundige Töpfe mit kurz einschwingender Halszone und hoher Randlippe; bauchige Töpfe mit Trichterhals; große, flache Schalen mit sehr breitem Rand&lt;br /&gt;
| bauchiges Gefäß mit abgesetzter, steiler Schulterzone und abgewinkeltem, flachen Trichterhals; Bodenstücke eines Gefäßes mit flach ansteigender Wandung; Gussform für Perlen&lt;br /&gt;
| hohe Gefäße mit verdicktem und nach unten gebogenem Rand; Bodenscherben von steilen Gefäßen; Bodenscherben von bauchigen Gefäßen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Verzierung&lt;br /&gt;
| eng gestellte und tief eingeschnittene senkrechte Rillen auf Gefäßkörper; Rillen in Furchentechnik auf dem Hals der Schale&lt;br /&gt;
| häufig flache Wellenlinienmuster mit breiter Ritztechnik; breite waagerechte Rillen&lt;br /&gt;
| keine bekannt; 1 Abdruck eines Kreuzes als Töpfermarke&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
G. Scharrer-Liška bietet ein Modell der Warenarten ihres Bearbeitungsgebietes (Niederösterreich) an, in welchem sie sieben Warengruppen definiert, von denen Warenarten 1–3 verschiedene Formen der Graphitkeramik aufnehmen (Scharrer-Liška 2007, 76).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Abb. 7: Warenarten nach Huber u.a. 2003, 46.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;width:10em;&amp;quot; | Waren-/Keramikart 1&lt;br /&gt;
| Graphitkeramik (reduzierend gebrannt, sehr  hoher Graphitanteil)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Waren-/Keramikart 2&lt;br /&gt;
| „Ummäntelte“ Graphitkeramik (keine tatsächliche Ummäntelung mit Tonschlicker, wie in älterer Literatur oft angegeben, sondern Wechselbrand, bei dem sekundär unter oxidierender Atmosphäre der Graphit verbrannt wurde und dadurch die Oberfläche, im Gegensatz zum grauen Kern, braune bis rötlich-orange Farbe erhielt)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Waren-/Keramikart 3&lt;br /&gt;
| Stark glimmerhaltige Graphitkeramik (reduzierend gebrannt)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Waren-/Keramikart 4&lt;br /&gt;
| „Eisentonware“ (spätmittelalterliche, reduzierend gebrannte, gering bis mittelstark graphitgemagerte Keramik)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Waren-/Keramikart 5&lt;br /&gt;
| „Grautonware“ (reduzierend gebrannte Irdenware, vor allem steinchengemagert)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Waren-/Keramikart 6&lt;br /&gt;
| Wechselhaft gebrannte Irdenware&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Waren-/Keramikart 7&lt;br /&gt;
| Oxidierend gebrannte Irdenware&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Waren-/Keramikart 8&lt;br /&gt;
| Bleiglasierte Irdenware&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer Publikation von E. H. Huber/K. Kühtreiber/G. Scharrer aus dem Jahr 2003 tritt als Warenart 4 noch die Eisentonkeramik hinzu (Abb. 7) (Huber/Kühtreiber/Scharrer, 2003, 46).&lt;br /&gt;
Ein weiteres System wurde von K. Kühtreiber 2006 publiziert, in welchem sie Graphitkeramik wiederum als EINE Warenart definiert, als primäres Unterscheidungskriterium die Stärke der Magerung wählt und dieser den Brand als Differenzierungsmerkmal unterordnet (Kühtreiber 2006, 96).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den benannten Beispielen wird ein grundsätzliches Problem bei der Erfassung der Graphitkeramik deutlich. Während in Deutschland Graphitkeramik als EINE Warenart definiert wird, die über formale Kriterien weiter untergliedert wird, versteht man im österreichischen Raum Graphitkeramik als Oberbegriff, die existierenden Varianten nach der Definition von G. Scharrer-Liška als eigene Warenarten (außer im System von K. Kühtreiber). Diese kommunikative Unschärfe erschwert die Parallelisierung von Systematisierungssystemen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allen diesen Modellen ist gemeinsam, dass sie sich auf einen konkreten Fundplatz oder ein territorial begrenztes Gebiet beziehen und somit den Rahmen für die Untergliederung sehr eng abstecken. Eine eigene, unabhängige Untergliederung für das süddeutsche Fundgut als fast ausschließlichen Import ignoriert die Herkunft und die damit verbundenen Interpretationsmöglichkeiten. Um die mit der Graphitkeramik in Zusammenhang stehenden Fragestellungen beantworten zu können, erscheint ein Denken in größeren Zusammenhängen sinnvoll. Nötig wäre hier eine – nur der Graphitkeramik in allen ihren Ausprägungen vorbehaltene – Warenartgliederung, die sowohl archäometrische als auch formale Kriterien beinhaltet, sich länderübergreifend auf die Herstellungsregionen stützt und so die Chance bietet, das in den Importregionen zu Tage getretene Fundgut zeitlich und räumlich einzuhängen. Damit wären die Voraussetzungen zur Beantwortung vieler archäologischer Fragen rund um diese Form der Keramik geschaffen. Da diese überregionalen Gliederungen für die Herstellungsgebiete noch fehlen, muss dies zukünftigen Generationen überlassen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Varianten==&lt;br /&gt;
Graphit wurde in unterschiedlicher Weise eingesetzt, um dem Ton von Gefäßen eine höhere Funktionalität, den Gefäßen selbst ein höheres Prestige oder einen gesteigerten Marktwert zu verleihen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Übereinstimmung mit T. Mittelstraß (Mittelstraß 2007, 235 mit Anm. 1) und G. Scharrer-Liška (Scharrer-Liška 2003, mit Anm. 1) wird hier der Begriff „Graphitkeramik“ verwendet und darunter jede Form von mit Graphit behandeltem Ton verstanden. Der in der Literatur oft synonym verwendete Begriff Graphittonkeramik bleibt ausschließlich der mit Graphit gemagerten Keramik vorbehalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Graphittonkeramik]]&lt;br /&gt;
*[[Graphitengobierte Keramik]]&lt;br /&gt;
*[[Graphitierte Keramik]]&lt;br /&gt;
*[[Ummäntelte Graphittonkeramik]]&lt;br /&gt;
*[[Keramik mit Graphitbemalung]]&lt;br /&gt;
*[[Eisentonkeramik]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Formen==&lt;br /&gt;
Die keramischen Formen der Graphitkeramik entwickeln sich im Früh- und Hochmittelalter zunächst analog der Formen der graphitfreien Keramik. Das keramische Spektrum ist in dieser Periode sehr eingeschränkt und erstreckt sich fast ausschließlich auf Töpfe, vereinzelt auch Backteller (Abb. 14).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Sonderformen von Töpfen können in Österreich ab dem 11. Jh. speziell gestaltete Vorratsgefäße identifiziert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Beginn des Hochmittelalters erweitert sich das Formenspektrum auf Deckel, Pfannen und Schüsseln, ab dem 12. Jh. kommen Bügelkannen und ab dem 13. Jh. Krüge und Aquamanile hinzu (Scharrer-Liška 2003, 8) (Abb. 15). Dies lässt sich mit der Differenzierung der sozialen Gepflogenheiten, d.h. von Haushalts- und Tischsittengestaltung parallelisieren, die vom südwestlichen und südlichen Deutschland (vermutlich durch den von hier ausgehenden Landesausbau) in den österreichischen Donauraum wirkt (Scharrer-Liška 2007, 34). Erst im ausgehenden Spätmittelalter und v.a. mit dem Aufkommen der Eisentonkeramik minimiert sich das Formenspektrum der Graphitkeramik und beschränkt sich auf Töpfe, Vorratsgefäße, Schmelztiegel, technische Keramik und Kacheln, für die die besonderen Eigenschaften der Graphitkeramik von bedeutendem Vorteil waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine gegenläufige Entwicklung nimmt die graphitengobierte grauschwarz hartgebrannte Drehscheibenware. Ihr Typenspektrum erweitert sich im Spätmittelalter enorm und weist neben den weiterhin dominierenden Töpfen auch Kannen, Flaschen, Dreifußgefäße, Schüsseln, Lampenschälchen, verschiedene Deckelformen und kugelförmige Becher auf (Bizer 2006, 50 f.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verzierungen==&lt;br /&gt;
Grundsätzlich folgte auch die Verzierung der Graphitkeramik den Entwicklungen, die graphitfreie Keramik im Mittelalter nahm. Im Frühmittelalter, teilweise auch im Hochmittelalter, scheinen die Gefäße üppiger verziert als in späteren Zeiten. Als vorherrschende Verzierungen der frühen Periode können Wellenlinien, Wellenbänder, Einstichmuster und horizontal umlaufende Dekore identifiziert werden (Abb. 16). Diese werden später durch horizontal umlaufende Linien oder Linienbänder abgelöst, von Dekoren also, die durch das Aufkommen der Töpferscheibe wahrscheinlicher werden. Spätestens mit dem städtischen Handwerk, das bereits einer vorindustriellen Herstellung glich, wurden Verzierungen scheinbar nur dann angebracht, wenn es der Herstellungsprozess erlaubte (Scharrer-Liška 2007, 23).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verzierungen des Fundmaterials aus Süddeutschland zeigen eine kongruente Entwicklung. Als früheste Muster treten Wellenlinien verschiedenster Ausprägungen, z.T. zwischen umlaufenden Rillen, Schrägkerben- und Tupfenreihen, innenverzierte Ränder, Bodenmarken bzw. Töpferzeichen in Form von Kreuzen sowie im Hochmittelalter breite Gurtbänder auf Vorratsgefäßen auf. Eisentonwaren zeichnen sich regelhaft durch Stempelmarkierungen sowie Rillen/Riefen unter dem Rand aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Herstellungstechnik==&lt;br /&gt;
Die Herstellung von Graphitkeramik im Mittelalter erfolgte zunächst analog der Herstellung anderer Warenarten. Der Töpfer musste den Ton aufbereiten. Dazu wurde der Rohstoff der Witterung ausgesetzt, das sogenannte Wintern, Wettern oder Einsumpfen setzte ein. Danach erfolgte das Schlemmen des Tones, Verunreinigungen und überflüssiges Wasser wurden entfernt. Das anschließende Kneten minimierte mögliche Luftblasen und erhöhte die Bearbeitbarkeit des Tones (Felgenhauer-Schmiedt, o. J., 35). Die Magerung eines Tones mit Graphit ist mit einigen zusätzlichen Arbeitsschritten und Herausforderungen verbunden. Ein natürlicher hoher Graphitgehalt oder starker künstlicher Graphitzuschlag im Ton verringern dessen Plastizität, weshalb es schwierig ist, mit diesem Ton dünnwandig zu arbeiten. Dies wird als Grund angeführt, dass insbesondere die frühen, stark graphithaltigen Gefäße ein eher archaisches Aussehen hatten und als plumpere Varianten der graphitfreien Gefäße galten. Erst mit dem Aufkommen von Drehhilfen und Tonen, die tendenziell immer weniger Graphit enthielten, ist eine Verfeinerung des Bildes der Graphitkeramik zu beobachten (Mittelstraß 2007, 236, Scharrer-Liška 2007, 21 f.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund seiner hydrophoben Eigenschaften ist Graphit im feuchten Zustand nur schwer mit dem Ton zu vermischen. Um eine gleichmäßige Textur des Tones zu erreichen, werden zwei mögliche Varianten der Herstellung diskutiert. Eine Möglichkeit stellt die Vermischung unter starkem körperlichem Einsatz durch das Abtreten mit den Füßen dar. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, sowohl Ton als auch Graphit zunächst zu trocknen, zu zerreiben, wieder zu vermischen und mit Wasser zu versetzen (Scharrer-Liška 2007, 21). Im Frühmittelalter sprechen Dickwandigkeit der Gefäße, unregelmäßige Formgebung und senkrechte Verstreichspuren an den inneren Gefäßwänden für einen Handaufbau. Im Hochmittelalter liefert das Vorhandensein von Bodenmarken und Quellböden Hinweise auf die Verwendung von handgetriebenen Drehhilfen (Scharrer-Liška 2007, 21 ff.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor dem Brennen des Tones wurden Einstiche oder Schnitte in die dickeren Teile des Gefäßes eingebracht, um eine schnellere und gleichmäßigere Trocknung des Tones zu erreichen und das Risiko des Reißens während des Brennvorgangs zu minimieren. Graphit oxidiert bei Sauerstoffzufuhr bei 400–500°C und verbrennt bei 700–1000°C, unter reduzierenden Bedingungen setzt diese Reaktion erst bei ca. 3.500°C ein. Die Brennatmosphäre wurde entsprechend entweder reduzierend gestaltet oder die Gefäße wurden bei sehr niedrigen oxidierenden Temperaturen gebrannt (Scharrer-Liška 2007, 25). Für die unter reduzierenden Bedingungen hergestellte frühmittelalterliche Graphitware von Thunau am Kamp in Niederösterreich konnte mittels mikroskopischer Untersuchungen festgestellt werden, dass der Brenntemperaturbereich zwischen 700–900°C lag (Dell’Mour 2002, 91).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verbesserung der Brenntechnik vom Früh- zum Hochmittelalter ermöglichte in Niederösterreich dann das Aufkommen der Ummäntelten Graphittonkeramik (Scharrer-Liška 2007, 25).&lt;br /&gt;
Bei der Herstellung engobierter Graphitkeramik wurde auf ein graphitfreies, lederhartes Gefäß vor dem Brand eine Graphitengobe aufgebracht. Diese Engobe war vermutlich eine Mischung aus geschlämmtem Ton und Graphitbrei. Das Auftragen erfolgte mit einem Tuch oder Leder, Begießen oder Tauchen kamen, wie experimentalarchäologische Versuche zeigten, eher nicht in Betracht, da sich wegen der Saugfähigkeit des lederharten Materials eine zu dicke Engobeschicht bildet, die zu Blasenbildung und Abplatzungen neigt (Böhmer 2008, 146). Der Brand graphitengobierter Waren setzte ab der mittleren Brennphase einen kontrollierten Reduktionsbrand voraus. Beim Nachheizen musste der zugeführte Sauerstoff vollkommen im Feuerraum verbrennen und durfte nicht an die Ware gelangen, um den Graphit an der Oberfläche zu halten (Böhmer, 2008, 149).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Graphitierung der Keramik erfolgte erst nach dem Brand der Gefäße. Dazu wurde das Keramikobjekt mit Graphitstaub eingerieben. Eventuell erfolgte ein kurzer Stabilisierungsbrand (Mittelstraß 2007, 242).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Scherbenbeschaffenheit==&lt;br /&gt;
Die Scherbenbeschaffenheit, d.h. Merkmale wie Magerungsdichte, Magerungsgröße, Härte, Farbe, Beschaffenheit der Oberfläche, Brandatmosphäre, Wandstärke und Porosität variieren innerhalb der verschiedenen Ausprägungen der Graphitkeramik und deren zeitlichen, örtlichen und technischen Modifikationen derart stark, dass sie hier nicht zusammengefasst werden können. Erschwerend kommt hinzu, dass einheitliche Merkmale in der Literatur zu den süddeutschen Fundkomplexen nur z.T. publiziert wurden, so dass sich aufgrund des begrenzten Informationsstandes Aussagen verbieten. Generell scheint sich bei den frühen Formen aber abzuzeichnen, dass Graphitkeramik im Vergleich zur sonstigen mittelalterlichen Keramik deutlich weicher gebrannt ist. Wenn benannt, erreicht die Keramik selten mehr als den Härtegrad „2“ nach Mohs. Auch ist beim süddeutschen Fundgut meist von einer reduzierenden Brandführung auszugehen. Dies ist allerdings in den Kontext eines fehlenden Forschungsstandes zu anderen Varianten der Graphitkeramik im süddeutschen Raum zu stellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als abweichende Ausnahmeerscheinung treten wieder die Oberflächenfunde aus den Burgen der Schwäbischen Alb auf. Diese Art der engobierten Graphitkeramik ist hart bis sehr hart gebrannt, im Bruch einheitlich grau bis mittelgrau und gleichförmig dunkel bis schwarzgrau auf der Oberfläche (Bizer 2006, 50).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Sozialer Kontext==&lt;br /&gt;
Graphitkeramik tritt im gesamten Verbreitungsgebiet sowohl im dörflichen Raum als auch in aufkommenden städtischen Siedlungen und auf Burgen auf. Beim Siedlungstyp der Burgen ist – wie im österreichischen Raum – in Süddeutschland keine Einheitlichkeit zu verzeichnen. Auf manchen Burgen ist Graphitkeramik nachweisbar, an anderen Fundplätzen fehlt sie im Fundgut. G. Scharrer-Liška sieht hierin einen Hinweis auf unterschiedliche Funktionen oder Nutzungsweisen der Burgen (ländliches Gehöft oder adeliges Milieu) (Scharrer-Liška 2007, 74).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Graphitgemagerte Vorratsgefäße scheinen sich im österreichischen Verbreitungsgebiet vorwiegend im ländlich-dörflichen Bereich, aber auch in Siedlungen fassen zu lassen, die sich später zu Städten entwickelten (Scharrer-Liška 2007, 74). Für Süddeutschland sind aufgrund der geringen Funddichte keine eindeutigen Aussagen zu treffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Generell scheint es bis zum Ende des Hochmittelalters zwischen sozialen Schichten so gut wie keine Unterschiede bei der Verwendung von Graphitkeramik gegeben zu haben, zumindest sind in Gebieten mit besserem Forschungsstand durchwegs überall gleiche Formen und gleiche Wertschätzung zu verzeichnen. Erst im Spätmittelalter ist eine gewisse Differenzierung hinsichtlich Qualität und Anteile verschiedener Formen im städtischen und ländlichen Milieu greifbar (Scharrer-Liška 2007, 74).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wertschätzung, die Graphitkeramik erhalten hat, ist sicherlich an den Reparaturspuren ablesbar. Trotz des geringen Fundaufkommens sind für Süddeutschland diese Flickungen für mindestens drei Fundkomplexe sicher belegt, den Rauhen Kulm und die Burgen Wittelsbach und Sulzbach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Forschungsfragen==&lt;br /&gt;
Graphit als lagerstättenbedingt begrenzt vorkommendes Mineral in Verbindung mit Graphitkeramik als weit verhandeltem archäologischen Fundgut bietet der Forschung ein breites Feld von Fragen (Kouřil 1998, 38, Bogusław 1938, 18).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fragenkomplex zum Material&lt;br /&gt;
*Gründe für die Nutzung von Graphit als Magerungsbestandteil&lt;br /&gt;
*Bestimmung der Funktion der Gefäße&lt;br /&gt;
*Herstellungs- und Produktionstechnik der Keramik, Brennverfahren, Aussagen über technische Weiterentwicklungen im Töpferhandwerk&lt;br /&gt;
*Naturwissenschaftliche Untersuchungen hinsichtlich der Beziehung von Magerungsanteil des Graphits, Magerungsgröße der Graphitpartikel und den physikalischen Eigenschaften der Gefäße&lt;br /&gt;
*Einfluss von sekundären Formationsprozessen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Chronologische Fragestellungen&lt;br /&gt;
*Beginn der Graphitkeramikproduktion in den verschiedenen Regionen und ihre Fortentwicklung im Hoch- und Spätmittelalter&lt;br /&gt;
*Datierung der verschiedenen Formen und Warenuntergruppen&lt;br /&gt;
*Import- und/oder Kreuzdatierung für Fundplätze in Importregionen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Typologische und morphologische Fragestellungen (Kouřil 1998, 38)&lt;br /&gt;
*Randformen, Gefäßformen, typologische Reihen&lt;br /&gt;
*Tektonik der Gefäße&lt;br /&gt;
*Bearbeitung der Oberfläche, Verzierungen, Dekor, Markenzeichen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wirtschaftsgeschichtliche Fragestellungen&lt;br /&gt;
*Provenienz der Tone und des Graphits&lt;br /&gt;
*Transportwege, Handelsrouten, Richtungen und Weisen des Vertriebs (Gefäße, Ton, Graphit als Rohstoff?)&lt;br /&gt;
*Organisation des Töpferhandwerks (grundherrschaftlich, regional)&lt;br /&gt;
*Identifikation von Töpfermanufakturen und Absatzmärkten&lt;br /&gt;
*Beobachtungen von Veränderungen und Rückschlüsse auf gesellschaftliche Umbrüche&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Soziale Fragestellungen&lt;br /&gt;
*Sozialer Kontext, Informationen zum Arbeits- und Alltagsleben der Nutzer und Hersteller&lt;br /&gt;
*Definition von sozialen Kontakträumen&lt;br /&gt;
*Aussagen hinsichtlich gesellschaftlicher Stellung von Bevölkerungsschichten sowie entsprechender sozialer Strukturveränderungen&lt;br /&gt;
*Aussagen zur „Wertigkeit“ bestimmter Merkmale der Keramik und Rückschlüsse auf dahinterstehende soziale, psychologische und identitätsstiftende Wahrnehmungs-, Denkmuster und Bedeutungsebenen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Naturwissenschaftliche Analysen==&lt;br /&gt;
Bisher wurden erst wenige wissenschaftliche Analysen an Graphitkeramik durchgeführt, die sich auf die Warenart als Solche beziehen. Als umfassendste kann die Untersuchung von G. Duma und C. Ravasz „Graphithaltige Gefäße aus Österreichs Mittelalter“ (1976) benannt werden, in der verschiedene Aspekte im Zusammenhang mit dieser Keramikart untersucht wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein wesentliches Element bei der wissenschaftlichen Erforschung der Graphitkeramik ist die Bestimmung ihrer physikalischen und chemischen Eigenschaften, d.h. die Untersuchung der Rolle des intentionell in den Ton beigegebenen Graphits bzw. der bewussten Nutzung von Graphiterde – einem natürlichen Verwitterungsprodukt in Regionen des Vorkommens von Graphit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Testserie bei Duma/Ravasz (Duma/Ravasz 1976, 234 ff.) wurden vier Graphittonproben auf der Basis gleichartigen Tons mit jeweils 5%, 10%, 20% und 40% feingekörntem Naturgraphit gemagert (bei 84% Kohlenstoffgehalt des Graphits ergab dies Proben mit 4,2%, 8,4%, 16,8% und 33,6% Kohlenstoff) und bei 900°C reduzierend gebrannt. Für einen 15 mm dicken Scherben wurden folgende Ergebnisse erzielt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hydrophobie: Bei den Testserien wurde festgestellt, dass die Probe mit 16,8% reiner Graphitmagerung kein Wasser mehr aufnahm, sowohl die Oberfläche als auch die Gesamtmenge des Scherbens als hydrophob gelten konnte. Diese Eigenschaft nahm kontinuierlich mit abnehmenden Graphitgehalt ab. In der Konsequenz bedeutet dies, dass zwischen einer Graphitmagerung von 8,4% und 16,8% die Irdenware eine Wasserundurchlässigkeit erreicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wärmeleitfähigkeit: Hierfür wurde die Probe mit 16,8% Graphitmagerung sowie ein gleichwertiger 15 mm dicker graphitfreier Scherben hinsichtlich der Frage untersucht, welcher Zeitraum nötig ist, sowohl Innen- als auch Außenseite eines Gefäßes auf eine Temperatur von 105°C zu erhitzen. Während für das graphitfreie Gefäß hierfür 17 min nötig waren, erreichte das mit 16,8% graphitgemagerte Gefäß diese Temperatur nach 9,5 min.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Temperaturwechselbeständigkeit: Die Wärmeausdehnung des Scherbens (Dilatation) nimmt infolge des Graphitgehaltes ab, bereits beträchtlich bei einer Magerung mit 16,8% Graphit, wodurch das Gefäß eine deutlich höhere Widerstandsfähigkeit gegen Temperaturschwankungen entwickelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Gefäße mit einer Graphitengobierung eines ansonsten graphitfreien Tones die Eigenschaften von graphithaltigen Tongefäßen nicht aufweisen können (Duma/Ravasz 1976, 236).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Untersuchung von G. Duma/R. Ravasz wurden weitere Ergebnisse formuliert, die eine breitere Diskussionsbasis für offene Forschungsfragen hinsichtlich der süddeutschen Graphitkeramik schaffen:&lt;br /&gt;
*Eine naturwissenschaftliche Untersuchung von vier österreichischen und drei ungarischen Proben, die aufgrund ihrer äußeren Merkmale als „identische Wiener Gefäße“ archäologisch angesprochen wurden, ergab keine Herkunft aus den gleichen Gebieten. Die archäologische Bestimmung der drei ungarischen Proben konnte mit Recht angezweifelt werden (Duma/Ravasz 1976, 228). Graphitkeramik aus Süddeutschland wird fast ausschließlich als Importware definiert. Aufgrund der Tonbeschaffenheit und formaler Kriterien der Scherben werden Bezüge zu möglichen Herstellungszentren und daraus resultierend Thesen zu Handelbeziehungen, sozialen Kontakträumen und grundherrschaftlicher Durchdringung formuliert. Das Ergebnis der Untersuchung zeigt die Notwendigkeit für ein Bewusstsein über derartige Fehlerquellen.&lt;br /&gt;
*Anders als in der Literatur geäußert, verlieren regelmäßig erhitzte Gefäße einen Teil ihres Kohlenstoffs auch während des Gebrauchs. Bei jedem nicht reduzierendem Brand, dem Graphitkeramik ausgesetzt wird (also auch bei Überhitzung am Kochfeuer), oxidieren Graphitanteile zu Kohlenstoffdioxid und entweichen als Gas (Endres 182, 52; ebenso: Duma/Ravasz 1976, 234). Graphithaltige Tongefäße können demnach nicht nur aufgrund ihres Kohlenstoffgehaltes in Gruppen systematisiert werden. Dies ist im Hinblick auf die Definition von Warenuntergruppen anhand des Graphitgehalts von nicht unbeträchtlichem Belang.&lt;br /&gt;
*Graphithaltige Tongefäße können im Boden eingebettet den korrosiven Wirkungen der Bodenumgebung dauerhaft widerstehen. Es konnten keine auf Rehydratationsprozesse hindeutende Charakterzüge festgestellt werden (Duma/Ravasz 1976, 234).&lt;br /&gt;
Dass Graphitkeramik durch sekundäre Formationsprozesse dennoch Veränderungen durchläuft, zeigen zwei anpassende Scherben von Eisentonkeramik aus einer Notgrabung in [[Ulm, Weinhof|Ulm (Weinhof 23)]], von denen eine noch einen deutlichen Graphitanteil aufweist, die andere aber nicht (Schreg Blog Archaeologik (05.01.2015)).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere wissenschaftliche Untersuchungen stellen über die Analyse der mineralogisch-petrographischen Bestandteile der Graphittone die archäologische Fragestellung nach der Herkunft des Graphits und des Rohtones sowie damit in Zusammenhang stehende Thesen zu wirtschaftsgeschichtlichen Fragestellungen in den Vordergrund.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu nennen sind hier die Publikationen von R. W. Dell’Mour „Mikroskopische Untersuchungen an frühmittelalterlicher Keramik von Thunau am Kamp, NÖ Lokalware – Importe – Rohstoffherkunft“ (2002), J. Dvorská/L. Poláček/G. Schneider „Chemische Analyse der Keramik von Mikulčice“ (1998) und M. Gregerová/R. Procházka „Erste Ergebnisse naturwissenschaftlicher Untersuchungen an Graphittonkeramik aus Brno (Brünn)“ (1998). Für Süddeutschland besitzen diese Untersuchungen aufgrund ihrer Regionalität nur wenig Aussagekraft, können aber als Vorbild für ähnliche Untersuchungen dienen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Fazit==&lt;br /&gt;
Für die Archäologie bietet die Erforschung der Graphitkeramik aus verschiedenen Gründen erhebliche Möglichkeiten zum Erkenntnisgewinn. Diese reichen von typologischen und morphologischen Fragestellungen, der Herstellungs- und Produktionstechnik der Keramik über die Bestimmung der Funktion der Gefäße bis zu Aussagen zum Alltags-, Arbeitsleben und dem sozialen Kontext der Nutzer und Hersteller. Zusätzlich können naturwissenschaftliche und chronologische Thesen sowie wirtschaftsgeschichtliche Fragestellungen hinsichtlich Handelsrouten, Richtungen und Weisen des Vertriebs und die grundherrschaftliche oder regionale Organisation des Töpferhandwerks aufgeworfen werden. Gleichzeitig stellt mittelalterliche Graphitkeramik die Archäologie aber auch vor enorme Herausforderungen. So ist bis heute eine Unterscheidung vor- und frühgeschichtlicher zu mittelalterlicher Graphitkeramik ausschließlich über die Bestimmung von Rand- und Gefäßformen möglich. Dies stellt eine nicht unerhebliche Fehlerquelle für die Interpretation dar, die wegen des in Süddeutschland nur begrenzt vorhandenen Fundmaterials eine beachtliche Relevanz besitzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kerngebiet der Herstellung der Graphitkeramik ist nach heutigem Forschungsstand im österreichischen Donauraum und in Mähren zu lokalisieren. Die umliegenden Regionen Böhmen, Schlesien und Bayern können in erster Linie als Importregionen interpretiert werden. Eine Beantwortung der genannten Fragestellungen ist demnach nur durch internationale Zusammenarbeit über die heutigen politischen Grenzen hinweg möglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die wissenschaftliche Bearbeitung dieser Keramikvariante setzt aufgrund der Besonderheiten des Material Graphit eine enge Zusammenarbeit mit den Naturwissenschaften und der experimentellen Archäologie voraus. Sie wird damit zum Gegenstand sowohl internationaler wie interdisziplinärer Projekte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Referenzkomplexe Graphitkeramik==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Referenzkomplexe Graphitkeramik (ohne Grauschwarz hartgebrannte Drehscheibenware)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
!&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;width:11em;&amp;quot;| Fundort&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;width:8em;&amp;quot;| Warenart&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;width:7em;&amp;quot;| Koordinaten&lt;br /&gt;
! Fundart&lt;br /&gt;
! Feldkampagnen (FK) &amp;lt;br /&amp;gt; Literatur (L)&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;width:14em;&amp;quot;| Datierung&lt;br /&gt;
! Beschreibung &amp;lt;br /&amp;gt; Formen (F), Verzierung (V), Scherbenbeschaffenheit (SB)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 1&lt;br /&gt;
| Kastell Boiotro, &amp;lt;br /&amp;gt; Passau&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 34′ 11,2″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 27′ 44,5″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 387 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| FK: 1974–1978 Rainer Christlein, BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; L: M. Altjohann 2012&lt;br /&gt;
| 8./9.–12. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Töpfe, Schalen, Schüsseln, Flachdeckel, Spinnwirtel, Ausgusstüllen &amp;lt;br /&amp;gt; V: gegenständige Wellenbandzier, Bodenmarken &amp;lt;br /&amp;gt; SB: dunkel- bis braungrau, seifig, schimmert metallisch, hoher Graphitanteil in der Magerung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 2&lt;br /&gt;
| Rauher Kulm, &amp;lt;br /&amp;gt; Bad Neustadt am Kulm&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 49° 49′ 44″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 50′ 58″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 681 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 2009 und 2014 H. Losert &amp;lt;br /&amp;gt; L: Freundlicher Hinweis PD Dr. H. Losert (unpubliziert)&lt;br /&gt;
| 8./9. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Töpfe &amp;lt;br /&amp;gt; V: Wellenlinien &amp;lt;br /&amp;gt; SB: braun, grau-schwarz, mittlerer Graphitanteil in der Magerung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 3&lt;br /&gt;
| Abtei [[Frauenwörth]], &amp;lt;br /&amp;gt; Chiemsee&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 47° 52′ 18″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 12° 25′ 30″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 515 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Kloster&lt;br /&gt;
| FK: 1961–1964 A. Stroh, BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; L: B. Hänsel 1966 &amp;lt;br /&amp;gt;    T. Mittelstraß 2007&lt;br /&gt;
| 9./10.–12.Jh.&lt;br /&gt;
| F: Töpfe, Gussformen für Perlen &amp;lt;br /&amp;gt; V: Wellenlinien, breite waagerechte Rillen, Töpfermarke &amp;lt;br /&amp;gt; SB: silbrig schwarz bis grau, feine Magerung, Graphitanteil mittel bis sehr hoch, mittelhart bis hart &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 4&lt;br /&gt;
| Pleinting&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 39′ 31″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 7′ 11″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 343 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Lesefund&lt;br /&gt;
| Lesefund &amp;lt;br /&amp;gt; L: R. Reinecke 1936&lt;br /&gt;
| Frühmittelalter&lt;br /&gt;
| Nur textliche Erwähnung: &amp;lt;br /&amp;gt; „Randscherbe eines weiten Beckens aus Graphitton“&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 5&lt;br /&gt;
| „Randesberger Hof“ in Cham&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 49° 13ʹ 32,5″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 12° 39ʹ 17,9″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 372 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| FK: 1971 &amp;lt;br /&amp;gt; L: H. Wolf 1971&lt;br /&gt;
| Frühmittelalter&lt;br /&gt;
| Textliche Erwähnung der Möglichkeit, dass eine gefundene Graphittonscherbe auch ins Frühmittelalter datieren könnte&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 6&lt;br /&gt;
| Burg Wittelsbach, &amp;lt;br /&amp;gt; Oberwittelsbach&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 28′ 7″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 10′ 34,3″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 515 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1978–1981 Dr. W. Sage/A. Dransfeld &amp;lt;br /&amp;gt; L: R. Koch 1993 &amp;lt;br /&amp;gt;    T. Mittelstraß 2007&lt;br /&gt;
| 10./11. Jh. (R. Koch) &amp;lt;br /&amp;gt; 11./12. Jh. (T. Mittelstraß)&lt;br /&gt;
| F: Topf &amp;lt;br /&amp;gt; V: Wellenlinie zwischen zwei umlaufenden Rillen &amp;lt;br /&amp;gt; SB: ohne Angabe&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 7&lt;br /&gt;
| Burgstall Warberg, &amp;lt;br /&amp;gt; Neunburg v. Wald&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 49° 22′ 54,7″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 12° 23′ 18″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 417 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1991–1997 V. Kaufmann &amp;lt;br /&amp;gt; L: V. Kaufmann 1999 &amp;lt;br /&amp;gt;    T. Mittelstraß 2007&lt;br /&gt;
| 10. Jh. (V. Kaufmann) &amp;lt;br /&amp;gt; 11. Jh. (T. Mittelstraß)&lt;br /&gt;
| F: Töpfe &amp;lt;br /&amp;gt; V: schräge Einstichreihe auf der Schulter &amp;lt;br /&amp;gt; SB: dunkelgrau bis schwarz und glänzend, glatt und speckig, Graphit abreibbar; mit Fingernagel leicht ritzbar&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 8&lt;br /&gt;
| Albrechtsburg, &amp;lt;br /&amp;gt; Meißen&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 51° 9′ 57,8″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 28′ 14,6″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 168 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Höhenburg&lt;br /&gt;
| FK: 1959–1963 P. Heerde/C. Fritzsche &amp;lt;br /&amp;gt; L: A. Schmid-Hecklau 2004&lt;br /&gt;
| 10.–12. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Topf &amp;lt;br /&amp;gt; V: Tupfenreihe auf der Schulter &amp;lt;br /&amp;gt; SB: keine Angaben &amp;lt;br /&amp;gt; Datierung ins Mittelalter fragwürdig&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 9&lt;br /&gt;
| Burg Pappenheim, &amp;lt;br /&amp;gt; Lkr. Weißenburg&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 55′ 58,1″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 10° 58′ 17,8″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 508 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Höhenburg&lt;br /&gt;
| Lesefund &amp;lt;br /&amp;gt; L: M. Schußmann 1997&lt;br /&gt;
| 11./12. Jh.&lt;br /&gt;
| Freundlicher Hinweis PD Dr. M. Schußmann: &amp;lt;br /&amp;gt; 2 Graphittonscherben, davon 1 Randscherbe mit stark gekehltem Leistenrand&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 10&lt;br /&gt;
| Burg Sulzbach, &amp;lt;br /&amp;gt; Lkr. Amberg-Sulzbach&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 49° 30′ 18,7″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 44′ 10″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 444 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1992–2000 BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; L: M. Hensch 2005a und 2005b&lt;br /&gt;
| 11./12. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Töpfe (0,09% des Materials) &amp;lt;br /&amp;gt; V: Wellenverzierung &amp;lt;br /&amp;gt; SB: grau-schwarz silbrig, glatt, hoher Anteil von Graphit in der Magerung, Abrieb vorhanden, Mohs 2&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 11&lt;br /&gt;
| Schlosserstiege, &amp;lt;br /&amp;gt; Passau&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik &amp;lt;br /&amp;gt; Graphitierte (engobierte?) Keramik&lt;br /&gt;
| 48° 34ʹ 31,4″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 27ʹ 51,5″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 387 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| FK: 1992/1993 J.-P. Niemeier &amp;lt;br /&amp;gt; L: J.-P. Niemeier 1994 &amp;lt;br /&amp;gt;    T. Mittelstraß 2007&lt;br /&gt;
| 12./13.–15. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Töpfe, Deckel, Kanne &amp;lt;br /&amp;gt; V: Deckel mit innenverziertem Rand, Töpfermarke &amp;lt;br /&amp;gt; SB: keine Angabe&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 12&lt;br /&gt;
| Burgstall Saunstein, &amp;lt;br /&amp;gt; Mitternach&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 51′ 1″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 19′ 36″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 594 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1983 BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; L: B. Engelhardt/R.Pleyer 1986 &amp;lt;br /&amp;gt;    T. Mittelstraß 2007&lt;br /&gt;
| 12./13. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Töpfe, Flachdeckel &amp;lt;br /&amp;gt; V: keine Angabe, Durchlochung eines Deckels &amp;lt;br /&amp;gt; SB: glatt, mittlerer bis hoher Graphitgehalt, z.T. seifig&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 13&lt;br /&gt;
| Burgstall am Hohen Bogen, &amp;lt;br /&amp;gt; Rimbach&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 49° 14′ 1,9″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 12° 56′ 4,2″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 976 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: A. Stroh, BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; L: H. Dannheimer 1973&lt;br /&gt;
| 12. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Topf, fassartige Vorratsgefäße &amp;lt;br /&amp;gt; V: Fingertupfen, Schrägkerbenreihe, eingeritzte Linien, breite Gurtbänder auf Vorratsgefäßen &amp;lt;br /&amp;gt; SB: Graphit- und Goldglimmermagerung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 14&lt;br /&gt;
| Burgstall Untergrießbach, &amp;lt;br /&amp;gt; Lkr. Passau&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 27ʹ 28,4″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 9ʹ 13,7″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 468 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1994–1996 Kreisarchäologie Passau &amp;lt;br /&amp;gt; L: W. Wandling 1996 &amp;lt;br /&amp;gt;    W. Wandling 1997&lt;br /&gt;
| 12. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Töpfe, Schalen &amp;lt;br /&amp;gt; V: Tupfenleisten, Wellenverzierung oder Radkreuzstempeln am Boden &amp;lt;br /&amp;gt; SB: keine Angabe&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 15&lt;br /&gt;
| Donaumarkt, &amp;lt;br /&amp;gt; [[Regensburg]] &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; [[Regensburg, Lederergasse 1]], &amp;lt;br /&amp;gt; Regensburg&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; Eisentonkeramik&lt;br /&gt;
| 49° 1ʹ 13,1″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 12° 6ʹ 10,9″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 339 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| FK: 2012–2015 „Museum der Bayerischen Geschichte“, Maßnahmen-Nr. M-2012-1989-1_0 &amp;lt;br /&amp;gt; L: Freundlicher Hinweis I. Nießen (Promotionsprojekt in Bearbeitung) &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; FK: 1981–1982 BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; L: M. Wintergerst 1999&lt;br /&gt;
| 9.–11./12. Jh. &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; 17. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Töpfe, Vorratsgefäße, Schüsseln &amp;lt;br /&amp;gt; V: Wellenlinien, Wellenbänder, umlaufende Rillen, Einstichmuster, innenverzierte Ränder, bisher singuläres rautenförmiges Muster &amp;lt;br /&amp;gt; SB: dunkelgrau, bräunlich-grau, braun-schwarz, grau, schwarz; hoher Graphitgehalt, daneben noch Glimmer und Quarz, Mohs 1–2, gelegentlich auch hart &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; Zeitlich zu weit außerhalb des Rahmens der Arbeit&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 16&lt;br /&gt;
| Schlossberg Windberg bei Windorf, &amp;lt;br /&amp;gt; Lkr. Passau&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 37′ 53,2″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 16′ 3,5″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 380 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Höhenburg&lt;br /&gt;
| FK: 2001/2002 Kreisarchäologie Passau &amp;lt;br /&amp;gt; L: W. Wandling 2010&lt;br /&gt;
| 12./13. Jh.&lt;br /&gt;
| Nur textliche Erwähnung: Graphithaltige Tonscherben von hochmittelalterlichen Gefäßen, z.T. mit Kreuzstempeln auf dem Boden&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 17&lt;br /&gt;
| Kirche St. Peter und Paul, &amp;lt;br /&amp;gt; Aschheim&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 10′ 18,2″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 42′ 55,5″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 512 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Kirche&lt;br /&gt;
| FK: 1967–1971 H. Dannheimer &amp;lt;br /&amp;gt; L: H. Dannheimer 1988&lt;br /&gt;
| Hochmittelalter&lt;br /&gt;
| F: Topf &amp;lt;br /&amp;gt; V: keine Angabe &amp;lt;br /&amp;gt; SB: keine Angabe&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 18&lt;br /&gt;
| Vohburg-Burgberg, &amp;lt;br /&amp;gt; Lkr. Pfaffenhofen&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 46′ 14,4″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 36′ 58,1″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 370 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1973–1974 BLfD &amp;lt;br /&amp;gt;    Lesefunde &amp;lt;br /&amp;gt; L: G. Riedel 2000&lt;br /&gt;
| Hochmittelalter&lt;br /&gt;
| F: 3 Töpfe &amp;lt;br /&amp;gt; V: Horizontal- und Wellenriefen, z.T. überschneidend &amp;lt;br /&amp;gt; SB: fast alle Farbvarianten, weich bis mittelhart, z.T. Misch- oder Oxidationsbrand&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 19&lt;br /&gt;
| Großmehring, &amp;lt;br /&amp;gt; Lkr. Eichstätt&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 46′ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 32′ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 375 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| FK: 1994–1995 BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; L: G. Riedel 2000&lt;br /&gt;
| Früh-/Hochmittelalter&lt;br /&gt;
| F: 2 Töpfe, Deckel &amp;lt;br /&amp;gt; V: einzelne Wellenriefe zwischen Horizontalriefen &amp;lt;br /&amp;gt; SB: graubraun bis graubeige, weich bis mit-telhart, Misch- oder Oxidationsbrand&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 20&lt;br /&gt;
| Ingolstadt&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 46′ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 25′ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 374 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| FK: 1987–1988 BLfD (Grabung Ingolstadt Hallstr./Carraraplatz) &amp;lt;br /&amp;gt; L: G. Riedel 2000&lt;br /&gt;
| Hochmittelalter&lt;br /&gt;
| 1 unverzierte WS, nachgedreht&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 21&lt;br /&gt;
| [[Zuchering, Am Mühlwegfeld (Zuchering-Ost)]]&lt;br /&gt;
| Graphitkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 43′ 46″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 24′ 43″ O&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| FK: 1983–1989 BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; L: E. Weid 2000&lt;br /&gt;
| Latène (?)&lt;br /&gt;
| 6 Graphitkeramikscherben, von denen 5 unsicher in die Vorgeschichte datiert wurden (Material müsste nochmals geprüft werden)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 22&lt;br /&gt;
| Erlau, &amp;lt;br /&amp;gt; Obernzell&lt;br /&gt;
| Eisentonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 33′ 49″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 34′ 46″ O&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| L: T. Mittelstraß 2007&lt;br /&gt;
| Spätmittelalter&lt;br /&gt;
| Nur textliche Erwähnung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 23&lt;br /&gt;
| Ruhstorf a.d. Rott&lt;br /&gt;
| Graphitkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 26′ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 20′ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 319 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| L: T. Mittelstraß 2007 &amp;lt;br /&amp;gt;    W. Wandling 2017&lt;br /&gt;
| Unbekannt&lt;br /&gt;
| Textliche Erwähnung; Fundmeldungen 2013–2016 in Passau: Graphitkeramik, deren zeitliche Stellung nicht gesichert ist (MA/LT?)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 24&lt;br /&gt;
| Saldenburg, &amp;lt;br /&amp;gt; Lkr. Grafenau&lt;br /&gt;
| Eisentonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 46′ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 21′ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 532 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1991/1992 W. Endres &amp;lt;br /&amp;gt; L: W. Endres 1993 &amp;lt;br /&amp;gt;    M. U. Kasparek 1961&lt;br /&gt;
| 1368–1467/68&lt;br /&gt;
| F: Töpfe &amp;lt;br /&amp;gt; V: 2–5 mm breite, flaue Rillen, Stempel und Markierungen auf der Oberseite &amp;lt;br /&amp;gt; SB: hoher Graphitgehalt mit Quarz- und Feldspatanteilen bis 3 mm&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 25&lt;br /&gt;
| Burgstall Lobenstein, &amp;lt;br /&amp;gt; Marktgemeinde Röhrenbach&lt;br /&gt;
| Graphitkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 46′ 9,6″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 31′ 41,6″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 570 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg? &amp;lt;br /&amp;gt; Lesefund&lt;br /&gt;
| Lesefunde eines ehrenamtlichen Feldbegehers des BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; unpubliziert&lt;br /&gt;
| Latène- bis Neuzeit&lt;br /&gt;
| Alle Ausprägungen von Graphitkeramik in Formen, Farben, Varianten und Verzierungen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 26&lt;br /&gt;
| Fürholz, &amp;lt;br /&amp;gt; Gmd. Grainet, &amp;lt;br /&amp;gt; Lkr. Freyung-Grafenau&lt;br /&gt;
| Graphitkeramik &lt;br /&gt;
| 48° 46′ 58″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 38′ 57″ O&lt;br /&gt;
| Lesefund&lt;br /&gt;
| Lesefunde eines ehrenamtlichen Feldbegehers des BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; unpubliziert&lt;br /&gt;
| Latène- bis Neuzeit&lt;br /&gt;
| Alle Ausprägungen von Graphitkeramik in Formen, Farben, Varianten und Verzierungen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 27&lt;br /&gt;
| Praßreuth, &amp;lt;br /&amp;gt; Lkr. Freyung-Grafenau&lt;br /&gt;
| Graphitkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 40ʹ 40″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 31ʹ 21,3″ O&lt;br /&gt;
| Lesefund&lt;br /&gt;
| Lesefunde eines ehrenamtlichen Feldbegehers des BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; unpubliziert&lt;br /&gt;
| Latène- bis Neuzeit&lt;br /&gt;
| Alle Ausprägungen von Graphitkeramik in Formen, Farben, Varianten und Verzierungen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 28&lt;br /&gt;
| Veste Oberhaus, &amp;lt;br /&amp;gt; Passau&lt;br /&gt;
| Eisentonkeramik &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; Graphitengobierte Keramik&lt;br /&gt;
| 48° 34′ 39″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 28′ 13″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 387 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1991 H. Feldmeier &amp;lt;br /&amp;gt; L: W. Endres 1998 &amp;lt;br /&amp;gt;    T. Mittelstraß 2007&lt;br /&gt;
| 1400/1420–1550 &amp;lt;br /&amp;gt; 15./16. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Töpfe &amp;lt;br /&amp;gt; V: Stempelmarkierungen &amp;lt;br /&amp;gt; SB: hoher Graphitanteil im groben Gefüge, schwarz- bis anthrazitgrau &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; F: Töpfe, Becher, Sieb, Griffschale, Krug &amp;lt;br /&amp;gt; V: keine Angabe &amp;lt;br /&amp;gt; SB: anthrazitgrau, oft grobes Gefüge&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 29&lt;br /&gt;
| Schustergasse, &amp;lt;br /&amp;gt; Passau&lt;br /&gt;
| Eisentonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 34ʹ 26,4″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 28ʹ 9,5″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 387 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| L: H. Böhmer 2015&lt;br /&gt;
| 15./16. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Topf &amp;lt;br /&amp;gt; V: keine Angabe &amp;lt;br /&amp;gt; SB: keine Angabe&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 30&lt;br /&gt;
| Hofberg, &amp;lt;br /&amp;gt; Bad Aibling&lt;br /&gt;
| Eisentonkeramik&lt;br /&gt;
| 47° 52′ N &amp;lt;br /&amp;gt; 12° 1′ O&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 2001–2003 T. Mittelstraß &amp;lt;br /&amp;gt; L: T. Mittelstraß 2006 &amp;lt;br /&amp;gt;    T. Mittelstraß 2007&lt;br /&gt;
| Frühe Neuzeit (Beginn 16. Jh.)&lt;br /&gt;
| F: fassartige Gefäße &amp;lt;br /&amp;gt; V: Stempelmarken &amp;lt;br /&amp;gt; SB: keine Angabe&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 31&lt;br /&gt;
| Schloss Murnau&lt;br /&gt;
| Eisentonkeramik&lt;br /&gt;
| 47° 40′ 39″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 12′ 10″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 661 m&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1991–1992 T. Mittelstraß &amp;lt;br /&amp;gt; L: T. Mittelstraß 1994&lt;br /&gt;
| Frühe Neuzeit (Beginn 16. Jh.)&lt;br /&gt;
| F: Töpfchen &amp;lt;br /&amp;gt; V: Töpferstempel (Kreuz mit Querbalken), umlaufende Schulterkante &amp;lt;br /&amp;gt; SB: basaltgrau, feine und mittlere Graphitmagerung, vereinzelt Quarzkörner&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 32&lt;br /&gt;
| Ulm&lt;br /&gt;
| Eisentonkeramik &amp;lt;br /&amp;gt; Graphitengobierte Keramik&lt;br /&gt;
| 48° 24′ N &amp;lt;br /&amp;gt; 9° 59′ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 478 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| FK: 1953 A. Rieber/K. Reutter &amp;lt;br /&amp;gt;    1961 Staatl. Amt für Denkmalpflege &amp;lt;br /&amp;gt;    1928 ohne Befundkontext &amp;lt;br /&amp;gt; L: R. Schreg Blog Archaeologik 05.01.2015 &amp;lt;br /&amp;gt;    U. Gross 2009 + 2015&lt;br /&gt;
| Spätmittelalter – Frühe Neuzeit&lt;br /&gt;
| F: Töpfe, Henkeltopf &amp;lt;br /&amp;gt; V: ovale Stempeleindrücke mit Kreuz, unterhalb des Kremprandes breite Riefe &amp;lt;br /&amp;gt; SB: hoher Graphitanteil in der Magerung und Quarzmagerung &amp;lt;br /&amp;gt; Weitere Funde von Graphitkeramik und graphitengobierter Ware, die frühneuzeitlich datiert werden &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 33&lt;br /&gt;
| Burg Helfenstein, &amp;lt;br /&amp;gt; Geislingen an der Steige&lt;br /&gt;
| Eisentonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 36′ 58″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 9° 50′ 49″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 610 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1922 K. A. Koch &amp;lt;br /&amp;gt;    1932–1938 G. Burghardt &amp;lt;br /&amp;gt; L: R. Schreg Blog Archaeologik 05.01.2015 &amp;lt;br /&amp;gt;    U. Gross 2009&lt;br /&gt;
| Spätmittelalter – Frühe Neuzeit&lt;br /&gt;
| F: Töpfe &amp;lt;br /&amp;gt; V: 2 identische Stempelmarken auf dem Rand, zwei umlaufende Rillen im oberen Gefäßbereich &amp;lt;br /&amp;gt; SB: hoher Graphitanteil in der Magerung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 34&lt;br /&gt;
| Obernzell&lt;br /&gt;
| Eisentonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 33′ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 38′ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 294 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| L: H. Böhmer 2015 &amp;lt;br /&amp;gt;    Gemeindeblatt Nr. 29, 2017&lt;br /&gt;
| Spätmittelalter – Frühe Neuzeit&lt;br /&gt;
| F: Topf &amp;lt;br /&amp;gt; V: Rille unter dem Rand, 2 Töpfermarken &amp;lt;br /&amp;gt; SB: dunkelgrau-schwarz, hoher Graphitanteil in der Magerung, Mohs 2&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturhinweise==&lt;br /&gt;
*Altjohann 2012: M. Altjohann, Das spätrömische Kastell Boiotro zu Passau-Innstadt. Materialhefte zur Bayerischen Archäologie. Fundinventare und Ausgrabungsbefunde (Kallmünz/Opf. 2012). ISBN 13: 978-3-78475-096-5. ISBN 10: 3-784750-966-X.&lt;br /&gt;
*Bizer 2006: Ch. Bizer, Oberflächenfunde von den Burgen der Schwäbischen Alb. Ein Beitrag zur Keramik- und Burgenforschung (Stuttgart 2006). ISBN 13: 978-3-80622-038-4.&lt;br /&gt;
*Böhmer 2008: H. Böhmer, Die Ilzer Schwarzhafner vom Ende des 16. bis Ende des 19. Jahrhunderts. In: R. Mennicken u.a. (Hrsg.), 40 Jahre Keramikforschung. Rückblick – Stand der Forschung – Ausblick. Beiträge zum 40. Internationalen Hafnerei-Symposium des Arbeitskreises für Keramikforschung in Obernzell/Bayern vom 16.09. bis 21.09.2007 (Raeren 2008) 139֪–152. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Böhmer 2015: H. Böhmer, Qualitätszeichen auf Graphit-Keramik des 15. und 16. Jh. In: S. Glaser (Hrsg.), Keramik im Spannungsfeld zwischen Kunst und Handwerk. Beiträge des 44. Internationalen Symposiums Keramikforschung im Germanischen Nationalmuseum, Nürnberg, 19-23. September 2011 (Nürnberg 2015) 77–83. ISBN 13: 978-3-93668-893-1. ISBN 10: 3-93668-893-1.&lt;br /&gt;
*Bogusław 1998: G. Bogusław, Bemerkungen zur Graphittonkeramik als historischer Quelle (am Beispiel der Graphittonkeramik aus Opole). In: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998) 17–19. ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
*Bräuning u.a. 2008: A. Bräuning/R. Schreg/U. Schmidt, Ulm. Archäologischer Stadtkataster Baden-Württemberg. Band 35, 1 Text (Stuttgart 2008). ISBN 13: 978-3-92771-493-9.&lt;br /&gt;
*Dannheimer 1973: H. Dannheimer, Keramik des Mittelalters aus Bayern. Ein Katalog. Kataloge der Prähistorischen Staatssammlung XXI (Kallmünz Opf. 1973). ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Dannheimer 1988: H. Dannheimer, Aschheim im frühen Mittelalter. Archäologische Funde und Befunde. In: J. Werner (Hrsg.), Münchener Beiträge zur Vor- und Frühgeschichte 32, 1 (München 1988). ISBN 10: 3-40630-287-4.&lt;br /&gt;
*Dell’Mour 2002: R. W. Dell’Mour, Mikroskopische Untersuchungen an frühmittelalterlicher Keramik von Thunau am Kamp, NÖ Lokalware – Importe– Rohstoffherkunft, Österreichische Akademie der Wissenschaften, Anzeiger der Philosophisch-Historischen Klasse 136, 2001 (Wien 2002) 69–109. ISBN 13: 978-3-70013-066-6. ISBN 10: 3-70013-066-X.&lt;br /&gt;
*Dostál 1998: B. Dostál, Über die Anfänge der slawischen Graphittonkeramik in Mähren. In: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998) 67–86. ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
*Duma/Ravasz 1976: G. Duma/C. Ravasz, Graphithaltige Gefäße aus Österreichs Mittelalter. In: Archaeologia Austriaca. Beiträge zur Paläanthropologie, Ur- und Frühgeschichte Österreichs 59/60 (Wien 1976) 225–242. ISSN: 1816-2959.&lt;br /&gt;
