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	<title>balismink - Benutzerbeiträge [de]</title>
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	<subtitle>Benutzerbeiträge</subtitle>
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		<id>https://amanz-balismink.rproxy.rz.uni-bamberg.de/balismink/index.php?title=Rheinische_Grauwaren&amp;diff=2100</id>
		<title>Rheinische Grauwaren</title>
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		<updated>2021-07-07T14:09:13Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;P.H. Petersen: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{stub}}&lt;br /&gt;
Bei den rheinischen Grauwaren handelt es sich um eine Gruppe von verschiedenen Warenarten, die vom frühen bis ins Spätmittelalter vor allem in der Region zwischen Eifel und Niederrhein produziert wurden. Die Gefäße wurden sowohl lokal, als auch überregional bis in die skandinavischen Regionen verhandelt. Es konnten einige Orte als produzierende Töpfereizentren identifiziert werden. Für die frühe Grauware (9-12. Jh.) wären das Fundkomplexe wie die Töpferei in Wildenrath und Katterbach. Die ältere Grauware (12-15 Jh.) ist auch in Produktionszentren der gelben Irdenware zu finden, wie Pingsdorf oder Badorf (Unterteilung nach Lüdtke-Schietzel 2001). Allerdings ist sowohl bei der jüngeren als auch der älteren Grauware noch von weiteren Produktionsorten auszugehen. &lt;br /&gt;
Die rheinischen Grauwaren bilden eine sehr heterogene Gruppe mit verschiedenen, chronologischen Merkmalen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Forschungsgeschichte==&lt;br /&gt;
In Haithabu wurde neben der gelben Rheinischen Importwaren auch eine &amp;quot;blaugraue Ware&amp;quot; beobachtet, für die zunächst auch eine Herkunft aus dem Rheinland vermutet wurde. Es handelt sich jedoch um eine wesentlich dickwandigere Ware, für die man auch eine Funktion als Tiegel in Betracht gezogen hat, ohne dass dies aber mittels Inhaltsreste bestätigt werden konnte (Janssen 1987, 24f.). Mit dieser Bezeichnung &amp;quot;blau-graue Ware&amp;quot; wurden auch Funde einer Ware aus Brüggen-Öbel versehen, welche jedoch eher zu den [[Elmpter Ware]] gezählt werden kann. Weitere Verwirrung bringt zudem der Umstand, dass in der englisch-sprachigen Forschung die &amp;quot;blue-grey ware&amp;quot; die weit verhandelte [[Paffrather Ware]] bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Charakteristika==&lt;br /&gt;
Als einzige Warenarten übergreifende Merkmale sind der reduzierende Brand und folglich der schwarz, gräulich bis weiße Scherben und die (vermutete) Produktion im Rheinland zu sehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Herstellungstechnik=== &lt;br /&gt;
Die Herstellungstechniken unterscheiden sich von Warenart zu Warenart und sind natürlich auch von Gefäßform und Zeitstellung abhängig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Brand/ Farbe===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
reduzierend gebrannt, Schwarz, gräulicher bis weißer Scherben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Magerung===&lt;br /&gt;
häufig stark gemagert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Oberflächenbeschaffenheit===&lt;br /&gt;
zum Teil rau, zum Teil metallisch-glänzend&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Verzierungen===&lt;br /&gt;
Bei einigen Gefäßen ließ sich ein Rollrädchendekor meist an Hals- oder Schulterpartie feststellen. Auch ein Dekor durch horizontal angebrachte Fingereindruck ist belegt. Ab ca. 1200 treten auch ein bis zwei horizontale Riefen im Schulterbereich auf &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Varianten==&lt;br /&gt;
*[[Badorfer Ware]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Gefäßformen==&lt;br /&gt;
Bei den Gefäßen der rheinischen Grauware handelt es sich zum Großteil um reines Kochgeschirr. Die am häufigsten auftretende Form ist der [[Kugeltopf]], dessen charakteristisches Merkmal der Kugelboden ist, jedoch konnte dieser auch mit drei kleinen Standlappen oder einem Wellenfuß versehen sein. Ebenso wurde dem Kugeltopf manchmal eine Tülle oder ein bis zwei Henkel angesetzt. Neben dem Kugeltopf als &amp;quot;Leitfossil&amp;quot; treten auch große Schüssel auf, sowie spezielle Vorratsgefäße, die in der Literatur häufig als &amp;quot;[[Elmpter Amphoren]]&amp;quot; bezeichnet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Randformen==&lt;br /&gt;
Bei den frühen Formen der Grauware treten vorrangig abgerundete und/oder leicht verdickte Ränder auf. Diese Form findet sich auch bei der jüngeren rheinischen Grauware, allerdings sind hier die Randformen noch zahlreicher. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Chronologie==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verbreitung==&lt;br /&gt;
Verschieden rheinische Grauwaren, aber speziell die [[Paffrather Ware]], wurden sehr weit verhandelt, speziell in den skandinavischen Raum. Zu den bekannten Fundorten zählen Bergen, Oslo, Ribe, Trondheim, Viborg, Emden und Brügge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Herstellungsbelege==&lt;br /&gt;
* Wildenrath (Lung 1958)&lt;br /&gt;
* Katterbach (Lung 1958)&lt;br /&gt;
* Pingsdorf (Sanke 1995)&lt;br /&gt;
* Badorf&lt;br /&gt;
* Paffrath (Lung 1955/56)&lt;br /&gt;
* Elmpt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kulturgeschichtliche Einordnung und sozialer Kontext==&lt;br /&gt;
bislang wenig erforscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturhinweise und Nachweise==&lt;br /&gt;
* Bauer/Engemann/Heine/Lobbedey/Stephan 1979: Beiträge zur archäologischen Burgenforschung und zur Keramik des Mittelalters in Westfalen Teil 1. Denkmalpflege und Forschung in Westfalen (Bonn 1979)&lt;br /&gt;
* Bauche 1997: R.-D. Bauche, Die Keramik des 12. Jahrhunderts zwischen Köln und Aachen (Bonn 1997)&lt;br /&gt;
* Heege 1992: A. Heege, Rheinische Keramik des Mittelalters. Stand der Forschung unter Berücksichtigung der Funde von Hambach 500 (Göttingen 1992)&lt;br /&gt;
*Janssen 1987: W. Janssen, Die Importkeramik von Haithabu. Ausgr. Haithabu 9 (Neumünster 1987).&lt;br /&gt;
* Lung 1958: W. Lung, Mittelalterliche Töpferöfen und Eisenverhüttung in Katterbach, Gmde. Bergisch-Gladbach, Rhein.-Berg. Kreis, in: Kölner Jahrbuch für Vor- und Frühgeschichte 3 (1958) 93-108.&lt;br /&gt;
* Lung 1955/56: W. Lung, Mittelalterliche Töpferei in Paffrath und Katterbach. Neue Funde im Rhein.-Berg. Kreis, in: Romerike Berge 5 (1955/56) 157-166&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>P.H. Petersen</name></author>
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		<id>https://amanz-balismink.rproxy.rz.uni-bamberg.de/balismink/index.php?title=Pingsdorfer_Ware&amp;diff=2064</id>
		<title>Pingsdorfer Ware</title>
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		<updated>2021-07-06T12:06:23Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;P.H. Petersen: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:ABB229.jpg|right|mini|Pingsdorfer Keramik, Haithabu.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{|class='wikitable' &lt;br /&gt;
!&lt;br /&gt;
!Beschreibung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| [[Warenart]]               || Pingsdorfer Ware&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| Verbreitungsgebiet     || Rheinland, Niederlande, Mitteldeutschland, Nordseeküste, England, &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| Datierung ||         9.-14. Jh.             &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| Chronologie               ||   &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| [[Herstellungstechnik]]        || [[Drehscheibenware]] zum Teil jedoch auch handgeformt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| [[Brand]] || oxidierend&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| [[Farbe]]               || gelblich, bisweilen hellgrau&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| [[Härte]]   || weich bis hart&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| [[Oberfläche]]               || matt - rau&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| Verzierung ||      orange, rote, rotbraune bis violett-braune Bemalung mit Gitter-, Komma-, Strich- oder Rautenmuster, sowie Fingertupfen. Rillen- und Rollstempeldekor                &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| [[Magerung]]                || fein bis grob; Quarz, &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| [[Gefäßform]]en || Amphoren, Kugeltopf, Becher, Schüssel, Krug, Kanne, Flasche, Kachel&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| [[Randform]]en || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| nachgewiesene Produktionsorte   || &lt;br /&gt;
- Region Vorgebirge (Pingsdorf, Kierberg, Brühl, Badorf, Eckdorf, Walberberg)&lt;br /&gt;
- Region Südlimburg (Brunssum, Schinveld, Nieuwenhagen, Ubach over Worms)&lt;br /&gt;
- Siegburg, Lendersberg&lt;br /&gt;
- Mayen&lt;br /&gt;
- Meckenheim&lt;br /&gt;
- Region Wildenrath (Wassenberg-Effeld, Wildenrath, Erkelenz-Tenholt)&lt;br /&gt;
- Langerwehe, Jüngersdorf&lt;br /&gt;
- Seligenstadt&lt;br /&gt;
- Region Selfkant (Tüddern, Selfkant-Saeffeln)&lt;br /&gt;
- Liblar&lt;br /&gt;
- Urbar&lt;br /&gt;
- Mutscheid&lt;br /&gt;
- Region Südniedersachen (Duingen)&lt;br /&gt;
- Keramikproduktion Pingsdorfer Art in Frankreich (Baralle, Savignies, St. Denis) || &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Pingdsdorfer Keramik ist eine rheinische Irdenware mit dem Produktionszentrum im Raum Köln-Bonn (Terzer 2011), die vor allem für die Keramikvorlagen der nördlichen Hälfte Deutschlands im hohen und späten Mittelalter von größter Bedeutung ist. Für Südwestdeutschland ist sie der wichtigste Vertreter sogenannter Importkeramik (Vgl. Lobbedey 1968, 23).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einführung==&lt;br /&gt;
Die Pingsdofer Keramik ist zu unterscheiden in echte Pingsdorfer Keramik und Pingsdorf-Imitationen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Entwicklung von rotbemalter Irdenwaren zur echten Pingsdorfer Keramik vollzieht sich in den Entwicklungsstufen nach Markus Sanke zwischen dem 9. und 10. Jahrhundert (Vgl. Sanke 2002, Abb. 67). Im späten 9. Jahrhundert im Rheinland steht die mit Rollstempeln ornamentierten Badorfer Ware Übergang zur rot bemalten Pingsdorfer Ware (Gross 2003: Funde bislang unbekannter hochmittelalterlicher…).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Pingsdofer Keramik ist in die Entwicklungslinie des Proto-Steinzeuges einzuordnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Forschungsgeschichte==&lt;br /&gt;
Bereits 1927 befasste sich Franz Rademacher mit der Warenart. Er schlug die Pingsdorfer Keramik nach kunsthistorischen Gesichtspunkten der Karolingerzeit zu und lag damit falsch (Vgl. Rademacher 1927 zit. n. Lobbedey 1965, 3 ff.). Uwe Lobbedey stellte richtig, dass die Pingdorfer Keramik deutlich später anzusiedeln ist (Vgl. Lobbedey 1965, 4) und lag damit auf einer Linie mit Wouter Cornelis Braat, der die falsche zeitliche Einordnung Rademachers bereits 1937 aufgezeigt hatte (Vgl. Braat 1937). Lobbedey schrieb bereits 1965 über die Pingsdorfer Ware, dass diese „an vielen Orten“ nachgeahmt worden war (Lobbedey 1965, 4). &lt;br /&gt;
Bei Lobbedey ist ebenfalls nachzulesen, dass Pingsdorfer Keramik zu den Importwaren im Südwesten Deutschlands zählt. Importwaren, diagnostizierte er, waren verglichen mit dem niederrheinischen Raum und Norddeutschland im mittelalterlichen Südwestdeutschland eine Seltenheit (Lobbedey 1968, 23-24). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===andere Bezeichnungen===&lt;br /&gt;
Die Pingsdorfer Keramik wird u. a. als &amp;quot;Pingsdorfer Ware&amp;quot; oder auch als &amp;quot;Eifeltöpferei&amp;quot; bezeichnet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Charakteristika==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Herstellungstechnik===&lt;br /&gt;
Pingsdorfer Keramik ist eine Drehscheibenware und weist damit mitunter Drehriefen auf. Ebenso können teilweise Verschmier- und Verstreichstellen beobachtet werden (Wintergerst 2002, 71). Manchmal wurden Pingsdorf-Imitationen in Wülsttechnik aufgebaut (Lobbedey 1968, 24).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Brand/ Farbe===&lt;br /&gt;
Kennzeichnend ist die helle Farbe des Scherben, die darauf hindeutet, dass die Keramik, die als Pingsdorfer Ware produziert wurde, in der Regel unter sauerstoffhaltiger Atmosphäre gebrannt wurde. Darüber hinaus ist Pingsdorfer Ware oft verschieden stark versintert und der größere Teil der Funde ist mindestens angesintert. Es lässt sich daraus schließen, dass höhere Brenntemperaturen bei der Produktion der Pingsdorfer Ware angestrebt wurden, vermutlich um auf diese Weise eine größere Undurchlässigkeit zu erreichen. Die Pingdorfer Ware ist demnach eine Entwicklungsstufe, die der Etablierung des Steinzeugs vorrausging (Sanke 2002).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im norddeutschen Flachland unterscheidet sich die Pingsdorfer Keramik von örtlichen Erzeugnissen u. a. durch eine erhöhte Brandhärte und der daraus resultierenden geringeren Durchlässigkeit (Mangelsdorf 1991).&lt;br /&gt;
Der Scherben ist in der Regel hell und relativ hart gebrannt (Lobbedey 1965). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lobbedey hält die Farbe &amp;quot;schmutzig-weißlich&amp;quot; und einen starken Glimmergehalt für ein typisches Kennzeichen der Pingsdorf-Imitationen aus Seligenstadt (Landkreis Offenbach). Eine dunklere braune Färbung des Scherbens tritt aber mitunter auch auf (Lobbedey 1965). Der Scherben der Pingsdorf-Imitationen wird als feintonig beschrieben (z. B. Terzer 2011).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Verzierungen===&lt;br /&gt;
Echte Pingsdorfer Ware ist wie erwähnt häufig mit rot-braunen, breit aufgetragenen „kommaartige Bögen“ (Lobbedey 1965, 4) oder mit verschiedenen netzartigen Mustern verziert. Die unterschiedlichen Verzierungselemente der Entwicklungslinie der Pingsdorfer Ware wurden von Markus Sanke wie das Formenspektrum in 10 chronologische Gruppen untergliedert (Sanke 2002). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Periode 3, in der typologisch und warentechnologisch die erste Ausprägung der Pingsdorfer Ware vorliegt, tritt eine Bemalung auf, die aus gebogenen Streifen, vertikalen Streifendekoren, Zopfmustern und Wellenlinien besteht. Sie datiert bald nach 900 n. Chr. Periode 4 wird eine große Verbreitung bemalter Schüsseln zugeschrieben. Diese Periode datiert in das letzte Drittel des 10. Jahrhunderts und dauert bis zur Mitte des 11. Jahrhunderts Ferner treten in Periode 5 schlanke Becher mit sorgfältigen Bemalungsmustern auf. Periode 5 beginnt in der Mitte des 11. Jahrhunderts und dauert bis in das 12. Jahrhundert. In Periode 6 werden flächenhafte Punkt- oder Kommamuster auf Amphoren von horizontal ausgerichteten Girlandenbändern abgelöst, die nur noch an der Gefäßschulter auftreten. Diese Periode datiert vom Anfang bis zur Mitte des 12. Jahrhunderts. Unbemalte und kugelige Becher sind für Periode 7 charakteristisch. Die Tradition der Verzierungsweise, die aus der Entwicklungslinie rotbemalter Irdenware entstand, endet. Periode 7 datiert in die zweite Hälfte des 12. Jahrhunderts. Für die jüngeren Perioden stehen vollengobierte Gefäße. Die Pingsdorfer Ware findet bis in das 2. Drittel des 14. Jahrhunderts. Verbreitung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Varianten==&lt;br /&gt;
*Variante &amp;quot;Echte Pingsdorfer Ware&amp;quot; (Bezeichnung nach Terzer 2011)&lt;br /&gt;
Die Entwicklungslinie der echten Pingsdorfer Ware konnte an Hand des Materials aus Brühl-Pingsdorf in zehn chronologische Gruppen untergliedert werden (Sanke 2002). Diese unterscheiden sich vor allem durch das Formenspektrum und die Verzierungsart. Die echte Pingsdorfer Ware besitzt oft als dekoratives Element rotbraune, breit aufgetragene „kommaartige Bögen“ (Lobbedey 1965, 4) oder verschiedene netzartige Muster. Diese Dekoration tritt aber erst ab Periode 2 des Entwicklungsstufenmodells der Pingsdorfer Keramik nach Markus Sanke auf (Sanke 2002, 180). Ab Periode 3 im 10. Jh. liegt echte Pingsdorfer Ware im eigentlichen Sinne vor, da man bei der Einordnung des Materials der Perioden 1 und 2 dazu neigt dieses noch als der Tradition der rotbemalten Irdenware mit Rollstempeldekor zugehörig zu spezifizieren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Variante „Ware Pingsdorfer Art“&lt;br /&gt;
Ware Pingsdorfer Art zählt nicht zu der Gruppe der &amp;quot;Pingsdorf-Imitationen&amp;quot;, da man unter diesem Begriff Waren versteht, deren Herkunftsgebiet weder Pingsdorf noch Südwestdeutschland ist. Lobbedey liefert mit Mayen (Eifel) ein Beispiel für die Herkunft von Waren Pingsdorfer Art, die Pingsdorfer Keramik &amp;quot;nach Form und Herstellungsweise&amp;quot; gleichen (Lobbedey 1968, 24).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Derivate der Pingsdorfer Ware entstanden aber zum Beispiel auch in Töpfereien in Niedersachsen und Nordhessen (Mangelsdorf 1991 -&amp;gt; Plath 1959). Rot bemalte Keramikfunde aus Böhmen, Niederschlesien und dem ostelbischen Gebiet scheinen ebenso als Ableitungen der Pingsdorfer Ware gelten zu können (Mangelsdorf 1991).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Sogenannte &amp;quot;Pingsdorf-Imitationen&amp;quot; sind Nachahmungen der Pingsdorfer Keramik, die südlich des Mains zu finden sind. Diese helltonige und rot bemalte Keramik wurde am Main, in Südwestdeutschland und Franken hergestellt. Pingsdorf-Imitationen können ebenfalls ein Streifen- oder Gitterdekor als Farbverzierung aufweisen. Diese Dekore wurden wie die Verzierung echter Pingsdorfer Keramik mit einem breiten Malwerkzeug oder den Fingern aufgetragen (Lobbedey 1965, 4; Sanke 2002, 180). Pingsdorf-Imitationen mit einer gerieften Wandung könnten Lobbedey zufolge einer späteren Gruppe der Warenart zuzuordnen sein. Darüber hinaus nennt er einen Fund, dessen &amp;quot;ausschwingende Mündungspartie typologisch noch jünger zu sein scheint.&amp;quot; (Lobbedey 1968, 25 Anm. 64) Pingsdorf-Imitationen, die in Basel (CH) zu Tage traten, hatten sich jedoch nur durch den Vergleich von Resultaten mineralogischer Analysen und mikroskopischer Untersuchungen an Dünnschliffen enttarnen lassen (Terzer 2011).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Gefäßformen==&lt;br /&gt;
Im norddeutschen Flachland unterscheidet sich die Pingsdorfer Ware von örtlichen Erzeugnissen u. a. durch ihre Formenvielfalt (Mangelsdorf 1991).&lt;br /&gt;
Als häufige Formen können sogenannte amphorenartige Gefäße mit Wellenfuß, Ausgußtülle und Bandhenkel sowie [[Kugeltopf|Kugelbodentöpfe]] und kleine engmundige Töpfchen gelten (Vgl. Mangelsdorf 1991, Lobbedey 1965). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Chronologie==&lt;br /&gt;
Nach Perioden aufgeschlüsselt (Sanke 2002) sind für die echte Pingsdorfer Ware ab Periode 3 nach Markus Sanke sichelförmige Randprofile und nicht standfähige Sturzbecher charakteristisch. Neben dem Standring treten außerdem Drehscheibenkugeltöpfe in großer Zahl auf. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Periode 4 ist gekennzeichnet durch das Auftreten von Amphoren, vielfältig profilierten Rändern, breiten und kräftig profilierten Bandhenkeln sowie schlanke Becher und Schüsseln. Amphoren dieser chronologischen Gruppe können zudem drei Henkel besitzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab Periode 5 sind Becher mit konischem Oberteil und zunehmend kräftig gekniffene Wellenfüße bei unterschiedlichen Gefäßformen verbreitet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das 12. Jh. beginnt mit Periode 6, für die Amphorenränder typisch sind, die aus der Horizontalen gedreht wurden. Darüber hinaus sind kugelige Becher und hohe Becher nun häufig. Handaufgebaute Kugeltöpfe sind für diese Periode ebenfalls charakteristisch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Periode 7 zeichnet sich ab, dass zunehmend kugelige Becher und Amphoren verbreitet sind. Neben weiteren typologischen Entwicklungen treten nun erstmals Becherkacheln auf. Eine bedeutende Entwicklung ist zudem der Krug. Neben gewellten Bandhenkeln treten nun auch eiförmige Becher auf. In dieser Periode scheint auch die Traditionslinie der rotbemalten Irdenwaren zu enden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Periode 8 löst der Krug die Amphore ab. Neben Flaschen treten nun sogenannte Urnenbecher auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für Periode 9 ist violett-braun-engobiertes Faststeinzeug typisch, das sich hauptsächlich als Krug oder tropfenförmiger Becher findet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Periode 10 nach Sanke liegt im 14. Jh. vollständig entwickeltes Steinzeug vor. Eine für diese Periode typische Form ist der Zylinderhalskrug.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verbreitung==&lt;br /&gt;
Im Vergleich zu den ungezählten Vertretern der Pingsdorfer Ware, die in ihrem Kernverbreitungsgebiet in der nördlichen Hälfte Deutschlands zu Tage treten, finden sich Importstücke und Imitationen dieser Warenart in Südwestdeutschland vergleichsweise nur vereinzelt. Zu diesem peripheren Verbreitungsgebiet im Südwesten zählt auch das südliche Hessen (Wintergerst 2007, Gross 2003). &lt;br /&gt;
Neben den Produktionsstätten im Rheinland muss es auch in Südwestdeutschland Töpfereizentren gegeben haben, welche die erwähnten Imitationen herstellten wie in Wülfingen in württembergisch Franken (Schulze-Dörrlamm 1991) oder im Raum Heidenheim (Terzer 2011).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Pingsdorfer Ware findet ab dem 9. Jh. Verbreitung und erreicht um 1200 n. Chr. ihren Verbreitungshöhepunkt. Sie ist Teil des Phänomens der Verbreitungswelle von Steinzeug-Erzeugnissen aus dem Rheinland und dem niedersächsisch-nordhessischen Raum im 12. und 13. Jahrhundert in Teilen Norddeutschlands (Mangelsdorf 1991: Keramik nach Pingsdorfer Art in Norddeutschland ZfA Z. Archäol. 25, 215-221 Berlin). &lt;br /&gt;
Pingsdorfer Ware tritt außer in Deutschland auch in England, in an Nord- und Ostsee anliegenden Staaten sowie natürlich in den an Deutschland angrenzenden Gebieten auf - in unterschiedlich starkem Maße (besonders in westlich und östlich von Deutschland gelegenen Gebieten) (Vgl. Mangelsdorf 1991). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Pingsdorfer Ware kann zudem als Einflussfaktor gelten, der auf die Entwicklung der sogenannten &amp;quot;[[Rotbemalte schwäbische Feinware (Württemberg, SMa)|Rotbemalten schwäbischen Feinware Buocher Art]]&amp;quot; wirkte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Referenzkomplexe===&lt;br /&gt;
In Südwestdeutschland&lt;br /&gt;
*Produktionsstätten von &amp;quot;feintoniger heller rotbemalter Ware&amp;quot; auf der östlichen Schwäbischen Alb im Raum Heidenheim (Terzer 2011)&lt;br /&gt;
*Töpferöfen von Wülfingen im württembergischen Franken (Schulze-Dörrlamm 1991)&lt;br /&gt;
*Töpferofen von Seligenstadt (Landkreis Offenbach) (Lobbedey 1968)&lt;br /&gt;
*Kugeltöpfe aus dem Münzschatz von Langenselbold (Main-Kinzig-Kreis) (Lobbedey 1968)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kulturgeschichtliche Einordnung und sozialer Kontext==&lt;br /&gt;
Töpfereien im Eifelvorgebirge befinden sich in der unmittelbaren Umgebung von Wasserburgen oder bedeutenden Hofanlagen. Es ist daher anzunehmen, dass die Lage der hochmittelalterlichen Keramikproduktionsorte am Rhein eine Beziehung der Töpfer zu diesen Anlagen bzw. zu ihren Herren widerspiegelt (Terzer 2011).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im norddeutschen Flachland kennzeichnen Funde Pingsdofer Ware zwar auch Fundplätze mit ländlichem Kontext, aber sie tritt dort vor allem auf Fundplätzen auf, die dem städtischen oder gar dem herrschaftlichen Kontext zuzuordnen sind (Mangelsdorf 1991). Die Fundplätze mit ländlichem Kontext sind zudem meist in der Nähe von urbanen Zentren, Klöstern oder Handelsadern anzutreffen (Mangelsdorf 1991).&lt;br /&gt;
Die Verbreitung der Warenart bildet ein weitreichendes Handelsnetzwerk ab, das die Pingsdorfer Ware als Handelsgut oder Emballage transportierte (Mangelsdorf 1991). Der Handel gewann im Hochmittelalter im Zuge tiefgreifender gesellschaftlicher Veränderungen an Bedeutung. Dementsprechend ist es nicht verwunderlich, dass Pingsdorfer Ware u. a. bei Ausgrabungen wichtiger Ostsee-Handelsplätze zu Tage trat (Mangelsdorf 1991). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Standardisierung der kleinen Gefäße von Pingsdorfer Machart bzw. ein ähnliches Fassungsvermögen könnte darauf hinweisen, dass eine einheitliche Emballage den Handel erleichtern sollte (Vgl. Mangeldorf 1991). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einzelnachweise==&lt;br /&gt;
*&lt;br /&gt;
*U. Lobbedey, Untersuchungen mittelalterlicher Keramik vornehmlich in Südwestdeutschland. Arb. Frühmittelalterforsch. 3 (Berlin 1968).&lt;br /&gt;
*R. Haarberg, Über Pingsdorfer Keramik im ehemaligen Kurhessen. Zeitschr. Ver. hess. Gesch. 75/76, 1964/65, 71–81.&lt;br /&gt;
*A. Heege, Die Keramik des frühen und hohen Mittelalters aus dem Rheinland. Stand der Forschung ; Typologie, Chronologie, Warenarten. Arch. Ber. 5 (Bonn 1995).&lt;br /&gt;
*A. Hein, Herkunftsbestimmung von Keramik Pingsdorfer und Paffrather Art gefunden in Emden. In: A. Hauptmann/u.a. (Hrsg.), Archäometrie und Denkmalpflege - Kurzberichte (1995) 73f.&lt;br /&gt;
*W. Hübener, Die Keramik von Haithabu. Ausgr. Haithabu 2 (Neumünster 1959).&lt;br /&gt;
*L. Hussong, Die Keramik des Münzschatzfundes von St. Irminen, Trier, 1928. Trierer Zeitschr. 29, 1966, 236–266.&lt;br /&gt;
*W. Janssen, Ein Produktionsbezirk mittelalterlicher Keramik in Brühl-Pingsdorf. Rhein. Ausgr. 1976, 133–138.&lt;br /&gt;
*W. Janssen, Die Importkeramik von Haithabu. Ausgr. Haithabu 9 (Neumünster 1987).&lt;br /&gt;
*C. Keller, Pingsdorf-type Ware - An Introduction. Medieval Ceramics 19, 1995, 19–28.&lt;br /&gt;
*C. Koenen, Karolingisch-fränkische Töpfereien bei Pingsdorf. Bonner Jahrb. 103, 1898, 115–122.&lt;br /&gt;
*G. Mangelsdorf, Keramik nach Pingsdorfer Art in Norddeutschland. Zeitschr. Arch. 25, 1991, 215–221.&lt;br /&gt;
*K. Nahrgang, Ein Töpferofen mit Pingsdorfer Keramik in Seligenstadt. Stadt- und Landkreis Offenbach am Main. Studien und Forschungen 3, 1957, 73–77.&lt;br /&gt;
*A. Rother, Chemische und mineralogische Untersuchungen an Keramik Pingsdorfer Art aus dem nordeuropäischen Raum - Referenzgruppen für chemische Herkunftsbestimmungen. In: H. Lüdtke/K. Schietzel (Hrsg.), Handbuch zur mittelalterlichen Keramik in Nordeuropa. Schriften des Archäologischen Landesmuseums Schleswig 6 (Neumünster 2001) 429–463.&lt;br /&gt;
*M. Sanke, Ein Töpferofen mit ältester Pingsdorfware aus Brühl-Pingsdorf. Ein Beitrag zur Rheinischen Keramik des 10. Jahrhunderts. Bonner Jahrb. 199, 1999, 181–234.&lt;br /&gt;
*Sanke 2002: M. Sanke, Die mittelalterliche Keramikproduktion in Brühl-Pingsdorf. Technologie - Typologie - Chronologie. Rhein. Ausgr. 50 (Mainz 2002).&lt;br /&gt;
*H. Schenk, Zu Chronologie und Gefäßtypologie der Pingsdorfer Ware. Bonner Jahrb. 200, 2000 (2003), 329–405.&lt;br /&gt;
*Sanke 2001: M. Sanke, Gelbe Irdenware. In: H. Lüdtke/K. Schietzel (Hrsg.), Handbuch zur mittelalterlichen Keramik in Nordeuropa. Schriften des Archäologischen Landesmuseums Schleswig 6 (Neumünster 2001) 271–428.&lt;br /&gt;
*D. Selling, Pingsdorf Ware: Its Most Northerly Outposts. In: Festschrift R. Blomquist. Arch. Lundensia 3 (Karlshamn 1968).&lt;br /&gt;
* Rother 2001: A. Rother, Chemische und mineralogische Untersuchungen an Keramik Pingsdorfer Art aus dem nordeuropäischen Raum - Referenzgruppen für chemische Herkunftsbestimmungen, In: H. Lüdtke/K. Schietzel (Hrsg.), Handbuch zur mittelalterlichen Keramik in Nordeuropa. Schriften des Archäologischen Landesmuseums Schleswig 6 (Neumünster 2001) 429-464.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Warenart]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Materialkunde]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>P.H. Petersen</name></author>
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		<title>Pingsdorfer Ware</title>
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		<updated>2021-07-06T12:05:16Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;P.H. Petersen: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:ABB229.jpg|right|mini|Pingsdorfer Keramik, Haithabu.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{|class='wikitable' &lt;br /&gt;
!&lt;br /&gt;
!Beschreibung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| [[Warenart]]               || Pingsdorfer Ware&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| Verbreitungsgebiet     || Rheinland, Niederlande, Mitteldeutschland, Nordseeküste, England, &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| Datierung ||         9.-14. Jh.             &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| Chronologie               ||   &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| [[Herstellungstechnik]]        || [[Drehscheibenware]] zum Teil jedoch auch handgeformt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| [[Brand]] || oxidierend&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| [[Farbe]]               || gelblich, bisweilen hellgrau&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| [[Härte]]   || weich bis hart&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| [[Oberfläche]]               || matt - rau&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| Verzierung ||      orange, rot, rotbraun bis violett-braune Bemalung mit Gitter-, Komma-, Strich- oder Rautenmuster, sowie Fingertupfen. Rillen- und Rollstempeldekor                &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| [[Magerung]]                || fein bis grob; Quarz, &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| [[Gefäßform]]en || Amphoren, Kugeltopf, Becher, Schüssel, Krug, Kanne, Flasche, Kachel&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| [[Randform]]en || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| nachgewiesene Produktionsorte   || &lt;br /&gt;
- Region Vorgebirge (Pingsdorf, Kierberg, Brühl, Badorf, Eckdorf, Walberberg)&lt;br /&gt;
- Region Südlimburg (Brunssum, Schinveld, Nieuwenhagen, Ubach over Worms)&lt;br /&gt;
- Siegburg, Lendersberg&lt;br /&gt;
- Mayen&lt;br /&gt;
- Meckenheim&lt;br /&gt;
- Region Wildenrath (Wassenberg-Effeld, Wildenrath, Erkelenz-Tenholt)&lt;br /&gt;
- Langerwehe, Jüngersdorf&lt;br /&gt;
- Seligenstadt&lt;br /&gt;
- Region Selfkant (Tüddern, Selfkant-Saeffeln)&lt;br /&gt;
- Liblar&lt;br /&gt;
- Urbar&lt;br /&gt;
- Mutscheid&lt;br /&gt;
- Region Südniedersachen (Duingen)&lt;br /&gt;
- Keramikproduktion Pingsdorfer Art in Frankreich (Baralle, Savignies, St. Denis) || &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Pingdsdorfer Keramik ist eine rheinische Irdenware mit dem Produktionszentrum im Raum Köln-Bonn (Terzer 2011), die vor allem für die Keramikvorlagen der nördlichen Hälfte Deutschlands im hohen und späten Mittelalter von größter Bedeutung ist. Für Südwestdeutschland ist sie der wichtigste Vertreter sogenannter Importkeramik (Vgl. Lobbedey 1968, 23).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einführung==&lt;br /&gt;