*Dvorská u.a. 1998: J. Dvorská/L. Poláček/G. Schneider, Chemische Analyse der Keramik von Mikulčice. In: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998) 295–312. ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
*Endres 1982: W. Endres, Zur Entstehung und chemischen Struktur „schwarz“ färbender Pigmente bei unglasierter Irdenware. In: L. Kriss-Rettenbeck/I. Bauer (Hrsg.), Beiträge zur Keramikforschung. Festschrift für Alfred Höck zum 60. Geburtstag. Volkstümliche Keramik aus Europa 2 (München 1982) 47–70. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Endres 1993: W. Endres, Spätmittelalterliche Funde von der Saldenburg, Gde. Saldenburg, Lkr. Freyung-Grafenau. In A. Leidl (Hrsg.), Ostbairische Grenzmarken. Passauer Jahrbuch für Geschichte, Kunst und Volkskunde 35 (Passau 1993) 24–54. ISSN: 0078-6845.&lt;br /&gt;
*Endres 1998: W. Endres, Archäologische Funde. In: J. P. Niemeier/H. W. Schuster/R. Loibl, Ritterburg und Fürstenschloss 2. Archäologische Funde. Begleitband zur Ausstellung im Oberhausmuseum Passau 1998 (Passau 1998). ISBN 13: 978-3-79171-598-8. ISBN 10: 3-79171-583-6.&lt;br /&gt;
*Engelhardt/Pleyer 1986: B. Engelhardt/R. Pleyer, Die archäologische Untersuchung des Burgstalls Saunstein, Gmkg. Mitternach, Gde. Markt Schönberg, Lkr. Freyung-Grafenau. In: A. Leidl (Hrsg.), Ostbairische Grenzmarken 28. Passauer Jahrbuch für Geschichte, Kunst und Volkskunde (Passau 1986) 59–78. ISSN: 0078-6845.&lt;br /&gt;
*Felgenhauer-Schmiedt 1998: S. Felgenhauer-Schmiedt, Graphittonkeramik des Früh- und Hochmittelalters in Niederösterreich. In: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998) 199–212. ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
*Felgenhauer-Schmiedt 1981: S. Felgenhauer-Schmiedt, Herstellungsmethoden der mittelalterlichen Keramik + Katalog. In: O. Harl (Hrsg.), Keramische Bodenfunde aus Wien. Mittelalter – Neuzeit. Eigenverlag der Museen der Stadt Wien (Wien 1981) 35–126. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Gemeindeblatt Markt Obernzell (September–Dezember 2017): Hanfnerzeller Archiv zum Anfassen &amp;lt;https://www.obernzell.de/images/stories/Gemeindeblatt/Gemeindeblatt_Nr_29.pdf&amp;gt; S. 13 [Stand: 02.09.2019].&lt;br /&gt;
*Gregerová/Procházka 1998: M. Gregerová/R. Procházka, Erste Ergebnisse naturwissenschaftlicher Untersuchungen an Graphittonkeramik aus Brno (Brünn). In: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998) 275–278. ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
*Gross 1991: U. Gross, Die Bügelhenkelkanne, eine Hauptform der süddeutschen Keramik des Hoch- und Spätmittelalters. Beiträge zur Mittelalterarchäologie Österreichs 7, 1991, 69–77. ISSN: 1011-0062.&lt;br /&gt;
*Gross 2009: U. Gross, Keramikverbreitung und herrschaftliche Strukturen. Beispiele aus dem Mittelalter und der Frühen Neuzeit in Südwestdeutschland. In: D. Krausse u.a. (Hrsg.), Kulturraum und Territorialität: archäologische Theorien, Methoden und Fallbeispiel. Kolloquium des DFG-SPP 1171, Esslingen 17.-18. Januar 2007 (Rahden 2009) 159–175. ISBN 13: 978-3-89646-443-9. ISBN 10: 3-89646-443-4.&lt;br /&gt;
*Gross 2015: U. Gross, Sturzbecher oder Becherschrauben und schwarze Töpfe. Eine gläserne Sonderform und östliche Keramikimporte im frühneuzeitlichen Ulm. Fundberichte aus Baden-Württemberg 35, 2015, 561–573. ISBN 13: 978-3-80623-144-1. ISSN: 0071-9897.&lt;br /&gt;
*Hänsel 1966: B. Hänsel, Beschreibung der keramischen Gruppen. In: V. Milojcic (Hrsg.), Bericht über die Ausgrabungen und Bauuntersuchungen in der Abtei Frauenwörth auf der Fraueninsel im Chiemsee 1961-1964. Bayerische Akademie der Wissenschaften. Philosophisch-historische Klasse. Abhandlungen. Neue Folge 65 (München 1966) 177–200. ISBN 13: 978-3-76960-060-5. ISBN 10: 3-76960-060-6.&lt;br /&gt;
*Hensch 2005a: M. Hensch, Burg Sulzbach in der Oberpfalz. Archäologisch-historische Forschungen zur Entwicklung eines Herrschaftszentrums des 8. bis 14. Jahrhunderts in Nordbayern. Materialien zur Archäologie in der Oberpfalz 3, 1 (Text und Katalog) (Büchenbach 2005). ISBN 13: 978-3-93347-430-8. ISBN 10: 3-93347-430-2.&lt;br /&gt;
*Hensch 2005b: M. Hensch, Burg Sulzbach in der Oberpfalz. Archäologisch-historische Forschungen zur Entwicklung eines Herrschaftszentrums des 8. bis 14. Jahrhunderts in Nordbayern. Materialien zur Archäologie in der Oberpfalz 3, 2 (Tafeln und begleitende Beiträge) (Büchenbach 2005). ISBN 13: 978-3-93347-430-8. ISBN 10: 3-93347-430-2.&lt;br /&gt;
*Huber u.a. 2003: E. H. Huber/K. Kühtreiber/G. Scharrer-Liška, Die Keramikformen des Hoch- und Spätmittelalters im Gebiet der heutigen Stadt Wien sowie der Bundesländer Niederösterreich und Burgenland. In: K. Spindler/H. Stadler (Hrsg.), Beiträge vom 34. Internationalen Hafnerei-Symposium auf Schloß Maretsch in Bozen/Südtirol 2001. Nearchos 12, Veröffentlichungen des Arbeitskreises für Keramikforschung 3 (Innsbruck 2003) 43–66. ISBN 13: 978-3-90077-333-5.&lt;br /&gt;
*Kappel 1969: I. Kappel, Die Graphittonkeramik von Manching. In: W. Krämer, Die Ausgrabungen in Manching 2 (Wiesbaden 1969). ISBN 13: 978-3-51500-386-5. ISBN 10: 3-51500-386-X.&lt;br /&gt;
*Kasparek 1961: M. U. Kasparek, Keramik aus Regensburg aus dem 11. – 17. Jahrhundert. &amp;lt;http://nbn-resolving.de/urn/resolver.pl?urn=urn:nbn:de:bvb:355-rbh-1748-8&amp;gt; [Stand 06.08.2020]. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Kaufmann 1999: V. Kaufmann, Der Burgstall Warberg bei Neunburg vorm Wald. Materialien zur Archäologie in der Oberpfalz 1 (Büchenbach 1999). ISBN 13: 978-3-93347-402-5. ISBN 10: 3-93347-402-7.&lt;br /&gt;
*Koch 1993: R. Koch, Keramik des frühen und hohen Mittelalters aus Bayerisch-Schwaben. In: M. Petzet (Hrsg.), Forschungen zur Geschichte der Keramik in Schwaben. Arbeitshefte des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege 58 (München 1993) 119–128. ISBN 13: 978-3-87490-560-2. ISBN 10: 3-87490-560-8.&lt;br /&gt;
*Koch 2017: R. Koch, Ausgrabungen in der Burg Wittelsbach 1978-1981. Befunde und Funde. Materialhefte zur Bayer. Archäologie. Fundinventare und Ausgrabungsbefunde 105 (Kallmünz/Opf. 2017). ISBN 13: 978-3-78475-405-5. ISBN 10: 3-78475-405-8.&lt;br /&gt;
*Kouřil 1998: P. Kouřil, Zu den Anfängen der slawischen Graphittonkeramik in Schlesien. In: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998) 37–66. ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
*Kühtreiber 2006: K. Kühtreiber, Die hochmittelalterliche Keramik im südlichen Niederösterreich. Ihre Entwicklung, ihre Formen und Beziehungen zu den benachbarten Keramikregionen. Beiträge zur Mittelalterarchäologie in Österreich 22 (Wien 2006) 93–148. ISSN: 1011-0062.&lt;br /&gt;
*Lehrberger u.a. 2011: G. Lehrberger/F. Duschl/G. Wimmer, Graphit – ein besonderer mineralischer Rohstoff der Vor- und Frühgeschichte in Mitteleuropa. Eigenschaften, Entstehung, Verwendung und Vorkommen. In: K. Schmotz (Hrsg.), Vorträge des 29. Niederbayerischen Archäologentages (Leidorf 2011) 313–348. ISBN 13: 978-3-89646-240-4.&lt;br /&gt;
*Mämpel 1998: U. Mämpel, Meine historischen und technischen Erfahrungen mit schwarzgebrannter Irdenware. In: W. Endres/B. Kerkhoff-Hader (Hrsg.), 30. Internationales Hafnerei-Symposium in Obernzell vom 07. bis 11. Oktober 1997 (Bamberg 1998) 12–13. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Miklós/Vizi 2002: Sz. Miklós/M. Vizi, Beiträge zur Siedlungsgeschichte des mittelalterlichen Marktfleckens Ete. Acta Arch. Acad. Scien. Hungaricae 53, 2002, 195–253.&lt;br /&gt;
*Mittelstraß 1994: T. Mittelstraß, Die Funde der archäologischen Ausgrabungen von 1991-1992 im Murnauer Schloss. In: T. Mittelstraß (Hrsg.), Schloß Murnau. Ein Bauwerk der Stauferzeit und seine Geschichte (Murnau 1994) 120–251. ISBN 13: 978-3-98038-163-5. ISBN 10: 3-98038-163-3.&lt;br /&gt;
*Mittelstraß 2006: T. Mittelstraß, Urnengrab, Königsgrab, Grafenburg, Pflegschloss. Die Ergebnisse der archäologischen Grabungen auf dem Hofberg in Bad Aibling. In: G. Mayr (Hrsg.), Bad Aibling. Geschichte einer Stadt. Band 1 (Bad Aibling 2006) 35–71. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Mittelstraß 2007: T. Mittelstraß, Graphitkeramik des Mittelalters und der frühen Neuzeit in Altbayern. Ein Beitrag zum Beginn und zur Frühzeit der Obernzeller Produktion. Bayerische Vorgeschichtsblätter 72, 2007, 235–318. ISBN 13: 978-3-40611-077-1. ISSN: 0341-3918.&lt;br /&gt;
*Niemeier 1994: J.-P. Niemeier, Die Grabung an der Schlosserstiege in der Passauer Altstadt – Ein Schnitt durch 2000 Jahre Stadtgeschichte. In: K. Schmotz, Vorträge des 12. Niederbayerischen Archäologentages (Deggendorf 1994) 251–276. ISBN 13: 978-3-92473-458-9. ISBN 10: 3-92473-458-5.&lt;br /&gt;
*Nießen (in Bearbeitung): I. Nießen, Laufendes Promotionsprojekt zu der Ausgrabung Regensburg Donaumarkt „Museum der Bayerischen Geschichte“ Friedrich-Schiller-Universität Jena. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Pechtl/Eibl 2011: J. Pechtl/F. Eibl, Die neolithische Graphitnutzung in Südbayern. In: K. Schmotz (Hrsg.), Vorträge des 29. Niederbayerischen Archäologentages (Leidorf 2011) 349–432. ISBN 13: 978-3-89646-240-4. ISSN: 1438-2040.&lt;br /&gt;
*Polácek 1998: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998). ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
*Reinecke 1936: P. Reinecke, Karolingische Keramik aus dem östlichen Bayern. Germania 20, 1936, 198–202. ISSN: 0016-8874.&lt;br /&gt;
*Reschreiter 2001: J. Reschreiter, Versuche zu urgeschichtlicher Keramik. In: K. Grömer, K. Löcker, M. Mehofer (Hrsg.), Archäologie Österreichs 12 Sonderheft (Wien 2001) 22–26. ISSN: 1018-1857.&lt;br /&gt;
*Riedel 2000: G. Riedel, Ingoldesstat. Archäologische Untersuchungen zu Ingolstadt im Mittelalter. Beiträge zur Geschichte Ingolstadts (Ingolstadt 2000). ISBN 13: 978-3-92025-343-5. ISBN 10: 3-92025-343-4.&lt;br /&gt;
*Scharrer-Liška 2003: G. Scharrer-Liška, Die Entwicklung Hochmittelalterlicher Vorratsgefäße aus der Grafitkeramik im Gebiet des heutigen Ostösterreichs und der angrenzenden Gebiete. In: K. + Th. Kühtreiber (Hrsg.), Beiträge zur historischen Archäologie. Festschrift für Sabine Felgenhauer-Schmiedt zum 60. Geburtstag. Beiträge zur Mittelalterarchäologie in Österreich 6 (Wien 2003) 45–60. ISBN 10: 3-95008-514-9.&lt;br /&gt;
*Scharrer-Liška 2007: G. Scharrer-Liška, Die hochmittelalterliche Grafitkeramik in Mitteleuropa und ihr Beitrag zur Wirtschaftsgeschichte. Forschungsstand - Hypothesen - offene Fragen. Monographien des Römisch-Germanischen Zentralmuseums 68 (Mainz 2007). ISBN 13: 978-3-79541-857-1. ISBN 10: 3-79541-857-7.&lt;br /&gt;
*Schmid-Hecklau 2004: A. Schmid-Hecklau, Die archäologischen Ausgrabungen auf dem Burgberg in Meißen. In: J. Oexle (Hrsg.), Die Grabungen 1959-1963. Veröffentlichungen des Landesamtes für Archäologie im Landesmuseum für Vorgeschichte 43 (Dresden 2004). ISBN 13: 978-3-91000-859-5. ISBN 10: 3-91000-859-3.&lt;br /&gt;
*Schußmann 1997: M. Schußmann, Eine neuentdeckte Höhensiedlung der Hallstattzeit im südlichen Mittelfranken. Beitr. Arch. Mittelfranken 3, 1997, 97–108. ISSN: 1430-5461.&lt;br /&gt;
*Schreg 2015: R. Schreg, Eisentonkeramik aus Ulm und Geislingen – ein Zeugnis ulmischen Donauhandels. Blog Archaeologik (05.01.2015) &amp;lt;https://archaeologik.blogspot.com/2015/01/eisentonkeramik-aus-ulm-und-geislingen.html&amp;gt; [Stand 05.08.2019]. ISSN: 2197-7283.&lt;br /&gt;
*Staňa 1998: Č. Staňa, Die frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mittelmähren. In: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998) 87–125. ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
*Trebsche 2011: P. Trebsche, Eisenzeitliche Graphittonkeramik im mittleren Donauraum. In: K. Schmotz (Hrsg.), Vorträge des 29. Niederbayerischen Archäologentages (Leidorf 2011) 449–481. ISBN 13: 978-3-89646-240-4. ISSN: 1438-2040.&lt;br /&gt;
*van den Boom 1991: H. van den Boom, Großgefäße und Töpfe der Heuneburg. Heuneburgstudien VIII. Röm.-German. Forschung 51 (Mainz 1991). ISBN 10: 3-80531-190-7.&lt;br /&gt;
*v. Bomhard 1966: P. v. Bomhard, Das Münster Frauenchiemsee im Spiegel der kunstgeschichtlichen Forschung. In: V. Milojcic (Hrsg.), Bericht über die Ausgrabungen und Bauuntersuchungen in der Abtei Frauenwörth auf der Fraueninsel im Chiemsee 1961-1964. Bayerische Akademie der Wissenschaften. Philosophisch-historische Klasse. Abhandlungen. Neue Folge 65 (München 1966) 21–42. ISBN 13: 978-3-76960-060-5. ISBN 10: 3-76960-060-6.&lt;br /&gt;
*Wandling 1996: W. Wandling, Archäologische Untersuchungen im Burgstall von Untergriesbach, Lkr. Passau. In: K. Schmotz (Hrsg.), Vorträge des 14. Niederbayerischen Archäologentages (Deggendorf 1996) 211–224. ISBN 13: 978-3-89646-225-1. ISBN 10: 3-89646-225-3.&lt;br /&gt;
*Wandling 1997: W. Wandling, Ausgrabung im Burgstall von Untergrießbach, Lkr. Passau, Niederbayern. In: Das archäologische Jahr in Bayern 1996 (Stuttgart 1997) 166–168. ISBN 13: 978-3-80621-311-9.&lt;br /&gt;
*Wandling 2010: W. Wandling, Auf den Spuren der Burg Windberg. In: 1000 Jahre Windorf: Ein Erinnerungsbuch (Windorf 2010) 44–49. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Wandling 2017: W. Wandling, Ausgrabungen und Funde im Landkreis Passau 2013-2016. In: F.-R. Erkens, Passauer Jahrbuch. Beiträge zur Geschichte, Geographie und Kultur Ostbaierns LIX/2017 (Passau 2017) 351–379. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Weid 2000: E. Weid, Die Kleinfunde der mittelalterlichen Siedlung von Zuchering bei Ingolstadt. Arbeiten über die Archäologie Süddeutschlands 10 (Büchenbach 2000). ISBN 13: 978-3-93347-408-7.&lt;br /&gt;
*Wintergerst 1999: M. Wintergerst, Die Ausgrabung „Ledergasse 1“ in Regensburg. Eine formenkundliche Studie zur Keramik des 10. bis 13. Jahrhunderts in Bayern. Materialh. Arch. Mittelalter u. Neuzeit 4 (Rahden/Westf. 1999). ISBN 13: 978-3-89646-453-8. ISBN 10: 3-89646-453-1.&lt;br /&gt;
*Wolf 1971: H. Wolf, Eine frühmittelalterliche, latène- und hallstattzeitliche Kulturschicht unter der Stadtmauer von Cham. urn:nbn:de:bvb:355-ubr00031-0219-4. Universität Regensburg [Stand 22.08.2019]. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Zamelska 1998: K. Zamelska, Graphitkeramik in Polen – Chronologie und Verbreitung. In: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998) 33–36. ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[kategorie:Warenart]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>M. Rühle</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://amanz-balismink.rproxy.rz.uni-bamberg.de/balismink/index.php?title=Graphitkeramik&amp;diff=5635</id>
		<title>Graphitkeramik</title>
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		<updated>2023-05-13T22:25:06Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;M. Rühle: /* Einführung */ Abbildungen eingefügt&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
{{stub}}&lt;br /&gt;
Graphitkeramik ist ein Oberbegriff für verschiedene Waren, bei deren Herstellung oder Verzierung Graphit verwendet wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*graphitierte Keramik: mit einem Graphitüberzug bzw. einer Graphitbemalung&lt;br /&gt;
*[[Graphittonkeramik]]. Neben einer vor allem in Österreich sowie Böhmen und Mähren verbreiteten [[Graphittonware (Österreich, Böhmen und Mähren, FMa)]] gehören hierzu auch [[Graphittontiegel|graphitgemagerte Tiegel]] sowie die spätmittelalterliche/ frühneuzeitliche [[Eisentonkeramik]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einführung==&lt;br /&gt;
Graphitkeramik ist seit dem Neolithikum bekannt (Dostál 1998, 67), in der Bronzezeit belegt (Dell`Mour 2002, 84) und hat den ersten Höhepunkt ihres Vorkommens in der Eisenzeit – insbesondere in der Latènezeit. Um die Zeitenwende verliert sich ihre Spur. Im 8. Jh. erscheint sie im niederösterreichischen Donauraum erneut und wird im Verlauf des 9./10. Jh. dort und in den angrenzenden Gebieten, v.a. Mähren und Schlesien, bis ins 13. Jh. zeitweise zur bestimmenden Warenart (Mittelstraß 2007, 244; Felgenhauer-Schmiedt 1998, 201).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachweisbar ist mittelalterliche Graphitkeramik heute in Österreich, Polen, Tschechien, Slowenien, Ungarn und Deutschland (Scharrer-Liška 2003, 46). Der Forschungsstand in diesen Regionen ist sehr unterschiedlich. Während in Österreich und Tschechien bereits einiges an Forschungsarbeit geleistet wurde, hat die Graphitkeramik in den übrigen Regionen aus unterschiedlichen Gründen noch wenig Interesse erfahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Krenz Abb. 1 Graphit.jpg|400px|thumb|right|Abb. 1: Graphit (Lehrberger u.a. 2011, 325).]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Krenz Abb. 2 Graphitlagerstätten.jpg |400px|thumb|right|Abb. 2: Graphitlagerstätten Mitteleuropa (Scharrer-Liška 2017, 17).]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im deutschen Raum ist dies v.a. auf den Umstand zurückzuführen, dass mittelalterliche Graphitkeramik nach jetzigem Forschungsstand (fast) im gesamten Gebiet als reine Importkeramik bewertet werden muss, nur an wenigen Fundplätzen greifbar wird, dort meist nur in geringer Menge vorhanden ist und somit für die Auswertung des Keramikspektrums der jeweiligen Referenzkomplexe nur eine begrenzte Aussagekraft besitzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit vorliegender Arbeit wird ein erster Schritt unternommen, einerseits einen zusammenfassenden Forschungsstand darzustellen und andererseits über eine Kartierung der recherchierten süddeutschen Fundplätze eine Verbreitung dieser Keramikvariante in diesem Gebiet zu erfassen. Dies kann als Grundlage für die zukünftige Beantwortung der aufzuwerfenden Forschungsfragen dienen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gründe für die Verwendung des Minerals [[Graphit]] bei der Herstellung von Tongefäßen werden v.a. in den besonderen physikalisch-chemischen Eigenschaften gesucht, die der Graphitkeramik – speziell der Graphittonkeramik (d.h. mit Graphit gemagerter Keramik) – nach heutigem Wissensstand nachgewiesen werden können. Dazu zählen Hydrophobie (der ansonsten wasserdurchlässigen mittelalterlichen Irdenware), die erhöhte Wärmeleitfähigkeit, Temperaturwechselbeständigkeit sowie eine hohe Resistenz gegen Laugen und Säuren (Mittelstraß 2007, 236, Scharrer-Liška 2007, 150). Inwieweit diese Eigenschaften im Früh- und Hochmittelalter bereits bekannt waren, kann derzeit nicht beantwortet werden. Das Typenspektrum der Graphitkeramik im Hochmittelalter weist Formen auf, für die die besonderen Eigenschaften der Graphitkeramik keine Bedeutung hatten (Scharrer-Liška 2007, 150). Hier müssen Gründe wie Tradition und Gewohnheit, Stil, Nachahmung metallischer Gefäße und Prestige genauso in die Interpretation mit einbezogen werden wie mögliche brenntechnische Gründe (Scharrer-Liška 2007, 151). Erst ab dem Spätmittelalter nimmt das Formenspektrum dieser speziellen Keramik wieder ab und beschränkt sich auf Formen wie Kochgeschirr, Vorratsgefäße und Schmelztiegel. Spätestens ab diesem Zeitpunkt kann davon ausgegangen werden, dass die besonderen Eigenschaften der Graphitkeramik bekannt waren (Scharrer-Liška 2007, 150). Mit der im ausgehenden Spätmittelalter / der beginnenden Neuzeit aufkommenden Eisentonkeramik, einer speziellen Variante dieser Keramikart, setzt sich die Entwicklung der Graphitkeramik bis in die Neuzeit fort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Graphit ist ein metallisch glänzender Rohstoff, der auf natürliche Weise aus Faulschlamm unter der Einwirkung von hohem Druck und Temperatur entstand (Scharrer-Liška 2007, 14) (Abb. 1).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Lagerstätten von Graphit in Mitteleuropa sind stark begrenzt und beschränken sich v.a. auf die Böhmische Masse, einem geologisch alten Rumpfgebirge. Bekannte Fundstätten liegen im Bayerischen Wald und ziehen über Böhmen, den mährisch-schlesischen Raum, das Mühl- und Waldviertel, den Dunkelsteiner Wald bis in die Grauwackerzone der Steiermark und Kärntens in Österreich (Abb. 2). Unbedeutendere Lagerstätten befinden sich in Tirol (Scharrer-Liška 2007, 15; 2003, 45). Im deutschen Grenzgebiet ist der Passauer Raum, speziell die Region um das heutige Kropfmühl, für Graphitvorkommen bekannt. Bei der archäologischen Lagerstättenkartierung muss allerdings der Umstand beachtet werden, dass i.d.R. nur heutige abbauwürdige Vorkommen kartiert werden, kleinräumigere Vorkommen dagegen nicht bekannt sind oder in der Vergangenheit bereits ausgebeutet wurden und aus diesen Gründen nicht erfasst werden (Mittelstraß 2007, 244).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Forschungsgeschichte==&lt;br /&gt;
Außer in einem kurzen Zeitraum während des frühen 13. Jh., als nach Vermutung von T. Mittelstraß im Hinterland von Passau ein Produktionsstandort existiert haben könnte (Mittelstraß 2007, 251), muss nach jetzigem Forschungsstand mittelalterliche Graphitkeramik in Süddeutschland vom Früh- bis zum Ende des Spätmittelalters als reine Importkeramik, v.a. aus österreichischen und böhmisch-mährischen Gebieten, angesehen werden. Durch diesen Umstand bedingt, sind derartige Scherben in den meisten Fundkomplexen nur in sehr geringer Anzahl vorhanden und für die Auswertung der Keramikkomplexe oft zu unbedeutend in ihrer Aussagekraft. Entsprechend schmal ist die Publikationslage.&lt;br /&gt;
Grundlegend ist daher ein Artikel von T. Mittelstraß aus dem Jahr 2007 „Graphitkeramik des Mittelalters und der frühen Neuzeit in Altbayern. Ein Beitrag zum Beginn und zur Frühzeit der Obernzeller Produktion“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besser ist hier der Forschungsstand in Österreich, wo Graphitkeramik vom 8.–13. Jh. in viel stärkerem Ausmaß vorkommt und in bestimmten Gebieten in diesem Zeitraum zur vorherrschenden Keramikart wird. Hier sind v.a. die Arbeiten von S. Felgenhauer-Schmiedt, G. Scharrer-Liška und K. Kühtreiber zu nennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiteres wichtiges Herstellungs- und Verbreitungsgebiet der mittelalterlichen Graphitkeramik war die Region Mähren, die von B. Dostál und Č. Staňa bearbeitet wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Aussagekraft dieser Publikationen ist für die Region Süddeutschland hinsichtlich Verbreitung und Fundaufkommen allerdings begrenzt und besitzt in erster Linie für wirtschaftsgeschichtlich-archäologische Fragestellungen Relevanz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verbreitung==&lt;br /&gt;
Das erneute Aufkommen der Graphitkeramik im Mittelalter nahm nach bisherigem Forschungsstand seinen Anfang in Österreich. Dort ist sie in wiederbesiedelten antiken Orten in den entsprechenden nachrömischen Schichten archäologisch im ausgehenden 8. Jh. nachweisbar, so in Tulln, Mautern und Wien. Sicher zu belegen ist die weitere Verbreitung im 9. Jh. im niederösterreichischen Donauraum. Von dort greift die Graphitkeramik im späten 9. und beginnenden 10. Jh. nach Mähren und die Gebiete nördlich, östlich und westlich davon aus (Felgenhauer-Schmiedt 1998, 200).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Mähren ist Graphitkeramik v.a. auf slawischen Burgen dokumentiert. Beispiele hierfür bilden der Burgwall Staře Zámsky bei Brno-Lišeň (ab frühem 10. Jh.), Zelená Hora (Anfänge im 10. Jh., stark vertreten im 11.–13. Jh.) und die Burg Přerov (ab 10. Jh.) (Staňa 1998, 88–114).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im heutigen Polen erreichte die Graphitkeramik ihre stärkste Verbreitung im 12./13. Jh., älteste Gefäße können aber bereits in Opole im 9./10. Jh. nachgewiesen werden (Zamelska 1998, 33). In schlesischen Gebieten finden sich Graphitgefäße z.B. in Chotěbuz-Podobora, Hradec nad Moravici und Stavenice ebenfalls ab der Mitte des 10. Jh. Im 11./12. Jh. steigt hier die Beliebtheit von Graphitkeramik in solchem Maße, dass alle Formen der Keramik mit Graphitmagerung hergestellt wurden und sie auf fast allen Fundstellenarten, auf befestigten Plätzen, in dörflichen Ortschaften, in Gräbern und Städten auftritt (Kouřil 1998, 39 ff.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In böhmischen Fundkomplexen wird Graphitkeramik eher selten geborgen. Dort nahm sie sowohl im Früh- als auch im Hochmittelalter nirgends eine dominierende Stellung ein. Erst ab dem 13. Jh. ist sie im Siedlungsmaterial in nennenswertem Umfang nachweisbar, scheint allerdings bereits im 14. Jh. keine Rolle mehr zu spielen (Mittelstraß 2007, 249).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im heutigen Deutschland ist mittelalterliche Graphitkeramik nach neuestem Forschungsstand sehr früh belegt. Mit dem Kastell Boiotro in [[Passau]] (Altjohann 2012, 92) und dem Rauhen Kulm (Freundlicher Hinweis PD. Dr. H. Losert, unpubliziert) bei Neustadt am Kulm sind Fundplätze verbürgt, deren Material bereits ins 8./9. Jh. datiert (Abb. 3). Falls es sich um Import handelt, kann als Herstellungsgebiet allein der niederösterreichische Raum in Frage kommen. Dies setzt einen intensiven Handelsaustausch mit dieser Region zu einem sehr frühen Zeitpunkt voraus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Graphitkeramik der Abtei [[Frauenwörth]] (Chiemsee) (Mittelstraß 2007, 257) und aus der Grabung am Donaumarkt in [[Regensburg]] (Freundlicher Hinweis I. Nießen) liegt Fundmaterial aus dem 9./10.–12. Jh. vor. Der Großteil der weiteren Fundplätze in Süddeutschland zeigt Material mit Datierungen zwischen dem 10.–13. Jh. Als westlichster Punkt von Graphitkeramik muss derzeit ein Fund von zwei Graphittonscherben vom nordwestlichen burgnahen Hangbereich des Schlosses Pappenheim im Lkr. Weißenburg-Gunzenhausen gewertet werden (Freundlicher Hinweis PD Dr. phil. habil. Schußmann: Scherbe Nr. 1 wurde zunächst als latènezeitlich publiziert – Schußmann 1997, 108, mit dem Fund einer – später gefundenen – passenden Randscherbe als mittelalterliches Fundgut des 11./12. Jh. n. Chr. identifiziert).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Betrachtung der Verbreitungskarte (die allerdings einen temporären Forschungsstand darstellt) zeigt eine Abnahme der Funddichte Richtung Westen in Relation zu den Graphitlagerstätten (Abb. 4).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die spätmittelalterliche/frühneuzeitliche [[Eisentonkeramik]] (Abb. 5) gelangte bedeutend weiter westlich und wartet mit Fundstätten in [[Ulm]] und Geislingen auf (Schreg, Blog Archaeologik 05.01.2015). Nachweisbar ist sie auch im Gebiet um Passau (Endres 1998, Mittelstraß 2007, Böhmer 2015), in Bad Aibling (Mittelstraß 2007), Regensburg (Wintergerst 1999), Murnau (Mittelstraß 1994) und auf der Saldenburg (Endres 1994). Irritierend ist hier allerdings die Fundarmut dieses Materials zwischen dem östlichsten und westlichsten bekannten Verbreitungspunkt in Deutschland. (Als weiterer Fundplatz kann lt. Zeichnungen und Beschreibungen die Abtei Frauenwörth in Chiemsee angenommen werden [Hänsel 1966, Tafeln 4.10 und 5.18].)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das massenhafte Auftreten &amp;quot;graphitengobierter&amp;quot; Scherben als Oberflächenfunde auf den Burgen des 12./13.–15. Jh. der Schwäbischen Alb, wo diese Ware unter der Bezeichnung „grauschwarz hart gebrannte Drehscheibenware“ firmiert (Bizer 2006), will sich nicht so recht in das bisher bestehende Muster einpassen lassen. Mit Masse dürfte es sich hier um fein polierte Keramik handeln, die an die [[Polierte jüngere graue Drehscheibenware (Ulmer Raum, SMa)|polierte jüngere graue Drehscheibenware]] des benachbarten Ulmer Raums erinnert und wohl dort anzugliedenr ist, aber keinen Graphit enthält.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In welcher Form Graphitton verhandelt wurde, ist nicht gesichert. Denkbare Alternativen wären der Handel mit fertigen Gefäßen, mit Graphitton als Rohmaterial oder mit Rohgraphit (Scharrer-Liška 2003, 46). An Fundplätzen, an denen nur vereinzelte Scherben in einem ansonsten andersgearteten Keramikspektrum auftreten, ist zudem die Möglichkeit zu bedenken, dass Graphitgefäße als reine Transportgefäße für Waren, bei denen die hydrophobe Eigenschaft des Transportgefäßes eine wichtige Rolle spielte (z.B. Salz), zufällig vor Ort gelangten. Dies könnte auf den Burgstall Warberg bei Neunburg vorm Wald, den Burgberg in Meißen oder die [[Oberwittelsbach, Burg Wittelsbach|Burg Wittelsbach]] zutreffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warenart(en)==&lt;br /&gt;
Der Umgang mit dem Begriff der „[[Warenart]](en)“ ist in der Keramikforschung insofern problematisch, als dass er im deutschsprachigen Raum mit verschiedenen Inhalten belegt wird. U. Gross steht stellvertretend für eine Forschungsrichtung, die unter „Warenart“ Keramikgruppen fasst, die formale und technische Merkmale in sich vereinen. G. Scharrer-Liška als wichtige Vertreterin der hier behandelten Keramik versteht unter „Warenart“ Keramikgruppen gleichen Materials und Herstellungstechnik ([[Materialgruppe]]n), die formale Kriterien vorerst als irrelevant definiert, da die meisten Formen – je nach Zeitstellung – in sehr unterschiedlichen Warengruppen auftreten können (Scharrer-Liška 2007, 76).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für den süddeutschen Raum wurden bislang nur wenige Versuche unternommen, die mittelalterliche Graphitkeramik zu untergliedern. Als frühestes Beispiel kann B. Hänsel angeführt werden, der bei der Bearbeitung des Fundplatzes Abtei [[Frauenwörth]] (Chiemsee) die Graphitkeramik in drei Unterklassen (D 1–3) unterteilt (Abb. 6) (Hänsel 1966, 177). Da bei seiner Unterteilung auch latènezeitliches Material Eingang findet, des Weiteren die Datierung durch den frühen Zeitpunkt der Bearbeitung des Fundkomplexes (1966) ungewiss erscheint, eignet sich diese Warenartuntergliederung nur bedingt. Ein weiteres Modell der Untergliederung liefern B. Engelhardt und R. Pleyer bei ihrer Bearbeitung des Burgstalls Saunstein (Engelhardt/Pleyer 1986, 71). Sie unterscheiden die drei „Macharten“ A – C. Dabei ist allerdings nur Machart B sicher als Graphitkeramik zu identifizieren, Machart A und C beinhalten sowohl Graphitkeramik als auch Keramik mit Glimmer- und [[Goldglimmer]]magerung. Auch dieses Modell greift in seiner Einteilung zu kurz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Abb. 6: Warenarten nach Hänsel 1966, 177 ff.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Warenart/Eigenschaften&lt;br /&gt;
! D1&lt;br /&gt;
! D2&lt;br /&gt;
! D3&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Graphitanteil&lt;br /&gt;
| sehr hoch&lt;br /&gt;
| weniger Graphit als D1&lt;br /&gt;
| ziemlich hoch&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Magerung&lt;br /&gt;
| fein, bisweilen gröber&lt;br /&gt;
| fein, wenig körnige Magerungszusätze&lt;br /&gt;
| fein&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Brand&lt;br /&gt;
| nicht besonders hart&lt;br /&gt;
| mittelhart&lt;br /&gt;
| hart&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Bruch&lt;br /&gt;
| schwärzlich-silbern&lt;br /&gt;
| -----&lt;br /&gt;
| -----&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Oberfläche&lt;br /&gt;
| schwärzlich-silbern, manchmal rötlichbraun&lt;br /&gt;
| silbrig-schwarz&lt;br /&gt;
| porös, silbrig bis grau&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Zeitstellung&lt;br /&gt;
| wahrscheinlich – wenigstens teilweise Latènezeit&lt;br /&gt;
| Mittelalter?&lt;br /&gt;
| Mittelalter?&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Gefäßform&lt;br /&gt;
| weitmundige Töpfe mit kurz einschwingender Halszone und hoher Randlippe; bauchige Töpfe mit Trichterhals; große, flache Schalen mit sehr breitem Rand&lt;br /&gt;
| bauchiges Gefäß mit abgesetzter, steiler Schulterzone und abgewinkeltem, flachen Trichterhals; Bodenstücke eines Gefäßes mit flach ansteigender Wandung; Gussform für Perlen&lt;br /&gt;
| hohe Gefäße mit verdicktem und nach unten gebogenem Rand; Bodenscherben von steilen Gefäßen; Bodenscherben von bauchigen Gefäßen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Verzierung&lt;br /&gt;
| eng gestellte und tief eingeschnittene senkrechte Rillen auf Gefäßkörper; Rillen in Furchentechnik auf dem Hals der Schale&lt;br /&gt;
| häufig flache Wellenlinienmuster mit breiter Ritztechnik; breite waagerechte Rillen&lt;br /&gt;
| keine bekannt; 1 Abdruck eines Kreuzes als Töpfermarke&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
G. Scharrer-Liška bietet ein Modell der Warenarten ihres Bearbeitungsgebietes (Niederösterreich) an, in welchem sie sieben Warengruppen definiert, von denen Warenarten 1–3 verschiedene Formen der Graphitkeramik aufnehmen (Scharrer-Liška 2007, 76).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Abb. 7: Warenarten nach Huber u.a. 2003, 46.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;width:10em;&amp;quot; | Waren-/Keramikart 1&lt;br /&gt;
| Graphitkeramik (reduzierend gebrannt, sehr  hoher Graphitanteil)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Waren-/Keramikart 2&lt;br /&gt;
| „Ummäntelte“ Graphitkeramik (keine tatsächliche Ummäntelung mit Tonschlicker, wie in älterer Literatur oft angegeben, sondern Wechselbrand, bei dem sekundär unter oxidierender Atmosphäre der Graphit verbrannt wurde und dadurch die Oberfläche, im Gegensatz zum grauen Kern, braune bis rötlich-orange Farbe erhielt)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Waren-/Keramikart 3&lt;br /&gt;
| Stark glimmerhaltige Graphitkeramik (reduzierend gebrannt)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Waren-/Keramikart 4&lt;br /&gt;
| „Eisentonware“ (spätmittelalterliche, reduzierend gebrannte, gering bis mittelstark graphitgemagerte Keramik)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Waren-/Keramikart 5&lt;br /&gt;
| „Grautonware“ (reduzierend gebrannte Irdenware, vor allem steinchengemagert)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Waren-/Keramikart 6&lt;br /&gt;
| Wechselhaft gebrannte Irdenware&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Waren-/Keramikart 7&lt;br /&gt;
| Oxidierend gebrannte Irdenware&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Waren-/Keramikart 8&lt;br /&gt;
| Bleiglasierte Irdenware&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer Publikation von E. H. Huber/K. Kühtreiber/G. Scharrer aus dem Jahr 2003 tritt als Warenart 4 noch die Eisentonkeramik hinzu (Abb. 7) (Huber/Kühtreiber/Scharrer, 2003, 46).&lt;br /&gt;
Ein weiteres System wurde von K. Kühtreiber 2006 publiziert, in welchem sie Graphitkeramik wiederum als EINE Warenart definiert, als primäres Unterscheidungskriterium die Stärke der Magerung wählt und dieser den Brand als Differenzierungsmerkmal unterordnet (Kühtreiber 2006, 96).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den benannten Beispielen wird ein grundsätzliches Problem bei der Erfassung der Graphitkeramik deutlich. Während in Deutschland Graphitkeramik als EINE Warenart definiert wird, die über formale Kriterien weiter untergliedert wird, versteht man im österreichischen Raum Graphitkeramik als Oberbegriff, die existierenden Varianten nach der Definition von G. Scharrer-Liška als eigene Warenarten (außer im System von K. Kühtreiber). Diese kommunikative Unschärfe erschwert die Parallelisierung von Systematisierungssystemen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allen diesen Modellen ist gemeinsam, dass sie sich auf einen konkreten Fundplatz oder ein territorial begrenztes Gebiet beziehen und somit den Rahmen für die Untergliederung sehr eng abstecken. Eine eigene, unabhängige Untergliederung für das süddeutsche Fundgut als fast ausschließlichen Import ignoriert die Herkunft und die damit verbundenen Interpretationsmöglichkeiten. Um die mit der Graphitkeramik in Zusammenhang stehenden Fragestellungen beantworten zu können, erscheint ein Denken in größeren Zusammenhängen sinnvoll. Nötig wäre hier eine – nur der Graphitkeramik in allen ihren Ausprägungen vorbehaltene – Warenartgliederung, die sowohl archäometrische als auch formale Kriterien beinhaltet, sich länderübergreifend auf die Herstellungsregionen stützt und so die Chance bietet, das in den Importregionen zu Tage getretene Fundgut zeitlich und räumlich einzuhängen. Damit wären die Voraussetzungen zur Beantwortung vieler archäologischer Fragen rund um diese Form der Keramik geschaffen. Da diese überregionalen Gliederungen für die Herstellungsgebiete noch fehlen, muss dies zukünftigen Generationen überlassen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Varianten==&lt;br /&gt;
Graphit wurde in unterschiedlicher Weise eingesetzt, um dem Ton von Gefäßen eine höhere Funktionalität, den Gefäßen selbst ein höheres Prestige oder einen gesteigerten Marktwert zu verleihen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Übereinstimmung mit T. Mittelstraß (Mittelstraß 2007, 235 mit Anm. 1) und G. Scharrer-Liška (Scharrer-Liška 2003, mit Anm. 1) wird hier der Begriff „Graphitkeramik“ verwendet und darunter jede Form von mit Graphit behandeltem Ton verstanden. Der in der Literatur oft synonym verwendete Begriff Graphittonkeramik bleibt ausschließlich der mit Graphit gemagerten Keramik vorbehalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Graphittonkeramik]]&lt;br /&gt;
*[[Graphitengobierte Keramik]]&lt;br /&gt;
*[[Graphitierte Keramik]]&lt;br /&gt;
*[[Ummäntelte Graphittonkeramik]]&lt;br /&gt;
*[[Keramik mit Graphitbemalung]]&lt;br /&gt;
*[[Eisentonkeramik]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Formen==&lt;br /&gt;
Die keramischen Formen der Graphitkeramik entwickeln sich im Früh- und Hochmittelalter zunächst analog der Formen der graphitfreien Keramik. Das keramische Spektrum ist in dieser Periode sehr eingeschränkt und erstreckt sich fast ausschließlich auf Töpfe, vereinzelt auch Backteller (Abb. 14).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Sonderformen von Töpfen können in Österreich ab dem 11. Jh. speziell gestaltete Vorratsgefäße identifiziert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Beginn des Hochmittelalters erweitert sich das Formenspektrum auf Deckel, Pfannen und Schüsseln, ab dem 12. Jh. kommen Bügelkannen und ab dem 13. Jh. Krüge und Aquamanile hinzu (Scharrer-Liška 2003, 8) (Abb. 15). Dies lässt sich mit der Differenzierung der sozialen Gepflogenheiten, d.h. von Haushalts- und Tischsittengestaltung parallelisieren, die vom südwestlichen und südlichen Deutschland (vermutlich durch den von hier ausgehenden Landesausbau) in den österreichischen Donauraum wirkt (Scharrer-Liška 2007, 34). Erst im ausgehenden Spätmittelalter und v.a. mit dem Aufkommen der Eisentonkeramik minimiert sich das Formenspektrum der Graphitkeramik und beschränkt sich auf Töpfe, Vorratsgefäße, Schmelztiegel, technische Keramik und Kacheln, für die die besonderen Eigenschaften der Graphitkeramik von bedeutendem Vorteil waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine gegenläufige Entwicklung nimmt die graphitengobierte grauschwarz hartgebrannte Drehscheibenware. Ihr Typenspektrum erweitert sich im Spätmittelalter enorm und weist neben den weiterhin dominierenden Töpfen auch Kannen, Flaschen, Dreifußgefäße, Schüsseln, Lampenschälchen, verschiedene Deckelformen und kugelförmige Becher auf (Bizer 2006, 50 f.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verzierungen==&lt;br /&gt;
Grundsätzlich folgte auch die Verzierung der Graphitkeramik den Entwicklungen, die graphitfreie Keramik im Mittelalter nahm. Im Frühmittelalter, teilweise auch im Hochmittelalter, scheinen die Gefäße üppiger verziert als in späteren Zeiten. Als vorherrschende Verzierungen der frühen Periode können Wellenlinien, Wellenbänder, Einstichmuster und horizontal umlaufende Dekore identifiziert werden (Abb. 16). Diese werden später durch horizontal umlaufende Linien oder Linienbänder abgelöst, von Dekoren also, die durch das Aufkommen der Töpferscheibe wahrscheinlicher werden. Spätestens mit dem städtischen Handwerk, das bereits einer vorindustriellen Herstellung glich, wurden Verzierungen scheinbar nur dann angebracht, wenn es der Herstellungsprozess erlaubte (Scharrer-Liška 2007, 23).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verzierungen des Fundmaterials aus Süddeutschland zeigen eine kongruente Entwicklung. Als früheste Muster treten Wellenlinien verschiedenster Ausprägungen, z.T. zwischen umlaufenden Rillen, Schrägkerben- und Tupfenreihen, innenverzierte Ränder, Bodenmarken bzw. Töpferzeichen in Form von Kreuzen sowie im Hochmittelalter breite Gurtbänder auf Vorratsgefäßen auf. Eisentonwaren zeichnen sich regelhaft durch Stempelmarkierungen sowie Rillen/Riefen unter dem Rand aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Herstellungstechnik==&lt;br /&gt;
Die Herstellung von Graphitkeramik im Mittelalter erfolgte zunächst analog der Herstellung anderer Warenarten. Der Töpfer musste den Ton aufbereiten. Dazu wurde der Rohstoff der Witterung ausgesetzt, das sogenannte Wintern, Wettern oder Einsumpfen setzte ein. Danach erfolgte das Schlemmen des Tones, Verunreinigungen und überflüssiges Wasser wurden entfernt. Das anschließende Kneten minimierte mögliche Luftblasen und erhöhte die Bearbeitbarkeit des Tones (Felgenhauer-Schmiedt, o. J., 35). Die Magerung eines Tones mit Graphit ist mit einigen zusätzlichen Arbeitsschritten und Herausforderungen verbunden. Ein natürlicher hoher Graphitgehalt oder starker künstlicher Graphitzuschlag im Ton verringern dessen Plastizität, weshalb es schwierig ist, mit diesem Ton dünnwandig zu arbeiten. Dies wird als Grund angeführt, dass insbesondere die frühen, stark graphithaltigen Gefäße ein eher archaisches Aussehen hatten und als plumpere Varianten der graphitfreien Gefäße galten. Erst mit dem Aufkommen von Drehhilfen und Tonen, die tendenziell immer weniger Graphit enthielten, ist eine Verfeinerung des Bildes der Graphitkeramik zu beobachten (Mittelstraß 2007, 236, Scharrer-Liška 2007, 21 f.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund seiner hydrophoben Eigenschaften ist Graphit im feuchten Zustand nur schwer mit dem Ton zu vermischen. Um eine gleichmäßige Textur des Tones zu erreichen, werden zwei mögliche Varianten der Herstellung diskutiert. Eine Möglichkeit stellt die Vermischung unter starkem körperlichem Einsatz durch das Abtreten mit den Füßen dar. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, sowohl Ton als auch Graphit zunächst zu trocknen, zu zerreiben, wieder zu vermischen und mit Wasser zu versetzen (Scharrer-Liška 2007, 21). Im Frühmittelalter sprechen Dickwandigkeit der Gefäße, unregelmäßige Formgebung und senkrechte Verstreichspuren an den inneren Gefäßwänden für einen Handaufbau. Im Hochmittelalter liefert das Vorhandensein von Bodenmarken und Quellböden Hinweise auf die Verwendung von handgetriebenen Drehhilfen (Scharrer-Liška 2007, 21 ff.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor dem Brennen des Tones wurden Einstiche oder Schnitte in die dickeren Teile des Gefäßes eingebracht, um eine schnellere und gleichmäßigere Trocknung des Tones zu erreichen und das Risiko des Reißens während des Brennvorgangs zu minimieren. Graphit oxidiert bei Sauerstoffzufuhr bei 400–500°C und verbrennt bei 700–1000°C, unter reduzierenden Bedingungen setzt diese Reaktion erst bei ca. 3.500°C ein. Die Brennatmosphäre wurde entsprechend entweder reduzierend gestaltet oder die Gefäße wurden bei sehr niedrigen oxidierenden Temperaturen gebrannt (Scharrer-Liška 2007, 25). Für die unter reduzierenden Bedingungen hergestellte frühmittelalterliche Graphitware von Thunau am Kamp in Niederösterreich konnte mittels mikroskopischer Untersuchungen festgestellt werden, dass der Brenntemperaturbereich zwischen 700–900°C lag (Dell’Mour 2002, 91).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verbesserung der Brenntechnik vom Früh- zum Hochmittelalter ermöglichte in Niederösterreich dann das Aufkommen der Ummäntelten Graphittonkeramik (Scharrer-Liška 2007, 25).&lt;br /&gt;
Bei der Herstellung engobierter Graphitkeramik wurde auf ein graphitfreies, lederhartes Gefäß vor dem Brand eine Graphitengobe aufgebracht. Diese Engobe war vermutlich eine Mischung aus geschlämmtem Ton und Graphitbrei. Das Auftragen erfolgte mit einem Tuch oder Leder, Begießen oder Tauchen kamen, wie experimentalarchäologische Versuche zeigten, eher nicht in Betracht, da sich wegen der Saugfähigkeit des lederharten Materials eine zu dicke Engobeschicht bildet, die zu Blasenbildung und Abplatzungen neigt (Böhmer 2008, 146). Der Brand graphitengobierter Waren setzte ab der mittleren Brennphase einen kontrollierten Reduktionsbrand voraus. Beim Nachheizen musste der zugeführte Sauerstoff vollkommen im Feuerraum verbrennen und durfte nicht an die Ware gelangen, um den Graphit an der Oberfläche zu halten (Böhmer, 2008, 149).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Graphitierung der Keramik erfolgte erst nach dem Brand der Gefäße. Dazu wurde das Keramikobjekt mit Graphitstaub eingerieben. Eventuell erfolgte ein kurzer Stabilisierungsbrand (Mittelstraß 2007, 242).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Scherbenbeschaffenheit==&lt;br /&gt;
Die Scherbenbeschaffenheit, d.h. Merkmale wie Magerungsdichte, Magerungsgröße, Härte, Farbe, Beschaffenheit der Oberfläche, Brandatmosphäre, Wandstärke und Porosität variieren innerhalb der verschiedenen Ausprägungen der Graphitkeramik und deren zeitlichen, örtlichen und technischen Modifikationen derart stark, dass sie hier nicht zusammengefasst werden können. Erschwerend kommt hinzu, dass einheitliche Merkmale in der Literatur zu den süddeutschen Fundkomplexen nur z.T. publiziert wurden, so dass sich aufgrund des begrenzten Informationsstandes Aussagen verbieten. Generell scheint sich bei den frühen Formen aber abzuzeichnen, dass Graphitkeramik im Vergleich zur sonstigen mittelalterlichen Keramik deutlich weicher gebrannt ist. Wenn benannt, erreicht die Keramik selten mehr als den Härtegrad „2“ nach Mohs. Auch ist beim süddeutschen Fundgut meist von einer reduzierenden Brandführung auszugehen. Dies ist allerdings in den Kontext eines fehlenden Forschungsstandes zu anderen Varianten der Graphitkeramik im süddeutschen Raum zu stellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als abweichende Ausnahmeerscheinung treten wieder die Oberflächenfunde aus den Burgen der Schwäbischen Alb auf. Diese Art der engobierten Graphitkeramik ist hart bis sehr hart gebrannt, im Bruch einheitlich grau bis mittelgrau und gleichförmig dunkel bis schwarzgrau auf der Oberfläche (Bizer 2006, 50).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Sozialer Kontext==&lt;br /&gt;
Graphitkeramik tritt im gesamten Verbreitungsgebiet sowohl im dörflichen Raum als auch in aufkommenden städtischen Siedlungen und auf Burgen auf. Beim Siedlungstyp der Burgen ist – wie im österreichischen Raum – in Süddeutschland keine Einheitlichkeit zu verzeichnen. Auf manchen Burgen ist Graphitkeramik nachweisbar, an anderen Fundplätzen fehlt sie im Fundgut. G. Scharrer-Liška sieht hierin einen Hinweis auf unterschiedliche Funktionen oder Nutzungsweisen der Burgen (ländliches Gehöft oder adeliges Milieu) (Scharrer-Liška 2007, 74).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Graphitgemagerte Vorratsgefäße scheinen sich im österreichischen Verbreitungsgebiet vorwiegend im ländlich-dörflichen Bereich, aber auch in Siedlungen fassen zu lassen, die sich später zu Städten entwickelten (Scharrer-Liška 2007, 74). Für Süddeutschland sind aufgrund der geringen Funddichte keine eindeutigen Aussagen zu treffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Generell scheint es bis zum Ende des Hochmittelalters zwischen sozialen Schichten so gut wie keine Unterschiede bei der Verwendung von Graphitkeramik gegeben zu haben, zumindest sind in Gebieten mit besserem Forschungsstand durchwegs überall gleiche Formen und gleiche Wertschätzung zu verzeichnen. Erst im Spätmittelalter ist eine gewisse Differenzierung hinsichtlich Qualität und Anteile verschiedener Formen im städtischen und ländlichen Milieu greifbar (Scharrer-Liška 2007, 74).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wertschätzung, die Graphitkeramik erhalten hat, ist sicherlich an den Reparaturspuren ablesbar. Trotz des geringen Fundaufkommens sind für Süddeutschland diese Flickungen für mindestens drei Fundkomplexe sicher belegt, den Rauhen Kulm und die Burgen Wittelsbach und Sulzbach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Forschungsfragen==&lt;br /&gt;
Graphit als lagerstättenbedingt begrenzt vorkommendes Mineral in Verbindung mit Graphitkeramik als weit verhandeltem archäologischen Fundgut bietet der Forschung ein breites Feld von Fragen (Kouřil 1998, 38, Bogusław 1938, 18).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fragenkomplex zum Material&lt;br /&gt;
*Gründe für die Nutzung von Graphit als Magerungsbestandteil&lt;br /&gt;
*Bestimmung der Funktion der Gefäße&lt;br /&gt;
*Herstellungs- und Produktionstechnik der Keramik, Brennverfahren, Aussagen über technische Weiterentwicklungen im Töpferhandwerk&lt;br /&gt;
*Naturwissenschaftliche Untersuchungen hinsichtlich der Beziehung von Magerungsanteil des Graphits, Magerungsgröße der Graphitpartikel und den physikalischen Eigenschaften der Gefäße&lt;br /&gt;
*Einfluss von sekundären Formationsprozessen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Chronologische Fragestellungen&lt;br /&gt;
*Beginn der Graphitkeramikproduktion in den verschiedenen Regionen und ihre Fortentwicklung im Hoch- und Spätmittelalter&lt;br /&gt;
*Datierung der verschiedenen Formen und Warenuntergruppen&lt;br /&gt;
*Import- und/oder Kreuzdatierung für Fundplätze in Importregionen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Typologische und morphologische Fragestellungen (Kouřil 1998, 38)&lt;br /&gt;
*Randformen, Gefäßformen, typologische Reihen&lt;br /&gt;
*Tektonik der Gefäße&lt;br /&gt;
*Bearbeitung der Oberfläche, Verzierungen, Dekor, Markenzeichen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wirtschaftsgeschichtliche Fragestellungen&lt;br /&gt;
*Provenienz der Tone und des Graphits&lt;br /&gt;
*Transportwege, Handelsrouten, Richtungen und Weisen des Vertriebs (Gefäße, Ton, Graphit als Rohstoff?)&lt;br /&gt;
*Organisation des Töpferhandwerks (grundherrschaftlich, regional)&lt;br /&gt;
*Identifikation von Töpfermanufakturen und Absatzmärkten&lt;br /&gt;
*Beobachtungen von Veränderungen und Rückschlüsse auf gesellschaftliche Umbrüche&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Soziale Fragestellungen&lt;br /&gt;
*Sozialer Kontext, Informationen zum Arbeits- und Alltagsleben der Nutzer und Hersteller&lt;br /&gt;
*Definition von sozialen Kontakträumen&lt;br /&gt;
*Aussagen hinsichtlich gesellschaftlicher Stellung von Bevölkerungsschichten sowie entsprechender sozialer Strukturveränderungen&lt;br /&gt;
*Aussagen zur „Wertigkeit“ bestimmter Merkmale der Keramik und Rückschlüsse auf dahinterstehende soziale, psychologische und identitätsstiftende Wahrnehmungs-, Denkmuster und Bedeutungsebenen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Naturwissenschaftliche Analysen==&lt;br /&gt;
Bisher wurden erst wenige wissenschaftliche Analysen an Graphitkeramik durchgeführt, die sich auf die Warenart als Solche beziehen. Als umfassendste kann die Untersuchung von G. Duma und C. Ravasz „Graphithaltige Gefäße aus Österreichs Mittelalter“ (1976) benannt werden, in der verschiedene Aspekte im Zusammenhang mit dieser Keramikart untersucht wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein wesentliches Element bei der wissenschaftlichen Erforschung der Graphitkeramik ist die Bestimmung ihrer physikalischen und chemischen Eigenschaften, d.h. die Untersuchung der Rolle des intentionell in den Ton beigegebenen Graphits bzw. der bewussten Nutzung von Graphiterde – einem natürlichen Verwitterungsprodukt in Regionen des Vorkommens von Graphit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Testserie bei Duma/Ravasz (Duma/Ravasz 1976, 234 ff.) wurden vier Graphittonproben auf der Basis gleichartigen Tons mit jeweils 5%, 10%, 20% und 40% feingekörntem Naturgraphit gemagert (bei 84% Kohlenstoffgehalt des Graphits ergab dies Proben mit 4,2%, 8,4%, 16,8% und 33,6% Kohlenstoff) und bei 900°C reduzierend gebrannt. Für einen 15 mm dicken Scherben wurden folgende Ergebnisse erzielt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hydrophobie: Bei den Testserien wurde festgestellt, dass die Probe mit 16,8% reiner Graphitmagerung kein Wasser mehr aufnahm, sowohl die Oberfläche als auch die Gesamtmenge des Scherbens als hydrophob gelten konnte. Diese Eigenschaft nahm kontinuierlich mit abnehmenden Graphitgehalt ab. In der Konsequenz bedeutet dies, dass zwischen einer Graphitmagerung von 8,4% und 16,8% die Irdenware eine Wasserundurchlässigkeit erreicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wärmeleitfähigkeit: Hierfür wurde die Probe mit 16,8% Graphitmagerung sowie ein gleichwertiger 15 mm dicker graphitfreier Scherben hinsichtlich der Frage untersucht, welcher Zeitraum nötig ist, sowohl Innen- als auch Außenseite eines Gefäßes auf eine Temperatur von 105°C zu erhitzen. Während für das graphitfreie Gefäß hierfür 17 min nötig waren, erreichte das mit 16,8% graphitgemagerte Gefäß diese Temperatur nach 9,5 min.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Temperaturwechselbeständigkeit: Die Wärmeausdehnung des Scherbens (Dilatation) nimmt infolge des Graphitgehaltes ab, bereits beträchtlich bei einer Magerung mit 16,8% Graphit, wodurch das Gefäß eine deutlich höhere Widerstandsfähigkeit gegen Temperaturschwankungen entwickelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Gefäße mit einer Graphitengobierung eines ansonsten graphitfreien Tones die Eigenschaften von graphithaltigen Tongefäßen nicht aufweisen können (Duma/Ravasz 1976, 236).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Untersuchung von G. Duma/R. Ravasz wurden weitere Ergebnisse formuliert, die eine breitere Diskussionsbasis für offene Forschungsfragen hinsichtlich der süddeutschen Graphitkeramik schaffen:&lt;br /&gt;
*Eine naturwissenschaftliche Untersuchung von vier österreichischen und drei ungarischen Proben, die aufgrund ihrer äußeren Merkmale als „identische Wiener Gefäße“ archäologisch angesprochen wurden, ergab keine Herkunft aus den gleichen Gebieten. Die archäologische Bestimmung der drei ungarischen Proben konnte mit Recht angezweifelt werden (Duma/Ravasz 1976, 228). Graphitkeramik aus Süddeutschland wird fast ausschließlich als Importware definiert. Aufgrund der Tonbeschaffenheit und formaler Kriterien der Scherben werden Bezüge zu möglichen Herstellungszentren und daraus resultierend Thesen zu Handelbeziehungen, sozialen Kontakträumen und grundherrschaftlicher Durchdringung formuliert. Das Ergebnis der Untersuchung zeigt die Notwendigkeit für ein Bewusstsein über derartige Fehlerquellen.&lt;br /&gt;
*Anders als in der Literatur geäußert, verlieren regelmäßig erhitzte Gefäße einen Teil ihres Kohlenstoffs auch während des Gebrauchs. Bei jedem nicht reduzierendem Brand, dem Graphitkeramik ausgesetzt wird (also auch bei Überhitzung am Kochfeuer), oxidieren Graphitanteile zu Kohlenstoffdioxid und entweichen als Gas (Endres 182, 52; ebenso: Duma/Ravasz 1976, 234). Graphithaltige Tongefäße können demnach nicht nur aufgrund ihres Kohlenstoffgehaltes in Gruppen systematisiert werden. Dies ist im Hinblick auf die Definition von Warenuntergruppen anhand des Graphitgehalts von nicht unbeträchtlichem Belang.&lt;br /&gt;
*Graphithaltige Tongefäße können im Boden eingebettet den korrosiven Wirkungen der Bodenumgebung dauerhaft widerstehen. Es konnten keine auf Rehydratationsprozesse hindeutende Charakterzüge festgestellt werden (Duma/Ravasz 1976, 234).&lt;br /&gt;
Dass Graphitkeramik durch sekundäre Formationsprozesse dennoch Veränderungen durchläuft, zeigen zwei anpassende Scherben von Eisentonkeramik aus einer Notgrabung in [[Ulm, Weinhof|Ulm (Weinhof 23)]], von denen eine noch einen deutlichen Graphitanteil aufweist, die andere aber nicht (Schreg Blog Archaeologik (05.01.2015)).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere wissenschaftliche Untersuchungen stellen über die Analyse der mineralogisch-petrographischen Bestandteile der Graphittone die archäologische Fragestellung nach der Herkunft des Graphits und des Rohtones sowie damit in Zusammenhang stehende Thesen zu wirtschaftsgeschichtlichen Fragestellungen in den Vordergrund.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu nennen sind hier die Publikationen von R. W. Dell’Mour „Mikroskopische Untersuchungen an frühmittelalterlicher Keramik von Thunau am Kamp, NÖ Lokalware – Importe – Rohstoffherkunft“ (2002), J. Dvorská/L. Poláček/G. Schneider „Chemische Analyse der Keramik von Mikulčice“ (1998) und M. Gregerová/R. Procházka „Erste Ergebnisse naturwissenschaftlicher Untersuchungen an Graphittonkeramik aus Brno (Brünn)“ (1998). Für Süddeutschland besitzen diese Untersuchungen aufgrund ihrer Regionalität nur wenig Aussagekraft, können aber als Vorbild für ähnliche Untersuchungen dienen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Fazit==&lt;br /&gt;
Für die Archäologie bietet die Erforschung der Graphitkeramik aus verschiedenen Gründen erhebliche Möglichkeiten zum Erkenntnisgewinn. Diese reichen von typologischen und morphologischen Fragestellungen, der Herstellungs- und Produktionstechnik der Keramik über die Bestimmung der Funktion der Gefäße bis zu Aussagen zum Alltags-, Arbeitsleben und dem sozialen Kontext der Nutzer und Hersteller. Zusätzlich können naturwissenschaftliche und chronologische Thesen sowie wirtschaftsgeschichtliche Fragestellungen hinsichtlich Handelsrouten, Richtungen und Weisen des Vertriebs und die grundherrschaftliche oder regionale Organisation des Töpferhandwerks aufgeworfen werden. Gleichzeitig stellt mittelalterliche Graphitkeramik die Archäologie aber auch vor enorme Herausforderungen. So ist bis heute eine Unterscheidung vor- und frühgeschichtlicher zu mittelalterlicher Graphitkeramik ausschließlich über die Bestimmung von Rand- und Gefäßformen möglich. Dies stellt eine nicht unerhebliche Fehlerquelle für die Interpretation dar, die wegen des in Süddeutschland nur begrenzt vorhandenen Fundmaterials eine beachtliche Relevanz besitzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kerngebiet der Herstellung der Graphitkeramik ist nach heutigem Forschungsstand im österreichischen Donauraum und in Mähren zu lokalisieren. Die umliegenden Regionen Böhmen, Schlesien und Bayern können in erster Linie als Importregionen interpretiert werden. Eine Beantwortung der genannten Fragestellungen ist demnach nur durch internationale Zusammenarbeit über die heutigen politischen Grenzen hinweg möglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die wissenschaftliche Bearbeitung dieser Keramikvariante setzt aufgrund der Besonderheiten des Material Graphit eine enge Zusammenarbeit mit den Naturwissenschaften und der experimentellen Archäologie voraus. Sie wird damit zum Gegenstand sowohl internationaler wie interdisziplinärer Projekte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Referenzkomplexe Graphitkeramik==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Referenzkomplexe Graphitkeramik (ohne Grauschwarz hartgebrannte Drehscheibenware)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
!&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;width:11em;&amp;quot;| Fundort&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;width:8em;&amp;quot;| Warenart&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;width:7em;&amp;quot;| Koordinaten&lt;br /&gt;
! Fundart&lt;br /&gt;
! Feldkampagnen (FK) &amp;lt;br /&amp;gt; Literatur (L)&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;width:14em;&amp;quot;| Datierung&lt;br /&gt;
! Beschreibung &amp;lt;br /&amp;gt; Formen (F), Verzierung (V), Scherbenbeschaffenheit (SB)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 1&lt;br /&gt;
| Kastell Boiotro, &amp;lt;br /&amp;gt; Passau&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 34′ 11,2″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 27′ 44,5″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 387 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| FK: 1974–1978 Rainer Christlein, BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; L: M. Altjohann 2012&lt;br /&gt;
| 8./9.–12. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Töpfe, Schalen, Schüsseln, Flachdeckel, Spinnwirtel, Ausgusstüllen &amp;lt;br /&amp;gt; V: gegenständige Wellenbandzier, Bodenmarken &amp;lt;br /&amp;gt; SB: dunkel- bis braungrau, seifig, schimmert metallisch, hoher Graphitanteil in der Magerung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 2&lt;br /&gt;
| Rauher Kulm, &amp;lt;br /&amp;gt; Bad Neustadt am Kulm&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 49° 49′ 44″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 50′ 58″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 681 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 2009 und 2014 H. Losert &amp;lt;br /&amp;gt; L: Freundlicher Hinweis PD Dr. H. Losert (unpubliziert)&lt;br /&gt;
| 8./9. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Töpfe &amp;lt;br /&amp;gt; V: Wellenlinien &amp;lt;br /&amp;gt; SB: braun, grau-schwarz, mittlerer Graphitanteil in der Magerung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 3&lt;br /&gt;
| Abtei [[Frauenwörth]], &amp;lt;br /&amp;gt; Chiemsee&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 47° 52′ 18″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 12° 25′ 30″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 515 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Kloster&lt;br /&gt;
| FK: 1961–1964 A. Stroh, BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; L: B. Hänsel 1966 &amp;lt;br /&amp;gt;    T. Mittelstraß 2007&lt;br /&gt;
| 9./10.–12.Jh.&lt;br /&gt;
| F: Töpfe, Gussformen für Perlen &amp;lt;br /&amp;gt; V: Wellenlinien, breite waagerechte Rillen, Töpfermarke &amp;lt;br /&amp;gt; SB: silbrig schwarz bis grau, feine Magerung, Graphitanteil mittel bis sehr hoch, mittelhart bis hart &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 4&lt;br /&gt;
| Pleinting&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 39′ 31″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 7′ 11″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 343 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Lesefund&lt;br /&gt;
| Lesefund &amp;lt;br /&amp;gt; L: R. Reinecke 1936&lt;br /&gt;
| Frühmittelalter&lt;br /&gt;
| Nur textliche Erwähnung: &amp;lt;br /&amp;gt; „Randscherbe eines weiten Beckens aus Graphitton“&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 5&lt;br /&gt;
| „Randesberger Hof“ in Cham&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 49° 13ʹ 32,5″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 12° 39ʹ 17,9″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 372 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| FK: 1971 &amp;lt;br /&amp;gt; L: H. Wolf 1971&lt;br /&gt;
| Frühmittelalter&lt;br /&gt;
| Textliche Erwähnung der Möglichkeit, dass eine gefundene Graphittonscherbe auch ins Frühmittelalter datieren könnte&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 6&lt;br /&gt;
| Burg Wittelsbach, &amp;lt;br /&amp;gt; Oberwittelsbach&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 28′ 7″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 10′ 34,3″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 515 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1978–1981 Dr. W. Sage/A. Dransfeld &amp;lt;br /&amp;gt; L: R. Koch 1993 &amp;lt;br /&amp;gt;    T. Mittelstraß 2007&lt;br /&gt;
| 10./11. Jh. (R. Koch) &amp;lt;br /&amp;gt; 11./12. Jh. (T. Mittelstraß)&lt;br /&gt;
| F: Topf &amp;lt;br /&amp;gt; V: Wellenlinie zwischen zwei umlaufenden Rillen &amp;lt;br /&amp;gt; SB: ohne Angabe&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 7&lt;br /&gt;
| Burgstall Warberg, &amp;lt;br /&amp;gt; Neunburg v. Wald&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 49° 22′ 54,7″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 12° 23′ 18″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 417 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1991–1997 V. Kaufmann &amp;lt;br /&amp;gt; L: V. Kaufmann 1999 &amp;lt;br /&amp;gt;    T. Mittelstraß 2007&lt;br /&gt;
| 10. Jh. (V. Kaufmann) &amp;lt;br /&amp;gt; 11. Jh. (T. Mittelstraß)&lt;br /&gt;
| F: Töpfe &amp;lt;br /&amp;gt; V: schräge Einstichreihe auf der Schulter &amp;lt;br /&amp;gt; SB: dunkelgrau bis schwarz und glänzend, glatt und speckig, Graphit abreibbar; mit Fingernagel leicht ritzbar&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 8&lt;br /&gt;
| Albrechtsburg, &amp;lt;br /&amp;gt; Meißen&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 51° 9′ 57,8″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 28′ 14,6″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 168 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Höhenburg&lt;br /&gt;
| FK: 1959–1963 P. Heerde/C. Fritzsche &amp;lt;br /&amp;gt; L: A. Schmid-Hecklau 2004&lt;br /&gt;
| 10.–12. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Topf &amp;lt;br /&amp;gt; V: Tupfenreihe auf der Schulter &amp;lt;br /&amp;gt; SB: keine Angaben &amp;lt;br /&amp;gt; Datierung ins Mittelalter fragwürdig&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 9&lt;br /&gt;
| Burg Pappenheim, &amp;lt;br /&amp;gt; Lkr. Weißenburg&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 55′ 58,1″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 10° 58′ 17,8″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 508 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Höhenburg&lt;br /&gt;
| Lesefund &amp;lt;br /&amp;gt; L: M. Schußmann 1997&lt;br /&gt;
| 11./12. Jh.&lt;br /&gt;
| Freundlicher Hinweis PD Dr. M. Schußmann: &amp;lt;br /&amp;gt; 2 Graphittonscherben, davon 1 Randscherbe mit stark gekehltem Leistenrand&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 10&lt;br /&gt;
| Burg Sulzbach, &amp;lt;br /&amp;gt; Lkr. Amberg-Sulzbach&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 49° 30′ 18,7″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 44′ 10″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 444 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1992–2000 BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; L: M. Hensch 2005a und 2005b&lt;br /&gt;
| 11./12. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Töpfe (0,09% des Materials) &amp;lt;br /&amp;gt; V: Wellenverzierung &amp;lt;br /&amp;gt; SB: grau-schwarz silbrig, glatt, hoher Anteil von Graphit in der Magerung, Abrieb vorhanden, Mohs 2&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 11&lt;br /&gt;
| Schlosserstiege, &amp;lt;br /&amp;gt; Passau&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik &amp;lt;br /&amp;gt; Graphitierte (engobierte?) Keramik&lt;br /&gt;
| 48° 34ʹ 31,4″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 27ʹ 51,5″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 387 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| FK: 1992/1993 J.-P. Niemeier &amp;lt;br /&amp;gt; L: J.-P. Niemeier 1994 &amp;lt;br /&amp;gt;    T. Mittelstraß 2007&lt;br /&gt;
| 12./13.–15. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Töpfe, Deckel, Kanne &amp;lt;br /&amp;gt; V: Deckel mit innenverziertem Rand, Töpfermarke &amp;lt;br /&amp;gt; SB: keine Angabe&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 12&lt;br /&gt;
| Burgstall Saunstein, &amp;lt;br /&amp;gt; Mitternach&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 51′ 1″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 19′ 36″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 594 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1983 BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; L: B. Engelhardt/R.Pleyer 1986 &amp;lt;br /&amp;gt;    T. Mittelstraß 2007&lt;br /&gt;
| 12./13. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Töpfe, Flachdeckel &amp;lt;br /&amp;gt; V: keine Angabe, Durchlochung eines Deckels &amp;lt;br /&amp;gt; SB: glatt, mittlerer bis hoher Graphitgehalt, z.T. seifig&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 13&lt;br /&gt;
| Burgstall am Hohen Bogen, &amp;lt;br /&amp;gt; Rimbach&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 49° 14′ 1,9″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 12° 56′ 4,2″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 976 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: A. Stroh, BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; L: H. Dannheimer 1973&lt;br /&gt;
| 12. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Topf, fassartige Vorratsgefäße &amp;lt;br /&amp;gt; V: Fingertupfen, Schrägkerbenreihe, eingeritzte Linien, breite Gurtbänder auf Vorratsgefäßen &amp;lt;br /&amp;gt; SB: Graphit- und Goldglimmermagerung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 14&lt;br /&gt;
| Burgstall Untergrießbach, &amp;lt;br /&amp;gt; Lkr. Passau&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 27ʹ 28,4″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 9ʹ 13,7″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 468 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1994–1996 Kreisarchäologie Passau &amp;lt;br /&amp;gt; L: W. Wandling 1996 &amp;lt;br /&amp;gt;    W. Wandling 1997&lt;br /&gt;
| 12. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Töpfe, Schalen &amp;lt;br /&amp;gt; V: Tupfenleisten, Wellenverzierung oder Radkreuzstempeln am Boden &amp;lt;br /&amp;gt; SB: keine Angabe&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 15&lt;br /&gt;
| Donaumarkt, &amp;lt;br /&amp;gt; [[Regensburg]] &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; [[Regensburg, Lederergasse 1]], &amp;lt;br /&amp;gt; Regensburg&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; Eisentonkeramik&lt;br /&gt;
| 49° 1ʹ 13,1″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 12° 6ʹ 10,9″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 339 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| FK: 2012–2015 „Museum der Bayerischen Geschichte“, Maßnahmen-Nr. M-2012-1989-1_0 &amp;lt;br /&amp;gt; L: Freundlicher Hinweis I. Nießen (Promotionsprojekt in Bearbeitung) &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; FK: 1981–1982 BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; L: M. Wintergerst 1999&lt;br /&gt;
| 9.–11./12. Jh. &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; 17. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Töpfe, Vorratsgefäße, Schüsseln &amp;lt;br /&amp;gt; V: Wellenlinien, Wellenbänder, umlaufende Rillen, Einstichmuster, innenverzierte Ränder, bisher singuläres rautenförmiges Muster &amp;lt;br /&amp;gt; SB: dunkelgrau, bräunlich-grau, braun-schwarz, grau, schwarz; hoher Graphitgehalt, daneben noch Glimmer und Quarz, Mohs 1–2, gelegentlich auch hart &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; Zeitlich zu weit außerhalb des Rahmens der Arbeit&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 16&lt;br /&gt;
| Schlossberg Windberg bei Windorf, &amp;lt;br /&amp;gt; Lkr. Passau&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 37′ 53,2″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 16′ 3,5″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 380 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Höhenburg&lt;br /&gt;
| FK: 2001/2002 Kreisarchäologie Passau &amp;lt;br /&amp;gt; L: W. Wandling 2010&lt;br /&gt;
| 12./13. Jh.&lt;br /&gt;
| Nur textliche Erwähnung: Graphithaltige Tonscherben von hochmittelalterlichen Gefäßen, z.T. mit Kreuzstempeln auf dem Boden&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 17&lt;br /&gt;
| Kirche St. Peter und Paul, &amp;lt;br /&amp;gt; Aschheim&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 10′ 18,2″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 42′ 55,5″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 512 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Kirche&lt;br /&gt;
| FK: 1967–1971 H. Dannheimer &amp;lt;br /&amp;gt; L: H. Dannheimer 1988&lt;br /&gt;
| Hochmittelalter&lt;br /&gt;
| F: Topf &amp;lt;br /&amp;gt; V: keine Angabe &amp;lt;br /&amp;gt; SB: keine Angabe&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 18&lt;br /&gt;
| Vohburg-Burgberg, &amp;lt;br /&amp;gt; Lkr. Pfaffenhofen&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 46′ 14,4″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 36′ 58,1″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 370 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1973–1974 BLfD &amp;lt;br /&amp;gt;    Lesefunde &amp;lt;br /&amp;gt; L: G. Riedel 2000&lt;br /&gt;
| Hochmittelalter&lt;br /&gt;
| F: 3 Töpfe &amp;lt;br /&amp;gt; V: Horizontal- und Wellenriefen, z.T. überschneidend &amp;lt;br /&amp;gt; SB: fast alle Farbvarianten, weich bis mittelhart, z.T. Misch- oder Oxidationsbrand&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 19&lt;br /&gt;
| Großmehring, &amp;lt;br /&amp;gt; Lkr. Eichstätt&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 46′ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 32′ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 375 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| FK: 1994–1995 BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; L: G. Riedel 2000&lt;br /&gt;
| Früh-/Hochmittelalter&lt;br /&gt;
| F: 2 Töpfe, Deckel &amp;lt;br /&amp;gt; V: einzelne Wellenriefe zwischen Horizontalriefen &amp;lt;br /&amp;gt; SB: graubraun bis graubeige, weich bis mit-telhart, Misch- oder Oxidationsbrand&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 20&lt;br /&gt;
| Ingolstadt&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 46′ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 25′ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 374 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| FK: 1987–1988 BLfD (Grabung Ingolstadt Hallstr./Carraraplatz) &amp;lt;br /&amp;gt; L: G. Riedel 2000&lt;br /&gt;
| Hochmittelalter&lt;br /&gt;
| 1 unverzierte WS, nachgedreht&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 21&lt;br /&gt;
| [[Zuchering, Am Mühlwegfeld (Zuchering-Ost)]]&lt;br /&gt;
| Graphitkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 43′ 46″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 24′ 43″ O&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| FK: 1983–1989 BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; L: E. Weid 2000&lt;br /&gt;
| Latène (?)&lt;br /&gt;
| 6 Graphitkeramikscherben, von denen 5 unsicher in die Vorgeschichte datiert wurden (Material müsste nochmals geprüft werden)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 22&lt;br /&gt;
| Erlau, &amp;lt;br /&amp;gt; Obernzell&lt;br /&gt;
| Eisentonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 33′ 49″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 34′ 46″ O&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| L: T. Mittelstraß 2007&lt;br /&gt;
| Spätmittelalter&lt;br /&gt;
| Nur textliche Erwähnung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 23&lt;br /&gt;
| Ruhstorf a.d. Rott&lt;br /&gt;
| Graphitkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 26′ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 20′ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 319 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| L: T. Mittelstraß 2007 &amp;lt;br /&amp;gt;    W. Wandling 2017&lt;br /&gt;
| Unbekannt&lt;br /&gt;
| Textliche Erwähnung; Fundmeldungen 2013–2016 in Passau: Graphitkeramik, deren zeitliche Stellung nicht gesichert ist (MA/LT?)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 24&lt;br /&gt;
| Saldenburg, &amp;lt;br /&amp;gt; Lkr. Grafenau&lt;br /&gt;
| Eisentonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 46′ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 21′ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 532 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1991/1992 W. Endres &amp;lt;br /&amp;gt; L: W. Endres 1993 &amp;lt;br /&amp;gt;    M. U. Kasparek 1961&lt;br /&gt;
| 1368–1467/68&lt;br /&gt;
| F: Töpfe &amp;lt;br /&amp;gt; V: 2–5 mm breite, flaue Rillen, Stempel und Markierungen auf der Oberseite &amp;lt;br /&amp;gt; SB: hoher Graphitgehalt mit Quarz- und Feldspatanteilen bis 3 mm&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 25&lt;br /&gt;
| Burgstall Lobenstein, &amp;lt;br /&amp;gt; Marktgemeinde Röhrenbach&lt;br /&gt;
| Graphitkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 46′ 9,6″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 31′ 41,6″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 570 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg? &amp;lt;br /&amp;gt; Lesefund&lt;br /&gt;
| Lesefunde eines ehrenamtlichen Feldbegehers des BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; unpubliziert&lt;br /&gt;
| Latène- bis Neuzeit&lt;br /&gt;
| Alle Ausprägungen von Graphitkeramik in Formen, Farben, Varianten und Verzierungen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 26&lt;br /&gt;
| Fürholz, &amp;lt;br /&amp;gt; Gmd. Grainet, &amp;lt;br /&amp;gt; Lkr. Freyung-Grafenau&lt;br /&gt;
| Graphitkeramik &lt;br /&gt;
| 48° 46′ 58″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 38′ 57″ O&lt;br /&gt;
| Lesefund&lt;br /&gt;
| Lesefunde eines ehrenamtlichen Feldbegehers des BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; unpubliziert&lt;br /&gt;
| Latène- bis Neuzeit&lt;br /&gt;
| Alle Ausprägungen von Graphitkeramik in Formen, Farben, Varianten und Verzierungen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 27&lt;br /&gt;
| Praßreuth, &amp;lt;br /&amp;gt; Lkr. Freyung-Grafenau&lt;br /&gt;
| Graphitkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 40ʹ 40″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 31ʹ 21,3″ O&lt;br /&gt;
| Lesefund&lt;br /&gt;
| Lesefunde eines ehrenamtlichen Feldbegehers des BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; unpubliziert&lt;br /&gt;
| Latène- bis Neuzeit&lt;br /&gt;
| Alle Ausprägungen von Graphitkeramik in Formen, Farben, Varianten und Verzierungen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 28&lt;br /&gt;
| Veste Oberhaus, &amp;lt;br /&amp;gt; Passau&lt;br /&gt;
| Eisentonkeramik &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; Graphitengobierte Keramik&lt;br /&gt;
| 48° 34′ 39″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 28′ 13″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 387 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1991 H. Feldmeier &amp;lt;br /&amp;gt; L: W. Endres 1998 &amp;lt;br /&amp;gt;    T. Mittelstraß 2007&lt;br /&gt;
| 1400/1420–1550 &amp;lt;br /&amp;gt; 15./16. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Töpfe &amp;lt;br /&amp;gt; V: Stempelmarkierungen &amp;lt;br /&amp;gt; SB: hoher Graphitanteil im groben Gefüge, schwarz- bis anthrazitgrau &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; F: Töpfe, Becher, Sieb, Griffschale, Krug &amp;lt;br /&amp;gt; V: keine Angabe &amp;lt;br /&amp;gt; SB: anthrazitgrau, oft grobes Gefüge&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 29&lt;br /&gt;
| Schustergasse, &amp;lt;br /&amp;gt; Passau&lt;br /&gt;
| Eisentonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 34ʹ 26,4″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 28ʹ 9,5″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 387 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| L: H. Böhmer 2015&lt;br /&gt;
| 15./16. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Topf &amp;lt;br /&amp;gt; V: keine Angabe &amp;lt;br /&amp;gt; SB: keine Angabe&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 30&lt;br /&gt;
| Hofberg, &amp;lt;br /&amp;gt; Bad Aibling&lt;br /&gt;
| Eisentonkeramik&lt;br /&gt;
| 47° 52′ N &amp;lt;br /&amp;gt; 12° 1′ O&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 2001–2003 T. Mittelstraß &amp;lt;br /&amp;gt; L: T. Mittelstraß 2006 &amp;lt;br /&amp;gt;    T. Mittelstraß 2007&lt;br /&gt;
| Frühe Neuzeit (Beginn 16. Jh.)&lt;br /&gt;
| F: fassartige Gefäße &amp;lt;br /&amp;gt; V: Stempelmarken &amp;lt;br /&amp;gt; SB: keine Angabe&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 31&lt;br /&gt;
| Schloss Murnau&lt;br /&gt;
| Eisentonkeramik&lt;br /&gt;
| 47° 40′ 39″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 12′ 10″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 661 m&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1991–1992 T. Mittelstraß &amp;lt;br /&amp;gt; L: T. Mittelstraß 1994&lt;br /&gt;
| Frühe Neuzeit (Beginn 16. Jh.)&lt;br /&gt;
| F: Töpfchen &amp;lt;br /&amp;gt; V: Töpferstempel (Kreuz mit Querbalken), umlaufende Schulterkante &amp;lt;br /&amp;gt; SB: basaltgrau, feine und mittlere Graphitmagerung, vereinzelt Quarzkörner&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 32&lt;br /&gt;
| Ulm&lt;br /&gt;
| Eisentonkeramik &amp;lt;br /&amp;gt; Graphitengobierte Keramik&lt;br /&gt;
| 48° 24′ N &amp;lt;br /&amp;gt; 9° 59′ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 478 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| FK: 1953 A. Rieber/K. Reutter &amp;lt;br /&amp;gt;    1961 Staatl. Amt für Denkmalpflege &amp;lt;br /&amp;gt;    1928 ohne Befundkontext &amp;lt;br /&amp;gt; L: R. Schreg Blog Archaeologik 05.01.2015 &amp;lt;br /&amp;gt;    U. Gross 2009 + 2015&lt;br /&gt;
| Spätmittelalter – Frühe Neuzeit&lt;br /&gt;
| F: Töpfe, Henkeltopf &amp;lt;br /&amp;gt; V: ovale Stempeleindrücke mit Kreuz, unterhalb des Kremprandes breite Riefe &amp;lt;br /&amp;gt; SB: hoher Graphitanteil in der Magerung und Quarzmagerung &amp;lt;br /&amp;gt; Weitere Funde von Graphitkeramik und graphitengobierter Ware, die frühneuzeitlich datiert werden &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 33&lt;br /&gt;
| Burg Helfenstein, &amp;lt;br /&amp;gt; Geislingen an der Steige&lt;br /&gt;
| Eisentonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 36′ 58″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 9° 50′ 49″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 610 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1922 K. A. Koch &amp;lt;br /&amp;gt;    1932–1938 G. Burghardt &amp;lt;br /&amp;gt; L: R. Schreg Blog Archaeologik 05.01.2015 &amp;lt;br /&amp;gt;    U. Gross 2009&lt;br /&gt;
| Spätmittelalter – Frühe Neuzeit&lt;br /&gt;
| F: Töpfe &amp;lt;br /&amp;gt; V: 2 identische Stempelmarken auf dem Rand, zwei umlaufende Rillen im oberen Gefäßbereich &amp;lt;br /&amp;gt; SB: hoher Graphitanteil in der Magerung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 34&lt;br /&gt;
| Obernzell&lt;br /&gt;
| Eisentonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 33′ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 38′ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 294 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| L: H. Böhmer 2015 &amp;lt;br /&amp;gt;    Gemeindeblatt Nr. 29, 2017&lt;br /&gt;
| Spätmittelalter – Frühe Neuzeit&lt;br /&gt;
| F: Topf &amp;lt;br /&amp;gt; V: Rille unter dem Rand, 2 Töpfermarken &amp;lt;br /&amp;gt; SB: dunkelgrau-schwarz, hoher Graphitanteil in der Magerung, Mohs 2&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturhinweise==&lt;br /&gt;
*Altjohann 2012: M. Altjohann, Das spätrömische Kastell Boiotro zu Passau-Innstadt. Materialhefte zur Bayerischen Archäologie. Fundinventare und Ausgrabungsbefunde (Kallmünz/Opf. 2012). ISBN 13: 978-3-78475-096-5. ISBN 10: 3-784750-966-X.&lt;br /&gt;
*Bizer 2006: Ch. Bizer, Oberflächenfunde von den Burgen der Schwäbischen Alb. Ein Beitrag zur Keramik- und Burgenforschung (Stuttgart 2006). ISBN 13: 978-3-80622-038-4.&lt;br /&gt;
*Böhmer 2008: H. Böhmer, Die Ilzer Schwarzhafner vom Ende des 16. bis Ende des 19. Jahrhunderts. In: R. Mennicken u.a. (Hrsg.), 40 Jahre Keramikforschung. Rückblick – Stand der Forschung – Ausblick. Beiträge zum 40. Internationalen Hafnerei-Symposium des Arbeitskreises für Keramikforschung in Obernzell/Bayern vom 16.09. bis 21.09.2007 (Raeren 2008) 139֪–152. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Böhmer 2015: H. Böhmer, Qualitätszeichen auf Graphit-Keramik des 15. und 16. Jh. In: S. Glaser (Hrsg.), Keramik im Spannungsfeld zwischen Kunst und Handwerk. Beiträge des 44. Internationalen Symposiums Keramikforschung im Germanischen Nationalmuseum, Nürnberg, 19-23. September 2011 (Nürnberg 2015) 77–83. ISBN 13: 978-3-93668-893-1. ISBN 10: 3-93668-893-1.&lt;br /&gt;
*Bogusław 1998: G. Bogusław, Bemerkungen zur Graphittonkeramik als historischer Quelle (am Beispiel der Graphittonkeramik aus Opole). In: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998) 17–19. ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
*Bräuning u.a. 2008: A. Bräuning/R. Schreg/U. Schmidt, Ulm. Archäologischer Stadtkataster Baden-Württemberg. Band 35, 1 Text (Stuttgart 2008). ISBN 13: 978-3-92771-493-9.&lt;br /&gt;
*Dannheimer 1973: H. Dannheimer, Keramik des Mittelalters aus Bayern. Ein Katalog. Kataloge der Prähistorischen Staatssammlung XXI (Kallmünz Opf. 1973). ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Dannheimer 1988: H. Dannheimer, Aschheim im frühen Mittelalter. Archäologische Funde und Befunde. In: J. Werner (Hrsg.), Münchener Beiträge zur Vor- und Frühgeschichte 32, 1 (München 1988). ISBN 10: 3-40630-287-4.&lt;br /&gt;
*Dell’Mour 2002: R. W. Dell’Mour, Mikroskopische Untersuchungen an frühmittelalterlicher Keramik von Thunau am Kamp, NÖ Lokalware – Importe– Rohstoffherkunft, Österreichische Akademie der Wissenschaften, Anzeiger der Philosophisch-Historischen Klasse 136, 2001 (Wien 2002) 69–109. ISBN 13: 978-3-70013-066-6. ISBN 10: 3-70013-066-X.&lt;br /&gt;
*Dostál 1998: B. Dostál, Über die Anfänge der slawischen Graphittonkeramik in Mähren. In: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998) 67–86. ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
*Duma/Ravasz 1976: G. Duma/C. Ravasz, Graphithaltige Gefäße aus Österreichs Mittelalter. In: Archaeologia Austriaca. Beiträge zur Paläanthropologie, Ur- und Frühgeschichte Österreichs 59/60 (Wien 1976) 225–242. ISSN: 1816-2959.&lt;br /&gt;
*Dvorská u.a. 1998: J. Dvorská/L. Poláček/G. Schneider, Chemische Analyse der Keramik von Mikulčice. In: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998) 295–312. ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
*Endres 1982: W. Endres, Zur Entstehung und chemischen Struktur „schwarz“ färbender Pigmente bei unglasierter Irdenware. In: L. Kriss-Rettenbeck/I. Bauer (Hrsg.), Beiträge zur Keramikforschung. Festschrift für Alfred Höck zum 60. Geburtstag. Volkstümliche Keramik aus Europa 2 (München 1982) 47–70. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Endres 1993: W. Endres, Spätmittelalterliche Funde von der Saldenburg, Gde. Saldenburg, Lkr. Freyung-Grafenau. In A. Leidl (Hrsg.), Ostbairische Grenzmarken. Passauer Jahrbuch für Geschichte, Kunst und Volkskunde 35 (Passau 1993) 24–54. ISSN: 0078-6845.&lt;br /&gt;
*Endres 1998: W. Endres, Archäologische Funde. In: J. P. Niemeier/H. W. Schuster/R. Loibl, Ritterburg und Fürstenschloss 2. Archäologische Funde. Begleitband zur Ausstellung im Oberhausmuseum Passau 1998 (Passau 1998). ISBN 13: 978-3-79171-598-8. ISBN 10: 3-79171-583-6.&lt;br /&gt;
*Engelhardt/Pleyer 1986: B. Engelhardt/R. Pleyer, Die archäologische Untersuchung des Burgstalls Saunstein, Gmkg. Mitternach, Gde. Markt Schönberg, Lkr. Freyung-Grafenau. In: A. Leidl (Hrsg.), Ostbairische Grenzmarken 28. Passauer Jahrbuch für Geschichte, Kunst und Volkskunde (Passau 1986) 59–78. ISSN: 0078-6845.&lt;br /&gt;
*Felgenhauer-Schmiedt 1998: S. Felgenhauer-Schmiedt, Graphittonkeramik des Früh- und Hochmittelalters in Niederösterreich. In: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998) 199–212. ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
*Felgenhauer-Schmiedt 1981: S. Felgenhauer-Schmiedt, Herstellungsmethoden der mittelalterlichen Keramik + Katalog. In: O. Harl (Hrsg.), Keramische Bodenfunde aus Wien. Mittelalter – Neuzeit. Eigenverlag der Museen der Stadt Wien (Wien 1981) 35–126. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Gemeindeblatt Markt Obernzell (September–Dezember 2017): Hanfnerzeller Archiv zum Anfassen &amp;lt;https://www.obernzell.de/images/stories/Gemeindeblatt/Gemeindeblatt_Nr_29.pdf&amp;gt; S. 13 [Stand: 02.09.2019].&lt;br /&gt;
*Gregerová/Procházka 1998: M. Gregerová/R. Procházka, Erste Ergebnisse naturwissenschaftlicher Untersuchungen an Graphittonkeramik aus Brno (Brünn). In: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998) 275–278. ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
*Gross 1991: U. Gross, Die Bügelhenkelkanne, eine Hauptform der süddeutschen Keramik des Hoch- und Spätmittelalters. Beiträge zur Mittelalterarchäologie Österreichs 7, 1991, 69–77. ISSN: 1011-0062.&lt;br /&gt;
*Gross 2009: U. Gross, Keramikverbreitung und herrschaftliche Strukturen. Beispiele aus dem Mittelalter und der Frühen Neuzeit in Südwestdeutschland. In: D. Krausse u.a. (Hrsg.), Kulturraum und Territorialität: archäologische Theorien, Methoden und Fallbeispiel. Kolloquium des DFG-SPP 1171, Esslingen 17.-18. Januar 2007 (Rahden 2009) 159–175. ISBN 13: 978-3-89646-443-9. ISBN 10: 3-89646-443-4.&lt;br /&gt;
*Gross 2015: U. Gross, Sturzbecher oder Becherschrauben und schwarze Töpfe. Eine gläserne Sonderform und östliche Keramikimporte im frühneuzeitlichen Ulm. Fundberichte aus Baden-Württemberg 35, 2015, 561–573. ISBN 13: 978-3-80623-144-1. ISSN: 0071-9897.&lt;br /&gt;
*Hänsel 1966: B. Hänsel, Beschreibung der keramischen Gruppen. In: V. Milojcic (Hrsg.), Bericht über die Ausgrabungen und Bauuntersuchungen in der Abtei Frauenwörth auf der Fraueninsel im Chiemsee 1961-1964. Bayerische Akademie der Wissenschaften. Philosophisch-historische Klasse. Abhandlungen. Neue Folge 65 (München 1966) 177–200. ISBN 13: 978-3-76960-060-5. ISBN 10: 3-76960-060-6.&lt;br /&gt;
*Hensch 2005a: M. Hensch, Burg Sulzbach in der Oberpfalz. Archäologisch-historische Forschungen zur Entwicklung eines Herrschaftszentrums des 8. bis 14. Jahrhunderts in Nordbayern. Materialien zur Archäologie in der Oberpfalz 3, 1 (Text und Katalog) (Büchenbach 2005). ISBN 13: 978-3-93347-430-8. ISBN 10: 3-93347-430-2.&lt;br /&gt;
*Hensch 2005b: M. Hensch, Burg Sulzbach in der Oberpfalz. Archäologisch-historische Forschungen zur Entwicklung eines Herrschaftszentrums des 8. bis 14. Jahrhunderts in Nordbayern. Materialien zur Archäologie in der Oberpfalz 3, 2 (Tafeln und begleitende Beiträge) (Büchenbach 2005). ISBN 13: 978-3-93347-430-8. ISBN 10: 3-93347-430-2.&lt;br /&gt;
*Huber u.a. 2003: E. H. Huber/K. Kühtreiber/G. Scharrer-Liška, Die Keramikformen des Hoch- und Spätmittelalters im Gebiet der heutigen Stadt Wien sowie der Bundesländer Niederösterreich und Burgenland. In: K. Spindler/H. Stadler (Hrsg.), Beiträge vom 34. Internationalen Hafnerei-Symposium auf Schloß Maretsch in Bozen/Südtirol 2001. Nearchos 12, Veröffentlichungen des Arbeitskreises für Keramikforschung 3 (Innsbruck 2003) 43–66. ISBN 13: 978-3-90077-333-5.&lt;br /&gt;
*Kappel 1969: I. Kappel, Die Graphittonkeramik von Manching. In: W. Krämer, Die Ausgrabungen in Manching 2 (Wiesbaden 1969). ISBN 13: 978-3-51500-386-5. ISBN 10: 3-51500-386-X.&lt;br /&gt;
*Kasparek 1961: M. U. Kasparek, Keramik aus Regensburg aus dem 11. – 17. Jahrhundert. &amp;lt;http://nbn-resolving.de/urn/resolver.pl?urn=urn:nbn:de:bvb:355-rbh-1748-8&amp;gt; [Stand 06.08.2020]. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Kaufmann 1999: V. Kaufmann, Der Burgstall Warberg bei Neunburg vorm Wald. Materialien zur Archäologie in der Oberpfalz 1 (Büchenbach 1999). ISBN 13: 978-3-93347-402-5. ISBN 10: 3-93347-402-7.&lt;br /&gt;
*Koch 1993: R. Koch, Keramik des frühen und hohen Mittelalters aus Bayerisch-Schwaben. In: M. Petzet (Hrsg.), Forschungen zur Geschichte der Keramik in Schwaben. Arbeitshefte des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege 58 (München 1993) 119–128. ISBN 13: 978-3-87490-560-2. ISBN 10: 3-87490-560-8.&lt;br /&gt;
*Koch 2017: R. Koch, Ausgrabungen in der Burg Wittelsbach 1978-1981. Befunde und Funde. Materialhefte zur Bayer. Archäologie. Fundinventare und Ausgrabungsbefunde 105 (Kallmünz/Opf. 2017). ISBN 13: 978-3-78475-405-5. ISBN 10: 3-78475-405-8.&lt;br /&gt;
*Kouřil 1998: P. Kouřil, Zu den Anfängen der slawischen Graphittonkeramik in Schlesien. In: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998) 37–66. ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
*Kühtreiber 2006: K. Kühtreiber, Die hochmittelalterliche Keramik im südlichen Niederösterreich. Ihre Entwicklung, ihre Formen und Beziehungen zu den benachbarten Keramikregionen. Beiträge zur Mittelalterarchäologie in Österreich 22 (Wien 2006) 93–148. ISSN: 1011-0062.&lt;br /&gt;
*Lehrberger u.a. 2011: G. Lehrberger/F. Duschl/G. Wimmer, Graphit – ein besonderer mineralischer Rohstoff der Vor- und Frühgeschichte in Mitteleuropa. Eigenschaften, Entstehung, Verwendung und Vorkommen. In: K. Schmotz (Hrsg.), Vorträge des 29. Niederbayerischen Archäologentages (Leidorf 2011) 313–348. ISBN 13: 978-3-89646-240-4.&lt;br /&gt;
*Mämpel 1998: U. Mämpel, Meine historischen und technischen Erfahrungen mit schwarzgebrannter Irdenware. In: W. Endres/B. Kerkhoff-Hader (Hrsg.), 30. Internationales Hafnerei-Symposium in Obernzell vom 07. bis 11. Oktober 1997 (Bamberg 1998) 12–13. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Miklós/Vizi 2002: Sz. Miklós/M. Vizi, Beiträge zur Siedlungsgeschichte des mittelalterlichen Marktfleckens Ete. Acta Arch. Acad. Scien. Hungaricae 53, 2002, 195–253.&lt;br /&gt;
*Mittelstraß 1994: T. Mittelstraß, Die Funde der archäologischen Ausgrabungen von 1991-1992 im Murnauer Schloss. In: T. Mittelstraß (Hrsg.), Schloß Murnau. Ein Bauwerk der Stauferzeit und seine Geschichte (Murnau 1994) 120–251. ISBN 13: 978-3-98038-163-5. ISBN 10: 3-98038-163-3.&lt;br /&gt;
*Mittelstraß 2006: T. Mittelstraß, Urnengrab, Königsgrab, Grafenburg, Pflegschloss. Die Ergebnisse der archäologischen Grabungen auf dem Hofberg in Bad Aibling. In: G. Mayr (Hrsg.), Bad Aibling. Geschichte einer Stadt. Band 1 (Bad Aibling 2006) 35–71. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Mittelstraß 2007: T. Mittelstraß, Graphitkeramik des Mittelalters und der frühen Neuzeit in Altbayern. Ein Beitrag zum Beginn und zur Frühzeit der Obernzeller Produktion. Bayerische Vorgeschichtsblätter 72, 2007, 235–318. ISBN 13: 978-3-40611-077-1. ISSN: 0341-3918.&lt;br /&gt;
*Niemeier 1994: J.-P. Niemeier, Die Grabung an der Schlosserstiege in der Passauer Altstadt – Ein Schnitt durch 2000 Jahre Stadtgeschichte. In: K. Schmotz, Vorträge des 12. Niederbayerischen Archäologentages (Deggendorf 1994) 251–276. ISBN 13: 978-3-92473-458-9. ISBN 10: 3-92473-458-5.&lt;br /&gt;
*Nießen (in Bearbeitung): I. Nießen, Laufendes Promotionsprojekt zu der Ausgrabung Regensburg Donaumarkt „Museum der Bayerischen Geschichte“ Friedrich-Schiller-Universität Jena. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Pechtl/Eibl 2011: J. Pechtl/F. Eibl, Die neolithische Graphitnutzung in Südbayern. In: K. Schmotz (Hrsg.), Vorträge des 29. Niederbayerischen Archäologentages (Leidorf 2011) 349–432. ISBN 13: 978-3-89646-240-4. ISSN: 1438-2040.&lt;br /&gt;
*Polácek 1998: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998). ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
*Reinecke 1936: P. Reinecke, Karolingische Keramik aus dem östlichen Bayern. Germania 20, 1936, 198–202. ISSN: 0016-8874.&lt;br /&gt;
*Reschreiter 2001: J. Reschreiter, Versuche zu urgeschichtlicher Keramik. In: K. Grömer, K. Löcker, M. Mehofer (Hrsg.), Archäologie Österreichs 12 Sonderheft (Wien 2001) 22–26. ISSN: 1018-1857.&lt;br /&gt;
*Riedel 2000: G. Riedel, Ingoldesstat. Archäologische Untersuchungen zu Ingolstadt im Mittelalter. Beiträge zur Geschichte Ingolstadts (Ingolstadt 2000). ISBN 13: 978-3-92025-343-5. ISBN 10: 3-92025-343-4.&lt;br /&gt;
*Scharrer-Liška 2003: G. Scharrer-Liška, Die Entwicklung Hochmittelalterlicher Vorratsgefäße aus der Grafitkeramik im Gebiet des heutigen Ostösterreichs und der angrenzenden Gebiete. In: K. + Th. Kühtreiber (Hrsg.), Beiträge zur historischen Archäologie. Festschrift für Sabine Felgenhauer-Schmiedt zum 60. Geburtstag. Beiträge zur Mittelalterarchäologie in Österreich 6 (Wien 2003) 45–60. ISBN 10: 3-95008-514-9.&lt;br /&gt;
*Scharrer-Liška 2007: G. Scharrer-Liška, Die hochmittelalterliche Grafitkeramik in Mitteleuropa und ihr Beitrag zur Wirtschaftsgeschichte. Forschungsstand - Hypothesen - offene Fragen. Monographien des Römisch-Germanischen Zentralmuseums 68 (Mainz 2007). ISBN 13: 978-3-79541-857-1. ISBN 10: 3-79541-857-7.&lt;br /&gt;
*Schmid-Hecklau 2004: A. Schmid-Hecklau, Die archäologischen Ausgrabungen auf dem Burgberg in Meißen. In: J. Oexle (Hrsg.), Die Grabungen 1959-1963. Veröffentlichungen des Landesamtes für Archäologie im Landesmuseum für Vorgeschichte 43 (Dresden 2004). ISBN 13: 978-3-91000-859-5. ISBN 10: 3-91000-859-3.&lt;br /&gt;
*Schußmann 1997: M. Schußmann, Eine neuentdeckte Höhensiedlung der Hallstattzeit im südlichen Mittelfranken. Beitr. Arch. Mittelfranken 3, 1997, 97–108. ISSN: 1430-5461.&lt;br /&gt;
*Schreg 2015: R. Schreg, Eisentonkeramik aus Ulm und Geislingen – ein Zeugnis ulmischen Donauhandels. Blog Archaeologik (05.01.2015) &amp;lt;https://archaeologik.blogspot.com/2015/01/eisentonkeramik-aus-ulm-und-geislingen.html&amp;gt; [Stand 05.08.2019]. ISSN: 2197-7283.&lt;br /&gt;
*Staňa 1998: Č. Staňa, Die frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mittelmähren. In: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998) 87–125. ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
*Trebsche 2011: P. Trebsche, Eisenzeitliche Graphittonkeramik im mittleren Donauraum. In: K. Schmotz (Hrsg.), Vorträge des 29. Niederbayerischen Archäologentages (Leidorf 2011) 449–481. ISBN 13: 978-3-89646-240-4. ISSN: 1438-2040.&lt;br /&gt;
*van den Boom 1991: H. van den Boom, Großgefäße und Töpfe der Heuneburg. Heuneburgstudien VIII. Röm.-German. Forschung 51 (Mainz 1991). ISBN 10: 3-80531-190-7.&lt;br /&gt;
*v. Bomhard 1966: P. v. Bomhard, Das Münster Frauenchiemsee im Spiegel der kunstgeschichtlichen Forschung. In: V. Milojcic (Hrsg.), Bericht über die Ausgrabungen und Bauuntersuchungen in der Abtei Frauenwörth auf der Fraueninsel im Chiemsee 1961-1964. Bayerische Akademie der Wissenschaften. Philosophisch-historische Klasse. Abhandlungen. Neue Folge 65 (München 1966) 21–42. ISBN 13: 978-3-76960-060-5. ISBN 10: 3-76960-060-6.&lt;br /&gt;
*Wandling 1996: W. Wandling, Archäologische Untersuchungen im Burgstall von Untergriesbach, Lkr. Passau. In: K. Schmotz (Hrsg.), Vorträge des 14. Niederbayerischen Archäologentages (Deggendorf 1996) 211–224. ISBN 13: 978-3-89646-225-1. ISBN 10: 3-89646-225-3.&lt;br /&gt;
*Wandling 1997: W. Wandling, Ausgrabung im Burgstall von Untergrießbach, Lkr. Passau, Niederbayern. In: Das archäologische Jahr in Bayern 1996 (Stuttgart 1997) 166–168. ISBN 13: 978-3-80621-311-9.&lt;br /&gt;
*Wandling 2010: W. Wandling, Auf den Spuren der Burg Windberg. In: 1000 Jahre Windorf: Ein Erinnerungsbuch (Windorf 2010) 44–49. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Wandling 2017: W. Wandling, Ausgrabungen und Funde im Landkreis Passau 2013-2016. In: F.-R. Erkens, Passauer Jahrbuch. Beiträge zur Geschichte, Geographie und Kultur Ostbaierns LIX/2017 (Passau 2017) 351–379. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Weid 2000: E. Weid, Die Kleinfunde der mittelalterlichen Siedlung von Zuchering bei Ingolstadt. Arbeiten über die Archäologie Süddeutschlands 10 (Büchenbach 2000). ISBN 13: 978-3-93347-408-7.&lt;br /&gt;
*Wintergerst 1999: M. Wintergerst, Die Ausgrabung „Ledergasse 1“ in Regensburg. Eine formenkundliche Studie zur Keramik des 10. bis 13. Jahrhunderts in Bayern. Materialh. Arch. Mittelalter u. Neuzeit 4 (Rahden/Westf. 1999). ISBN 13: 978-3-89646-453-8. ISBN 10: 3-89646-453-1.&lt;br /&gt;
*Wolf 1971: H. Wolf, Eine frühmittelalterliche, latène- und hallstattzeitliche Kulturschicht unter der Stadtmauer von Cham. urn:nbn:de:bvb:355-ubr00031-0219-4. Universität Regensburg [Stand 22.08.2019]. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Zamelska 1998: K. Zamelska, Graphitkeramik in Polen – Chronologie und Verbreitung. In: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998) 33–36. ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[kategorie:Warenart]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>M. Rühle</name></author>
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		<updated>2023-05-13T21:27:47Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;M. Rühle: R. Koch 1993, 126&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
R. Koch 1993, 126&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>M. Rühle</name></author>
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		<updated>2023-05-13T21:26:59Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;M. Rühle: Foto: J. Krenz, Lesefund Hr. Hartl, Freyung, AO: BLfD Regensburg&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Foto: J. Krenz, Lesefund Hr. Hartl, Freyung, AO: BLfD Regensburg&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>M. Rühle</name></author>
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		<updated>2023-05-13T21:25:04Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;M. Rühle: Scharrer-Liška 2007, 37&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Scharrer-Liška 2007, 37&lt;/div&gt;</summary>
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		<updated>2023-05-13T21:21:44Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;M. Rühle: Bildvorlage nach Lobbedey via Schreg, Blog Archaeologik (05.01.2015)&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Bildvorlage nach Lobbedey via Schreg, Blog Archaeologik (05.01.2015)&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>M. Rühle</name></author>
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		<title>Datei:Krenz Abb. 12 GK Fürholz.jpg</title>
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		<updated>2023-05-13T21:21:08Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;M. Rühle: Foto: J. Krenz, Lesefund, AO: Privatsammlung Hartl, Freyung&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Foto: J. Krenz, Lesefund, AO: Privatsammlung Hartl, Freyung&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>M. Rühle</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://amanz-balismink.rproxy.rz.uni-bamberg.de/balismink/index.php?title=Datei:Krenz_Abb._11_GK_F%C3%BCrholz_reduziert.jpg&amp;diff=5629</id>
		<title>Datei:Krenz Abb. 11 GK Fürholz reduziert.jpg</title>
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		<updated>2023-05-13T21:20:38Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;M. Rühle: /* Beschreibung */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Foto: J. Krenz, Lesefund, AO: Privatsammlung Hartl, Freyung&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>M. Rühle</name></author>
	</entry>
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		<title>Datei:Krenz Abb. 11 GK Fürholz reduziert.jpg</title>
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		<updated>2023-05-13T21:19:07Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;M. Rühle: Bizer 2006, 198&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Bizer 2006, 198&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>M. Rühle</name></author>
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		<title>Datei:Krenz Abb. 10 GK Altentierberg.PNG</title>
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		<updated>2023-05-13T21:15:34Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;M. Rühle: Bizer 2006, 198&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Bizer 2006, 198&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>M. Rühle</name></author>
	</entry>
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		<id>https://amanz-balismink.rproxy.rz.uni-bamberg.de/balismink/index.php?title=Datei:Krenz_Abb._9_GK_Rauer_Kulm.JPG&amp;diff=5626</id>
		<title>Datei:Krenz Abb. 9 GK Rauer Kulm.JPG</title>
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		<updated>2023-05-13T21:15:03Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;M. Rühle: Foto: H. Losert, unpubliziert&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Foto: H. Losert, unpubliziert&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>M. Rühle</name></author>
	</entry>
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		<title>Datei:Krenz Abb. 8 GK Rauer Kulm.jpg</title>
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		<updated>2023-05-13T21:14:45Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;M. Rühle: Foto: H. Losert, unpubliziert&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Foto: H. Losert, unpubliziert&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>M. Rühle</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://amanz-balismink.rproxy.rz.uni-bamberg.de/balismink/index.php?title=Datei:Krenz_Abb._5_Eisentonkeramik_Schustergasse.jpg&amp;diff=5624</id>
		<title>Datei:Krenz Abb. 5 Eisentonkeramik Schustergasse.jpg</title>
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		<updated>2023-05-13T21:14:02Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;M. Rühle: Böhmer 2015, 81&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Böhmer 2015, 81&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>M. Rühle</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://amanz-balismink.rproxy.rz.uni-bamberg.de/balismink/index.php?title=Datei:Krenz_Abb._4_Verteilung_a_reduziert3.jpg&amp;diff=5623</id>
		<title>Datei:Krenz Abb. 4 Verteilung a reduziert3.jpg</title>
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		<updated>2023-05-13T21:13:16Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;M. Rühle: M. Rühle setzte Datei:Krenz Abb. 4 Verteilung a reduziert3.jpg auf eine alte Version zurück&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Kartierung: Jana Krenz. Graphische Umsetzung: Fabien Griessel.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>M. Rühle</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://amanz-balismink.rproxy.rz.uni-bamberg.de/balismink/index.php?title=Datei:Krenz_Abb._4_Verteilung_a_reduziert3.jpg&amp;diff=5622</id>
		<title>Datei:Krenz Abb. 4 Verteilung a reduziert3.jpg</title>
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		<updated>2023-05-13T21:12:53Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;M. Rühle: M. Rühle lud eine neue Version von Datei:Krenz Abb. 4 Verteilung a reduziert3.jpg hoch&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Kartierung: Jana Krenz. Graphische Umsetzung: Fabien Griessel.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>M. Rühle</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://amanz-balismink.rproxy.rz.uni-bamberg.de/balismink/index.php?title=Datei:Krenz_Abb._4_Verteilung_a_reduziert3.jpg&amp;diff=5621</id>
		<title>Datei:Krenz Abb. 4 Verteilung a reduziert3.jpg</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://amanz-balismink.rproxy.rz.uni-bamberg.de/balismink/index.php?title=Datei:Krenz_Abb._4_Verteilung_a_reduziert3.jpg&amp;diff=5621"/>
		<updated>2023-05-13T21:04:04Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;M. Rühle: Kartierung: Jana Krenz. Graphische Umsetzung: Fabien Griessel.&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Kartierung: Jana Krenz. Graphische Umsetzung: Fabien Griessel.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>M. Rühle</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://amanz-balismink.rproxy.rz.uni-bamberg.de/balismink/index.php?title=Datei:Krenz_Abb._3_GK_Rauer_Kulm.jpg&amp;diff=5620</id>
		<title>Datei:Krenz Abb. 3 GK Rauer Kulm.jpg</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://amanz-balismink.rproxy.rz.uni-bamberg.de/balismink/index.php?title=Datei:Krenz_Abb._3_GK_Rauer_Kulm.jpg&amp;diff=5620"/>
		<updated>2023-05-13T20:35:19Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;M. Rühle: Zeichnung und Bearbeitung: H. Losert, unpubliziert&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Zeichnung und Bearbeitung: H. Losert, unpubliziert&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>M. Rühle</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://amanz-balismink.rproxy.rz.uni-bamberg.de/balismink/index.php?title=Datei:Krenz_Abb._2_Graphitlagerst%C3%A4tten.jpg&amp;diff=5619</id>
		<title>Datei:Krenz Abb. 2 Graphitlagerstätten.jpg</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://amanz-balismink.rproxy.rz.uni-bamberg.de/balismink/index.php?title=Datei:Krenz_Abb._2_Graphitlagerst%C3%A4tten.jpg&amp;diff=5619"/>
		<updated>2023-05-13T20:34:34Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;M. Rühle: Scharrer-Liška 2017, 17&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Scharrer-Liška 2017, 17&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>M. Rühle</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://amanz-balismink.rproxy.rz.uni-bamberg.de/balismink/index.php?title=Datei:Krenz_Abb._1_Graphit.jpg&amp;diff=5618</id>