Die Pingsdofer Keramik ist zu unterscheiden in echte Pingsdorfer Keramik und Pingsdorf-Imitationen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Entwicklung von rotbemalter Irdenwaren zur echten Pingsdorfer Keramik vollzieht sich in den Entwicklungsstufen nach Markus Sanke zwischen dem 9. und 10. Jahrhundert (Vgl. Sanke 2002, Abb. 67). Im späten 9. Jahrhundert im Rheinland steht die mit Rollstempeln ornamentierten Badorfer Ware Übergang zur rot bemalten Pingsdorfer Ware (Gross 2003: Funde bislang unbekannter hochmittelalterlicher…).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Pingsdofer Keramik ist in die Entwicklungslinie des Proto-Steinzeuges einzuordnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Forschungsgeschichte==&lt;br /&gt;
Bereits 1927 befasste sich Franz Rademacher mit der Warenart. Er schlug die Pingsdorfer Keramik nach kunsthistorischen Gesichtspunkten der Karolingerzeit zu und lag damit falsch (Vgl. Rademacher 1927 zit. n. Lobbedey 1965, 3 ff.). Uwe Lobbedey stellte richtig, dass die Pingdorfer Keramik deutlich später anzusiedeln ist (Vgl. Lobbedey 1965, 4) und lag damit auf einer Linie mit Wouter Cornelis Braat, der die falsche zeitliche Einordnung Rademachers bereits 1937 aufgezeigt hatte (Vgl. Braat 1937). Lobbedey schrieb bereits 1965 über die Pingsdorfer Ware, dass diese „an vielen Orten“ nachgeahmt worden war (Lobbedey 1965, 4). &lt;br /&gt;
Bei Lobbedey ist ebenfalls nachzulesen, dass Pingsdorfer Keramik zu den Importwaren im Südwesten Deutschlands zählt. Importwaren, diagnostizierte er, waren verglichen mit dem niederrheinischen Raum und Norddeutschland im mittelalterlichen Südwestdeutschland eine Seltenheit (Lobbedey 1968, 23-24). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===andere Bezeichnungen===&lt;br /&gt;
Die Pingsdorfer Keramik wird u. a. als &amp;quot;Pingsdorfer Ware&amp;quot; oder auch als &amp;quot;Eifeltöpferei&amp;quot; bezeichnet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Charakteristika==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Herstellungstechnik===&lt;br /&gt;
Pingsdorfer Keramik ist eine Drehscheibenware und weist damit mitunter Drehriefen auf. Ebenso können teilweise Verschmier- und Verstreichstellen beobachtet werden (Wintergerst 2002, 71). Manchmal wurden Pingsdorf-Imitationen in Wülsttechnik aufgebaut (Lobbedey 1968, 24).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Brand/ Farbe===&lt;br /&gt;
Kennzeichnend ist die helle Farbe des Scherben, die darauf hindeutet, dass die Keramik, die als Pingsdorfer Ware produziert wurde, in der Regel unter sauerstoffhaltiger Atmosphäre gebrannt wurde. Darüber hinaus ist Pingsdorfer Ware oft verschieden stark versintert und der größere Teil der Funde ist mindestens angesintert. Es lässt sich daraus schließen, dass höhere Brenntemperaturen bei der Produktion der Pingsdorfer Ware angestrebt wurden, vermutlich um auf diese Weise eine größere Undurchlässigkeit zu erreichen. Die Pingdorfer Ware ist demnach eine Entwicklungsstufe, die der Etablierung des Steinzeugs vorrausging (Sanke 2002).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im norddeutschen Flachland unterscheidet sich die Pingsdorfer Keramik von örtlichen Erzeugnissen u. a. durch eine erhöhte Brandhärte und der daraus resultierenden geringeren Durchlässigkeit (Mangelsdorf 1991).&lt;br /&gt;
Der Scherben ist in der Regel hell und relativ hart gebrannt (Lobbedey 1965). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lobbedey hält die Farbe &amp;quot;schmutzig-weißlich&amp;quot; und einen starken Glimmergehalt für ein typisches Kennzeichen der Pingsdorf-Imitationen aus Seligenstadt (Landkreis Offenbach). Eine dunklere braune Färbung des Scherbens tritt aber mitunter auch auf (Lobbedey 1965). Der Scherben der Pingsdorf-Imitationen wird als feintonig beschrieben (z. B. Terzer 2011).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Verzierungen===&lt;br /&gt;
Echte Pingsdorfer Ware ist wie erwähnt häufig mit rot-braunen, breit aufgetragenen „kommaartige Bögen“ (Lobbedey 1965, 4) oder mit verschiedenen netzartigen Mustern verziert. Die unterschiedlichen Verzierungselemente der Entwicklungslinie der Pingsdorfer Ware wurden von Markus Sanke wie das Formenspektrum in 10 chronologische Gruppen untergliedert (Sanke 2002). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Periode 3, in der typologisch und warentechnologisch die erste Ausprägung der Pingsdorfer Ware vorliegt, tritt eine Bemalung auf, die aus gebogenen Streifen, vertikalen Streifendekoren, Zopfmustern und Wellenlinien besteht. Sie datiert bald nach 900 n. Chr. Periode 4 wird eine große Verbreitung bemalter Schüsseln zugeschrieben. Diese Periode datiert in das letzte Drittel des 10. Jahrhunderts und dauert bis zur Mitte des 11. Jahrhunderts Ferner treten in Periode 5 schlanke Becher mit sorgfältigen Bemalungsmustern auf. Periode 5 beginnt in der Mitte des 11. Jahrhunderts und dauert bis in das 12. Jahrhundert. In Periode 6 werden flächenhafte Punkt- oder Kommamuster auf Amphoren von horizontal ausgerichteten Girlandenbändern abgelöst, die nur noch an der Gefäßschulter auftreten. Diese Periode datiert vom Anfang bis zur Mitte des 12. Jahrhunderts. Unbemalte und kugelige Becher sind für Periode 7 charakteristisch. Die Tradition der Verzierungsweise, die aus der Entwicklungslinie rotbemalter Irdenware entstand, endet. Periode 7 datiert in die zweite Hälfte des 12. Jahrhunderts. Für die jüngeren Perioden stehen vollengobierte Gefäße. Die Pingsdorfer Ware findet bis in das 2. Drittel des 14. Jahrhunderts. Verbreitung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Varianten==&lt;br /&gt;
*Variante &amp;quot;Echte Pingsdorfer Ware&amp;quot; (Bezeichnung nach Terzer 2011)&lt;br /&gt;
Die Entwicklungslinie der echten Pingsdorfer Ware konnte an Hand des Materials aus Brühl-Pingsdorf in zehn chronologische Gruppen untergliedert werden (Sanke 2002). Diese unterscheiden sich vor allem durch das Formenspektrum und die Verzierungsart. Die echte Pingsdorfer Ware besitzt oft als dekoratives Element rotbraune, breit aufgetragene „kommaartige Bögen“ (Lobbedey 1965, 4) oder verschiedene netzartige Muster. Diese Dekoration tritt aber erst ab Periode 2 des Entwicklungsstufenmodells der Pingsdorfer Keramik nach Markus Sanke auf (Sanke 2002, 180). Ab Periode 3 im 10. Jh. liegt echte Pingsdorfer Ware im eigentlichen Sinne vor, da man bei der Einordnung des Materials der Perioden 1 und 2 dazu neigt dieses noch als der Tradition der rotbemalten Irdenware mit Rollstempeldekor zugehörig zu spezifizieren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Variante „Ware Pingsdorfer Art“&lt;br /&gt;
Ware Pingsdorfer Art zählt nicht zu der Gruppe der &amp;quot;Pingsdorf-Imitationen&amp;quot;, da man unter diesem Begriff Waren versteht, deren Herkunftsgebiet weder Pingsdorf noch Südwestdeutschland ist. Lobbedey liefert mit Mayen (Eifel) ein Beispiel für die Herkunft von Waren Pingsdorfer Art, die Pingsdorfer Keramik &amp;quot;nach Form und Herstellungsweise&amp;quot; gleichen (Lobbedey 1968, 24).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Derivate der Pingsdorfer Ware entstanden aber zum Beispiel auch in Töpfereien in Niedersachsen und Nordhessen (Mangelsdorf 1991 -&amp;gt; Plath 1959). Rot bemalte Keramikfunde aus Böhmen, Niederschlesien und dem ostelbischen Gebiet scheinen ebenso als Ableitungen der Pingsdorfer Ware gelten zu können (Mangelsdorf 1991).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Sogenannte &amp;quot;Pingsdorf-Imitationen&amp;quot; sind Nachahmungen der Pingsdorfer Keramik, die südlich des Mains zu finden sind. Diese helltonige und rot bemalte Keramik wurde am Main, in Südwestdeutschland und Franken hergestellt. Pingsdorf-Imitationen können ebenfalls ein Streifen- oder Gitterdekor als Farbverzierung aufweisen. Diese Dekore wurden wie die Verzierung echter Pingsdorfer Keramik mit einem breiten Malwerkzeug oder den Fingern aufgetragen (Lobbedey 1965, 4; Sanke 2002, 180). Pingsdorf-Imitationen mit einer gerieften Wandung könnten Lobbedey zufolge einer späteren Gruppe der Warenart zuzuordnen sein. Darüber hinaus nennt er einen Fund, dessen &amp;quot;ausschwingende Mündungspartie typologisch noch jünger zu sein scheint.&amp;quot; (Lobbedey 1968, 25 Anm. 64) Pingsdorf-Imitationen, die in Basel (CH) zu Tage traten, hatten sich jedoch nur durch den Vergleich von Resultaten mineralogischer Analysen und mikroskopischer Untersuchungen an Dünnschliffen enttarnen lassen (Terzer 2011).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Gefäßformen==&lt;br /&gt;
Im norddeutschen Flachland unterscheidet sich die Pingsdorfer Ware von örtlichen Erzeugnissen u. a. durch ihre Formenvielfalt (Mangelsdorf 1991).&lt;br /&gt;
Als häufige Formen können sogenannte amphorenartige Gefäße mit Wellenfuß, Ausgußtülle und Bandhenkel sowie [[Kugeltopf|Kugelbodentöpfe]] und kleine engmundige Töpfchen gelten (Vgl. Mangelsdorf 1991, Lobbedey 1965). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Chronologie==&lt;br /&gt;
Nach Perioden aufgeschlüsselt (Sanke 2002) sind für die echte Pingsdorfer Ware ab Periode 3 nach Markus Sanke sichelförmige Randprofile und nicht standfähige Sturzbecher charakteristisch. Neben dem Standring treten außerdem Drehscheibenkugeltöpfe in großer Zahl auf. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Periode 4 ist gekennzeichnet durch das Auftreten von Amphoren, vielfältig profilierten Rändern, breiten und kräftig profilierten Bandhenkeln sowie schlanke Becher und Schüsseln. Amphoren dieser chronologischen Gruppe können zudem drei Henkel besitzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab Periode 5 sind Becher mit konischem Oberteil und zunehmend kräftig gekniffene Wellenfüße bei unterschiedlichen Gefäßformen verbreitet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das 12. Jh. beginnt mit Periode 6, für die Amphorenränder typisch sind, die aus der Horizontalen gedreht wurden. Darüber hinaus sind kugelige Becher und hohe Becher nun häufig. Handaufgebaute Kugeltöpfe sind für diese Periode ebenfalls charakteristisch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Periode 7 zeichnet sich ab, dass zunehmend kugelige Becher und Amphoren verbreitet sind. Neben weiteren typologischen Entwicklungen treten nun erstmals Becherkacheln auf. Eine bedeutende Entwicklung ist zudem der Krug. Neben gewellten Bandhenkeln treten nun auch eiförmige Becher auf. In dieser Periode scheint auch die Traditionslinie der rotbemalten Irdenwaren zu enden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Periode 8 löst der Krug die Amphore ab. Neben Flaschen treten nun sogenannte Urnenbecher auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für Periode 9 ist violett-braun-engobiertes Faststeinzeug typisch, das sich hauptsächlich als Krug oder tropfenförmiger Becher findet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Periode 10 nach Sanke liegt im 14. Jh. vollständig entwickeltes Steinzeug vor. Eine für diese Periode typische Form ist der Zylinderhalskrug.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verbreitung==&lt;br /&gt;
Im Vergleich zu den ungezählten Vertretern der Pingsdorfer Ware, die in ihrem Kernverbreitungsgebiet in der nördlichen Hälfte Deutschlands zu Tage treten, finden sich Importstücke und Imitationen dieser Warenart in Südwestdeutschland vergleichsweise nur vereinzelt. Zu diesem peripheren Verbreitungsgebiet im Südwesten zählt auch das südliche Hessen (Wintergerst 2007, Gross 2003). &lt;br /&gt;
Neben den Produktionsstätten im Rheinland muss es auch in Südwestdeutschland Töpfereizentren gegeben haben, welche die erwähnten Imitationen herstellten wie in Wülfingen in württembergisch Franken (Schulze-Dörrlamm 1991) oder im Raum Heidenheim (Terzer 2011).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Pingsdorfer Ware findet ab dem 9. Jh. Verbreitung und erreicht um 1200 n. Chr. ihren Verbreitungshöhepunkt. Sie ist Teil des Phänomens der Verbreitungswelle von Steinzeug-Erzeugnissen aus dem Rheinland und dem niedersächsisch-nordhessischen Raum im 12. und 13. Jahrhundert in Teilen Norddeutschlands (Mangelsdorf 1991: Keramik nach Pingsdorfer Art in Norddeutschland ZfA Z. Archäol. 25, 215-221 Berlin). &lt;br /&gt;
Pingsdorfer Ware tritt außer in Deutschland auch in England, in an Nord- und Ostsee anliegenden Staaten sowie natürlich in den an Deutschland angrenzenden Gebieten auf - in unterschiedlich starkem Maße (besonders in westlich und östlich von Deutschland gelegenen Gebieten) (Vgl. Mangelsdorf 1991). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Pingsdorfer Ware kann zudem als Einflussfaktor gelten, der auf die Entwicklung der sogenannten &amp;quot;[[Rotbemalte schwäbische Feinware (Württemberg, SMa)|Rotbemalten schwäbischen Feinware Buocher Art]]&amp;quot; wirkte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Referenzkomplexe===&lt;br /&gt;
In Südwestdeutschland&lt;br /&gt;
*Produktionsstätten von &amp;quot;feintoniger heller rotbemalter Ware&amp;quot; auf der östlichen Schwäbischen Alb im Raum Heidenheim (Terzer 2011)&lt;br /&gt;
*Töpferöfen von Wülfingen im württembergischen Franken (Schulze-Dörrlamm 1991)&lt;br /&gt;
*Töpferofen von Seligenstadt (Landkreis Offenbach) (Lobbedey 1968)&lt;br /&gt;
*Kugeltöpfe aus dem Münzschatz von Langenselbold (Main-Kinzig-Kreis) (Lobbedey 1968)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kulturgeschichtliche Einordnung und sozialer Kontext==&lt;br /&gt;
Töpfereien im Eifelvorgebirge befinden sich in der unmittelbaren Umgebung von Wasserburgen oder bedeutenden Hofanlagen. Es ist daher anzunehmen, dass die Lage der hochmittelalterlichen Keramikproduktionsorte am Rhein eine Beziehung der Töpfer zu diesen Anlagen bzw. zu ihren Herren widerspiegelt (Terzer 2011).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im norddeutschen Flachland kennzeichnen Funde Pingsdofer Ware zwar auch Fundplätze mit ländlichem Kontext, aber sie tritt dort vor allem auf Fundplätzen auf, die dem städtischen oder gar dem herrschaftlichen Kontext zuzuordnen sind (Mangelsdorf 1991). Die Fundplätze mit ländlichem Kontext sind zudem meist in der Nähe von urbanen Zentren, Klöstern oder Handelsadern anzutreffen (Mangelsdorf 1991).&lt;br /&gt;
Die Verbreitung der Warenart bildet ein weitreichendes Handelsnetzwerk ab, das die Pingsdorfer Ware als Handelsgut oder Emballage transportierte (Mangelsdorf 1991). Der Handel gewann im Hochmittelalter im Zuge tiefgreifender gesellschaftlicher Veränderungen an Bedeutung. Dementsprechend ist es nicht verwunderlich, dass Pingsdorfer Ware u. a. bei Ausgrabungen wichtiger Ostsee-Handelsplätze zu Tage trat (Mangelsdorf 1991). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Standardisierung der kleinen Gefäße von Pingsdorfer Machart bzw. ein ähnliches Fassungsvermögen könnte darauf hinweisen, dass eine einheitliche Emballage den Handel erleichtern sollte (Vgl. Mangeldorf 1991). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einzelnachweise==&lt;br /&gt;
*&lt;br /&gt;
*U. Lobbedey, Untersuchungen mittelalterlicher Keramik vornehmlich in Südwestdeutschland. Arb. Frühmittelalterforsch. 3 (Berlin 1968).&lt;br /&gt;
*R. Haarberg, Über Pingsdorfer Keramik im ehemaligen Kurhessen. Zeitschr. Ver. hess. Gesch. 75/76, 1964/65, 71–81.&lt;br /&gt;
*A. Heege, Die Keramik des frühen und hohen Mittelalters aus dem Rheinland. Stand der Forschung ; Typologie, Chronologie, Warenarten. Arch. Ber. 5 (Bonn 1995).&lt;br /&gt;
*A. Hein, Herkunftsbestimmung von Keramik Pingsdorfer und Paffrather Art gefunden in Emden. In: A. Hauptmann/u.a. (Hrsg.), Archäometrie und Denkmalpflege - Kurzberichte (1995) 73f.&lt;br /&gt;
*W. Hübener, Die Keramik von Haithabu. Ausgr. Haithabu 2 (Neumünster 1959).&lt;br /&gt;
*L. Hussong, Die Keramik des Münzschatzfundes von St. Irminen, Trier, 1928. Trierer Zeitschr. 29, 1966, 236–266.&lt;br /&gt;
*W. Janssen, Ein Produktionsbezirk mittelalterlicher Keramik in Brühl-Pingsdorf. Rhein. Ausgr. 1976, 133–138.&lt;br /&gt;
*W. Janssen, Die Importkeramik von Haithabu. Ausgr. Haithabu 9 (Neumünster 1987).&lt;br /&gt;
*C. Keller, Pingsdorf-type Ware - An Introduction. Medieval Ceramics 19, 1995, 19–28.&lt;br /&gt;
*C. Koenen, Karolingisch-fränkische Töpfereien bei Pingsdorf. Bonner Jahrb. 103, 1898, 115–122.&lt;br /&gt;
*G. Mangelsdorf, Keramik nach Pingsdorfer Art in Norddeutschland. Zeitschr. Arch. 25, 1991, 215–221.&lt;br /&gt;
*K. Nahrgang, Ein Töpferofen mit Pingsdorfer Keramik in Seligenstadt. Stadt- und Landkreis Offenbach am Main. Studien und Forschungen 3, 1957, 73–77.&lt;br /&gt;
*A. Rother, Chemische und mineralogische Untersuchungen an Keramik Pingsdorfer Art aus dem nordeuropäischen Raum - Referenzgruppen für chemische Herkunftsbestimmungen. In: H. Lüdtke/K. Schietzel (Hrsg.), Handbuch zur mittelalterlichen Keramik in Nordeuropa. Schriften des Archäologischen Landesmuseums Schleswig 6 (Neumünster 2001) 429–463.&lt;br /&gt;
*M. Sanke, Ein Töpferofen mit ältester Pingsdorfware aus Brühl-Pingsdorf. Ein Beitrag zur Rheinischen Keramik des 10. Jahrhunderts. Bonner Jahrb. 199, 1999, 181–234.&lt;br /&gt;
*Sanke 2002: M. Sanke, Die mittelalterliche Keramikproduktion in Brühl-Pingsdorf. Technologie - Typologie - Chronologie. Rhein. Ausgr. 50 (Mainz 2002).&lt;br /&gt;
*H. Schenk, Zu Chronologie und Gefäßtypologie der Pingsdorfer Ware. Bonner Jahrb. 200, 2000 (2003), 329–405.&lt;br /&gt;
*Sanke 2001: M. Sanke, Gelbe Irdenware. In: H. Lüdtke/K. Schietzel (Hrsg.), Handbuch zur mittelalterlichen Keramik in Nordeuropa. Schriften des Archäologischen Landesmuseums Schleswig 6 (Neumünster 2001) 271–428.&lt;br /&gt;
*D. Selling, Pingsdorf Ware: Its Most Northerly Outposts. In: Festschrift R. Blomquist. Arch. Lundensia 3 (Karlshamn 1968).&lt;br /&gt;
* Rother 2001: A. Rother, Chemische und mineralogische Untersuchungen an Keramik Pingsdorfer Art aus dem nordeuropäischen Raum - Referenzgruppen für chemische Herkunftsbestimmungen, In: H. Lüdtke/K. Schietzel (Hrsg.), Handbuch zur mittelalterlichen Keramik in Nordeuropa. Schriften des Archäologischen Landesmuseums Schleswig 6 (Neumünster 2001) 429-464.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Warenart]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Materialkunde]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>P.H. Petersen</name></author>
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		<id>https://amanz-balismink.rproxy.rz.uni-bamberg.de/balismink/index.php?title=Pingsdorfer_Ware&amp;diff=2062</id>
		<title>Pingsdorfer Ware</title>
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		<updated>2021-07-06T12:02:52Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;P.H. Petersen: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:ABB229.jpg|right|mini|Pingsdorfer Keramik, Haithabu.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{|class='wikitable' &lt;br /&gt;
!&lt;br /&gt;
!Beschreibung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| [[Warenart]]               || Pingsdorfer Ware&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| Verbreitungsgebiet     || Rheinland, Niederlande, Mitteldeutschland, Nordseeküste, England, &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| Datierung ||         9.-14. Jh.             &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| Chronologie               ||   &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| [[Herstellungstechnik]]        || [[Drehscheibenware]] zum Teil jedoch auch handgeformt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| [[Brand]] || oxidierend&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| [[Farbe]]               || gelblich, bisweilen hellgrau&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| [[Härte]]   || weich bis hart&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| [[Oberfläche]]               || matt - rau&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| Verzierung ||      orange, rot, rotbraun bis violett-braune Bemalung mit Gitter-, Komma-, Strich- oder Rautenmuster, sowie Fingertupfen. Rillen- und Rollstempeldekor                &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| [[Magerung]]                || fein bis grob; Quarz, &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| [[Gefäßform]]en || Amphoren, Kugeltopf, Becher, Schüssel, Krug, Kanne, Flasche, Kachel&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| [[Randform]]en || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| nachgewiesene Produktionsorte   || &lt;br /&gt;
- Region Vorgebirge (Pingsdorf, Kierberg, Brühl, Badorf, Eckdorf, Walberberg)&lt;br /&gt;
- Region Südlimburg (Brunssum, Schinveld, Nieuwenhagen, Ubach over Worms)&lt;br /&gt;
- Siegburg, Lendersberg&lt;br /&gt;
- Mayen&lt;br /&gt;
- Meckenheim&lt;br /&gt;
- Region Wildenrath (Wassenberg-Effeld, Wildenrath, Erkelenz-Tenholt)&lt;br /&gt;
- Langerwehe, Jüngersdorf&lt;br /&gt;
- Seligenstadt&lt;br /&gt;
- Region Selfkant (Tüddern, Selfkant-Saeffeln)&lt;br /&gt;
- Liblar&lt;br /&gt;
- Urbar&lt;br /&gt;
- Mutscheid&lt;br /&gt;
- Region Südniedersachen (Duingen)&lt;br /&gt;
- Keramikproduktion Pingsdorfer Art in Frankreich (Baralle, Savignies, St. Denis) |}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Pingdsdorfer Keramik ist eine rheinische Irdenware mit dem Produktionszentrum im Raum Köln-Bonn (Terzer 2011), die vor allem für die Keramikvorlagen der nördlichen Hälfte Deutschlands im hohen und späten Mittelalter von größter Bedeutung ist. Für Südwestdeutschland ist sie der wichtigste Vertreter sogenannter Importkeramik (Vgl. Lobbedey 1968, 23).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einführung==&lt;br /&gt;
Die Pingsdofer Keramik ist zu unterscheiden in echte Pingsdorfer Keramik und Pingsdorf-Imitationen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Entwicklung von rotbemalter Irdenwaren zur echten Pingsdorfer Keramik vollzieht sich in den Entwicklungsstufen nach Markus Sanke zwischen dem 9. und 10. Jahrhundert (Vgl. Sanke 2002, Abb. 67). Im späten 9. Jahrhundert im Rheinland steht die mit Rollstempeln ornamentierten Badorfer Ware Übergang zur rot bemalten Pingsdorfer Ware (Gross 2003: Funde bislang unbekannter hochmittelalterlicher…).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Pingsdofer Keramik ist in die Entwicklungslinie des Proto-Steinzeuges einzuordnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Forschungsgeschichte==&lt;br /&gt;
Bereits 1927 befasste sich Franz Rademacher mit der Warenart. Er schlug die Pingsdorfer Keramik nach kunsthistorischen Gesichtspunkten der Karolingerzeit zu und lag damit falsch (Vgl. Rademacher 1927 zit. n. Lobbedey 1965, 3 ff.). Uwe Lobbedey stellte richtig, dass die Pingdorfer Keramik deutlich später anzusiedeln ist (Vgl. Lobbedey 1965, 4) und lag damit auf einer Linie mit Wouter Cornelis Braat, der die falsche zeitliche Einordnung Rademachers bereits 1937 aufgezeigt hatte (Vgl. Braat 1937). Lobbedey schrieb bereits 1965 über die Pingsdorfer Ware, dass diese „an vielen Orten“ nachgeahmt worden war (Lobbedey 1965, 4). &lt;br /&gt;
Bei Lobbedey ist ebenfalls nachzulesen, dass Pingsdorfer Keramik zu den Importwaren im Südwesten Deutschlands zählt. Importwaren, diagnostizierte er, waren verglichen mit dem niederrheinischen Raum und Norddeutschland im mittelalterlichen Südwestdeutschland eine Seltenheit (Lobbedey 1968, 23-24). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===andere Bezeichnungen===&lt;br /&gt;
Die Pingsdorfer Keramik wird u. a. als &amp;quot;Pingsdorfer Ware&amp;quot; oder auch als &amp;quot;Eifeltöpferei&amp;quot; bezeichnet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Charakteristika==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Herstellungstechnik===&lt;br /&gt;
Pingsdorfer Keramik ist eine Drehscheibenware und weist damit mitunter Drehriefen auf. Ebenso können teilweise Verschmier- und Verstreichstellen beobachtet werden (Wintergerst 2002, 71). Manchmal wurden Pingsdorf-Imitationen in Wülsttechnik aufgebaut (Lobbedey 1968, 24).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Brand/ Farbe===&lt;br /&gt;
Kennzeichnend ist die helle Farbe des Scherben, die darauf hindeutet, dass die Keramik, die als Pingsdorfer Ware produziert wurde, in der Regel unter sauerstoffhaltiger Atmosphäre gebrannt wurde. Darüber hinaus ist Pingsdorfer Ware oft verschieden stark versintert und der größere Teil der Funde ist mindestens angesintert. Es lässt sich daraus schließen, dass höhere Brenntemperaturen bei der Produktion der Pingsdorfer Ware angestrebt wurden, vermutlich um auf diese Weise eine größere Undurchlässigkeit zu erreichen. Die Pingdorfer Ware ist demnach eine Entwicklungsstufe, die der Etablierung des Steinzeugs vorrausging (Sanke 2002).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im norddeutschen Flachland unterscheidet sich die Pingsdorfer Keramik von örtlichen Erzeugnissen u. a. durch eine erhöhte Brandhärte und der daraus resultierenden geringeren Durchlässigkeit (Mangelsdorf 1991).&lt;br /&gt;
Der Scherben ist in der Regel hell und relativ hart gebrannt (Lobbedey 1965). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lobbedey hält die Farbe &amp;quot;schmutzig-weißlich&amp;quot; und einen starken Glimmergehalt für ein typisches Kennzeichen der Pingsdorf-Imitationen aus Seligenstadt (Landkreis Offenbach). Eine dunklere braune Färbung des Scherbens tritt aber mitunter auch auf (Lobbedey 1965). Der Scherben der Pingsdorf-Imitationen wird als feintonig beschrieben (z. B. Terzer 2011).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Verzierungen===&lt;br /&gt;
Echte Pingsdorfer Ware ist wie erwähnt häufig mit rot-braunen, breit aufgetragenen „kommaartige Bögen“ (Lobbedey 1965, 4) oder mit verschiedenen netzartigen Mustern verziert. Die unterschiedlichen Verzierungselemente der Entwicklungslinie der Pingsdorfer Ware wurden von Markus Sanke wie das Formenspektrum in 10 chronologische Gruppen untergliedert (Sanke 2002). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Periode 3, in der typologisch und warentechnologisch die erste Ausprägung der Pingsdorfer Ware vorliegt, tritt eine Bemalung auf, die aus gebogenen Streifen, vertikalen Streifendekoren, Zopfmustern und Wellenlinien besteht. Sie datiert bald nach 900 n. Chr. Periode 4 wird eine große Verbreitung bemalter Schüsseln zugeschrieben. Diese Periode datiert in das letzte Drittel des 10. Jahrhunderts und dauert bis zur Mitte des 11. Jahrhunderts Ferner treten in Periode 5 schlanke Becher mit sorgfältigen Bemalungsmustern auf. Periode 5 beginnt in der Mitte des 11. Jahrhunderts und dauert bis in das 12. Jahrhundert. In Periode 6 werden flächenhafte Punkt- oder Kommamuster auf Amphoren von horizontal ausgerichteten Girlandenbändern abgelöst, die nur noch an der Gefäßschulter auftreten. Diese Periode datiert vom Anfang bis zur Mitte des 12. Jahrhunderts. Unbemalte und kugelige Becher sind für Periode 7 charakteristisch. Die Tradition der Verzierungsweise, die aus der Entwicklungslinie rotbemalter Irdenware entstand, endet. Periode 7 datiert in die zweite Hälfte des 12. Jahrhunderts. Für die jüngeren Perioden stehen vollengobierte Gefäße. Die Pingsdorfer Ware findet bis in das 2. Drittel des 14. Jahrhunderts. Verbreitung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Varianten==&lt;br /&gt;
*Variante &amp;quot;Echte Pingsdorfer Ware&amp;quot; (Bezeichnung nach Terzer 2011)&lt;br /&gt;
Die Entwicklungslinie der echten Pingsdorfer Ware konnte an Hand des Materials aus Brühl-Pingsdorf in zehn chronologische Gruppen untergliedert werden (Sanke 2002). Diese unterscheiden sich vor allem durch das Formenspektrum und die Verzierungsart. Die echte Pingsdorfer Ware besitzt oft als dekoratives Element rotbraune, breit aufgetragene „kommaartige Bögen“ (Lobbedey 1965, 4) oder verschiedene netzartige Muster. Diese Dekoration tritt aber erst ab Periode 2 des Entwicklungsstufenmodells der Pingsdorfer Keramik nach Markus Sanke auf (Sanke 2002, 180). Ab Periode 3 im 10. Jh. liegt echte Pingsdorfer Ware im eigentlichen Sinne vor, da man bei der Einordnung des Materials der Perioden 1 und 2 dazu neigt dieses noch als der Tradition der rotbemalten Irdenware mit Rollstempeldekor zugehörig zu spezifizieren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Variante „Ware Pingsdorfer Art“&lt;br /&gt;
Ware Pingsdorfer Art zählt nicht zu der Gruppe der &amp;quot;Pingsdorf-Imitationen&amp;quot;, da man unter diesem Begriff Waren versteht, deren Herkunftsgebiet weder Pingsdorf noch Südwestdeutschland ist. Lobbedey liefert mit Mayen (Eifel) ein Beispiel für die Herkunft von Waren Pingsdorfer Art, die Pingsdorfer Keramik &amp;quot;nach Form und Herstellungsweise&amp;quot; gleichen (Lobbedey 1968, 24).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Derivate der Pingsdorfer Ware entstanden aber zum Beispiel auch in Töpfereien in Niedersachsen und Nordhessen (Mangelsdorf 1991 -&amp;gt; Plath 1959). Rot bemalte Keramikfunde aus Böhmen, Niederschlesien und dem ostelbischen Gebiet scheinen ebenso als Ableitungen der Pingsdorfer Ware gelten zu können (Mangelsdorf 1991).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Sogenannte &amp;quot;Pingsdorf-Imitationen&amp;quot; sind Nachahmungen der Pingsdorfer Keramik, die südlich des Mains zu finden sind. Diese helltonige und rot bemalte Keramik wurde am Main, in Südwestdeutschland und Franken hergestellt. Pingsdorf-Imitationen können ebenfalls ein Streifen- oder Gitterdekor als Farbverzierung aufweisen. Diese Dekore wurden wie die Verzierung echter Pingsdorfer Keramik mit einem breiten Malwerkzeug oder den Fingern aufgetragen (Lobbedey 1965, 4; Sanke 2002, 180). Pingsdorf-Imitationen mit einer gerieften Wandung könnten Lobbedey zufolge einer späteren Gruppe der Warenart zuzuordnen sein. Darüber hinaus nennt er einen Fund, dessen &amp;quot;ausschwingende Mündungspartie typologisch noch jünger zu sein scheint.&amp;quot; (Lobbedey 1968, 25 Anm. 64) Pingsdorf-Imitationen, die in Basel (CH) zu Tage traten, hatten sich jedoch nur durch den Vergleich von Resultaten mineralogischer Analysen und mikroskopischer Untersuchungen an Dünnschliffen enttarnen lassen (Terzer 2011).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Gefäßformen==&lt;br /&gt;
Im norddeutschen Flachland unterscheidet sich die Pingsdorfer Ware von örtlichen Erzeugnissen u. a. durch ihre Formenvielfalt (Mangelsdorf 1991).&lt;br /&gt;
Als häufige Formen können sogenannte amphorenartige Gefäße mit Wellenfuß, Ausgußtülle und Bandhenkel sowie [[Kugeltopf|Kugelbodentöpfe]] und kleine engmundige Töpfchen gelten (Vgl. Mangelsdorf 1991, Lobbedey 1965). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Chronologie==&lt;br /&gt;
Nach Perioden aufgeschlüsselt (Sanke 2002) sind für die echte Pingsdorfer Ware ab Periode 3 nach Markus Sanke sichelförmige Randprofile und nicht standfähige Sturzbecher charakteristisch. Neben dem Standring treten außerdem Drehscheibenkugeltöpfe in großer Zahl auf. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Periode 4 ist gekennzeichnet durch das Auftreten von Amphoren, vielfältig profilierten Rändern, breiten und kräftig profilierten Bandhenkeln sowie schlanke Becher und Schüsseln. Amphoren dieser chronologischen Gruppe können zudem drei Henkel besitzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab Periode 5 sind Becher mit konischem Oberteil und zunehmend kräftig gekniffene Wellenfüße bei unterschiedlichen Gefäßformen verbreitet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das 12. Jh. beginnt mit Periode 6, für die Amphorenränder typisch sind, die aus der Horizontalen gedreht wurden. Darüber hinaus sind kugelige Becher und hohe Becher nun häufig. Handaufgebaute Kugeltöpfe sind für diese Periode ebenfalls charakteristisch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Periode 7 zeichnet sich ab, dass zunehmend kugelige Becher und Amphoren verbreitet sind. Neben weiteren typologischen Entwicklungen treten nun erstmals Becherkacheln auf. Eine bedeutende Entwicklung ist zudem der Krug. Neben gewellten Bandhenkeln treten nun auch eiförmige Becher auf. In dieser Periode scheint auch die Traditionslinie der rotbemalten Irdenwaren zu enden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Periode 8 löst der Krug die Amphore ab. Neben Flaschen treten nun sogenannte Urnenbecher auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für Periode 9 ist violett-braun-engobiertes Faststeinzeug typisch, das sich hauptsächlich als Krug oder tropfenförmiger Becher findet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Periode 10 nach Sanke liegt im 14. Jh. vollständig entwickeltes Steinzeug vor. Eine für diese Periode typische Form ist der Zylinderhalskrug.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verbreitung==&lt;br /&gt;