		<title>Datei:Krenz Abb. 1 Graphit.jpg</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://amanz-balismink.rproxy.rz.uni-bamberg.de/balismink/index.php?title=Datei:Krenz_Abb._1_Graphit.jpg&amp;diff=5618"/>
		<updated>2023-05-13T20:33:44Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;M. Rühle: Lehrberger u.a. 2011, 325&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Lehrberger u.a. 2011, 325&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>M. Rühle</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://amanz-balismink.rproxy.rz.uni-bamberg.de/balismink/index.php?title=Graphitkeramik&amp;diff=5607</id>
		<title>Graphitkeramik</title>
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		<updated>2023-05-10T13:53:09Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;M. Rühle: /* Referenzkomplexe Graphitkeramik */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
{{stub}}&lt;br /&gt;
Graphitkeramik ist ein Oberbegriff für verschiedene Waren, bei deren Herstellung oder Verzierung Graphit verwendet wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*graphitierte Keramik: mit einem Graphitüberzug bzw. einer Graphitbemalung&lt;br /&gt;
*[[Graphittonkeramik]]. Neben einer vor allem in Österreich sowie Böhmen und Mähren verbreiteten [[Graphittonware (Österreich, Böhmen und Mähren, FMa)]] gehören hierzu auch [[Graphittontiegel|graphitgemagerte Tiegel]].&lt;br /&gt;
*[[Eisentonkeramik]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einführung==&lt;br /&gt;
Graphitkeramik ist seit dem Neolithikum bekannt (Dostál 1998, 67), in der Bronzezeit belegt (Dell`Mour 2002, 84) und hat den ersten Höhepunkt ihres Vorkommens in der Eisenzeit – insbesondere in der Latènezeit. Um die Zeitenwende verliert sich ihre Spur. Im 8. Jh. erscheint sie im niederösterreichischen Donauraum erneut und wird im Verlauf des 9./10. Jh. dort und in den angrenzenden Gebieten, v.a. Mähren und Schlesien, bis ins 13. Jh. zeitweise zur bestimmenden Warenart (Mittelstraß 2007, 244; Felgenhauer-Schmiedt 1998, 201).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachweisbar ist mittelalterliche Graphitkeramik heute in Österreich, Polen, Tschechien, Slowenien, Ungarn und Deutschland (Scharrer-Liška 2003, 46). Der Forschungsstand in diesen Regionen ist sehr unterschiedlich. Während in Österreich und Tschechien bereits einiges an Forschungsarbeit geleistet wurde, hat die Graphitkeramik in den übrigen Regionen aus unterschiedlichen Gründen noch wenig Interesse erfahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im deutschen Raum ist dies v.a. auf den Umstand zurückzuführen, dass mittelalterliche Graphitkeramik nach jetzigem Forschungsstand (fast) im gesamten Gebiet als reine Importkeramik bewertet werden muss, nur an wenigen Fundplätzen greifbar wird, dort meist nur in geringer Menge vorhanden ist und somit für die Auswertung des Keramikspektrums der jeweiligen Referenzkomplexe nur eine begrenzte Aussagekraft besitzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit vorliegender Arbeit wird ein erster Schritt unternommen, einerseits einen zusammenfassenden Forschungsstand darzustellen und andererseits über eine Kartierung der recherchierten süddeutschen Fundplätze eine Verbreitung dieser Keramikvariante in diesem Gebiet zu erfassen. Dies kann als Grundlage für die zukünftige Beantwortung der aufzuwerfenden Forschungsfragen dienen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gründe für die Verwendung des Minerals Graphit bei der Herstellung von Tongefäßen werden v.a. in den besonderen physikalisch-chemischen Eigenschaften gesucht, die der Graphitkeramik – speziell der Graphittonkeramik (d.h. mit Graphit gemagerter Keramik) – nach heutigem Wissensstand nachgewiesen werden können. Dazu zählen Hydrophobie (der ansonsten wasserdurchlässigen mittelalterlichen Irdenware), die erhöhte Wärmeleitfähigkeit, Temperaturwechselbeständigkeit sowie eine hohe Resistenz gegen Laugen und Säuren (Mittelstraß 2007, 236, Scharrer-Liška 2007, 150). Inwieweit diese Eigenschaften im Früh- und Hochmittelalter bereits bekannt waren, kann derzeit nicht beantwortet werden. Das Typenspektrum der Graphitkeramik im Hochmittelalter weist Formen auf, für die die besonderen Eigenschaften der Graphitkeramik keine Bedeutung hatten (Scharrer-Liška 2007, 150). Hier müssen Gründe wie Tradition und Gewohnheit, Stil, Nachahmung metallischer Gefäße und Prestige genauso in die Interpretation mit einbezogen werden wie mögliche brenntechnische Gründe (Scharrer-Liška 2007, 151). Erst ab dem Spätmittelalter nimmt das Formenspektrum dieser speziellen Keramik wieder ab und beschränkt sich auf Formen wie Kochgeschirr, Vorratsgefäße und Schmelztiegel. Spätestens ab diesem Zeitpunkt kann davon ausgegangen werden, dass die besonderen Eigenschaften der Graphitkeramik bekannt waren (Scharrer-Liška 2007, 150). Mit der im ausgehenden Spätmittelalter / der beginnenden Neuzeit aufkommenden Eisentonkeramik, einer speziellen Variante dieser Keramikart, setzt sich die Entwicklung der Graphitkeramik bis in die Neuzeit fort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Graphit ist ein metallisch glänzender Rohstoff, der auf natürliche Weise aus Faulschlamm unter der Einwirkung von hohem Druck und Temperatur entstand (Scharrer-Liška 2007, 14) (Abb. 1).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Lagerstätten von Graphit in Mitteleuropa sind stark begrenzt und beschränken sich v.a. auf die Böhmische Masse, einem geologisch alten Rumpfgebirge. Bekannte Fundstätten liegen im Bayerischen Wald und ziehen über Böhmen, den mährisch-schlesischen Raum, das Mühl- und Waldviertel, den Dunkelsteiner Wald bis in die Grauwackerzone der Steiermark und Kärntens in Österreich (Abb. 2). Unbedeutendere Lagerstätten befinden sich in Tirol (Scharrer-Liška 2007, 15; 2003, 45). Im deutschen Grenzgebiet ist der Passauer Raum, speziell die Region um das heutige Kropfmühl, für Graphitvorkommen bekannt. Bei der archäologischen Lagerstättenkartierung muss allerdings der Umstand beachtet werden, dass i.d.R. nur heutige abbauwürdige Vorkommen kartiert werden, kleinräumigere Vorkommen dagegen nicht bekannt sind oder in der Vergangenheit bereits ausgebeutet wurden und aus diesen Gründen nicht erfasst werden (Mittelstraß 2007, 244).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Forschungsgeschichte==&lt;br /&gt;
Außer in einem kurzen Zeitraum während des frühen 13. Jh., als nach Vermutung von T. Mittelstraß im Hinterland von Passau ein Produktionsstandort existiert haben könnte (Mittelstraß 2007, 251), muss nach jetzigem Forschungsstand mittelalterliche Graphitkeramik in Süddeutschland vom Früh- bis zum Ende des Spätmittelalters als reine Importkeramik, v.a. aus österreichischen und böhmisch-mährischen Gebieten, angesehen werden. Durch diesen Umstand bedingt, sind derartige Scherben in den meisten Fundkomplexen nur in sehr geringer Anzahl vorhanden und für die Auswertung der Keramikkomplexe oft zu unbedeutend in ihrer Aussagekraft. Entsprechend schmal ist die Publikationslage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einzig bekannte Veröffentlichung zum Thema ist ein Artikel von T. Mittelstraß aus dem Jahr 2007 „Graphitkeramik des Mittelalters und der frühen Neuzeit in Altbayern. Ein Beitrag zum Beginn und zur Frühzeit der Obernzeller Produktion“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besser ist hier der Forschungsstand in Österreich, wo Graphitkeramik vom 8.–13. Jh. in viel stärkerem Ausmaß vorkommt und in bestimmten Gebieten in diesem Zeitraum zur vorherrschenden Keramikart wird. Hier sind v.a. die Arbeiten von S. Felgenhauer-Schmiedt, G. Scharrer-Liška und K. Kühtreiber zu nennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiteres wichtiges Herstellungs- und Verbreitungsgebiet der mittelalterlichen Graphitkeramik war die Region Mähren, die von B. Dostál und Č. Staňa bearbeitet wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Aussagekraft dieser Publikationen ist für die Region Süddeutschland hinsichtlich Verbreitung und Fundaufkommen allerdings begrenzt und besitzt in erster Linie für wirtschaftsgeschichtlich-archäologische Fragestellungen Relevanz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verbreitung==&lt;br /&gt;
Das erneute Aufkommen der Graphitkeramik im Mittelalter nahm nach bisherigem Forschungsstand seinen Anfang in Österreich. Dort ist sie in wiederbesiedelten antiken Orten in den entsprechenden nachrömischen Schichten archäologisch im ausgehenden 8. Jh. nachweisbar, so in Tulln, Mautern und Wien. Sicher zu belegen ist die weitere Verbreitung im 9. Jh. im niederösterreichischen Donauraum. Von dort greift die Graphitkeramik im späten 9. und beginnenden 10. Jh. nach Mähren und die Gebiete nördlich, östlich und westlich davon aus (Felgenhauer-Schmiedt 1998, 200).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Mähren ist Graphitkeramik v.a. auf slawischen Burgen dokumentiert. Beispiele hierfür bilden der Burgwall Staře Zámsky bei Brno-Lišeň (ab frühem 10. Jh.), Zelená Hora (Anfänge im 10. Jh., stark vertreten im 11.–13. Jh.) und die Burg Přerov (ab 10. Jh.) (Staňa 1998, 88–114).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im heutigen Polen erreichte die Graphitkeramik ihre stärkste Verbreitung im 12./13. Jh., älteste Gefäße können aber bereits in Opole im 9./10. Jh. nachgewiesen werden (Zamelska 1998, 33). In schlesischen Gebieten finden sich Graphitgefäße z.B. in Chotěbuz-Podobora, Hradec nad Moravici und Stavenice ebenfalls ab der Mitte des 10. Jh. Im 11./12. Jh. steigt hier die Beliebtheit von Graphitkeramik in solchem Maße, dass alle Formen der Keramik mit Graphitmagerung hergestellt wurden und sie auf fast allen Fundstellenarten, auf befestigten Plätzen, in dörflichen Ortschaften, in Gräbern und Städten auftritt (Kouřil 1998, 39 ff.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In böhmischen Fundkomplexen wird Graphitkeramik eher selten geborgen. Dort nahm sie sowohl im Früh- als auch im Hochmittelalter nirgends eine dominierende Stellung ein. Erst ab dem 13. Jh. ist sie im Siedlungsmaterial in nennenswertem Umfang nachweisbar, scheint allerdings bereits im 14. Jh. keine Rolle mehr zu spielen (Mittelstraß 2007, 249).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im heutigen Deutschland ist mittelalterliche Graphitkeramik nach neuestem Forschungsstand sehr früh belegt. Mit dem Kastell Boiotro in Passau (Altjohann 2012, 92) und dem Rauhen Kulm (Freundlicher Hinweis PD. Dr. H. Losert, unpubliziert) bei Neustadt am Kulm sind Fundplätze verbürgt, deren Material bereits ins 8./9. Jh. datiert (Abb. 3). Falls es sich um Import handelt, kann als Herstellungsgebiet allein der niederösterreichische Raum in Frage kommen. Dies setzt einen intensiven Handelsaustausch mit dieser Region zu einem sehr frühen Zeitpunkt voraus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Graphitkeramik der Abtei Frauenwörth (Chiemsee) (Mittelstraß 2007, 257) und aus der Grabung am Donaumarkt in Regensburg (Freundlicher Hinweis I. Nießen) liegt Fundmaterial aus dem 9./10.–12. Jh. vor. Der Großteil der weiteren Fundplätze in Süddeutschland zeigt Material mit Datierungen zwischen dem 10.–13. Jh. Als westlichster Punkt von Graphitkeramik muss derzeit ein Fund von zwei Graphittonscherben vom nordwestlichen burgnahen Hangbereich des Schlosses Pappenheim im Lkr. Weißenburg-Gunzenhausen gewertet werden (Freundlicher Hinweis PD Dr. phil. habil. Schußmann: Scherbe Nr. 1 wurde zunächst als latènezeitlich publiziert – Schußmann 1997, 108, mit dem Fund einer – später gefundenen – passenden Randscherbe als mittelalterliches Fundgut des 11./12. Jh. n. Chr. identifiziert).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Betrachtung der Verbreitungskarte (die allerdings einen temporären Forschungsstand darstellt) zeigt eine Abnahme der Funddichte Richtung Westen in Relation zu den Graphitlagerstätten (Abb. 4).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die spätmittelalterliche/frühneuzeitliche Eisentonware (Abb. 5) gelangte bedeutend weiter westlich und wartet mit Fundstätten in Ulm und Geislingen auf (Schreg, Blog Archaeologik 05.01.2015). Nachweisbar ist sie auch im Gebiet um Passau (Endres 1998, Mittelstraß 2007, Böhmer 2015), in Bad Aibling (Mittelstraß 2007), Regensburg (Wintergerst 1999), Murnau (Mittelstraß 1994) und auf der Saldenburg (Endres 1994). Irritierend ist hier allerdings die Fundarmut dieses Materials zwischen dem östlichsten und westlichsten bekannten Verbreitungspunkt in Deutschland. (Als weiterer Fundplatz kann lt. Zeichnungen und Beschreibungen die Abtei Frauenwörth in Chiemsee angenommen werden [Hänsel 1966, Tafeln 4.10 und 5.18].)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das massenhafte Auftreten graphitengobierter Scherben als Oberflächenfunde auf den Burgen des 12./13.–15. Jh. der Schwäbischen Alb, wo diese Ware unter der Bezeichnung „grauschwarz hart gebrannte Drehscheibenware“ firmiert (Bizer 2006), will sich nicht so recht in das bisher bestehende Muster einpassen lassen. Hier müssen ein fehlender Forschungsstand oder Bestimmungsprobleme in die Interpretation mit einbezogen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In welcher Form Graphitton verhandelt wurde, ist nicht gesichert. Denkbare Alternativen wären der Handel mit fertigen Gefäßen, mit Graphitton als Rohmaterial oder mit Rohgraphit (Scharrer-Liška 2003, 46). An Fundplätzen, an denen nur vereinzelte Scherben in einem ansonsten andersgearteten Keramikspektrum auftreten, ist zudem die Möglichkeit zu bedenken, dass Graphitgefäße als reine Transportgefäße für Waren, bei denen die hydrophobe Eigenschaft des Transportgefäßes eine wichtige Rolle spielte (z.B. Salz), zufällig vor Ort gelangten. Dies könnte auf den Burgstall Warberg bei Neunburg vorm Wald, den Burgberg in Meißen oder die Burg Wittelsbach zutreffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warenart(en)==&lt;br /&gt;
Der Umgang mit dem Begriff der „Warenart(en)“ ist in der Keramikforschung insofern problematisch, als dass er im deutschsprachigen Raum mit verschiedenen Inhalten belegt wird. U. Groß steht stellvertretend für eine Forschungsrichtung, die unter „Warenart“ Keramikgruppen fasst, die formale und technische Merkmale in sich vereinen. G. Scharrer-Liška als wichtige Vertreterin der hier behandelten Keramik versteht unter „Warenart“ Keramikgruppen gleichen Materials und Herstellungstechnik, die formale Kriterien vorerst als irrelevant definiert, da die meisten Formen – je nach Zeitstellung – in sehr unterschiedlichen Warengruppen auftreten können (Scharrer-Liška 2007, 76).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für den süddeutschen Raum wurden bislang nur wenige Versuche unternommen, die mittelalterliche Graphitkeramik zu untergliedern. Als frühestes Beispiel kann B. Hänsel angeführt werden, der bei der Bearbeitung des Fundplatzes Abtei Frauenwörth (Chiemsee) die Graphitkeramik in drei Unterklassen (D 1–3) unterteilt (Abb. 6) (Hänsel 1966, 177). Da bei seiner Unterteilung auch latènezeitliches Material Eingang findet, des Weiteren die Datierung durch den frühen Zeitpunkt der Bearbeitung des Fundkomplexes (1966) ungewiss erscheint, eignet sich diese Warenartuntergliederung nur bedingt. Ein weiteres Modell der Untergliederung liefern B. Engelhardt und R. Pleyer bei ihrer Bearbeitung des Burgstalls Saunstein (Engelhardt/Pleyer 1986, 71). Sie unterscheiden die drei „Macharten“ A – C. Dabei ist allerdings nur Machart B sicher als Graphitkeramik zu identifizieren, Machart A und C beinhalten sowohl Graphitkeramik als auch Keramik mit Glimmer- und Goldglimmermagerung. Auch dieses Modell greift in seiner Einteilung zu kurz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Abb. 6: Warenarten nach Hänsel 1966, 177 ff.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Warenart/Eigenschaften&lt;br /&gt;
! D1&lt;br /&gt;
! D2&lt;br /&gt;
! D3&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Graphitanteil&lt;br /&gt;
| sehr hoch&lt;br /&gt;
| weniger Graphit als D1&lt;br /&gt;
| ziemlich hoch&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Magerung&lt;br /&gt;
| fein, bisweilen gröber&lt;br /&gt;
| fein, wenig körnige Magerungszusätze&lt;br /&gt;
| fein&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Brand&lt;br /&gt;
| nicht besonders hart&lt;br /&gt;
| mittelhart&lt;br /&gt;
| hart&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Bruch&lt;br /&gt;
| schwärzlich-silbern&lt;br /&gt;
| -----&lt;br /&gt;
| -----&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Oberfläche&lt;br /&gt;
| schwärzlich-silbern, manchmal rötlichbraun&lt;br /&gt;
| silbrig-schwarz&lt;br /&gt;
| porös, silbrig bis grau&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Zeitstellung&lt;br /&gt;
| wahrscheinlich – wenigstens teilweise Latènezeit&lt;br /&gt;
| Mittelalter?&lt;br /&gt;
| Mittelalter?&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Gefäßform&lt;br /&gt;
| weitmundige Töpfe mit kurz einschwingender Halszone und hoher Randlippe; bauchige Töpfe mit Trichterhals; große, flache Schalen mit sehr breitem Rand&lt;br /&gt;
| bauchiges Gefäß mit abgesetzter, steiler Schulterzone und abgewinkeltem, flachen Trichterhals; Bodenstücke eines Gefäßes mit flach ansteigender Wandung; Gussform für Perlen&lt;br /&gt;
| hohe Gefäße mit verdicktem und nach unten gebogenem Rand; Bodenscherben von steilen Gefäßen; Bodenscherben von bauchigen Gefäßen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Verzierung&lt;br /&gt;
| eng gestellte und tief eingeschnittene senkrechte Rillen auf Gefäßkörper; Rillen in Furchentechnik auf dem Hals der Schale&lt;br /&gt;
| häufig flache Wellenlinienmuster mit breiter Ritztechnik; breite waagerechte Rillen&lt;br /&gt;
| keine bekannt; 1 Abdruck eines Kreuzes als Töpfermarke&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
G. Scharrer-Liška bietet ein Modell der Warenarten ihres Bearbeitungsgebietes (Niederösterreich) an, in welchem sie sieben Warengruppen definiert, von denen Warenarten 1–3 verschiedene Formen der Graphitkeramik aufnehmen (Scharrer-Liška 2007, 76).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Abb. 7: Warenarten nach Huber u.a. 2003, 46.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;width:10em;&amp;quot; | Waren-/Keramikart 1&lt;br /&gt;
| Graphitkeramik (reduzierend gebrannt, sehr  hoher Graphitanteil)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Waren-/Keramikart 2&lt;br /&gt;
| „Ummäntelte“ Graphitkeramik (keine tatsächliche Ummäntelung mit Tonschlicker, wie in älterer Literatur oft angegeben, sondern Wechselbrand, bei dem sekundär unter oxidierender Atmosphäre der Graphit verbrannt wurde und dadurch die Oberfläche, im Gegensatz zum grauen Kern, braune bis rötlich-orange Farbe erhielt)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Waren-/Keramikart 3&lt;br /&gt;
| Stark glimmerhaltige Graphitkeramik (reduzierend gebrannt)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Waren-/Keramikart 4&lt;br /&gt;
| „Eisentonware“ (spätmittelalterliche, reduzierend gebrannte, gering bis mittelstark graphitgemagerte Keramik)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Waren-/Keramikart 5&lt;br /&gt;
| „Grautonware“ (reduzierend gebrannte Irdenware, vor allem steinchengemagert)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Waren-/Keramikart 6&lt;br /&gt;
| Wechselhaft gebrannte Irdenware&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Waren-/Keramikart 7&lt;br /&gt;
| Oxidierend gebrannte Irdenware&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Waren-/Keramikart 8&lt;br /&gt;
| Bleiglasierte Irdenware&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer Publikation von E. H. Huber/K. Kühtreiber/G. Scharrer aus dem Jahr 2003 tritt als Warenart 4 noch die Eisentonkeramik hinzu (Abb. 7) (Huber/Kühtreiber/Scharrer, 2003, 46).&lt;br /&gt;
Ein weiteres System wurde von K. Kühtreiber 2006 publiziert, in welchem sie Graphitkeramik wiederum als EINE Warenart definiert, als primäres Unterscheidungskriterium die Stärke der Magerung wählt und dieser den Brand als Differenzierungsmerkmal unterordnet (Kühtreiber 2006, 96).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den benannten Beispielen wird ein grundsätzliches Problem bei der Erfassung der Graphitkeramik deutlich. Während in Deutschland Graphitkeramik als EINE Warenart definiert wird, die über formale Kriterien weiter untergliedert wird, versteht man im österreichischen Raum Graphitkeramik als Oberbegriff, die existierenden Varianten nach der Definition von G. Scharrer-Liška als eigene Warenarten (außer im System von K. Kühtreiber). Diese kommunikative Unschärfe erschwert die Parallelisierung von Systematisierungssystemen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allen diesen Modellen ist gemeinsam, dass sie sich auf einen konkreten Fundplatz oder ein territorial begrenztes Gebiet beziehen und somit den Rahmen für die Untergliederung sehr eng abstecken. Eine eigene, unabhängige Untergliederung für das süddeutsche Fundgut als fast ausschließlichen Import ignoriert die Herkunft und die damit verbundenen Interpretationsmöglichkeiten. Um die mit der Graphitkeramik in Zusammenhang stehenden Fragestellungen beantworten zu können, erscheint ein Denken in größeren Zusammenhängen sinnvoll. Nötig wäre hier eine – nur der Graphitkeramik in allen ihren Ausprägungen vorbehaltene – Warenartgliederung, die sowohl archäometrische als auch formale Kriterien beinhaltet, sich länderübergreifend auf die Herstellungsregionen stützt und so die Chance bietet, das in den Importregionen zu Tage getretene Fundgut zeitlich und räumlich einzuhängen. Damit wären die Voraussetzungen zur Beantwortung vieler archäologischer Fragen rund um diese Form der Keramik geschaffen. Da diese überregionalen Gliederungen für die Herstellungsgebiete noch fehlen, muss dies zukünftigen Generationen überlassen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Varianten==&lt;br /&gt;
Graphit wurde in unterschiedlicher Weise eingesetzt, um dem Ton von Gefäßen eine höhere Funktionalität, den Gefäßen selbst ein höheres Prestige oder einen gesteigerten Marktwert zu verleihen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Übereinstimmung mit T. Mittelstraß (Mittelstraß 2007, 235 mit Anm. 1) und G. Scharrer-Liška (Scharrer-Liška 2003, mit Anm. 1) wird hier der Begriff „Graphitkeramik“ verwendet und darunter jede Form von mit Graphit behandeltem Ton verstanden. Der in der Literatur oft synonym verwendete Begriff Graphittonkeramik bleibt ausschließlich der mit Graphit gemagerten Keramik vorbehalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Graphittonkeramik]]&lt;br /&gt;
*[[Graphitengobierte Keramik]]&lt;br /&gt;
*[[Graphitierte Keramik]]&lt;br /&gt;
*[[Ummäntelte Graphittonkeramik]]&lt;br /&gt;
*[[Keramik mit Graphitbemalung]]&lt;br /&gt;
*[[Eisentonkeramik]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Formen==&lt;br /&gt;
Die keramischen Formen der Graphitkeramik entwickeln sich im Früh- und Hochmittelalter zunächst analog der Formen der graphitfreien Keramik. Das keramische Spektrum ist in dieser Periode sehr eingeschränkt und erstreckt sich fast ausschließlich auf Töpfe, vereinzelt auch Backteller (Abb. 14).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Sonderformen von Töpfen können in Österreich ab dem 11. Jh. speziell gestaltete Vorratsgefäße identifiziert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Beginn des Hochmittelalters erweitert sich das Formenspektrum auf Deckel, Pfannen und Schüsseln, ab dem 12. Jh. kommen Bügelkannen und ab dem 13. Jh. Krüge und Aquamanile hinzu (Scharrer-Liška 2003, 8) (Abb. 15). Dies lässt sich mit der Differenzierung der sozialen Gepflogenheiten, d.h. von Haushalts- und Tischsittengestaltung parallelisieren, die vom südwestlichen und südlichen Deutschland (vermutlich durch den von hier ausgehenden Landesausbau) in den österreichischen Donauraum wirkt (Scharrer-Liška 2007, 34). Erst im ausgehenden Spätmittelalter und v.a. mit dem Aufkommen der Eisentonkeramik minimiert sich das Formenspektrum der Graphitkeramik und beschränkt sich auf Töpfe, Vorratsgefäße, Schmelztiegel, technische Keramik und Kacheln, für die die besonderen Eigenschaften der Graphitkeramik von bedeutendem Vorteil waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine gegenläufige Entwicklung nimmt die graphitengobierte grauschwarz hartgebrannte Drehscheibenware. Ihr Typenspektrum erweitert sich im Spätmittelalter enorm und weist neben den weiterhin dominierenden Töpfen auch Kannen, Flaschen, Dreifußgefäße, Schüsseln, Lampenschälchen, verschiedene Deckelformen und kugelförmige Becher auf (Bizer 2006, 50 f.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verzierungen==&lt;br /&gt;
Grundsätzlich folgte auch die Verzierung der Graphitkeramik den Entwicklungen, die graphitfreie Keramik im Mittelalter nahm. Im Frühmittelalter, teilweise auch im Hochmittelalter, scheinen die Gefäße üppiger verziert als in späteren Zeiten. Als vorherrschende Verzierungen der frühen Periode können Wellenlinien, Wellenbänder, Einstichmuster und horizontal umlaufende Dekore identifiziert werden (Abb. 16). Diese werden später durch horizontal umlaufende Linien oder Linienbänder abgelöst, von Dekoren also, die durch das Aufkommen der Töpferscheibe wahrscheinlicher werden. Spätestens mit dem städtischen Handwerk, das bereits einer vorindustriellen Herstellung glich, wurden Verzierungen scheinbar nur dann angebracht, wenn es der Herstellungsprozess erlaubte (Scharrer-Liška 2007, 23).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verzierungen des Fundmaterials aus Süddeutschland zeigen eine kongruente Entwicklung. Als früheste Muster treten Wellenlinien verschiedenster Ausprägungen, z.T. zwischen umlaufenden Rillen, Schrägkerben- und Tupfenreihen, innenverzierte Ränder, Bodenmarken bzw. Töpferzeichen in Form von Kreuzen sowie im Hochmittelalter breite Gurtbänder auf Vorratsgefäßen auf. Eisentonwaren zeichnen sich regelhaft durch Stempelmarkierungen sowie Rillen/Riefen unter dem Rand aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Herstellungstechnik==&lt;br /&gt;
Die Herstellung von Graphitkeramik im Mittelalter erfolgte zunächst analog der Herstellung anderer Warenarten. Der Töpfer musste den Ton aufbereiten. Dazu wurde der Rohstoff der Witterung ausgesetzt, das sogenannte Wintern, Wettern oder Einsumpfen setzte ein. Danach erfolgte das Schlemmen des Tones, Verunreinigungen und überflüssiges Wasser wurden entfernt. Das anschließende Kneten minimierte mögliche Luftblasen und erhöhte die Bearbeitbarkeit des Tones (Felgenhauer-Schmiedt, o. J., 35). Die Magerung eines Tones mit Graphit ist mit einigen zusätzlichen Arbeitsschritten und Herausforderungen verbunden. Ein natürlicher hoher Graphitgehalt oder starker künstlicher Graphitzuschlag im Ton verringern dessen Plastizität, weshalb es schwierig ist, mit diesem Ton dünnwandig zu arbeiten. Dies wird als Grund angeführt, dass insbesondere die frühen, stark graphithaltigen Gefäße ein eher archaisches Aussehen hatten und als plumpere Varianten der graphitfreien Gefäße galten. Erst mit dem Aufkommen von Drehhilfen und Tonen, die tendenziell immer weniger Graphit enthielten, ist eine Verfeinerung des Bildes der Graphitkeramik zu beobachten (Mittelstraß 2007, 236, Scharrer-Liška 2007, 21 f.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund seiner hydrophoben Eigenschaften ist Graphit im feuchten Zustand nur schwer mit dem Ton zu vermischen. Um eine gleichmäßige Textur des Tones zu erreichen, werden zwei mögliche Varianten der Herstellung diskutiert. Eine Möglichkeit stellt die Vermischung unter starkem körperlichem Einsatz durch das Abtreten mit den Füßen dar. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, sowohl Ton als auch Graphit zunächst zu trocknen, zu zerreiben, wieder zu vermischen und mit Wasser zu versetzen (Scharrer-Liška 2007, 21). Im Frühmittelalter sprechen Dickwandigkeit der Gefäße, unregelmäßige Formgebung und senkrechte Verstreichspuren an den inneren Gefäßwänden für einen Handaufbau. Im Hochmittelalter liefert das Vorhandensein von Bodenmarken und Quellböden Hinweise auf die Verwendung von handgetriebenen Drehhilfen (Scharrer-Liška 2007, 21 ff.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor dem Brennen des Tones wurden Einstiche oder Schnitte in die dickeren Teile des Gefäßes eingebracht, um eine schnellere und gleichmäßigere Trocknung des Tones zu erreichen und das Risiko des Reißens während des Brennvorgangs zu minimieren. Graphit oxidiert bei Sauerstoffzufuhr bei 400–500°C und verbrennt bei 700–1000°C, unter reduzierenden Bedingungen setzt diese Reaktion erst bei ca. 3.500°C ein. Die Brennatmosphäre wurde entsprechend entweder reduzierend gestaltet oder die Gefäße wurden bei sehr niedrigen oxidierenden Temperaturen gebrannt (Scharrer-Liška 2007, 25). Für die unter reduzierenden Bedingungen hergestellte frühmittelalterliche Graphitware von Thunau am Kamp in Niederösterreich konnte mittels mikroskopischer Untersuchungen festgestellt werden, dass der Brenntemperaturbereich zwischen 700–900°C lag (Dell’Mour 2002, 91).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verbesserung der Brenntechnik vom Früh- zum Hochmittelalter ermöglichte in Niederösterreich dann das Aufkommen der Ummäntelten Graphittonkeramik (Scharrer-Liška 2007, 25).&lt;br /&gt;
Bei der Herstellung engobierter Graphitkeramik wurde auf ein graphitfreies, lederhartes Gefäß vor dem Brand eine Graphitengobe aufgebracht. Diese Engobe war vermutlich eine Mischung aus geschlämmtem Ton und Graphitbrei. Das Auftragen erfolgte mit einem Tuch oder Leder, Begießen oder Tauchen kamen, wie experimentalarchäologische Versuche zeigten, eher nicht in Betracht, da sich wegen der Saugfähigkeit des lederharten Materials eine zu dicke Engobeschicht bildet, die zu Blasenbildung und Abplatzungen neigt (Böhmer 2008, 146). Der Brand graphitengobierter Waren setzte ab der mittleren Brennphase einen kontrollierten Reduktionsbrand voraus. Beim Nachheizen musste der zugeführte Sauerstoff vollkommen im Feuerraum verbrennen und durfte nicht an die Ware gelangen, um den Graphit an der Oberfläche zu halten (Böhmer, 2008, 149).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Graphitierung der Keramik erfolgte erst nach dem Brand der Gefäße. Dazu wurde das Keramikobjekt mit Graphitstaub eingerieben. Eventuell erfolgte ein kurzer Stabilisierungsbrand (Mittelstraß 2007, 242).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Scherbenbeschaffenheit==&lt;br /&gt;
Die Scherbenbeschaffenheit, d.h. Merkmale wie Magerungsdichte, Magerungsgröße, Härte, Farbe, Beschaffenheit der Oberfläche, Brandatmosphäre, Wandstärke und Porosität variieren innerhalb der verschiedenen Ausprägungen der Graphitkeramik und deren zeitlichen, örtlichen und technischen Modifikationen derart stark, dass sie hier nicht zusammengefasst werden können. Erschwerend kommt hinzu, dass einheitliche Merkmale in der Literatur zu den süddeutschen Fundkomplexen nur z.T. publiziert wurden, so dass sich aufgrund des begrenzten Informationsstandes Aussagen verbieten. Generell scheint sich bei den frühen Formen aber abzuzeichnen, dass Graphitkeramik im Vergleich zur sonstigen mittelalterlichen Keramik deutlich weicher gebrannt ist. Wenn benannt, erreicht die Keramik selten mehr als den Härtegrad „2“ nach Mohs. Auch ist beim süddeutschen Fundgut meist von einer reduzierenden Brandführung auszugehen. Dies ist allerdings in den Kontext eines fehlenden Forschungsstandes zu anderen Varianten der Graphitkeramik im süddeutschen Raum zu stellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als abweichende Ausnahmeerscheinung treten wieder die Oberflächenfunde aus den Burgen der Schwäbischen Alb auf. Diese Art der engobierten Graphitkeramik ist hart bis sehr hart gebrannt, im Bruch einheitlich grau bis mittelgrau und gleichförmig dunkel bis schwarzgrau auf der Oberfläche (Bizer 2006, 50).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Sozialer Kontext==&lt;br /&gt;
Graphitkeramik tritt im gesamten Verbreitungsgebiet sowohl im dörflichen Raum als auch in aufkommenden städtischen Siedlungen und auf Burgen auf. Beim Siedlungstyp der Burgen ist – wie im österreichischen Raum – in Süddeutschland keine Einheitlichkeit zu verzeichnen. Auf manchen Burgen ist Graphitkeramik nachweisbar, an anderen Fundplätzen fehlt sie im Fundgut. G. Scharrer-Liška sieht hierin einen Hinweis auf unterschiedliche Funktionen oder Nutzungsweisen der Burgen (ländliches Gehöft oder adeliges Milieu) (Scharrer-Liška 2007, 74).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Graphitgemagerte Vorratsgefäße scheinen sich im österreichischen Verbreitungsgebiet vorwiegend im ländlich-dörflichen Bereich, aber auch in Siedlungen fassen zu lassen, die sich später zu Städten entwickelten (Scharrer-Liška 2007, 74). Für Süddeutschland sind aufgrund der geringen Funddichte keine eindeutigen Aussagen zu treffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Generell scheint es bis zum Ende des Hochmittelalters zwischen sozialen Schichten so gut wie keine Unterschiede bei der Verwendung von Graphitkeramik gegeben zu haben, zumindest sind in Gebieten mit besserem Forschungsstand durchwegs überall gleiche Formen und gleiche Wertschätzung zu verzeichnen. Erst im Spätmittelalter ist eine gewisse Differenzierung hinsichtlich Qualität und Anteile verschiedener Formen im städtischen und ländlichen Milieu greifbar (Scharrer-Liška 2007, 74).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wertschätzung, die Graphitkeramik erhalten hat, ist sicherlich an den Reparaturspuren ablesbar. Trotz des geringen Fundaufkommens sind für Süddeutschland diese Flickungen für mindestens drei Fundkomplexe sicher belegt, den Rauhen Kulm und die Burgen Wittelsbach und Sulzbach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Forschungsfragen==&lt;br /&gt;
Graphit als lagerstättenbedingt begrenzt vorkommendes Mineral in Verbindung mit Graphitkeramik als weit verhandeltem archäologischen Fundgut bietet der Forschung ein breites Feld von Fragen (Kouřil 1998, 38, Bogusław 1938, 18).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fragenkomplex zum Material&lt;br /&gt;
*Gründe für die Nutzung von Graphit als Magerungsbestandteil&lt;br /&gt;
*Bestimmung der Funktion der Gefäße&lt;br /&gt;
*Herstellungs- und Produktionstechnik der Keramik, Brennverfahren, Aussagen über technische Weiterentwicklungen im Töpferhandwerk&lt;br /&gt;
*Naturwissenschaftliche Untersuchungen hinsichtlich der Beziehung von Magerungsanteil des Graphits, Magerungsgröße der Graphitpartikel und den physikalischen Eigenschaften der Gefäße&lt;br /&gt;
*Einfluss von sekundären Formationsprozessen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Chronologische Fragestellungen&lt;br /&gt;
*Beginn der Graphitkeramikproduktion in den verschiedenen Regionen und ihre Fortentwicklung im Hoch- und Spätmittelalter&lt;br /&gt;
*Datierung der verschiedenen Formen und Warenuntergruppen&lt;br /&gt;
*Import- und/oder Kreuzdatierung für Fundplätze in Importregionen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Typologische und morphologische Fragestellungen (Kouřil 1998, 38)&lt;br /&gt;
*Randformen, Gefäßformen, typologische Reihen&lt;br /&gt;
*Tektonik der Gefäße&lt;br /&gt;
*Bearbeitung der Oberfläche, Verzierungen, Dekor, Markenzeichen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wirtschaftsgeschichtliche Fragestellungen&lt;br /&gt;
*Provenienz der Tone und des Graphits&lt;br /&gt;
*Transportwege, Handelsrouten, Richtungen und Weisen des Vertriebs (Gefäße, Ton, Graphit als Rohstoff?)&lt;br /&gt;
*Organisation des Töpferhandwerks (grundherrschaftlich, regional)&lt;br /&gt;
*Identifikation von Töpfermanufakturen und Absatzmärkten&lt;br /&gt;
*Beobachtungen von Veränderungen und Rückschlüsse auf gesellschaftliche Umbrüche&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Soziale Fragestellungen&lt;br /&gt;
*Sozialer Kontext, Informationen zum Arbeits- und Alltagsleben der Nutzer und Hersteller&lt;br /&gt;
*Definition von sozialen Kontakträumen&lt;br /&gt;
*Aussagen hinsichtlich gesellschaftlicher Stellung von Bevölkerungsschichten sowie entsprechender sozialer Strukturveränderungen&lt;br /&gt;
*Aussagen zur „Wertigkeit“ bestimmter Merkmale der Keramik und Rückschlüsse auf dahinterstehende soziale, psychologische und identitätsstiftende Wahrnehmungs-, Denkmuster und Bedeutungsebenen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Naturwissenschaftliche Analysen==&lt;br /&gt;
Bisher wurden erst wenige wissenschaftliche Analysen an Graphitkeramik durchgeführt, die sich auf die Warenart als Solche beziehen. Als umfassendste kann die Untersuchung von G. Duma und C. Ravasz „Graphithaltige Gefäße aus Österreichs Mittelalter“ (1976) benannt werden, in der verschiedene Aspekte im Zusammenhang mit dieser Keramikart untersucht wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein wesentliches Element bei der wissenschaftlichen Erforschung der Graphitkeramik ist die Bestimmung ihrer physikalischen und chemischen Eigenschaften, d.h. die Untersuchung der Rolle des intentionell in den Ton beigegebenen Graphits bzw. der bewussten Nutzung von Graphiterde – einem natürlichen Verwitterungsprodukt in Regionen des Vorkommens von Graphit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Testserie bei Duma/Ravasz (Duma/Ravasz 1976, 234 ff.) wurden vier Graphittonproben auf der Basis gleichartigen Tons mit jeweils 5%, 10%, 20% und 40% feingekörntem Naturgraphit gemagert (bei 84% Kohlenstoffgehalt des Graphits ergab dies Proben mit 4,2%, 8,4%, 16,8% und 33,6% Kohlenstoff) und bei 900°C reduzierend gebrannt. Für einen 15 mm dicken Scherben wurden folgende Ergebnisse erzielt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hydrophobie: Bei den Testserien wurde festgestellt, dass die Probe mit 16,8% reiner Graphitmagerung kein Wasser mehr aufnahm, sowohl die Oberfläche als auch die Gesamtmenge des Scherbens als hydrophob gelten konnte. Diese Eigenschaft nahm kontinuierlich mit abnehmenden Graphitgehalt ab. In der Konsequenz bedeutet dies, dass zwischen einer Graphitmagerung von 8,4% und 16,8% die Irdenware eine Wasserundurchlässigkeit erreicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wärmeleitfähigkeit: Hierfür wurde die Probe mit 16,8% Graphitmagerung sowie ein gleichwertiger 15 mm dicker graphitfreier Scherben hinsichtlich der Frage untersucht, welcher Zeitraum nötig ist, sowohl Innen- als auch Außenseite eines Gefäßes auf eine Temperatur von 105°C zu erhitzen. Während für das graphitfreie Gefäß hierfür 17 min nötig waren, erreichte das mit 16,8% graphitgemagerte Gefäß diese Temperatur nach 9,5 min.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Temperaturwechselbeständigkeit: Die Wärmeausdehnung des Scherbens (Dilatation) nimmt infolge des Graphitgehaltes ab, bereits beträchtlich bei einer Magerung mit 16,8% Graphit, wodurch das Gefäß eine deutlich höhere Widerstandsfähigkeit gegen Temperaturschwankungen entwickelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Gefäße mit einer Graphitengobierung eines ansonsten graphitfreien Tones die Eigenschaften von graphithaltigen Tongefäßen nicht aufweisen können (Duma/Ravasz 1976, 236).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Untersuchung von G. Duma/R. Ravasz wurden weitere Ergebnisse formuliert, die eine breitere Diskussionsbasis für offene Forschungsfragen hinsichtlich der süddeutschen Graphitkeramik schaffen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Graphithaltige Tongefäße können im Boden eingebettet den korrosiven Wirkungen der Bodenumgebung dauerhaft widerstehen. Es konnten keine auf Rehydratationsprozesse hindeutende Charakterzüge festgestellt werden (Duma/Ravasz 1976, 234).&lt;br /&gt;
** → Das Graphitkeramik durch sekundäre Formationsprozesse dennoch Veränderungen durchläuft, zeigen zwei anpassende Scherben von Eisentonkeramik aus einer Notgrabung in Ulm (Weinhof 23), von denen eine noch einen deutlichen Graphitanteil aufweist, die andere aber nicht (Schreg Blog Archaeologik (05.01.2015)).&lt;br /&gt;
*Anders als in der Literatur geäußert, verlieren regelmäßig erhitzte Gefäße einen Teil ihres Kohlenstoffs auch während des Gebrauchs. Bei jedem nicht reduzierendem Brand, dem Graphitkeramik ausgesetzt wird (also auch bei Überhitzung am Kochfeuer), oxidieren Graphitanteile zu Kohlenstoffdioxid und entweichen als Gas (Endres 182, 52; ebenso: Duma/Ravasz 1976, 234). Graphithaltige Tongefäße können demnach nicht nur aufgrund ihres Kohlenstoffgehaltes in Gruppen systematisiert werden.&lt;br /&gt;
** → Dies ist im Hinblick auf die Definition von Warenuntergruppen anhand des Graphitgehalts von nicht unbeträchtlichem Belang.&lt;br /&gt;
*Eine naturwissenschaftliche Untersuchung von vier österreichischen und drei ungarischen Proben, die aufgrund ihrer äußeren Merkmale als „identische Wiener Gefäße“ archäologisch angesprochen wurden, ergab keine Herkunft aus den gleichen Gebieten. Die archäologische Bestimmung der drei ungarischen Proben konnte mit Recht angezweifelt werden (Duma/Ravasz 1976, 228). &lt;br /&gt;
** → Graphitkeramik aus Süddeutschland wird fast ausschließlich als Importware definiert. Aufgrund der Tonbeschaffenheit und formaler Kriterien der Scherben werden Bezüge zu möglichen Herstellungszentren und daraus resultierend Thesen zu Handelbeziehungen, sozialen Kontakträumen und grundherrschaftlicher Durchdringung formuliert. Das Ergebnis der Untersuchung zeigt die Notwendigkeit für ein Bewusstsein über derartige Fehlerquellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere wissenschaftliche Untersuchungen stellen über die Analyse der mineralogisch-petrographischen Bestandteile der Graphittone die archäologische Fragestellung nach der Herkunft des Graphits und des Rohtones sowie damit in Zusammenhang stehende Thesen zu wirtschaftsgeschichtlichen Fragestellungen in den Vordergrund.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu nennen sind hier die Publikationen von R. W. Dell’Mour „Mikroskopische Untersuchungen an frühmittelalterlicher Keramik von Thunau am Kamp, NÖ Lokalware – Importe – Rohstoffherkunft“ (2002), J. Dvorská/L. Poláček/G. Schneider „Chemische Analyse der Keramik von Mikulčice“ (1998) und M. Gregerová/R. Procházka „Erste Ergebnisse naturwissenschaftlicher Untersuchungen an Graphittonkeramik aus Brno (Brünn)“ (1998). Für Süddeutschland besitzen diese Untersuchungen aufgrund ihrer Regionalität nur wenig Aussagekraft, können aber als Vorbild für ähnliche Untersuchungen dienen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Fazit==&lt;br /&gt;
Für die Archäologie bietet die Erforschung der Graphitkeramik aus verschiedenen Gründen erhebliche Möglichkeiten zum Erkenntnisgewinn. Diese reichen von typologischen und morphologischen Fragestellungen, der Herstellungs- und Produktionstechnik der Keramik über die Bestimmung der Funktion der Gefäße bis zu Aussagen zum Alltags-, Arbeitsleben und dem sozialen Kontext der Nutzer und Hersteller. Zusätzlich können naturwissenschaftliche und chronologische Thesen sowie wirtschaftsgeschichtliche Fragestellungen hinsichtlich Handelsrouten, Richtungen und Weisen des Vertriebs und die grundherrschaftliche oder regionale Organisation des Töpferhandwerks aufgeworfen werden. Gleichzeitig stellt mittelalterliche Graphitkeramik die Archäologie aber auch vor enorme Herausforderungen. So ist bis heute eine Unterscheidung vor- und frühgeschichtlicher zu mittelalterlicher Graphitkeramik ausschließlich über die Bestimmung von Rand- und Gefäßformen möglich. Dies stellt eine nicht unerhebliche Fehlerquelle für die Interpretation dar, die wegen des in Süddeutschland nur begrenzt vorhandenen Fundmaterials eine beachtliche Relevanz besitzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kerngebiet der Herstellung der Graphitkeramik ist nach heutigem Forschungsstand im österreichischen Donauraum und in Mähren zu lokalisieren. Die umliegenden Regionen Böhmen, Schlesien und Bayern können in erster Linie als Importregionen interpretiert werden. Eine Beantwortung der genannten Fragestellungen ist demnach nur durch internationale Zusammenarbeit über die heutigen politischen Grenzen hinweg möglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die wissenschaftliche Bearbeitung dieser Keramikvariante setzt aufgrund der Besonderheiten des Material Graphit eine enge Zusammenarbeit mit den Naturwissenschaften und der experimentellen Archäologie voraus. Sie wird damit zum Gegenstand sowohl internationaler wie interdisziplinärer Projekte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Referenzkomplexe Graphitkeramik==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Referenzkomplexe Graphitkeramik (ohne Grauschwarz hartgebrannte Drehscheibenware)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
!&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;width:11em;&amp;quot;| Fundort&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;width:8em;&amp;quot;| Warenart&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;width:7em;&amp;quot;| Koordinaten&lt;br /&gt;
! Fundart&lt;br /&gt;
! Feldkampagnen (FK) &amp;lt;br /&amp;gt; Literatur (L)&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;width:14em;&amp;quot;| Datierung&lt;br /&gt;
! Beschreibung &amp;lt;br /&amp;gt; Formen (F), Verzierung (V), Scherbenbeschaffenheit (SB)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 1&lt;br /&gt;
| Kastell Boiotro, &amp;lt;br /&amp;gt; Passau&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 34′ 11,2″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 27′ 44,5″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 387 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| FK: 1974–1978 Rainer Christlein, BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; L: M. Altjohann 2012&lt;br /&gt;
| 8./9.–12. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Töpfe, Schalen, Schüsseln, Flachdeckel, Spinnwirtel, Ausgusstüllen &amp;lt;br /&amp;gt; V: gegenständige Wellenbandzier, Bodenmarken &amp;lt;br /&amp;gt; SB: dunkel- bis braungrau, seifig, schimmert metallisch, hoher Graphitanteil in der Magerung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 2&lt;br /&gt;
| Rauher Kulm, &amp;lt;br /&amp;gt; Bad Neustadt am Kulm&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 49° 49′ 44″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 50′ 58″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 681 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 2009 und 2014 H. Losert &amp;lt;br /&amp;gt; L: Freundlicher Hinweis PD Dr. H. Losert (unpubliziert)&lt;br /&gt;
| 8./9. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Töpfe &amp;lt;br /&amp;gt; V: Wellenlinien &amp;lt;br /&amp;gt; SB: braun, grau-schwarz, mittlerer Graphitanteil in der Magerung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 3&lt;br /&gt;
| Abtei Frauenwörth, &amp;lt;br /&amp;gt; Chiemsee&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 47° 52′ 18″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 12° 25′ 30″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 515 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Kloster&lt;br /&gt;
| FK: 1961–1964 A. Stroh, BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; L: B. Hänsel 1966 &amp;lt;br /&amp;gt;    T. Mittelstraß 2007&lt;br /&gt;
| 9./10.–12.Jh.&lt;br /&gt;
| F: Töpfe, Gussformen für Perlen &amp;lt;br /&amp;gt; V: Wellenlinien, breite waagerechte Rillen, Töpfermarke &amp;lt;br /&amp;gt; SB: silbrig schwarz bis grau, feine Magerung, Graphitanteil mittel bis sehr hoch, mittelhart bis hart &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 4&lt;br /&gt;
| Pleinting&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 39′ 31″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 7′ 11″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 343 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Lesefund&lt;br /&gt;
| Lesefund &amp;lt;br /&amp;gt; L: R. Reinecke 1936&lt;br /&gt;
| Frühmittelalter&lt;br /&gt;
| Nur textliche Erwähnung: &amp;lt;br /&amp;gt; „Randscherbe eines weiten Beckens aus Graphitton“&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 5&lt;br /&gt;
| „Randesberger Hof“ in Cham&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 49° 13ʹ 32,5″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 12° 39ʹ 17,9″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 372 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| FK: 1971 &amp;lt;br /&amp;gt; L: H. Wolf 1971&lt;br /&gt;
| Frühmittelalter&lt;br /&gt;
| Textliche Erwähnung der Möglichkeit, dass eine gefundene Graphittonscherbe auch ins Frühmittelalter datieren könnte&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 6&lt;br /&gt;
| Burg Wittelsbach, &amp;lt;br /&amp;gt; Oberwittelsbach&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 28′ 7″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 10′ 34,3″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 515 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1978–1981 Dr. W. Sage/A. Dransfeld &amp;lt;br /&amp;gt; L: R. Koch 1993 &amp;lt;br /&amp;gt;    T. Mittelstraß 2007&lt;br /&gt;
| 10./11. Jh. (R. Koch) &amp;lt;br /&amp;gt; 11./12. Jh. (T. Mittelstraß)&lt;br /&gt;
| F: Topf &amp;lt;br /&amp;gt; V: Wellenlinie zwischen zwei umlaufenden Rillen &amp;lt;br /&amp;gt; SB: ohne Angabe&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 7&lt;br /&gt;
| Burgstall Warberg, &amp;lt;br /&amp;gt; Neunburg v. Wald&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 49° 22′ 54,7″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 12° 23′ 18″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 417 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1991–1997 V. Kaufmann &amp;lt;br /&amp;gt; L: V. Kaufmann 1999 &amp;lt;br /&amp;gt;    T. Mittelstraß 2007&lt;br /&gt;
| 10. Jh. (V. Kaufmann) &amp;lt;br /&amp;gt; 11. Jh. (T. Mittelstraß)&lt;br /&gt;
| F: Töpfe &amp;lt;br /&amp;gt; V: schräge Einstichreihe auf der Schulter &amp;lt;br /&amp;gt; SB: dunkelgrau bis schwarz und glänzend, glatt und speckig, Graphit abreibbar; mit Fingernagel leicht ritzbar&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 8&lt;br /&gt;
| Albrechtsburg, &amp;lt;br /&amp;gt; Meißen&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 51° 9′ 57,8″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 28′ 14,6″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 168 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Höhenburg&lt;br /&gt;
| FK: 1959–1963 P. Heerde/C. Fritzsche &amp;lt;br /&amp;gt; L: A. Schmid-Hecklau 2004&lt;br /&gt;
| 10.–12. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Topf &amp;lt;br /&amp;gt; V: Tupfenreihe auf der Schulter &amp;lt;br /&amp;gt; SB: keine Angaben &amp;lt;br /&amp;gt; Datierung ins Mittelalter fragwürdig&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 9&lt;br /&gt;
| Burg Pappenheim, &amp;lt;br /&amp;gt; Lkr. Weißenburg&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 55′ 58,1″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 10° 58′ 17,8″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 508 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Höhenburg&lt;br /&gt;
| Lesefund &amp;lt;br /&amp;gt; L: M. Schußmann 1997&lt;br /&gt;
| 11./12. Jh.&lt;br /&gt;
| Freundlicher Hinweis PD Dr. M. Schußmann: &amp;lt;br /&amp;gt; 2 Graphittonscherben, davon 1 Randscherbe mit stark gekehltem Leistenrand&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 10&lt;br /&gt;
| Burg Sulzbach, &amp;lt;br /&amp;gt; Lkr. Amberg-Sulzbach&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 49° 30′ 18,7″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 44′ 10″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 444 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1992–2000 BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; L: M. Hensch 2005a und 2005b&lt;br /&gt;
| 11./12. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Töpfe (0,09% des Materials) &amp;lt;br /&amp;gt; V: Wellenverzierung &amp;lt;br /&amp;gt; SB: grau-schwarz silbrig, glatt, hoher Anteil von Graphit in der Magerung, Abrieb vorhanden, Mohs 2&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 11&lt;br /&gt;
| Schlosserstiege, &amp;lt;br /&amp;gt; Passau&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik &amp;lt;br /&amp;gt; Graphitierte (engobierte?) Keramik&lt;br /&gt;
| 48° 34ʹ 31,4″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 27ʹ 51,5″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 387 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| FK: 1992/1993 J.-P. Niemeier &amp;lt;br /&amp;gt; L: J.-P. Niemeier 1994 &amp;lt;br /&amp;gt;    T. Mittelstraß 2007&lt;br /&gt;
| 12./13.–15. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Töpfe, Deckel, Kanne &amp;lt;br /&amp;gt; V: Deckel mit innenverziertem Rand, Töpfermarke &amp;lt;br /&amp;gt; SB: keine Angabe&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 12&lt;br /&gt;
| Burgstall Saunstein, &amp;lt;br /&amp;gt; Mitternach&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 51′ 1″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 19′ 36″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 594 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1983 BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; L: B. Engelhardt/R.Pleyer 1986 &amp;lt;br /&amp;gt;    T. Mittelstraß 2007&lt;br /&gt;
| 12./13. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Töpfe, Flachdeckel &amp;lt;br /&amp;gt; V: keine Angabe, Durchlochung eines Deckels &amp;lt;br /&amp;gt; SB: glatt, mittlerer bis hoher Graphitgehalt, z.T. seifig&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 13&lt;br /&gt;
| Burgstall am Hohen Bogen, &amp;lt;br /&amp;gt; Rimbach&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 49° 14′ 1,9″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 12° 56′ 4,2″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 976 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: A. Stroh, BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; L: H. Dannheimer 1973&lt;br /&gt;
| 12. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Topf, fassartige Vorratsgefäße &amp;lt;br /&amp;gt; V: Fingertupfen, Schrägkerbenreihe, eingeritzte Linien, breite Gurtbänder auf Vorratsgefäßen &amp;lt;br /&amp;gt; SB: Graphit- und Goldglimmermagerung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 14&lt;br /&gt;