Im Vergleich zu den ungezählten Vertretern der Pingsdorfer Ware, die in ihrem Kernverbreitungsgebiet in der nördlichen Hälfte Deutschlands zu Tage treten, finden sich Importstücke und Imitationen dieser Warenart in Südwestdeutschland vergleichsweise nur vereinzelt. Zu diesem peripheren Verbreitungsgebiet im Südwesten zählt auch das südliche Hessen (Wintergerst 2007, Gross 2003). &lt;br /&gt;
Neben den Produktionsstätten im Rheinland muss es auch in Südwestdeutschland Töpfereizentren gegeben haben, welche die erwähnten Imitationen herstellten wie in Wülfingen in württembergisch Franken (Schulze-Dörrlamm 1991) oder im Raum Heidenheim (Terzer 2011).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Pingsdorfer Ware findet ab dem 9. Jh. Verbreitung und erreicht um 1200 n. Chr. ihren Verbreitungshöhepunkt. Sie ist Teil des Phänomens der Verbreitungswelle von Steinzeug-Erzeugnissen aus dem Rheinland und dem niedersächsisch-nordhessischen Raum im 12. und 13. Jahrhundert in Teilen Norddeutschlands (Mangelsdorf 1991: Keramik nach Pingsdorfer Art in Norddeutschland ZfA Z. Archäol. 25, 215-221 Berlin). &lt;br /&gt;
Pingsdorfer Ware tritt außer in Deutschland auch in England, in an Nord- und Ostsee anliegenden Staaten sowie natürlich in den an Deutschland angrenzenden Gebieten auf - in unterschiedlich starkem Maße (besonders in westlich und östlich von Deutschland gelegenen Gebieten) (Vgl. Mangelsdorf 1991). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Pingsdorfer Ware kann zudem als Einflussfaktor gelten, der auf die Entwicklung der sogenannten &amp;quot;[[Rotbemalte schwäbische Feinware (Württemberg, SMa)|Rotbemalten schwäbischen Feinware Buocher Art]]&amp;quot; wirkte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Referenzkomplexe===&lt;br /&gt;
In Südwestdeutschland&lt;br /&gt;
*Produktionsstätten von &amp;quot;feintoniger heller rotbemalter Ware&amp;quot; auf der östlichen Schwäbischen Alb im Raum Heidenheim (Terzer 2011)&lt;br /&gt;
*Töpferöfen von Wülfingen im württembergischen Franken (Schulze-Dörrlamm 1991)&lt;br /&gt;
*Töpferofen von Seligenstadt (Landkreis Offenbach) (Lobbedey 1968)&lt;br /&gt;
*Kugeltöpfe aus dem Münzschatz von Langenselbold (Main-Kinzig-Kreis) (Lobbedey 1968)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kulturgeschichtliche Einordnung und sozialer Kontext==&lt;br /&gt;
Töpfereien im Eifelvorgebirge befinden sich in der unmittelbaren Umgebung von Wasserburgen oder bedeutenden Hofanlagen. Es ist daher anzunehmen, dass die Lage der hochmittelalterlichen Keramikproduktionsorte am Rhein eine Beziehung der Töpfer zu diesen Anlagen bzw. zu ihren Herren widerspiegelt (Terzer 2011).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im norddeutschen Flachland kennzeichnen Funde Pingsdofer Ware zwar auch Fundplätze mit ländlichem Kontext, aber sie tritt dort vor allem auf Fundplätzen auf, die dem städtischen oder gar dem herrschaftlichen Kontext zuzuordnen sind (Mangelsdorf 1991). Die Fundplätze mit ländlichem Kontext sind zudem meist in der Nähe von urbanen Zentren, Klöstern oder Handelsadern anzutreffen (Mangelsdorf 1991).&lt;br /&gt;
Die Verbreitung der Warenart bildet ein weitreichendes Handelsnetzwerk ab, das die Pingsdorfer Ware als Handelsgut oder Emballage transportierte (Mangelsdorf 1991). Der Handel gewann im Hochmittelalter im Zuge tiefgreifender gesellschaftlicher Veränderungen an Bedeutung. Dementsprechend ist es nicht verwunderlich, dass Pingsdorfer Ware u. a. bei Ausgrabungen wichtiger Ostsee-Handelsplätze zu Tage trat (Mangelsdorf 1991). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Standardisierung der kleinen Gefäße von Pingsdorfer Machart bzw. ein ähnliches Fassungsvermögen könnte darauf hinweisen, dass eine einheitliche Emballage den Handel erleichtern sollte (Vgl. Mangeldorf 1991). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einzelnachweise==&lt;br /&gt;
*&lt;br /&gt;
*U. Lobbedey, Untersuchungen mittelalterlicher Keramik vornehmlich in Südwestdeutschland. Arb. Frühmittelalterforsch. 3 (Berlin 1968).&lt;br /&gt;
*R. Haarberg, Über Pingsdorfer Keramik im ehemaligen Kurhessen. Zeitschr. Ver. hess. Gesch. 75/76, 1964/65, 71–81.&lt;br /&gt;
*A. Heege, Die Keramik des frühen und hohen Mittelalters aus dem Rheinland. Stand der Forschung ; Typologie, Chronologie, Warenarten. Arch. Ber. 5 (Bonn 1995).&lt;br /&gt;
*A. Hein, Herkunftsbestimmung von Keramik Pingsdorfer und Paffrather Art gefunden in Emden. In: A. Hauptmann/u.a. (Hrsg.), Archäometrie und Denkmalpflege - Kurzberichte (1995) 73f.&lt;br /&gt;
*W. Hübener, Die Keramik von Haithabu. Ausgr. Haithabu 2 (Neumünster 1959).&lt;br /&gt;
*L. Hussong, Die Keramik des Münzschatzfundes von St. Irminen, Trier, 1928. Trierer Zeitschr. 29, 1966, 236–266.&lt;br /&gt;
*W. Janssen, Ein Produktionsbezirk mittelalterlicher Keramik in Brühl-Pingsdorf. Rhein. Ausgr. 1976, 133–138.&lt;br /&gt;
*W. Janssen, Die Importkeramik von Haithabu. Ausgr. Haithabu 9 (Neumünster 1987).&lt;br /&gt;
*C. Keller, Pingsdorf-type Ware - An Introduction. Medieval Ceramics 19, 1995, 19–28.&lt;br /&gt;
*C. Koenen, Karolingisch-fränkische Töpfereien bei Pingsdorf. Bonner Jahrb. 103, 1898, 115–122.&lt;br /&gt;
*G. Mangelsdorf, Keramik nach Pingsdorfer Art in Norddeutschland. Zeitschr. Arch. 25, 1991, 215–221.&lt;br /&gt;
*K. Nahrgang, Ein Töpferofen mit Pingsdorfer Keramik in Seligenstadt. Stadt- und Landkreis Offenbach am Main. Studien und Forschungen 3, 1957, 73–77.&lt;br /&gt;
*A. Rother, Chemische und mineralogische Untersuchungen an Keramik Pingsdorfer Art aus dem nordeuropäischen Raum - Referenzgruppen für chemische Herkunftsbestimmungen. In: H. Lüdtke/K. Schietzel (Hrsg.), Handbuch zur mittelalterlichen Keramik in Nordeuropa. Schriften des Archäologischen Landesmuseums Schleswig 6 (Neumünster 2001) 429–463.&lt;br /&gt;
*M. Sanke, Ein Töpferofen mit ältester Pingsdorfware aus Brühl-Pingsdorf. Ein Beitrag zur Rheinischen Keramik des 10. Jahrhunderts. Bonner Jahrb. 199, 1999, 181–234.&lt;br /&gt;
*Sanke 2002: M. Sanke, Die mittelalterliche Keramikproduktion in Brühl-Pingsdorf. Technologie - Typologie - Chronologie. Rhein. Ausgr. 50 (Mainz 2002).&lt;br /&gt;
*H. Schenk, Zu Chronologie und Gefäßtypologie der Pingsdorfer Ware. Bonner Jahrb. 200, 2000 (2003), 329–405.&lt;br /&gt;
*Sanke 2001: M. Sanke, Gelbe Irdenware. In: H. Lüdtke/K. Schietzel (Hrsg.), Handbuch zur mittelalterlichen Keramik in Nordeuropa. Schriften des Archäologischen Landesmuseums Schleswig 6 (Neumünster 2001) 271–428.&lt;br /&gt;
*D. Selling, Pingsdorf Ware: Its Most Northerly Outposts. In: Festschrift R. Blomquist. Arch. Lundensia 3 (Karlshamn 1968).&lt;br /&gt;
* Rother 2001: A. Rother, Chemische und mineralogische Untersuchungen an Keramik Pingsdorfer Art aus dem nordeuropäischen Raum - Referenzgruppen für chemische Herkunftsbestimmungen, In: H. Lüdtke/K. Schietzel (Hrsg.), Handbuch zur mittelalterlichen Keramik in Nordeuropa. Schriften des Archäologischen Landesmuseums Schleswig 6 (Neumünster 2001) 429-464.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Warenart]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Materialkunde]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>P.H. Petersen</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://amanz-balismink.rproxy.rz.uni-bamberg.de/balismink/index.php?title=Pingsdorfer_Ware&amp;diff=2061</id>
		<title>Pingsdorfer Ware</title>
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		<updated>2021-07-06T11:58:13Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;P.H. Petersen: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:ABB229.jpg|right|mini|Pingsdorfer Keramik, Haithabu.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{|class='wikitable' &lt;br /&gt;
!&lt;br /&gt;
!Beschreibung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| [[Warenart]]               || Pingsdorfer Ware&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| Verbreitungsgebiet     || Rheinland, Niederlande, Mitteldeutschland, Nordseeküste, England, &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| Datierung ||         9.-14. Jh.             &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| Chronologie               ||   &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| [[Herstellungstechnik]]        || [[Drehscheibenware]] zum Teil jedoch auch handgeformt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| [[Brand]] || oxidierend&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| [[Farbe]]               || gelblich, bisweilen hellgrau&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| [[Härte]]   || hart&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| [[Oberfläche]]               || matt - rau&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| Verzierung ||      orange, rot, rotbraun bis violett-braune Bemalung mit Gitter-, Komma-, Strich- oder Rautenmuster, sowie Fingertupfen                &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| [[Magerung]]                || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| [[Gefäßform]]en || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| [[Randform]]en || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| nachgewiesene Produktionsorte   || &lt;br /&gt;
- Region Vorgebirge (Pingsdorf, Kierberg, Brühl, Badorf, Eckdorf, Walberberg)&lt;br /&gt;
- Region Südlimburg (Brunssum, Schinveld, Nieuwenhagen, Ubach over Worms)&lt;br /&gt;
- Siegburg, Lendersberg&lt;br /&gt;
- Mayen&lt;br /&gt;
- Meckenheim&lt;br /&gt;
- Region Wildenrath (Wassenberg-Effeld, Wildenrath, Erkelenz-Tenholt)&lt;br /&gt;
- Langerwehe, Jüngersdorf&lt;br /&gt;
- Seligenstadt&lt;br /&gt;
- Region Selfkant (Tüddern, Selfkant-Saeffeln)&lt;br /&gt;
- Liblar&lt;br /&gt;
- Urbar&lt;br /&gt;
- Mutscheid&lt;br /&gt;
- Region Südniedersachen (Duingen)&lt;br /&gt;
- Keramikproduktion Pingsdorfer Art in Frankreich (Baralle, Savignies, St. Denis) |}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Pingdsdorfer Keramik ist eine rheinische Irdenware mit dem Produktionszentrum im Raum Köln-Bonn (Terzer 2011), die vor allem für die Keramikvorlagen der nördlichen Hälfte Deutschlands im hohen und späten Mittelalter von größter Bedeutung ist. Für Südwestdeutschland ist sie der wichtigste Vertreter sogenannter Importkeramik (Vgl. Lobbedey 1968, 23).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einführung==&lt;br /&gt;
Die Pingsdofer Keramik ist zu unterscheiden in echte Pingsdorfer Keramik und Pingsdorf-Imitationen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Entwicklung von rotbemalter Irdenwaren zur echten Pingsdorfer Keramik vollzieht sich in den Entwicklungsstufen nach Markus Sanke zwischen dem 9. und 10. Jahrhundert (Vgl. Sanke 2002, Abb. 67). Im späten 9. Jahrhundert im Rheinland steht die mit Rollstempeln ornamentierten Badorfer Ware Übergang zur rot bemalten Pingsdorfer Ware (Gross 2003: Funde bislang unbekannter hochmittelalterlicher…).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Pingsdofer Keramik ist in die Entwicklungslinie des Proto-Steinzeuges einzuordnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Forschungsgeschichte==&lt;br /&gt;
Bereits 1927 befasste sich Franz Rademacher mit der Warenart. Er schlug die Pingsdorfer Keramik nach kunsthistorischen Gesichtspunkten der Karolingerzeit zu und lag damit falsch (Vgl. Rademacher 1927 zit. n. Lobbedey 1965, 3 ff.). Uwe Lobbedey stellte richtig, dass die Pingdorfer Keramik deutlich später anzusiedeln ist (Vgl. Lobbedey 1965, 4) und lag damit auf einer Linie mit Wouter Cornelis Braat, der die falsche zeitliche Einordnung Rademachers bereits 1937 aufgezeigt hatte (Vgl. Braat 1937). Lobbedey schrieb bereits 1965 über die Pingsdorfer Ware, dass diese „an vielen Orten“ nachgeahmt worden war (Lobbedey 1965, 4). &lt;br /&gt;
Bei Lobbedey ist ebenfalls nachzulesen, dass Pingsdorfer Keramik zu den Importwaren im Südwesten Deutschlands zählt. Importwaren, diagnostizierte er, waren verglichen mit dem niederrheinischen Raum und Norddeutschland im mittelalterlichen Südwestdeutschland eine Seltenheit (Lobbedey 1968, 23-24). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===andere Bezeichnungen===&lt;br /&gt;
Die Pingsdorfer Keramik wird u. a. als &amp;quot;Pingsdorfer Ware&amp;quot; oder auch als &amp;quot;Eifeltöpferei&amp;quot; bezeichnet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Charakteristika==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Herstellungstechnik===&lt;br /&gt;
Pingsdorfer Keramik ist eine Drehscheibenware und weist damit mitunter Drehriefen auf. Ebenso können teilweise Verschmier- und Verstreichstellen beobachtet werden (Wintergerst 2002, 71). Manchmal wurden Pingsdorf-Imitationen in Wülsttechnik aufgebaut (Lobbedey 1968, 24).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Brand/ Farbe===&lt;br /&gt;
Kennzeichnend ist die helle Farbe des Scherben, die darauf hindeutet, dass die Keramik, die als Pingsdorfer Ware produziert wurde, in der Regel unter sauerstoffhaltiger Atmosphäre gebrannt wurde. Darüber hinaus ist Pingsdorfer Ware oft verschieden stark versintert und der größere Teil der Funde ist mindestens angesintert. Es lässt sich daraus schließen, dass höhere Brenntemperaturen bei der Produktion der Pingsdorfer Ware angestrebt wurden, vermutlich um auf diese Weise eine größere Undurchlässigkeit zu erreichen. Die Pingdorfer Ware ist demnach eine Entwicklungsstufe, die der Etablierung des Steinzeugs vorrausging (Sanke 2002).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im norddeutschen Flachland unterscheidet sich die Pingsdorfer Keramik von örtlichen Erzeugnissen u. a. durch eine erhöhte Brandhärte und der daraus resultierenden geringeren Durchlässigkeit (Mangelsdorf 1991).&lt;br /&gt;
Der Scherben ist in der Regel hell und relativ hart gebrannt (Lobbedey 1965). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lobbedey hält die Farbe &amp;quot;schmutzig-weißlich&amp;quot; und einen starken Glimmergehalt für ein typisches Kennzeichen der Pingsdorf-Imitationen aus Seligenstadt (Landkreis Offenbach). Eine dunklere braune Färbung des Scherbens tritt aber mitunter auch auf (Lobbedey 1965). Der Scherben der Pingsdorf-Imitationen wird als feintonig beschrieben (z. B. Terzer 2011).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Verzierungen===&lt;br /&gt;
Echte Pingsdorfer Ware ist wie erwähnt häufig mit rot-braunen, breit aufgetragenen „kommaartige Bögen“ (Lobbedey 1965, 4) oder mit verschiedenen netzartigen Mustern verziert. Die unterschiedlichen Verzierungselemente der Entwicklungslinie der Pingsdorfer Ware wurden von Markus Sanke wie das Formenspektrum in 10 chronologische Gruppen untergliedert (Sanke 2002). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Periode 3, in der typologisch und warentechnologisch die erste Ausprägung der Pingsdorfer Ware vorliegt, tritt eine Bemalung auf, die aus gebogenen Streifen, vertikalen Streifendekoren, Zopfmustern und Wellenlinien besteht. Sie datiert bald nach 900 n. Chr. Periode 4 wird eine große Verbreitung bemalter Schüsseln zugeschrieben. Diese Periode datiert in das letzte Drittel des 10. Jahrhunderts und dauert bis zur Mitte des 11. Jahrhunderts Ferner treten in Periode 5 schlanke Becher mit sorgfältigen Bemalungsmustern auf. Periode 5 beginnt in der Mitte des 11. Jahrhunderts und dauert bis in das 12. Jahrhundert. In Periode 6 werden flächenhafte Punkt- oder Kommamuster auf Amphoren von horizontal ausgerichteten Girlandenbändern abgelöst, die nur noch an der Gefäßschulter auftreten. Diese Periode datiert vom Anfang bis zur Mitte des 12. Jahrhunderts. Unbemalte und kugelige Becher sind für Periode 7 charakteristisch. Die Tradition der Verzierungsweise, die aus der Entwicklungslinie rotbemalter Irdenware entstand, endet. Periode 7 datiert in die zweite Hälfte des 12. Jahrhunderts. Für die jüngeren Perioden stehen vollengobierte Gefäße. Die Pingsdorfer Ware findet bis in das 2. Drittel des 14. Jahrhunderts. Verbreitung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Varianten==&lt;br /&gt;
*Variante &amp;quot;Echte Pingsdorfer Ware&amp;quot; (Bezeichnung nach Terzer 2011)&lt;br /&gt;
Die Entwicklungslinie der echten Pingsdorfer Ware konnte an Hand des Materials aus Brühl-Pingsdorf in zehn chronologische Gruppen untergliedert werden (Sanke 2002). Diese unterscheiden sich vor allem durch das Formenspektrum und die Verzierungsart. Die echte Pingsdorfer Ware besitzt oft als dekoratives Element rotbraune, breit aufgetragene „kommaartige Bögen“ (Lobbedey 1965, 4) oder verschiedene netzartige Muster. Diese Dekoration tritt aber erst ab Periode 2 des Entwicklungsstufenmodells der Pingsdorfer Keramik nach Markus Sanke auf (Sanke 2002, 180). Ab Periode 3 im 10. Jh. liegt echte Pingsdorfer Ware im eigentlichen Sinne vor, da man bei der Einordnung des Materials der Perioden 1 und 2 dazu neigt dieses noch als der Tradition der rotbemalten Irdenware mit Rollstempeldekor zugehörig zu spezifizieren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Variante „Ware Pingsdorfer Art“&lt;br /&gt;
Ware Pingsdorfer Art zählt nicht zu der Gruppe der &amp;quot;Pingsdorf-Imitationen&amp;quot;, da man unter diesem Begriff Waren versteht, deren Herkunftsgebiet weder Pingsdorf noch Südwestdeutschland ist. Lobbedey liefert mit Mayen (Eifel) ein Beispiel für die Herkunft von Waren Pingsdorfer Art, die Pingsdorfer Keramik &amp;quot;nach Form und Herstellungsweise&amp;quot; gleichen (Lobbedey 1968, 24).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Derivate der Pingsdorfer Ware entstanden aber zum Beispiel auch in Töpfereien in Niedersachsen und Nordhessen (Mangelsdorf 1991 -&amp;gt; Plath 1959). Rot bemalte Keramikfunde aus Böhmen, Niederschlesien und dem ostelbischen Gebiet scheinen ebenso als Ableitungen der Pingsdorfer Ware gelten zu können (Mangelsdorf 1991).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Sogenannte &amp;quot;Pingsdorf-Imitationen&amp;quot; sind Nachahmungen der Pingsdorfer Keramik, die südlich des Mains zu finden sind. Diese helltonige und rot bemalte Keramik wurde am Main, in Südwestdeutschland und Franken hergestellt. Pingsdorf-Imitationen können ebenfalls ein Streifen- oder Gitterdekor als Farbverzierung aufweisen. Diese Dekore wurden wie die Verzierung echter Pingsdorfer Keramik mit einem breiten Malwerkzeug oder den Fingern aufgetragen (Lobbedey 1965, 4; Sanke 2002, 180). Pingsdorf-Imitationen mit einer gerieften Wandung könnten Lobbedey zufolge einer späteren Gruppe der Warenart zuzuordnen sein. Darüber hinaus nennt er einen Fund, dessen &amp;quot;ausschwingende Mündungspartie typologisch noch jünger zu sein scheint.&amp;quot; (Lobbedey 1968, 25 Anm. 64) Pingsdorf-Imitationen, die in Basel (CH) zu Tage traten, hatten sich jedoch nur durch den Vergleich von Resultaten mineralogischer Analysen und mikroskopischer Untersuchungen an Dünnschliffen enttarnen lassen (Terzer 2011).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Gefäßformen==&lt;br /&gt;
Im norddeutschen Flachland unterscheidet sich die Pingsdorfer Ware von örtlichen Erzeugnissen u. a. durch ihre Formenvielfalt (Mangelsdorf 1991).&lt;br /&gt;
Als häufige Formen können sogenannte amphorenartige Gefäße mit Wellenfuß, Ausgußtülle und Bandhenkel sowie [[Kugeltopf|Kugelbodentöpfe]] und kleine engmundige Töpfchen gelten (Vgl. Mangelsdorf 1991, Lobbedey 1965). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Chronologie==&lt;br /&gt;
Nach Perioden aufgeschlüsselt (Sanke 2002) sind für die echte Pingsdorfer Ware ab Periode 3 nach Markus Sanke sichelförmige Randprofile und nicht standfähige Sturzbecher charakteristisch. Neben dem Standring treten außerdem Drehscheibenkugeltöpfe in großer Zahl auf. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Periode 4 ist gekennzeichnet durch das Auftreten von Amphoren, vielfältig profilierten Rändern, breiten und kräftig profilierten Bandhenkeln sowie schlanke Becher und Schüsseln. Amphoren dieser chronologischen Gruppe können zudem drei Henkel besitzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab Periode 5 sind Becher mit konischem Oberteil und zunehmend kräftig gekniffene Wellenfüße bei unterschiedlichen Gefäßformen verbreitet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das 12. Jh. beginnt mit Periode 6, für die Amphorenränder typisch sind, die aus der Horizontalen gedreht wurden. Darüber hinaus sind kugelige Becher und hohe Becher nun häufig. Handaufgebaute Kugeltöpfe sind für diese Periode ebenfalls charakteristisch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Periode 7 zeichnet sich ab, dass zunehmend kugelige Becher und Amphoren verbreitet sind. Neben weiteren typologischen Entwicklungen treten nun erstmals Becherkacheln auf. Eine bedeutende Entwicklung ist zudem der Krug. Neben gewellten Bandhenkeln treten nun auch eiförmige Becher auf. In dieser Periode scheint auch die Traditionslinie der rotbemalten Irdenwaren zu enden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Periode 8 löst der Krug die Amphore ab. Neben Flaschen treten nun sogenannte Urnenbecher auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für Periode 9 ist violett-braun-engobiertes Faststeinzeug typisch, das sich hauptsächlich als Krug oder tropfenförmiger Becher findet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Periode 10 nach Sanke liegt im 14. Jh. vollständig entwickeltes Steinzeug vor. Eine für diese Periode typische Form ist der Zylinderhalskrug.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verbreitung==&lt;br /&gt;
Im Vergleich zu den ungezählten Vertretern der Pingsdorfer Ware, die in ihrem Kernverbreitungsgebiet in der nördlichen Hälfte Deutschlands zu Tage treten, finden sich Importstücke und Imitationen dieser Warenart in Südwestdeutschland vergleichsweise nur vereinzelt. Zu diesem peripheren Verbreitungsgebiet im Südwesten zählt auch das südliche Hessen (Wintergerst 2007, Gross 2003). &lt;br /&gt;
Neben den Produktionsstätten im Rheinland muss es auch in Südwestdeutschland Töpfereizentren gegeben haben, welche die erwähnten Imitationen herstellten wie in Wülfingen in württembergisch Franken (Schulze-Dörrlamm 1991) oder im Raum Heidenheim (Terzer 2011).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Pingsdorfer Ware findet ab dem 9. Jh. Verbreitung und erreicht um 1200 n. Chr. ihren Verbreitungshöhepunkt. Sie ist Teil des Phänomens der Verbreitungswelle von Steinzeug-Erzeugnissen aus dem Rheinland und dem niedersächsisch-nordhessischen Raum im 12. und 13. Jahrhundert in Teilen Norddeutschlands (Mangelsdorf 1991: Keramik nach Pingsdorfer Art in Norddeutschland ZfA Z. Archäol. 25, 215-221 Berlin). &lt;br /&gt;
Pingsdorfer Ware tritt außer in Deutschland auch in England, in an Nord- und Ostsee anliegenden Staaten sowie natürlich in den an Deutschland angrenzenden Gebieten auf - in unterschiedlich starkem Maße (besonders in westlich und östlich von Deutschland gelegenen Gebieten) (Vgl. Mangelsdorf 1991). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Pingsdorfer Ware kann zudem als Einflussfaktor gelten, der auf die Entwicklung der sogenannten &amp;quot;[[Rotbemalte schwäbische Feinware (Württemberg, SMa)|Rotbemalten schwäbischen Feinware Buocher Art]]&amp;quot; wirkte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Referenzkomplexe===&lt;br /&gt;
In Südwestdeutschland&lt;br /&gt;
*Produktionsstätten von &amp;quot;feintoniger heller rotbemalter Ware&amp;quot; auf der östlichen Schwäbischen Alb im Raum Heidenheim (Terzer 2011)&lt;br /&gt;
*Töpferöfen von Wülfingen im württembergischen Franken (Schulze-Dörrlamm 1991)&lt;br /&gt;
*Töpferofen von Seligenstadt (Landkreis Offenbach) (Lobbedey 1968)&lt;br /&gt;
*Kugeltöpfe aus dem Münzschatz von Langenselbold (Main-Kinzig-Kreis) (Lobbedey 1968)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kulturgeschichtliche Einordnung und sozialer Kontext==&lt;br /&gt;
Töpfereien im Eifelvorgebirge befinden sich in der unmittelbaren Umgebung von Wasserburgen oder bedeutenden Hofanlagen. Es ist daher anzunehmen, dass die Lage der hochmittelalterlichen Keramikproduktionsorte am Rhein eine Beziehung der Töpfer zu diesen Anlagen bzw. zu ihren Herren widerspiegelt (Terzer 2011).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im norddeutschen Flachland kennzeichnen Funde Pingsdofer Ware zwar auch Fundplätze mit ländlichem Kontext, aber sie tritt dort vor allem auf Fundplätzen auf, die dem städtischen oder gar dem herrschaftlichen Kontext zuzuordnen sind (Mangelsdorf 1991). Die Fundplätze mit ländlichem Kontext sind zudem meist in der Nähe von urbanen Zentren, Klöstern oder Handelsadern anzutreffen (Mangelsdorf 1991).&lt;br /&gt;
Die Verbreitung der Warenart bildet ein weitreichendes Handelsnetzwerk ab, das die Pingsdorfer Ware als Handelsgut oder Emballage transportierte (Mangelsdorf 1991). Der Handel gewann im Hochmittelalter im Zuge tiefgreifender gesellschaftlicher Veränderungen an Bedeutung. Dementsprechend ist es nicht verwunderlich, dass Pingsdorfer Ware u. a. bei Ausgrabungen wichtiger Ostsee-Handelsplätze zu Tage trat (Mangelsdorf 1991). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Standardisierung der kleinen Gefäße von Pingsdorfer Machart bzw. ein ähnliches Fassungsvermögen könnte darauf hinweisen, dass eine einheitliche Emballage den Handel erleichtern sollte (Vgl. Mangeldorf 1991). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einzelnachweise==&lt;br /&gt;
*&lt;br /&gt;
*U. Lobbedey, Untersuchungen mittelalterlicher Keramik vornehmlich in Südwestdeutschland. Arb. Frühmittelalterforsch. 3 (Berlin 1968).&lt;br /&gt;
*R. Haarberg, Über Pingsdorfer Keramik im ehemaligen Kurhessen. Zeitschr. Ver. hess. Gesch. 75/76, 1964/65, 71–81.&lt;br /&gt;
*A. Heege, Die Keramik des frühen und hohen Mittelalters aus dem Rheinland. Stand der Forschung ; Typologie, Chronologie, Warenarten. Arch. Ber. 5 (Bonn 1995).&lt;br /&gt;
*A. Hein, Herkunftsbestimmung von Keramik Pingsdorfer und Paffrather Art gefunden in Emden. In: A. Hauptmann/u.a. (Hrsg.), Archäometrie und Denkmalpflege - Kurzberichte (1995) 73f.&lt;br /&gt;
*W. Hübener, Die Keramik von Haithabu. Ausgr. Haithabu 2 (Neumünster 1959).&lt;br /&gt;
*L. Hussong, Die Keramik des Münzschatzfundes von St. Irminen, Trier, 1928. Trierer Zeitschr. 29, 1966, 236–266.&lt;br /&gt;
*W. Janssen, Ein Produktionsbezirk mittelalterlicher Keramik in Brühl-Pingsdorf. Rhein. Ausgr. 1976, 133–138.&lt;br /&gt;
*W. Janssen, Die Importkeramik von Haithabu. Ausgr. Haithabu 9 (Neumünster 1987).&lt;br /&gt;
*C. Keller, Pingsdorf-type Ware - An Introduction. Medieval Ceramics 19, 1995, 19–28.&lt;br /&gt;
*C. Koenen, Karolingisch-fränkische Töpfereien bei Pingsdorf. Bonner Jahrb. 103, 1898, 115–122.&lt;br /&gt;
*G. Mangelsdorf, Keramik nach Pingsdorfer Art in Norddeutschland. Zeitschr. Arch. 25, 1991, 215–221.&lt;br /&gt;
*K. Nahrgang, Ein Töpferofen mit Pingsdorfer Keramik in Seligenstadt. Stadt- und Landkreis Offenbach am Main. Studien und Forschungen 3, 1957, 73–77.&lt;br /&gt;
*A. Rother, Chemische und mineralogische Untersuchungen an Keramik Pingsdorfer Art aus dem nordeuropäischen Raum - Referenzgruppen für chemische Herkunftsbestimmungen. In: H. Lüdtke/K. Schietzel (Hrsg.), Handbuch zur mittelalterlichen Keramik in Nordeuropa. Schriften des Archäologischen Landesmuseums Schleswig 6 (Neumünster 2001) 429–463.&lt;br /&gt;
*M. Sanke, Ein Töpferofen mit ältester Pingsdorfware aus Brühl-Pingsdorf. Ein Beitrag zur Rheinischen Keramik des 10. Jahrhunderts. Bonner Jahrb. 199, 1999, 181–234.&lt;br /&gt;
*Sanke 2002: M. Sanke, Die mittelalterliche Keramikproduktion in Brühl-Pingsdorf. Technologie - Typologie - Chronologie. Rhein. Ausgr. 50 (Mainz 2002).&lt;br /&gt;
*H. Schenk, Zu Chronologie und Gefäßtypologie der Pingsdorfer Ware. Bonner Jahrb. 200, 2000 (2003), 329–405.&lt;br /&gt;
*Sanke 2001: M. Sanke, Gelbe Irdenware. In: H. Lüdtke/K. Schietzel (Hrsg.), Handbuch zur mittelalterlichen Keramik in Nordeuropa. Schriften des Archäologischen Landesmuseums Schleswig 6 (Neumünster 2001) 271–428.&lt;br /&gt;
*D. Selling, Pingsdorf Ware: Its Most Northerly Outposts. In: Festschrift R. Blomquist. Arch. Lundensia 3 (Karlshamn 1968).&lt;br /&gt;
* Rother 2001: A. Rother, Chemische und mineralogische Untersuchungen an Keramik Pingsdorfer Art aus dem nordeuropäischen Raum - Referenzgruppen für chemische Herkunftsbestimmungen, In: H. Lüdtke/K. Schietzel (Hrsg.), Handbuch zur mittelalterlichen Keramik in Nordeuropa. Schriften des Archäologischen Landesmuseums Schleswig 6 (Neumünster 2001) 429-464.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Warenart]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Materialkunde]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>P.H. Petersen</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://amanz-balismink.rproxy.rz.uni-bamberg.de/balismink/index.php?title=Pingsdorfer_Ware&amp;diff=2060</id>
		<title>Pingsdorfer Ware</title>
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		<updated>2021-07-06T10:36:39Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;P.H. Petersen: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:ABB229.jpg|right|mini|Pingsdorfer Keramik, Haithabu.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{|class='wikitable' &lt;br /&gt;
!&lt;br /&gt;
!Beschreibung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| [[Warenart]]               || Pingsdorfer Ware&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| Verbreitungsgebiet     || Rheinland, Niederlande, Mitteldeutschland, Nordseeküste, England, &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| Datierung ||                      &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| Chronologie               ||   &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| [[Herstellungstechnik]]        || [[Drehscheibenware]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| [[Brand]] || oxidierend&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| [[Farbe]]               || gelblich, bisweilen hellgrau&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| [[Härte]]   || hart&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| [[Oberfläche]]               || matt - rau&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| Verzierung ||                      &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| [[Magerung]]                || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| [[Gefäßform]]en || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| [[Randform]]en || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| nachgewiesene Produktionsorte   || &lt;br /&gt;
- Region Vorgebirge (Pingsdorf, Kierberg, Brühl, Badorf, Eckdorf, Walberberg)&lt;br /&gt;
- Region Südlimburg (Brunssum, Schinveld, Nieuwenhagen, Ubach over Worms)&lt;br /&gt;
- Siegburg, Lendersberg&lt;br /&gt;
- Mayen&lt;br /&gt;
- Meckenheim&lt;br /&gt;
- Region Wildenrath (Wassenberg-Effeld, Wildenrath, Erkelenz-Tenholt)&lt;br /&gt;
- Langerwehe, Jüngersdorf&lt;br /&gt;
- Seligenstadt&lt;br /&gt;
- Region Selfkant (Tüddern, Selfkant-Saeffeln)&lt;br /&gt;
- Liblar&lt;br /&gt;
- Urbar&lt;br /&gt;
- Mutscheid&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Pingdsdorfer Keramik ist eine rheinische Irdenware mit dem Produktionszentrum im Raum Köln-Bonn (Terzer 2011), die vor allem für die Keramikvorlagen der nördlichen Hälfte Deutschlands im hohen und späten Mittelalter von größter Bedeutung ist. Für Südwestdeutschland ist sie der wichtigste Vertreter sogenannter Importkeramik (Vgl. Lobbedey 1968, 23).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einführung==&lt;br /&gt;
Die Pingsdofer Keramik ist zu unterscheiden in echte Pingsdorfer Keramik und Pingsdorf-Imitationen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Entwicklung von rotbemalter Irdenwaren zur echten Pingsdorfer Keramik vollzieht sich in den Entwicklungsstufen nach Markus Sanke zwischen dem 9. und 10. Jahrhundert (Vgl. Sanke 2002, Abb. 67). Im späten 9. Jahrhundert im Rheinland steht die mit Rollstempeln ornamentierten Badorfer Ware Übergang zur rot bemalten Pingsdorfer Ware (Gross 2003: Funde bislang unbekannter hochmittelalterlicher…).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Pingsdofer Keramik ist in die Entwicklungslinie des Proto-Steinzeuges einzuordnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Forschungsgeschichte==&lt;br /&gt;
Bereits 1927 befasste sich Franz Rademacher mit der Warenart. Er schlug die Pingsdorfer Keramik nach kunsthistorischen Gesichtspunkten der Karolingerzeit zu und lag damit falsch (Vgl. Rademacher 1927 zit. n. Lobbedey 1965, 3 ff.). Uwe Lobbedey stellte richtig, dass die Pingdorfer Keramik deutlich später anzusiedeln ist (Vgl. Lobbedey 1965, 4) und lag damit auf einer Linie mit Wouter Cornelis Braat, der die falsche zeitliche Einordnung Rademachers bereits 1937 aufgezeigt hatte (Vgl. Braat 1937). Lobbedey schrieb bereits 1965 über die Pingsdorfer Ware, dass diese „an vielen Orten“ nachgeahmt worden war (Lobbedey 1965, 4). &lt;br /&gt;
Bei Lobbedey ist ebenfalls nachzulesen, dass Pingsdorfer Keramik zu den Importwaren im Südwesten Deutschlands zählt. Importwaren, diagnostizierte er, waren verglichen mit dem niederrheinischen Raum und Norddeutschland im mittelalterlichen Südwestdeutschland eine Seltenheit (Lobbedey 1968, 23-24). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===andere Bezeichnungen===&lt;br /&gt;
Die Pingsdorfer Keramik wird u. a. als &amp;quot;Pingsdorfer Ware&amp;quot; oder auch als &amp;quot;Eifeltöpferei&amp;quot; bezeichnet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Charakteristika==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Herstellungstechnik===&lt;br /&gt;
Pingsdorfer Keramik ist eine Drehscheibenware und weist damit mitunter Drehriefen auf. Ebenso können teilweise Verschmier- und Verstreichstellen beobachtet werden (Wintergerst 2002, 71). Manchmal wurden Pingsdorf-Imitationen in Wülsttechnik aufgebaut (Lobbedey 1968, 24).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Brand/ Farbe===&lt;br /&gt;
Kennzeichnend ist die helle Farbe des Scherben, die darauf hindeutet, dass die Keramik, die als Pingsdorfer Ware produziert wurde, in der Regel unter sauerstoffhaltiger Atmosphäre gebrannt wurde. Darüber hinaus ist Pingsdorfer Ware oft verschieden stark versintert und der größere Teil der Funde ist mindestens angesintert. Es lässt sich daraus schließen, dass höhere Brenntemperaturen bei der Produktion der Pingsdorfer Ware angestrebt wurden, vermutlich um auf diese Weise eine größere Undurchlässigkeit zu erreichen. Die Pingdorfer Ware ist demnach eine Entwicklungsstufe, die der Etablierung des Steinzeugs vorrausging (Sanke 2002).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im norddeutschen Flachland unterscheidet sich die Pingsdorfer Keramik von örtlichen Erzeugnissen u. a. durch eine erhöhte Brandhärte und der daraus resultierenden geringeren Durchlässigkeit (Mangelsdorf 1991).&lt;br /&gt;
Der Scherben ist in der Regel hell und relativ hart gebrannt (Lobbedey 1965). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lobbedey hält die Farbe &amp;quot;schmutzig-weißlich&amp;quot; und einen starken Glimmergehalt für ein typisches Kennzeichen der Pingsdorf-Imitationen aus Seligenstadt (Landkreis Offenbach). Eine dunklere braune Färbung des Scherbens tritt aber mitunter auch auf (Lobbedey 1965). Der Scherben der Pingsdorf-Imitationen wird als feintonig beschrieben (z. B. Terzer 2011).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Verzierungen===&lt;br /&gt;
Echte Pingsdorfer Ware ist wie erwähnt häufig mit rot-braunen, breit aufgetragenen „kommaartige Bögen“ (Lobbedey 1965, 4) oder mit verschiedenen netzartigen Mustern verziert. Die unterschiedlichen Verzierungselemente der Entwicklungslinie der Pingsdorfer Ware wurden von Markus Sanke wie das Formenspektrum in 10 chronologische Gruppen untergliedert (Sanke 2002). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Periode 3, in der typologisch und warentechnologisch die erste Ausprägung der Pingsdorfer Ware vorliegt, tritt eine Bemalung auf, die aus gebogenen Streifen, vertikalen Streifendekoren, Zopfmustern und Wellenlinien besteht. Sie datiert bald nach 900 n. Chr. Periode 4 wird eine große Verbreitung bemalter Schüsseln zugeschrieben. Diese Periode datiert in das letzte Drittel des 10. Jahrhunderts und dauert bis zur Mitte des 11. Jahrhunderts Ferner treten in Periode 5 schlanke Becher mit sorgfältigen Bemalungsmustern auf. Periode 5 beginnt in der Mitte des 11. Jahrhunderts und dauert bis in das 12. Jahrhundert. In Periode 6 werden flächenhafte Punkt- oder Kommamuster auf Amphoren von horizontal ausgerichteten Girlandenbändern abgelöst, die nur noch an der Gefäßschulter auftreten. Diese Periode datiert vom Anfang bis zur Mitte des 12. Jahrhunderts. Unbemalte und kugelige Becher sind für Periode 7 charakteristisch. Die Tradition der Verzierungsweise, die aus der Entwicklungslinie rotbemalter Irdenware entstand, endet. Periode 7 datiert in die zweite Hälfte des 12. Jahrhunderts. Für die jüngeren Perioden stehen vollengobierte Gefäße. Die Pingsdorfer Ware findet bis in das 2. Drittel des 14. Jahrhunderts. Verbreitung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Varianten==&lt;br /&gt;
*Variante &amp;quot;Echte Pingsdorfer Ware&amp;quot; (Bezeichnung nach Terzer 2011)&lt;br /&gt;
Die Entwicklungslinie der echten Pingsdorfer Ware konnte an Hand des Materials aus Brühl-Pingsdorf in zehn chronologische Gruppen untergliedert werden (Sanke 2002). Diese unterscheiden sich vor allem durch das Formenspektrum und die Verzierungsart. Die echte Pingsdorfer Ware besitzt oft als dekoratives Element rotbraune, breit aufgetragene „kommaartige Bögen“ (Lobbedey 1965, 4) oder verschiedene netzartige Muster. Diese Dekoration tritt aber erst ab Periode 2 des Entwicklungsstufenmodells der Pingsdorfer Keramik nach Markus Sanke auf (Sanke 2002, 180). Ab Periode 3 im 10. Jh. liegt echte Pingsdorfer Ware im eigentlichen Sinne vor, da man bei der Einordnung des Materials der Perioden 1 und 2 dazu neigt dieses noch als der Tradition der rotbemalten Irdenware mit Rollstempeldekor zugehörig zu spezifizieren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Variante „Ware Pingsdorfer Art“&lt;br /&gt;
Ware Pingsdorfer Art zählt nicht zu der Gruppe der &amp;quot;Pingsdorf-Imitationen&amp;quot;, da man unter diesem Begriff Waren versteht, deren Herkunftsgebiet weder Pingsdorf noch Südwestdeutschland ist. Lobbedey liefert mit Mayen (Eifel) ein Beispiel für die Herkunft von Waren Pingsdorfer Art, die Pingsdorfer Keramik &amp;quot;nach Form und Herstellungsweise&amp;quot; gleichen (Lobbedey 1968, 24).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Derivate der Pingsdorfer Ware entstanden aber zum Beispiel auch in Töpfereien in Niedersachsen und Nordhessen (Mangelsdorf 1991 -&amp;gt; Plath 1959). Rot bemalte Keramikfunde aus Böhmen, Niederschlesien und dem ostelbischen Gebiet scheinen ebenso als Ableitungen der Pingsdorfer Ware gelten zu können (Mangelsdorf 1991).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Sogenannte &amp;quot;Pingsdorf-Imitationen&amp;quot; sind Nachahmungen der Pingsdorfer Keramik, die südlich des Mains zu finden sind. Diese helltonige und rot bemalte Keramik wurde am Main, in Südwestdeutschland und Franken hergestellt. Pingsdorf-Imitationen können ebenfalls ein Streifen- oder Gitterdekor als Farbverzierung aufweisen. Diese Dekore wurden wie die Verzierung echter Pingsdorfer Keramik mit einem breiten Malwerkzeug oder den Fingern aufgetragen (Lobbedey 1965, 4; Sanke 2002, 180). Pingsdorf-Imitationen mit einer gerieften Wandung könnten Lobbedey zufolge einer späteren Gruppe der Warenart zuzuordnen sein. Darüber hinaus nennt er einen Fund, dessen &amp;quot;ausschwingende Mündungspartie typologisch noch jünger zu sein scheint.&amp;quot; (Lobbedey 1968, 25 Anm. 64) Pingsdorf-Imitationen, die in Basel (CH) zu Tage traten, hatten sich jedoch nur durch den Vergleich von Resultaten mineralogischer Analysen und mikroskopischer Untersuchungen an Dünnschliffen enttarnen lassen (Terzer 2011).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Gefäßformen==&lt;br /&gt;
Im norddeutschen Flachland unterscheidet sich die Pingsdorfer Ware von örtlichen Erzeugnissen u. a. durch ihre Formenvielfalt (Mangelsdorf 1991).&lt;br /&gt;
Als häufige Formen können sogenannte amphorenartige Gefäße mit Wellenfuß, Ausgußtülle und Bandhenkel sowie [[Kugeltopf|Kugelbodentöpfe]] und kleine engmundige Töpfchen gelten (Vgl. Mangelsdorf 1991, Lobbedey 1965). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Chronologie==&lt;br /&gt;
Nach Perioden aufgeschlüsselt (Sanke 2002) sind für die echte Pingsdorfer Ware ab Periode 3 nach Markus Sanke sichelförmige Randprofile und nicht standfähige Sturzbecher charakteristisch. Neben dem Standring treten außerdem Drehscheibenkugeltöpfe in großer Zahl auf. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Periode 4 ist gekennzeichnet durch das Auftreten von Amphoren, vielfältig profilierten Rändern, breiten und kräftig profilierten Bandhenkeln sowie schlanke Becher und Schüsseln. Amphoren dieser chronologischen Gruppe können zudem drei Henkel besitzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab Periode 5 sind Becher mit konischem Oberteil und zunehmend kräftig gekniffene Wellenfüße bei unterschiedlichen Gefäßformen verbreitet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das 12. Jh. beginnt mit Periode 6, für die Amphorenränder typisch sind, die aus der Horizontalen gedreht wurden. Darüber hinaus sind kugelige Becher und hohe Becher nun häufig. Handaufgebaute Kugeltöpfe sind für diese Periode ebenfalls charakteristisch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Periode 7 zeichnet sich ab, dass zunehmend kugelige Becher und Amphoren verbreitet sind. Neben weiteren typologischen Entwicklungen treten nun erstmals Becherkacheln auf. Eine bedeutende Entwicklung ist zudem der Krug. Neben gewellten Bandhenkeln treten nun auch eiförmige Becher auf. In dieser Periode scheint auch die Traditionslinie der rotbemalten Irdenwaren zu enden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Periode 8 löst der Krug die Amphore ab. Neben Flaschen treten nun sogenannte Urnenbecher auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für Periode 9 ist violett-braun-engobiertes Faststeinzeug typisch, das sich hauptsächlich als Krug oder tropfenförmiger Becher findet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Periode 10 nach Sanke liegt im 14. Jh. vollständig entwickeltes Steinzeug vor. Eine für diese Periode typische Form ist der Zylinderhalskrug.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verbreitung==&lt;br /&gt;
Im Vergleich zu den ungezählten Vertretern der Pingsdorfer Ware, die in ihrem Kernverbreitungsgebiet in der nördlichen Hälfte Deutschlands zu Tage treten, finden sich Importstücke und Imitationen dieser Warenart in Südwestdeutschland vergleichsweise nur vereinzelt. Zu diesem peripheren Verbreitungsgebiet im Südwesten zählt auch das südliche Hessen (Wintergerst 2007, Gross 2003). &lt;br /&gt;
Neben den Produktionsstätten im Rheinland muss es auch in Südwestdeutschland Töpfereizentren gegeben haben, welche die erwähnten Imitationen herstellten wie in Wülfingen in württembergisch Franken (Schulze-Dörrlamm 1991) oder im Raum Heidenheim (Terzer 2011).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Pingsdorfer Ware findet ab dem 9. Jh. Verbreitung und erreicht um 1200 n. Chr. ihren Verbreitungshöhepunkt. Sie ist Teil des Phänomens der Verbreitungswelle von Steinzeug-Erzeugnissen aus dem Rheinland und dem niedersächsisch-nordhessischen Raum im 12. und 13. Jahrhundert in Teilen Norddeutschlands (Mangelsdorf 1991: Keramik nach Pingsdorfer Art in Norddeutschland ZfA Z. Archäol. 25, 215-221 Berlin). &lt;br /&gt;
Pingsdorfer Ware tritt außer in Deutschland auch in England, in an Nord- und Ostsee anliegenden Staaten sowie natürlich in den an Deutschland angrenzenden Gebieten auf - in unterschiedlich starkem Maße (besonders in westlich und östlich von Deutschland gelegenen Gebieten) (Vgl. Mangelsdorf 1991). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Pingsdorfer Ware kann zudem als Einflussfaktor gelten, der auf die Entwicklung der sogenannten &amp;quot;[[Rotbemalte schwäbische Feinware (Württemberg, SMa)|Rotbemalten schwäbischen Feinware Buocher Art]]&amp;quot; wirkte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Referenzkomplexe===&lt;br /&gt;
In Südwestdeutschland&lt;br /&gt;
*Produktionsstätten von &amp;quot;feintoniger heller rotbemalter Ware&amp;quot; auf der östlichen Schwäbischen Alb im Raum Heidenheim (Terzer 2011)&lt;br /&gt;
*Töpferöfen von Wülfingen im württembergischen Franken (Schulze-Dörrlamm 1991)&lt;br /&gt;
*Töpferofen von Seligenstadt (Landkreis Offenbach) (Lobbedey 1968)&lt;br /&gt;
*Kugeltöpfe aus dem Münzschatz von Langenselbold (Main-Kinzig-Kreis) (Lobbedey 1968)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kulturgeschichtliche Einordnung und sozialer Kontext==&lt;br /&gt;
Töpfereien im Eifelvorgebirge befinden sich in der unmittelbaren Umgebung von Wasserburgen oder bedeutenden Hofanlagen. Es ist daher anzunehmen, dass die Lage der hochmittelalterlichen Keramikproduktionsorte am Rhein eine Beziehung der Töpfer zu diesen Anlagen bzw. zu ihren Herren widerspiegelt (Terzer 2011).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im norddeutschen Flachland kennzeichnen Funde Pingsdofer Ware zwar auch Fundplätze mit ländlichem Kontext, aber sie tritt dort vor allem auf Fundplätzen auf, die dem städtischen oder gar dem herrschaftlichen Kontext zuzuordnen sind (Mangelsdorf 1991). Die Fundplätze mit ländlichem Kontext sind zudem meist in der Nähe von urbanen Zentren, Klöstern oder Handelsadern anzutreffen (Mangelsdorf 1991).&lt;br /&gt;
Die Verbreitung der Warenart bildet ein weitreichendes Handelsnetzwerk ab, das die Pingsdorfer Ware als Handelsgut oder Emballage transportierte (Mangelsdorf 1991). Der Handel gewann im Hochmittelalter im Zuge tiefgreifender gesellschaftlicher Veränderungen an Bedeutung. Dementsprechend ist es nicht verwunderlich, dass Pingsdorfer Ware u. a. bei Ausgrabungen wichtiger Ostsee-Handelsplätze zu Tage trat (Mangelsdorf 1991). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Standardisierung der kleinen Gefäße von Pingsdorfer Machart bzw. ein ähnliches Fassungsvermögen könnte darauf hinweisen, dass eine einheitliche Emballage den Handel erleichtern sollte (Vgl. Mangeldorf 1991). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einzelnachweise==&lt;br /&gt;
*&lt;br /&gt;
*U. Lobbedey, Untersuchungen mittelalterlicher Keramik vornehmlich in Südwestdeutschland. Arb. Frühmittelalterforsch. 3 (Berlin 1968).&lt;br /&gt;
*R. Haarberg, Über Pingsdorfer Keramik im ehemaligen Kurhessen. Zeitschr. Ver. hess. Gesch. 75/76, 1964/65, 71–81.&lt;br /&gt;
*A. Heege, Die Keramik des frühen und hohen Mittelalters aus dem Rheinland. Stand der Forschung ; Typologie, Chronologie, Warenarten. Arch. Ber. 5 (Bonn 1995).&lt;br /&gt;
*A. Hein, Herkunftsbestimmung von Keramik Pingsdorfer und Paffrather Art gefunden in Emden. In: A. Hauptmann/u.a. (Hrsg.), Archäometrie und Denkmalpflege - Kurzberichte (1995) 73f.&lt;br /&gt;
*W. Hübener, Die Keramik von Haithabu. Ausgr. Haithabu 2 (Neumünster 1959).&lt;br /&gt;
*L. Hussong, Die Keramik des Münzschatzfundes von St. Irminen, Trier, 1928. Trierer Zeitschr. 29, 1966, 236–266.&lt;br /&gt;
*W. Janssen, Ein Produktionsbezirk mittelalterlicher Keramik in Brühl-Pingsdorf. Rhein. Ausgr. 1976, 133–138.&lt;br /&gt;
*W. Janssen, Die Importkeramik von Haithabu. Ausgr. Haithabu 9 (Neumünster 1987).&lt;br /&gt;
*C. Keller, Pingsdorf-type Ware - An Introduction. Medieval Ceramics 19, 1995, 19–28.&lt;br /&gt;
*C. Koenen, Karolingisch-fränkische Töpfereien bei Pingsdorf. Bonner Jahrb. 103, 1898, 115–122.&lt;br /&gt;
*G. Mangelsdorf, Keramik nach Pingsdorfer Art in Norddeutschland. Zeitschr. Arch. 25, 1991, 215–221.&lt;br /&gt;
*K. Nahrgang, Ein Töpferofen mit Pingsdorfer Keramik in Seligenstadt. Stadt- und Landkreis Offenbach am Main. Studien und Forschungen 3, 1957, 73–77.&lt;br /&gt;
*A. Rother, Chemische und mineralogische Untersuchungen an Keramik Pingsdorfer Art aus dem nordeuropäischen Raum - Referenzgruppen für chemische Herkunftsbestimmungen. In: H. Lüdtke/K. Schietzel (Hrsg.), Handbuch zur mittelalterlichen Keramik in Nordeuropa. Schriften des Archäologischen Landesmuseums Schleswig 6 (Neumünster 2001) 429–463.&lt;br /&gt;
*M. Sanke, Ein Töpferofen mit ältester Pingsdorfware aus Brühl-Pingsdorf. Ein Beitrag zur Rheinischen Keramik des 10. Jahrhunderts. Bonner Jahrb. 199, 1999, 181–234.&lt;br /&gt;
*M. Sanke, Die mittelalterliche Keramikproduktion in Brühl-Pingsdorf. Technologie - Typologie - Chronologie. Rhein. Ausgr. 50 (Mainz 2002).&lt;br /&gt;
*H. Schenk, Zu Chronologie und Gefäßtypologie der Pingsdorfer Ware. Bonner Jahrb. 200, 2000 (2003), 329–405.&lt;br /&gt;
*M. Sanke, Gelbe Irdenware. In: H. Lüdtke/K. Schietzel (Hrsg.), Handbuch zur mittelalterlichen Keramik in Nordeuropa. Schriften des Archäologischen Landesmuseums Schleswig 6 (Neumünster 2001) 271–428.&lt;br /&gt;
*D. Selling, Pingsdorf Ware: Its Most Northerly Outposts. In: Festschrift R. Blomquist. Arch. Lundensia 3 (Karlshamn 1968).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Warenart]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Materialkunde]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>P.H. Petersen</name></author>
	</entry>
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		<id>https://amanz-balismink.rproxy.rz.uni-bamberg.de/balismink/index.php?title=Rheinische_Grauwaren&amp;diff=2055</id>
		<title>Rheinische Grauwaren</title>
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		<updated>2021-07-05T14:15:54Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;P.H. Petersen: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{stub}}&lt;br /&gt;
Bei den rheinischen Grauwaren handelt es sich um eine Gruppe von verschiedenen Warenarten, die vom frühen bis ins Spätmittelalter vor allem in der Region zwischen Eifel und Niederrhein produziert wurden. Die Gefäße wurden sowohl lokal, als auch überregional bis in die skandinavischen Regionen verhandelt. Es konnten einige Orte als produzierende Töpfereizentren identifiziert werden. Für die frühe Grauware (9-12. Jh.) wären das Fundkomplexe wie die Töpferei in Wildenrath und Katterbach. Die ältere Grauware (12-15 Jh.) ist auch in Produktionszentren der gelben Irdenware zu finden, wie Pingsdorf oder Badorf (Unterteilung nach Lüdtke-Schitzel 2001). Allerdings ist sowohl bei der jüngeren als auch der älteren Grauware noch von weiteren Produktionsorten auszugehen. &lt;br /&gt;
Die rheinischen Grauwaren bilden eine sehr heterogene Gruppe mit verschiedenen, chronologischen Merkmalen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Forschungsgeschichte==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Haithabu wurde neben der gelben Rheinischen Importwaren auch eine &amp;quot;blaugraue Ware&amp;quot; beobachtet, für die zunächst auch eine Herkunft aus dem Rheinland vermutet wurde. Es handelt sich jedoch um eine wesentlich dickwandigere Ware, für die man auch eine Funktion als Tiegel in Betracht gezogen hat, ohne dass dies aber mittels Inhaltsreste bestätigt werden konnte (Janssen 1987, 24f.). Mit dieser Bezeichnung &amp;quot;blau-graue Ware&amp;quot; wurden auch Funde einer Ware aus Brüggen-Öbel versehen, welche jedoch eher zu den Elmpter Ware gezählt werden kann. Weitere Verwirrung bringt zudem der Umstand, dass in der englisch-sprachigen Forschung die &amp;quot;blue-grey ware&amp;quot; die weit verhandelte Paffrather Ware bezeichnet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Charakteristika==&lt;br /&gt;
Als einzige Warenarten übergreifende Merkmale sind der reduzierende Brand und folglich der schwarz, gräulich bis weiße Scherben und die (vermutete) Produktion im Rheinland zu sehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Herstellungstechnik=== &lt;br /&gt;
Die Herstellungstechniken unterscheiden sich von Warenart zu Warenart und sind natürlich auch von Gefäßform und Zeitstellung abhängig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Brand/ Farbe===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
reduzierend gebrannt, Schwarz, gräulicher bis weißer Scherben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Magerung===&lt;br /&gt;
häufig stark gemagert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Oberflächenbeschaffenheit===&lt;br /&gt;
zum Teil rau, zum Teil metallisch-glänzend&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Verzierungen===&lt;br /&gt;
Bei einigen Gefäßen ließ sich ein Rollrädchendekor meist an Hals- oder Schulterpartie feststellen. Auch ein Dekor durch horizontal angebrachte Fingereindruck ist belegt. Ab ca. 1200 treten auch ein bis zwei horizontale Riefen im Schulterbereich auf &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Varianten==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Gefäßformen==&lt;br /&gt;
Bei den Gefäßen der rheinischen Grauware handelt es sich zum Großteil um reines Kochgeschirr. Die am häufigsten auftretende Form ist der Kugeltopf, dessen charakteristisches Merkmal der Kugelboden ist, jedoch konnte dieser auch mit drei kleinen Standlappen oder einem Wellenfuß versehen sein. Ebenso wurde dem Kugeltopf manchmal eine Tülle oder ein bis zwei Henkel angesetzt. Neben dem Kugeltopf als &amp;quot;Leitfossil&amp;quot; treten auch große Schüssel auf, sowie spezielle Vorratsgefäße, die in der Literatur häufig als &amp;quot;Elmpter Amphoren&amp;quot; bezeichnet werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Randformen==&lt;br /&gt;
Bei den frühen Formen der Grauware treten vorrangig abgerundete und/oder leicht verdickte Ränder auf. Diese Form findet sich auch bei der jüngeren rheinischen Grauware, allerdings sind hier die Randformen noch zahlreicher. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Chronologie==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verbreitung==&lt;br /&gt;
Verschieden rheinische Grauwaren, aber speziell die Paffrather Ware, wurden sehr weit verhandelt, speziell in den skandinavischen Raum. Zu den bekannten Fundorten zählen Bergen, Oslo, Ribe, Trondheim, Viborg, Emden und Brügge. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Herstellungsbelege==&lt;br /&gt;
- Wildenrath (Lung 1958)&lt;br /&gt;
- Katterbach (Lung 1958)&lt;br /&gt;
- Pingsdorf (Sanke 1995)&lt;br /&gt;
- Badorf&lt;br /&gt;
- Paffrath (Lung 1955/56)&lt;br /&gt;
- Elmpt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kulturgeschichtliche Einordnung und sozialer Kontext==&lt;br /&gt;
bislang wenig erforscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturhinweise und Nachweise==&lt;br /&gt;
* Bauer/Engemann/Heine/Lobbedey/Stephan 1979: Beiträge zur archäologischen Burgenforschung und zur Keramik des Mittelalters in Westfalen Teil 1. Denkmalpflege und Forschung in Westfalen (Bonn 1979)&lt;br /&gt;
* Bauche 1997: R.-D. Bauche, Die Keramik des 12. Jahrhunderts zwischen Köln und Aachen (Bonn 1997)&lt;br /&gt;
* Heege 1992: A. Heege, Rheinische Keramik des Mittelalters. Stand der Forschung unter Berücksichtigung der Funde von Hambach 500 (Göttingen 1992)&lt;br /&gt;
*Janssen 1987: W. Janssen, Die Importkeramik von Haithabu. Ausgr. Haithabu 9 (Neumünster 1987).&lt;br /&gt;
* Lung 1958: W. Lung, Mittelalterliche Töpferöfen und Eisenverhüttung in Katterbach, Gmde. Bergisch-Gladbach, Rhein.-Berg. Kreis, in: Kölner Jahrbuch für Vor- und Frühgeschichte 3 (1958) 93-108.&lt;br /&gt;
* Lung 1955/56: W. Lung, Mittelalterliche Töpferei in Paffrath und Katterbach. Neue Funde im Rhein.-Berg. Kreis, in: Romerike Berge 5 (1955/56) 157-166&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>P.H. Petersen</name></author>
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		<title>Rheinische Grauwaren</title>
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		<updated>2021-07-05T14:07:58Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;P.H. Petersen: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{stub}}&lt;br /&gt;
Bei den rheinischen Grauwaren handelt es sich um eine Gruppe von verschiedenen Warenarten, die vom frühen bis ins Spätmittelalter vor allem in der Region zwischen Eifel und Niederrhein produziert wurden. Die Gefäße wurden sowohl lokal, als auch überregional bis in die skandinavischen Regionen verhandelt. Es konnten einige Orte als produzierende Töpfereizentren identifiziert werden. Für die frühe Grauware (9-12. Jh.) wären das Fundkomplexe wie die Töpferei in Wildenrath und Katterbach. Die ältere Grauware (12-15 Jh.) ist auch in Produktionszentren der gelben Irdenware zu finden, wie Pingsdorf oder Badorf (Unterteilung nach Lüdtke-Schitzel 2001). Allerdings ist sowohl bei der jüngeren als auch der älteren Grauware noch von weiteren Produktionsorten auszugehen. &lt;br /&gt;
Die rheinischen Grauwaren bilden eine sehr heterogene Gruppe mit verschiedenen, chronologischen Merkmalen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Forschungsgeschichte==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Haithabu wurde neben der gelben Rheinischen Importwaren auch eine &amp;quot;blaugraue Ware&amp;quot; beobachtet, für die zunächst auch eine Herkunft aus dem Rheinland vermutet wurde. Es handelt sich jedoch um eine wesentlich dickwandigere Ware, für die man auch eine Funktion als Tiegel in Betracht gezogen hat, ohne dass dies aber mittels Inhaltsreste bestätigt werden konnte (Janssen 1987, 24f.). Mit dieser Bezeichnung &amp;quot;blau-graue Ware&amp;quot; wurden auch Funde einer Ware aus Brüggen-Öbel versehen, welche jedoch eher zu den Elmpter Ware gezählt werden kann. Weitere Verwirrung bringt zudem der Umstand, dass in der englisch-sprachigen Forschung die &amp;quot;blue-grey ware&amp;quot; die weit verhandelte Paffrather Ware bezeichnet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Charakteristika==&lt;br /&gt;
Als einzige Warenarten übergreifende Merkmale sind der reduzierende Brand und folglich der schwarz, gräulich bis weiße Scherben und die (vermutete) Produktion im Rheinland zu sehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Herstellungstechnik=== &lt;br /&gt;
Die Herstellungstechniken unterscheiden sich von Warenart zu Warenart und sind natürlich auch von Gefäßform und Zeitstellung abhängig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Brand/ Farbe===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
reduzierend gebrannt, Schwarz, gräulicher bis weißer Scherben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Magerung===&lt;br /&gt;
häufig stark gemagert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Oberflächenbeschaffenheit===&lt;br /&gt;
zum Teil rau, zum Teil metallisch-glänzend&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Verzierungen===&lt;br /&gt;
Bei einigen Gefäßen ließ sich ein Rollrädchendekor meist an Hals- oder Schulterpartie feststellen. Auch ein Dekor durch horizontal angebrachte Fingereindruck ist belegt. Ab ca. 1200 treten auch ein bis zwei horizontale Riefen im Schulterbereich auf &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Varianten==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Gefäßformen==&lt;br /&gt;
Bei den Gefäßen der rheinischen Grauware handelt es sich zum Großteil um reines Kochgeschirr. Die am häufigsten auftretende Form ist der Kugeltopf, dessen charakteristisches Merkmal der Kugelboden ist, jedoch konnte dieser auch mit drei kleinen Standlappen oder einem Wellenfuß versehen sein. Ebenso wurde dem Kugeltopf manchmal eine Tülle oder ein bis zwei Henkel angesetzt. Neben dem Kugeltopf als &amp;quot;Leitfossil&amp;quot; treten auch große Schüssel auf, sowie spezielle Vorratsgefäße, die in der Literatur häufig als &amp;quot;Elmpter Amphoren&amp;quot; bezeichnet werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Randformen==&lt;br /&gt;
Bei den frühen Formen der Grauware treten vorrangig abgerundete und/oder leicht verdickte Ränder auf. Diese Form findet sich auch bei der jüngeren rheinischen Grauware, allerdings sind hier die Randformen noch zahlreicher. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Chronologie==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verbreitung==&lt;br /&gt;
Verschieden rheinische Grauwaren, aber speziell die Paffrather Ware, wurden sehr weit verhandelt, speziell in den skandinavischen Raum. Zu den bekannten fundorten zählen Bergen, Oslo, Ribe, Trondheim, Viborg, Emden und Brügge. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Herstellungsbelege==&lt;br /&gt;
Wildenrath (Lung 1958)&lt;br /&gt;
Katterbach (Lung 1958)&lt;br /&gt;
Pingsdorf (Sanke 1995)&lt;br /&gt;
Badorf&lt;br /&gt;
Paffrath&lt;br /&gt;
Elmpt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kulturgeschichtliche Einordnung und sozialer Kontext==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturhinweise und Nachweise==&lt;br /&gt;
* Bauer/Engemann/Heine/Lobbedey/Stephan 1979: Beiträge zur archäologischen Burgenforschung und zur Keramik des Mittelalters in Westfalen Teil 1. Denkmalpflege und Forschung in Westfalen (Bonn 1979)&lt;br /&gt;
* Bauche 1997: R.-D. Bauche, Die Keramik des 12. Jahrhunderts zwischen Köln und Aachen (Bonn 1997)&lt;br /&gt;
* Heege 1992: A. Heege, Rheinische Keramik des Mittelalters. Stand der Forschung unter Berücksichtigung der Funde von Hambach 500 (Göttingen 1992)&lt;br /&gt;
*Janssen 1987: W. Janssen, Die Importkeramik von Haithabu. Ausgr. Haithabu 9 (Neumünster 1987).&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>P.H. Petersen</name></author>
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		<title>Rheinische Grauwaren</title>
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		<updated>2021-06-28T13:34:20Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;P.H. Petersen: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{stub}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{|class='wikitable'&lt;br /&gt;
!Beschreibung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| [[Warenart]]               || &amp;lt;strong&amp;gt;Rheinische Grauware&amp;lt;/strong&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| Verbreitungsgebiet     || Niederrhein, Westfalen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| Datierung || 11.-15. Jh.                     &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| Chronologie                  || mehrere Phasen: Typ Paffrath - Typ Kugeltopf - Typ Steinzeugartig hart gebrannt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| [[Herstellungstechnik]]        || [[Drehscheibenware]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| [[Brand]]  || reduzierend&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| [[Farbe]]                || grau&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| [[Härte]]   || weich - hart&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| [[Oberfläche]]               || matt - rau&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| Verzierung || Riefen                    &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| [[Magerung]]                || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| [[Gefäßform]]en || v.a. [[Topf|Töpfe]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| [[Randform]]en || Dreiecksrand, verdickter abgeflachter Rand&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| nachgewiesene Produktionsorte    || Pingsdorf/Badorf, Paffrath, Elmpt&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Forschungsgeschichte==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Charakteristika==&lt;br /&gt;