| Burgstall Untergrießbach, &amp;lt;br /&amp;gt; Lkr. Passau&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 27ʹ 28,4″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 9ʹ 13,7″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 468 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1994–1996 Kreisarchäologie Passau &amp;lt;br /&amp;gt; L: W. Wandling 1996 &amp;lt;br /&amp;gt;    W. Wandling 1997&lt;br /&gt;
| 12. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Töpfe, Schalen &amp;lt;br /&amp;gt; V: Tupfenleisten, Wellenverzierung oder Radkreuzstempeln am Boden &amp;lt;br /&amp;gt; SB: keine Angabe&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 15&lt;br /&gt;
| Donaumarkt, &amp;lt;br /&amp;gt; Regensburg &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; Ledergasse, &amp;lt;br /&amp;gt; Regensburg&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; Eisentonkeramik&lt;br /&gt;
| 49° 1ʹ 13,1″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 12° 6ʹ 10,9″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 339 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| FK: 2012–2015 „Museum der Bayerischen Geschichte“, Maßnahmen-Nr. M-2012-1989-1_0 &amp;lt;br /&amp;gt; L: Freundlicher Hinweis I. Nießen (Promotionsprojekt in Bearbeitung) &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; FK: 1981–1982 BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; L: M. Wintergerst 1999&lt;br /&gt;
| 9.–11./12. Jh. &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; 17. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Töpfe, Vorratsgefäße, Schüsseln &amp;lt;br /&amp;gt; V: Wellenlinien, Wellenbänder, umlaufende Rillen, Einstichmuster, innenverzierte Ränder, bisher singuläres rautenförmiges Muster &amp;lt;br /&amp;gt; SB: dunkelgrau, bräunlich-grau, braun-schwarz, grau, schwarz; hoher Graphitgehalt, daneben noch Glimmer und Quarz, Mohs 1–2, gelegentlich auch hart &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; Zeitlich zu weit außerhalb des Rahmens der Arbeit&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 16&lt;br /&gt;
| Schlossberg Windberg bei Windorf, &amp;lt;br /&amp;gt; Lkr. Passau&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 37′ 53,2″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 16′ 3,5″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 380 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Höhenburg&lt;br /&gt;
| FK: 2001/2002 Kreisarchäologie Passau &amp;lt;br /&amp;gt; L: W. Wandling 2010&lt;br /&gt;
| 12./13. Jh.&lt;br /&gt;
| Nur textliche Erwähnung: Graphithaltige Tonscherben von hochmittelalterlichen Gefäßen, z.T. mit Kreuzstempeln auf dem Boden&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 17&lt;br /&gt;
| Kirche St. Peter und Paul, &amp;lt;br /&amp;gt; Aschheim&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 10′ 18,2″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 42′ 55,5″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 512 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Kirche&lt;br /&gt;
| FK: 1967–1971 H. Dannheimer &amp;lt;br /&amp;gt; L: H. Dannheimer 1988&lt;br /&gt;
| Hochmittelalter&lt;br /&gt;
| F: Topf &amp;lt;br /&amp;gt; V: keine Angabe &amp;lt;br /&amp;gt; SB: keine Angabe&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 18&lt;br /&gt;
| Vohburg-Burgberg, &amp;lt;br /&amp;gt; Lkr. Pfaffenhofen&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 46′ 14,4″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 36′ 58,1″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 370 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1973–1974 BLfD &amp;lt;br /&amp;gt;    Lesefunde &amp;lt;br /&amp;gt; L: G. Riedel 2000&lt;br /&gt;
| Hochmittelalter&lt;br /&gt;
| F: 3 Töpfe &amp;lt;br /&amp;gt; V: Horizontal- und Wellenriefen, z.T. überschneidend &amp;lt;br /&amp;gt; SB: fast alle Farbvarianten, weich bis mittelhart, z.T. Misch- oder Oxidationsbrand&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 19&lt;br /&gt;
| Großmehring, &amp;lt;br /&amp;gt; Lkr. Eichstätt&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 46′ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 32′ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 375 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| FK: 1994–1995 BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; L: G. Riedel 2000&lt;br /&gt;
| Früh-/Hochmittelalter&lt;br /&gt;
| F: 2 Töpfe, Deckel &amp;lt;br /&amp;gt; V: einzelne Wellenriefe zwischen Horizontalriefen &amp;lt;br /&amp;gt; SB: graubraun bis graubeige, weich bis mit-telhart, Misch- oder Oxidationsbrand&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 20&lt;br /&gt;
| Ingolstadt&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 46′ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 25′ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 374 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| FK: 1987–1988 BLfD (Grabung Ingolstadt Hallstr./Carraraplatz) &amp;lt;br /&amp;gt; L: G. Riedel 2000&lt;br /&gt;
| Hochmittelalter&lt;br /&gt;
| 1 unverzierte WS, nachgedreht&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 21&lt;br /&gt;
| Zuchering bei Ingolstadt&lt;br /&gt;
| Graphitkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 43′ 46″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 24′ 43″ O&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| FK: 1983–1989 BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; L: E. Weid 2000&lt;br /&gt;
| Latène (?)&lt;br /&gt;
| 6 Graphitkeramikscherben, von denen 5 unsicher in die Vorgeschichte datiert wurden (Material müsste nochmals geprüft werden)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 22&lt;br /&gt;
| Erlau, &amp;lt;br /&amp;gt; Obernzell&lt;br /&gt;
| Eisentonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 33′ 49″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 34′ 46″ O&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| L: T. Mittelstraß 2007&lt;br /&gt;
| Spätmittelalter&lt;br /&gt;
| Nur textliche Erwähnung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 23&lt;br /&gt;
| Ruhstorf a.d. Rott&lt;br /&gt;
| Graphitkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 26′ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 20′ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 319 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| L: T. Mittelstraß 2007 &amp;lt;br /&amp;gt;    W. Wandling 2017&lt;br /&gt;
| Unbekannt&lt;br /&gt;
| Textliche Erwähnung; Fundmeldungen 2013–2016 in Passau: Graphitkeramik, deren zeitliche Stellung nicht gesichert ist (MA/LT?)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 24&lt;br /&gt;
| Saldenburg, &amp;lt;br /&amp;gt; Lkr. Grafenau&lt;br /&gt;
| Eisentonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 46′ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 21′ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 532 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1991/1992 W. Endres &amp;lt;br /&amp;gt; L: W. Endres 1993 &amp;lt;br /&amp;gt;    M. U. Kasparek 1961&lt;br /&gt;
| 1368–1467/68&lt;br /&gt;
| F: Töpfe &amp;lt;br /&amp;gt; V: 2–5 mm breite, flaue Rillen, Stempel und Markierungen auf der Oberseite &amp;lt;br /&amp;gt; SB: hoher Graphitgehalt mit Quarz- und Feldspatanteilen bis 3 mm&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 25&lt;br /&gt;
| Burgstall Lobenstein, &amp;lt;br /&amp;gt; Marktgemeinde Röhrenbach&lt;br /&gt;
| Graphitkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 46′ 9,6″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 31′ 41,6″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 570 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg? &amp;lt;br /&amp;gt; Lesefund&lt;br /&gt;
| Lesefunde eines ehrenamtlichen Feldbegehers des BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; unpubliziert&lt;br /&gt;
| Latène- bis Neuzeit&lt;br /&gt;
| Alle Ausprägungen von Graphitkeramik in Formen, Farben, Varianten und Verzierungen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 26&lt;br /&gt;
| Fürholz, &amp;lt;br /&amp;gt; Gmd. Grainet, &amp;lt;br /&amp;gt; Lkr. Freyung-Grafenau&lt;br /&gt;
| Graphitkeramik &lt;br /&gt;
| 48° 46′ 58″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 38′ 57″ O&lt;br /&gt;
| Lesefund&lt;br /&gt;
| Lesefunde eines ehrenamtlichen Feldbegehers des BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; unpubliziert&lt;br /&gt;
| Latène- bis Neuzeit&lt;br /&gt;
| Alle Ausprägungen von Graphitkeramik in Formen, Farben, Varianten und Verzierungen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 27&lt;br /&gt;
| Praßreuth, &amp;lt;br /&amp;gt; Lkr. Freyung-Grafenau&lt;br /&gt;
| Graphitkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 40ʹ 40″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 31ʹ 21,3″ O&lt;br /&gt;
| Lesefund&lt;br /&gt;
| Lesefunde eines ehrenamtlichen Feldbegehers des BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; unpubliziert&lt;br /&gt;
| Latène- bis Neuzeit&lt;br /&gt;
| Alle Ausprägungen von Graphitkeramik in Formen, Farben, Varianten und Verzierungen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 28&lt;br /&gt;
| Veste Oberhaus, &amp;lt;br /&amp;gt; Passau&lt;br /&gt;
| Eisentonkeramik &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; Graphitengobierte Keramik&lt;br /&gt;
| 48° 34′ 39″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 28′ 13″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 387 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1991 H. Feldmeier &amp;lt;br /&amp;gt; L: W. Endres 1998 &amp;lt;br /&amp;gt;    T. Mittelstraß 2007&lt;br /&gt;
| 1400/1420–1550 &amp;lt;br /&amp;gt; 15./16. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Töpfe &amp;lt;br /&amp;gt; V: Stempelmarkierungen &amp;lt;br /&amp;gt; SB: hoher Graphitanteil im groben Gefüge, schwarz- bis anthrazitgrau &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; F: Töpfe, Becher, Sieb, Griffschale, Krug &amp;lt;br /&amp;gt; V: keine Angabe &amp;lt;br /&amp;gt; SB: anthrazitgrau, oft grobes Gefüge&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 29&lt;br /&gt;
| Schustergasse, &amp;lt;br /&amp;gt; Passau&lt;br /&gt;
| Eisentonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 34ʹ 26,4″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 28ʹ 9,5″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 387 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| L: H. Böhmer 2015&lt;br /&gt;
| 15./16. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Topf &amp;lt;br /&amp;gt; V: keine Angabe &amp;lt;br /&amp;gt; SB: keine Angabe&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 30&lt;br /&gt;
| Hofberg, &amp;lt;br /&amp;gt; Bad Aibling&lt;br /&gt;
| Eisentonkeramik&lt;br /&gt;
| 47° 52′ N &amp;lt;br /&amp;gt; 12° 1′ O&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 2001–2003 T. Mittelstraß &amp;lt;br /&amp;gt; L: T. Mittelstraß 2006 &amp;lt;br /&amp;gt;    T. Mittelstraß 2007&lt;br /&gt;
| Frühe Neuzeit (Beginn 16. Jh.)&lt;br /&gt;
| F: fassartige Gefäße &amp;lt;br /&amp;gt; V: Stempelmarken &amp;lt;br /&amp;gt; SB: keine Angabe&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 31&lt;br /&gt;
| Schloss Murnau&lt;br /&gt;
| Eisentonkeramik&lt;br /&gt;
| 47° 40′ 39″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 12′ 10″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 661 m&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1991–1992 T. Mittelstraß &amp;lt;br /&amp;gt; L: T. Mittelstraß 1994&lt;br /&gt;
| Frühe Neuzeit (Beginn 16. Jh.)&lt;br /&gt;
| F: Töpfchen &amp;lt;br /&amp;gt; V: Töpferstempel (Kreuz mit Querbalken), umlaufende Schulterkante &amp;lt;br /&amp;gt; SB: basaltgrau, feine und mittlere Graphitmagerung, vereinzelt Quarzkörner&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 32&lt;br /&gt;
| Ulm&lt;br /&gt;
| Eisentonkeramik &amp;lt;br /&amp;gt; Graphitengobierte Keramik&lt;br /&gt;
| 48° 24′ N &amp;lt;br /&amp;gt; 9° 59′ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 478 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| FK: 1953 A. Rieber/K. Reutter &amp;lt;br /&amp;gt;    1961 Staatl. Amt für Denkmalpflege &amp;lt;br /&amp;gt;    1928 ohne Befundkontext &amp;lt;br /&amp;gt; L: R. Schreg Blog Archaeologik 05.01.2015 &amp;lt;br /&amp;gt;    U. Gross 2009 + 2015&lt;br /&gt;
| Spätmittelalter – Frühe Neuzeit&lt;br /&gt;
| F: Töpfe, Henkeltopf &amp;lt;br /&amp;gt; V: ovale Stempeleindrücke mit Kreuz, unterhalb des Kremprandes breite Riefe &amp;lt;br /&amp;gt; SB: hoher Graphitanteil in der Magerung und Quarzmagerung &amp;lt;br /&amp;gt; Weitere Funde von Graphitkeramik und graphitengobierter Ware, die frühneuzeitlich datiert werden &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 33&lt;br /&gt;
| Burg Helfenstein, &amp;lt;br /&amp;gt; Geislingen an der Steige&lt;br /&gt;
| Eisentonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 36′ 58″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 9° 50′ 49″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 610 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1922 K. A. Koch &amp;lt;br /&amp;gt;    1932–1938 G. Burghardt &amp;lt;br /&amp;gt; L: R. Schreg Blog Archaeologik 05.01.2015 &amp;lt;br /&amp;gt;    U. Gross 2009&lt;br /&gt;
| Spätmittelalter – Frühe Neuzeit&lt;br /&gt;
| F: Töpfe &amp;lt;br /&amp;gt; V: 2 identische Stempelmarken auf dem Rand, zwei umlaufende Rillen im oberen Gefäßbereich &amp;lt;br /&amp;gt; SB: hoher Graphitanteil in der Magerung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 34&lt;br /&gt;
| Obernzell&lt;br /&gt;
| Eisentonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 33′ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 38′ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 294 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| L: H. Böhmer 2015 &amp;lt;br /&amp;gt;    Gemeindeblatt Nr. 29, 2017&lt;br /&gt;
| Spätmittelalter – Frühe Neuzeit&lt;br /&gt;
| F: Topf &amp;lt;br /&amp;gt; V: Rille unter dem Rand, 2 Töpfermarken &amp;lt;br /&amp;gt; SB: dunkelgrau-schwarz, hoher Graphitanteil in der Magerung, Mohs 2&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturhinweise==&lt;br /&gt;
*Altjohann 2012: M. Altjohann, Das spätrömische Kastell Boiotro zu Passau-Innstadt. Materialhefte zur Bayerischen Archäologie. Fundinventare und Ausgrabungsbefunde (Kallmünz/Opf. 2012). ISBN 13: 978-3-78475-096-5. ISBN 10: 3-784750-966-X.&lt;br /&gt;
*Bizer 2006: Ch. Bizer, Oberflächenfunde von den Burgen der Schwäbischen Alb. Ein Beitrag zur Keramik- und Burgenforschung (Stuttgart 2006). ISBN 13: 978-3-80622-038-4.&lt;br /&gt;
*Böhmer 2008: H. Böhmer, Die Ilzer Schwarzhafner vom Ende des 16. bis Ende des 19. Jahrhunderts. In: R. Mennicken u.a. (Hrsg.), 40 Jahre Keramikforschung. Rückblick – Stand der Forschung – Ausblick. Beiträge zum 40. Internationalen Hafnerei-Symposium des Arbeitskreises für Keramikforschung in Obernzell/Bayern vom 16.09. bis 21.09.2007 (Raeren 2008) 139֪–152. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Böhmer 2015: H. Böhmer, Qualitätszeichen auf Graphit-Keramik des 15. und 16. Jh. In: S. Glaser (Hrsg.), Keramik im Spannungsfeld zwischen Kunst und Handwerk. Beiträge des 44. Internationalen Symposiums Keramikforschung im Germanischen Nationalmuseum, Nürnberg, 19-23. September 2011 (Nürnberg 2015) 77–83. ISBN 13: 978-3-93668-893-1. ISBN 10: 3-93668-893-1.&lt;br /&gt;
*Bogusław 1998: G. Bogusław, Bemerkungen zur Graphittonkeramik als historischer Quelle (am Beispiel der Graphittonkeramik aus Opole). In: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998) 17–19. ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
*Bräuning u.a. 2008: A. Bräuning/R. Schreg/U. Schmidt, Ulm. Archäologischer Stadtkataster Baden-Württemberg. Band 35, 1 Text (Stuttgart 2008). ISBN 13: 978-3-92771-493-9.&lt;br /&gt;
*Dannheimer 1973: H. Dannheimer, Keramik des Mittelalters aus Bayern. Ein Katalog. Kataloge der Prähistorischen Staatssammlung XXI (Kallmünz Opf. 1973). ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Dannheimer 1988: H. Dannheimer, Aschheim im frühen Mittelalter. Archäologische Funde und Befunde. In: J. Werner (Hrsg.), Münchener Beiträge zur Vor- und Frühgeschichte 32, 1 (München 1988). ISBN 10: 3-40630-287-4.&lt;br /&gt;
*Dell’Mour 2002: R. W. Dell’Mour, Mikroskopische Untersuchungen an frühmittelalterlicher Keramik von Thunau am Kamp, NÖ Lokalware – Importe– Rohstoffherkunft, Österreichische Akademie der Wissenschaften, Anzeiger der Philosophisch-Historischen Klasse 136, 2001 (Wien 2002) 69–109. ISBN 13: 978-3-70013-066-6. ISBN 10: 3-70013-066-X.&lt;br /&gt;
*Dostál 1998: B. Dostál, Über die Anfänge der slawischen Graphittonkeramik in Mähren. In: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998) 67–86. ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
*Duma/Ravasz 1976: G. Duma/C. Ravasz, Graphithaltige Gefäße aus Österreichs Mittelalter. In: Archaeologia Austriaca. Beiträge zur Paläanthropologie, Ur- und Frühgeschichte Österreichs 59/60 (Wien 1976) 225–242. ISSN: 1816-2959.&lt;br /&gt;
*Dvorská u.a. 1998: J. Dvorská/L. Poláček/G. Schneider, Chemische Analyse der Keramik von Mikulčice. In: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998) 295–312. ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
*Endres 1982: W. Endres, Zur Entstehung und chemischen Struktur „schwarz“ färbender Pigmente bei unglasierter Irdenware. In: L. Kriss-Rettenbeck/I. Bauer (Hrsg.), Beiträge zur Keramikforschung. Festschrift für Alfred Höck zum 60. Geburtstag. Volkstümliche Keramik aus Europa 2 (München 1982) 47–70. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Endres 1993: W. Endres, Spätmittelalterliche Funde von der Saldenburg, Gde. Saldenburg, Lkr. Freyung-Grafenau. In A. Leidl (Hrsg.), Ostbairische Grenzmarken. Passauer Jahrbuch für Geschichte, Kunst und Volkskunde 35 (Passau 1993) 24–54. ISSN: 0078-6845.&lt;br /&gt;
*Endres 1998: W. Endres, Archäologische Funde. In: J. P. Niemeier/H. W. Schuster/R. Loibl, Ritterburg und Fürstenschloss 2. Archäologische Funde. Begleitband zur Ausstellung im Oberhausmuseum Passau 1998 (Passau 1998). ISBN 13: 978-3-79171-598-8. ISBN 10: 3-79171-583-6.&lt;br /&gt;
*Engelhardt/Pleyer 1986: B. Engelhardt/R. Pleyer, Die archäologische Untersuchung des Burgstalls Saunstein, Gmkg. Mitternach, Gde. Markt Schönberg, Lkr. Freyung-Grafenau. In: A. Leidl (Hrsg.), Ostbairische Grenzmarken 28. Passauer Jahrbuch für Geschichte, Kunst und Volkskunde (Passau 1986) 59–78. ISSN: 0078-6845.&lt;br /&gt;
*Felgenhauer-Schmiedt 1998: S. Felgenhauer-Schmiedt, Graphittonkeramik des Früh- und Hochmittelalters in Niederösterreich. In: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998) 199–212. ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
*Felgenhauer-Schmiedt 1981: S. Felgenhauer-Schmiedt, Herstellungsmethoden der mittelalterlichen Keramik + Katalog. In: O. Harl (Hrsg.), Keramische Bodenfunde aus Wien. Mittelalter – Neuzeit. Eigenverlag der Museen der Stadt Wien (Wien 1981) 35–126. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Gemeindeblatt Markt Obernzell (September–Dezember 2017): Hanfnerzeller Archiv zum Anfassen &amp;lt;https://www.obernzell.de/images/stories/Gemeindeblatt/Gemeindeblatt_Nr_29.pdf&amp;gt; S. 13 [Stand: 02.09.2019].&lt;br /&gt;
*Gregerová/Procházka 1998: M. Gregerová/R. Procházka, Erste Ergebnisse naturwissenschaftlicher Untersuchungen an Graphittonkeramik aus Brno (Brünn). In: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998) 275–278. ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
*Gross 1991: U. Gross, Die Bügelhenkelkanne, eine Hauptform der süddeutschen Keramik des Hoch- und Spätmittelalters. Beiträge zur Mittelalterarchäologie Österreichs 7, 1991, 69–77. ISSN: 1011-0062.&lt;br /&gt;
*Gross 2009: U. Gross, Keramikverbreitung und herrschaftliche Strukturen. Beispiele aus dem Mittelalter und der Frühen Neuzeit in Südwestdeutschland. In: D. Krausse u.a. (Hrsg.), Kulturraum und Territorialität: archäologische Theorien, Methoden und Fallbeispiel. Kolloquium des DFG-SPP 1171, Esslingen 17.-18. Januar 2007 (Rahden 2009) 159–175. ISBN 13: 978-3-89646-443-9. ISBN 10: 3-89646-443-4.&lt;br /&gt;
*Gross 2015: U. Gross, Sturzbecher oder Becherschrauben und schwarze Töpfe. Eine gläserne Sonderform und östliche Keramikimporte im frühneuzeitlichen Ulm. Fundberichte aus Baden-Württemberg 35, 2015, 561–573. ISBN 13: 978-3-80623-144-1. ISSN: 0071-9897.&lt;br /&gt;
*Hänsel 1966: B. Hänsel, Beschreibung der keramischen Gruppen. In: V. Milojcic (Hrsg.), Bericht über die Ausgrabungen und Bauuntersuchungen in der Abtei Frauenwörth auf der Fraueninsel im Chiemsee 1961-1964. Bayerische Akademie der Wissenschaften. Philosophisch-historische Klasse. Abhandlungen. Neue Folge 65 (München 1966) 177–200. ISBN 13: 978-3-76960-060-5. ISBN 10: 3-76960-060-6.&lt;br /&gt;
*Hensch 2005a: M. Hensch, Burg Sulzbach in der Oberpfalz. Archäologisch-historische Forschungen zur Entwicklung eines Herrschaftszentrums des 8. bis 14. Jahrhunderts in Nordbayern. Materialien zur Archäologie in der Oberpfalz 3, 1 (Text und Katalog) (Büchenbach 2005). ISBN 13: 978-3-93347-430-8. ISBN 10: 3-93347-430-2.&lt;br /&gt;
*Hensch 2005b: M. Hensch, Burg Sulzbach in der Oberpfalz. Archäologisch-historische Forschungen zur Entwicklung eines Herrschaftszentrums des 8. bis 14. Jahrhunderts in Nordbayern. Materialien zur Archäologie in der Oberpfalz 3, 2 (Tafeln und begleitende Beiträge) (Büchenbach 2005). ISBN 13: 978-3-93347-430-8. ISBN 10: 3-93347-430-2.&lt;br /&gt;
*Huber u.a. 2003: E. H. Huber/K. Kühtreiber/G. Scharrer-Liška, Die Keramikformen des Hoch- und Spätmittelalters im Gebiet der heutigen Stadt Wien sowie der Bundesländer Niederösterreich und Burgenland. In: K. Spindler/H. Stadler (Hrsg.), Beiträge vom 34. Internationalen Hafnerei-Symposium auf Schloß Maretsch in Bozen/Südtirol 2001. Nearchos 12, Veröffentlichungen des Arbeitskreises für Keramikforschung 3 (Innsbruck 2003) 43–66. ISBN 13: 978-3-90077-333-5.&lt;br /&gt;
*Kappel 1969: I. Kappel, Die Graphittonkeramik von Manching. In: W. Krämer, Die Ausgrabungen in Manching 2 (Wiesbaden 1969). ISBN 13: 978-3-51500-386-5. ISBN 10: 3-51500-386-X.&lt;br /&gt;
*Kasparek 1961: M. U. Kasparek, Keramik aus Regensburg aus dem 11. – 17. Jahrhundert. &amp;lt;http://nbn-resolving.de/urn/resolver.pl?urn=urn:nbn:de:bvb:355-rbh-1748-8&amp;gt; [Stand 06.08.2020]. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Kaufmann 1999: V. Kaufmann, Der Burgstall Warberg bei Neunburg vorm Wald. Materialien zur Archäologie in der Oberpfalz 1 (Büchenbach 1999). ISBN 13: 978-3-93347-402-5. ISBN 10: 3-93347-402-7.&lt;br /&gt;
*Koch 1993: R. Koch, Keramik des frühen und hohen Mittelalters aus Bayerisch-Schwaben. In: M. Petzet (Hrsg.), Forschungen zur Geschichte der Keramik in Schwaben. Arbeitshefte des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege 58 (München 1993) 119–128. ISBN 13: 978-3-87490-560-2. ISBN 10: 3-87490-560-8.&lt;br /&gt;
*Koch 2017: R. Koch, Ausgrabungen in der Burg Wittelsbach 1978-1981. Befunde und Funde. Materialhefte zur Bayer. Archäologie. Fundinventare und Ausgrabungsbefunde 105 (Kallmünz/Opf. 2017). ISBN 13: 978-3-78475-405-5. ISBN 10: 3-78475-405-8.&lt;br /&gt;
*Kouřil 1998: P. Kouřil, Zu den Anfängen der slawischen Graphittonkeramik in Schlesien. In: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998) 37–66. ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
*Kühtreiber 2006: K. Kühtreiber, Die hochmittelalterliche Keramik im südlichen Niederösterreich. Ihre Entwicklung, ihre Formen und Beziehungen zu den benachbarten Keramikregionen. Beiträge zur Mittelalterarchäologie in Österreich 22 (Wien 2006) 93–148. ISSN: 1011-0062.&lt;br /&gt;
*Lehrberger u.a. 2011: G. Lehrberger/F. Duschl/G. Wimmer, Graphit – ein besonderer mineralischer Rohstoff der Vor- und Frühgeschichte in Mitteleuropa. Eigenschaften, Entstehung, Verwendung und Vorkommen. In: K. Schmotz (Hrsg.), Vorträge des 29. Niederbayerischen Archäologentages (Leidorf 2011) 313–348. ISBN 13: 978-3-89646-240-4.&lt;br /&gt;
*Mämpel 1998: U. Mämpel, Meine historischen und technischen Erfahrungen mit schwarzgebrannter Irdenware. In: W. Endres/B. Kerkhoff-Hader (Hrsg.), 30. Internationales Hafnerei-Symposium in Obernzell vom 07. bis 11. Oktober 1997 (Bamberg 1998) 12–13. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Miklós/Vizi 2002: Sz. Miklós/M. Vizi, Beiträge zur Siedlungsgeschichte des mittelalterlichen Marktfleckens Ete. Acta Arch. Acad. Scien. Hungaricae 53, 2002, 195–253.&lt;br /&gt;
*Mittelstraß 1994: T. Mittelstraß, Die Funde der archäologischen Ausgrabungen von 1991-1992 im Murnauer Schloss. In: T. Mittelstraß (Hrsg.), Schloß Murnau. Ein Bauwerk der Stauferzeit und seine Geschichte (Murnau 1994) 120–251. ISBN 13: 978-3-98038-163-5. ISBN 10: 3-98038-163-3.&lt;br /&gt;
*Mittelstraß 2006: T. Mittelstraß, Urnengrab, Königsgrab, Grafenburg, Pflegschloss. Die Ergebnisse der archäologischen Grabungen auf dem Hofberg in Bad Aibling. In: G. Mayr (Hrsg.), Bad Aibling. Geschichte einer Stadt. Band 1 (Bad Aibling 2006) 35–71. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Mittelstraß 2007: T. Mittelstraß, Graphitkeramik des Mittelalters und der frühen Neuzeit in Altbayern. Ein Beitrag zum Beginn und zur Frühzeit der Obernzeller Produktion. Bayerische Vorgeschichtsblätter 72, 2007, 235–318. ISBN 13: 978-3-40611-077-1. ISSN: 0341-3918.&lt;br /&gt;
*Niemeier 1994: J.-P. Niemeier, Die Grabung an der Schlosserstiege in der Passauer Altstadt – Ein Schnitt durch 2000 Jahre Stadtgeschichte. In: K. Schmotz, Vorträge des 12. Niederbayerischen Archäologentages (Deggendorf 1994) 251–276. ISBN 13: 978-3-92473-458-9. ISBN 10: 3-92473-458-5.&lt;br /&gt;
*Nießen (in Bearbeitung): I. Nießen, Laufendes Promotionsprojekt zu der Ausgrabung Regensburg Donaumarkt „Museum der Bayerischen Geschichte“ Friedrich-Schiller-Universität Jena. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Pechtl/Eibl 2011: J. Pechtl/F. Eibl, Die neolithische Graphitnutzung in Südbayern. In: K. Schmotz (Hrsg.), Vorträge des 29. Niederbayerischen Archäologentages (Leidorf 2011) 349–432. ISBN 13: 978-3-89646-240-4. ISSN: 1438-2040.&lt;br /&gt;
*Polácek 1998: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998). ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
*Reinecke 1936: P. Reinecke, Karolingische Keramik aus dem östlichen Bayern. Germania 20, 1936, 198–202. ISSN: 0016-8874.&lt;br /&gt;
*Reschreiter 2001: J. Reschreiter, Versuche zu urgeschichtlicher Keramik. In: K. Grömer, K. Löcker, M. Mehofer (Hrsg.), Archäologie Österreichs 12 Sonderheft (Wien 2001) 22–26. ISSN: 1018-1857.&lt;br /&gt;
*Riedel 2000: G. Riedel, Ingoldesstat. Archäologische Untersuchungen zu Ingolstadt im Mittelalter. Beiträge zur Geschichte Ingolstadts (Ingolstadt 2000). ISBN 13: 978-3-92025-343-5. ISBN 10: 3-92025-343-4.&lt;br /&gt;
*Scharrer-Liška 2003: G. Scharrer-Liška, Die Entwicklung Hochmittelalterlicher Vorratsgefäße aus der Grafitkeramik im Gebiet des heutigen Ostösterreichs und der angrenzenden Gebiete. In: K. + Th. Kühtreiber (Hrsg.), Beiträge zur historischen Archäologie. Festschrift für Sabine Felgenhauer-Schmiedt zum 60. Geburtstag. Beiträge zur Mittelalterarchäologie in Österreich 6 (Wien 2003) 45–60. ISBN 10: 3-95008-514-9.&lt;br /&gt;
*Scharrer-Liška 2007: G. Scharrer-Liška, Die hochmittelalterliche Grafitkeramik in Mitteleuropa und ihr Beitrag zur Wirtschaftsgeschichte. Forschungsstand - Hypothesen - offene Fragen. Monographien des Römisch-Germanischen Zentralmuseums 68 (Mainz 2007). ISBN 13: 978-3-79541-857-1. ISBN 10: 3-79541-857-7.&lt;br /&gt;
*Schmid-Hecklau 2004: A. Schmid-Hecklau, Die archäologischen Ausgrabungen auf dem Burgberg in Meißen. In: J. Oexle (Hrsg.), Die Grabungen 1959-1963. Veröffentlichungen des Landesamtes für Archäologie im Landesmuseum für Vorgeschichte 43 (Dresden 2004). ISBN 13: 978-3-91000-859-5. ISBN 10: 3-91000-859-3.&lt;br /&gt;
*Schußmann 1997: M. Schußmann, Eine neuentdeckte Höhensiedlung der Hallstattzeit im südlichen Mittelfranken. Beitr. Arch. Mittelfranken 3, 1997, 97–108. ISSN: 1430-5461.&lt;br /&gt;
*Schreg 2015: R. Schreg, Eisentonkeramik aus Ulm und Geislingen – ein Zeugnis ulmischen Donauhandels. Blog Archaeologik (05.01.2015) &amp;lt;https://archaeologik.blogspot.com/2015/01/eisentonkeramik-aus-ulm-und-geislingen.html&amp;gt; [Stand 05.08.2019]. ISSN: 2197-7283.&lt;br /&gt;
*Staňa 1998: Č. Staňa, Die frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mittelmähren. In: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998) 87–125. ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
*Trebsche 2011: P. Trebsche, Eisenzeitliche Graphittonkeramik im mittleren Donauraum. In: K. Schmotz (Hrsg.), Vorträge des 29. Niederbayerischen Archäologentages (Leidorf 2011) 449–481. ISBN 13: 978-3-89646-240-4. ISSN: 1438-2040.&lt;br /&gt;
*van den Boom 1991: H. van den Boom, Großgefäße und Töpfe der Heuneburg. Heuneburgstudien VIII. Röm.-German. Forschung 51 (Mainz 1991). ISBN 10: 3-80531-190-7.&lt;br /&gt;
*v. Bomhard 1966: P. v. Bomhard, Das Münster Frauenchiemsee im Spiegel der kunstgeschichtlichen Forschung. In: V. Milojcic (Hrsg.), Bericht über die Ausgrabungen und Bauuntersuchungen in der Abtei Frauenwörth auf der Fraueninsel im Chiemsee 1961-1964. Bayerische Akademie der Wissenschaften. Philosophisch-historische Klasse. Abhandlungen. Neue Folge 65 (München 1966) 21–42. ISBN 13: 978-3-76960-060-5. ISBN 10: 3-76960-060-6.&lt;br /&gt;
*Wandling 1996: W. Wandling, Archäologische Untersuchungen im Burgstall von Untergriesbach, Lkr. Passau. In: K. Schmotz (Hrsg.), Vorträge des 14. Niederbayerischen Archäologentages (Deggendorf 1996) 211–224. ISBN 13: 978-3-89646-225-1. ISBN 10: 3-89646-225-3.&lt;br /&gt;
*Wandling 1997: W. Wandling, Ausgrabung im Burgstall von Untergrießbach, Lkr. Passau, Niederbayern. In: Das archäologische Jahr in Bayern 1996 (Stuttgart 1997) 166–168. ISBN 13: 978-3-80621-311-9.&lt;br /&gt;
*Wandling 2010: W. Wandling, Auf den Spuren der Burg Windberg. In: 1000 Jahre Windorf: Ein Erinnerungsbuch (Windorf 2010) 44–49. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Wandling 2017: W. Wandling, Ausgrabungen und Funde im Landkreis Passau 2013-2016. In: F.-R. Erkens, Passauer Jahrbuch. Beiträge zur Geschichte, Geographie und Kultur Ostbaierns LIX/2017 (Passau 2017) 351–379. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Weid 2000: E. Weid, Die Kleinfunde der mittelalterlichen Siedlung von Zuchering bei Ingolstadt. Arbeiten über die Archäologie Süddeutschlands 10 (Büchenbach 2000). ISBN 13: 978-3-93347-408-7.&lt;br /&gt;
*Wintergerst 1999: M. Wintergerst, Die Ausgrabung „Ledergasse 1“ in Regensburg. Eine formenkundliche Studie zur Keramik des 10. bis 13. Jahrhunderts in Bayern. Materialh. Arch. Mittelalter u. Neuzeit 4 (Rahden/Westf. 1999). ISBN 13: 978-3-89646-453-8. ISBN 10: 3-89646-453-1.&lt;br /&gt;
*Wolf 1971: H. Wolf, Eine frühmittelalterliche, latène- und hallstattzeitliche Kulturschicht unter der Stadtmauer von Cham. urn:nbn:de:bvb:355-ubr00031-0219-4. Universität Regensburg [Stand 22.08.2019]. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Zamelska 1998: K. Zamelska, Graphitkeramik in Polen – Chronologie und Verbreitung. In: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998) 33–36. ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[kategorie:Warenart]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>M. Rühle</name></author>
	</entry>
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		<id>https://amanz-balismink.rproxy.rz.uni-bamberg.de/balismink/index.php?title=Graphitkeramik&amp;diff=5606</id>
		<title>Graphitkeramik</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;M. Rühle: Tabellen eingefügt&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
{{stub}}&lt;br /&gt;
Graphitkeramik ist ein Oberbegriff für verschiedene Waren, bei deren Herstellung oder Verzierung Graphit verwendet wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*graphitierte Keramik: mit einem Graphitüberzug bzw. einer Graphitbemalung&lt;br /&gt;
*[[Graphittonkeramik]]. Neben einer vor allem in Österreich sowie Böhmen und Mähren verbreiteten [[Graphittonware (Österreich, Böhmen und Mähren, FMa)]] gehören hierzu auch [[Graphittontiegel|graphitgemagerte Tiegel]].&lt;br /&gt;
*[[Eisentonkeramik]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einführung==&lt;br /&gt;
Graphitkeramik ist seit dem Neolithikum bekannt (Dostál 1998, 67), in der Bronzezeit belegt (Dell`Mour 2002, 84) und hat den ersten Höhepunkt ihres Vorkommens in der Eisenzeit – insbesondere in der Latènezeit. Um die Zeitenwende verliert sich ihre Spur. Im 8. Jh. erscheint sie im niederösterreichischen Donauraum erneut und wird im Verlauf des 9./10. Jh. dort und in den angrenzenden Gebieten, v.a. Mähren und Schlesien, bis ins 13. Jh. zeitweise zur bestimmenden Warenart (Mittelstraß 2007, 244; Felgenhauer-Schmiedt 1998, 201).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachweisbar ist mittelalterliche Graphitkeramik heute in Österreich, Polen, Tschechien, Slowenien, Ungarn und Deutschland (Scharrer-Liška 2003, 46). Der Forschungsstand in diesen Regionen ist sehr unterschiedlich. Während in Österreich und Tschechien bereits einiges an Forschungsarbeit geleistet wurde, hat die Graphitkeramik in den übrigen Regionen aus unterschiedlichen Gründen noch wenig Interesse erfahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im deutschen Raum ist dies v.a. auf den Umstand zurückzuführen, dass mittelalterliche Graphitkeramik nach jetzigem Forschungsstand (fast) im gesamten Gebiet als reine Importkeramik bewertet werden muss, nur an wenigen Fundplätzen greifbar wird, dort meist nur in geringer Menge vorhanden ist und somit für die Auswertung des Keramikspektrums der jeweiligen Referenzkomplexe nur eine begrenzte Aussagekraft besitzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit vorliegender Arbeit wird ein erster Schritt unternommen, einerseits einen zusammenfassenden Forschungsstand darzustellen und andererseits über eine Kartierung der recherchierten süddeutschen Fundplätze eine Verbreitung dieser Keramikvariante in diesem Gebiet zu erfassen. Dies kann als Grundlage für die zukünftige Beantwortung der aufzuwerfenden Forschungsfragen dienen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gründe für die Verwendung des Minerals Graphit bei der Herstellung von Tongefäßen werden v.a. in den besonderen physikalisch-chemischen Eigenschaften gesucht, die der Graphitkeramik – speziell der Graphittonkeramik (d.h. mit Graphit gemagerter Keramik) – nach heutigem Wissensstand nachgewiesen werden können. Dazu zählen Hydrophobie (der ansonsten wasserdurchlässigen mittelalterlichen Irdenware), die erhöhte Wärmeleitfähigkeit, Temperaturwechselbeständigkeit sowie eine hohe Resistenz gegen Laugen und Säuren (Mittelstraß 2007, 236, Scharrer-Liška 2007, 150). Inwieweit diese Eigenschaften im Früh- und Hochmittelalter bereits bekannt waren, kann derzeit nicht beantwortet werden. Das Typenspektrum der Graphitkeramik im Hochmittelalter weist Formen auf, für die die besonderen Eigenschaften der Graphitkeramik keine Bedeutung hatten (Scharrer-Liška 2007, 150). Hier müssen Gründe wie Tradition und Gewohnheit, Stil, Nachahmung metallischer Gefäße und Prestige genauso in die Interpretation mit einbezogen werden wie mögliche brenntechnische Gründe (Scharrer-Liška 2007, 151). Erst ab dem Spätmittelalter nimmt das Formenspektrum dieser speziellen Keramik wieder ab und beschränkt sich auf Formen wie Kochgeschirr, Vorratsgefäße und Schmelztiegel. Spätestens ab diesem Zeitpunkt kann davon ausgegangen werden, dass die besonderen Eigenschaften der Graphitkeramik bekannt waren (Scharrer-Liška 2007, 150). Mit der im ausgehenden Spätmittelalter / der beginnenden Neuzeit aufkommenden Eisentonkeramik, einer speziellen Variante dieser Keramikart, setzt sich die Entwicklung der Graphitkeramik bis in die Neuzeit fort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Graphit ist ein metallisch glänzender Rohstoff, der auf natürliche Weise aus Faulschlamm unter der Einwirkung von hohem Druck und Temperatur entstand (Scharrer-Liška 2007, 14) (Abb. 1).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Lagerstätten von Graphit in Mitteleuropa sind stark begrenzt und beschränken sich v.a. auf die Böhmische Masse, einem geologisch alten Rumpfgebirge. Bekannte Fundstätten liegen im Bayerischen Wald und ziehen über Böhmen, den mährisch-schlesischen Raum, das Mühl- und Waldviertel, den Dunkelsteiner Wald bis in die Grauwackerzone der Steiermark und Kärntens in Österreich (Abb. 2). Unbedeutendere Lagerstätten befinden sich in Tirol (Scharrer-Liška 2007, 15; 2003, 45). Im deutschen Grenzgebiet ist der Passauer Raum, speziell die Region um das heutige Kropfmühl, für Graphitvorkommen bekannt. Bei der archäologischen Lagerstättenkartierung muss allerdings der Umstand beachtet werden, dass i.d.R. nur heutige abbauwürdige Vorkommen kartiert werden, kleinräumigere Vorkommen dagegen nicht bekannt sind oder in der Vergangenheit bereits ausgebeutet wurden und aus diesen Gründen nicht erfasst werden (Mittelstraß 2007, 244).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Forschungsgeschichte==&lt;br /&gt;
Außer in einem kurzen Zeitraum während des frühen 13. Jh., als nach Vermutung von T. Mittelstraß im Hinterland von Passau ein Produktionsstandort existiert haben könnte (Mittelstraß 2007, 251), muss nach jetzigem Forschungsstand mittelalterliche Graphitkeramik in Süddeutschland vom Früh- bis zum Ende des Spätmittelalters als reine Importkeramik, v.a. aus österreichischen und böhmisch-mährischen Gebieten, angesehen werden. Durch diesen Umstand bedingt, sind derartige Scherben in den meisten Fundkomplexen nur in sehr geringer Anzahl vorhanden und für die Auswertung der Keramikkomplexe oft zu unbedeutend in ihrer Aussagekraft. Entsprechend schmal ist die Publikationslage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einzig bekannte Veröffentlichung zum Thema ist ein Artikel von T. Mittelstraß aus dem Jahr 2007 „Graphitkeramik des Mittelalters und der frühen Neuzeit in Altbayern. Ein Beitrag zum Beginn und zur Frühzeit der Obernzeller Produktion“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besser ist hier der Forschungsstand in Österreich, wo Graphitkeramik vom 8.–13. Jh. in viel stärkerem Ausmaß vorkommt und in bestimmten Gebieten in diesem Zeitraum zur vorherrschenden Keramikart wird. Hier sind v.a. die Arbeiten von S. Felgenhauer-Schmiedt, G. Scharrer-Liška und K. Kühtreiber zu nennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiteres wichtiges Herstellungs- und Verbreitungsgebiet der mittelalterlichen Graphitkeramik war die Region Mähren, die von B. Dostál und Č. Staňa bearbeitet wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Aussagekraft dieser Publikationen ist für die Region Süddeutschland hinsichtlich Verbreitung und Fundaufkommen allerdings begrenzt und besitzt in erster Linie für wirtschaftsgeschichtlich-archäologische Fragestellungen Relevanz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verbreitung==&lt;br /&gt;
Das erneute Aufkommen der Graphitkeramik im Mittelalter nahm nach bisherigem Forschungsstand seinen Anfang in Österreich. Dort ist sie in wiederbesiedelten antiken Orten in den entsprechenden nachrömischen Schichten archäologisch im ausgehenden 8. Jh. nachweisbar, so in Tulln, Mautern und Wien. Sicher zu belegen ist die weitere Verbreitung im 9. Jh. im niederösterreichischen Donauraum. Von dort greift die Graphitkeramik im späten 9. und beginnenden 10. Jh. nach Mähren und die Gebiete nördlich, östlich und westlich davon aus (Felgenhauer-Schmiedt 1998, 200).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Mähren ist Graphitkeramik v.a. auf slawischen Burgen dokumentiert. Beispiele hierfür bilden der Burgwall Staře Zámsky bei Brno-Lišeň (ab frühem 10. Jh.), Zelená Hora (Anfänge im 10. Jh., stark vertreten im 11.–13. Jh.) und die Burg Přerov (ab 10. Jh.) (Staňa 1998, 88–114).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im heutigen Polen erreichte die Graphitkeramik ihre stärkste Verbreitung im 12./13. Jh., älteste Gefäße können aber bereits in Opole im 9./10. Jh. nachgewiesen werden (Zamelska 1998, 33). In schlesischen Gebieten finden sich Graphitgefäße z.B. in Chotěbuz-Podobora, Hradec nad Moravici und Stavenice ebenfalls ab der Mitte des 10. Jh. Im 11./12. Jh. steigt hier die Beliebtheit von Graphitkeramik in solchem Maße, dass alle Formen der Keramik mit Graphitmagerung hergestellt wurden und sie auf fast allen Fundstellenarten, auf befestigten Plätzen, in dörflichen Ortschaften, in Gräbern und Städten auftritt (Kouřil 1998, 39 ff.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In böhmischen Fundkomplexen wird Graphitkeramik eher selten geborgen. Dort nahm sie sowohl im Früh- als auch im Hochmittelalter nirgends eine dominierende Stellung ein. Erst ab dem 13. Jh. ist sie im Siedlungsmaterial in nennenswertem Umfang nachweisbar, scheint allerdings bereits im 14. Jh. keine Rolle mehr zu spielen (Mittelstraß 2007, 249).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im heutigen Deutschland ist mittelalterliche Graphitkeramik nach neuestem Forschungsstand sehr früh belegt. Mit dem Kastell Boiotro in Passau (Altjohann 2012, 92) und dem Rauhen Kulm (Freundlicher Hinweis PD. Dr. H. Losert, unpubliziert) bei Neustadt am Kulm sind Fundplätze verbürgt, deren Material bereits ins 8./9. Jh. datiert (Abb. 3). Falls es sich um Import handelt, kann als Herstellungsgebiet allein der niederösterreichische Raum in Frage kommen. Dies setzt einen intensiven Handelsaustausch mit dieser Region zu einem sehr frühen Zeitpunkt voraus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Graphitkeramik der Abtei Frauenwörth (Chiemsee) (Mittelstraß 2007, 257) und aus der Grabung am Donaumarkt in Regensburg (Freundlicher Hinweis I. Nießen) liegt Fundmaterial aus dem 9./10.–12. Jh. vor. Der Großteil der weiteren Fundplätze in Süddeutschland zeigt Material mit Datierungen zwischen dem 10.–13. Jh. Als westlichster Punkt von Graphitkeramik muss derzeit ein Fund von zwei Graphittonscherben vom nordwestlichen burgnahen Hangbereich des Schlosses Pappenheim im Lkr. Weißenburg-Gunzenhausen gewertet werden (Freundlicher Hinweis PD Dr. phil. habil. Schußmann: Scherbe Nr. 1 wurde zunächst als latènezeitlich publiziert – Schußmann 1997, 108, mit dem Fund einer – später gefundenen – passenden Randscherbe als mittelalterliches Fundgut des 11./12. Jh. n. Chr. identifiziert).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Betrachtung der Verbreitungskarte (die allerdings einen temporären Forschungsstand darstellt) zeigt eine Abnahme der Funddichte Richtung Westen in Relation zu den Graphitlagerstätten (Abb. 4).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die spätmittelalterliche/frühneuzeitliche Eisentonware (Abb. 5) gelangte bedeutend weiter westlich und wartet mit Fundstätten in Ulm und Geislingen auf (Schreg, Blog Archaeologik 05.01.2015). Nachweisbar ist sie auch im Gebiet um Passau (Endres 1998, Mittelstraß 2007, Böhmer 2015), in Bad Aibling (Mittelstraß 2007), Regensburg (Wintergerst 1999), Murnau (Mittelstraß 1994) und auf der Saldenburg (Endres 1994). Irritierend ist hier allerdings die Fundarmut dieses Materials zwischen dem östlichsten und westlichsten bekannten Verbreitungspunkt in Deutschland. (Als weiterer Fundplatz kann lt. Zeichnungen und Beschreibungen die Abtei Frauenwörth in Chiemsee angenommen werden [Hänsel 1966, Tafeln 4.10 und 5.18].)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das massenhafte Auftreten graphitengobierter Scherben als Oberflächenfunde auf den Burgen des 12./13.–15. Jh. der Schwäbischen Alb, wo diese Ware unter der Bezeichnung „grauschwarz hart gebrannte Drehscheibenware“ firmiert (Bizer 2006), will sich nicht so recht in das bisher bestehende Muster einpassen lassen. Hier müssen ein fehlender Forschungsstand oder Bestimmungsprobleme in die Interpretation mit einbezogen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In welcher Form Graphitton verhandelt wurde, ist nicht gesichert. Denkbare Alternativen wären der Handel mit fertigen Gefäßen, mit Graphitton als Rohmaterial oder mit Rohgraphit (Scharrer-Liška 2003, 46). An Fundplätzen, an denen nur vereinzelte Scherben in einem ansonsten andersgearteten Keramikspektrum auftreten, ist zudem die Möglichkeit zu bedenken, dass Graphitgefäße als reine Transportgefäße für Waren, bei denen die hydrophobe Eigenschaft des Transportgefäßes eine wichtige Rolle spielte (z.B. Salz), zufällig vor Ort gelangten. Dies könnte auf den Burgstall Warberg bei Neunburg vorm Wald, den Burgberg in Meißen oder die Burg Wittelsbach zutreffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warenart(en)==&lt;br /&gt;
Der Umgang mit dem Begriff der „Warenart(en)“ ist in der Keramikforschung insofern problematisch, als dass er im deutschsprachigen Raum mit verschiedenen Inhalten belegt wird. U. Groß steht stellvertretend für eine Forschungsrichtung, die unter „Warenart“ Keramikgruppen fasst, die formale und technische Merkmale in sich vereinen. G. Scharrer-Liška als wichtige Vertreterin der hier behandelten Keramik versteht unter „Warenart“ Keramikgruppen gleichen Materials und Herstellungstechnik, die formale Kriterien vorerst als irrelevant definiert, da die meisten Formen – je nach Zeitstellung – in sehr unterschiedlichen Warengruppen auftreten können (Scharrer-Liška 2007, 76).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für den süddeutschen Raum wurden bislang nur wenige Versuche unternommen, die mittelalterliche Graphitkeramik zu untergliedern. Als frühestes Beispiel kann B. Hänsel angeführt werden, der bei der Bearbeitung des Fundplatzes Abtei Frauenwörth (Chiemsee) die Graphitkeramik in drei Unterklassen (D 1–3) unterteilt (Abb. 6) (Hänsel 1966, 177). Da bei seiner Unterteilung auch latènezeitliches Material Eingang findet, des Weiteren die Datierung durch den frühen Zeitpunkt der Bearbeitung des Fundkomplexes (1966) ungewiss erscheint, eignet sich diese Warenartuntergliederung nur bedingt. Ein weiteres Modell der Untergliederung liefern B. Engelhardt und R. Pleyer bei ihrer Bearbeitung des Burgstalls Saunstein (Engelhardt/Pleyer 1986, 71). Sie unterscheiden die drei „Macharten“ A – C. Dabei ist allerdings nur Machart B sicher als Graphitkeramik zu identifizieren, Machart A und C beinhalten sowohl Graphitkeramik als auch Keramik mit Glimmer- und Goldglimmermagerung. Auch dieses Modell greift in seiner Einteilung zu kurz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Abb. 6: Warenarten nach Hänsel 1966, 177 ff.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Warenart/Eigenschaften&lt;br /&gt;
! D1&lt;br /&gt;
! D2&lt;br /&gt;
! D3&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Graphitanteil&lt;br /&gt;
| sehr hoch&lt;br /&gt;
| weniger Graphit als D1&lt;br /&gt;
| ziemlich hoch&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Magerung&lt;br /&gt;
| fein, bisweilen gröber&lt;br /&gt;
| fein, wenig körnige Magerungszusätze&lt;br /&gt;
| fein&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Brand&lt;br /&gt;
| nicht besonders hart&lt;br /&gt;
| mittelhart&lt;br /&gt;
| hart&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Bruch&lt;br /&gt;
| schwärzlich-silbern&lt;br /&gt;
| -----&lt;br /&gt;
| -----&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Oberfläche&lt;br /&gt;
| schwärzlich-silbern, manchmal rötlichbraun&lt;br /&gt;
| silbrig-schwarz&lt;br /&gt;
| porös, silbrig bis grau&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Zeitstellung&lt;br /&gt;
| wahrscheinlich – wenigstens teilweise Latènezeit&lt;br /&gt;
| Mittelalter?&lt;br /&gt;
| Mittelalter?&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Gefäßform&lt;br /&gt;
| weitmundige Töpfe mit kurz einschwingender Halszone und hoher Randlippe; bauchige Töpfe mit Trichterhals; große, flache Schalen mit sehr breitem Rand&lt;br /&gt;
| bauchiges Gefäß mit abgesetzter, steiler Schulterzone und abgewinkeltem, flachen Trichterhals; Bodenstücke eines Gefäßes mit flach ansteigender Wandung; Gussform für Perlen&lt;br /&gt;
| hohe Gefäße mit verdicktem und nach unten gebogenem Rand; Bodenscherben von steilen Gefäßen; Bodenscherben von bauchigen Gefäßen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Verzierung&lt;br /&gt;
| eng gestellte und tief eingeschnittene senkrechte Rillen auf Gefäßkörper; Rillen in Furchentechnik auf dem Hals der Schale&lt;br /&gt;
| häufig flache Wellenlinienmuster mit breiter Ritztechnik; breite waagerechte Rillen&lt;br /&gt;
| keine bekannt; 1 Abdruck eines Kreuzes als Töpfermarke&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
G. Scharrer-Liška bietet ein Modell der Warenarten ihres Bearbeitungsgebietes (Niederösterreich) an, in welchem sie sieben Warengruppen definiert, von denen Warenarten 1–3 verschiedene Formen der Graphitkeramik aufnehmen (Scharrer-Liška 2007, 76).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Abb. 7: Warenarten nach Huber u.a. 2003, 46.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;width:10em;&amp;quot; | Waren-/Keramikart 1&lt;br /&gt;
| Graphitkeramik (reduzierend gebrannt, sehr  hoher Graphitanteil)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Waren-/Keramikart 2&lt;br /&gt;
| „Ummäntelte“ Graphitkeramik (keine tatsächliche Ummäntelung mit Tonschlicker, wie in älterer Literatur oft angegeben, sondern Wechselbrand, bei dem sekundär unter oxidierender Atmosphäre der Graphit verbrannt wurde und dadurch die Oberfläche, im Gegensatz zum grauen Kern, braune bis rötlich-orange Farbe erhielt)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Waren-/Keramikart 3&lt;br /&gt;
| Stark glimmerhaltige Graphitkeramik (reduzierend gebrannt)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Waren-/Keramikart 4&lt;br /&gt;
| „Eisentonware“ (spätmittelalterliche, reduzierend gebrannte, gering bis mittelstark graphitgemagerte Keramik)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Waren-/Keramikart 5&lt;br /&gt;
| „Grautonware“ (reduzierend gebrannte Irdenware, vor allem steinchengemagert)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Waren-/Keramikart 6&lt;br /&gt;
| Wechselhaft gebrannte Irdenware&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Waren-/Keramikart 7&lt;br /&gt;
| Oxidierend gebrannte Irdenware&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Waren-/Keramikart 8&lt;br /&gt;
| Bleiglasierte Irdenware&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer Publikation von E. H. Huber/K. Kühtreiber/G. Scharrer aus dem Jahr 2003 tritt als Warenart 4 noch die Eisentonkeramik hinzu (Abb. 7) (Huber/Kühtreiber/Scharrer, 2003, 46).&lt;br /&gt;
Ein weiteres System wurde von K. Kühtreiber 2006 publiziert, in welchem sie Graphitkeramik wiederum als EINE Warenart definiert, als primäres Unterscheidungskriterium die Stärke der Magerung wählt und dieser den Brand als Differenzierungsmerkmal unterordnet (Kühtreiber 2006, 96).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den benannten Beispielen wird ein grundsätzliches Problem bei der Erfassung der Graphitkeramik deutlich. Während in Deutschland Graphitkeramik als EINE Warenart definiert wird, die über formale Kriterien weiter untergliedert wird, versteht man im österreichischen Raum Graphitkeramik als Oberbegriff, die existierenden Varianten nach der Definition von G. Scharrer-Liška als eigene Warenarten (außer im System von K. Kühtreiber). Diese kommunikative Unschärfe erschwert die Parallelisierung von Systematisierungssystemen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allen diesen Modellen ist gemeinsam, dass sie sich auf einen konkreten Fundplatz oder ein territorial begrenztes Gebiet beziehen und somit den Rahmen für die Untergliederung sehr eng abstecken. Eine eigene, unabhängige Untergliederung für das süddeutsche Fundgut als fast ausschließlichen Import ignoriert die Herkunft und die damit verbundenen Interpretationsmöglichkeiten. Um die mit der Graphitkeramik in Zusammenhang stehenden Fragestellungen beantworten zu können, erscheint ein Denken in größeren Zusammenhängen sinnvoll. Nötig wäre hier eine – nur der Graphitkeramik in allen ihren Ausprägungen vorbehaltene – Warenartgliederung, die sowohl archäometrische als auch formale Kriterien beinhaltet, sich länderübergreifend auf die Herstellungsregionen stützt und so die Chance bietet, das in den Importregionen zu Tage getretene Fundgut zeitlich und räumlich einzuhängen. Damit wären die Voraussetzungen zur Beantwortung vieler archäologischer Fragen rund um diese Form der Keramik geschaffen. Da diese überregionalen Gliederungen für die Herstellungsgebiete noch fehlen, muss dies zukünftigen Generationen überlassen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Varianten==&lt;br /&gt;
Graphit wurde in unterschiedlicher Weise eingesetzt, um dem Ton von Gefäßen eine höhere Funktionalität, den Gefäßen selbst ein höheres Prestige oder einen gesteigerten Marktwert zu verleihen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Übereinstimmung mit T. Mittelstraß (Mittelstraß 2007, 235 mit Anm. 1) und G. Scharrer-Liška (Scharrer-Liška 2003, mit Anm. 1) wird hier der Begriff „Graphitkeramik“ verwendet und darunter jede Form von mit Graphit behandeltem Ton verstanden. Der in der Literatur oft synonym verwendete Begriff Graphittonkeramik bleibt ausschließlich der mit Graphit gemagerten Keramik vorbehalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Graphittonkeramik]]&lt;br /&gt;
*[[Graphitengobierte Keramik]]&lt;br /&gt;
*[[Graphitierte Keramik]]&lt;br /&gt;
*[[Ummäntelte Graphittonkeramik]]&lt;br /&gt;
*[[Keramik mit Graphitbemalung]]&lt;br /&gt;
*[[Eisentonkeramik]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Formen==&lt;br /&gt;