reduzierend gebrannt, Schwarz, gräulicher bis weißer Scherben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Herstellungstechnik=== &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Brand/ Farbe===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
reduzierend gebrannt, Schwarz, gräulicher bis weißer Scherben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Magerung===&lt;br /&gt;
häufig stark gemagert &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Oberflächenbeschaffenheit===&lt;br /&gt;
zum Teil rau, zum Teil metallisch-glänzend&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Verzierungen===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Varianten==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Gefäßformen==&lt;br /&gt;
Meist Kochgeschirr&lt;br /&gt;
Kugeltöpfe&lt;br /&gt;
Amphoren&lt;br /&gt;
Schüssel&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Randformen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Chronologie==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verbreitung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Herstellungsbelege==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kulturgeschichtliche Einordnung und sozialer Kontext==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturhinweise und Nachweise==&lt;br /&gt;
* Bauer/Engemann/Heine/Lobbedey/Stephan 1979: Beiträge zur archäologischen Burgenforschung und zur Keramik des Mittelalters in Westfalen Teil 1. Denkmalpflege und Forschung in Westfalen (Bonn 1979)&lt;br /&gt;
* Bauche 1997: R.-D. Bauche, Die Keramik des 12. Jahrhunderts zwischen Köln und Aachen (Bonn 1997)&lt;br /&gt;
* Heege 1992: A. Heege, Rheinische Keramik des Mittelalters. Stand der Forschung unter Berücksichtigung der Funde von Hambach 500 (Göttingen 1992)&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>P.H. Petersen</name></author>
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		<id>https://amanz-balismink.rproxy.rz.uni-bamberg.de/balismink/index.php?title=Pingsdorfer_Ware&amp;diff=1892</id>
		<title>Pingsdorfer Ware</title>
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		<updated>2021-06-27T12:19:44Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;P.H. Petersen: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:ABB229.jpg|right|mini|Pingsdorfer Keramik, Haithabu.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{|class='wikitable' &lt;br /&gt;
!&lt;br /&gt;
!Beschreibung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| [[Warenart]]               || Pingsdorfer Ware&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| Verbreitungsgebiet     || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| Datierung ||                      &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| Chronologie               ||   &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| [[Herstellungstechnik]]        || [[Drehscheibenware]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| [[Brand]] || oxidierend&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| [[Farbe]]               || gelblich, bisweilen hellgrau&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| [[Härte]]   || hart&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| [[Oberfläche]]               || matt - rau&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| Verzierung ||                      &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| [[Magerung]]                || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| [[Gefäßform]]en || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| [[Randform]]en || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| nachgewiesene Produktionsorte   &lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Pingdsdorfer Keramik ist eine rheinische Irdenware mit dem Produktionszentrum im Raum Köln-Bonn (Terzer 2011), die vor allem für die Keramikvorlagen der nördlichen Hälfte Deutschlands im hohen und späten Mittelalter von größter Bedeutung ist. Für Südwestdeutschland ist sie der wichtigste Vertreter sogenannter Importkeramik (Vgl. Lobbedey 1968, 23).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einführung==&lt;br /&gt;
Die Pingsdofer Keramik ist zu unterscheiden in echte Pingsdorfer Keramik und Pingsdorf-Imitationen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Entwicklung von rotbemalter Irdenwaren zur echten Pingsdorfer Keramik vollzieht sich in den Entwicklungsstufen nach Markus Sanke zwischen dem 9. und 10. Jahrhundert (Vgl. Sanke 2002, Abb. 67). Im späten 9. Jahrhundert im Rheinland steht die mit Rollstempeln ornamentierten Badorfer Ware Übergang zur rot bemalten Pingsdorfer Ware (Gross 2003: Funde bislang unbekannter hochmittelalterlicher…).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Pingsdofer Keramik ist in die Entwicklungslinie des Proto-Steinzeuges einzuordnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Forschungsgeschichte==&lt;br /&gt;
Bereits 1927 befasste sich Franz Rademacher mit der Warenart. Er schlug die Pingsdorfer Keramik nach kunsthistorischen Gesichtspunkten der Karolingerzeit zu und lag damit falsch (Vgl. Rademacher 1927 zit. n. Lobbedey 1965, 3 ff.). Uwe Lobbedey stellte richtig, dass die Pingdorfer Keramik deutlich später anzusiedeln ist (Vgl. Lobbedey 1965, 4) und lag damit auf einer Linie mit Wouter Cornelis Braat, der die falsche zeitliche Einordnung Rademachers bereits 1937 aufgezeigt hatte (Vgl. Braat 1937). Lobbedey schrieb bereits 1965 über die Pingsdorfer Ware, dass diese „an vielen Orten“ nachgeahmt worden war (Lobbedey 1965, 4). &lt;br /&gt;
Bei Lobbedey ist ebenfalls nachzulesen, dass Pingsdorfer Keramik zu den Importwaren im Südwesten Deutschlands zählt. Importwaren, diagnostizierte er, waren verglichen mit dem niederrheinischen Raum und Norddeutschland im mittelalterlichen Südwestdeutschland eine Seltenheit (Lobbedey 1968, 23-24). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===andere Bezeichnungen===&lt;br /&gt;
Die Pingsdorfer Keramik wird u. a. als &amp;quot;Pingsdorfer Ware&amp;quot; oder auch als &amp;quot;Eifeltöpferei&amp;quot; bezeichnet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Charakteristika==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Herstellungstechnik===&lt;br /&gt;
Pingsdorfer Keramik ist eine Drehscheibenware und weist damit mitunter Drehriefen auf. Ebenso können teilweise Verschmier- und Verstreichstellen beobachtet werden (Wintergerst 2002, 71). Manchmal wurden Pingsdorf-Imitationen in Wülsttechnik aufgebaut (Lobbedey 1968, 24).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Brand/ Farbe===&lt;br /&gt;
Kennzeichnend ist die helle Farbe des Scherben, die darauf hindeutet, dass die Keramik, die als Pingsdorfer Ware produziert wurde, in der Regel unter sauerstoffhaltiger Atmosphäre gebrannt wurde. Darüber hinaus ist Pingsdorfer Ware oft verschieden stark versintert und der größere Teil der Funde ist mindestens angesintert. Es lässt sich daraus schließen, dass höhere Brenntemperaturen bei der Produktion der Pingsdorfer Ware angestrebt wurden, vermutlich um auf diese Weise eine größere Undurchlässigkeit zu erreichen. Die Pingdorfer Ware ist demnach eine Entwicklungsstufe, die der Etablierung des Steinzeugs vorrausging (Sanke 2002).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im norddeutschen Flachland unterscheidet sich die Pingsdorfer Keramik von örtlichen Erzeugnissen u. a. durch eine erhöhte Brandhärte und der daraus resultierenden geringeren Durchlässigkeit (Mangelsdorf 1991).&lt;br /&gt;
Der Scherben ist in der Regel hell und relativ hart gebrannt (Lobbedey 1965). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lobbedey hält die Farbe &amp;quot;schmutzig-weißlich&amp;quot; und einen starken Glimmergehalt für ein typisches Kennzeichen der Pingsdorf-Imitationen aus Seligenstadt (Landkreis Offenbach). Eine dunklere braune Färbung des Scherbens tritt aber mitunter auch auf (Lobbedey 1965). Der Scherben der Pingsdorf-Imitationen wird als feintonig beschrieben (z. B. Terzer 2011).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Verzierungen===&lt;br /&gt;
Echte Pingsdorfer Ware ist wie erwähnt häufig mit rot-braunen, breit aufgetragenen „kommaartige Bögen“ (Lobbedey 1965, 4) oder mit verschiedenen netzartigen Mustern verziert. Die unterschiedlichen Verzierungselemente der Entwicklungslinie der Pingsdorfer Ware wurden von Markus Sanke wie das Formenspektrum in 10 chronologische Gruppen untergliedert (Sanke 2002). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Periode 3, in der typologisch und warentechnologisch die erste Ausprägung der Pingsdorfer Ware vorliegt, tritt eine Bemalung auf, die aus gebogenen Streifen, vertikalen Streifendekoren, Zopfmustern und Wellenlinien besteht. Sie datiert bald nach 900 n. Chr. Periode 4 wird eine große Verbreitung bemalter Schüsseln zugeschrieben. Diese Periode datiert in das letzte Drittel des 10. Jahrhunderts und dauert bis zur Mitte des 11. Jahrhunderts Ferner treten in Periode 5 schlanke Becher mit sorgfältigen Bemalungsmustern auf. Periode 5 beginnt in der Mitte des 11. Jahrhunderts und dauert bis in das 12. Jahrhundert. In Periode 6 werden flächenhafte Punkt- oder Kommamuster auf Amphoren von horizontal ausgerichteten Girlandenbändern abgelöst, die nur noch an der Gefäßschulter auftreten. Diese Periode datiert vom Anfang bis zur Mitte des 12. Jahrhunderts. Unbemalte und kugelige Becher sind für Periode 7 charakteristisch. Die Tradition der Verzierungsweise, die aus der Entwicklungslinie rotbemalter Irdenware entstand, endet. Periode 7 datiert in die zweite Hälfte des 12. Jahrhunderts. Für die jüngeren Perioden stehen vollengobierte Gefäße. Die Pingsdorfer Ware findet bis in das 2. Drittel des 14. Jahrhunderts. Verbreitung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Varianten==&lt;br /&gt;
*Variante &amp;quot;Echte Pingsdorfer Ware&amp;quot; (Bezeichnung nach Terzer 2011)&lt;br /&gt;
Die Entwicklungslinie der echten Pingsdorfer Ware konnte an Hand des Materials aus Brühl-Pingsdorf in zehn chronologische Gruppen untergliedert werden (Sanke 2002). Diese unterscheiden sich vor allem durch das Formenspektrum und die Verzierungsart. Die echte Pingsdorfer Ware besitzt oft als dekoratives Element rotbraune, breit aufgetragene „kommaartige Bögen“ (Lobbedey 1965, 4) oder verschiedene netzartige Muster. Diese Dekoration tritt aber erst ab Periode 2 des Entwicklungsstufenmodells der Pingsdorfer Keramik nach Markus Sanke auf (Sanke 2002, 180). Ab Periode 3 im 10. Jh. liegt echte Pingsdorfer Ware im eigentlichen Sinne vor, da man bei der Einordnung des Materials der Perioden 1 und 2 dazu neigt dieses noch als der Tradition der rotbemalten Irdenware mit Rollstempeldekor zugehörig zu spezifizieren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Variante „Ware Pingsdorfer Art“&lt;br /&gt;
Ware Pingsdorfer Art zählt nicht zu der Gruppe der &amp;quot;Pingsdorf-Imitationen&amp;quot;, da man unter diesem Begriff Waren versteht, deren Herkunftsgebiet weder Pingsdorf noch Südwestdeutschland ist. Lobbedey liefert mit Mayen (Eifel) ein Beispiel für die Herkunft von Waren Pingsdorfer Art, die Pingsdorfer Keramik &amp;quot;nach Form und Herstellungsweise&amp;quot; gleichen (Lobbedey 1968, 24).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Derivate der Pingsdorfer Ware entstanden aber zum Beispiel auch in Töpfereien in Niedersachsen und Nordhessen (Mangelsdorf 1991 -&amp;gt; Plath 1959). Rot bemalte Keramikfunde aus Böhmen, Niederschlesien und dem ostelbischen Gebiet scheinen ebenso als Ableitungen der Pingsdorfer Ware gelten zu können (Mangelsdorf 1991).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Sogenannte &amp;quot;Pingsdorf-Imitationen&amp;quot; sind Nachahmungen der Pingsdorfer Keramik, die südlich des Mains zu finden sind. Diese helltonige und rot bemalte Keramik wurde am Main, in Südwestdeutschland und Franken hergestellt. Pingsdorf-Imitationen können ebenfalls ein Streifen- oder Gitterdekor als Farbverzierung aufweisen. Diese Dekore wurden wie die Verzierung echter Pingsdorfer Keramik mit einem breiten Malwerkzeug oder den Fingern aufgetragen (Lobbedey 1965, 4; Sanke 2002, 180). Pingsdorf-Imitationen mit einer gerieften Wandung könnten Lobbedey zufolge einer späteren Gruppe der Warenart zuzuordnen sein. Darüber hinaus nennt er einen Fund, dessen &amp;quot;ausschwingende Mündungspartie typologisch noch jünger zu sein scheint.&amp;quot; (Lobbedey 1968, 25 Anm. 64) Pingsdorf-Imitationen, die in Basel (CH) zu Tage traten, hatten sich jedoch nur durch den Vergleich von Resultaten mineralogischer Analysen und mikroskopischer Untersuchungen an Dünnschliffen enttarnen lassen (Terzer 2011).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Gefäßformen==&lt;br /&gt;
Im norddeutschen Flachland unterscheidet sich die Pingsdorfer Ware von örtlichen Erzeugnissen u. a. durch ihre Formenvielfalt (Mangelsdorf 1991).&lt;br /&gt;
Als häufige Formen können sogenannte amphorenartige Gefäße mit Wellenfuß, Ausgußtülle und Bandhenkel sowie [[Kugeltopf|Kugelbodentöpfe]] und kleine engmundige Töpfchen gelten (Vgl. Mangelsdorf 1991, Lobbedey 1965). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Chronologie==&lt;br /&gt;
Nach Perioden aufgeschlüsselt (Sanke 2002) sind für die echte Pingsdorfer Ware ab Periode 3 nach Markus Sanke sichelförmige Randprofile und nicht standfähige Sturzbecher charakteristisch. Neben dem Standring treten außerdem Drehscheibenkugeltöpfe in großer Zahl auf. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Periode 4 ist gekennzeichnet durch das Auftreten von Amphoren, vielfältig profilierten Rändern, breiten und kräftig profilierten Bandhenkeln sowie schlanke Becher und Schüsseln. Amphoren dieser chronologischen Gruppe können zudem drei Henkel besitzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab Periode 5 sind Becher mit konischem Oberteil und zunehmend kräftig gekniffene Wellenfüße bei unterschiedlichen Gefäßformen verbreitet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das 12. Jh. beginnt mit Periode 6, für die Amphorenränder typisch sind, die aus der Horizontalen gedreht wurden. Darüber hinaus sind kugelige Becher und hohe Becher nun häufig. Handaufgebaute Kugeltöpfe sind für diese Periode ebenfalls charakteristisch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Periode 7 zeichnet sich ab, dass zunehmend kugelige Becher und Amphoren verbreitet sind. Neben weiteren typologischen Entwicklungen treten nun erstmals Becherkacheln auf. Eine bedeutende Entwicklung ist zudem der Krug. Neben gewellten Bandhenkeln treten nun auch eiförmige Becher auf. In dieser Periode scheint auch die Traditionslinie der rotbemalten Irdenwaren zu enden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Periode 8 löst der Krug die Amphore ab. Neben Flaschen treten nun sogenannte Urnenbecher auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für Periode 9 ist violett-braun-engobiertes Faststeinzeug typisch, das sich hauptsächlich als Krug oder tropfenförmiger Becher findet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Periode 10 nach Sanke liegt im 14. Jh. vollständig entwickeltes Steinzeug vor. Eine für diese Periode typische Form ist der Zylinderhalskrug.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verbreitung==&lt;br /&gt;
Im Vergleich zu den ungezählten Vertretern der Pingsdorfer Ware, die in ihrem Kernverbreitungsgebiet in der nördlichen Hälfte Deutschlands zu Tage treten, finden sich Importstücke und Imitationen dieser Warenart in Südwestdeutschland vergleichsweise nur vereinzelt. Zu diesem peripheren Verbreitungsgebiet im Südwesten zählt auch das südliche Hessen (Wintergerst 2007, Gross 2003). &lt;br /&gt;
Neben den Produktionsstätten im Rheinland muss es auch in Südwestdeutschland Töpfereizentren gegeben haben, welche die erwähnten Imitationen herstellten wie in Wülfingen in württembergisch Franken (Schulze-Dörrlamm 1991) oder im Raum Heidenheim (Terzer 2011).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Pingsdorfer Ware findet ab dem 9. Jh. Verbreitung und erreicht um 1200 n. Chr. ihren Verbreitungshöhepunkt. Sie ist Teil des Phänomens der Verbreitungswelle von Steinzeug-Erzeugnissen aus dem Rheinland und dem niedersächsisch-nordhessischen Raum im 12. und 13. Jahrhundert in Teilen Norddeutschlands (Mangelsdorf 1991: Keramik nach Pingsdorfer Art in Norddeutschland ZfA Z. Archäol. 25, 215-221 Berlin). &lt;br /&gt;
Pingsdorfer Ware tritt außer in Deutschland auch in England, in an Nord- und Ostsee anliegenden Staaten sowie natürlich in den an Deutschland angrenzenden Gebieten auf - in unterschiedlich starkem Maße (besonders in westlich und östlich von Deutschland gelegenen Gebieten) (Vgl. Mangelsdorf 1991). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Pingsdorfer Ware kann zudem als Einflussfaktor gelten, der auf die Entwicklung der sogenannten &amp;quot;[[Rotbemalte schwäbische Feinware (Württemberg, SMa)|Rotbemalten schwäbischen Feinware Buocher Art]]&amp;quot; wirkte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Referenzkomplexe===&lt;br /&gt;
In Südwestdeutschland&lt;br /&gt;
*Produktionsstätten von &amp;quot;feintoniger heller rotbemalter Ware&amp;quot; auf der östlichen Schwäbischen Alb im Raum Heidenheim (Terzer 2011)&lt;br /&gt;
*Töpferöfen von Wülfingen im württembergischen Franken (Schulze-Dörrlamm 1991)&lt;br /&gt;
*Töpferofen von Seligenstadt (Landkreis Offenbach) (Lobbedey 1968)&lt;br /&gt;
*Kugeltöpfe aus dem Münzschatz von Langenselbold (Main-Kinzig-Kreis) (Lobbedey 1968)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kulturgeschichtliche Einordnung und sozialer Kontext==&lt;br /&gt;
Töpfereien im Eifelvorgebirge befinden sich in der unmittelbaren Umgebung von Wasserburgen oder bedeutenden Hofanlagen. Es ist daher anzunehmen, dass die Lage der hochmittelalterlichen Keramikproduktionsorte am Rhein eine Beziehung der Töpfer zu diesen Anlagen bzw. zu ihren Herren widerspiegelt (Terzer 2011).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im norddeutschen Flachland kennzeichnen Funde Pingsdofer Ware zwar auch Fundplätze mit ländlichem Kontext, aber sie tritt dort vor allem auf Fundplätzen auf, die dem städtischen oder gar dem herrschaftlichen Kontext zuzuordnen sind (Mangelsdorf 1991). Die Fundplätze mit ländlichem Kontext sind zudem meist in der Nähe von urbanen Zentren, Klöstern oder Handelsadern anzutreffen (Mangelsdorf 1991).&lt;br /&gt;
Die Verbreitung der Warenart bildet ein weitreichendes Handelsnetzwerk ab, das die Pingsdorfer Ware als Handelsgut oder Emballage transportierte (Mangelsdorf 1991). Der Handel gewann im Hochmittelalter im Zuge tiefgreifender gesellschaftlicher Veränderungen an Bedeutung. Dementsprechend ist es nicht verwunderlich, dass Pingsdorfer Ware u. a. bei Ausgrabungen wichtiger Ostsee-Handelsplätze zu Tage trat (Mangelsdorf 1991). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Standardisierung der kleinen Gefäße von Pingsdorfer Machart bzw. ein ähnliches Fassungsvermögen könnte darauf hinweisen, dass eine einheitliche Emballage den Handel erleichtern sollte (Vgl. Mangeldorf 1991). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einzelnachweise==&lt;br /&gt;
*&lt;br /&gt;
*U. Lobbedey, Untersuchungen mittelalterlicher Keramik vornehmlich in Südwestdeutschland. Arb. Frühmittelalterforsch. 3 (Berlin 1968).&lt;br /&gt;
*R. Haarberg, Über Pingsdorfer Keramik im ehemaligen Kurhessen. Zeitschr. Ver. hess. Gesch. 75/76, 1964/65, 71–81.&lt;br /&gt;
*A. Heege, Die Keramik des frühen und hohen Mittelalters aus dem Rheinland. Stand der Forschung ; Typologie, Chronologie, Warenarten. Arch. Ber. 5 (Bonn 1995).&lt;br /&gt;
*A. Hein, Herkunftsbestimmung von Keramik Pingsdorfer und Paffrather Art gefunden in Emden. In: A. Hauptmann/u.a. (Hrsg.), Archäometrie und Denkmalpflege - Kurzberichte (1995) 73f.&lt;br /&gt;
*W. Hübener, Die Keramik von Haithabu. Ausgr. Haithabu 2 (Neumünster 1959).&lt;br /&gt;
*L. Hussong, Die Keramik des Münzschatzfundes von St. Irminen, Trier, 1928. Trierer Zeitschr. 29, 1966, 236–266.&lt;br /&gt;
*W. Janssen, Ein Produktionsbezirk mittelalterlicher Keramik in Brühl-Pingsdorf. Rhein. Ausgr. 1976, 133–138.&lt;br /&gt;
*W. Janssen, Die Importkeramik von Haithabu. Ausgr. Haithabu 9 (Neumünster 1987).&lt;br /&gt;
*C. Keller, Pingsdorf-type Ware - An Introduction. Medieval Ceramics 19, 1995, 19–28.&lt;br /&gt;
*C. Koenen, Karolingisch-fränkische Töpfereien bei Pingsdorf. Bonner Jahrb. 103, 1898, 115–122.&lt;br /&gt;
*G. Mangelsdorf, Keramik nach Pingsdorfer Art in Norddeutschland. Zeitschr. Arch. 25, 1991, 215–221.&lt;br /&gt;
*K. Nahrgang, Ein Töpferofen mit Pingsdorfer Keramik in Seligenstadt. Stadt- und Landkreis Offenbach am Main. Studien und Forschungen 3, 1957, 73–77.&lt;br /&gt;
*A. Rother, Chemische und mineralogische Untersuchungen an Keramik Pingsdorfer Art aus dem nordeuropäischen Raum - Referenzgruppen für chemische Herkunftsbestimmungen. In: H. Lüdtke/K. Schietzel (Hrsg.), Handbuch zur mittelalterlichen Keramik in Nordeuropa. Schriften des Archäologischen Landesmuseums Schleswig 6 (Neumünster 2001) 429–463.&lt;br /&gt;
*M. Sanke, Ein Töpferofen mit ältester Pingsdorfware aus Brühl-Pingsdorf. Ein Beitrag zur Rheinischen Keramik des 10. Jahrhunderts. Bonner Jahrb. 199, 1999, 181–234.&lt;br /&gt;
*M. Sanke, Die mittelalterliche Keramikproduktion in Brühl-Pingsdorf. Technologie - Typologie - Chronologie. Rhein. Ausgr. 50 (Mainz 2002).&lt;br /&gt;
*H. Schenk, Zu Chronologie und Gefäßtypologie der Pingsdorfer Ware. Bonner Jahrb. 200, 2000 (2003), 329–405.&lt;br /&gt;
*M. Sanke, Gelbe Irdenware. In: H. Lüdtke/K. Schietzel (Hrsg.), Handbuch zur mittelalterlichen Keramik in Nordeuropa. Schriften des Archäologischen Landesmuseums Schleswig 6 (Neumünster 2001) 271–428.&lt;br /&gt;
*D. Selling, Pingsdorf Ware: Its Most Northerly Outposts. In: Festschrift R. Blomquist. Arch. Lundensia 3 (Karlshamn 1968).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Warenart]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Materialkunde]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>P.H. Petersen</name></author>
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		<title>Pingsdorfer Ware</title>
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		<updated>2021-06-27T12:19:05Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;P.H. Petersen: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:ABB229.jpg|right|mini|Pingsdorfer Keramik, Haithabu.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{|class='wikitable' &lt;br /&gt;
!&lt;br /&gt;
!Beschreibung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| [[Warenart]]               || Ware Pingsdorfer Art&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| Verbreitungsgebiet     || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| Datierung || 7.-12. Jh.                     &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| Chronologie               ||   &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| [[Herstellungstechnik]]        || [[Drehscheibenware]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| [[Brand]] || oxidierend&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| [[Farbe]]               || gelblich, bisweilen hellgrau&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| [[Härte]]   || hart&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| [[Oberfläche]]               || matt - rau&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| Verzierung ||                      &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| [[Magerung]]                || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| [[Gefäßform]]en || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| [[Randform]]en || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| nachgewiesene Produktionsorte   &lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Pingdsdorfer Keramik ist eine rheinische Irdenware mit dem Produktionszentrum im Raum Köln-Bonn (Terzer 2011), die vor allem für die Keramikvorlagen der nördlichen Hälfte Deutschlands im hohen und späten Mittelalter von größter Bedeutung ist. Für Südwestdeutschland ist sie der wichtigste Vertreter sogenannter Importkeramik (Vgl. Lobbedey 1968, 23).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einführung==&lt;br /&gt;
Die Pingsdofer Keramik ist zu unterscheiden in echte Pingsdorfer Keramik und Pingsdorf-Imitationen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Entwicklung von rotbemalter Irdenwaren zur echten Pingsdorfer Keramik vollzieht sich in den Entwicklungsstufen nach Markus Sanke zwischen dem 9. und 10. Jahrhundert (Vgl. Sanke 2002, Abb. 67). Im späten 9. Jahrhundert im Rheinland steht die mit Rollstempeln ornamentierten Badorfer Ware Übergang zur rot bemalten Pingsdorfer Ware (Gross 2003: Funde bislang unbekannter hochmittelalterlicher…).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Pingsdofer Keramik ist in die Entwicklungslinie des Proto-Steinzeuges einzuordnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Forschungsgeschichte==&lt;br /&gt;
Bereits 1927 befasste sich Franz Rademacher mit der Warenart. Er schlug die Pingsdorfer Keramik nach kunsthistorischen Gesichtspunkten der Karolingerzeit zu und lag damit falsch (Vgl. Rademacher 1927 zit. n. Lobbedey 1965, 3 ff.). Uwe Lobbedey stellte richtig, dass die Pingdorfer Keramik deutlich später anzusiedeln ist (Vgl. Lobbedey 1965, 4) und lag damit auf einer Linie mit Wouter Cornelis Braat, der die falsche zeitliche Einordnung Rademachers bereits 1937 aufgezeigt hatte (Vgl. Braat 1937). Lobbedey schrieb bereits 1965 über die Pingsdorfer Ware, dass diese „an vielen Orten“ nachgeahmt worden war (Lobbedey 1965, 4). &lt;br /&gt;
Bei Lobbedey ist ebenfalls nachzulesen, dass Pingsdorfer Keramik zu den Importwaren im Südwesten Deutschlands zählt. Importwaren, diagnostizierte er, waren verglichen mit dem niederrheinischen Raum und Norddeutschland im mittelalterlichen Südwestdeutschland eine Seltenheit (Lobbedey 1968, 23-24). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===andere Bezeichnungen===&lt;br /&gt;
Die Pingsdorfer Keramik wird u. a. als &amp;quot;Pingsdorfer Ware&amp;quot; oder auch als &amp;quot;Eifeltöpferei&amp;quot; bezeichnet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Charakteristika==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Herstellungstechnik===&lt;br /&gt;
Pingsdorfer Keramik ist eine Drehscheibenware und weist damit mitunter Drehriefen auf. Ebenso können teilweise Verschmier- und Verstreichstellen beobachtet werden (Wintergerst 2002, 71). Manchmal wurden Pingsdorf-Imitationen in Wülsttechnik aufgebaut (Lobbedey 1968, 24).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Brand/ Farbe===&lt;br /&gt;
Kennzeichnend ist die helle Farbe des Scherben, die darauf hindeutet, dass die Keramik, die als Pingsdorfer Ware produziert wurde, in der Regel unter sauerstoffhaltiger Atmosphäre gebrannt wurde. Darüber hinaus ist Pingsdorfer Ware oft verschieden stark versintert und der größere Teil der Funde ist mindestens angesintert. Es lässt sich daraus schließen, dass höhere Brenntemperaturen bei der Produktion der Pingsdorfer Ware angestrebt wurden, vermutlich um auf diese Weise eine größere Undurchlässigkeit zu erreichen. Die Pingdorfer Ware ist demnach eine Entwicklungsstufe, die der Etablierung des Steinzeugs vorrausging (Sanke 2002).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im norddeutschen Flachland unterscheidet sich die Pingsdorfer Keramik von örtlichen Erzeugnissen u. a. durch eine erhöhte Brandhärte und der daraus resultierenden geringeren Durchlässigkeit (Mangelsdorf 1991).&lt;br /&gt;
Der Scherben ist in der Regel hell und relativ hart gebrannt (Lobbedey 1965). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lobbedey hält die Farbe &amp;quot;schmutzig-weißlich&amp;quot; und einen starken Glimmergehalt für ein typisches Kennzeichen der Pingsdorf-Imitationen aus Seligenstadt (Landkreis Offenbach). Eine dunklere braune Färbung des Scherbens tritt aber mitunter auch auf (Lobbedey 1965). Der Scherben der Pingsdorf-Imitationen wird als feintonig beschrieben (z. B. Terzer 2011).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Verzierungen===&lt;br /&gt;
Echte Pingsdorfer Ware ist wie erwähnt häufig mit rot-braunen, breit aufgetragenen „kommaartige Bögen“ (Lobbedey 1965, 4) oder mit verschiedenen netzartigen Mustern verziert. Die unterschiedlichen Verzierungselemente der Entwicklungslinie der Pingsdorfer Ware wurden von Markus Sanke wie das Formenspektrum in 10 chronologische Gruppen untergliedert (Sanke 2002). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Periode 3, in der typologisch und warentechnologisch die erste Ausprägung der Pingsdorfer Ware vorliegt, tritt eine Bemalung auf, die aus gebogenen Streifen, vertikalen Streifendekoren, Zopfmustern und Wellenlinien besteht. Sie datiert bald nach 900 n. Chr. Periode 4 wird eine große Verbreitung bemalter Schüsseln zugeschrieben. Diese Periode datiert in das letzte Drittel des 10. Jahrhunderts und dauert bis zur Mitte des 11. Jahrhunderts Ferner treten in Periode 5 schlanke Becher mit sorgfältigen Bemalungsmustern auf. Periode 5 beginnt in der Mitte des 11. Jahrhunderts und dauert bis in das 12. Jahrhundert. In Periode 6 werden flächenhafte Punkt- oder Kommamuster auf Amphoren von horizontal ausgerichteten Girlandenbändern abgelöst, die nur noch an der Gefäßschulter auftreten. Diese Periode datiert vom Anfang bis zur Mitte des 12. Jahrhunderts. Unbemalte und kugelige Becher sind für Periode 7 charakteristisch. Die Tradition der Verzierungsweise, die aus der Entwicklungslinie rotbemalter Irdenware entstand, endet. Periode 7 datiert in die zweite Hälfte des 12. Jahrhunderts. Für die jüngeren Perioden stehen vollengobierte Gefäße. Die Pingsdorfer Ware findet bis in das 2. Drittel des 14. Jahrhunderts. Verbreitung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Varianten==&lt;br /&gt;
*Variante &amp;quot;Echte Pingsdorfer Ware&amp;quot; (Bezeichnung nach Terzer 2011)&lt;br /&gt;
Die Entwicklungslinie der echten Pingsdorfer Ware konnte an Hand des Materials aus Brühl-Pingsdorf in zehn chronologische Gruppen untergliedert werden (Sanke 2002). Diese unterscheiden sich vor allem durch das Formenspektrum und die Verzierungsart. Die echte Pingsdorfer Ware besitzt oft als dekoratives Element rotbraune, breit aufgetragene „kommaartige Bögen“ (Lobbedey 1965, 4) oder verschiedene netzartige Muster. Diese Dekoration tritt aber erst ab Periode 2 des Entwicklungsstufenmodells der Pingsdorfer Keramik nach Markus Sanke auf (Sanke 2002, 180). Ab Periode 3 im 10. Jh. liegt echte Pingsdorfer Ware im eigentlichen Sinne vor, da man bei der Einordnung des Materials der Perioden 1 und 2 dazu neigt dieses noch als der Tradition der rotbemalten Irdenware mit Rollstempeldekor zugehörig zu spezifizieren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Variante „Ware Pingsdorfer Art“&lt;br /&gt;