Die keramischen Formen der Graphitkeramik entwickeln sich im Früh- und Hochmittelalter zunächst analog der Formen der graphitfreien Keramik. Das keramische Spektrum ist in dieser Periode sehr eingeschränkt und erstreckt sich fast ausschließlich auf Töpfe, vereinzelt auch Backteller (Abb. 14).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Sonderformen von Töpfen können in Österreich ab dem 11. Jh. speziell gestaltete Vorratsgefäße identifiziert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Beginn des Hochmittelalters erweitert sich das Formenspektrum auf Deckel, Pfannen und Schüsseln, ab dem 12. Jh. kommen Bügelkannen und ab dem 13. Jh. Krüge und Aquamanile hinzu (Scharrer-Liška 2003, 8) (Abb. 15). Dies lässt sich mit der Differenzierung der sozialen Gepflogenheiten, d.h. von Haushalts- und Tischsittengestaltung parallelisieren, die vom südwestlichen und südlichen Deutschland (vermutlich durch den von hier ausgehenden Landesausbau) in den österreichischen Donauraum wirkt (Scharrer-Liška 2007, 34). Erst im ausgehenden Spätmittelalter und v.a. mit dem Aufkommen der Eisentonkeramik minimiert sich das Formenspektrum der Graphitkeramik und beschränkt sich auf Töpfe, Vorratsgefäße, Schmelztiegel, technische Keramik und Kacheln, für die die besonderen Eigenschaften der Graphitkeramik von bedeutendem Vorteil waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine gegenläufige Entwicklung nimmt die graphitengobierte grauschwarz hartgebrannte Drehscheibenware. Ihr Typenspektrum erweitert sich im Spätmittelalter enorm und weist neben den weiterhin dominierenden Töpfen auch Kannen, Flaschen, Dreifußgefäße, Schüsseln, Lampenschälchen, verschiedene Deckelformen und kugelförmige Becher auf (Bizer 2006, 50 f.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verzierungen==&lt;br /&gt;
Grundsätzlich folgte auch die Verzierung der Graphitkeramik den Entwicklungen, die graphitfreie Keramik im Mittelalter nahm. Im Frühmittelalter, teilweise auch im Hochmittelalter, scheinen die Gefäße üppiger verziert als in späteren Zeiten. Als vorherrschende Verzierungen der frühen Periode können Wellenlinien, Wellenbänder, Einstichmuster und horizontal umlaufende Dekore identifiziert werden (Abb. 16). Diese werden später durch horizontal umlaufende Linien oder Linienbänder abgelöst, von Dekoren also, die durch das Aufkommen der Töpferscheibe wahrscheinlicher werden. Spätestens mit dem städtischen Handwerk, das bereits einer vorindustriellen Herstellung glich, wurden Verzierungen scheinbar nur dann angebracht, wenn es der Herstellungsprozess erlaubte (Scharrer-Liška 2007, 23).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verzierungen des Fundmaterials aus Süddeutschland zeigen eine kongruente Entwicklung. Als früheste Muster treten Wellenlinien verschiedenster Ausprägungen, z.T. zwischen umlaufenden Rillen, Schrägkerben- und Tupfenreihen, innenverzierte Ränder, Bodenmarken bzw. Töpferzeichen in Form von Kreuzen sowie im Hochmittelalter breite Gurtbänder auf Vorratsgefäßen auf. Eisentonwaren zeichnen sich regelhaft durch Stempelmarkierungen sowie Rillen/Riefen unter dem Rand aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Herstellungstechnik==&lt;br /&gt;
Die Herstellung von Graphitkeramik im Mittelalter erfolgte zunächst analog der Herstellung anderer Warenarten. Der Töpfer musste den Ton aufbereiten. Dazu wurde der Rohstoff der Witterung ausgesetzt, das sogenannte Wintern, Wettern oder Einsumpfen setzte ein. Danach erfolgte das Schlemmen des Tones, Verunreinigungen und überflüssiges Wasser wurden entfernt. Das anschließende Kneten minimierte mögliche Luftblasen und erhöhte die Bearbeitbarkeit des Tones (Felgenhauer-Schmiedt, o. J., 35). Die Magerung eines Tones mit Graphit ist mit einigen zusätzlichen Arbeitsschritten und Herausforderungen verbunden. Ein natürlicher hoher Graphitgehalt oder starker künstlicher Graphitzuschlag im Ton verringern dessen Plastizität, weshalb es schwierig ist, mit diesem Ton dünnwandig zu arbeiten. Dies wird als Grund angeführt, dass insbesondere die frühen, stark graphithaltigen Gefäße ein eher archaisches Aussehen hatten und als plumpere Varianten der graphitfreien Gefäße galten. Erst mit dem Aufkommen von Drehhilfen und Tonen, die tendenziell immer weniger Graphit enthielten, ist eine Verfeinerung des Bildes der Graphitkeramik zu beobachten (Mittelstraß 2007, 236, Scharrer-Liška 2007, 21 f.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund seiner hydrophoben Eigenschaften ist Graphit im feuchten Zustand nur schwer mit dem Ton zu vermischen. Um eine gleichmäßige Textur des Tones zu erreichen, werden zwei mögliche Varianten der Herstellung diskutiert. Eine Möglichkeit stellt die Vermischung unter starkem körperlichem Einsatz durch das Abtreten mit den Füßen dar. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, sowohl Ton als auch Graphit zunächst zu trocknen, zu zerreiben, wieder zu vermischen und mit Wasser zu versetzen (Scharrer-Liška 2007, 21). Im Frühmittelalter sprechen Dickwandigkeit der Gefäße, unregelmäßige Formgebung und senkrechte Verstreichspuren an den inneren Gefäßwänden für einen Handaufbau. Im Hochmittelalter liefert das Vorhandensein von Bodenmarken und Quellböden Hinweise auf die Verwendung von handgetriebenen Drehhilfen (Scharrer-Liška 2007, 21 ff.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor dem Brennen des Tones wurden Einstiche oder Schnitte in die dickeren Teile des Gefäßes eingebracht, um eine schnellere und gleichmäßigere Trocknung des Tones zu erreichen und das Risiko des Reißens während des Brennvorgangs zu minimieren. Graphit oxidiert bei Sauerstoffzufuhr bei 400–500°C und verbrennt bei 700–1000°C, unter reduzierenden Bedingungen setzt diese Reaktion erst bei ca. 3.500°C ein. Die Brennatmosphäre wurde entsprechend entweder reduzierend gestaltet oder die Gefäße wurden bei sehr niedrigen oxidierenden Temperaturen gebrannt (Scharrer-Liška 2007, 25). Für die unter reduzierenden Bedingungen hergestellte frühmittelalterliche Graphitware von Thunau am Kamp in Niederösterreich konnte mittels mikroskopischer Untersuchungen festgestellt werden, dass der Brenntemperaturbereich zwischen 700–900°C lag (Dell’Mour 2002, 91).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verbesserung der Brenntechnik vom Früh- zum Hochmittelalter ermöglichte in Niederösterreich dann das Aufkommen der Ummäntelten Graphittonkeramik (Scharrer-Liška 2007, 25).&lt;br /&gt;
Bei der Herstellung engobierter Graphitkeramik wurde auf ein graphitfreies, lederhartes Gefäß vor dem Brand eine Graphitengobe aufgebracht. Diese Engobe war vermutlich eine Mischung aus geschlämmtem Ton und Graphitbrei. Das Auftragen erfolgte mit einem Tuch oder Leder, Begießen oder Tauchen kamen, wie experimentalarchäologische Versuche zeigten, eher nicht in Betracht, da sich wegen der Saugfähigkeit des lederharten Materials eine zu dicke Engobeschicht bildet, die zu Blasenbildung und Abplatzungen neigt (Böhmer 2008, 146). Der Brand graphitengobierter Waren setzte ab der mittleren Brennphase einen kontrollierten Reduktionsbrand voraus. Beim Nachheizen musste der zugeführte Sauerstoff vollkommen im Feuerraum verbrennen und durfte nicht an die Ware gelangen, um den Graphit an der Oberfläche zu halten (Böhmer, 2008, 149).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Graphitierung der Keramik erfolgte erst nach dem Brand der Gefäße. Dazu wurde das Keramikobjekt mit Graphitstaub eingerieben. Eventuell erfolgte ein kurzer Stabilisierungsbrand (Mittelstraß 2007, 242).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Scherbenbeschaffenheit==&lt;br /&gt;
Die Scherbenbeschaffenheit, d.h. Merkmale wie Magerungsdichte, Magerungsgröße, Härte, Farbe, Beschaffenheit der Oberfläche, Brandatmosphäre, Wandstärke und Porosität variieren innerhalb der verschiedenen Ausprägungen der Graphitkeramik und deren zeitlichen, örtlichen und technischen Modifikationen derart stark, dass sie hier nicht zusammengefasst werden können. Erschwerend kommt hinzu, dass einheitliche Merkmale in der Literatur zu den süddeutschen Fundkomplexen nur z.T. publiziert wurden, so dass sich aufgrund des begrenzten Informationsstandes Aussagen verbieten. Generell scheint sich bei den frühen Formen aber abzuzeichnen, dass Graphitkeramik im Vergleich zur sonstigen mittelalterlichen Keramik deutlich weicher gebrannt ist. Wenn benannt, erreicht die Keramik selten mehr als den Härtegrad „2“ nach Mohs. Auch ist beim süddeutschen Fundgut meist von einer reduzierenden Brandführung auszugehen. Dies ist allerdings in den Kontext eines fehlenden Forschungsstandes zu anderen Varianten der Graphitkeramik im süddeutschen Raum zu stellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als abweichende Ausnahmeerscheinung treten wieder die Oberflächenfunde aus den Burgen der Schwäbischen Alb auf. Diese Art der engobierten Graphitkeramik ist hart bis sehr hart gebrannt, im Bruch einheitlich grau bis mittelgrau und gleichförmig dunkel bis schwarzgrau auf der Oberfläche (Bizer 2006, 50).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Sozialer Kontext==&lt;br /&gt;
Graphitkeramik tritt im gesamten Verbreitungsgebiet sowohl im dörflichen Raum als auch in aufkommenden städtischen Siedlungen und auf Burgen auf. Beim Siedlungstyp der Burgen ist – wie im österreichischen Raum – in Süddeutschland keine Einheitlichkeit zu verzeichnen. Auf manchen Burgen ist Graphitkeramik nachweisbar, an anderen Fundplätzen fehlt sie im Fundgut. G. Scharrer-Liška sieht hierin einen Hinweis auf unterschiedliche Funktionen oder Nutzungsweisen der Burgen (ländliches Gehöft oder adeliges Milieu) (Scharrer-Liška 2007, 74).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Graphitgemagerte Vorratsgefäße scheinen sich im österreichischen Verbreitungsgebiet vorwiegend im ländlich-dörflichen Bereich, aber auch in Siedlungen fassen zu lassen, die sich später zu Städten entwickelten (Scharrer-Liška 2007, 74). Für Süddeutschland sind aufgrund der geringen Funddichte keine eindeutigen Aussagen zu treffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Generell scheint es bis zum Ende des Hochmittelalters zwischen sozialen Schichten so gut wie keine Unterschiede bei der Verwendung von Graphitkeramik gegeben zu haben, zumindest sind in Gebieten mit besserem Forschungsstand durchwegs überall gleiche Formen und gleiche Wertschätzung zu verzeichnen. Erst im Spätmittelalter ist eine gewisse Differenzierung hinsichtlich Qualität und Anteile verschiedener Formen im städtischen und ländlichen Milieu greifbar (Scharrer-Liška 2007, 74).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wertschätzung, die Graphitkeramik erhalten hat, ist sicherlich an den Reparaturspuren ablesbar. Trotz des geringen Fundaufkommens sind für Süddeutschland diese Flickungen für mindestens drei Fundkomplexe sicher belegt, den Rauhen Kulm und die Burgen Wittelsbach und Sulzbach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Forschungsfragen==&lt;br /&gt;
Graphit als lagerstättenbedingt begrenzt vorkommendes Mineral in Verbindung mit Graphitkeramik als weit verhandeltem archäologischen Fundgut bietet der Forschung ein breites Feld von Fragen (Kouřil 1998, 38, Bogusław 1938, 18).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fragenkomplex zum Material&lt;br /&gt;
*Gründe für die Nutzung von Graphit als Magerungsbestandteil&lt;br /&gt;
*Bestimmung der Funktion der Gefäße&lt;br /&gt;
*Herstellungs- und Produktionstechnik der Keramik, Brennverfahren, Aussagen über technische Weiterentwicklungen im Töpferhandwerk&lt;br /&gt;
*Naturwissenschaftliche Untersuchungen hinsichtlich der Beziehung von Magerungsanteil des Graphits, Magerungsgröße der Graphitpartikel und den physikalischen Eigenschaften der Gefäße&lt;br /&gt;
*Einfluss von sekundären Formationsprozessen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Chronologische Fragestellungen&lt;br /&gt;
*Beginn der Graphitkeramikproduktion in den verschiedenen Regionen und ihre Fortentwicklung im Hoch- und Spätmittelalter&lt;br /&gt;
*Datierung der verschiedenen Formen und Warenuntergruppen&lt;br /&gt;
*Import- und/oder Kreuzdatierung für Fundplätze in Importregionen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Typologische und morphologische Fragestellungen (Kouřil 1998, 38)&lt;br /&gt;
*Randformen, Gefäßformen, typologische Reihen&lt;br /&gt;
*Tektonik der Gefäße&lt;br /&gt;
*Bearbeitung der Oberfläche, Verzierungen, Dekor, Markenzeichen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wirtschaftsgeschichtliche Fragestellungen&lt;br /&gt;
*Provenienz der Tone und des Graphits&lt;br /&gt;
*Transportwege, Handelsrouten, Richtungen und Weisen des Vertriebs (Gefäße, Ton, Graphit als Rohstoff?)&lt;br /&gt;
*Organisation des Töpferhandwerks (grundherrschaftlich, regional)&lt;br /&gt;
*Identifikation von Töpfermanufakturen und Absatzmärkten&lt;br /&gt;
*Beobachtungen von Veränderungen und Rückschlüsse auf gesellschaftliche Umbrüche&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Soziale Fragestellungen&lt;br /&gt;
*Sozialer Kontext, Informationen zum Arbeits- und Alltagsleben der Nutzer und Hersteller&lt;br /&gt;
*Definition von sozialen Kontakträumen&lt;br /&gt;
*Aussagen hinsichtlich gesellschaftlicher Stellung von Bevölkerungsschichten sowie entsprechender sozialer Strukturveränderungen&lt;br /&gt;
*Aussagen zur „Wertigkeit“ bestimmter Merkmale der Keramik und Rückschlüsse auf dahinterstehende soziale, psychologische und identitätsstiftende Wahrnehmungs-, Denkmuster und Bedeutungsebenen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Naturwissenschaftliche Analysen==&lt;br /&gt;
Bisher wurden erst wenige wissenschaftliche Analysen an Graphitkeramik durchgeführt, die sich auf die Warenart als Solche beziehen. Als umfassendste kann die Untersuchung von G. Duma und C. Ravasz „Graphithaltige Gefäße aus Österreichs Mittelalter“ (1976) benannt werden, in der verschiedene Aspekte im Zusammenhang mit dieser Keramikart untersucht wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein wesentliches Element bei der wissenschaftlichen Erforschung der Graphitkeramik ist die Bestimmung ihrer physikalischen und chemischen Eigenschaften, d.h. die Untersuchung der Rolle des intentionell in den Ton beigegebenen Graphits bzw. der bewussten Nutzung von Graphiterde – einem natürlichen Verwitterungsprodukt in Regionen des Vorkommens von Graphit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Testserie bei Duma/Ravasz (Duma/Ravasz 1976, 234 ff.) wurden vier Graphittonproben auf der Basis gleichartigen Tons mit jeweils 5%, 10%, 20% und 40% feingekörntem Naturgraphit gemagert (bei 84% Kohlenstoffgehalt des Graphits ergab dies Proben mit 4,2%, 8,4%, 16,8% und 33,6% Kohlenstoff) und bei 900°C reduzierend gebrannt. Für einen 15 mm dicken Scherben wurden folgende Ergebnisse erzielt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hydrophobie: Bei den Testserien wurde festgestellt, dass die Probe mit 16,8% reiner Graphitmagerung kein Wasser mehr aufnahm, sowohl die Oberfläche als auch die Gesamtmenge des Scherbens als hydrophob gelten konnte. Diese Eigenschaft nahm kontinuierlich mit abnehmenden Graphitgehalt ab. In der Konsequenz bedeutet dies, dass zwischen einer Graphitmagerung von 8,4% und 16,8% die Irdenware eine Wasserundurchlässigkeit erreicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wärmeleitfähigkeit: Hierfür wurde die Probe mit 16,8% Graphitmagerung sowie ein gleichwertiger 15 mm dicker graphitfreier Scherben hinsichtlich der Frage untersucht, welcher Zeitraum nötig ist, sowohl Innen- als auch Außenseite eines Gefäßes auf eine Temperatur von 105°C zu erhitzen. Während für das graphitfreie Gefäß hierfür 17 min nötig waren, erreichte das mit 16,8% graphitgemagerte Gefäß diese Temperatur nach 9,5 min.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Temperaturwechselbeständigkeit: Die Wärmeausdehnung des Scherbens (Dilatation) nimmt infolge des Graphitgehaltes ab, bereits beträchtlich bei einer Magerung mit 16,8% Graphit, wodurch das Gefäß eine deutlich höhere Widerstandsfähigkeit gegen Temperaturschwankungen entwickelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Gefäße mit einer Graphitengobierung eines ansonsten graphitfreien Tones die Eigenschaften von graphithaltigen Tongefäßen nicht aufweisen können (Duma/Ravasz 1976, 236).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Untersuchung von G. Duma/R. Ravasz wurden weitere Ergebnisse formuliert, die eine breitere Diskussionsbasis für offene Forschungsfragen hinsichtlich der süddeutschen Graphitkeramik schaffen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Graphithaltige Tongefäße können im Boden eingebettet den korrosiven Wirkungen der Bodenumgebung dauerhaft widerstehen. Es konnten keine auf Rehydratationsprozesse hindeutende Charakterzüge festgestellt werden (Duma/Ravasz 1976, 234).&lt;br /&gt;
** → Das Graphitkeramik durch sekundäre Formationsprozesse dennoch Veränderungen durchläuft, zeigen zwei anpassende Scherben von Eisentonkeramik aus einer Notgrabung in Ulm (Weinhof 23), von denen eine noch einen deutlichen Graphitanteil aufweist, die andere aber nicht (Schreg Blog Archaeologik (05.01.2015)).&lt;br /&gt;
*Anders als in der Literatur geäußert, verlieren regelmäßig erhitzte Gefäße einen Teil ihres Kohlenstoffs auch während des Gebrauchs. Bei jedem nicht reduzierendem Brand, dem Graphitkeramik ausgesetzt wird (also auch bei Überhitzung am Kochfeuer), oxidieren Graphitanteile zu Kohlenstoffdioxid und entweichen als Gas (Endres 182, 52; ebenso: Duma/Ravasz 1976, 234). Graphithaltige Tongefäße können demnach nicht nur aufgrund ihres Kohlenstoffgehaltes in Gruppen systematisiert werden.&lt;br /&gt;
** → Dies ist im Hinblick auf die Definition von Warenuntergruppen anhand des Graphitgehalts von nicht unbeträchtlichem Belang.&lt;br /&gt;
*Eine naturwissenschaftliche Untersuchung von vier österreichischen und drei ungarischen Proben, die aufgrund ihrer äußeren Merkmale als „identische Wiener Gefäße“ archäologisch angesprochen wurden, ergab keine Herkunft aus den gleichen Gebieten. Die archäologische Bestimmung der drei ungarischen Proben konnte mit Recht angezweifelt werden (Duma/Ravasz 1976, 228). &lt;br /&gt;
** → Graphitkeramik aus Süddeutschland wird fast ausschließlich als Importware definiert. Aufgrund der Tonbeschaffenheit und formaler Kriterien der Scherben werden Bezüge zu möglichen Herstellungszentren und daraus resultierend Thesen zu Handelbeziehungen, sozialen Kontakträumen und grundherrschaftlicher Durchdringung formuliert. Das Ergebnis der Untersuchung zeigt die Notwendigkeit für ein Bewusstsein über derartige Fehlerquellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere wissenschaftliche Untersuchungen stellen über die Analyse der mineralogisch-petrographischen Bestandteile der Graphittone die archäologische Fragestellung nach der Herkunft des Graphits und des Rohtones sowie damit in Zusammenhang stehende Thesen zu wirtschaftsgeschichtlichen Fragestellungen in den Vordergrund.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu nennen sind hier die Publikationen von R. W. Dell’Mour „Mikroskopische Untersuchungen an frühmittelalterlicher Keramik von Thunau am Kamp, NÖ Lokalware – Importe – Rohstoffherkunft“ (2002), J. Dvorská/L. Poláček/G. Schneider „Chemische Analyse der Keramik von Mikulčice“ (1998) und M. Gregerová/R. Procházka „Erste Ergebnisse naturwissenschaftlicher Untersuchungen an Graphittonkeramik aus Brno (Brünn)“ (1998). Für Süddeutschland besitzen diese Untersuchungen aufgrund ihrer Regionalität nur wenig Aussagekraft, können aber als Vorbild für ähnliche Untersuchungen dienen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Fazit==&lt;br /&gt;
Für die Archäologie bietet die Erforschung der Graphitkeramik aus verschiedenen Gründen erhebliche Möglichkeiten zum Erkenntnisgewinn. Diese reichen von typologischen und morphologischen Fragestellungen, der Herstellungs- und Produktionstechnik der Keramik über die Bestimmung der Funktion der Gefäße bis zu Aussagen zum Alltags-, Arbeitsleben und dem sozialen Kontext der Nutzer und Hersteller. Zusätzlich können naturwissenschaftliche und chronologische Thesen sowie wirtschaftsgeschichtliche Fragestellungen hinsichtlich Handelsrouten, Richtungen und Weisen des Vertriebs und die grundherrschaftliche oder regionale Organisation des Töpferhandwerks aufgeworfen werden. Gleichzeitig stellt mittelalterliche Graphitkeramik die Archäologie aber auch vor enorme Herausforderungen. So ist bis heute eine Unterscheidung vor- und frühgeschichtlicher zu mittelalterlicher Graphitkeramik ausschließlich über die Bestimmung von Rand- und Gefäßformen möglich. Dies stellt eine nicht unerhebliche Fehlerquelle für die Interpretation dar, die wegen des in Süddeutschland nur begrenzt vorhandenen Fundmaterials eine beachtliche Relevanz besitzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kerngebiet der Herstellung der Graphitkeramik ist nach heutigem Forschungsstand im österreichischen Donauraum und in Mähren zu lokalisieren. Die umliegenden Regionen Böhmen, Schlesien und Bayern können in erster Linie als Importregionen interpretiert werden. Eine Beantwortung der genannten Fragestellungen ist demnach nur durch internationale Zusammenarbeit über die heutigen politischen Grenzen hinweg möglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die wissenschaftliche Bearbeitung dieser Keramikvariante setzt aufgrund der Besonderheiten des Material Graphit eine enge Zusammenarbeit mit den Naturwissenschaften und der experimentellen Archäologie voraus. Sie wird damit zum Gegenstand sowohl internationaler wie interdisziplinärer Projekte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Referenzkomplexe Graphitkeramik==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Referenzkomplexe Graphitkeramik (ohne Grauschwarz hartgebrannte Drehscheibenware)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
!&lt;br /&gt;
! Fundort&lt;br /&gt;
! Warenart&lt;br /&gt;
! Koordinaten&lt;br /&gt;
! Fundart&lt;br /&gt;
! Feldkampagnen (FK) / &amp;lt;br /&amp;gt; Literatur(L)&lt;br /&gt;
! Datierung&lt;br /&gt;
! Beschreibung &amp;lt;br /&amp;gt; Formen (F), Verzierung (V), Scherbenbeschaffenheit (SB)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 1&lt;br /&gt;
| Kastell Boiotro, &amp;lt;br /&amp;gt; Passau&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 34′ 11,2″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 27′ 44,5″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 387 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| FK: 1974–1978 Rainer Christlein, BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; L: M. Altjohann 2012&lt;br /&gt;
| 8./9.–12. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Töpfe, Schalen, Schüsseln, Flachdeckel, Spinnwirtel, Ausgusstüllen &amp;lt;br /&amp;gt; V: gegenständige Wellenbandzier, Bodenmarken &amp;lt;br /&amp;gt; SB: dunkel- bis braungrau, seifig, schimmert metallisch, hoher Graphitanteil in der Magerung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 2&lt;br /&gt;
| Rauher Kulm, &amp;lt;br /&amp;gt; Bad Neustadt am Kulm&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 49° 49′ 44″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 50′ 58″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 681 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 2009 und 2014 H. Losert &amp;lt;br /&amp;gt; L: Freundlicher Hinweis PD Dr. H. Losert (unpubliziert)&lt;br /&gt;
| 8./9. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Töpfe &amp;lt;br /&amp;gt; V: Wellenlinien &amp;lt;br /&amp;gt; SB: braun, grau-schwarz, mittlerer Graphitanteil in der Magerung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 3&lt;br /&gt;
| Abtei Frauenwörth, &amp;lt;br /&amp;gt; Chiemsee&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 47° 52′ 18″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 12° 25′ 30″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 515 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Kloster&lt;br /&gt;
| FK: 1961–1964 A. Stroh, BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; L: B. Hänsel 1966 &amp;lt;br /&amp;gt;    T. Mittelstraß 2007&lt;br /&gt;
| 9./10.–12.Jh.&lt;br /&gt;
| F: Töpfe, Gussformen für Perlen &amp;lt;br /&amp;gt; V: Wellenlinien, breite waagerechte Rillen, Töpfermarke &amp;lt;br /&amp;gt; SB: silbrig schwarz bis grau, feine Magerung, Graphitanteil mittel bis sehr hoch, mittelhart bis hart &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 4&lt;br /&gt;
| Pleinting&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 39′ 31″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 7′ 11″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 343 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Lesefund&lt;br /&gt;
| Lesefund &amp;lt;br /&amp;gt; L: R. Reinecke 1936&lt;br /&gt;
| Frühmittelalter&lt;br /&gt;
| Nur textliche Erwähnung: &amp;lt;br /&amp;gt; „Randscherbe eines weiten Beckens aus Graphitton“&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 5&lt;br /&gt;
| „Randesberger Hof“ in Cham&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 49° 13ʹ 32,5ʹʹ N &amp;lt;br /&amp;gt; 12° 39ʹ 17,9ʹʹ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 372 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| FK: 1971 &amp;lt;br /&amp;gt; L: H. Wolf 1971&lt;br /&gt;
| Frühmittelalter&lt;br /&gt;
| Textliche Erwähnung der Möglichkeit, dass eine gefundene Graphittonscherbe auch ins Frühmittelalter datieren könnte&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 6&lt;br /&gt;
| Burg Wittelsbach, &amp;lt;br /&amp;gt; Oberwittelsbach&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 28′ 7″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 10′ 34,3″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 515 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1978–1981 Dr. W. Sage/A. Dransfeld &amp;lt;br /&amp;gt; L: R. Koch 1993 &amp;lt;br /&amp;gt;    T. Mittelstraß 2007&lt;br /&gt;
| 10./11. Jh. (R. Koch) &amp;lt;br /&amp;gt; 11./12. Jh. (T. Mittelstraß)&lt;br /&gt;
| F: Topf &amp;lt;br /&amp;gt; V: Wellenlinie zwischen zwei umlaufenden Rillen &amp;lt;br /&amp;gt; SB: ohne Angabe&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 7&lt;br /&gt;
| Burgstall Warberg &amp;lt;br /&amp;gt; Neunburg v. Wald&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 49° 22′ 54,7″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 12° 23′ 18″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 417 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1991–1997 V. Kaufmann &amp;lt;br /&amp;gt; L: V. Kaufmann 1999 &amp;lt;br /&amp;gt;    T. Mittelstraß 2007&lt;br /&gt;
| 10. Jh. (V. Kaufmann) &amp;lt;br /&amp;gt; 11. Jh. (T. Mittelstraß)&lt;br /&gt;
| F: Töpfe &amp;lt;br /&amp;gt; V: schräge Einstichreihe auf der Schulter &amp;lt;br /&amp;gt; SB: dunkelgrau bis schwarz und glänzend, glatt und speckig, Graphit abreibbar; mit Fingernagel leicht ritzbar&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 8&lt;br /&gt;
| Albrechtsburg &amp;lt;br /&amp;gt; Meißen&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 51° 9′ 57,8″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 28′ 14,6″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 168 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Höhenburg&lt;br /&gt;
| FK: 1959–1963 P. Heerde/C. Fritzsche &amp;lt;br /&amp;gt; L: A. Schmid-Hecklau 2004&lt;br /&gt;
| 10.–12. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Topf &amp;lt;br /&amp;gt; V: Tupfenreihe auf der Schulter &amp;lt;br /&amp;gt; SB: keine Angaben &amp;lt;br /&amp;gt; Datierung ins Mittelalter fragwürdig&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 9&lt;br /&gt;
| Burg Pappenheim &amp;lt;br /&amp;gt; Lkr. Weißenburg&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 55′ 58,1″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 10° 58′ 17,8″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 508 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Höhenburg&lt;br /&gt;
| Lesefund &amp;lt;br /&amp;gt; L: M. Schußmann 1997&lt;br /&gt;
| 11./12. Jh.&lt;br /&gt;
| Freundlicher Hinweis PD Dr. M. Schußmann: &amp;lt;br /&amp;gt; 2 Graphittonscherben, davon 1 Randscherbe mit stark gekehltem Leistenrand&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 10&lt;br /&gt;
| Burg Sulzbach &amp;lt;br /&amp;gt; Lkr. Amberg-Sulzbach&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 49° 30′ 18,7″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 44′ 10″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 444 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1992–2000 BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; L: M. Hensch 2005a und 2005b&lt;br /&gt;
| 11./12. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Töpfe (0,09% des Materials) &amp;lt;br /&amp;gt; V: Wellenverzierung &amp;lt;br /&amp;gt; SB: grau-schwarz silbrig, glatt, hoher Anteil von Graphit in der Magerung, Abrieb vorhanden, Mohs 2&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 11&lt;br /&gt;
| Schlosserstiege &amp;lt;br /&amp;gt; Passau&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik &amp;lt;br /&amp;gt; Graphitierte (engobierte?) Keramik&lt;br /&gt;
| 48° 34ʹ 31,4ʹʹ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 27ʹ 51,5ʹʹ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 387 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| FK: 1992/1993 J.-P. Niemeier &amp;lt;br /&amp;gt; L: J.-P. Niemeier 1994 &amp;lt;br /&amp;gt;    T. Mittelstraß 2007&lt;br /&gt;
| 12./13.–15. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Töpfe, Deckel, Kanne &amp;lt;br /&amp;gt; V: Deckel mit innenverziertem Rand, Töpfermarke &amp;lt;br /&amp;gt; SB: keine Angabe&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 12&lt;br /&gt;
| Burgstall Saunstein &amp;lt;br /&amp;gt; Mitternach&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 51′ 1″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 19′ 36″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 594 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1983 BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; L: B. Engelhardt/R.Pleyer 1986 &amp;lt;br /&amp;gt;    T. Mittelstraß 2007&lt;br /&gt;
| 12./13. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Töpfe, Flachdeckel &amp;lt;br /&amp;gt; V: keine Angabe, Durchlochung eines Deckels &amp;lt;br /&amp;gt; SB: glatt, mittlerer bis hoher Graphitgehalt, z.T. seifig&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 13&lt;br /&gt;
| Burgstall am Hohen Bogen &amp;lt;br /&amp;gt; Rimbach&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 49° 14′ 1,9″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 12° 56′ 4,2″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 976 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: A. Stroh, BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; L: H. Dannheimer 1973&lt;br /&gt;
| 12. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Topf, fassartige Vorratsgefäße &amp;lt;br /&amp;gt; V: Fingertupfen, Schrägkerbenreihe, eingeritzte Linien, breite Gurtbänder auf Vorratsgefäßen &amp;lt;br /&amp;gt; SB: Graphit- und Goldglimmermagerung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 14&lt;br /&gt;
| Burgstall Untergrießbach &amp;lt;br /&amp;gt; Lkr. Passau&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 27ʹ 28,4ʹʹ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 9ʹ 13,7ʹʹ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 468 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1994–1996 Kreisarchäologie Passau &amp;lt;br /&amp;gt; L: W. Wandling 1996 &amp;lt;br /&amp;gt;    W. Wandling 1997&lt;br /&gt;
| F: Töpfe, Schalen &amp;lt;br /&amp;gt; V: Tupfenleisten, Wellenverzierung oder Radkreuzstempeln am Boden &amp;lt;br /&amp;gt; SB: keine Angabe&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 15&lt;br /&gt;
| Donaumarkt &amp;lt;br /&amp;gt; Regensburg &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; Ledergasse &amp;lt;br /&amp;gt; Regensburg&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; Eisentonkeramik&lt;br /&gt;
| 49° 1ʹ 13,1ʹʹ N &amp;lt;br /&amp;gt; 12° 6ʹ 10,9ʹʹ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 339 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| FK: 2012–2015 „Museum der Bayerischen Geschichte“, Maßnahmen-Nr. M-2012-1989-1_0 &amp;lt;br /&amp;gt; L: Freundlicher Hinweis I. Nießen (Promotionsprojekt in Bearbeitung) &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; FK: 1981–1982 BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; L: M. Wintergerst 1999&lt;br /&gt;
| 9.–11./12. Jh. &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; 17. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Töpfe, Vorratsgefäße, Schüsseln &amp;lt;br /&amp;gt; V: Wellenlinien, Wellenbänder, umlaufende Rillen, Einstichmuster, innenverzierte Ränder, bisher singuläres rautenförmiges Muster &amp;lt;br /&amp;gt; SB: dunkelgrau, bräunlich-grau, braun-schwarz, grau, schwarz; hoher Graphitgehalt, daneben noch Glimmer und Quarz, Mohs 1–2, gelegentlich auch hart &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; Zeitlich zu weit außerhalb des Rahmens der Arbeit&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 16&lt;br /&gt;
| Schlossberg Windberg bei Windorf &amp;lt;br /&amp;gt; Lkr. Passau&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 37′ 53,2″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 16′ 3,5″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 380 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Höhenburg&lt;br /&gt;
| FK: 2001/2002 Kreisarchäologie Passau &amp;lt;br /&amp;gt; L: W. Wandling 2010&lt;br /&gt;
| 12./13. Jh.&lt;br /&gt;
| Nur textliche Erwähnung: Graphithaltige Tonscherben von hochmittelalterlichen Gefäßen, z.T. mit Kreuzstempeln auf dem Boden&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 17&lt;br /&gt;
| Kirche St. Peter und Paul &amp;lt;br /&amp;gt; Aschheim&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 10′ 18,2″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 42′ 55,5″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 512 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Kirche&lt;br /&gt;
| FK: 1967–1971 H. Dannheimer &amp;lt;br /&amp;gt; L: H. Dannheimer 1988&lt;br /&gt;
| Hochmittelalter&lt;br /&gt;
| F: Topf &amp;lt;br /&amp;gt; V: keine Angabe &amp;lt;br /&amp;gt; SB: keine Angabe&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 18&lt;br /&gt;
| Vohburg-Burgberg &amp;lt;br /&amp;gt; Lkr. Pfaffenhofen&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 46′ 14,4″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 36′ 58,1″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 370 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1973–1974 BLfD &amp;lt;br /&amp;gt;    Lesefunde &amp;lt;br /&amp;gt; L: G. Riedel 2000&lt;br /&gt;
| Hochmittelalter&lt;br /&gt;
| F: 3 Töpfe &amp;lt;br /&amp;gt; V: Horizontal- und Wellenriefen, z.T. überschneidend &amp;lt;br /&amp;gt; SB: fast alle Farbvarianten, weich bis mittelhart, z.T. Misch- oder Oxidationsbrand&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 19&lt;br /&gt;
| Großmehring &amp;lt;br /&amp;gt; Lkr. Eichstätt&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 46′ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 32′ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 375 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| FK: 1994–1995 BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; L: G. Riedel 2000&lt;br /&gt;
| Früh-/Hochmittelalter&lt;br /&gt;
| F: 2 Töpfe, Deckel &amp;lt;br /&amp;gt; V: einzelne Wellenriefe zwischen Horizontalriefen &amp;lt;br /&amp;gt; SB: graubraun bis graubeige, weich bis mit-telhart, Misch- oder Oxidationsbrand&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 20&lt;br /&gt;
| Ingolstadt&lt;br /&gt;
| Graphittonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 46′ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 25′ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 374 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| FK: 1987–1988 BLfD (Grabung Ingolstadt Hallstr./Carraraplatz) &amp;lt;br /&amp;gt; L: G. Riedel 2000&lt;br /&gt;
| Hochmittelalter&lt;br /&gt;
| 1 unverzierte WS, nachgedreht&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 21&lt;br /&gt;
| Zuchering bei Ingolstadt&lt;br /&gt;
| Graphitkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 43′ 46″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 24′ 43″ O&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| FK: 1983–1989 BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; L: E. Weid 2000&lt;br /&gt;
| Latène (?)&lt;br /&gt;
| 6 Graphitkeramikscherben, von denen 5 unsicher in die Vorgeschichte datiert wurden (Material müsste nochmals geprüft werden)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 22&lt;br /&gt;
| Erlau &amp;lt;br /&amp;gt; Obernzell&lt;br /&gt;
| Eisentonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 33′ 49″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 34′ 46″ O&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| L: T. Mittelstraß 2007&lt;br /&gt;
| Spätmittelalter&lt;br /&gt;
| Nur textliche Erwähnung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 23&lt;br /&gt;
| Ruhstorf a.d. Rott&lt;br /&gt;
| Graphitkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 26′ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 20′ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 319 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| L: T. Mittelstraß 2007 &amp;lt;br /&amp;gt;    W. Wandling 2017&lt;br /&gt;
| Unbekannt&lt;br /&gt;
| Textliche Erwähnung; Fundmeldungen 2013–2016 in Passau: Graphitkeramik, deren zeitliche Stellung nicht gesichert ist (MA/LT?)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 24&lt;br /&gt;
| Saldenburg &amp;lt;br /&amp;gt; Lkr. Grafenau&lt;br /&gt;
| Eisentonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 46′ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 21′ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 532 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1991/1992 W. Endres &amp;lt;br /&amp;gt; L: W. Endres 1993 &amp;lt;br /&amp;gt;    M. U. Kasparek 1961&lt;br /&gt;
| 1368–1467/68&lt;br /&gt;
| F: Töpfe &amp;lt;br /&amp;gt; V: 2–5 mm breite, flaue Rillen, Stempel und Markierungen auf der Oberseite &amp;lt;br /&amp;gt; SB: hoher Graphitgehalt mit Quarz- und Feldspatanteilen bis 3 mm&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 25&lt;br /&gt;
| Burgstall Lobenstein &amp;lt;br /&amp;gt; Marktgemeinde Röhrenbach&lt;br /&gt;
| Graphitkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 46′ 9,6″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 31′ 41,6″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 570 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg? &amp;lt;br /&amp;gt; Lesefund&lt;br /&gt;
| Lesefunde eines ehrenamtlichen Feldbegehers des BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; unpubliziert&lt;br /&gt;
| Latène- bis Neuzeit&lt;br /&gt;
| Alle Ausprägungen von Graphitkeramik in Formen, Farben, Varianten und Verzierungen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 26&lt;br /&gt;
| Fürholz, Gmd. Grainet &amp;lt;br /&amp;gt; Lkr. Freyung-Grafenau&lt;br /&gt;
| Graphitkeramik &lt;br /&gt;
| 48° 46′ 58″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 38′ 57″ O&lt;br /&gt;
| Lesefund&lt;br /&gt;
| Lesefunde eines ehrenamtlichen Feldbegehers des BLfD &amp;lt;br /&amp;gt; unpubliziert&lt;br /&gt;
| Latène- bis Neuzeit&lt;br /&gt;
| Alle Ausprägungen von Graphitkeramik in Formen, Farben, Varianten und Verzierungen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 27&lt;br /&gt;
| Praßreuth &amp;lt;br /&amp;gt; Lkr. Freyung-Grafenau&lt;br /&gt;
| Graphitkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 40ʹ 40ʹʹ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 31ʹ 21,3ʹʹ O&lt;br /&gt;
| Lesefund&lt;br /&gt;
| Lesefunde eines ehrenamtlichen Feldbegehers des BLfD&lt;br /&gt;
unpubliziert&lt;br /&gt;
| Latène- bis Neuzeit&lt;br /&gt;
| Alle Ausprägungen von Graphitkeramik in Formen, Farben, Varianten und Verzierungen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 28&lt;br /&gt;
| Veste Oberhaus &amp;lt;br /&amp;gt; Passau&lt;br /&gt;
| Eisentonkeramik &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; Graphitengobierte Keramik&lt;br /&gt;
| 48° 34′ 39″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 28′ 13″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 387 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1991 H. Feldmeier &amp;lt;br /&amp;gt; L: W. Endres 1998 &amp;lt;br /&amp;gt;    T. Mittelstraß 2007&lt;br /&gt;
| 1400/1420–1550 &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; 15./16. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Töpfe &amp;lt;br /&amp;gt; V: Stempelmarkierungen &amp;lt;br /&amp;gt; SB: hoher Graphitanteil im groben Gefüge, schwarz- bis anthrazitgrau &amp;lt;br /&amp;gt; &amp;lt;br /&amp;gt; F: Töpfe, Becher, Sieb, Griffschale, Krug &amp;lt;br /&amp;gt; V: keine Angabe &amp;lt;br /&amp;gt; SB: anthrazitgrau, oft grobes Gefüge&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 29&lt;br /&gt;
| Schustergasse &amp;lt;br /&amp;gt; Passau&lt;br /&gt;
| Eisentonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 34ʹ 26,4ʹʹ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 28ʹ 9,5ʹʹ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 387 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| L: H. Böhmer 2015&lt;br /&gt;
| 15./16. Jh.&lt;br /&gt;
| F: Topf &amp;lt;br /&amp;gt; V: keine Angabe &amp;lt;br /&amp;gt; SB: keine Angabe&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 30&lt;br /&gt;
| Hofberg &amp;lt;br /&amp;gt; Bad Aibling&lt;br /&gt;
| Eisentonkeramik&lt;br /&gt;
| 47° 52′ N &amp;lt;br /&amp;gt; 12° 1′ O&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 2001–2003 T. Mittelstraß &amp;lt;br /&amp;gt; L: T. Mittelstraß 2006 &amp;lt;br /&amp;gt;    T. Mittelstraß 2007&lt;br /&gt;
| Frühe Neuzeit (Beginn 16. Jh.)&lt;br /&gt;
| F: fassartige Gefäße &amp;lt;br /&amp;gt; V: Stempelmarken &amp;lt;br /&amp;gt; SB: keine Angabe&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 31&lt;br /&gt;
| Schloss Murnau&lt;br /&gt;
| Eisentonkeramik&lt;br /&gt;
| 47° 40′ 39″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 11° 12′ 10″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 661 m&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1991–1992 T. Mittelstraß &amp;lt;br /&amp;gt; L: T. Mittelstraß 1994&lt;br /&gt;
| Frühe Neuzeit (Beginn 16. Jh.)&lt;br /&gt;
| F: Töpfchen &amp;lt;br /&amp;gt; V: Töpferstempel (Kreuz mit Querbalken), umlaufende Schulterkante &amp;lt;br /&amp;gt; SB: basaltgrau, feine und mittlere Graphitmagerung, vereinzelt Quarzkörner&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 32&lt;br /&gt;
| Ulm&lt;br /&gt;
| Eisentonkeramik &amp;lt;br /&amp;gt; Graphitengobierte Keramik&lt;br /&gt;
| 48° 24′ N &amp;lt;br /&amp;gt; 9° 59′ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 478 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| FK: 1953 A. Rieber/K. Reutter &amp;lt;br /&amp;gt;    1961 Staatl. Amt für &lt;br /&gt;
         Denkmalpflege &amp;lt;br /&amp;gt;    1928 ohne Befundkontext &amp;lt;br /&amp;gt; L: R. Schreg Blog Archaeologik 05.01.2015 &amp;lt;br /&amp;gt;    U. Gross 2009 + 2015&lt;br /&gt;
| Spätmittelalter – Frühe Neuzeit&lt;br /&gt;
| F: Töpfe, Henkeltopf &amp;lt;br /&amp;gt; V: ovale Stempeleindrücke mit Kreuz, unterhalb des Kremprandes breite Riefe &amp;lt;br /&amp;gt; SB: hoher Graphitanteil in der Magerung und Quarzmagerung &amp;lt;br /&amp;gt; Weitere Funde von Graphitkeramik und graphitengobierter Ware, die frühneuzeitlich datiert werden &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 33&lt;br /&gt;
| Burg Helfenstein &amp;lt;br /&amp;gt; Geislingen an der Steige&lt;br /&gt;
| Eisentonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 36′ 58″ N &amp;lt;br /&amp;gt; 9° 50′ 49″ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 610 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Burg&lt;br /&gt;
| FK: 1922 K. A. Koch &amp;lt;br /&amp;gt;    1932–1938 G. Burghardt &amp;lt;br /&amp;gt; L: R. Schreg Blog Archaeologik 05.01.2015 &amp;lt;br /&amp;gt;    U. Gross 2009&lt;br /&gt;
| Spätmittelalter – Frühe Neuzeit&lt;br /&gt;
| F: Töpfe &amp;lt;br /&amp;gt; V: 2 identische Stempelmarken auf dem Rand, zwei umlaufende Rillen im oberen Gefäßbereich &amp;lt;br /&amp;gt; SB: hoher Graphitanteil in der Magerung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! 34&lt;br /&gt;
| Obernzell&lt;br /&gt;
| Eisentonkeramik&lt;br /&gt;
| 48° 33′ N &amp;lt;br /&amp;gt; 13° 38′ O &amp;lt;br /&amp;gt; H: 294 m ü. NN&lt;br /&gt;
| Siedlung&lt;br /&gt;
| L: H. Böhmer 2015 &amp;lt;br /&amp;gt;    Gemeindeblatt Nr. 29, 2017&lt;br /&gt;
| Spätmittelalter – Frühe Neuzeit&lt;br /&gt;
| F: Topf &amp;lt;br /&amp;gt; V: Rille unter dem Rand, 2 Töpfermarken &amp;lt;br /&amp;gt; SB: dunkelgrau-schwarz, hoher Graphitanteil in der Magerung, Mohs 2&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturhinweise==&lt;br /&gt;
*Altjohann 2012: M. Altjohann, Das spätrömische Kastell Boiotro zu Passau-Innstadt. Materialhefte zur Bayerischen Archäologie. Fundinventare und Ausgrabungsbefunde (Kallmünz/Opf. 2012). ISBN 13: 978-3-78475-096-5. ISBN 10: 3-784750-966-X.&lt;br /&gt;
*Bizer 2006: Ch. Bizer, Oberflächenfunde von den Burgen der Schwäbischen Alb. Ein Beitrag zur Keramik- und Burgenforschung (Stuttgart 2006). ISBN 13: 978-3-80622-038-4.&lt;br /&gt;
*Böhmer 2008: H. Böhmer, Die Ilzer Schwarzhafner vom Ende des 16. bis Ende des 19. Jahrhunderts. In: R. Mennicken u.a. (Hrsg.), 40 Jahre Keramikforschung. Rückblick – Stand der Forschung – Ausblick. Beiträge zum 40. Internationalen Hafnerei-Symposium des Arbeitskreises für Keramikforschung in Obernzell/Bayern vom 16.09. bis 21.09.2007 (Raeren 2008) 139֪–152. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Böhmer 2015: H. Böhmer, Qualitätszeichen auf Graphit-Keramik des 15. und 16. Jh. In: S. Glaser (Hrsg.), Keramik im Spannungsfeld zwischen Kunst und Handwerk. Beiträge des 44. Internationalen Symposiums Keramikforschung im Germanischen Nationalmuseum, Nürnberg, 19-23. September 2011 (Nürnberg 2015) 77–83. ISBN 13: 978-3-93668-893-1. ISBN 10: 3-93668-893-1.&lt;br /&gt;
*Bogusław 1998: G. Bogusław, Bemerkungen zur Graphittonkeramik als historischer Quelle (am Beispiel der Graphittonkeramik aus Opole). In: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998) 17–19. ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
*Bräuning u.a. 2008: A. Bräuning/R. Schreg/U. Schmidt, Ulm. Archäologischer Stadtkataster Baden-Württemberg. Band 35, 1 Text (Stuttgart 2008). ISBN 13: 978-3-92771-493-9.&lt;br /&gt;
*Dannheimer 1973: H. Dannheimer, Keramik des Mittelalters aus Bayern. Ein Katalog. Kataloge der Prähistorischen Staatssammlung XXI (Kallmünz Opf. 1973). ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Dannheimer 1988: H. Dannheimer, Aschheim im frühen Mittelalter. Archäologische Funde und Befunde. In: J. Werner (Hrsg.), Münchener Beiträge zur Vor- und Frühgeschichte 32, 1 (München 1988). ISBN 10: 3-40630-287-4.&lt;br /&gt;
*Dell’Mour 2002: R. W. Dell’Mour, Mikroskopische Untersuchungen an frühmittelalterlicher Keramik von Thunau am Kamp, NÖ Lokalware – Importe– Rohstoffherkunft, Österreichische Akademie der Wissenschaften, Anzeiger der Philosophisch-Historischen Klasse 136, 2001 (Wien 2002) 69–109. ISBN 13: 978-3-70013-066-6. ISBN 10: 3-70013-066-X.&lt;br /&gt;
*Dostál 1998: B. Dostál, Über die Anfänge der slawischen Graphittonkeramik in Mähren. In: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998) 67–86. ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
*Duma/Ravasz 1976: G. Duma/C. Ravasz, Graphithaltige Gefäße aus Österreichs Mittelalter. In: Archaeologia Austriaca. Beiträge zur Paläanthropologie, Ur- und Frühgeschichte Österreichs 59/60 (Wien 1976) 225–242. ISSN: 1816-2959.&lt;br /&gt;
*Dvorská u.a. 1998: J. Dvorská/L. Poláček/G. Schneider, Chemische Analyse der Keramik von Mikulčice. In: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998) 295–312. ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
*Endres 1982: W. Endres, Zur Entstehung und chemischen Struktur „schwarz“ färbender Pigmente bei unglasierter Irdenware. In: L. Kriss-Rettenbeck/I. Bauer (Hrsg.), Beiträge zur Keramikforschung. Festschrift für Alfred Höck zum 60. Geburtstag. Volkstümliche Keramik aus Europa 2 (München 1982) 47–70. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Endres 1993: W. Endres, Spätmittelalterliche Funde von der Saldenburg, Gde. Saldenburg, Lkr. Freyung-Grafenau. In A. Leidl (Hrsg.), Ostbairische Grenzmarken. Passauer Jahrbuch für Geschichte, Kunst und Volkskunde 35 (Passau 1993) 24–54. ISSN: 0078-6845.&lt;br /&gt;
*Endres 1998: W. Endres, Archäologische Funde. In: J. P. Niemeier/H. W. Schuster/R. Loibl, Ritterburg und Fürstenschloss 2. Archäologische Funde. Begleitband zur Ausstellung im Oberhausmuseum Passau 1998 (Passau 1998). ISBN 13: 978-3-79171-598-8. ISBN 10: 3-79171-583-6.&lt;br /&gt;
*Engelhardt/Pleyer 1986: B. Engelhardt/R. Pleyer, Die archäologische Untersuchung des Burgstalls Saunstein, Gmkg. Mitternach, Gde. Markt Schönberg, Lkr. Freyung-Grafenau. In: A. Leidl (Hrsg.), Ostbairische Grenzmarken 28. Passauer Jahrbuch für Geschichte, Kunst und Volkskunde (Passau 1986) 59–78. ISSN: 0078-6845.&lt;br /&gt;
*Felgenhauer-Schmiedt 1998: S. Felgenhauer-Schmiedt, Graphittonkeramik des Früh- und Hochmittelalters in Niederösterreich. In: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998) 199–212. ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
*Felgenhauer-Schmiedt 1981: S. Felgenhauer-Schmiedt, Herstellungsmethoden der mittelalterlichen Keramik + Katalog. In: O. Harl (Hrsg.), Keramische Bodenfunde aus Wien. Mittelalter – Neuzeit. Eigenverlag der Museen der Stadt Wien (Wien 1981) 35–126. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Gemeindeblatt Markt Obernzell (September–Dezember 2017): Hanfnerzeller Archiv zum Anfassen &amp;lt;https://www.obernzell.de/images/stories/Gemeindeblatt/Gemeindeblatt_Nr_29.pdf&amp;gt; S. 13 [Stand: 02.09.2019].&lt;br /&gt;
*Gregerová/Procházka 1998: M. Gregerová/R. Procházka, Erste Ergebnisse naturwissenschaftlicher Untersuchungen an Graphittonkeramik aus Brno (Brünn). In: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998) 275–278. ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
*Gross 1991: U. Gross, Die Bügelhenkelkanne, eine Hauptform der süddeutschen Keramik des Hoch- und Spätmittelalters. Beiträge zur Mittelalterarchäologie Österreichs 7, 1991, 69–77. ISSN: 1011-0062.&lt;br /&gt;
*Gross 2009: U. Gross, Keramikverbreitung und herrschaftliche Strukturen. Beispiele aus dem Mittelalter und der Frühen Neuzeit in Südwestdeutschland. In: D. Krausse u.a. (Hrsg.), Kulturraum und Territorialität: archäologische Theorien, Methoden und Fallbeispiel. Kolloquium des DFG-SPP 1171, Esslingen 17.-18. Januar 2007 (Rahden 2009) 159–175. ISBN 13: 978-3-89646-443-9. ISBN 10: 3-89646-443-4.&lt;br /&gt;
*Gross 2015: U. Gross, Sturzbecher oder Becherschrauben und schwarze Töpfe. Eine gläserne Sonderform und östliche Keramikimporte im frühneuzeitlichen Ulm. Fundberichte aus Baden-Württemberg 35, 2015, 561–573. ISBN 13: 978-3-80623-144-1. ISSN: 0071-9897.&lt;br /&gt;
*Hänsel 1966: B. Hänsel, Beschreibung der keramischen Gruppen. In: V. Milojcic (Hrsg.), Bericht über die Ausgrabungen und Bauuntersuchungen in der Abtei Frauenwörth auf der Fraueninsel im Chiemsee 1961-1964. Bayerische Akademie der Wissenschaften. Philosophisch-historische Klasse. Abhandlungen. Neue Folge 65 (München 1966) 177–200. ISBN 13: 978-3-76960-060-5. ISBN 10: 3-76960-060-6.&lt;br /&gt;
*Hensch 2005a: M. Hensch, Burg Sulzbach in der Oberpfalz. Archäologisch-historische Forschungen zur Entwicklung eines Herrschaftszentrums des 8. bis 14. Jahrhunderts in Nordbayern. Materialien zur Archäologie in der Oberpfalz 3, 1 (Text und Katalog) (Büchenbach 2005). ISBN 13: 978-3-93347-430-8. ISBN 10: 3-93347-430-2.&lt;br /&gt;
*Hensch 2005b: M. Hensch, Burg Sulzbach in der Oberpfalz. Archäologisch-historische Forschungen zur Entwicklung eines Herrschaftszentrums des 8. bis 14. Jahrhunderts in Nordbayern. Materialien zur Archäologie in der Oberpfalz 3, 2 (Tafeln und begleitende Beiträge) (Büchenbach 2005). ISBN 13: 978-3-93347-430-8. ISBN 10: 3-93347-430-2.&lt;br /&gt;
*Huber u.a. 2003: E. H. Huber/K. Kühtreiber/G. Scharrer-Liška, Die Keramikformen des Hoch- und Spätmittelalters im Gebiet der heutigen Stadt Wien sowie der Bundesländer Niederösterreich und Burgenland. In: K. Spindler/H. Stadler (Hrsg.), Beiträge vom 34. Internationalen Hafnerei-Symposium auf Schloß Maretsch in Bozen/Südtirol 2001. Nearchos 12, Veröffentlichungen des Arbeitskreises für Keramikforschung 3 (Innsbruck 2003) 43–66. ISBN 13: 978-3-90077-333-5.&lt;br /&gt;
*Kappel 1969: I. Kappel, Die Graphittonkeramik von Manching. In: W. Krämer, Die Ausgrabungen in Manching 2 (Wiesbaden 1969). ISBN 13: 978-3-51500-386-5. ISBN 10: 3-51500-386-X.&lt;br /&gt;
*Kasparek 1961: M. U. Kasparek, Keramik aus Regensburg aus dem 11. – 17. Jahrhundert. &amp;lt;http://nbn-resolving.de/urn/resolver.pl?urn=urn:nbn:de:bvb:355-rbh-1748-8&amp;gt; [Stand 06.08.2020]. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Kaufmann 1999: V. Kaufmann, Der Burgstall Warberg bei Neunburg vorm Wald. Materialien zur Archäologie in der Oberpfalz 1 (Büchenbach 1999). ISBN 13: 978-3-93347-402-5. ISBN 10: 3-93347-402-7.&lt;br /&gt;
*Koch 1993: R. Koch, Keramik des frühen und hohen Mittelalters aus Bayerisch-Schwaben. In: M. Petzet (Hrsg.), Forschungen zur Geschichte der Keramik in Schwaben. Arbeitshefte des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege 58 (München 1993) 119–128. ISBN 13: 978-3-87490-560-2. ISBN 10: 3-87490-560-8.&lt;br /&gt;
*Koch 2017: R. Koch, Ausgrabungen in der Burg Wittelsbach 1978-1981. Befunde und Funde. Materialhefte zur Bayer. Archäologie. Fundinventare und Ausgrabungsbefunde 105 (Kallmünz/Opf. 2017). ISBN 13: 978-3-78475-405-5. ISBN 10: 3-78475-405-8.&lt;br /&gt;
*Kouřil 1998: P. Kouřil, Zu den Anfängen der slawischen Graphittonkeramik in Schlesien. In: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998) 37–66. ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
*Kühtreiber 2006: K. Kühtreiber, Die hochmittelalterliche Keramik im südlichen Niederösterreich. Ihre Entwicklung, ihre Formen und Beziehungen zu den benachbarten Keramikregionen. Beiträge zur Mittelalterarchäologie in Österreich 22 (Wien 2006) 93–148. ISSN: 1011-0062.&lt;br /&gt;
*Lehrberger u.a. 2011: G. Lehrberger/F. Duschl/G. Wimmer, Graphit – ein besonderer mineralischer Rohstoff der Vor- und Frühgeschichte in Mitteleuropa. Eigenschaften, Entstehung, Verwendung und Vorkommen. In: K. Schmotz (Hrsg.), Vorträge des 29. Niederbayerischen Archäologentages (Leidorf 2011) 313–348. ISBN 13: 978-3-89646-240-4.&lt;br /&gt;
*Mämpel 1998: U. Mämpel, Meine historischen und technischen Erfahrungen mit schwarzgebrannter Irdenware. In: W. Endres/B. Kerkhoff-Hader (Hrsg.), 30. Internationales Hafnerei-Symposium in Obernzell vom 07. bis 11. Oktober 1997 (Bamberg 1998) 12–13. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Miklós/Vizi 2002: Sz. Miklós/M. Vizi, Beiträge zur Siedlungsgeschichte des mittelalterlichen Marktfleckens Ete. Acta Arch. Acad. Scien. Hungaricae 53, 2002, 195–253.&lt;br /&gt;
*Mittelstraß 1994: T. Mittelstraß, Die Funde der archäologischen Ausgrabungen von 1991-1992 im Murnauer Schloss. In: T. Mittelstraß (Hrsg.), Schloß Murnau. Ein Bauwerk der Stauferzeit und seine Geschichte (Murnau 1994) 120–251. ISBN 13: 978-3-98038-163-5. ISBN 10: 3-98038-163-3.&lt;br /&gt;
*Mittelstraß 2006: T. Mittelstraß, Urnengrab, Königsgrab, Grafenburg, Pflegschloss. Die Ergebnisse der archäologischen Grabungen auf dem Hofberg in Bad Aibling. In: G. Mayr (Hrsg.), Bad Aibling. Geschichte einer Stadt. Band 1 (Bad Aibling 2006) 35–71. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Mittelstraß 2007: T. Mittelstraß, Graphitkeramik des Mittelalters und der frühen Neuzeit in Altbayern. Ein Beitrag zum Beginn und zur Frühzeit der Obernzeller Produktion. Bayerische Vorgeschichtsblätter 72, 2007, 235–318. ISBN 13: 978-3-40611-077-1. ISSN: 0341-3918.&lt;br /&gt;
*Niemeier 1994: J.-P. Niemeier, Die Grabung an der Schlosserstiege in der Passauer Altstadt – Ein Schnitt durch 2000 Jahre Stadtgeschichte. In: K. Schmotz, Vorträge des 12. Niederbayerischen Archäologentages (Deggendorf 1994) 251–276. ISBN 13: 978-3-92473-458-9. ISBN 10: 3-92473-458-5.&lt;br /&gt;
*Nießen (in Bearbeitung): I. Nießen, Laufendes Promotionsprojekt zu der Ausgrabung Regensburg Donaumarkt „Museum der Bayerischen Geschichte“ Friedrich-Schiller-Universität Jena. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Pechtl/Eibl 2011: J. Pechtl/F. Eibl, Die neolithische Graphitnutzung in Südbayern. In: K. Schmotz (Hrsg.), Vorträge des 29. Niederbayerischen Archäologentages (Leidorf 2011) 349–432. ISBN 13: 978-3-89646-240-4. ISSN: 1438-2040.&lt;br /&gt;
*Polácek 1998: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998). ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
*Reinecke 1936: P. Reinecke, Karolingische Keramik aus dem östlichen Bayern. Germania 20, 1936, 198–202. ISSN: 0016-8874.&lt;br /&gt;
*Reschreiter 2001: J. Reschreiter, Versuche zu urgeschichtlicher Keramik. In: K. Grömer, K. Löcker, M. Mehofer (Hrsg.), Archäologie Österreichs 12 Sonderheft (Wien 2001) 22–26. ISSN: 1018-1857.&lt;br /&gt;
*Riedel 2000: G. Riedel, Ingoldesstat. Archäologische Untersuchungen zu Ingolstadt im Mittelalter. Beiträge zur Geschichte Ingolstadts (Ingolstadt 2000). ISBN 13: 978-3-92025-343-5. ISBN 10: 3-92025-343-4.&lt;br /&gt;
*Scharrer-Liška 2003: G. Scharrer-Liška, Die Entwicklung Hochmittelalterlicher Vorratsgefäße aus der Grafitkeramik im Gebiet des heutigen Ostösterreichs und der angrenzenden Gebiete. In: K. + Th. Kühtreiber (Hrsg.), Beiträge zur historischen Archäologie. Festschrift für Sabine Felgenhauer-Schmiedt zum 60. Geburtstag. Beiträge zur Mittelalterarchäologie in Österreich 6 (Wien 2003) 45–60. ISBN 10: 3-95008-514-9.&lt;br /&gt;
*Scharrer-Liška 2007: G. Scharrer-Liška, Die hochmittelalterliche Grafitkeramik in Mitteleuropa und ihr Beitrag zur Wirtschaftsgeschichte. Forschungsstand - Hypothesen - offene Fragen. Monographien des Römisch-Germanischen Zentralmuseums 68 (Mainz 2007). ISBN 13: 978-3-79541-857-1. ISBN 10: 3-79541-857-7.&lt;br /&gt;
*Schmid-Hecklau 2004: A. Schmid-Hecklau, Die archäologischen Ausgrabungen auf dem Burgberg in Meißen. In: J. Oexle (Hrsg.), Die Grabungen 1959-1963. Veröffentlichungen des Landesamtes für Archäologie im Landesmuseum für Vorgeschichte 43 (Dresden 2004). ISBN 13: 978-3-91000-859-5. ISBN 10: 3-91000-859-3.&lt;br /&gt;
*Schußmann 1997: M. Schußmann, Eine neuentdeckte Höhensiedlung der Hallstattzeit im südlichen Mittelfranken. Beitr. Arch. Mittelfranken 3, 1997, 97–108. ISSN: 1430-5461.&lt;br /&gt;
*Schreg 2015: R. Schreg, Eisentonkeramik aus Ulm und Geislingen – ein Zeugnis ulmischen Donauhandels. Blog Archaeologik (05.01.2015) &amp;lt;https://archaeologik.blogspot.com/2015/01/eisentonkeramik-aus-ulm-und-geislingen.html&amp;gt; [Stand 05.08.2019]. ISSN: 2197-7283.&lt;br /&gt;
*Staňa 1998: Č. Staňa, Die frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mittelmähren. In: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998) 87–125. ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
*Trebsche 2011: P. Trebsche, Eisenzeitliche Graphittonkeramik im mittleren Donauraum. In: K. Schmotz (Hrsg.), Vorträge des 29. Niederbayerischen Archäologentages (Leidorf 2011) 449–481. ISBN 13: 978-3-89646-240-4. ISSN: 1438-2040.&lt;br /&gt;
*van den Boom 1991: H. van den Boom, Großgefäße und Töpfe der Heuneburg. Heuneburgstudien VIII. Röm.-German. Forschung 51 (Mainz 1991). ISBN 10: 3-80531-190-7.&lt;br /&gt;
*v. Bomhard 1966: P. v. Bomhard, Das Münster Frauenchiemsee im Spiegel der kunstgeschichtlichen Forschung. In: V. Milojcic (Hrsg.), Bericht über die Ausgrabungen und Bauuntersuchungen in der Abtei Frauenwörth auf der Fraueninsel im Chiemsee 1961-1964. Bayerische Akademie der Wissenschaften. Philosophisch-historische Klasse. Abhandlungen. Neue Folge 65 (München 1966) 21–42. ISBN 13: 978-3-76960-060-5. ISBN 10: 3-76960-060-6.&lt;br /&gt;
*Wandling 1996: W. Wandling, Archäologische Untersuchungen im Burgstall von Untergriesbach, Lkr. Passau. In: K. Schmotz (Hrsg.), Vorträge des 14. Niederbayerischen Archäologentages (Deggendorf 1996) 211–224. ISBN 13: 978-3-89646-225-1. ISBN 10: 3-89646-225-3.&lt;br /&gt;
*Wandling 1997: W. Wandling, Ausgrabung im Burgstall von Untergrießbach, Lkr. Passau, Niederbayern. In: Das archäologische Jahr in Bayern 1996 (Stuttgart 1997) 166–168. ISBN 13: 978-3-80621-311-9.&lt;br /&gt;
*Wandling 2010: W. Wandling, Auf den Spuren der Burg Windberg. In: 1000 Jahre Windorf: Ein Erinnerungsbuch (Windorf 2010) 44–49. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Wandling 2017: W. Wandling, Ausgrabungen und Funde im Landkreis Passau 2013-2016. In: F.-R. Erkens, Passauer Jahrbuch. Beiträge zur Geschichte, Geographie und Kultur Ostbaierns LIX/2017 (Passau 2017) 351–379. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Weid 2000: E. Weid, Die Kleinfunde der mittelalterlichen Siedlung von Zuchering bei Ingolstadt. Arbeiten über die Archäologie Süddeutschlands 10 (Büchenbach 2000). ISBN 13: 978-3-93347-408-7.&lt;br /&gt;
*Wintergerst 1999: M. Wintergerst, Die Ausgrabung „Ledergasse 1“ in Regensburg. Eine formenkundliche Studie zur Keramik des 10. bis 13. Jahrhunderts in Bayern. Materialh. Arch. Mittelalter u. Neuzeit 4 (Rahden/Westf. 1999). ISBN 13: 978-3-89646-453-8. ISBN 10: 3-89646-453-1.&lt;br /&gt;
*Wolf 1971: H. Wolf, Eine frühmittelalterliche, latène- und hallstattzeitliche Kulturschicht unter der Stadtmauer von Cham. urn:nbn:de:bvb:355-ubr00031-0219-4. Universität Regensburg [Stand 22.08.2019]. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Zamelska 1998: K. Zamelska, Graphitkeramik in Polen – Chronologie und Verbreitung. In: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998) 33–36. ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[kategorie:Warenart]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>M. Rühle</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://amanz-balismink.rproxy.rz.uni-bamberg.de/balismink/index.php?title=Graphitkeramik&amp;diff=5605</id>
		<title>Graphitkeramik</title>
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		<updated>2023-05-08T19:28:59Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;M. Rühle: Text aus Graphitkeramik-Artikel von J. Krenz eingefügt. Abbildungen, Tabellen und Unterseiten fehlen noch.&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
{{stub}}&lt;br /&gt;
Graphitkeramik ist ein Oberbegriff für verschiedene Waren, bei deren Herstellung oder Verzierung Graphit verwendet wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*graphitierte Keramik: mit einem Graphitüberzug bzw. einer Graphitbemalung&lt;br /&gt;
*[[Graphittonkeramik]]. Neben einer vor allem in Österreich sowie Böhmen und Mähren verbreiteten [[Graphittonware (Österreich, Böhmen und Mähren, FMa)]] gehören hierzu auch [[Graphittontiegel|graphitgemagerte Tiegel]].&lt;br /&gt;
*[[Eisentonkeramik]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einführung==&lt;br /&gt;
Graphitkeramik ist seit dem Neolithikum bekannt (Dostál 1998, 67), in der Bronzezeit belegt (Dell`Mour 2002, 84) und hat den ersten Höhepunkt ihres Vorkommens in der Eisenzeit – insbesondere in der Latènezeit. Um die Zeitenwende verliert sich ihre Spur. Im 8. Jh. erscheint sie im niederösterreichischen Donauraum erneut und wird im Verlauf des 9./10. Jh. dort und in den angrenzenden Gebieten, v.a. Mähren und Schlesien, bis ins 13. Jh. zeitweise zur bestimmenden Warenart (Mittelstraß 2007, 244; Felgenhauer-Schmiedt 1998, 201).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachweisbar ist mittelalterliche Graphitkeramik heute in Österreich, Polen, Tschechien, Slowenien, Ungarn und Deutschland (Scharrer-Liška 2003, 46). Der Forschungsstand in diesen Regionen ist sehr unterschiedlich. Während in Österreich und Tschechien bereits einiges an Forschungsarbeit geleistet wurde, hat die Graphitkeramik in den übrigen Regionen aus unterschiedlichen Gründen noch wenig Interesse erfahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im deutschen Raum ist dies v.a. auf den Umstand zurückzuführen, dass mittelalterliche Graphitkeramik nach jetzigem Forschungsstand (fast) im gesamten Gebiet als reine Importkeramik bewertet werden muss, nur an wenigen Fundplätzen greifbar wird, dort meist nur in geringer Menge vorhanden ist und somit für die Auswertung des Keramikspektrums der jeweiligen Referenzkomplexe nur eine begrenzte Aussagekraft besitzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit vorliegender Arbeit wird ein erster Schritt unternommen, einerseits einen zusammenfassenden Forschungsstand darzustellen und andererseits über eine Kartierung der recherchierten süddeutschen Fundplätze eine Verbreitung dieser Keramikvariante in diesem Gebiet zu erfassen. Dies kann als Grundlage für die zukünftige Beantwortung der aufzuwerfenden Forschungsfragen dienen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gründe für die Verwendung des Minerals Graphit bei der Herstellung von Tongefäßen werden v.a. in den besonderen physikalisch-chemischen Eigenschaften gesucht, die der Graphitkeramik – speziell der Graphittonkeramik (d.h. mit Graphit gemagerter Keramik) – nach heutigem Wissensstand nachgewiesen werden können. Dazu zählen Hydrophobie (der ansonsten wasserdurchlässigen mittelalterlichen Irdenware), die erhöhte Wärmeleitfähigkeit, Temperaturwechselbeständigkeit sowie eine hohe Resistenz gegen Laugen und Säuren (Mittelstraß 2007, 236, Scharrer-Liška 2007, 150). Inwieweit diese Eigenschaften im Früh- und Hochmittelalter bereits bekannt waren, kann derzeit nicht beantwortet werden. Das Typenspektrum der Graphitkeramik im Hochmittelalter weist Formen auf, für die die besonderen Eigenschaften der Graphitkeramik keine Bedeutung hatten (Scharrer-Liška 2007, 150). Hier müssen Gründe wie Tradition und Gewohnheit, Stil, Nachahmung metallischer Gefäße und Prestige genauso in die Interpretation mit einbezogen werden wie mögliche brenntechnische Gründe (Scharrer-Liška 2007, 151). Erst ab dem Spätmittelalter nimmt das Formenspektrum dieser speziellen Keramik wieder ab und beschränkt sich auf Formen wie Kochgeschirr, Vorratsgefäße und Schmelztiegel. Spätestens ab diesem Zeitpunkt kann davon ausgegangen werden, dass die besonderen Eigenschaften der Graphitkeramik bekannt waren (Scharrer-Liška 2007, 150). Mit der im ausgehenden Spätmittelalter / der beginnenden Neuzeit aufkommenden Eisentonkeramik, einer speziellen Variante dieser Keramikart, setzt sich die Entwicklung der Graphitkeramik bis in die Neuzeit fort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Graphit ist ein metallisch glänzender Rohstoff, der auf natürliche Weise aus Faulschlamm unter der Einwirkung von hohem Druck und Temperatur entstand (Scharrer-Liška 2007, 14) (Abb. 1).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Lagerstätten von Graphit in Mitteleuropa sind stark begrenzt und beschränken sich v.a. auf die Böhmische Masse, einem geologisch alten Rumpfgebirge. Bekannte Fundstätten liegen im Bayerischen Wald und ziehen über Böhmen, den mährisch-schlesischen Raum, das Mühl- und Waldviertel, den Dunkelsteiner Wald bis in die Grauwackerzone der Steiermark und Kärntens in Österreich (Abb. 2). Unbedeutendere Lagerstätten befinden sich in Tirol (Scharrer-Liška 2007, 15; 2003, 45). Im deutschen Grenzgebiet ist der Passauer Raum, speziell die Region um das heutige Kropfmühl, für Graphitvorkommen bekannt. Bei der archäologischen Lagerstättenkartierung muss allerdings der Umstand beachtet werden, dass i.d.R. nur heutige abbauwürdige Vorkommen kartiert werden, kleinräumigere Vorkommen dagegen nicht bekannt sind oder in der Vergangenheit bereits ausgebeutet wurden und aus diesen Gründen nicht erfasst werden (Mittelstraß 2007, 244).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Forschungsgeschichte==&lt;br /&gt;
Außer in einem kurzen Zeitraum während des frühen 13. Jh., als nach Vermutung von T. Mittelstraß im Hinterland von Passau ein Produktionsstandort existiert haben könnte (Mittelstraß 2007, 251), muss nach jetzigem Forschungsstand mittelalterliche Graphitkeramik in Süddeutschland vom Früh- bis zum Ende des Spätmittelalters als reine Importkeramik, v.a. aus österreichischen und böhmisch-mährischen Gebieten, angesehen werden. Durch diesen Umstand bedingt, sind derartige Scherben in den meisten Fundkomplexen nur in sehr geringer Anzahl vorhanden und für die Auswertung der Keramikkomplexe oft zu unbedeutend in ihrer Aussagekraft. Entsprechend schmal ist die Publikationslage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einzig bekannte Veröffentlichung zum Thema ist ein Artikel von T. Mittelstraß aus dem Jahr 2007 „Graphitkeramik des Mittelalters und der frühen Neuzeit in Altbayern. Ein Beitrag zum Beginn und zur Frühzeit der Obernzeller Produktion“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besser ist hier der Forschungsstand in Österreich, wo Graphitkeramik vom 8.–13. Jh. in viel stärkerem Ausmaß vorkommt und in bestimmten Gebieten in diesem Zeitraum zur vorherrschenden Keramikart wird. Hier sind v.a. die Arbeiten von S. Felgenhauer-Schmiedt, G. Scharrer-Liška und K. Kühtreiber zu nennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiteres wichtiges Herstellungs- und Verbreitungsgebiet der mittelalterlichen Graphitkeramik war die Region Mähren, die von B. Dostál und Č. Staňa bearbeitet wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Aussagekraft dieser Publikationen ist für die Region Süddeutschland hinsichtlich Verbreitung und Fundaufkommen allerdings begrenzt und besitzt in erster Linie für wirtschaftsgeschichtlich-archäologische Fragestellungen Relevanz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verbreitung==&lt;br /&gt;
Das erneute Aufkommen der Graphitkeramik im Mittelalter nahm nach bisherigem Forschungsstand seinen Anfang in Österreich. Dort ist sie in wiederbesiedelten antiken Orten in den entsprechenden nachrömischen Schichten archäologisch im ausgehenden 8. Jh. nachweisbar, so in Tulln, Mautern und Wien. Sicher zu belegen ist die weitere Verbreitung im 9. Jh. im niederösterreichischen Donauraum. Von dort greift die Graphitkeramik im späten 9. und beginnenden 10. Jh. nach Mähren und die Gebiete nördlich, östlich und westlich davon aus (Felgenhauer-Schmiedt 1998, 200).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Mähren ist Graphitkeramik v.a. auf slawischen Burgen dokumentiert. Beispiele hierfür bilden der Burgwall Staře Zámsky bei Brno-Lišeň (ab frühem 10. Jh.), Zelená Hora (Anfänge im 10. Jh., stark vertreten im 11.–13. Jh.) und die Burg Přerov (ab 10. Jh.) (Staňa 1998, 88–114).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im heutigen Polen erreichte die Graphitkeramik ihre stärkste Verbreitung im 12./13. Jh., älteste Gefäße können aber bereits in Opole im 9./10. Jh. nachgewiesen werden (Zamelska 1998, 33). In schlesischen Gebieten finden sich Graphitgefäße z.B. in Chotěbuz-Podobora, Hradec nad Moravici und Stavenice ebenfalls ab der Mitte des 10. Jh. Im 11./12. Jh. steigt hier die Beliebtheit von Graphitkeramik in solchem Maße, dass alle Formen der Keramik mit Graphitmagerung hergestellt wurden und sie auf fast allen Fundstellenarten, auf befestigten Plätzen, in dörflichen Ortschaften, in Gräbern und Städten auftritt (Kouřil 1998, 39 ff.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In böhmischen Fundkomplexen wird Graphitkeramik eher selten geborgen. Dort nahm sie sowohl im Früh- als auch im Hochmittelalter nirgends eine dominierende Stellung ein. Erst ab dem 13. Jh. ist sie im Siedlungsmaterial in nennenswertem Umfang nachweisbar, scheint allerdings bereits im 14. Jh. keine Rolle mehr zu spielen (Mittelstraß 2007, 249).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im heutigen Deutschland ist mittelalterliche Graphitkeramik nach neuestem Forschungsstand sehr früh belegt. Mit dem Kastell Boiotro in Passau (Altjohann 2012, 92) und dem Rauhen Kulm (Freundlicher Hinweis PD. Dr. H. Losert, unpubliziert) bei Neustadt am Kulm sind Fundplätze verbürgt, deren Material bereits ins 8./9. Jh. datiert (Abb. 3). Falls es sich um Import handelt, kann als Herstellungsgebiet allein der niederösterreichische Raum in Frage kommen. Dies setzt einen intensiven Handelsaustausch mit dieser Region zu einem sehr frühen Zeitpunkt voraus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Graphitkeramik der Abtei Frauenwörth (Chiemsee) (Mittelstraß 2007, 257) und aus der Grabung am Donaumarkt in Regensburg (Freundlicher Hinweis I. Nießen) liegt Fundmaterial aus dem 9./10.–12. Jh. vor. Der Großteil der weiteren Fundplätze in Süddeutschland zeigt Material mit Datierungen zwischen dem 10.–13. Jh. Als westlichster Punkt von Graphitkeramik muss derzeit ein Fund von zwei Graphittonscherben vom nordwestlichen burgnahen Hangbereich des Schlosses Pappenheim im Lkr. Weißenburg-Gunzenhausen gewertet werden (Freundlicher Hinweis PD Dr. phil. habil. Schußmann: Scherbe Nr. 1 wurde zunächst als latènezeitlich publiziert – Schußmann 1997, 108, mit dem Fund einer – später gefundenen – passenden Randscherbe als mittelalterliches Fundgut des 11./12. Jh. n. Chr. identifiziert).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Betrachtung der Verbreitungskarte (die allerdings einen temporären Forschungsstand darstellt) zeigt eine Abnahme der Funddichte Richtung Westen in Relation zu den Graphitlagerstätten (Abb. 4).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die spätmittelalterliche/frühneuzeitliche Eisentonware (Abb. 5) gelangte bedeutend weiter westlich und wartet mit Fundstätten in Ulm und Geislingen auf (Schreg, Blog Archaeologik 05.01.2015). Nachweisbar ist sie auch im Gebiet um Passau (Endres 1998, Mittelstraß 2007, Böhmer 2015), in Bad Aibling (Mittelstraß 2007), Regensburg (Wintergerst 1999), Murnau (Mittelstraß 1994) und auf der Saldenburg (Endres 1994). Irritierend ist hier allerdings die Fundarmut dieses Materials zwischen dem östlichsten und westlichsten bekannten Verbreitungspunkt in Deutschland. (Als weiterer Fundplatz kann lt. Zeichnungen und Beschreibungen die Abtei Frauenwörth in Chiemsee angenommen werden [Hänsel 1966, Tafeln 4.10 und 5.18].)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das massenhafte Auftreten graphitengobierter Scherben als Oberflächenfunde auf den Burgen des 12./13.–15. Jh. der Schwäbischen Alb, wo diese Ware unter der Bezeichnung „grauschwarz hart gebrannte Drehscheibenware“ firmiert (Bizer 2006), will sich nicht so recht in das bisher bestehende Muster einpassen lassen. Hier müssen ein fehlender Forschungsstand oder Bestimmungsprobleme in die Interpretation mit einbezogen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In welcher Form Graphitton verhandelt wurde, ist nicht gesichert. Denkbare Alternativen wären der Handel mit fertigen Gefäßen, mit Graphitton als Rohmaterial oder mit Rohgraphit (Scharrer-Liška 2003, 46). An Fundplätzen, an denen nur vereinzelte Scherben in einem ansonsten andersgearteten Keramikspektrum auftreten, ist zudem die Möglichkeit zu bedenken, dass Graphitgefäße als reine Transportgefäße für Waren, bei denen die hydrophobe Eigenschaft des Transportgefäßes eine wichtige Rolle spielte (z.B. Salz), zufällig vor Ort gelangten. Dies könnte auf den Burgstall Warberg bei Neunburg vorm Wald, den Burgberg in Meißen oder die Burg Wittelsbach zutreffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warenart(en)==&lt;br /&gt;
Der Umgang mit dem Begriff der „Warenart(en)“ ist in der Keramikforschung insofern problematisch, als dass er im deutschsprachigen Raum mit verschiedenen Inhalten belegt wird. U. Groß steht stellvertretend für eine Forschungsrichtung, die unter „Warenart“ Keramikgruppen fasst, die formale und technische Merkmale in sich vereinen. G. Scharrer-Liška als wichtige Vertreterin der hier behandelten Keramik versteht unter „Warenart“ Keramikgruppen gleichen Materials und Herstellungstechnik, die formale Kriterien vorerst als irrelevant definiert, da die meisten Formen – je nach Zeitstellung – in sehr unterschiedlichen Warengruppen auftreten können (Scharrer-Liška 2007, 76).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für den süddeutschen Raum wurden bislang nur wenige Versuche unternommen, die mittelalterliche Graphitkeramik zu untergliedern. Als frühestes Beispiel kann B. Hänsel angeführt werden, der bei der Bearbeitung des Fundplatzes Abtei Frauenwörth (Chiemsee) die Graphitkeramik in drei Unterklassen (D 1–3) unterteilt (Abb. 6) (Hänsel 1966, 177). Da bei seiner Unterteilung auch latènezeitliches Material Eingang findet, des Weiteren die Datierung durch den frühen Zeitpunkt der Bearbeitung des Fundkomplexes (1966) ungewiss erscheint, eignet sich diese Warenartuntergliederung nur bedingt. Ein weiteres Modell der Untergliederung liefern B. Engelhardt und R. Pleyer bei ihrer Bearbeitung des Burgstalls Saunstein (Engelhardt/Pleyer 1986, 71). Sie unterscheiden die drei „Macharten“ A – C. Dabei ist allerdings nur Machart B sicher als Graphitkeramik zu identifizieren, Machart A und C beinhalten sowohl Graphitkeramik als auch Keramik mit Glimmer- und Goldglimmermagerung. Auch dieses Modell greift in seiner Einteilung zu kurz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
G. Scharrer-Liška bietet ein Modell der Warenarten ihres Bearbeitungsgebietes (Niederösterreich) an, in welchem sie sieben Warengruppen definiert, von denen Warenarten 1–3 verschiedene Formen der Graphitkeramik aufnehmen (Scharrer-Liška 2007, 76).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer Publikation von E. H. Huber/K. Kühtreiber/G. Scharrer aus dem Jahr 2003 tritt als Warenart 4 noch die Eisentonkeramik hinzu (Abb. 7) (Huber/Kühtreiber/Scharrer, 2003, 46).&lt;br /&gt;
Ein weiteres System wurde von K. Kühtreiber 2006 publiziert, in welchem sie Graphitkeramik wiederum als EINE Warenart definiert, als primäres Unterscheidungskriterium die Stärke der Magerung wählt und dieser den Brand als Differenzierungsmerkmal unterordnet (Kühtreiber 2006, 96).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den benannten Beispielen wird ein grundsätzliches Problem bei der Erfassung der Graphitkeramik deutlich. Während in Deutschland Graphitkeramik als EINE Warenart definiert wird, die über formale Kriterien weiter untergliedert wird, versteht man im österreichischen Raum Graphitkeramik als Oberbegriff, die existierenden Varianten nach der Definition von G. Scharrer-Liška als eigene Warenarten (außer im System von K. Kühtreiber). Diese kommunikative Unschärfe erschwert die Parallelisierung von Systematisierungssystemen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allen diesen Modellen ist gemeinsam, dass sie sich auf einen konkreten Fundplatz oder ein territorial begrenztes Gebiet beziehen und somit den Rahmen für die Untergliederung sehr eng abstecken. Eine eigene, unabhängige Untergliederung für das süddeutsche Fundgut als fast ausschließlichen Import ignoriert die Herkunft und die damit verbundenen Interpretationsmöglichkeiten. Um die mit der Graphitkeramik in Zusammenhang stehenden Fragestellungen beantworten zu können, erscheint ein Denken in größeren Zusammenhängen sinnvoll. Nötig wäre hier eine – nur der Graphitkeramik in allen ihren Ausprägungen vorbehaltene – Warenartgliederung, die sowohl archäometrische als auch formale Kriterien beinhaltet, sich länderübergreifend auf die Herstellungsregionen stützt und so die Chance bietet, das in den Importregionen zu Tage getretene Fundgut zeitlich und räumlich einzuhängen. Damit wären die Voraussetzungen zur Beantwortung vieler archäologischer Fragen rund um diese Form der Keramik geschaffen. Da diese überregionalen Gliederungen für die Herstellungsgebiete noch fehlen, muss dies zukünftigen Generationen überlassen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Varianten==&lt;br /&gt;
Graphit wurde in unterschiedlicher Weise eingesetzt, um dem Ton von Gefäßen eine höhere Funktionalität, den Gefäßen selbst ein höheres Prestige oder einen gesteigerten Marktwert zu verleihen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Übereinstimmung mit T. Mittelstraß (Mittelstraß 2007, 235 mit Anm. 1) und G. Scharrer-Liška (Scharrer-Liška 2003, mit Anm. 1) wird hier der Begriff „Graphitkeramik“ verwendet und darunter jede Form von mit Graphit behandeltem Ton verstanden. Der in der Literatur oft synonym verwendete Begriff Graphittonkeramik bleibt ausschließlich der mit Graphit gemagerten Keramik vorbehalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Graphittonkeramik]]&lt;br /&gt;
*[[Graphitengobierte Keramik]]&lt;br /&gt;
*[[Graphitierte Keramik]]&lt;br /&gt;
*[[Ummäntelte Graphittonkeramik]]&lt;br /&gt;
*[[Keramik mit Graphitbemalung]]&lt;br /&gt;
*[[Eisentonkeramik]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Formen==&lt;br /&gt;
Die keramischen Formen der Graphitkeramik entwickeln sich im Früh- und Hochmittelalter zunächst analog der Formen der graphitfreien Keramik. Das keramische Spektrum ist in dieser Periode sehr eingeschränkt und erstreckt sich fast ausschließlich auf Töpfe, vereinzelt auch Backteller (Abb. 14).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Sonderformen von Töpfen können in Österreich ab dem 11. Jh. speziell gestaltete Vorratsgefäße identifiziert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Beginn des Hochmittelalters erweitert sich das Formenspektrum auf Deckel, Pfannen und Schüsseln, ab dem 12. Jh. kommen Bügelkannen und ab dem 13. Jh. Krüge und Aquamanile hinzu (Scharrer-Liška 2003, 8) (Abb. 15). Dies lässt sich mit der Differenzierung der sozialen Gepflogenheiten, d.h. von Haushalts- und Tischsittengestaltung parallelisieren, die vom südwestlichen und südlichen Deutschland (vermutlich durch den von hier ausgehenden Landesausbau) in den österreichischen Donauraum wirkt (Scharrer-Liška 2007, 34). Erst im ausgehenden Spätmittelalter und v.a. mit dem Aufkommen der Eisentonkeramik minimiert sich das Formenspektrum der Graphitkeramik und beschränkt sich auf Töpfe, Vorratsgefäße, Schmelztiegel, technische Keramik und Kacheln, für die die besonderen Eigenschaften der Graphitkeramik von bedeutendem Vorteil waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine gegenläufige Entwicklung nimmt die graphitengobierte grauschwarz hartgebrannte Drehscheibenware. Ihr Typenspektrum erweitert sich im Spätmittelalter enorm und weist neben den weiterhin dominierenden Töpfen auch Kannen, Flaschen, Dreifußgefäße, Schüsseln, Lampenschälchen, verschiedene Deckelformen und kugelförmige Becher auf (Bizer 2006, 50 f.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verzierungen==&lt;br /&gt;
Grundsätzlich folgte auch die Verzierung der Graphitkeramik den Entwicklungen, die graphitfreie Keramik im Mittelalter nahm. Im Frühmittelalter, teilweise auch im Hochmittelalter, scheinen die Gefäße üppiger verziert als in späteren Zeiten. Als vorherrschende Verzierungen der frühen Periode können Wellenlinien, Wellenbänder, Einstichmuster und horizontal umlaufende Dekore identifiziert werden (Abb. 16). Diese werden später durch horizontal umlaufende Linien oder Linienbänder abgelöst, von Dekoren also, die durch das Aufkommen der Töpferscheibe wahrscheinlicher werden. Spätestens mit dem städtischen Handwerk, das bereits einer vorindustriellen Herstellung glich, wurden Verzierungen scheinbar nur dann angebracht, wenn es der Herstellungsprozess erlaubte (Scharrer-Liška 2007, 23).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verzierungen des Fundmaterials aus Süddeutschland zeigen eine kongruente Entwicklung. Als früheste Muster treten Wellenlinien verschiedenster Ausprägungen, z.T. zwischen umlaufenden Rillen, Schrägkerben- und Tupfenreihen, innenverzierte Ränder, Bodenmarken bzw. Töpferzeichen in Form von Kreuzen sowie im Hochmittelalter breite Gurtbänder auf Vorratsgefäßen auf. Eisentonwaren zeichnen sich regelhaft durch Stempelmarkierungen sowie Rillen/Riefen unter dem Rand aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Herstellungstechnik==&lt;br /&gt;
Die Herstellung von Graphitkeramik im Mittelalter erfolgte zunächst analog der Herstellung anderer Warenarten. Der Töpfer musste den Ton aufbereiten. Dazu wurde der Rohstoff der Witterung ausgesetzt, das sogenannte Wintern, Wettern oder Einsumpfen setzte ein. Danach erfolgte das Schlemmen des Tones, Verunreinigungen und überflüssiges Wasser wurden entfernt. Das anschließende Kneten minimierte mögliche Luftblasen und erhöhte die Bearbeitbarkeit des Tones (Felgenhauer-Schmiedt, o. J., 35). Die Magerung eines Tones mit Graphit ist mit einigen zusätzlichen Arbeitsschritten und Herausforderungen verbunden. Ein natürlicher hoher Graphitgehalt oder starker künstlicher Graphitzuschlag im Ton verringern dessen Plastizität, weshalb es schwierig ist, mit diesem Ton dünnwandig zu arbeiten. Dies wird als Grund angeführt, dass insbesondere die frühen, stark graphithaltigen Gefäße ein eher archaisches Aussehen hatten und als plumpere Varianten der graphitfreien Gefäße galten. Erst mit dem Aufkommen von Drehhilfen und Tonen, die tendenziell immer weniger Graphit enthielten, ist eine Verfeinerung des Bildes der Graphitkeramik zu beobachten (Mittelstraß 2007, 236, Scharrer-Liška 2007, 21 f.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund seiner hydrophoben Eigenschaften ist Graphit im feuchten Zustand nur schwer mit dem Ton zu vermischen. Um eine gleichmäßige Textur des Tones zu erreichen, werden zwei mögliche Varianten der Herstellung diskutiert. Eine Möglichkeit stellt die Vermischung unter starkem körperlichem Einsatz durch das Abtreten mit den Füßen dar. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, sowohl Ton als auch Graphit zunächst zu trocknen, zu zerreiben, wieder zu vermischen und mit Wasser zu versetzen (Scharrer-Liška 2007, 21). Im Frühmittelalter sprechen Dickwandigkeit der Gefäße, unregelmäßige Formgebung und senkrechte Verstreichspuren an den inneren Gefäßwänden für einen Handaufbau. Im Hochmittelalter liefert das Vorhandensein von Bodenmarken und Quellböden Hinweise auf die Verwendung von handgetriebenen Drehhilfen (Scharrer-Liška 2007, 21 ff.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor dem Brennen des Tones wurden Einstiche oder Schnitte in die dickeren Teile des Gefäßes eingebracht, um eine schnellere und gleichmäßigere Trocknung des Tones zu erreichen und das Risiko des Reißens während des Brennvorgangs zu minimieren. Graphit oxidiert bei Sauerstoffzufuhr bei 400–500°C und verbrennt bei 700–1000°C, unter reduzierenden Bedingungen setzt diese Reaktion erst bei ca. 3.500°C ein. Die Brennatmosphäre wurde entsprechend entweder reduzierend gestaltet oder die Gefäße wurden bei sehr niedrigen oxidierenden Temperaturen gebrannt (Scharrer-Liška 2007, 25). Für die unter reduzierenden Bedingungen hergestellte frühmittelalterliche Graphitware von Thunau am Kamp in Niederösterreich konnte mittels mikroskopischer Untersuchungen festgestellt werden, dass der Brenntemperaturbereich zwischen 700–900°C lag (Dell’Mour 2002, 91).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verbesserung der Brenntechnik vom Früh- zum Hochmittelalter ermöglichte in Niederösterreich dann das Aufkommen der Ummäntelten Graphittonkeramik (Scharrer-Liška 2007, 25).&lt;br /&gt;
Bei der Herstellung engobierter Graphitkeramik wurde auf ein graphitfreies, lederhartes Gefäß vor dem Brand eine Graphitengobe aufgebracht. Diese Engobe war vermutlich eine Mischung aus geschlämmtem Ton und Graphitbrei. Das Auftragen erfolgte mit einem Tuch oder Leder, Begießen oder Tauchen kamen, wie experimentalarchäologische Versuche zeigten, eher nicht in Betracht, da sich wegen der Saugfähigkeit des lederharten Materials eine zu dicke Engobeschicht bildet, die zu Blasenbildung und Abplatzungen neigt (Böhmer 2008, 146). Der Brand graphitengobierter Waren setzte ab der mittleren Brennphase einen kontrollierten Reduktionsbrand voraus. Beim Nachheizen musste der zugeführte Sauerstoff vollkommen im Feuerraum verbrennen und durfte nicht an die Ware gelangen, um den Graphit an der Oberfläche zu halten (Böhmer, 2008, 149).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Graphitierung der Keramik erfolgte erst nach dem Brand der Gefäße. Dazu wurde das Keramikobjekt mit Graphitstaub eingerieben. Eventuell erfolgte ein kurzer Stabilisierungsbrand (Mittelstraß 2007, 242).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Scherbenbeschaffenheit==&lt;br /&gt;
Die Scherbenbeschaffenheit, d.h. Merkmale wie Magerungsdichte, Magerungsgröße, Härte, Farbe, Beschaffenheit der Oberfläche, Brandatmosphäre, Wandstärke und Porosität variieren innerhalb der verschiedenen Ausprägungen der Graphitkeramik und deren zeitlichen, örtlichen und technischen Modifikationen derart stark, dass sie hier nicht zusammengefasst werden können. Erschwerend kommt hinzu, dass einheitliche Merkmale in der Literatur zu den süddeutschen Fundkomplexen nur z.T. publiziert wurden, so dass sich aufgrund des begrenzten Informationsstandes Aussagen verbieten. Generell scheint sich bei den frühen Formen aber abzuzeichnen, dass Graphitkeramik im Vergleich zur sonstigen mittelalterlichen Keramik deutlich weicher gebrannt ist. Wenn benannt, erreicht die Keramik selten mehr als den Härtegrad „2“ nach Mohs. Auch ist beim süddeutschen Fundgut meist von einer reduzierenden Brandführung auszugehen. Dies ist allerdings in den Kontext eines fehlenden Forschungsstandes zu anderen Varianten der Graphitkeramik im süddeutschen Raum zu stellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als abweichende Ausnahmeerscheinung treten wieder die Oberflächenfunde aus den Burgen der Schwäbischen Alb auf. Diese Art der engobierten Graphitkeramik ist hart bis sehr hart gebrannt, im Bruch einheitlich grau bis mittelgrau und gleichförmig dunkel bis schwarzgrau auf der Oberfläche (Bizer 2006, 50).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Sozialer Kontext==&lt;br /&gt;
Graphitkeramik tritt im gesamten Verbreitungsgebiet sowohl im dörflichen Raum als auch in aufkommenden städtischen Siedlungen und auf Burgen auf. Beim Siedlungstyp der Burgen ist – wie im österreichischen Raum – in Süddeutschland keine Einheitlichkeit zu verzeichnen. Auf manchen Burgen ist Graphitkeramik nachweisbar, an anderen Fundplätzen fehlt sie im Fundgut. G. Scharrer-Liška sieht hierin einen Hinweis auf unterschiedliche Funktionen oder Nutzungsweisen der Burgen (ländliches Gehöft oder adeliges Milieu) (Scharrer-Liška 2007, 74).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Graphitgemagerte Vorratsgefäße scheinen sich im österreichischen Verbreitungsgebiet vorwiegend im ländlich-dörflichen Bereich, aber auch in Siedlungen fassen zu lassen, die sich später zu Städten entwickelten (Scharrer-Liška 2007, 74). Für Süddeutschland sind aufgrund der geringen Funddichte keine eindeutigen Aussagen zu treffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Generell scheint es bis zum Ende des Hochmittelalters zwischen sozialen Schichten so gut wie keine Unterschiede bei der Verwendung von Graphitkeramik gegeben zu haben, zumindest sind in Gebieten mit besserem Forschungsstand durchwegs überall gleiche Formen und gleiche Wertschätzung zu verzeichnen. Erst im Spätmittelalter ist eine gewisse Differenzierung hinsichtlich Qualität und Anteile verschiedener Formen im städtischen und ländlichen Milieu greifbar (Scharrer-Liška 2007, 74).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wertschätzung, die Graphitkeramik erhalten hat, ist sicherlich an den Reparaturspuren ablesbar. Trotz des geringen Fundaufkommens sind für Süddeutschland diese Flickungen für mindestens drei Fundkomplexe sicher belegt, den Rauhen Kulm und die Burgen Wittelsbach und Sulzbach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Forschungsfragen==&lt;br /&gt;
Graphit als lagerstättenbedingt begrenzt vorkommendes Mineral in Verbindung mit Graphitkeramik als weit verhandeltem archäologischen Fundgut bietet der Forschung ein breites Feld von Fragen (Kouřil 1998, 38, Bogusław 1938, 18).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fragenkomplex zum Material&lt;br /&gt;
*Gründe für die Nutzung von Graphit als Magerungsbestandteil&lt;br /&gt;
*Bestimmung der Funktion der Gefäße&lt;br /&gt;
*Herstellungs- und Produktionstechnik der Keramik, Brennverfahren, Aussagen über technische Weiterentwicklungen im Töpferhandwerk&lt;br /&gt;
*Naturwissenschaftliche Untersuchungen hinsichtlich der Beziehung von Magerungsanteil des Graphits, Magerungsgröße der Graphitpartikel und den physikalischen Eigenschaften der Gefäße&lt;br /&gt;
*Einfluss von sekundären Formationsprozessen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Chronologische Fragestellungen&lt;br /&gt;
*Beginn der Graphitkeramikproduktion in den verschiedenen Regionen und ihre Fortentwicklung im Hoch- und Spätmittelalter&lt;br /&gt;
*Datierung der verschiedenen Formen und Warenuntergruppen&lt;br /&gt;
*Import- und/oder Kreuzdatierung für Fundplätze in Importregionen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Typologische und morphologische Fragestellungen (Kouřil 1998, 38)&lt;br /&gt;
*Randformen, Gefäßformen, typologische Reihen&lt;br /&gt;
*Tektonik der Gefäße&lt;br /&gt;
*Bearbeitung der Oberfläche, Verzierungen, Dekor, Markenzeichen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wirtschaftsgeschichtliche Fragestellungen&lt;br /&gt;
*Provenienz der Tone und des Graphits&lt;br /&gt;
*Transportwege, Handelsrouten, Richtungen und Weisen des Vertriebs (Gefäße, Ton, Graphit als Rohstoff?)&lt;br /&gt;
*Organisation des Töpferhandwerks (grundherrschaftlich, regional)&lt;br /&gt;
*Identifikation von Töpfermanufakturen und Absatzmärkten&lt;br /&gt;
*Beobachtungen von Veränderungen und Rückschlüsse auf gesellschaftliche Umbrüche&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Soziale Fragestellungen&lt;br /&gt;
*Sozialer Kontext, Informationen zum Arbeits- und Alltagsleben der Nutzer und Hersteller&lt;br /&gt;
*Definition von sozialen Kontakträumen&lt;br /&gt;
*Aussagen hinsichtlich gesellschaftlicher Stellung von Bevölkerungsschichten sowie entsprechender sozialer Strukturveränderungen&lt;br /&gt;
*Aussagen zur „Wertigkeit“ bestimmter Merkmale der Keramik und Rückschlüsse auf dahinterstehende soziale, psychologische und identitätsstiftende Wahrnehmungs-, Denkmuster und Bedeutungsebenen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Naturwissenschaftliche Analysen==&lt;br /&gt;
Bisher wurden erst wenige wissenschaftliche Analysen an Graphitkeramik durchgeführt, die sich auf die Warenart als Solche beziehen. Als umfassendste kann die Untersuchung von G. Duma und C. Ravasz „Graphithaltige Gefäße aus Österreichs Mittelalter“ (1976) benannt werden, in der verschiedene Aspekte im Zusammenhang mit dieser Keramikart untersucht wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein wesentliches Element bei der wissenschaftlichen Erforschung der Graphitkeramik ist die Bestimmung ihrer physikalischen und chemischen Eigenschaften, d.h. die Untersuchung der Rolle des intentionell in den Ton beigegebenen Graphits bzw. der bewussten Nutzung von Graphiterde – einem natürlichen Verwitterungsprodukt in Regionen des Vorkommens von Graphit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Testserie bei Duma/Ravasz (Duma/Ravasz 1976, 234 ff.) wurden vier Graphittonproben auf der Basis gleichartigen Tons mit jeweils 5%, 10%, 20% und 40% feingekörntem Naturgraphit gemagert (bei 84% Kohlenstoffgehalt des Graphits ergab dies Proben mit 4,2%, 8,4%, 16,8% und 33,6% Kohlenstoff) und bei 900°C reduzierend gebrannt. Für einen 15 mm dicken Scherben wurden folgende Ergebnisse erzielt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hydrophobie: Bei den Testserien wurde festgestellt, dass die Probe mit 16,8% reiner Graphitmagerung kein Wasser mehr aufnahm, sowohl die Oberfläche als auch die Gesamtmenge des Scherbens als hydrophob gelten konnte. Diese Eigenschaft nahm kontinuierlich mit abnehmenden Graphitgehalt ab. In der Konsequenz bedeutet dies, dass zwischen einer Graphitmagerung von 8,4% und 16,8% die Irdenware eine Wasserundurchlässigkeit erreicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wärmeleitfähigkeit: Hierfür wurde die Probe mit 16,8% Graphitmagerung sowie ein gleichwertiger 15 mm dicker graphitfreier Scherben hinsichtlich der Frage untersucht, welcher Zeitraum nötig ist, sowohl Innen- als auch Außenseite eines Gefäßes auf eine Temperatur von 105°C zu erhitzen. Während für das graphitfreie Gefäß hierfür 17 min nötig waren, erreichte das mit 16,8% graphitgemagerte Gefäß diese Temperatur nach 9,5 min.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Temperaturwechselbeständigkeit: Die Wärmeausdehnung des Scherbens (Dilatation) nimmt infolge des Graphitgehaltes ab, bereits beträchtlich bei einer Magerung mit 16,8% Graphit, wodurch das Gefäß eine deutlich höhere Widerstandsfähigkeit gegen Temperaturschwankungen entwickelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Gefäße mit einer Graphitengobierung eines ansonsten graphitfreien Tones die Eigenschaften von graphithaltigen Tongefäßen nicht aufweisen können (Duma/Ravasz 1976, 236).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Untersuchung von G. Duma/R. Ravasz wurden weitere Ergebnisse formuliert, die eine breitere Diskussionsbasis für offene Forschungsfragen hinsichtlich der süddeutschen Graphitkeramik schaffen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Graphithaltige Tongefäße können im Boden eingebettet den korrosiven Wirkungen der Bodenumgebung dauerhaft widerstehen. Es konnten keine auf Rehydratationsprozesse hindeutende Charakterzüge festgestellt werden (Duma/Ravasz 1976, 234).&lt;br /&gt;
** → Das Graphitkeramik durch sekundäre Formationsprozesse dennoch Veränderungen durchläuft, zeigen zwei anpassende Scherben von Eisentonkeramik aus einer Notgrabung in Ulm (Weinhof 23), von denen eine noch einen deutlichen Graphitanteil aufweist, die andere aber nicht (Schreg Blog Archaeologik (05.01.2015)).&lt;br /&gt;
*Anders als in der Literatur geäußert, verlieren regelmäßig erhitzte Gefäße einen Teil ihres Kohlenstoffs auch während des Gebrauchs. Bei jedem nicht reduzierendem Brand, dem Graphitkeramik ausgesetzt wird (also auch bei Überhitzung am Kochfeuer), oxidieren Graphitanteile zu Kohlenstoffdioxid und entweichen als Gas (Endres 182, 52; ebenso: Duma/Ravasz 1976, 234). Graphithaltige Tongefäße können demnach nicht nur aufgrund ihres Kohlenstoffgehaltes in Gruppen systematisiert werden.&lt;br /&gt;
** → Dies ist im Hinblick auf die Definition von Warenuntergruppen anhand des Graphitgehalts von nicht unbeträchtlichem Belang.&lt;br /&gt;
*Eine naturwissenschaftliche Untersuchung von vier österreichischen und drei ungarischen Proben, die aufgrund ihrer äußeren Merkmale als „identische Wiener Gefäße“ archäologisch angesprochen wurden, ergab keine Herkunft aus den gleichen Gebieten. Die archäologische Bestimmung der drei ungarischen Proben konnte mit Recht angezweifelt werden (Duma/Ravasz 1976, 228). &lt;br /&gt;
** → Graphitkeramik aus Süddeutschland wird fast ausschließlich als Importware definiert. Aufgrund der Tonbeschaffenheit und formaler Kriterien der Scherben werden Bezüge zu möglichen Herstellungszentren und daraus resultierend Thesen zu Handelbeziehungen, sozialen Kontakträumen und grundherrschaftlicher Durchdringung formuliert. Das Ergebnis der Untersuchung zeigt die Notwendigkeit für ein Bewusstsein über derartige Fehlerquellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere wissenschaftliche Untersuchungen stellen über die Analyse der mineralogisch-petrographischen Bestandteile der Graphittone die archäologische Fragestellung nach der Herkunft des Graphits und des Rohtones sowie damit in Zusammenhang stehende Thesen zu wirtschaftsgeschichtlichen Fragestellungen in den Vordergrund.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu nennen sind hier die Publikationen von R. W. Dell’Mour „Mikroskopische Untersuchungen an frühmittelalterlicher Keramik von Thunau am Kamp, NÖ Lokalware – Importe – Rohstoffherkunft“ (2002), J. Dvorská/L. Poláček/G. Schneider „Chemische Analyse der Keramik von Mikulčice“ (1998) und M. Gregerová/R. Procházka „Erste Ergebnisse naturwissenschaftlicher Untersuchungen an Graphittonkeramik aus Brno (Brünn)“ (1998). Für Süddeutschland besitzen diese Untersuchungen aufgrund ihrer Regionalität nur wenig Aussagekraft, können aber als Vorbild für ähnliche Untersuchungen dienen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Fazit==&lt;br /&gt;
Für die Archäologie bietet die Erforschung der Graphitkeramik aus verschiedenen Gründen erhebliche Möglichkeiten zum Erkenntnisgewinn. Diese reichen von typologischen und morphologischen Fragestellungen, der Herstellungs- und Produktionstechnik der Keramik über die Bestimmung der Funktion der Gefäße bis zu Aussagen zum Alltags-, Arbeitsleben und dem sozialen Kontext der Nutzer und Hersteller. Zusätzlich können naturwissenschaftliche und chronologische Thesen sowie wirtschaftsgeschichtliche Fragestellungen hinsichtlich Handelsrouten, Richtungen und Weisen des Vertriebs und die grundherrschaftliche oder regionale Organisation des Töpferhandwerks aufgeworfen werden. Gleichzeitig stellt mittelalterliche Graphitkeramik die Archäologie aber auch vor enorme Herausforderungen. So ist bis heute eine Unterscheidung vor- und frühgeschichtlicher zu mittelalterlicher Graphitkeramik ausschließlich über die Bestimmung von Rand- und Gefäßformen möglich. Dies stellt eine nicht unerhebliche Fehlerquelle für die Interpretation dar, die wegen des in Süddeutschland nur begrenzt vorhandenen Fundmaterials eine beachtliche Relevanz besitzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kerngebiet der Herstellung der Graphitkeramik ist nach heutigem Forschungsstand im österreichischen Donauraum und in Mähren zu lokalisieren. Die umliegenden Regionen Böhmen, Schlesien und Bayern können in erster Linie als Importregionen interpretiert werden. Eine Beantwortung der genannten Fragestellungen ist demnach nur durch internationale Zusammenarbeit über die heutigen politischen Grenzen hinweg möglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die wissenschaftliche Bearbeitung dieser Keramikvariante setzt aufgrund der Besonderheiten des Material Graphit eine enge Zusammenarbeit mit den Naturwissenschaften und der experimentellen Archäologie voraus. Sie wird damit zum Gegenstand sowohl internationaler wie interdisziplinärer Projekte.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
==Literaturhinweise==&lt;br /&gt;
*Altjohann 2012: M. Altjohann, Das spätrömische Kastell Boiotro zu Passau-Innstadt. Materialhefte zur Bayerischen Archäologie. Fundinventare und Ausgrabungsbefunde (Kallmünz/Opf. 2012). ISBN 13: 978-3-78475-096-5. ISBN 10: 3-784750-966-X.&lt;br /&gt;
*Bizer 2006: Ch. Bizer, Oberflächenfunde von den Burgen der Schwäbischen Alb. Ein Beitrag zur Keramik- und Burgenforschung (Stuttgart 2006). ISBN 13: 978-3-80622-038-4.&lt;br /&gt;
*Böhmer 2008: H. Böhmer, Die Ilzer Schwarzhafner vom Ende des 16. bis Ende des 19. Jahrhunderts. In: R. Mennicken u.a. (Hrsg.), 40 Jahre Keramikforschung. Rückblick – Stand der Forschung – Ausblick. Beiträge zum 40. Internationalen Hafnerei-Symposium des Arbeitskreises für Keramikforschung in Obernzell/Bayern vom 16.09. bis 21.09.2007 (Raeren 2008) 139֪–152. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Böhmer 2015: H. Böhmer, Qualitätszeichen auf Graphit-Keramik des 15. und 16. Jh. In: S. Glaser (Hrsg.), Keramik im Spannungsfeld zwischen Kunst und Handwerk. Beiträge des 44. Internationalen Symposiums Keramikforschung im Germanischen Nationalmuseum, Nürnberg, 19-23. September 2011 (Nürnberg 2015) 77–83. ISBN 13: 978-3-93668-893-1. ISBN 10: 3-93668-893-1.&lt;br /&gt;
*Bogusław 1998: G. Bogusław, Bemerkungen zur Graphittonkeramik als historischer Quelle (am Beispiel der Graphittonkeramik aus Opole). In: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998) 17–19. ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
*Bräuning u.a. 2008: A. Bräuning/R. Schreg/U. Schmidt, Ulm. Archäologischer Stadtkataster Baden-Württemberg. Band 35, 1 Text (Stuttgart 2008). ISBN 13: 978-3-92771-493-9.&lt;br /&gt;
*Dannheimer 1973: H. Dannheimer, Keramik des Mittelalters aus Bayern. Ein Katalog. Kataloge der Prähistorischen Staatssammlung XXI (Kallmünz Opf. 1973). ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Dannheimer 1988: H. Dannheimer, Aschheim im frühen Mittelalter. Archäologische Funde und Befunde. In: J. Werner (Hrsg.), Münchener Beiträge zur Vor- und Frühgeschichte 32, 1 (München 1988). ISBN 10: 3-40630-287-4.&lt;br /&gt;
*Dell’Mour 2002: R. W. Dell’Mour, Mikroskopische Untersuchungen an frühmittelalterlicher Keramik von Thunau am Kamp, NÖ Lokalware – Importe– Rohstoffherkunft, Österreichische Akademie der Wissenschaften, Anzeiger der Philosophisch-Historischen Klasse 136, 2001 (Wien 2002) 69–109. ISBN 13: 978-3-70013-066-6. ISBN 10: 3-70013-066-X.&lt;br /&gt;
*Dostál 1998: B. Dostál, Über die Anfänge der slawischen Graphittonkeramik in Mähren. In: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998) 67–86. ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
*Duma/Ravasz 1976: G. Duma/C. Ravasz, Graphithaltige Gefäße aus Österreichs Mittelalter. In: Archaeologia Austriaca. Beiträge zur Paläanthropologie, Ur- und Frühgeschichte Österreichs 59/60 (Wien 1976) 225–242. ISSN: 1816-2959.&lt;br /&gt;
*Dvorská u.a. 1998: J. Dvorská/L. Poláček/G. Schneider, Chemische Analyse der Keramik von Mikulčice. In: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998) 295–312. ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
*Endres 1982: W. Endres, Zur Entstehung und chemischen Struktur „schwarz“ färbender Pigmente bei unglasierter Irdenware. In: L. Kriss-Rettenbeck/I. Bauer (Hrsg.), Beiträge zur Keramikforschung. Festschrift für Alfred Höck zum 60. Geburtstag. Volkstümliche Keramik aus Europa 2 (München 1982) 47–70. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Endres 1993: W. Endres, Spätmittelalterliche Funde von der Saldenburg, Gde. Saldenburg, Lkr. Freyung-Grafenau. In A. Leidl (Hrsg.), Ostbairische Grenzmarken. Passauer Jahrbuch für Geschichte, Kunst und Volkskunde 35 (Passau 1993) 24–54. ISSN: 0078-6845.&lt;br /&gt;
*Endres 1998: W. Endres, Archäologische Funde. In: J. P. Niemeier/H. W. Schuster/R. Loibl, Ritterburg und Fürstenschloss 2. Archäologische Funde. Begleitband zur Ausstellung im Oberhausmuseum Passau 1998 (Passau 1998). ISBN 13: 978-3-79171-598-8. ISBN 10: 3-79171-583-6.&lt;br /&gt;
*Engelhardt/Pleyer 1986: B. Engelhardt/R. Pleyer, Die archäologische Untersuchung des Burgstalls Saunstein, Gmkg. Mitternach, Gde. Markt Schönberg, Lkr. Freyung-Grafenau. In: A. Leidl (Hrsg.), Ostbairische Grenzmarken 28. Passauer Jahrbuch für Geschichte, Kunst und Volkskunde (Passau 1986) 59–78. ISSN: 0078-6845.&lt;br /&gt;
*Felgenhauer-Schmiedt 1998: S. Felgenhauer-Schmiedt, Graphittonkeramik des Früh- und Hochmittelalters in Niederösterreich. In: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998) 199–212. ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
*Felgenhauer-Schmiedt 1981: S. Felgenhauer-Schmiedt, Herstellungsmethoden der mittelalterlichen Keramik + Katalog. In: O. Harl (Hrsg.), Keramische Bodenfunde aus Wien. Mittelalter – Neuzeit. Eigenverlag der Museen der Stadt Wien (Wien 1981) 35–126. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Gemeindeblatt Markt Obernzell (September–Dezember 2017): Hanfnerzeller Archiv zum Anfassen &amp;lt;https://www.obernzell.de/images/stories/Gemeindeblatt/Gemeindeblatt_Nr_29.pdf&amp;gt; S. 13 [Stand: 02.09.2019].&lt;br /&gt;
*Gregerová/Procházka 1998: M. Gregerová/R. Procházka, Erste Ergebnisse naturwissenschaftlicher Untersuchungen an Graphittonkeramik aus Brno (Brünn). In: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998) 275–278. ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
*Gross 1991: U. Gross, Die Bügelhenkelkanne, eine Hauptform der süddeutschen Keramik des Hoch- und Spätmittelalters. Beiträge zur Mittelalterarchäologie Österreichs 7, 1991, 69–77. ISSN: 1011-0062.&lt;br /&gt;
*Gross 2009: U. Gross, Keramikverbreitung und herrschaftliche Strukturen. Beispiele aus dem Mittelalter und der Frühen Neuzeit in Südwestdeutschland. In: D. Krausse u.a. (Hrsg.), Kulturraum und Territorialität: archäologische Theorien, Methoden und Fallbeispiel. Kolloquium des DFG-SPP 1171, Esslingen 17.-18. Januar 2007 (Rahden 2009) 159–175. ISBN 13: 978-3-89646-443-9. ISBN 10: 3-89646-443-4.&lt;br /&gt;
*Gross 2015: U. Gross, Sturzbecher oder Becherschrauben und schwarze Töpfe. Eine gläserne Sonderform und östliche Keramikimporte im frühneuzeitlichen Ulm. Fundberichte aus Baden-Württemberg 35, 2015, 561–573. ISBN 13: 978-3-80623-144-1. ISSN: 0071-9897.&lt;br /&gt;
*Hänsel 1966: B. Hänsel, Beschreibung der keramischen Gruppen. In: V. Milojcic (Hrsg.), Bericht über die Ausgrabungen und Bauuntersuchungen in der Abtei Frauenwörth auf der Fraueninsel im Chiemsee 1961-1964. Bayerische Akademie der Wissenschaften. Philosophisch-historische Klasse. Abhandlungen. Neue Folge 65 (München 1966) 177–200. ISBN 13: 978-3-76960-060-5. ISBN 10: 3-76960-060-6.&lt;br /&gt;