Ware Pingsdorfer Art zählt nicht zu der Gruppe der &amp;quot;Pingsdorf-Imitationen&amp;quot;, da man unter diesem Begriff Waren versteht, deren Herkunftsgebiet weder Pingsdorf noch Südwestdeutschland ist. Lobbedey liefert mit Mayen (Eifel) ein Beispiel für die Herkunft von Waren Pingsdorfer Art, die Pingsdorfer Keramik &amp;quot;nach Form und Herstellungsweise&amp;quot; gleichen (Lobbedey 1968, 24).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Derivate der Pingsdorfer Ware entstanden aber zum Beispiel auch in Töpfereien in Niedersachsen und Nordhessen (Mangelsdorf 1991 -&amp;gt; Plath 1959). Rot bemalte Keramikfunde aus Böhmen, Niederschlesien und dem ostelbischen Gebiet scheinen ebenso als Ableitungen der Pingsdorfer Ware gelten zu können (Mangelsdorf 1991).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Sogenannte &amp;quot;Pingsdorf-Imitationen&amp;quot; sind Nachahmungen der Pingsdorfer Keramik, die südlich des Mains zu finden sind. Diese helltonige und rot bemalte Keramik wurde am Main, in Südwestdeutschland und Franken hergestellt. Pingsdorf-Imitationen können ebenfalls ein Streifen- oder Gitterdekor als Farbverzierung aufweisen. Diese Dekore wurden wie die Verzierung echter Pingsdorfer Keramik mit einem breiten Malwerkzeug oder den Fingern aufgetragen (Lobbedey 1965, 4; Sanke 2002, 180). Pingsdorf-Imitationen mit einer gerieften Wandung könnten Lobbedey zufolge einer späteren Gruppe der Warenart zuzuordnen sein. Darüber hinaus nennt er einen Fund, dessen &amp;quot;ausschwingende Mündungspartie typologisch noch jünger zu sein scheint.&amp;quot; (Lobbedey 1968, 25 Anm. 64) Pingsdorf-Imitationen, die in Basel (CH) zu Tage traten, hatten sich jedoch nur durch den Vergleich von Resultaten mineralogischer Analysen und mikroskopischer Untersuchungen an Dünnschliffen enttarnen lassen (Terzer 2011).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Gefäßformen==&lt;br /&gt;
Im norddeutschen Flachland unterscheidet sich die Pingsdorfer Ware von örtlichen Erzeugnissen u. a. durch ihre Formenvielfalt (Mangelsdorf 1991).&lt;br /&gt;
Als häufige Formen können sogenannte amphorenartige Gefäße mit Wellenfuß, Ausgußtülle und Bandhenkel sowie [[Kugeltopf|Kugelbodentöpfe]] und kleine engmundige Töpfchen gelten (Vgl. Mangelsdorf 1991, Lobbedey 1965). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Chronologie==&lt;br /&gt;
Nach Perioden aufgeschlüsselt (Sanke 2002) sind für die echte Pingsdorfer Ware ab Periode 3 nach Markus Sanke sichelförmige Randprofile und nicht standfähige Sturzbecher charakteristisch. Neben dem Standring treten außerdem Drehscheibenkugeltöpfe in großer Zahl auf. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Periode 4 ist gekennzeichnet durch das Auftreten von Amphoren, vielfältig profilierten Rändern, breiten und kräftig profilierten Bandhenkeln sowie schlanke Becher und Schüsseln. Amphoren dieser chronologischen Gruppe können zudem drei Henkel besitzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab Periode 5 sind Becher mit konischem Oberteil und zunehmend kräftig gekniffene Wellenfüße bei unterschiedlichen Gefäßformen verbreitet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das 12. Jh. beginnt mit Periode 6, für die Amphorenränder typisch sind, die aus der Horizontalen gedreht wurden. Darüber hinaus sind kugelige Becher und hohe Becher nun häufig. Handaufgebaute Kugeltöpfe sind für diese Periode ebenfalls charakteristisch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Periode 7 zeichnet sich ab, dass zunehmend kugelige Becher und Amphoren verbreitet sind. Neben weiteren typologischen Entwicklungen treten nun erstmals Becherkacheln auf. Eine bedeutende Entwicklung ist zudem der Krug. Neben gewellten Bandhenkeln treten nun auch eiförmige Becher auf. In dieser Periode scheint auch die Traditionslinie der rotbemalten Irdenwaren zu enden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Periode 8 löst der Krug die Amphore ab. Neben Flaschen treten nun sogenannte Urnenbecher auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für Periode 9 ist violett-braun-engobiertes Faststeinzeug typisch, das sich hauptsächlich als Krug oder tropfenförmiger Becher findet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Periode 10 nach Sanke liegt im 14. Jh. vollständig entwickeltes Steinzeug vor. Eine für diese Periode typische Form ist der Zylinderhalskrug.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verbreitung==&lt;br /&gt;
Im Vergleich zu den ungezählten Vertretern der Pingsdorfer Ware, die in ihrem Kernverbreitungsgebiet in der nördlichen Hälfte Deutschlands zu Tage treten, finden sich Importstücke und Imitationen dieser Warenart in Südwestdeutschland vergleichsweise nur vereinzelt. Zu diesem peripheren Verbreitungsgebiet im Südwesten zählt auch das südliche Hessen (Wintergerst 2007, Gross 2003). &lt;br /&gt;
Neben den Produktionsstätten im Rheinland muss es auch in Südwestdeutschland Töpfereizentren gegeben haben, welche die erwähnten Imitationen herstellten wie in Wülfingen in württembergisch Franken (Schulze-Dörrlamm 1991) oder im Raum Heidenheim (Terzer 2011).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Pingsdorfer Ware findet ab dem 9. Jh. Verbreitung und erreicht um 1200 n. Chr. ihren Verbreitungshöhepunkt. Sie ist Teil des Phänomens der Verbreitungswelle von Steinzeug-Erzeugnissen aus dem Rheinland und dem niedersächsisch-nordhessischen Raum im 12. und 13. Jahrhundert in Teilen Norddeutschlands (Mangelsdorf 1991: Keramik nach Pingsdorfer Art in Norddeutschland ZfA Z. Archäol. 25, 215-221 Berlin). &lt;br /&gt;
Pingsdorfer Ware tritt außer in Deutschland auch in England, in an Nord- und Ostsee anliegenden Staaten sowie natürlich in den an Deutschland angrenzenden Gebieten auf - in unterschiedlich starkem Maße (besonders in westlich und östlich von Deutschland gelegenen Gebieten) (Vgl. Mangelsdorf 1991). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Pingsdorfer Ware kann zudem als Einflussfaktor gelten, der auf die Entwicklung der sogenannten &amp;quot;[[Rotbemalte schwäbische Feinware (Württemberg, SMa)|Rotbemalten schwäbischen Feinware Buocher Art]]&amp;quot; wirkte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Referenzkomplexe===&lt;br /&gt;
In Südwestdeutschland&lt;br /&gt;
*Produktionsstätten von &amp;quot;feintoniger heller rotbemalter Ware&amp;quot; auf der östlichen Schwäbischen Alb im Raum Heidenheim (Terzer 2011)&lt;br /&gt;
*Töpferöfen von Wülfingen im württembergischen Franken (Schulze-Dörrlamm 1991)&lt;br /&gt;
*Töpferofen von Seligenstadt (Landkreis Offenbach) (Lobbedey 1968)&lt;br /&gt;
*Kugeltöpfe aus dem Münzschatz von Langenselbold (Main-Kinzig-Kreis) (Lobbedey 1968)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kulturgeschichtliche Einordnung und sozialer Kontext==&lt;br /&gt;
Töpfereien im Eifelvorgebirge befinden sich in der unmittelbaren Umgebung von Wasserburgen oder bedeutenden Hofanlagen. Es ist daher anzunehmen, dass die Lage der hochmittelalterlichen Keramikproduktionsorte am Rhein eine Beziehung der Töpfer zu diesen Anlagen bzw. zu ihren Herren widerspiegelt (Terzer 2011).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im norddeutschen Flachland kennzeichnen Funde Pingsdofer Ware zwar auch Fundplätze mit ländlichem Kontext, aber sie tritt dort vor allem auf Fundplätzen auf, die dem städtischen oder gar dem herrschaftlichen Kontext zuzuordnen sind (Mangelsdorf 1991). Die Fundplätze mit ländlichem Kontext sind zudem meist in der Nähe von urbanen Zentren, Klöstern oder Handelsadern anzutreffen (Mangelsdorf 1991).&lt;br /&gt;
Die Verbreitung der Warenart bildet ein weitreichendes Handelsnetzwerk ab, das die Pingsdorfer Ware als Handelsgut oder Emballage transportierte (Mangelsdorf 1991). Der Handel gewann im Hochmittelalter im Zuge tiefgreifender gesellschaftlicher Veränderungen an Bedeutung. Dementsprechend ist es nicht verwunderlich, dass Pingsdorfer Ware u. a. bei Ausgrabungen wichtiger Ostsee-Handelsplätze zu Tage trat (Mangelsdorf 1991). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Standardisierung der kleinen Gefäße von Pingsdorfer Machart bzw. ein ähnliches Fassungsvermögen könnte darauf hinweisen, dass eine einheitliche Emballage den Handel erleichtern sollte (Vgl. Mangeldorf 1991). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einzelnachweise==&lt;br /&gt;
*&lt;br /&gt;
*U. Lobbedey, Untersuchungen mittelalterlicher Keramik vornehmlich in Südwestdeutschland. Arb. Frühmittelalterforsch. 3 (Berlin 1968).&lt;br /&gt;
*R. Haarberg, Über Pingsdorfer Keramik im ehemaligen Kurhessen. Zeitschr. Ver. hess. Gesch. 75/76, 1964/65, 71–81.&lt;br /&gt;
*A. Heege, Die Keramik des frühen und hohen Mittelalters aus dem Rheinland. Stand der Forschung ; Typologie, Chronologie, Warenarten. Arch. Ber. 5 (Bonn 1995).&lt;br /&gt;
*A. Hein, Herkunftsbestimmung von Keramik Pingsdorfer und Paffrather Art gefunden in Emden. In: A. Hauptmann/u.a. (Hrsg.), Archäometrie und Denkmalpflege - Kurzberichte (1995) 73f.&lt;br /&gt;
*W. Hübener, Die Keramik von Haithabu. Ausgr. Haithabu 2 (Neumünster 1959).&lt;br /&gt;
*L. Hussong, Die Keramik des Münzschatzfundes von St. Irminen, Trier, 1928. Trierer Zeitschr. 29, 1966, 236–266.&lt;br /&gt;
*W. Janssen, Ein Produktionsbezirk mittelalterlicher Keramik in Brühl-Pingsdorf. Rhein. Ausgr. 1976, 133–138.&lt;br /&gt;
*W. Janssen, Die Importkeramik von Haithabu. Ausgr. Haithabu 9 (Neumünster 1987).&lt;br /&gt;
*C. Keller, Pingsdorf-type Ware - An Introduction. Medieval Ceramics 19, 1995, 19–28.&lt;br /&gt;
*C. Koenen, Karolingisch-fränkische Töpfereien bei Pingsdorf. Bonner Jahrb. 103, 1898, 115–122.&lt;br /&gt;
*G. Mangelsdorf, Keramik nach Pingsdorfer Art in Norddeutschland. Zeitschr. Arch. 25, 1991, 215–221.&lt;br /&gt;
*K. Nahrgang, Ein Töpferofen mit Pingsdorfer Keramik in Seligenstadt. Stadt- und Landkreis Offenbach am Main. Studien und Forschungen 3, 1957, 73–77.&lt;br /&gt;
*A. Rother, Chemische und mineralogische Untersuchungen an Keramik Pingsdorfer Art aus dem nordeuropäischen Raum - Referenzgruppen für chemische Herkunftsbestimmungen. In: H. Lüdtke/K. Schietzel (Hrsg.), Handbuch zur mittelalterlichen Keramik in Nordeuropa. Schriften des Archäologischen Landesmuseums Schleswig 6 (Neumünster 2001) 429–463.&lt;br /&gt;
*M. Sanke, Ein Töpferofen mit ältester Pingsdorfware aus Brühl-Pingsdorf. Ein Beitrag zur Rheinischen Keramik des 10. Jahrhunderts. Bonner Jahrb. 199, 1999, 181–234.&lt;br /&gt;
*M. Sanke, Die mittelalterliche Keramikproduktion in Brühl-Pingsdorf. Technologie - Typologie - Chronologie. Rhein. Ausgr. 50 (Mainz 2002).&lt;br /&gt;
*H. Schenk, Zu Chronologie und Gefäßtypologie der Pingsdorfer Ware. Bonner Jahrb. 200, 2000 (2003), 329–405.&lt;br /&gt;
*M. Sanke, Gelbe Irdenware. In: H. Lüdtke/K. Schietzel (Hrsg.), Handbuch zur mittelalterlichen Keramik in Nordeuropa. Schriften des Archäologischen Landesmuseums Schleswig 6 (Neumünster 2001) 271–428.&lt;br /&gt;
*D. Selling, Pingsdorf Ware: Its Most Northerly Outposts. In: Festschrift R. Blomquist. Arch. Lundensia 3 (Karlshamn 1968).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Warenart]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Materialkunde]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>P.H. Petersen</name></author>
	</entry>
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		<id>https://amanz-balismink.rproxy.rz.uni-bamberg.de/balismink/index.php?title=Rheinische_Grauwaren&amp;diff=1637</id>
		<title>Rheinische Grauwaren</title>
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		<updated>2021-06-18T13:56:35Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;P.H. Petersen: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{|class='wikitable'&lt;br /&gt;
!Beschreibung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| [[Warenart]]               || &amp;lt;strong&amp;gt;Rheinische Grauware&amp;lt;/strong&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| Verbreitungsgebiet     || Niederrhein, Westfalen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| Datierung || 11.-15. Jh.                     &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| Chronologie                  || mehrere Phasen: Typ Paffrath - Typ Kugeltopf - Typ Steinzeugartig hart gebrannt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| [[Herstellungstechnik]]        || [[Drehscheibenware]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| [[Brand]]  || reduzierend&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| [[Farbe]]                || grau&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| [[Härte]]   || weich - hart&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| [[Oberfläche]]               || matt - rau&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| Verzierung || Riefen                    &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| [[Magerung]]                || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| [[Gefäßform]]en || v.a. [[Topf|Töpfe]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| [[Randform]]en || Dreiecksrand, verdickter abgeflachter Rand&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| nachgewiesene Produktionsorte    || Pingsdorf/Badorf, Paffrath, &lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Forschungsgeschichte==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Charakteristika==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Herstellungstechnik=== &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Brand/ Farbe===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Magerung===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Oberflächenbeschaffenheit===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Verzierungen===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Varianten==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Gefäßformen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Randformen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Chronologie==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verbreitung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Herstellungsbelege==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kulturgeschichtliche Einordnung und sozialer Kontext==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturhinweise und Nachweise==&lt;br /&gt;
* Bauer/Engemann/Heine/Lobbedey/Stephan 1979: Beiträge zur archäologischen Burgenforschung und zur Keramik des Mittelalters in Westfalen Teil 1. Denkmalpflege und Forschung in Westfalen (Bonn 1979)&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>P.H. Petersen</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://amanz-balismink.rproxy.rz.uni-bamberg.de/balismink/index.php?title=Rheinische_Grauwaren&amp;diff=1636</id>
		<title>Rheinische Grauwaren</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://amanz-balismink.rproxy.rz.uni-bamberg.de/balismink/index.php?title=Rheinische_Grauwaren&amp;diff=1636"/>
		<updated>2021-06-18T13:55:32Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;P.H. Petersen: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{|class='wikitable'&lt;br /&gt;
!Beschreibung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| [[Warenart]]               || &amp;lt;strong&amp;gt;Rheinische Grauware&amp;lt;/strong&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| Verbreitungsgebiet     || Niederrhein &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| Datierung || 11.-15. Jh.                     &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| Chronologie                  || mehrere Phasen: Typ Paffrath - Typ Kugeltopf - Typ Steinzeugartig hart gebrannt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| [[Herstellungstechnik]]        || [[Drehscheibenware]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| [[Brand]]  || reduzierend&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| [[Farbe]]                || grau&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| [[Härte]]   || weich - hart&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| [[Oberfläche]]               || matt - rau&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| Verzierung || Riefen                    &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| [[Magerung]]                || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| [[Gefäßform]]en || v.a. [[Topf|Töpfe]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| [[Randform]]en || Dreiecksrand, verdickter abgeflachter Rand&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| nachgewiesene Produktionsorte    || Pingsdorf/Badorf, Paffrath, &lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Forschungsgeschichte==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Charakteristika==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Herstellungstechnik=== &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Brand/ Farbe===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Magerung===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Oberflächenbeschaffenheit===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Verzierungen===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Varianten==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Gefäßformen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Randformen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Chronologie==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verbreitung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Herstellungsbelege==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kulturgeschichtliche Einordnung und sozialer Kontext==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturhinweise und Nachweise==&lt;br /&gt;
* Bauer/Engemann/Heine/Lobbedey/Stephan 1979: Beiträge zur archäologischen Burgenforschung und zur Keramik des Mittelalters in Westfalen Teil 1. Denkmalpflege und Forschung in Westfalen (Bonn 1979)&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>P.H. Petersen</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://amanz-balismink.rproxy.rz.uni-bamberg.de/balismink/index.php?title=%C3%84ltere_gelbe_Drehscheibenware_(S%C3%BCdwestdeutschland,_FMa/HMa)&amp;diff=1635</id>
		<title>Ältere gelbe Drehscheibenware (Südwestdeutschland, FMa/HMa)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://amanz-balismink.rproxy.rz.uni-bamberg.de/balismink/index.php?title=%C3%84ltere_gelbe_Drehscheibenware_(S%C3%BCdwestdeutschland,_FMa/HMa)&amp;diff=1635"/>
		<updated>2021-06-18T13:55:19Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;P.H. Petersen: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{|class='wikitable' &lt;br /&gt;
!&lt;br /&gt;
!Beschreibung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| [[Warenart]]               || &amp;lt;strong&amp;gt;Ältere gelbe Drehscheibenware (Südwestdeutschland, FMa/HMa)&amp;lt;/strong&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| Verbreitungsgebiet     || Südwestdeutschland - allmähliche Verlagerung vom Oberrheingebiet ins mittlere Neckarland, einzelne Exporte in Franken und Bayern&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| Datierung || 7.-12. Jh.                     &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| Chronologie                  || mehrere Phasen: Typ Roeschwoog - Typ Kirchhausen - Typ Runder Berg - Typ Jagstfeld - Typ Sindelfingen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| [[Herstellungstechnik]]        || [[Drehscheibenware]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| [[Brand]] || oxidierend&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| [[Farbe]]               || gelblich, bisweilen hellgrau&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| [[Härte]]   || hart&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| [[Oberfläche]]               || matt - rau&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| Verzierung || Typ Kirchhausen: Riefung, Rollstempel - Typ Jagstfeld: Wellenlinien                     &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| [[Magerung]]                || Quarz, fein bis grob, vereinzelt rostbraune Magerungspartikel&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| [[Gefäßform]]en || v.a. [[Topf|Töpfe]], Henkeltöpfe, seltener [[Flasche]]n, [[Schale]]n&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| [[Randform]]en || spitz ausgezogene Ränder (Typ Kirchhausen), schräg ausgestellte, abgestrichene Ränder (Typ Runder Berg), dreieckige, nach innen abgeschrägte Ränder (Typ Jagstfeld) u.a.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| nachgewiesene Produktionsorte    || [[Altdorf, Lkr. Böblingen]], [[Holzgerlingen, Lkr. Böblingen]], [[Wiesloch]], Soufflenheim, Wüstung Muffenheim (Gemarkung Rastatt), Hoh-Frankenheim (bei Brumath)&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der älteren gelben Drehscheibenware handelt es sich um eine bedeutende Warenart des Früh- und Hochmittelalters aus Südwestdeutschland. Sie lässt sich in verschiedene Varianten und Typen untergliedern, die eine Entwicklung von der Merowingerzeit bis ins 12. Jahrhundert erkennen lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Forschungsgeschichte==&lt;br /&gt;
Die Verbreitung dieser Ware umfaßt fast ganz Südwestdeutschland, weshalb der ursprünglich von Uwe Lobbedey (1968) geprägte Begriff der 'gelben oberrheinischen Drehscheibenware' zugunsten der auf Barbara Scholkmann (1978) zurückgehenden Bezeichnung als 'ältere, gelbtonige Drehscheibenware' aufgegeben wurde. Die Bezeichnung &amp;quot;gelbtonig&amp;quot; ist korrekterweise zu &amp;quot;gelb&amp;quot; zu ändern.&lt;br /&gt;
Hatte U. Lobbedey in seiner Pionierarbeit vor allem die ältere Ausprägung im Auge, die später von Robert Koch mit dem Fundort [[Kirchhausen]] näher definiert wurde, so wurde das Chronologieschema allmählich erweitert, wobei vor allem den als &amp;quot;Typen&amp;quot; definierten verschiedenen Randformen eine besondere Rolle zukommt. Die erste Erweiterung geht auf die Arbeit von R. Koch zurück, der Typ Kirchhausen und Typ Jagstfeld definierte, während die Bezeichnung des dazwischenliegenden Typs Runder Berg erst durch Uwe Gross 1991 erfolgte. Weitere Modifikationen gehen auf Madelaine Châtelet (Typ Roschwoog) und Rainer Schreg (Typ Eningen, Typ Sindelfingen) zurück. Die Entwicklung des Hochmittelalters hatte B. Scholkmann schon 1978 anhand der Funde aus [[Sindelfingen, Obere Vorstadt]] aufgezeigt (&amp;quot;Gruppe a: Oxydierend gebrannte, gelbtonige Ware&amp;quot;), doch konnte sie die überörtliche Bedeutung der Ware damals nur andeuten (Scholkmann 1978, 64). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===andere Bezeichnungen===&lt;br /&gt;
*gelbe oberrheinische Drehscheibenware&lt;br /&gt;
*ältere gelbtonige Drehscheibenware&lt;br /&gt;
*rauhwandige gelb-graue Ware als Gruppe 13 der Funde vom Runden Berg (Kaschau 1976)&lt;br /&gt;
*Gruppe a: Oxydierend gebrannte, gelbtonige Ware der Funde aus [[Sindelfingen, Obere Vorstadt]] (Scholkmann 1978)&lt;br /&gt;
*Céramique à pâte claire&lt;br /&gt;
*gelbe Drehscheibenware (Marti 2011, Haasis-Berner/ Schoenenberg 2011)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Charakteristika==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Herstellungstechnik=== &lt;br /&gt;
Die ältere gelbe Drehscheibenware wurde auf der schnelldrehenden Scheibe hergestellt (Haasis-Berner/Schoenenberg 2011).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Brand/ Farbe===&lt;br /&gt;
Die Scherben der älteren gelben Drehscheibenware sind im allgemeinen hell oxydierend gebrannt und weisen gelblich bis orange, gelegentlich aber auch hellgraue Farbtöne auf, der Kern des Scherbens ist oft grau. Die ältere gelbe Drehscheibenware weist in der Regel einen hart gebrannten Scherben auf.&lt;br /&gt;
Charakteristisch ist der gelblich-weiße bis beigerosa Ton der frühen älteren gelben Drehscheibenware. Im südöstlichen Oberrheingraben (?) ist eine gelblich oder gar rötliche Oberfläche kennzeichnend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Magerung===&lt;br /&gt;
Die Magerung besteht vorrangig aus Quarzsand, der teils grob, teils aber auch von mittlerer Größe sein kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Oberflächenbeschaffenheit===&lt;br /&gt;
Die Oberfläche ist rau bis sandig.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor allem im südöstlichen Oberrheingraben (?) tritt überwiegend mit Quarzsand gemagerte Ware zu Tage (Haasis-Berner/Schoenenberg 2011). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Keramik der ÄgD ist zudem hart bis sehr hart gebrannt und auf Gefäßschultern lassen oft mehrere parallele Riefen ausmachen (Haasis-Berner/Schoenenberg 2011)-&lt;br /&gt;
Während man es nördlich von Straßburg mit einer eher kreidigen Ware zu tun hat ist sie nördlichen Baden mit einer eher rauwandigen Erscheinung vertreten (Dazu Marti, R. (2000) Zwischen Römerzeit und Mittelalter. Forschungen zur frühmittelalterlichen Siedlungsgeschichte der Nordwestschweiz (4.–10.Jahrhundert). Archäologie und Museum 41. Liestal. Bei: R.Marti, Keramik der Nordwestschweiz — Typologie und Chronologie. In: Siedlungsbefunde und Fundkomplexe der Zeit zwischen 800 und 1350 (Basel 2011) 270.).&lt;br /&gt;
Zwischen den Funden ÄgD fallen deutliche Unterschiede in der Wandstärke und der Härte auf (Barz 2011).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Verzierungen===&lt;br /&gt;
In der Frühphase treten eine horizontale Riefung der Wandung sowie eine Rollstempelverzierung auf (Typ Kirchhausen). Elsässische ältere gelbe Drehscheibenware ist gekennzeichnet durch ein sehr vielfältiges Rollrädchendekor. Aus Muffenheim ist ein schlichter Rechteckrollstempel geläufig (Gross 2011 RGZM). &lt;br /&gt;
Typisch ist für die frühe ältere gelbe Drehscheibenware des Typs Kirchhausen zudem eine kräftig geriefte und profilierte Oberfläche. Farb- und Rollrädchenverzierung wurden nicht kombiniert (Gross 2011 RGZM).&lt;br /&gt;
Im südöstlichen Oberrheingraben (?) tritt besonders zwischen dem 8. und 9. Jh. eine Rollstempeldekor auf Gefäßschulter auf. Die Oberfläche ist selten geglättet und bemalt (Haasis-Berner/Schoenenberg 2011).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Phase des 'Typs 'Runder Berg&amp;quot; sind die Gefäße i.R. unverziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Gefäßen des 'Typs Jagstfeld' treten Wellenlinienverzierungen auf. Der 2013 entdeckte Fundkomplex aus dem Ofen von Holzgerlingen weist neben den Wellenlinien horizontale Reihen kleiner Kerben auf. Solche Kerbreihen kannt man gelegentlich vom Randabschluß von Rändern des Typs Jagstfeld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vereinzelt ist die jüngste ältere gelbe Drehscheibenware durch ein pingsdorfähnliches Dekor und andere Musterungen in roter, orangener und brauner Farbe gekennzeichnet (Barz 2011): ([[rotbemalte ältere gelbe Drehscheibenware (Südwestdeutschland, HMa)]]). &lt;br /&gt;
Relativ fein ist demgegenüber die [[gelbe, rotbemalte Elsässer Drehscheibenware (Elsaß, HMa)]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Varianten==&lt;br /&gt;
Beim heutigen Forschungsstand lassen sich einige regionale und chronologische Gruppen der 'älteren, gelben Drehscheibenware' unterscheiden, die zum Teil Verbindungen zur rheinischen Pingsdorfer Ware und fließende Ubergänge zu den hoch- und spätmittelalterlichen rotbemalten Waren erkennen lassen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verschiedentlich konnten aufgrund der Scherbenbeschaffenheit weitere Varianten unterschieden werden. Teilweise werden sie als 'Nachahmungen' aufgefaßt. Im Raum Ulm etwa können mindestens zwei 'Nachahmungen' unterschieden werden, eine zeichnet sich durch einen hohen Glimmeranteil aus (Bräuning/Schreg 1998). Besonders hinzuweisen ist auf eine rauwandige Variante, die an verschiedenen Fundorten vorhanden ist und chronologisch als 'Übergangsware' bzw. als 'Mittler' zwischen der rauwandigen und der älteren gelben Drehscheibenware gilt (Nack 1989; Maier 1994, 48 ff.).&lt;br /&gt;
*[[ältere gelbe Drehscheibenware Wieslocher Art (Kraichgau, HMa)]]&lt;br /&gt;
*[[ältere gelbe Drehscheibenware Holzgerlinger Art (Schönbuch, HMa)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ins Umfeld der älteren gelben Drehscheibenware gehören auch die [[gelbe, rotbemalte Elsässer Drehscheibenware (Elsaß, HMa)]], die [[rotbemalte ältere gelbe Drehscheibenware (Südwestdeutschland, HMa)]] sowie die sogenannte [[gelbe quarzgemagerte Ware (Neckarland, HMa)]], die sich durch rostbraune Magerungspartikel und Ränder des Typs Sindelfingen auszeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der älteren gelben Drehscheibenware steht auch die [[sandige Drehscheibenware (Nordschweiz, FMa)]] nahe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Gefäßformen==&lt;br /&gt;
*[[Topf|Töpfe]]&lt;br /&gt;
*Henkeltöpfe&lt;br /&gt;
*selten: [[Schale]]n&lt;br /&gt;
*selten: [[Flasche]]n&lt;br /&gt;
*selten: [[Becher]] - Hier ergibt sich immer wieder die Diskussion, ob es sich um [[Ofenkeramik#Becherkachel|Becherkacheln]] früher Kachelöfen handelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Randformen==&lt;br /&gt;
===Typ Roeschwoog===&lt;br /&gt;
beschränkt v.a. auf Elsaß und mittleres Oberrheimtal&lt;br /&gt;
Material aus dem Elsass belegt, dass diese erste chronologische Gruppe der ÄgD dort bereits ab dem 2. Drittel des 7. Jhs. existierte (Chalet 2000 zu Roeschwoog).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
https://www.google.com/maps/d/edit?mid=1iBQIyKG83wiHRjJfDD0UkG5TXhw&amp;amp;usp=sharing&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Typ Kirchhausen===&lt;br /&gt;
Kennzeichnend ist ein spitz ausgezogener Rand, als Verzierung treten neben einer geriften Wandung Rollstempelverzierungen auf&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Variante tritt in SW-Deutschland schon vor der Mitte des 7. Jhs. auf. Ihr Niedergang erfolgte Ende des 9. Jhs. Charakteristisch ist eine gewellte, geriefte und/oder rollrädchenverzierte Wandung (Obst 2011). Objekte im südöstlichen Oberrheingraben wurden vermutlich im Raum Soufflenheim hergestellt für die eine Laufzeit ab 700 n. Chr. bis ins 10. Jh anzunehmen ist (Haasis-Berner/Schoenenberg 2011). (spitzausgezogener Rand = entscheidendes Merkmal)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Typ Runder Berg===&lt;br /&gt;
keulenartig ausgebogener Rand, Randabschluß nach außen geneigt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Typ Runder Berg tritt zwischen dem 9. und frühen oder mittleren 11. Jh. im Neckarmündungsgebiet und auf der Schwäbischen Alb auf (Gross 1991).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Typ Eningen===&lt;br /&gt;
keulenartig ausgebogener Rand, Randabschluss horizontal - eine Übergangsform zwischen den Typen Runder Berg und Jagstfeld&lt;br /&gt;
bei Bearbeitung der Funde des Renninger Beckens (Schreg 2006) benannt nach einem Fundkomplex in Eningen unter Achalm (Schmidt 1991)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Typ Jagstfeld===&lt;br /&gt;
dreieckiger Rand mit konkavem, leicht nach innen geneigtem Randabschluß &lt;br /&gt;
Die Variante Typ Jagstfeld tritt im späten 10. bis ins mittlere 12. Jh. im Nordwesten des Kraichgaus auf der Schwäbischen Alb und im südlichen Oberschwaben auf. Mögliche Produktionsorte sind Altdorf im Kreis Böblingen und Eningen im Kreis Reutlingen (Gross 2011 RGZM).&lt;br /&gt;
Ende des 10. bis Mitte des 12. Jhs. findet die Variante in seltenen Fällen südlich der Donau und in Konstanz Verbreitung (Ade/Dumitrache 2011).&lt;br /&gt;
Natürlich sind vereinzelte Funde außerhalb dieses Verbreitungsgebietes wie der eines Randfragments vom Typ Jagstfeld in Nürnberg-Ziegelstein möglich (Gross 1999/2000, 87).&lt;br /&gt;