*Hensch 2005a: M. Hensch, Burg Sulzbach in der Oberpfalz. Archäologisch-historische Forschungen zur Entwicklung eines Herrschaftszentrums des 8. bis 14. Jahrhunderts in Nordbayern. Materialien zur Archäologie in der Oberpfalz 3, 1 (Text und Katalog) (Büchenbach 2005). ISBN 13: 978-3-93347-430-8. ISBN 10: 3-93347-430-2.&lt;br /&gt;
*Hensch 2005b: M. Hensch, Burg Sulzbach in der Oberpfalz. Archäologisch-historische Forschungen zur Entwicklung eines Herrschaftszentrums des 8. bis 14. Jahrhunderts in Nordbayern. Materialien zur Archäologie in der Oberpfalz 3, 2 (Tafeln und begleitende Beiträge) (Büchenbach 2005). ISBN 13: 978-3-93347-430-8. ISBN 10: 3-93347-430-2.&lt;br /&gt;
*Huber u.a. 2003: E. H. Huber/K. Kühtreiber/G. Scharrer-Liška, Die Keramikformen des Hoch- und Spätmittelalters im Gebiet der heutigen Stadt Wien sowie der Bundesländer Niederösterreich und Burgenland. In: K. Spindler/H. Stadler (Hrsg.), Beiträge vom 34. Internationalen Hafnerei-Symposium auf Schloß Maretsch in Bozen/Südtirol 2001. Nearchos 12, Veröffentlichungen des Arbeitskreises für Keramikforschung 3 (Innsbruck 2003) 43–66. ISBN 13: 978-3-90077-333-5.&lt;br /&gt;
*Kappel 1969: I. Kappel, Die Graphittonkeramik von Manching. In: W. Krämer, Die Ausgrabungen in Manching 2 (Wiesbaden 1969). ISBN 13: 978-3-51500-386-5. ISBN 10: 3-51500-386-X.&lt;br /&gt;
*Kasparek 1961: M. U. Kasparek, Keramik aus Regensburg aus dem 11. – 17. Jahrhundert. &amp;lt;http://nbn-resolving.de/urn/resolver.pl?urn=urn:nbn:de:bvb:355-rbh-1748-8&amp;gt; [Stand 06.08.2020]. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Kaufmann 1999: V. Kaufmann, Der Burgstall Warberg bei Neunburg vorm Wald. Materialien zur Archäologie in der Oberpfalz 1 (Büchenbach 1999). ISBN 13: 978-3-93347-402-5. ISBN 10: 3-93347-402-7.&lt;br /&gt;
*Koch 1993: R. Koch, Keramik des frühen und hohen Mittelalters aus Bayerisch-Schwaben. In: M. Petzet (Hrsg.), Forschungen zur Geschichte der Keramik in Schwaben. Arbeitshefte des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege 58 (München 1993) 119–128. ISBN 13: 978-3-87490-560-2. ISBN 10: 3-87490-560-8.&lt;br /&gt;
*Koch 2017: R. Koch, Ausgrabungen in der Burg Wittelsbach 1978-1981. Befunde und Funde. Materialhefte zur Bayer. Archäologie. Fundinventare und Ausgrabungsbefunde 105 (Kallmünz/Opf. 2017). ISBN 13: 978-3-78475-405-5. ISBN 10: 3-78475-405-8.&lt;br /&gt;
*Kouřil 1998: P. Kouřil, Zu den Anfängen der slawischen Graphittonkeramik in Schlesien. In: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998) 37–66. ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
*Kühtreiber 2006: K. Kühtreiber, Die hochmittelalterliche Keramik im südlichen Niederösterreich. Ihre Entwicklung, ihre Formen und Beziehungen zu den benachbarten Keramikregionen. Beiträge zur Mittelalterarchäologie in Österreich 22 (Wien 2006) 93–148. ISSN: 1011-0062.&lt;br /&gt;
*Lehrberger u.a. 2011: G. Lehrberger/F. Duschl/G. Wimmer, Graphit – ein besonderer mineralischer Rohstoff der Vor- und Frühgeschichte in Mitteleuropa. Eigenschaften, Entstehung, Verwendung und Vorkommen. In: K. Schmotz (Hrsg.), Vorträge des 29. Niederbayerischen Archäologentages (Leidorf 2011) 313–348. ISBN 13: 978-3-89646-240-4.&lt;br /&gt;
*Mämpel 1998: U. Mämpel, Meine historischen und technischen Erfahrungen mit schwarzgebrannter Irdenware. In: W. Endres/B. Kerkhoff-Hader (Hrsg.), 30. Internationales Hafnerei-Symposium in Obernzell vom 07. bis 11. Oktober 1997 (Bamberg 1998) 12–13. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Miklós/Vizi 2002: Sz. Miklós/M. Vizi, Beiträge zur Siedlungsgeschichte des mittelalterlichen Marktfleckens Ete. Acta Arch. Acad. Scien. Hungaricae 53, 2002, 195–253.&lt;br /&gt;
*Mittelstraß 1994: T. Mittelstraß, Die Funde der archäologischen Ausgrabungen von 1991-1992 im Murnauer Schloss. In: T. Mittelstraß (Hrsg.), Schloß Murnau. Ein Bauwerk der Stauferzeit und seine Geschichte (Murnau 1994) 120–251. ISBN 13: 978-3-98038-163-5. ISBN 10: 3-98038-163-3.&lt;br /&gt;
*Mittelstraß 2006: T. Mittelstraß, Urnengrab, Königsgrab, Grafenburg, Pflegschloss. Die Ergebnisse der archäologischen Grabungen auf dem Hofberg in Bad Aibling. In: G. Mayr (Hrsg.), Bad Aibling. Geschichte einer Stadt. Band 1 (Bad Aibling 2006) 35–71. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Mittelstraß 2007: T. Mittelstraß, Graphitkeramik des Mittelalters und der frühen Neuzeit in Altbayern. Ein Beitrag zum Beginn und zur Frühzeit der Obernzeller Produktion. Bayerische Vorgeschichtsblätter 72, 2007, 235–318. ISBN 13: 978-3-40611-077-1. ISSN: 0341-3918.&lt;br /&gt;
*Niemeier 1994: J.-P. Niemeier, Die Grabung an der Schlosserstiege in der Passauer Altstadt – Ein Schnitt durch 2000 Jahre Stadtgeschichte. In: K. Schmotz, Vorträge des 12. Niederbayerischen Archäologentages (Deggendorf 1994) 251–276. ISBN 13: 978-3-92473-458-9. ISBN 10: 3-92473-458-5.&lt;br /&gt;
*Nießen (in Bearbeitung): I. Nießen, Laufendes Promotionsprojekt zu der Ausgrabung Regensburg Donaumarkt „Museum der Bayerischen Geschichte“ Friedrich-Schiller-Universität Jena. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Pechtl/Eibl 2011: J. Pechtl/F. Eibl, Die neolithische Graphitnutzung in Südbayern. In: K. Schmotz (Hrsg.), Vorträge des 29. Niederbayerischen Archäologentages (Leidorf 2011) 349–432. ISBN 13: 978-3-89646-240-4. ISSN: 1438-2040.&lt;br /&gt;
*Polácek 1998: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998). ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
*Reinecke 1936: P. Reinecke, Karolingische Keramik aus dem östlichen Bayern. Germania 20, 1936, 198–202. ISSN: 0016-8874.&lt;br /&gt;
*Reschreiter 2001: J. Reschreiter, Versuche zu urgeschichtlicher Keramik. In: K. Grömer, K. Löcker, M. Mehofer (Hrsg.), Archäologie Österreichs 12 Sonderheft (Wien 2001) 22–26. ISSN: 1018-1857.&lt;br /&gt;
*Riedel 2000: G. Riedel, Ingoldesstat. Archäologische Untersuchungen zu Ingolstadt im Mittelalter. Beiträge zur Geschichte Ingolstadts (Ingolstadt 2000). ISBN 13: 978-3-92025-343-5. ISBN 10: 3-92025-343-4.&lt;br /&gt;
*Scharrer-Liška 2003: G. Scharrer-Liška, Die Entwicklung Hochmittelalterlicher Vorratsgefäße aus der Grafitkeramik im Gebiet des heutigen Ostösterreichs und der angrenzenden Gebiete. In: K. + Th. Kühtreiber (Hrsg.), Beiträge zur historischen Archäologie. Festschrift für Sabine Felgenhauer-Schmiedt zum 60. Geburtstag. Beiträge zur Mittelalterarchäologie in Österreich 6 (Wien 2003) 45–60. ISBN 10: 3-95008-514-9.&lt;br /&gt;
*Scharrer-Liška 2007: G. Scharrer-Liška, Die hochmittelalterliche Grafitkeramik in Mitteleuropa und ihr Beitrag zur Wirtschaftsgeschichte. Forschungsstand - Hypothesen - offene Fragen. Monographien des Römisch-Germanischen Zentralmuseums 68 (Mainz 2007). ISBN 13: 978-3-79541-857-1. ISBN 10: 3-79541-857-7.&lt;br /&gt;
*Schmid-Hecklau 2004: A. Schmid-Hecklau, Die archäologischen Ausgrabungen auf dem Burgberg in Meißen. In: J. Oexle (Hrsg.), Die Grabungen 1959-1963. Veröffentlichungen des Landesamtes für Archäologie im Landesmuseum für Vorgeschichte 43 (Dresden 2004). ISBN 13: 978-3-91000-859-5. ISBN 10: 3-91000-859-3.&lt;br /&gt;
*Schußmann 1997: M. Schußmann, Eine neuentdeckte Höhensiedlung der Hallstattzeit im südlichen Mittelfranken. Beitr. Arch. Mittelfranken 3, 1997, 97–108. ISSN: 1430-5461.&lt;br /&gt;
*Schreg 2015: R. Schreg, Eisentonkeramik aus Ulm und Geislingen – ein Zeugnis ulmischen Donauhandels. Blog Archaeologik (05.01.2015) &amp;lt;https://archaeologik.blogspot.com/2015/01/eisentonkeramik-aus-ulm-und-geislingen.html&amp;gt; [Stand 05.08.2019]. ISSN: 2197-7283.&lt;br /&gt;
*Staňa 1998: Č. Staňa, Die frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mittelmähren. In: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998) 87–125. ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
*Trebsche 2011: P. Trebsche, Eisenzeitliche Graphittonkeramik im mittleren Donauraum. In: K. Schmotz (Hrsg.), Vorträge des 29. Niederbayerischen Archäologentages (Leidorf 2011) 449–481. ISBN 13: 978-3-89646-240-4. ISSN: 1438-2040.&lt;br /&gt;
*van den Boom 1991: H. van den Boom, Großgefäße und Töpfe der Heuneburg. Heuneburgstudien VIII. Röm.-German. Forschung 51 (Mainz 1991). ISBN 10: 3-80531-190-7.&lt;br /&gt;
*v. Bomhard 1966: P. v. Bomhard, Das Münster Frauenchiemsee im Spiegel der kunstgeschichtlichen Forschung. In: V. Milojcic (Hrsg.), Bericht über die Ausgrabungen und Bauuntersuchungen in der Abtei Frauenwörth auf der Fraueninsel im Chiemsee 1961-1964. Bayerische Akademie der Wissenschaften. Philosophisch-historische Klasse. Abhandlungen. Neue Folge 65 (München 1966) 21–42. ISBN 13: 978-3-76960-060-5. ISBN 10: 3-76960-060-6.&lt;br /&gt;
*Wandling 1996: W. Wandling, Archäologische Untersuchungen im Burgstall von Untergriesbach, Lkr. Passau. In: K. Schmotz (Hrsg.), Vorträge des 14. Niederbayerischen Archäologentages (Deggendorf 1996) 211–224. ISBN 13: 978-3-89646-225-1. ISBN 10: 3-89646-225-3.&lt;br /&gt;
*Wandling 1997: W. Wandling, Ausgrabung im Burgstall von Untergrießbach, Lkr. Passau, Niederbayern. In: Das archäologische Jahr in Bayern 1996 (Stuttgart 1997) 166–168. ISBN 13: 978-3-80621-311-9.&lt;br /&gt;
*Wandling 2010: W. Wandling, Auf den Spuren der Burg Windberg. In: 1000 Jahre Windorf: Ein Erinnerungsbuch (Windorf 2010) 44–49. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Wandling 2017: W. Wandling, Ausgrabungen und Funde im Landkreis Passau 2013-2016. In: F.-R. Erkens, Passauer Jahrbuch. Beiträge zur Geschichte, Geographie und Kultur Ostbaierns LIX/2017 (Passau 2017) 351–379. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Weid 2000: E. Weid, Die Kleinfunde der mittelalterlichen Siedlung von Zuchering bei Ingolstadt. Arbeiten über die Archäologie Süddeutschlands 10 (Büchenbach 2000). ISBN 13: 978-3-93347-408-7.&lt;br /&gt;
*Wintergerst 1999: M. Wintergerst, Die Ausgrabung „Ledergasse 1“ in Regensburg. Eine formenkundliche Studie zur Keramik des 10. bis 13. Jahrhunderts in Bayern. Materialh. Arch. Mittelalter u. Neuzeit 4 (Rahden/Westf. 1999). ISBN 13: 978-3-89646-453-8. ISBN 10: 3-89646-453-1.&lt;br /&gt;
*Wolf 1971: H. Wolf, Eine frühmittelalterliche, latène- und hallstattzeitliche Kulturschicht unter der Stadtmauer von Cham. urn:nbn:de:bvb:355-ubr00031-0219-4. Universität Regensburg [Stand 22.08.2019]. ISBN: unbekannt.&lt;br /&gt;
*Zamelska 1998: K. Zamelska, Graphitkeramik in Polen – Chronologie und Verbreitung. In: L. Polácek (Hrsg.), Frühmittelalterliche Graphittonkeramik in Mitteleuropa. Naturwissenschaftliche Keramikuntersuchungen 4 (Brno 1998) 33–36. ISBN: 80-901679-9-3. ISBN: 80-860230-3-6.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[kategorie:Warenart]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>M. Rühle</name></author>
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&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Markus Rühle, B.A.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Masterstudent der „Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit“ an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg seit Wintersemester 2021/22&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>M. Rühle</name></author>
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Masterstudent der „Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit“ an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg seit Wintersemester 2021/22&lt;/div&gt;</summary>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;M. Rühle: Literatur angepasst&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{stub}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:ABB46.jpg|right|mini|Briquetagetiegel: 1 Ingelfingen, Latène-/Kaiserzeit. - 2 Remseck-Aldingen.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Briquetagetiegel (Salzsiedegefäße) sind bisher vor allem aus dem mittleren Neckarland bekannt. Der Datierungsrahmen umfasst in Südwestdeutschland nach derzeitigem Kenntnisstand die Hallstatt- und Latènezeit (Riehm 1962; Koch 1971; Wieland 1996, 163 f. - neolith.: Müller 1987). Grob lassen sich zwei Typen unterscheiden: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. relativ dünnwandige Tiegel mit nach innen umgeschlagenem Rand&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. dicke gerundete Ränder &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
letztere wurden gelegentlich als Ofenränder aufgefaßt. Der [[Ton]] ist sehr grob [[Magerung|gemagert]], im Kern häufig grau, an der Oberfläche oxydierend orange bis rotbraun, Daneben kann nach der Bodenform (Stand- und Rundböden) differenziert werden. Zur Funktion und weiteren Formen siehe Mesch 1990 mit weiterer Literatur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=all&amp;gt;&lt;br /&gt;
==Literaturhinweise==&lt;br /&gt;
*Koch 1971: R. Koch, Siedlungsfunde der Latène- und Kaiserzeit aus Ingelfingen (Kr. Künzelsau). Fundber. Schwaben N. F. 19, 1971, 124–174.&lt;br /&gt;
*Mesch 1990: H. Mesch, Das Werler Briquetage und seine experimentelle Erprobung im Archäologischen Freilichtmuseum Oerlinghausen. In: M. Fansa (Bearb.), Experimentelle Archäologie in Deutschland. Begleitschrift zu einer Ausstellung des Staatlichen Museums für Naturkunde und Vorgeschichte Oldenburg. Arch. Mitt. Nordwestdeutschland Beih. 4 (Oldenburg 1990) 464–471.&lt;br /&gt;
*Müller 1987: D. W. Müller, Neolithisches Briquetage von der mittleren Saale. Jahresschr. Mitteldt. Vorgesch. 70, 1987, 135–154.&lt;br /&gt;
*Riehm 1962: K. Riehm, Werkanlagen und Arbeitsgeräte urgeschichtlicher Salzsieder, Germania 40, 1962, 360–400.&lt;br /&gt;
*Wieland 1996: G. Wieland, Die Spätlatènezeit in Württemberg. Forsch. u. Ber. Vor- u. Frühgesch. Baden-Württemberg 63 (Stuttgart 1996).&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>M. Rühle</name></author>
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		<id>https://amanz-balismink.rproxy.rz.uni-bamberg.de/balismink/index.php?title=Brennhilfe&amp;diff=1695</id>
		<title>Brennhilfe</title>
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		<updated>2021-06-22T16:53:40Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;M. Rühle: Literatur angepasst&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Stub}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese verschiedenförmige Tonobjekte dienen als Stapelhilfe und Abstandshalter bei der Beschickung von [[Brennen|Töpferöfen]]. Typisch, insbesondere bei der neuzeitlichen Keramikproduktion sind Brennhilfen in der Form eines Dreiwirbels, aber auch einfache Röhren oder Standringe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:ABB50.jpg|center|mini|Brennhilfen, frühe Neuzeit, Ravensburg.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einzelnachweise==&lt;br /&gt;
*Schreg 1999: R. Schreg, Keramik aus Südwestdeutschland. Eine Hilfe zur Beschreibung, Bestimmung und Datierung archäologischer Funde vom Neolithikum bis zur Neuzeit². Lehr- u. Arbeitsmat. Arch. Mittelalter u. Neuzeit (Tübingen 1999).&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>M. Rühle</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://amanz-balismink.rproxy.rz.uni-bamberg.de/balismink/index.php?title=Braune,_meist_rillenverzierte_rauwandige_Drehscheibenware_(Neckarland,_FMa)&amp;diff=1683</id>
		<title>Braune, meist rillenverzierte rauwandige Drehscheibenware (Neckarland, FMa)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://amanz-balismink.rproxy.rz.uni-bamberg.de/balismink/index.php?title=Braune,_meist_rillenverzierte_rauwandige_Drehscheibenware_(Neckarland,_FMa)&amp;diff=1683"/>
		<updated>2021-06-22T08:46:21Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;M. Rühle: /* Literaturhinweise und Nachweise */ Literatur angepasst&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{|class='wikitable' &lt;br /&gt;
!&lt;br /&gt;
!Beschreibung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| Warenart               || &amp;lt;strong&amp;gt;Braune, meist rillenverzierte rauwandige Drehscheibenware (Neckarland, FMa)&amp;lt;/strong&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| Verbreitungsgebiet     || Neckarland, mittlere und östliche Schwäbische Alb&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| Datierung || 7.-9. Jh.                     &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| Chronologie                  || interne Chronologie noch weitgehend unklar&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| Herstellungstechnik        || [[Drehscheibenware]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| Brand || reduzierend&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| Farbe                || braun&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| [[Härte]]   || hart&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| [[Oberfläche]]               || rau, &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| Verzierung || horizontale Rillen auf der Schulter/ unter dem Rand                     &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| [[Magerung]]                || Quarz, zum Teil sind aber auch Beimengungen aus Kalk, Schamotte oder rostbraunen Partikeln&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| [[Magerungsdichte]]                || stark, seltener mäßig oder schwach&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| [[Gefäßform]]en || v.a. [[Topf|Töpfe]],  [[Schale]]n&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| [[Verzierung]]en || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| nachgewiesene Produktionsorte    || &lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Forschungsgeschichte==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===andere Bezeichnungen===&lt;br /&gt;
*Neuhausener Ware&lt;br /&gt;
*[[Rauwandige Drehscheibenware Neuhauser Art (Neckarland, FMa)‏‎‏‎]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Charakteristika==&lt;br /&gt;
Die Scherbenbeschaffenheit der braunen, meist rillenverzierten rauwandigen Drehscheibenware weicht nur in wenigen Punkten von der [[rauwandige Drehscheibenware römischer Tradition|rauwandigen Drehscheibenware römischer Tradition]] bzw. der grauen [[rauwandige Drehscheibenware|rauwandigen Drehscheibenware]] ab. Abgrenzungsschwierigkeiten können sich auch gegen die [[ältere gelbe Drehscheibenware (Südwestdeutschland, FMa/HMa)|ältere gelbe Drehscheibenware]] und die [[Kammstrichware]] ergeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Herstellungstechnik=== &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Drehscheibenware, teilweise aber wohl auch [[nachgedrehte Ware]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Brand/ Farbe===&lt;br /&gt;
Der Scherben ist hart gebrannt. Das Farbspektrum umfasst vor allem Brauntöne, doch kommen auch helle Scherben vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Magerung===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
stets grobe Magerung ist gewöhnlich stark, sehr viel seltener mäßig oder gar nur schwach. Magerungsmittel ist Quarz, zum Teil sind aber auch Beimengungen aus Kalk, Schamotte oder rostbraunen Partikeln zu beobachten. Schwarze Partikel treten nicht auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Oberflächenbeschaffenheit===&lt;br /&gt;
rau&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Verzierungen===&lt;br /&gt;
Horizontaler Besenstrich tritt in Renningen an einem Fragment eines Topfes mit ausgebogenem Rand auf, das sehr gut entsprechenden Funden der Kammstrichware zur Seite gestellt werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Varianten==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Gefäßformen==&lt;br /&gt;
===[[Topf|Töpfe]]===&lt;br /&gt;
Es gibt zwei Formen von Töpfen, solche mit ausgebogenen Rändern und solche mit Wulsträndern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===[[Schale]]n===&lt;br /&gt;
Sie sind im&lt;br /&gt;
Allgemeinen von hellerer Färbung als die Töpfe, so dass man sie unter Umständen auch zur älteren gelben Drehscheibenware stellen könnte. Es fällt indessen auf, dass entsprechende Schalen an den meisten Fundorten mit älterer gelber Drehscheibenware fehlen und nur dort nachweisbar sind, wo sonst auch Funde der Braunen, meist rillenverzierten rauwandigen Drehscheibenware gemacht werden konnten. Zu nennen sind neben Renningen auch Herrenberg, Stammheim, Rottenburg, Neuhausen, der Goldberg und der Runde Berg. Auch die häufige Verzierung mit Horizontalrillen verbindet sie mit den Töpfen dieser Formen der braunen rauwandigen Drehscheibenware. Vergleichbare Schalen finden sich wiederum bei der Kammstrichware.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Henkeltöpfe===&lt;br /&gt;
Henkeltöpfe sind bisher nicht sicher nachgewiesen. Eine Tülle aus Renningen könnte einen Hinweis bieten, doch musste die Zuordnung zur Braunen, meist rillenverzierte rauwandige Drehscheibenware unsicher bleiebn (Schreg 2006, 121).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Randformen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===ausgebogene Ränder mit einfacher gerundeter Randlippe===&lt;br /&gt;
bisweilen auch schräg nach außen abgestrichen. Teilweise ist der Rand sehr scharfkantig ausgeknickt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den Funden aus dem Renninger Becken wurde diese Form als Randform 36 klassifiziert (Schreg 2006, 121).&lt;br /&gt;
Beispiele sind von der nördlichen Alb und dem mittleren Neckarland bekannt, so aus Urspring, vom Runden Berg, aus Holzgerlingen, Herrenberg, der Wüstung Sülchen, Nagold, Stammheim, Ditzingen, Gerlingen, Herbolzheim und Lauffen. Anzugliedern sind vielleicht auch Funde aus Kirchheim u. T., Flacht und von der Burg St. Ruprecht südlich Erbstetten. Weitläufiger vergleichbar sind Randformen der sog. [[Kammstrichware]], der nachgedrehten Keramik aus Rottweil, aber auch der rauwandigen Drehscheibenware aus Bruchsal, aus dem Raum Mannheim und aus der Pfalz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wulstränder===&lt;br /&gt;
Die Wulstränder der braune, meist rillenverzierten rauwandigen Drehscheibenware sind im Unterschied zu den dicken, runden und halslosen Rändern, wie sei bei der rauwandigen Drehscheibenware römischer Tradition auftreten wesentlich zierlicher gebildet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===horizontal abgestrichene Ränder===&lt;br /&gt;
bei Schalen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Chronologie==&lt;br /&gt;
Der Beginn der ausgebogenen Ränder liegt wahrscheinlich bereits im 7. Jahrhundert, was das Vorkommen eines wohl nachgedrehten Topfes in Grab 362 des Gräberfeldes Kirchheim/ Ries zumindest wahrscheinlich macht. Leider war das Grab beraubt, so dass keine datierbaren Beigaben vorliegen und die Zugehörigkeit zur Bestattung letztlich fraglich bleibt.&lt;br /&gt;
In dieselbe Richtung könnten Töpfe aus Bad Dürrheim und aus Grab 64 des Gräberfeldes von Esslingen-Sirnau deuten. Der Rand des Sirnauer Gefäßes scheint zwar stärker ausgebogen üblich, weist aber auf dem Bauch wiederum horizontale Rillen auf.&lt;br /&gt;
In Wülfingen liegen einige der formal ähnlichen Scherben aus ofen 2 vor, der geomagnetisch in die Zeit um 700 datiert wurde. Schließlich sind in Mühlhausen-Ehingen kammstrich- bzw. rillenverzierte Scherben zusammen mit einem spätmerowingerzeitlichen Eisensporn in der Verfüllung eines Grubenhauses abgelagert worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
U. Gross datiert die Wulstränder ins fortgeschrittene 7. und ins 8. Jahrhundert. Er verweist auf Funde massiver Wulstränder aus der Wüstung Vöhingen bei Schwieberdingen und aus Neuhausen. Weitere Belege lassen sich vom Runden Berg beibringen. Hier lagen mehrere Scherben eines Gefäßes allerdings in einer wahrscheinlich ungestörten Pfostengrube, die der frühalamannischen Phase zugeordnet wird. Eine entsprechende Randform aus Wülfingen gehört dort zur nachgedrehten Ware der Gruppe A. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den besten Anhaltspunkt bietet der Komplex von Neuhausen, der auch eine spätmerowingerzeitliche Scheibenfibel umfasst und bei dem ältere gelbe Drehscheibenware weitgehend fehlt, weshalb hier eine Datierung ins 7./8. Jahrhundert angenommen wird. Dieser Datierungsansatz könnte durch ein Gefäß aus einer jüngermerowingerzeitlichen Bestattung aus Fußgönheim in der Pfalz gestützt werden.&lt;br /&gt;
Ähnliche Randformen liegen verschiedentlich im Rahmen der älteren gelben Drehscheibenware vor, wobei die horizontalen Rillen fehlen: z.B. [[Speyer, Vogelgesang]], Seligenstadt (Lkr. Offenbach), Bad Nauheim (Wetteraukreis) (Nachweise s. Schreg 2006, 123). Die übergänge zu den Knollenrändern der Wieslocher Ware scheinen hier fließend (vgl. Schenk, Keramik Speyer 65 f. [Typ 45]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verbreitung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verbreitungskarte: Schreg 2006, 125 Abb. 43&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===wichtige Fundorte===&lt;br /&gt;
*[[Renningen, Neuwiesenäcker]]: Im Renninger Becken ist die braune, meist rillenverzierte rauwandige Drehscheibenware weitgehend auf die Siedlung in den Neuwiesenäckern und hier insbesondere auf deren Westteil (Flur Dämpfel) beschränkt. Dort ist auch ältere gelbe Drehscheibenware des Typs Kirchhausen überdurchschnittlich häufig (Schreg 2006).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Herstellungsbelege==&lt;br /&gt;
m.W. bislang nicht vorhanden&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kulturgeschichtliche Einordnung und sozialer Kontext==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben dem Formenbestand unterscheidet auch der Rillendekor die braune rauwandige Drehscheibenware von derjenigen Donzdorfer Art, die allenfalls einfache Rillen, niemals aber ganze Rillengruppen kennt. Anders als bei den z. T. ebenfalls mit Horizontalrillen verzierten Töpfen der Kammstrichware Burgheimer Art ist der Rillendekor nicht flächig, sondern beschränkt sich, soweit erkennbar, auf einen kleinen Bereich auf der Schulter der Gefäße. &lt;br /&gt;
Ein eng beschränktes Formenspektrum und eine recht einheitliche Scherbenbeschaffenheit lassen es zu, diese offenbar nicht nur in Renningen vertretene Gruppe als Warenart zu definieren, die vorerst als „braune, meist rillenverzierte rauwandige Drehscheibenware“ bezeichnet werden soll. In der Literatur werden die Funde bislang unterschiedlichen Warenarten zugewiesen, so dass es ohne Autopsie schwer ist, die Funde sicher zu beurteilen. Vergleichbare Keramik aus Holzgerlingen und Stammheim zählte Gross zur älteren gelben Drehscheibenware, während er sie in der Wüstung Raistingen bei Herrenberg zur rauwandigen Drehscheibenware rechnete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Urspring fasste sie Maier mehrheitlich in seinem Typ 1 der älteren gelben Drehscheibenware zusammen, obgleich er einräumte, dass sie „eigentlich einen weiteren Typ der rauwandigen Drehscheibenware“ darstelle. Für eine Reihe von Scherben aus Esslingen St. Dionys, die Lobbedey der älteren gelben Drehscheibenware zugerechnet hatte, hat bereits Gross eine Zugehörigkeit zur späten rauwandigen Drehscheibenware vermutet. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um Randformen, die sich in das Spektrum der hier besprochenen braunen, meist rillenverzierten rauwandigen Drehscheibenware einfügen. Darüber hinaus könnten noch weitere Scherben dieser Gruppe zuzurechnen sein.657 Auch einige Funde der Kammstrichware mag man zur braunen, meist rillenverzierten rauwandigen Drehscheibenware ziehen. Die braune, meist rillenverzierte rauwandige Drehscheibenware zeigt enge Verwandtschaft mit der Kammstrichware. Sie schließt die Lücke, die bislang zwischen der „ostgruppe“ und den Vorkommen an Donau und oberrhein bestand (Abb. 43). Sie bildet gewissermaßen eine regionale, scheibengedrehte Variante der Kammstrichware658 in einem Gebiet, das während der späten Merowingerzeit von der in einer römisch-fränkischen Tradition stehenden rauwandigen Drehscheibenware bestimmt war.659 Hinweise auf eine Produktion liegen aus Neuhausen vor.660 Noch sind zu wenige Fundkomplexe bekannt, um ihr chronologisches Verhältnis zur übrigen rauwandigen Drehscheibenware sicher zu bestimmen. Gross dachte bei der Vorlage der Funde aus Neuhausen an ein zeitliches Nacheinander, verwies aber zugleich darauf, dass sie wohl noch in die Zeit vor Einführung der älteren gelben Drehscheibenware gehören. Daraus würde sich ein Datierungsansatz spätestens ins 9. Jahrhundert ergeben, da von den vereinzelten Funden des Typs Kirchhausen abzusehen sein dürfte. Sollte die Zuweisung der Esslinger Funde zur braunen, meist rillenverzierten rauwandigen Drehscheibenware zu Recht bestehen, so ergibt sich aus dem stratigraphischen Kontext eine Zuweisung zur Phase St. Vitalis II, die etwa ins späte 9. Jahrhundert zu datieren ist. Man wird dies nur als Terminus ad quem auffassen dürfen, da die wenigen Anknüpfungspunkte an Grabkeramik des 7. Jahrhunderts und der Spielraum, den der stratigraphische Befund in Rottweil ebenso wie die Laufzeit der verwandten Kammstrichware bieten, es offen lässt, ob entsprechende braune, meist rillenverzierte rauwandige Drehscheibenware nicht vielleicht auch noch länger produziert wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturhinweise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Gross 1991: U. Gross, Mittelalterliche Keramik zwischen Neckarmündung und Schwäbischer Alb. Bemerkungen zur räumlichen Entwicklung und zeitlichen Gliederung. Forsch. u. Ber. Arch. Mittelalter Baden-Württemberg 12 (Stuttgart 1991).&lt;br /&gt;
*Gross 2002: U. Gross, Schwäbische Importe im hochmittelalterlichen Regensburg. Funde der Älteren, gelbtonigen Drehscheibenware aus der Engelburgergasse und dem Scheugässchen. Denkmalpfl. Regensburg 8, 1999/2000 (2002) 87–90.&lt;br /&gt;
*Gross 2008: U. Gross, Transitionen – Übergangsphänomene bei südwestdeutschen Keramikgruppen des frühen und hohen Mittelalters. In: S. Arnold/F. Damminger/U. Gross/C. Mohn, Stratigraphie und Gefüge. Beiträge zur Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit und zur historischen Bauforschung. Festschrift für Hartmut Schäfer zum 65. Geburtstag. Forsch. u. Ber. Arch. Mittelalter Baden-Württemberg 28 (Stuttgart 2008) 139–150. ISBN 978-3-8062-2209-8.&lt;br /&gt;
*Gross 2012: U. Gross, Keramikgruppen des 8. bis 12. Jahrhunderts am nördlichen Oberrhein. Zur Frage von Verbreitungsgebieten und Produktionsstätten. In: L. Grunwald/H. Pantermehl/R. Schreg (Hrsg.), Hochmittelalterliche Keramik am Rhein. Eine Quelle für Produktion und Alltag des 9. bis 12. Jahrhunderts. Tagung im Römisch-Germanischen Zentralmuseum, 6. bis 7. Mai 2011. RGZM-Tagungen 13 (Mainz 2012) 63–76.&lt;br /&gt;
*Kaschau 1976: B. Kaschau, Der Runde Berg bei Urach II. Die Drehscheibenkeramik aus den Plangrabungen 1967–1972. Heidelberger Akad. Wiss. Komm. Alemann. Altertumskde. Schr. 2 (Sigmaringen 1976).&lt;br /&gt;
*Lobbedey 1968: U. Lobbedey, Untersuchungen mittelalterlicher Keramik vornehmlich in Südwestdeutschland. Arb. Frühmittelalterforsch. 3 (Berlin 1968).&lt;br /&gt;
*Maier 1994: K. H. Maier, Eine mittelalterliche Siedlung auf Markung Urspring (Gemeinde Lonsee, Alb-Donau-Kreis). Materialh. Arch. Baden-Württemberg 23 (Stuttgart 1994).&lt;br /&gt;
*Schreg 2006: R. Schreg, Dorfgenese in Südwestdeutschland. Das Renninger Becken im Mittelalter. Materialh. Arch. Baden-Württemberg 76 (Stuttgart 2006).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Warenart]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Materialkunde]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Keramik des 7. Jahrhunderts]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Keramik des 8. Jahrhunderts]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Keramik des 9. Jahrhunderts]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>M. Rühle</name></author>
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		<id>https://amanz-balismink.rproxy.rz.uni-bamberg.de/balismink/index.php?title=Brennen&amp;diff=1682</id>
		<title>Brennen</title>
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		<updated>2021-06-22T08:21:07Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;M. Rühle: Literatur angepasst&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;=Das Brennen=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Zweck des Brennens ist es, das Gefäß durch Verfestigung des [[Ton]]es haltbar und somit für mehrfachen Gebrauch verwendbar zu machen. Es werden jeweils mehrere Gefäße pro Brennvorgang gebrannt, welche vor dem Anheizen im Ofen hineingelagert werden. Je nach Brennverfahren sind sowohl ein einmaliger Brand als auch mehrfacher Brand der Scherben von Nöten. Beim Brennen ist es wichtig, den Temperaturanstieg gleichmäßig zu halten, um Flecken oder Risse zu vermeiden.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Brennöfen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Brand im offenen Feuer===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die früheste Keramik wurde wahrscheinlich in einem offenen Feuer gebrannt. Am einfachsten ist es, die Töpferwaren sorgfältig auf eine Schicht Kleinholz zu legen und das lockerere, kleinere Holz darauf zu stapeln. Das Ganze wird gebrannt. Die Gefäße können auch intern durch Auffüllen des Strohs vorgewärmt werden. Nach dem Vorwärmen wird dickeres Holz aufgelegt, bis die richtige Temperatur erreicht und der Brand abgeschlossen ist. Eine andere Methode ist: Die Gefäße werden in einen halbkugelförmigen Haufen gelegt, der mit Holz, Gras und Erde bedeckt ist. Ein Schornstein wird übriggelassen, um das Innere durch glühende Kohlen zu verbrennen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Sägemehlbrand===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es handelt sich um eine primitive Brennmethode, bei der die Gefäße in eine gemauerte Kiste mit Abdeckung eingelegt werden. Das Sägemehl, das in die Kiste eingefüllt wird, wird von oben angezündet und brennt langsam, aber kann ausreichend hohe Temperaturen erzeugen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Stehende Öfen===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Feuergase durchströmen die Brennkammer von unten nach oben in vertikaler Richtung. Der entwickelte stehende Ofen ist mit einer Trennung zwischen Feuerraum und Brennraum versehen. Trennelement kann ein Zwischendeck mit Löchern (Lochtenne) oder mit Schlitzen (Schlitztenne) sein. Lochtennenöfen wurden bei Griechen, Kelten und Römern benutzt. Durch die Lochtenne wird erreicht, dass die größte Hitze in den Ofen gebracht wird, bevor die Flamme sichtbar ist. Daher führt es nach dem Brennen des Feuers unterhalb der Ware zu einer höheren Verbrennungstemperatur und einem niedrigeren Brennmaterialverbrauch. Die stehenden Öfen können jedoch nur eine begrenzte Temperatur erreichen, da die Hitze schnell von unten nach oben austreten kann. Sie wurden im 15. Jahrhundert von liegenden Öfen abgelöst, weil liegende Öfen eine höhere Brenntemperatur erreichen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Liegende Öfen===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gegensatz zum stehenden Ofen werden Feuerung, Brennraum und der Abzug hintereinander angelegt. Damit werden Abtrennungen wie Loch- und Schlitztenne nicht notwendig.  &lt;br /&gt;
Der Aufbau zwingt die angefachte Flamme dazu, sich entlang der Brennkammer zu bewegen und somit die Wärmeabstrahlung deutlich zu verbessern. Dies hat einen geringeren Aufwand an Brennholz zu Folge. Durch Zuführung an Brennmaterial können höhere Brenntemperaturen erzielt werden, jedoch benötigen angestrebte Temperaturen über 1050°C eine Unmenge an Holz und brauchen eine lange Zeit zum Anheizen. Die Seitwärtsbewegung der Flamme verschlechtert den Luftdurchzug, wodurch ein Kamin als Verlängerung des Abzugs zur Erhaltung der Flamme unabdinglich wird. Um die verbesserte Luftzufuhr von stehenden Öfen zu simulieren, wurde in einigen liegenden Öfen die Ofensohle angehoben. Diese Zugsysteme werden als liegend-diagonal bezeichnet. Die Atmosphäre und der Luftzug kann durch den Grad der Erhöhung genau festgelegt werden. Ein typisches Beispiel für ein liegendes Ofensystem findet sich unter der weiten Gruppe der Steinzeugöfen, da für jene Gefäße eine sehr hohe Brenntemperatur von 1050°C notwendig ist und diese bei stehenden Öfen und beim Grubenbrand für gewöhnlich nicht erreicht werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
File:ABB8E.jpg|Wülfingen, Töpferofen 1, um 700 n. Chr.&lt;br /&gt;
File:ABB8F.jpg|Töpferofen, Bad Rappenau, 12. Jahrhundert.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Brenngänge==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Schrühbrand===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für das Brennen von Steinzeug oder glasierter Ware muss ein spezieller Ablauf durchgeführt werden. Damit der Scherben für die hohen Temperaturen fest genug ist und die Glasur an der Oberfläche besser haftet, wird in jenen Fällen vor dem eigentlichen Brennen ein Schrühbrand durchgeführt. Hierbei werden die Gefäße unter einer relativ geringeren Ofentemperatur von 400 bis 600 °C langsam angeheizt, bis das Anmachwasser innerhalb des Tones endgültig entwichen ist. Dem Schrühbrand folgt nach genügender Vorbereitung der Glühbrand, bei der rasch die hoch angesetzte Brenntemperatur erreicht wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Anmachwasser===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Anmachwasser wird beim Herstellen eines Gefäßes beigemischt, um die Abbindung des Tones anzutreiben und somit den Werkstoff knetbar zu machen. Es kann im Allgemeinem jegliches Wasser verwendet werden, solange es nicht zu stark von anderen Elementen verunreinigt ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Glattbrand===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Glattbrand wird ausschließlich für Gefäße mit [[Glasur]]en eingesetzt. Zunächst wird der Scherben nach Anbringen der Glasur für einen Tag getrocknet. Daraufhin wird der Boden oder die Einsetzplatte zum Brennen präpariert, entweder durch [[Tonerde]] oder einem Gemisch aus Aluminiumoxid und Kaolinit. Bei der Aufstellung ist zu beachten, dass die Scherben sich nicht berühren dürfen, da ansonsten Zwillingsgefäße entstehen. Die Brenntemperatur ist von der Art und Zusammensetzung der Glasur abhängig, darf jedoch nicht die Sinterungstemperatur stark überschreiten. Die Einhaltung der Temperatur ermöglicht es der Glasur, sich an dem Scherben festzusetzen. Durch die Notwendigkeit einer genauen Einhaltung der Temperatur kommen bei dieser Form des Brennens sehr häufig Segerkegel zum Einsatz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Brennfarbe==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Bestimmung von mittelalterlicher Keramik wird häufig die Brennfarbe beschrieben. Diese bezeichnet die Atmosphäre innerhalb des Ofens während des Brandes und macht sich durch die Färbung des Gefäßes deutlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unterschieden wird dabei zwischen einem oxidierenden Brand und einem reduzierenden Brand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Der oxidierende Brand zeichnet sich dadurch aus, dass während des Vorganges eine Luftzufuhr gewährleistet wurde. Dies führt in der Regel dazu, dass die Sauerstoffmoleküle mit dem im Ton eingelagerten Eisen reagieren und Eisenoxid erzeugen, besonders Hämatit. Durch die erhöhte Anzahl an Hämatit färbt sich daraufhin das Gefäß rötlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Dem entgegen steht der reduzierende Brand. Dabei wird im Ofen die Luftzufuhr unterbunden (meist durch eine Klappe). Zum Ausgleich der Atmosphäre wird daraufhin dem Eisenoxid im Ton, welches sich in verringerter Anzahl bereits im Ton befindet, der Sauerstoff entzogen, wodurch dieses sich zu Magnetit verändert. Dieses zeichnet sich durch eine gräuliche bis schwarze Färbung aus, die sich auch auf dem Gefäß abbildet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Temperaturmessung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn während des Brandvorganges der Ofen zu schnell aufgeheizt wird, wird der Ton zu schnell und es kommt zur Beschädigung der Scherben durch Risse. Um dies zu umgehen, ist es daher unabdinglich, die Temperatur des Ofens auch während des Brennens bestimmen zu können. Versierte [[Töpfer]] dies anhand von äußeren Erscheinungsbildern festlegen. Hauptaugenmerk wird dabei auf die Glutfarbe gelegt. Diese verändert sich mit Erhöhung der Temperatur von Rottönen bis letztendlich zu einer hellgelben Farbgebung, wobei die Höchsttemperatur nur für die Herstellung von Steinzeug und Porzellan eingestellt wird. Auch kann der Glanz der angelegten Glasur über den Zustand Auskunft geben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Glutfarbe===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dunkelrot 700℃ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kirschrotglut 800–900℃ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Orangeglut bis helle Glut 900–1000℃ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Helle Glut bis Weißglut 1200℃ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weißglühen 1300℃ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Starke Weißglut 1400℃ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Blendende Weißglut 1500–1600℃ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Segerkegel===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es können aber auch Hilfsmittel zur Bestimmung hinzugezogen werden.  Häufig kommen dabei Segerkegel zum Einsatz. Diese aus festgelegten Keramikstoffen hergestellten Kegel besitzen alle eine jeweils unterschiedlich genormte Erweichungstemperatur und werden in einer Reihenfolge nach ihrer Nummerierung aufgestellt. Auf diese Weise lässt sich durch die Krümmung des Kegels die Temperatur innerhalb des Brennvorganges bestimmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Brennhilfsmittel==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während des Brennens von Scherben mit Glasur darf möglichst keine Berührung mit anderen Stoffen oder dem Boden geschehen. Dabei hilfreich sind Brennhilfsmittel. Die Hauptaufgabe dieser Gegenstände ist es, den Gefäßen als Unterlage zu dienen und somit einen Freiraum zu möglichen Berührungsflächen zu geben. Häufig wird der Dreifuß verwendet, welcher aus drei Dornen besteht, die gleichweit voneinander an einer Deichsel angeordnet sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturhinweise==&lt;br /&gt;
*Clark 1985: K. Clark, DuMont’s Handbuch der Keramischen Techniken. Für Handwerk und künstlerisches Gestalten (Köln 1985). ISBN 3-7701-1694-1.&lt;br /&gt;
*Hamer/Hamer 1990: F. Hamer/J. Hamer, Lexikon der Keramik und Töpferei. Material, Technik, Geschichte. Übers. u. bearb. v. B. Pfannkuche (Augsburg 1990). ISBN 3-8043-2668-4. &lt;br /&gt;
*Jaschinski 1964: H. M. Jaschinski: Keramische Arbeiten. Eine Anleitung zur Töpferarbeit, zum Drehen und Glasieren, Bemalen und Brennen von Gefäßen⁶ (Ravensburg 1964).&lt;br /&gt;
*Mämpel 1985: U. Mämpel, Keramik. Von der Handform zum Industrieguß (Reinbek bei Hamburg 1985). 1480-ISBN 3 499 17717 X.&lt;br /&gt;
*Münster 1980: M. Münster, Töpfern spielend lernen. Gestalten ohne Scheibe (Wiesbaden 1980). ISBN 3-87876-326-3.&lt;br /&gt;
*Pfannkuche 1984: B. Pfannkuche, DuMont’s Handbuch der Keramikglasur. Material – Rezepte – Anwendung (Köln 1984). ISBN 3-7701-1555-4.&lt;br /&gt;
*Pfannkuche 1986: B. Pfannkuche, DuMont’s Handbuch der Keramikbrennöfen. Geschichtliche Entwicklung – Bauanleitungen – Brennbeschreibungen (Köln 1986). ISBN 3-7701-1851-0.&lt;br /&gt;
*Rada 1989: P. Rada, Die Technik der Keramik. Handbuch der Arbeitsvorgänge der Keramik (Hanau/M. 1989). ISBN 3-7684-1868-5.&lt;br /&gt;
*Salmang/Scholze 1983: H. Salmang/H. Scholze, Keramik 2. Keramische Werkstoffe⁶ (Berlin 1983). ISBN 3-540-12595-7.&lt;br /&gt;
*Stern 1984: H. Stern, Grundlagen der Technologie der Keramik³ (Vaduz 1984).&lt;br /&gt;
*Weiser 2003: B. Weiser, Töpferöfen von 500 bis 1500 n. Chr. im deutschsprachigen Raum und in angrenzenden Gebieten (Bonn 2003). ISBN 3-7749-3135-6.&lt;br /&gt;
*Wolczyk 1985: Ch. Wolczyk, Töpfern auf der Scheibe. Mit 200 Fotos von Rafael Melero (Stuttgart 1985) ISBN 3-440-05545-0.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Handwerkstechnik]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>M. Rühle</name></author>
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		<title>Bodenzeichen</title>
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		<updated>2021-06-22T07:21:25Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;M. Rühle: /* Literaturhinweise und Nachweise */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Bei den sog. Bodenzeichen (auch: Bodenmarken) handelt es sich um meist einfache geometrische Zeichen auf der Unterseite von Standböden überwiegend [[Nachgedrehte Ware|nachgedrehter Keramik]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Beschreibung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Positivabdruck: Abdruck einer entsprechend gekerbten Drehscheibenunterlage&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Negativabdruck: hier auch einzeln eingegschnittene Markierungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allgemein:&lt;br /&gt;
- meist an nachgedrehter Keramik zu finden, weniger oft an Drehscheibenware&lt;br /&gt;
- häufig in Verbindung mit Quellrändern&lt;br /&gt;
- selten mit Achsabdrücken&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Zeichen===&lt;br /&gt;
*v.a. Radzeichen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verbreitung==&lt;br /&gt;
in den meisten Regionen Europas&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Interessante Beobachtung: goßräumige Ähnlichkeiten bei regionalen Präferenzen einzelner Formen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Chronologie==&lt;br /&gt;
Früh-, vor allem aber Hochmittelalter&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Südwestdeutschland:&lt;br /&gt;
* besonders bei Waren des 11./12. Jahrhunderts&lt;br /&gt;
* Chronologie der früheren nachgedrehten Waren noch nicht abschließend geklärt (jedoch bereits ab der Merowingerzeit)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bedeutung==&lt;br /&gt;
lange Forschungsdisskusion: Chronologie, Raum, Bedeutung und Funktion unterschiedlich&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deutungsansätze:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. symbolisch: kultische, magische und vor Unheil bewahrende Deutung (hierbei wieder verschiedene Zwecke der Markierung möglich)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. herstellungsbedingt: Einritzung soll Verrutschen des Gefäßes auf der [[Töpferscheibe]] verhindern (=Herstellungsmerkmal?)&lt;br /&gt;
--&amp;gt; in diesem Fall wurde das Gefäß von der Töpferscheibe abgehoben und nicht mit einem Draht oder Faden abgeschnitten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Herstellersignaturen: Hilfestellung zum Zentrieren (Bodenzeichen mit Achsabdrücken vergesellschaftet, Quellränder als sekundär umgeformte Böden)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4. Deutung in slawischer Keramikforschung: Markierung der Töpferscheibe aus kultischen Gründen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literaturhinweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Lobbedey 1968: U. Lobbedey, Untersuchungen mittelalterlicher Keramik vornehmlich in Südwestdeutschland. Arb. Frühmittelalterforsch. 3 (Berlin 1968) bes. 61–62.&lt;br /&gt;
*Rogier 2015: M. Rogier, Mittelalterliche nachgedrehte Keramik. Überlegungen zur Definition, Bestimmung und Interpretation am Beispiel Baden-Württemberg. Lehr- u. Arbeitsmat. Arch. Mittelalter u. Neuzeit (Tübingen 2015) bes. 55f.&lt;br /&gt;
*Schreg 2012: R. Schreg, Keramik des 9. bis 12. Jahrhunderts am Rhein. Forschungsperspektiven für Produktion und Alltag. In: L. Grunwald/H. Pantermehl/R. Schreg (Hrsg.), Hochmittelalterliche Keramik am Rhein. Eine Quelle für Produktion und Alltag des 9. bis 12. Jahrhunderts. Tagung im Römisch-Germanischen Zentralmuseum, 6. bis 7. Mai 2011. RGZM-Tagungen 13 (Mainz 2012) 1–19, bes. 13. ISBN 978-3795426668.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Materialkunde]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Formenkunde]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>M. Rühle</name></author>
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		<title>Bodenzeichen</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;M. Rühle: Literatur angepasst&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Bei den sog. Bodenzeichen (auch: Bodenmarken) handelt es sich um meist einfache geometrische Zeichen auf der Unterseite von Standböden überwiegend [[Nachgedrehte Ware|nachgedrehter Keramik]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Beschreibung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Positivabdruck: Abdruck einer entsprechend gekerbten Drehscheibenunterlage&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Negativabdruck: hier auch einzeln eingegschnittene Markierungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allgemein:&lt;br /&gt;
- meist an nachgedrehter Keramik zu finden, weniger oft an Drehscheibenware&lt;br /&gt;
- häufig in Verbindung mit Quellrändern&lt;br /&gt;
- selten mit Achsabdrücken&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Zeichen===&lt;br /&gt;
*v.a. Radzeichen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verbreitung==&lt;br /&gt;
in den meisten Regionen Europas&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Interessante Beobachtung: goßräumige Ähnlichkeiten bei regionalen Präferenzen einzelner Formen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Chronologie==&lt;br /&gt;
Früh-, vor allem aber Hochmittelalter&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Südwestdeutschland:&lt;br /&gt;
* besonders bei Waren des 11./12. Jahrhunderts&lt;br /&gt;
* Chronologie der früheren nachgedrehten Waren noch nicht abschließend geklärt (jedoch bereits ab der Merowingerzeit)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bedeutung==&lt;br /&gt;
lange Forschungsdisskusion: Chronologie, Raum, Bedeutung und Funktion unterschiedlich&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deutungsansätze:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. symbolisch: kultische, magische und vor Unheil bewahrende Deutung (hierbei wieder verschiedene Zwecke der Markierung möglich)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. herstellungsbedingt: Einritzung soll Verrutschen des Gefäßes auf der [[Töpferscheibe]] verhindern (=Herstellungsmerkmal?)&lt;br /&gt;
--&amp;gt; in diesem Fall wurde das Gefäß von der Töpferscheibe abgehoben und nicht mit einem Draht oder Faden abgeschnitten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Herstellersignaturen: Hilfestellung zum Zentrieren (Bodenzeichen mit Achsabdrücken vergesellschaftet, Quellränder als sekundär umgeformte Böden)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4. Deutung in slawischer Keramikforschung: Markierung der Töpferscheibe aus kultischen Gründen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literaturhinweise und Nachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Lobbedey 1968: U. Lobbedey, Untersuchungen mittelalterlicher Keramik vornehmlich in Südwestdeutschland. Arb. Frühmittelalterforsch. 3 (Berlin 1968) bes. 61–62.&lt;br /&gt;
*Rogier 2015: M. Rogier, Mittelalterliche nachgedrehte Keramik. Überlegungen zur Definition, Bestimmung und Interpretation am Beispiel Baden-Württemberg. Lehr- u. Arbeitsmat. Arch. Mittelalter u. Neuzeit (Tübingen 2015) bes. 55f.&lt;br /&gt;
*Schreg 2012: R. Schreg, Keramik des 9. bis 12. Jahrhunderts am Rhein. Forschungsperspektiven für Produktion und Alltag. In: L. Grunwald/H. Pantermehl/R. Schreg (Hrsg.), Hochmittelalterliche Keramik am Rhein. Eine Quelle für Produktion und Alltag des 9. bis 12. Jahrhunderts. Tagung im Römisch-Germanischen Zentralmuseum, 6. bis 7. Mai 2011. RGZM-Tagungen 13 (Mainz 2012) 1–19, bes. 13. ISBN 978-3795426668.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Materialkunde]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Formenkunde]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>M. Rühle</name></author>
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	<entry>
		<id>https://amanz-balismink.rproxy.rz.uni-bamberg.de/balismink/index.php?title=Bodenform&amp;diff=1679</id>
		<title>Bodenform</title>
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		<updated>2021-06-22T07:12:16Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;M. Rühle: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Der Begriff des Bodens beschreibt den unteren, abschließenden Bereich des Gefäßkörpers. Als Fuß oder Standvorrichtung wird ein angarnierter Teil am Boden bezeichnet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bodenformen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Kugelboden&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Flachboden/Standboden&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Linsenboden&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- nach innen gewölbter/konkaver Boden&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fußformen/ Standvorrichtungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Standplatte&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Standring&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Hohlfuß&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Kronen-/Zackenfuß&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Wellenfuß&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Grapen-/Dreifuß&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Standknuppen (Sonderform, weil aus dem Gefäßkörper heraus geformt sein kann)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Standlappen (Sonderform, weil aus dem Gefäßkörper heraus geformt sein kann)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Beschreibung der Fußzone (Die Fußzone beschreibt, den Bereich vom inneren Bodenumbruch, bzw. Bodeneinzugswendepunkt bis zum untersten Punkt des Gefäßes):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- einziehend&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- ausladend&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- zylindrisch&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:To Do!]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Terminologie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Formenkunde]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>M. Rühle</name></author>
	</entry>
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