Das Randformenspektrum des des Typs Jagstfeld umfasst im Unterschied zu den anderen Varianten waagrechte oder leicht nach innen abgeschrägte Randoberseiten. Ebenso sind Einstichdekore auf der Randoberseite charakteristisch. Seltener sind diese auf der Gefäßwand zu finden. Zusätzliche oder allein auftretende einzeilige Wellenverzierungen sind ebenfalls kennzeichnend (Gross 2011 RGZM).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Typ Wiesloch===&lt;br /&gt;
Die Variante Typ Wiesloch ist unverziert (Gross 2011 RGZM). Keramikfunde der spätkarolingisch-ottonischen Epoche am Ende des 1. Jahrtausends n. Chr. sind in der Region Kraichgau späte Vertreter der ÄgD. Es ist anzunehmen, dass diese Funde oftmals aus der der namengebenden Produktionsstätte bei Wiesloch stammen (Gross 1999 – Mittelalterliche Funde bei der Martinskapelle 251).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Typ Wiligartaburg===&lt;br /&gt;
Der Typ Wiligartaburg ist als &amp;quot;nachkarolingisch&amp;quot; anzusprechen und tritt in der Südpfalz zu Tage. Der Ursprung bzw. die Produktionsstätte dieser Variante konnte bisher nicht lokalisiert werden (Gross 2011 RGZM).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
https://www.google.com/maps/d/edit?mid=1-A_YdAd6qFpIIosmR6fSBwywyy8&amp;amp;usp=sharing&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Typ Sindelfingen===&lt;br /&gt;
verschliffene Formen des Typs Jagsfeld, va. bei der sogenannten [[gelbe quarzgemagerte Ware (Neckarland, HMa)| gelben quarzgemagerten Ware]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
https://www.google.com/maps/d/edit?mid=1YEBmnL2YO9H-pCgS5tOPkHgkKvA&amp;amp;usp=sharing&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Chronologie==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Nordwürttemberg gibt sich heute auf einer formal-typologischen Grundlage eine chronologische Dreiteilung der älteren, gelben Drehscheibenware im engeren Sinne zu erkennen. Dies läßt sich etwa an der Stratigraphie der Sindelfinger Martinskirche (Scholkmann 1977), der Kirche St. Peter in Vaihingen/Enz (Schäfer/Gross 1983), wie auch der Esslinger Dionysius-Kirche (Lobbedey 1968) nachvollziehen, wobei teilweise jedoch die geringen Fundzahlen zu bedenken sind. Darüber hinaus kann für die beiden frühen Phasen eine Abfolge auch in der Wüstung Wülfingen vertikal-, wie horizontal- stratigraphisch belegt werden. In einem Siedlungsausschnitt bei Lauffen am Neckar liegen die drei Phasen der älteren gelben Drehscheibenware schließlich in horizontalstratigraphischer Abfolge (Koch 1974).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als älteste ältere gelbe Drehscheibenware wurde von R. Koch 1969 anhand von Funden aus Kirchhausen eine Phase skizziert, die durch ihre Verzierung - Stempelverzierung bzw. Riefung der Wandung - gekennzeichnet wird. An charakteristischen Randformen sind waagerecht ausgebogene, oft spitz ausgezogene Ränder zu nennen. Diese Ausprägung der älteren, gelben Drehscheibenware tritt noch in spätmerowingerzeitlichen Bestattungen auf und datiert somit noch ins späte 7. Jahrhundert; hier sind auch typologisch ihre Wurzeln zu sehen (Gross 1989, 343). Bereits im 8. Jahrhundert kam diese Form wieder außer Gebrauch. Ihren Verbreitungsschwerpunkt hat diese älteste Ausprägung der älteren gelben Drehscheibenware im mittleren Neckarraum nördlich der alamannisch-fränkischen Stammesgrenze sowie an Oberrhein und im Elsaß. Dieses Verbreitungsbild wird mit der Konkurrenz durch die auch noch im 8. Jahrhundert in Donzdorf produzierte [[Rauwandige Drehscheibenware Donzdorfer Art (Neckarland/ Schwäb. Alb, FMa)|rauwandige Drehscheibenware]] sowie durch eine Bindung an das fränkische Stammesgebiet erklärt. Dreieckige horizontale Wulste bzw. Halskrausen kennzeichnen nebst der Rollstempelzier und immer wieder auftretender Rotbemalung ältere gelbe Drehscheibenware Elsäßer Provenienz.&lt;br /&gt;
Inzwischen hat sich herausgestellt, dass im Elsaß eine noch frühere Phase vorhanden ist (Typ Roeschwoog) (Châtelet 1991; Koziol 2012).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die darauf folgende zweite Phase wird durch verdickte, häufig kantige und innen leicht gekehlte Schrägränder (Typ Runder Berg) und durch das Fehlen jeder Verzierung gekennzeichnet. Das Spektrum dieser Randform hat eine gewisse Breite, die - wie der Fundbestand des Runden Berges erkennen läßt - die von Scholkmann unterschiedenen gratig verdickten und die gestauchten Ränder umfaßt. Sie sind charakteristisch für die jüngste Besiedlungsphase des 9. bis 10. Jahrh. auf dem Runden Berg bei Urach (Kaschau 1976). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die jüngste Phase der älteren, gelben Drehscheibenware, die bereits in die Zeit nach der Jahrtausendwende zu setzen ist, stellen Ränder vom Typ Jagstfeld dar. Sie besitzen eine kantige, nach innen abgeschrägte und meist leicht gekehlte Randlippe. Der zeitliche Ansatz der Jagstfelder Ränder nach 1050 ergibt sich vor allem aus ihrem Fehlen im Material des Runden Berges, wie auch aus den Datierungen der Esslinger und Sindelfinger Stratigraphien. Ein befund aus Ulm zeigt das Auftreten des Typs Jagstfeld vor 993d (Gross 2008, 142). Allerdings muß mit einer gewissen zeitlichen Überschneidung der Typen Runder Berg und Jagstfeld gerechnet werden, da typologische Beziehungen und Ubergangsformen bekannt sind (Typ Eningen nach Schreg 2006). In den Töpfereiabfällen von Altdorf (Lkr. Böblingen) treten Typ Runder Berg, Typ Eningen und Typ Jagstfeld gemeinsam auf (Schreg/Meyerdirks 2002) 2002 war Typ Eningen noch nicht gesondert ausgewiesen. Nach meinen Aufzeichnungen (R. Schreg) dürften auch Mischformen des Typs Ehningen vertreten sein. Eine nochmalige Prüfung am Fundmaterial steht aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Oberrheim und im Kraichgau wurde die ältere gelbe Drehscheibenware von anderen waren, so der [[orange Straßburger Drehscheibenware (Elsaß, HMa)| orangen Straßburger Ware]], der [[Ältere grautonige Drehscheibenware (Kraichgau, Oberrhein HMa)|älteren grauen Drehscheibenware]] und der [[gelbe, rotbemalte Elsässer Drehscheibenware (Elsaß, HMa)|rotbemalten Elsässer Ware]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um die Mitte des 12. Jahrhunderts kommt die ältere gelbe Drehscheibenware außer Gebrauch. Diese jüngste Phase wurde 1969 von R. Koch anhand von Funden aus einem Grubenhaus in Jagstfeld in Gegenüberstellung mit Funden der ältesten Phase aus Kirchhausen erstmals umschrieben; sie bleibt auf den Neckarraum beschränkt und greift kaum darüber hinaus, fehlt also etwa im Oberrheingebiet. In eine Schlußphase gehört im Neckarland die sogenannte [[gelbe quarzgemagerte Ware (Neckarland, HMa)]]. Am Ende der Entwicklung steht  auch die [[Rotbemalte ältere gelbe Drehscheibenware (Südwestdeutschland, HMa)]], an die sich die [[rotbemalte schwäbische Feinware (Württemberg, SMa)]] anschließt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verbreitung==&lt;br /&gt;
Im Lauf der Entwicklung der älteren gelben Drehscheibenware ist eine Verschiebung des Verbreitungsgebietes zu beobachten. Während sie in der Frühphase (Phase Typ Roeschwoog/ Typ Kirchhausen) v.a. am Oberrhein verbreitet war, beschränkt sich die Sptühase des Typs Jagstfeld v.a. auf das mittlere Neckarland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Frühphase ist v.a. am Oberrhein vertreten, nur in Einzelstücken gelangt sie weiter nach Osten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
https://www.google.com/maps/d/edit?mid=1ZFLz3Jr2sKl06Yq_M6iZ0FSGyV0&amp;amp;usp=sharing&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Nordschweiz begann man um 850 n. Chr. &amp;quot;Ältere gelbe Drehscheibenware&amp;quot; aus dem Nord-Elsass und aus Nord-Baden zu importieren (Marti 2011 RGZM). Jüngere Belege datieren dort  ins 10. und eventuell ins frühe 11. Jh. (Marti 2011, 270).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um das Jahr 1000 n. Chr. verlagert sich mit dem Typ Runder Berg der Verbreitungsschwerpunkt der älteren gelben Drehscheibenware: In ihrem oberrheinischen Herkunftsgebiet, in welchem die Machart erstmals auftrat, wird sie durch reduzierend gebrannte Keramik wie der [[Ältere grautonige Drehscheibenware (Kraichgau, Oberrhein HMa)|ältere graue Drehscheibenware]] abgelöst (Gross 1999/2000, 87). &lt;br /&gt;
Dass Bayrisch-Schwaben außerhalb des Kern-Verbreitungsgebietes lag, belegen Vorlagen des 11. und 12. Jhs. aus den Grabungen auf der Stammburg der Wittelsbacher in Oberwittelsbach (Koch 1980), sowie Material aus dem Burgstall von Romatsried (Dannheimer 1973). Vereinzelt kamen Exporte bis nach [[Regensburg]] (Gross 1999/2000, 87). Versprengte Fundorte wie Regensburg lassen sich vermutlich durch den Transport über den Wasserweg Donau erklären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
https://www.google.com/maps/d/edit?mid=1ql9Ms4e807pqAT4ZqFe9tolmCJw&amp;amp;usp=sharing&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den jüngsten Belegen der älteren gelben Drehscheibenware am Oberrhein zählen größere Mengen des Materials, die in das 10. Jh. datieren und in der Südpfalz, im nördlichen Elsass und in Baden im Gebiet südlich von Karlsruhe und nördlich von Offenburg gefunden wurden (Gross 2012).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weiter östlich dominiert die ältere gelbe Drehscheibenware des Typs Jagstfeld, verbreitet v.a. im mittleren Neckarland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
https://www.google.com/maps/d/edit?mid=1OR96R52HL_do0fsTrBzrkr37FXA&amp;amp;usp=sharing&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Herstellungsbelege==&lt;br /&gt;
Bekannte Töpferzentren lagen in Soufflenheim (nördliches Elsass), in der Wüstung Muffenheim (Gemarkung Rastatt) und in Hoh-Frankenheim (bei Brumath). &lt;br /&gt;
Der einzige Töpferofen dieser Ware war lange Zeit aus [[Wiesloch]] nahe Heidelberg bekannt. Hier wurde jedoch nicht die im Neckarraum gängige ältere, gelbe Drehscheibenware produziert, sondern eine bislang kaum von anderen Fundstellen bekannte Variante, die mit dem Begriff '[[ältere gelbe Drehscheibenware Wieslocher Art (Kraichgau, HMa)|Wieslocher Ware]]' bezeichnet wird (Heukemes/Gross 1983; Hildebrandt/Gross 1995). Das Formen- und Verzierungsspektrum verweist mit Wackelböden und dem Fehlen von Verzierungen außer einigen Leistenapplikationen auf Einflüsse aus den nördlich angrenzenden Gebieten und ist wohl ins späte 8. und 9. Jahrh. zu datieren. Weitere Produktionsorte konnten seit den 1970er Jahren anhand mineralogischer Untersuchungen am Schönbuch nördlich Tübingen und im Raum Sindelfingen vermutet werden (Scholkmann 1978, 64). Inzwischen liegen hier Töpfereibelege aus [[Altdorf, Lkr. Böblingen]] (Schreg/Meyerdirks 2002) sowie [[Holzgerlingen, Lkr. Böblingen]] vor. Letztere Fundstelle erbrachte den Beleg eines Ofens, das Fundmaterial ist mit seinen Verzierungen bislang kaum einzuordnen und von umliegenden Fundstellen nicht bekannt (Münster/Gross 2013).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Altdorf_Topf.jpg|Altdorf: Topf der älteren gelben Drehscheibenware&lt;br /&gt;
File:DSC03540.JPG|Altdorf: Henkeltopf der älteren gelben Drehscheibenware, Typ Jagstfeld&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kulturgeschichtliche Einordnung und sozialer Kontext==&lt;br /&gt;
Die ältere gelbe Drehscheibenware löst zumeist [[rauwandige Drehscheibenware]] ab. Ihre Verbreitung erscheint an die weitausgreifenden Grundherrschaften der oberrheinischen Klöster (besonders Lorsch und Weißenburg) geknüpft (Gross 2011 RGZM).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturhinweise und Nachweise==&lt;br /&gt;
*Bräuning/Schreg 1998: A. Bräuning/R. Schreg, Die Keramikfunde - ein Exkurs. In: A. Bräuning (Hrsg.),Um Ulm herum. Untersuchungen zu mittelalterlichen Befestigungsanlagen in Ulm. Forschungen und Berichte der Archäologie des Mittelalters in Baden-Württemberg 23 (Stuttgart 1998) 67–79.&lt;br /&gt;
*Châtelet 1998: M. Châtelet, L'habitat du haut moyen âge de Roeschwoog „Schwartzacker“ (Bas-Rhin). découverte d'un four à chaux et d'un nouveau site de référence pour la céramique. Rev. Arch. Est 49, 1998, 249–293.&lt;br /&gt;
*Gross 1991: U. Gross, Mittelalterliche Keramik zwischen Neckarmündung und Schwäbischer Alb. Bemerkungen zur räumlichen Entwicklung und zeitlichen Gliederung. Forsch. u. Ber. Arch. Mittelalter Bad.-Württ. 12 (Stuttgart 1991).&lt;br /&gt;
*Gross 2008: U. Gross, Transitionen - Übergangsphänomene bei südwestdeutschen Keramikgruppen des frühen und hohen Mittelalters. In: ,Stratigraphie und Gefüge. Beiträge zur Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit und zur historischen Bauforschung; Festschrift für Hartmut Schäfer zum 65. Geburtstag. Forschungen und Berichte der Archäologie des Mittelalters in Baden-Württemberg 28 (Stuttgart 2008) 139–150.&lt;br /&gt;
*Gross 1999/2000: U. Gross, Schwäbische Importe im hochmittelalterlichen Regensburg. Funde der Älteren, gelbtonigen Drehscheibenware aus der Engelburgergasse und dem Scheugässchen. Denkmalpflege in Regensburg 1999/2000, 87–90.&lt;br /&gt;
*Gross 2012: U. Gross, Keramikgruppen des 8. bis 12. Jahrhunderts am Nördlichen Oberrhein. Zur Frage von Verbreitungsgebieten und Produktionsstätten. In: H. Pantermehl/L. Grunwald/R. Schreg (Hrsg.), Hochmittelalterliche Keramik am Rhein. Eine Quelle für Produktion und Alltag des 9. bis 12. Jahrhunderts. RGZM-Tagungen 13 (Mainz 2012) 63–76.&lt;br /&gt;
*Heukemes/Gross 1983: B. Heukemes/U. Gross, Ein Töpferofen der 'älteren gelbtonigen Drehscheibenware aus Wiesloch, Rhein-Neckar-Kreis. In: ,Forschungen und Berichte der Archäologie des Mittelalters in Baden-Württemberg 8 (Tübingen 1983) 301–318.&lt;br /&gt;
*Hildebrandt/Gross 1995: L. H. Hildebrandt/U. Gross, Ein frühmittelalterlicher Töpferofen aus Wiesloch, Rhein-Neckar-Kreis. Arch. Ausgr. Bad.-Württ. 1995, 312–315.&lt;br /&gt;
*Kaschau 1976: B. Kaschau, Die Drehscheibenkeramik aus den Plangrabungen 1967-1972. Der Runde Berg bei Urach II (Sigmaringen 1976).&lt;br /&gt;
*Koch 1969: R. Koch, Frühmittelalterliche Siedlungsfunde aus Kirchhausen und Jagstfeld. Jahrb. Hist. Ver. Heilbronn 26, 1969, 25–38.&lt;br /&gt;
*Koch 1974: R. Koch, Siedlungsspuren des frühen Mittelalters aus Lauffen am Neckar. Zeitschr. Zabergäuverein 3/4, 1974, 33–43.&lt;br /&gt;
*Koziol 2012: A. Koziol, La céramique de l’habitat de Roeschwoog (Bas-Rhin, Alsace). In: H. Pantermehl/L. Grunwald/R. Schreg (Hrsg.), Hochmittelalterliche Keramik am Rhein. Eine Quelle für Produktion und Alltag des 9. bis 12. Jahrhunderts. RGZM-Tagungen 13 (Mainz 2012) 55–62.&lt;br /&gt;
*Lobbedey 1968: U. Lobbedey, Untersuchungen mittelalterlicher Keramik vornehmlich in Südwestdeutschland. Arb. Frühmittelalterforsch. 3 (Berlin 1968).&lt;br /&gt;
*Maier 1994: K. H. Maier, Eine mittelalterliche Siedlung auf Markung Urspring (Gemeinde Lonsee, Alb-Donau-Kreis). Materialh. Arch. Bad.-Württ. 23 (Stuttgart 1994).&lt;br /&gt;
*Marti 2011: R.Marti, Keramik der Nordwestschweiz — Typologie und Chronologie. In: Siedlungsbefunde und Fundkomplexe der Zeit zwischen 800 und 1350. Akten des Kolloquiums zur Mittelalterarchäologie in der Schweiz, Frauenfeld, 28. - 29.10.2010 (Basel 2011). &lt;br /&gt;
*Marti 2012: R. Marti, ImportIerte KeramIk des 9./10. Jahrhunderts in der NordschweIz. In: H. Pantermehl/L. Grunwald/R. Schreg (Hrsg.), Hochmittelalterliche Keramik am Rhein. Eine Quelle für Produktion und Alltag des 9. bis 12. Jahrhunderts. RGZM-Tagungen 13 (Mainz 2012) 21–26.&lt;br /&gt;
*Münster/Gross 2013: K.-H. Münster/U. Gross, Reste einer hochmittelalterlichen Töpferei in Holzgerlingen. Arch. Ausgr. Bad.-Württ. 2013, 313–316.&lt;br /&gt;
*Nack 1989: G. Nack, Versuch der Datierung einer früh- bis hochmittelalterlichen Siedlung anhand der Irdenware aus der Wüstung Sülchen bei Rottenburg am Neckar, Kreis Tübingen. unveröff. Magister-Arbeit (Freiburg 1989).&lt;br /&gt;
*Schäfer/Gross 1983: H. Schäfer/U. Gross, Die ehemalige Peterskirche in Vaihingen/ Enz. In: Forschungen und Berichte der Archäologie des Mittelalters in Baden-Württemberg 8 (Tübingen 1983) 5–56.&lt;br /&gt;
*Schmidt 1991: E. Schmidt, Hochmittelalterliche Siedlungsstrukturen aus Eningen unter Achalm, Kreis Reutlingen. Arch. Ausgr. Bad.-Württ. 1991, 302–305.&lt;br /&gt;
*Scholkmann 1977: B. Scholkmann, Archäologische Untersuchungen in der ehemaligen Stiftskirche St. Martin in Sindelfingen. In: Forschungen und Berichte zur Archäologie des Mittelalters in Baden-Württemberg 4 (Stuttgart 1977) 7–66.&lt;br /&gt;
*Scholkmann 1978: B. Scholkmann, Sindelfingen, obere Vorstadt. Eine Siedlung des hohen und späten Mittelalters. Forsch. u. Ber. Arch. Mittelalter Bad.-Württ. 3 (Stuttgart 1978).&lt;br /&gt;
*Schreg/Meyerdirks 2002: R. Schreg/U. Meyerdirks, Töpfereiabfälle der älteren gelben Drehscheibenware aus Altdorf, Kreis Böblingen. Arch. Ausgr. Bad.-Württ. 2002, 243–244.&lt;br /&gt;
*Schreg 1997: R. Schreg, Keramik aus Südwestdeutschland. Eine Hilfe zur Beschreibung, Bestimmung und Datierung archäologischer Funde vom Neolithikum bis zur Neuzeit. Lehr- und Arbeitsmaterialien zur Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit (Tübingen 1997). bes. 205-208&lt;br /&gt;
*Schreg 2006: R. Schreg, Dorfgenese in Südwestdeutschland. Das Renninger Becken im Mittelalter. Materialh. Arch. Bad.-Württ. 76 (Stuttgart 2006).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Warenart]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Materialkunde]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Keramik des 7. Jahrhunderts]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Keramik des 8. Jahrhunderts]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Keramik des 9. Jahrhunderts]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Keramik des 10. Jahrhunderts]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Keramik des 11. Jahrhunderts]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Keramik des 12. Jahrhunderts]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>P.H. Petersen</name></author>
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&lt;div&gt;{|class='wikitable'&lt;br /&gt;
!Beschreibung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| [[Warenart]]               || &amp;lt;strong&amp;gt;Rheinische Grauware&amp;lt;/strong&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| Verbreitungsgebiet     || Niederrhein &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| Datierung || 11.-15. Jh.                     &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| Chronologie                  || mehrere Phasen: Typ Paffrath - Typ Kugeltopf - Typ Steinzeugartig hart gebrannt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| Herstellungstechnik        || [[Drehscheibenware]]&lt;br /&gt;
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|| [[Härte]]   || weich - hart&lt;br /&gt;
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|| nachgewiesene Produktionsorte    || Pingsdorf/Badorf, Paffrath, &lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
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==Forschungsgeschichte==&lt;br /&gt;
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==Charakteristika==&lt;br /&gt;
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===Herstellungstechnik=== &lt;br /&gt;
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===Brand/ Farbe===&lt;br /&gt;
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===Magerung===&lt;br /&gt;
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===Oberflächenbeschaffenheit===&lt;br /&gt;
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===Verzierungen===&lt;br /&gt;
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==Varianten==&lt;br /&gt;
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==Gefäßformen==&lt;br /&gt;
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==Randformen==&lt;br /&gt;
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==Chronologie==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verbreitung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Herstellungsbelege==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kulturgeschichtliche Einordnung und sozialer Kontext==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturhinweise und Nachweise==&lt;br /&gt;
* Bauer/Engemann/Heine/Lobbedey/Stephan 1979: Beiträge zur archäologischen Burgenforschung und zur Keramik des Mittelalters in Westfalen Teil 1. Denkmalpflege und Forschung in Westfalen (Bonn 1979)&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>P.H. Petersen</name></author>
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&lt;div&gt;{|class='wikitable'&lt;br /&gt;
!Beschreibung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| Warenart               || &amp;lt;strong&amp;gt;Rheinische Grauware&amp;lt;/strong&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| Verbreitungsgebiet     || Niederrhein &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| Datierung || 11.-15. Jh.                     &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| Chronologie                  || mehrere Phasen: Typ Paffrath - Typ Kugeltopf - Typ Steinzeugartig hart gebrannt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| Herstellungstechnik        || [[Drehscheibenware]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| Brand || reduzierend&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| Farbe                || grau&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| [[Härte]]   || weich - hart&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| [[Oberfläche]]               || matt - rau&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
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|| [[Gefäßform]]en || v.a. [[Topf|Töpfe]]&lt;br /&gt;
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|| [[Randform]]en || Dreiecksrand, verdickter abgeflachter Rand&lt;br /&gt;
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|| nachgewiesene Produktionsorte    || Pingsdorf/Badorf, Paffrath, &lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
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==Forschungsgeschichte==&lt;br /&gt;
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==Charakteristika==&lt;br /&gt;
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===Herstellungstechnik=== &lt;br /&gt;
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===Brand/ Farbe===&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
==Randformen==&lt;br /&gt;
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==Chronologie==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verbreitung==&lt;br /&gt;
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==Herstellungsbelege==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kulturgeschichtliche Einordnung und sozialer Kontext==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturhinweise und Nachweise==&lt;br /&gt;
* Bauer/Engemann/Heine/Lobbedey/Stephan 1979: Beiträge zur archäologischen Burgenforschung und zur Keramik des Mittelalters in Westfalen Teil 1. Denkmalpflege und Forschung in Westfalen (Bonn 1979)&lt;/div&gt;</summary>
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		<title>Ältere gelbe Drehscheibenware (Südwestdeutschland, FMa/HMa)</title>
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		<updated>2021-06-18T13:52:17Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;P.H. Petersen: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{|class='wikitable' &lt;br /&gt;
!&lt;br /&gt;
!Beschreibung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| Warenart               || &amp;lt;strong&amp;gt;Ältere gelbe Drehscheibenware (Südwestdeutschland, FMa/HMa)&amp;lt;/strong&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| Verbreitungsgebiet     || Südwestdeutschland - allmähliche Verlagerung vom Oberrheingebiet ins mittlere Neckarland, einzelne Exporte in Franken und Bayern&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| Datierung || 7.-12. Jh.                     &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| Chronologie                  || mehrere Phasen: Typ Roeschwoog - Typ Kirchhausen - Typ Runder Berg - Typ Jagstfeld - Typ Sindelfingen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| Herstellungstechnik        || [[Drehscheibenware]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| Brand || oxidierend&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| Farbe                || gelblich, bisweilen hellgrau&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| [[Härte]]   || hart&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| [[Oberfläche]]               || matt - rau&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| Verzierung || Typ Kirchhausen: Riefung, Rollstempel - Typ Jagstfeld: Wellenlinien                     &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| [[Magerung]]                || Quarz, fein bis grob, vereinzelt rostbraune Magerungspartikel&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| [[Gefäßform]]en || v.a. [[Topf|Töpfe]], Henkeltöpfe, seltener [[Flasche]]n, [[Schale]]n&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| [[Randform]]en || spitz ausgezogene Ränder (Typ Kirchhausen), schräg ausgestellte, abgestrichene Ränder (Typ Runder Berg), dreieckige, nach innen abgeschrägte Ränder (Typ Jagstfeld) u.a.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| nachgewiesene Produktionsorte    || [[Altdorf, Lkr. Böblingen]], [[Holzgerlingen, Lkr. Böblingen]], [[Wiesloch]], Soufflenheim, Wüstung Muffenheim (Gemarkung Rastatt), Hoh-Frankenheim (bei Brumath)&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der älteren gelben Drehscheibenware handelt es sich um eine bedeutende Warenart des Früh- und Hochmittelalters aus Südwestdeutschland. Sie lässt sich in verschiedene Varianten und Typen untergliedern, die eine Entwicklung von der Merowingerzeit bis ins 12. Jahrhundert erkennen lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Forschungsgeschichte==&lt;br /&gt;
Die Verbreitung dieser Ware umfaßt fast ganz Südwestdeutschland, weshalb der ursprünglich von Uwe Lobbedey (1968) geprägte Begriff der 'gelben oberrheinischen Drehscheibenware' zugunsten der auf Barbara Scholkmann (1978) zurückgehenden Bezeichnung als 'ältere, gelbtonige Drehscheibenware' aufgegeben wurde. Die Bezeichnung &amp;quot;gelbtonig&amp;quot; ist korrekterweise zu &amp;quot;gelb&amp;quot; zu ändern.&lt;br /&gt;
Hatte U. Lobbedey in seiner Pionierarbeit vor allem die ältere Ausprägung im Auge, die später von Robert Koch mit dem Fundort [[Kirchhausen]] näher definiert wurde, so wurde das Chronologieschema allmählich erweitert, wobei vor allem den als &amp;quot;Typen&amp;quot; definierten verschiedenen Randformen eine besondere Rolle zukommt. Die erste Erweiterung geht auf die Arbeit von R. Koch zurück, der Typ Kirchhausen und Typ Jagstfeld definierte, während die Bezeichnung des dazwischenliegenden Typs Runder Berg erst durch Uwe Gross 1991 erfolgte. Weitere Modifikationen gehen auf Madelaine Châtelet (Typ Roschwoog) und Rainer Schreg (Typ Eningen, Typ Sindelfingen) zurück. Die Entwicklung des Hochmittelalters hatte B. Scholkmann schon 1978 anhand der Funde aus [[Sindelfingen, Obere Vorstadt]] aufgezeigt (&amp;quot;Gruppe a: Oxydierend gebrannte, gelbtonige Ware&amp;quot;), doch konnte sie die überörtliche Bedeutung der Ware damals nur andeuten (Scholkmann 1978, 64). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===andere Bezeichnungen===&lt;br /&gt;
*gelbe oberrheinische Drehscheibenware&lt;br /&gt;
*ältere gelbtonige Drehscheibenware&lt;br /&gt;
*rauhwandige gelb-graue Ware als Gruppe 13 der Funde vom Runden Berg (Kaschau 1976)&lt;br /&gt;
*Gruppe a: Oxydierend gebrannte, gelbtonige Ware der Funde aus [[Sindelfingen, Obere Vorstadt]] (Scholkmann 1978)&lt;br /&gt;
*Céramique à pâte claire&lt;br /&gt;
*gelbe Drehscheibenware (Marti 2011, Haasis-Berner/ Schoenenberg 2011)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Charakteristika==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Herstellungstechnik=== &lt;br /&gt;
Die ältere gelbe Drehscheibenware wurde auf der schnelldrehenden Scheibe hergestellt (Haasis-Berner/Schoenenberg 2011).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Brand/ Farbe===&lt;br /&gt;
Die Scherben der älteren gelben Drehscheibenware sind im allgemeinen hell oxydierend gebrannt und weisen gelblich bis orange, gelegentlich aber auch hellgraue Farbtöne auf, der Kern des Scherbens ist oft grau. Die ältere gelbe Drehscheibenware weist in der Regel einen hart gebrannten Scherben auf.&lt;br /&gt;
Charakteristisch ist der gelblich-weiße bis beigerosa Ton der frühen älteren gelben Drehscheibenware. Im südöstlichen Oberrheingraben (?) ist eine gelblich oder gar rötliche Oberfläche kennzeichnend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Magerung===&lt;br /&gt;
Die Magerung besteht vorrangig aus Quarzsand, der teils grob, teils aber auch von mittlerer Größe sein kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Oberflächenbeschaffenheit===&lt;br /&gt;
Die Oberfläche ist rau bis sandig.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor allem im südöstlichen Oberrheingraben (?) tritt überwiegend mit Quarzsand gemagerte Ware zu Tage (Haasis-Berner/Schoenenberg 2011). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Keramik der ÄgD ist zudem hart bis sehr hart gebrannt und auf Gefäßschultern lassen oft mehrere parallele Riefen ausmachen (Haasis-Berner/Schoenenberg 2011)-&lt;br /&gt;
Während man es nördlich von Straßburg mit einer eher kreidigen Ware zu tun hat ist sie nördlichen Baden mit einer eher rauwandigen Erscheinung vertreten (Dazu Marti, R. (2000) Zwischen Römerzeit und Mittelalter. Forschungen zur frühmittelalterlichen Siedlungsgeschichte der Nordwestschweiz (4.–10.Jahrhundert). Archäologie und Museum 41. Liestal. Bei: R.Marti, Keramik der Nordwestschweiz — Typologie und Chronologie. In: Siedlungsbefunde und Fundkomplexe der Zeit zwischen 800 und 1350 (Basel 2011) 270.).&lt;br /&gt;
Zwischen den Funden ÄgD fallen deutliche Unterschiede in der Wandstärke und der Härte auf (Barz 2011).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Verzierungen===&lt;br /&gt;
In der Frühphase treten eine horizontale Riefung der Wandung sowie eine Rollstempelverzierung auf (Typ Kirchhausen). Elsässische ältere gelbe Drehscheibenware ist gekennzeichnet durch ein sehr vielfältiges Rollrädchendekor. Aus Muffenheim ist ein schlichter Rechteckrollstempel geläufig (Gross 2011 RGZM). &lt;br /&gt;
Typisch ist für die frühe ältere gelbe Drehscheibenware des Typs Kirchhausen zudem eine kräftig geriefte und profilierte Oberfläche. Farb- und Rollrädchenverzierung wurden nicht kombiniert (Gross 2011 RGZM).&lt;br /&gt;
Im südöstlichen Oberrheingraben (?) tritt besonders zwischen dem 8. und 9. Jh. eine Rollstempeldekor auf Gefäßschulter auf. Die Oberfläche ist selten geglättet und bemalt (Haasis-Berner/Schoenenberg 2011).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Phase des 'Typs 'Runder Berg&amp;quot; sind die Gefäße i.R. unverziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Gefäßen des 'Typs Jagstfeld' treten Wellenlinienverzierungen auf. Der 2013 entdeckte Fundkomplex aus dem Ofen von Holzgerlingen weist neben den Wellenlinien horizontale Reihen kleiner Kerben auf. Solche Kerbreihen kannt man gelegentlich vom Randabschluß von Rändern des Typs Jagstfeld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vereinzelt ist die jüngste ältere gelbe Drehscheibenware durch ein pingsdorfähnliches Dekor und andere Musterungen in roter, orangener und brauner Farbe gekennzeichnet (Barz 2011): ([[rotbemalte ältere gelbe Drehscheibenware (Südwestdeutschland, HMa)]]). &lt;br /&gt;
Relativ fein ist demgegenüber die [[gelbe, rotbemalte Elsässer Drehscheibenware (Elsaß, HMa)]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Varianten==&lt;br /&gt;
Beim heutigen Forschungsstand lassen sich einige regionale und chronologische Gruppen der 'älteren, gelben Drehscheibenware' unterscheiden, die zum Teil Verbindungen zur rheinischen Pingsdorfer Ware und fließende Ubergänge zu den hoch- und spätmittelalterlichen rotbemalten Waren erkennen lassen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verschiedentlich konnten aufgrund der Scherbenbeschaffenheit weitere Varianten unterschieden werden. Teilweise werden sie als 'Nachahmungen' aufgefaßt. Im Raum Ulm etwa können mindestens zwei 'Nachahmungen' unterschieden werden, eine zeichnet sich durch einen hohen Glimmeranteil aus (Bräuning/Schreg 1998). Besonders hinzuweisen ist auf eine rauwandige Variante, die an verschiedenen Fundorten vorhanden ist und chronologisch als 'Übergangsware' bzw. als 'Mittler' zwischen der rauwandigen und der älteren gelben Drehscheibenware gilt (Nack 1989; Maier 1994, 48 ff.).&lt;br /&gt;
*[[ältere gelbe Drehscheibenware Wieslocher Art (Kraichgau, HMa)]]&lt;br /&gt;
*[[ältere gelbe Drehscheibenware Holzgerlinger Art (Schönbuch, HMa)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ins Umfeld der älteren gelben Drehscheibenware gehören auch die [[gelbe, rotbemalte Elsässer Drehscheibenware (Elsaß, HMa)]], die [[rotbemalte ältere gelbe Drehscheibenware (Südwestdeutschland, HMa)]] sowie die sogenannte [[gelbe quarzgemagerte Ware (Neckarland, HMa)]], die sich durch rostbraune Magerungspartikel und Ränder des Typs Sindelfingen auszeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der älteren gelben Drehscheibenware steht auch die [[sandige Drehscheibenware (Nordschweiz, FMa)]] nahe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Gefäßformen==&lt;br /&gt;
*[[Topf|Töpfe]]&lt;br /&gt;
*Henkeltöpfe&lt;br /&gt;
*selten: [[Schale]]n&lt;br /&gt;
*selten: [[Flasche]]n&lt;br /&gt;
*selten: [[Becher]] - Hier ergibt sich immer wieder die Diskussion, ob es sich um [[Ofenkeramik#Becherkachel|Becherkacheln]] früher Kachelöfen handelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Randformen==&lt;br /&gt;
===Typ Roeschwoog===&lt;br /&gt;
beschränkt v.a. auf Elsaß und mittleres Oberrheimtal&lt;br /&gt;
Material aus dem Elsass belegt, dass diese erste chronologische Gruppe der ÄgD dort bereits ab dem 2. Drittel des 7. Jhs. existierte (Chalet 2000 zu Roeschwoog).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
https://www.google.com/maps/d/edit?mid=1iBQIyKG83wiHRjJfDD0UkG5TXhw&amp;amp;usp=sharing&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Typ Kirchhausen===&lt;br /&gt;
Kennzeichnend ist ein spitz ausgezogener Rand, als Verzierung treten neben einer geriften Wandung Rollstempelverzierungen auf&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Variante tritt in SW-Deutschland schon vor der Mitte des 7. Jhs. auf. Ihr Niedergang erfolgte Ende des 9. Jhs. Charakteristisch ist eine gewellte, geriefte und/oder rollrädchenverzierte Wandung (Obst 2011). Objekte im südöstlichen Oberrheingraben wurden vermutlich im Raum Soufflenheim hergestellt für die eine Laufzeit ab 700 n. Chr. bis ins 10. Jh anzunehmen ist (Haasis-Berner/Schoenenberg 2011). (spitzausgezogener Rand = entscheidendes Merkmal)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Typ Runder Berg===&lt;br /&gt;
keulenartig ausgebogener Rand, Randabschluß nach außen geneigt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Typ Runder Berg tritt zwischen dem 9. und frühen oder mittleren 11. Jh. im Neckarmündungsgebiet und auf der Schwäbischen Alb auf (Gross 1991).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Typ Eningen===&lt;br /&gt;
keulenartig ausgebogener Rand, Randabschluss horizontal - eine Übergangsform zwischen den Typen Runder Berg und Jagstfeld&lt;br /&gt;
bei Bearbeitung der Funde des Renninger Beckens (Schreg 2006) benannt nach einem Fundkomplex in Eningen unter Achalm (Schmidt 1991)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Typ Jagstfeld===&lt;br /&gt;
dreieckiger Rand mit konkavem, leicht nach innen geneigtem Randabschluß &lt;br /&gt;
Die Variante Typ Jagstfeld tritt im späten 10. bis ins mittlere 12. Jh. im Nordwesten des Kraichgaus auf der Schwäbischen Alb und im südlichen Oberschwaben auf. Mögliche Produktionsorte sind Altdorf im Kreis Böblingen und Eningen im Kreis Reutlingen (Gross 2011 RGZM).&lt;br /&gt;
Ende des 10. bis Mitte des 12. Jhs. findet die Variante in seltenen Fällen südlich der Donau und in Konstanz Verbreitung (Ade/Dumitrache 2011).&lt;br /&gt;
Natürlich sind vereinzelte Funde außerhalb dieses Verbreitungsgebietes wie der eines Randfragments vom Typ Jagstfeld in Nürnberg-Ziegelstein möglich (Gross 1999/2000, 87).&lt;br /&gt;
Das Randformenspektrum des des Typs Jagstfeld umfasst im Unterschied zu den anderen Varianten waagrechte oder leicht nach innen abgeschrägte Randoberseiten. Ebenso sind Einstichdekore auf der Randoberseite charakteristisch. Seltener sind diese auf der Gefäßwand zu finden. Zusätzliche oder allein auftretende einzeilige Wellenverzierungen sind ebenfalls kennzeichnend (Gross 2011 RGZM).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Typ Wiesloch===&lt;br /&gt;
Die Variante Typ Wiesloch ist unverziert (Gross 2011 RGZM). Keramikfunde der spätkarolingisch-ottonischen Epoche am Ende des 1. Jahrtausends n. Chr. sind in der Region Kraichgau späte Vertreter der ÄgD. Es ist anzunehmen, dass diese Funde oftmals aus der der namengebenden Produktionsstätte bei Wiesloch stammen (Gross 1999 – Mittelalterliche Funde bei der Martinskapelle 251).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Typ Wiligartaburg===&lt;br /&gt;
Der Typ Wiligartaburg ist als &amp;quot;nachkarolingisch&amp;quot; anzusprechen und tritt in der Südpfalz zu Tage. Der Ursprung bzw. die Produktionsstätte dieser Variante konnte bisher nicht lokalisiert werden (Gross 2011 RGZM).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
https://www.google.com/maps/d/edit?mid=1-A_YdAd6qFpIIosmR6fSBwywyy8&amp;amp;usp=sharing&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Typ Sindelfingen===&lt;br /&gt;
verschliffene Formen des Typs Jagsfeld, va. bei der sogenannten [[gelbe quarzgemagerte Ware (Neckarland, HMa)| gelben quarzgemagerten Ware]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
https://www.google.com/maps/d/edit?mid=1YEBmnL2YO9H-pCgS5tOPkHgkKvA&amp;amp;usp=sharing&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Chronologie==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Nordwürttemberg gibt sich heute auf einer formal-typologischen Grundlage eine chronologische Dreiteilung der älteren, gelben Drehscheibenware im engeren Sinne zu erkennen. Dies läßt sich etwa an der Stratigraphie der Sindelfinger Martinskirche (Scholkmann 1977), der Kirche St. Peter in Vaihingen/Enz (Schäfer/Gross 1983), wie auch der Esslinger Dionysius-Kirche (Lobbedey 1968) nachvollziehen, wobei teilweise jedoch die geringen Fundzahlen zu bedenken sind. Darüber hinaus kann für die beiden frühen Phasen eine Abfolge auch in der Wüstung Wülfingen vertikal-, wie horizontal- stratigraphisch belegt werden. In einem Siedlungsausschnitt bei Lauffen am Neckar liegen die drei Phasen der älteren gelben Drehscheibenware schließlich in horizontalstratigraphischer Abfolge (Koch 1974).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als älteste ältere gelbe Drehscheibenware wurde von R. Koch 1969 anhand von Funden aus Kirchhausen eine Phase skizziert, die durch ihre Verzierung - Stempelverzierung bzw. Riefung der Wandung - gekennzeichnet wird. An charakteristischen Randformen sind waagerecht ausgebogene, oft spitz ausgezogene Ränder zu nennen. Diese Ausprägung der älteren, gelben Drehscheibenware tritt noch in spätmerowingerzeitlichen Bestattungen auf und datiert somit noch ins späte 7. Jahrhundert; hier sind auch typologisch ihre Wurzeln zu sehen (Gross 1989, 343). Bereits im 8. Jahrhundert kam diese Form wieder außer Gebrauch. Ihren Verbreitungsschwerpunkt hat diese älteste Ausprägung der älteren gelben Drehscheibenware im mittleren Neckarraum nördlich der alamannisch-fränkischen Stammesgrenze sowie an Oberrhein und im Elsaß. Dieses Verbreitungsbild wird mit der Konkurrenz durch die auch noch im 8. Jahrhundert in Donzdorf produzierte [[Rauwandige Drehscheibenware Donzdorfer Art (Neckarland/ Schwäb. Alb, FMa)|rauwandige Drehscheibenware]] sowie durch eine Bindung an das fränkische Stammesgebiet erklärt. Dreieckige horizontale Wulste bzw. Halskrausen kennzeichnen nebst der Rollstempelzier und immer wieder auftretender Rotbemalung ältere gelbe Drehscheibenware Elsäßer Provenienz.&lt;br /&gt;
Inzwischen hat sich herausgestellt, dass im Elsaß eine noch frühere Phase vorhanden ist (Typ Roeschwoog) (Châtelet 1991; Koziol 2012).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die darauf folgende zweite Phase wird durch verdickte, häufig kantige und innen leicht gekehlte Schrägränder (Typ Runder Berg) und durch das Fehlen jeder Verzierung gekennzeichnet. Das Spektrum dieser Randform hat eine gewisse Breite, die - wie der Fundbestand des Runden Berges erkennen läßt - die von Scholkmann unterschiedenen gratig verdickten und die gestauchten Ränder umfaßt. Sie sind charakteristisch für die jüngste Besiedlungsphase des 9. bis 10. Jahrh. auf dem Runden Berg bei Urach (Kaschau 1976). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die jüngste Phase der älteren, gelben Drehscheibenware, die bereits in die Zeit nach der Jahrtausendwende zu setzen ist, stellen Ränder vom Typ Jagstfeld dar. Sie besitzen eine kantige, nach innen abgeschrägte und meist leicht gekehlte Randlippe. Der zeitliche Ansatz der Jagstfelder Ränder nach 1050 ergibt sich vor allem aus ihrem Fehlen im Material des Runden Berges, wie auch aus den Datierungen der Esslinger und Sindelfinger Stratigraphien. Ein befund aus Ulm zeigt das Auftreten des Typs Jagstfeld vor 993d (Gross 2008, 142). Allerdings muß mit einer gewissen zeitlichen Überschneidung der Typen Runder Berg und Jagstfeld gerechnet werden, da typologische Beziehungen und Ubergangsformen bekannt sind (Typ Eningen nach Schreg 2006). In den Töpfereiabfällen von Altdorf (Lkr. Böblingen) treten Typ Runder Berg, Typ Eningen und Typ Jagstfeld gemeinsam auf (Schreg/Meyerdirks 2002) 2002 war Typ Eningen noch nicht gesondert ausgewiesen. Nach meinen Aufzeichnungen (R. Schreg) dürften auch Mischformen des Typs Ehningen vertreten sein. Eine nochmalige Prüfung am Fundmaterial steht aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Oberrheim und im Kraichgau wurde die ältere gelbe Drehscheibenware von anderen waren, so der [[orange Straßburger Drehscheibenware (Elsaß, HMa)| orangen Straßburger Ware]], der [[Ältere grautonige Drehscheibenware (Kraichgau, Oberrhein HMa)|älteren grauen Drehscheibenware]] und der [[gelbe, rotbemalte Elsässer Drehscheibenware (Elsaß, HMa)|rotbemalten Elsässer Ware]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um die Mitte des 12. Jahrhunderts kommt die ältere gelbe Drehscheibenware außer Gebrauch. Diese jüngste Phase wurde 1969 von R. Koch anhand von Funden aus einem Grubenhaus in Jagstfeld in Gegenüberstellung mit Funden der ältesten Phase aus Kirchhausen erstmals umschrieben; sie bleibt auf den Neckarraum beschränkt und greift kaum darüber hinaus, fehlt also etwa im Oberrheingebiet. In eine Schlußphase gehört im Neckarland die sogenannte [[gelbe quarzgemagerte Ware (Neckarland, HMa)]]. Am Ende der Entwicklung steht  auch die [[Rotbemalte ältere gelbe Drehscheibenware (Südwestdeutschland, HMa)]], an die sich die [[rotbemalte schwäbische Feinware (Württemberg, SMa)]] anschließt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verbreitung==&lt;br /&gt;
Im Lauf der Entwicklung der älteren gelben Drehscheibenware ist eine Verschiebung des Verbreitungsgebietes zu beobachten. Während sie in der Frühphase (Phase Typ Roeschwoog/ Typ Kirchhausen) v.a. am Oberrhein verbreitet war, beschränkt sich die Sptühase des Typs Jagstfeld v.a. auf das mittlere Neckarland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Frühphase ist v.a. am Oberrhein vertreten, nur in Einzelstücken gelangt sie weiter nach Osten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
https://www.google.com/maps/d/edit?mid=1ZFLz3Jr2sKl06Yq_M6iZ0FSGyV0&amp;amp;usp=sharing&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Nordschweiz begann man um 850 n. Chr. &amp;quot;Ältere gelbe Drehscheibenware&amp;quot; aus dem Nord-Elsass und aus Nord-Baden zu importieren (Marti 2011 RGZM). Jüngere Belege datieren dort  ins 10. und eventuell ins frühe 11. Jh. (Marti 2011, 270).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um das Jahr 1000 n. Chr. verlagert sich mit dem Typ Runder Berg der Verbreitungsschwerpunkt der älteren gelben Drehscheibenware: In ihrem oberrheinischen Herkunftsgebiet, in welchem die Machart erstmals auftrat, wird sie durch reduzierend gebrannte Keramik wie der [[Ältere grautonige Drehscheibenware (Kraichgau, Oberrhein HMa)|ältere graue Drehscheibenware]] abgelöst (Gross 1999/2000, 87). &lt;br /&gt;
Dass Bayrisch-Schwaben außerhalb des Kern-Verbreitungsgebietes lag, belegen Vorlagen des 11. und 12. Jhs. aus den Grabungen auf der Stammburg der Wittelsbacher in Oberwittelsbach (Koch 1980), sowie Material aus dem Burgstall von Romatsried (Dannheimer 1973). Vereinzelt kamen Exporte bis nach [[Regensburg]] (Gross 1999/2000, 87). Versprengte Fundorte wie Regensburg lassen sich vermutlich durch den Transport über den Wasserweg Donau erklären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
https://www.google.com/maps/d/edit?mid=1ql9Ms4e807pqAT4ZqFe9tolmCJw&amp;amp;usp=sharing&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den jüngsten Belegen der älteren gelben Drehscheibenware am Oberrhein zählen größere Mengen des Materials, die in das 10. Jh. datieren und in der Südpfalz, im nördlichen Elsass und in Baden im Gebiet südlich von Karlsruhe und nördlich von Offenburg gefunden wurden (Gross 2012).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weiter östlich dominiert die ältere gelbe Drehscheibenware des Typs Jagstfeld, verbreitet v.a. im mittleren Neckarland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
https://www.google.com/maps/d/edit?mid=1OR96R52HL_do0fsTrBzrkr37FXA&amp;amp;usp=sharing&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Herstellungsbelege==&lt;br /&gt;
Bekannte Töpferzentren lagen in Soufflenheim (nördliches Elsass), in der Wüstung Muffenheim (Gemarkung Rastatt) und in Hoh-Frankenheim (bei Brumath). &lt;br /&gt;
Der einzige Töpferofen dieser Ware war lange Zeit aus [[Wiesloch]] nahe Heidelberg bekannt. Hier wurde jedoch nicht die im Neckarraum gängige ältere, gelbe Drehscheibenware produziert, sondern eine bislang kaum von anderen Fundstellen bekannte Variante, die mit dem Begriff '[[ältere gelbe Drehscheibenware Wieslocher Art (Kraichgau, HMa)|Wieslocher Ware]]' bezeichnet wird (Heukemes/Gross 1983; Hildebrandt/Gross 1995). Das Formen- und Verzierungsspektrum verweist mit Wackelböden und dem Fehlen von Verzierungen außer einigen Leistenapplikationen auf Einflüsse aus den nördlich angrenzenden Gebieten und ist wohl ins späte 8. und 9. Jahrh. zu datieren. Weitere Produktionsorte konnten seit den 1970er Jahren anhand mineralogischer Untersuchungen am Schönbuch nördlich Tübingen und im Raum Sindelfingen vermutet werden (Scholkmann 1978, 64). Inzwischen liegen hier Töpfereibelege aus [[Altdorf, Lkr. Böblingen]] (Schreg/Meyerdirks 2002) sowie [[Holzgerlingen, Lkr. Böblingen]] vor. Letztere Fundstelle erbrachte den Beleg eines Ofens, das Fundmaterial ist mit seinen Verzierungen bislang kaum einzuordnen und von umliegenden Fundstellen nicht bekannt (Münster/Gross 2013).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Altdorf_Topf.jpg|Altdorf: Topf der älteren gelben Drehscheibenware&lt;br /&gt;
File:DSC03540.JPG|Altdorf: Henkeltopf der älteren gelben Drehscheibenware, Typ Jagstfeld&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kulturgeschichtliche Einordnung und sozialer Kontext==&lt;br /&gt;
Die ältere gelbe Drehscheibenware löst zumeist [[rauwandige Drehscheibenware]] ab. Ihre Verbreitung erscheint an die weitausgreifenden Grundherrschaften der oberrheinischen Klöster (besonders Lorsch und Weißenburg) geknüpft (Gross 2011 RGZM).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturhinweise und Nachweise==&lt;br /&gt;
*Bräuning/Schreg 1998: A. Bräuning/R. Schreg, Die Keramikfunde - ein Exkurs. In: A. Bräuning (Hrsg.),Um Ulm herum. Untersuchungen zu mittelalterlichen Befestigungsanlagen in Ulm. Forschungen und Berichte der Archäologie des Mittelalters in Baden-Württemberg 23 (Stuttgart 1998) 67–79.&lt;br /&gt;
*Châtelet 1998: M. Châtelet, L'habitat du haut moyen âge de Roeschwoog „Schwartzacker“ (Bas-Rhin). découverte d'un four à chaux et d'un nouveau site de référence pour la céramique. Rev. Arch. Est 49, 1998, 249–293.&lt;br /&gt;
*Gross 1991: U. Gross, Mittelalterliche Keramik zwischen Neckarmündung und Schwäbischer Alb. Bemerkungen zur räumlichen Entwicklung und zeitlichen Gliederung. Forsch. u. Ber. Arch. Mittelalter Bad.-Württ. 12 (Stuttgart 1991).&lt;br /&gt;
*Gross 2008: U. Gross, Transitionen - Übergangsphänomene bei südwestdeutschen Keramikgruppen des frühen und hohen Mittelalters. In: ,Stratigraphie und Gefüge. Beiträge zur Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit und zur historischen Bauforschung; Festschrift für Hartmut Schäfer zum 65. Geburtstag. Forschungen und Berichte der Archäologie des Mittelalters in Baden-Württemberg 28 (Stuttgart 2008) 139–150.&lt;br /&gt;
*Gross 1999/2000: U. Gross, Schwäbische Importe im hochmittelalterlichen Regensburg. Funde der Älteren, gelbtonigen Drehscheibenware aus der Engelburgergasse und dem Scheugässchen. Denkmalpflege in Regensburg 1999/2000, 87–90.&lt;br /&gt;
*Gross 2012: U. Gross, Keramikgruppen des 8. bis 12. Jahrhunderts am Nördlichen Oberrhein. Zur Frage von Verbreitungsgebieten und Produktionsstätten. In: H. Pantermehl/L. Grunwald/R. Schreg (Hrsg.), Hochmittelalterliche Keramik am Rhein. Eine Quelle für Produktion und Alltag des 9. bis 12. Jahrhunderts. RGZM-Tagungen 13 (Mainz 2012) 63–76.&lt;br /&gt;
*Heukemes/Gross 1983: B. Heukemes/U. Gross, Ein Töpferofen der 'älteren gelbtonigen Drehscheibenware aus Wiesloch, Rhein-Neckar-Kreis. In: ,Forschungen und Berichte der Archäologie des Mittelalters in Baden-Württemberg 8 (Tübingen 1983) 301–318.&lt;br /&gt;
*Hildebrandt/Gross 1995: L. H. Hildebrandt/U. Gross, Ein frühmittelalterlicher Töpferofen aus Wiesloch, Rhein-Neckar-Kreis. Arch. Ausgr. Bad.-Württ. 1995, 312–315.&lt;br /&gt;
*Kaschau 1976: B. Kaschau, Die Drehscheibenkeramik aus den Plangrabungen 1967-1972. Der Runde Berg bei Urach II (Sigmaringen 1976).&lt;br /&gt;
*Koch 1969: R. Koch, Frühmittelalterliche Siedlungsfunde aus Kirchhausen und Jagstfeld. Jahrb. Hist. Ver. Heilbronn 26, 1969, 25–38.&lt;br /&gt;
*Koch 1974: R. Koch, Siedlungsspuren des frühen Mittelalters aus Lauffen am Neckar. Zeitschr. Zabergäuverein 3/4, 1974, 33–43.&lt;br /&gt;
*Koziol 2012: A. Koziol, La céramique de l’habitat de Roeschwoog (Bas-Rhin, Alsace). In: H. Pantermehl/L. Grunwald/R. Schreg (Hrsg.), Hochmittelalterliche Keramik am Rhein. Eine Quelle für Produktion und Alltag des 9. bis 12. Jahrhunderts. RGZM-Tagungen 13 (Mainz 2012) 55–62.&lt;br /&gt;
*Lobbedey 1968: U. Lobbedey, Untersuchungen mittelalterlicher Keramik vornehmlich in Südwestdeutschland. Arb. Frühmittelalterforsch. 3 (Berlin 1968).&lt;br /&gt;
*Maier 1994: K. H. Maier, Eine mittelalterliche Siedlung auf Markung Urspring (Gemeinde Lonsee, Alb-Donau-Kreis). Materialh. Arch. Bad.-Württ. 23 (Stuttgart 1994).&lt;br /&gt;
*Marti 2011: R.Marti, Keramik der Nordwestschweiz — Typologie und Chronologie. In: Siedlungsbefunde und Fundkomplexe der Zeit zwischen 800 und 1350. Akten des Kolloquiums zur Mittelalterarchäologie in der Schweiz, Frauenfeld, 28. - 29.10.2010 (Basel 2011). &lt;br /&gt;
*Marti 2012: R. Marti, ImportIerte KeramIk des 9./10. Jahrhunderts in der NordschweIz. In: H. Pantermehl/L. Grunwald/R. Schreg (Hrsg.), Hochmittelalterliche Keramik am Rhein. Eine Quelle für Produktion und Alltag des 9. bis 12. Jahrhunderts. RGZM-Tagungen 13 (Mainz 2012) 21–26.&lt;br /&gt;
*Münster/Gross 2013: K.-H. Münster/U. Gross, Reste einer hochmittelalterlichen Töpferei in Holzgerlingen. Arch. Ausgr. Bad.-Württ. 2013, 313–316.&lt;br /&gt;
*Nack 1989: G. Nack, Versuch der Datierung einer früh- bis hochmittelalterlichen Siedlung anhand der Irdenware aus der Wüstung Sülchen bei Rottenburg am Neckar, Kreis Tübingen. unveröff. Magister-Arbeit (Freiburg 1989).&lt;br /&gt;
*Schäfer/Gross 1983: H. Schäfer/U. Gross, Die ehemalige Peterskirche in Vaihingen/ Enz. In: Forschungen und Berichte der Archäologie des Mittelalters in Baden-Württemberg 8 (Tübingen 1983) 5–56.&lt;br /&gt;
*Schmidt 1991: E. Schmidt, Hochmittelalterliche Siedlungsstrukturen aus Eningen unter Achalm, Kreis Reutlingen. Arch. Ausgr. Bad.-Württ. 1991, 302–305.&lt;br /&gt;
*Scholkmann 1977: B. Scholkmann, Archäologische Untersuchungen in der ehemaligen Stiftskirche St. Martin in Sindelfingen. In: Forschungen und Berichte zur Archäologie des Mittelalters in Baden-Württemberg 4 (Stuttgart 1977) 7–66.&lt;br /&gt;
*Scholkmann 1978: B. Scholkmann, Sindelfingen, obere Vorstadt. Eine Siedlung des hohen und späten Mittelalters. Forsch. u. Ber. Arch. Mittelalter Bad.-Württ. 3 (Stuttgart 1978).&lt;br /&gt;
*Schreg/Meyerdirks 2002: R. Schreg/U. Meyerdirks, Töpfereiabfälle der älteren gelben Drehscheibenware aus Altdorf, Kreis Böblingen. Arch. Ausgr. Bad.-Württ. 2002, 243–244.&lt;br /&gt;
*Schreg 1997: R. Schreg, Keramik aus Südwestdeutschland. Eine Hilfe zur Beschreibung, Bestimmung und Datierung archäologischer Funde vom Neolithikum bis zur Neuzeit. Lehr- und Arbeitsmaterialien zur Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit (Tübingen 1997). bes. 205-208&lt;br /&gt;
*Schreg 2006: R. Schreg, Dorfgenese in Südwestdeutschland. Das Renninger Becken im Mittelalter. Materialh. Arch. Bad.-Württ. 76 (Stuttgart 2006).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Warenart]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Materialkunde]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Keramik des 7. Jahrhunderts]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Keramik des 8. Jahrhunderts]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Keramik des 9. Jahrhunderts]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Keramik des 10. Jahrhunderts]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Keramik des 11. Jahrhunderts]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Keramik des 12. Jahrhunderts]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>P.H. Petersen</name></author>
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		<title>Rheinische Grauwaren</title>
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		<updated>2021-06-18T13:52:02Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;P.H. Petersen: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{|class='wikitable'&lt;br /&gt;
!Beschreibung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| Warenart               || &amp;lt;strong&amp;gt;Rheinische Grauware&amp;lt;/strong&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| Verbreitungsgebiet     || Niederrhein &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| Datierung || 11.-15. Jh.                     &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| Chronologie                  || mehrere Phasen: Typ Paffrath - Typ Kugeltopf - Typ Steinzeugartig hart gebrannt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| Herstellungstechnik        || [[Drehscheibenware]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| Brand || reduzierend&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| Farbe                || grau&lt;br /&gt;
|| [[Härte]]   || weich - hart&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| [[Oberfläche]]               || matt - rau&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| Verzierung || Riefen                    &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| [[Magerung]]                || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| [[Gefäßform]]en || v.a. [[Topf|Töpfe]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| [[Randform]]en || Dreiecksrand, verdickter abgeflachter Rand&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| nachgewiesene Produktionsorte    || Pingsdorf/Badorf, Paffrath, &lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Forschungsgeschichte==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Charakteristika==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Herstellungstechnik=== &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Brand/ Farbe===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Magerung===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Oberflächenbeschaffenheit===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Verzierungen===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Varianten==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Gefäßformen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Randformen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Chronologie==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verbreitung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Herstellungsbelege==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kulturgeschichtliche Einordnung und sozialer Kontext==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturhinweise und Nachweise==&lt;br /&gt;
* Bauer/Engemann/Heine/Lobbedey/Stephan 1979: Beiträge zur archäologischen Burgenforschung und zur Keramik des Mittelalters in Westfalen Teil 1. Denkmalpflege und Forschung in Westfalen (Bonn 1979)&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>P.H. Petersen</name></author>
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		<title>Rheinische Grauwaren</title>
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		<updated>2021-06-18T13:42:00Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;P.H. Petersen: Die Seite wurde neu angelegt: „!Beschreibung |- || Warenart               || &amp;lt;strong&amp;gt;Rheinische Grauware&amp;lt;/strong&amp;gt; |- || Verbreitungsgebiet     || Niederrhein  |- || Datierung || 11.-15. Jh.…“&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;!Beschreibung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| Warenart               || &amp;lt;strong&amp;gt;Rheinische Grauware&amp;lt;/strong&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| Verbreitungsgebiet     || Niederrhein &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| Datierung || 11.-15. Jh.                     &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| Chronologie                  || mehrere Phasen: Typ Paffrath - Typ Kugeltopf - Typ Steinzeugartig hart gebrannt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| Herstellungstechnik        || [[Drehscheibenware]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| Brand || reduzierend&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| Farbe                || grau&lt;br /&gt;
|| [[Härte]]   || weich - hart&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| [[Oberfläche]]               || matt - rau&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| Verzierung || Riefen                    &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| [[Magerung]]                || &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| [[Gefäßform]]en || v.a. [[Topf|Töpfe]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| [[Randform]]en || Dreiecksrand, verdickter abgeflachter Rand&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|| nachgewiesene Produktionsorte    || Pingsdorf/Badorf, Paffrath, &lt;br /&gt;
|}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>P.H. Petersen</name></author>
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		<title>Drehscheibenkeramik</title>
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		<updated>2021-06-18T13:37:37Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;P.H. Petersen: /* Warenarten */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{stub}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Terminologie==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Drehscheibenware bezeichnet Keramik, die auf einer [[Drehscheibe]] gefertigt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Forschungsgeschichte==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Charakteristika==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Formenspektrum==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Chronologie==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warenarten==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Rheinische Grauwaren]]&lt;br /&gt;
*[[Rauhwandige Drehscheibenware]]&lt;br /&gt;
**[[Rauhwandige Drehscheibenware Donzdorfer Art]]&lt;br /&gt;
*[[Ältere gelbe Drehscheibenware (Südwestdeutschland, FMa/HMa)]]&lt;br /&gt;
**[[Rotbemalte schwäbische Feinware (Württemberg, SMa)]]&lt;br /&gt;
**[[Orange engobierte Drehscheibenware (Bodenseeraum, SMa)]]&lt;br /&gt;
**[[Gelbe, rotbemalte Elsässer Drehscheibenware (Elsaß, HMa)]]&lt;br /&gt;
*[[Ältere grautonige Drehscheibenware (Kraichgau, Oberrhein HMa)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kulturgeschichtliche Einordnung und sozialer Kontext==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einzelnachweise==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>P.H. Petersen</name></author>
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		<title>Drehscheibenkeramik</title>
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		<updated>2021-06-18T13:37:17Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;P.H. Petersen: /* Warenarten */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{stub}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Terminologie==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Drehscheibenware bezeichnet Keramik, die auf einer [[Drehscheibe]] gefertigt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Forschungsgeschichte==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Charakteristika==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Formenspektrum==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Chronologie==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warenarten==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Rheinische Grauwaren&lt;br /&gt;
*[[Rauhwandige Drehscheibenware]]&lt;br /&gt;
**[[Rauhwandige Drehscheibenware Donzdorfer Art]]&lt;br /&gt;
*[[Ältere gelbe Drehscheibenware (Südwestdeutschland, FMa/HMa)]]&lt;br /&gt;
**[[Rotbemalte schwäbische Feinware (Württemberg, SMa)]]&lt;br /&gt;
**[[Orange engobierte Drehscheibenware (Bodenseeraum, SMa)]]&lt;br /&gt;
**[[Gelbe, rotbemalte Elsässer Drehscheibenware (Elsaß, HMa)]]&lt;br /&gt;
*[[Ältere grautonige Drehscheibenware (Kraichgau, Oberrhein HMa)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kulturgeschichtliche Einordnung und sozialer Kontext==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einzelnachweise==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>P.H. Petersen</name></author>
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		<id>https://amanz-balismink.rproxy.rz.uni-bamberg.de/balismink/index.php?title=Randform&amp;diff=1422</id>
		<title>Randform</title>
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		<updated>2021-05-24T14:03:57Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;P.H. Petersen: /* Literaturhinweise */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{stub}}Die Randform bezeichnet die Ausbildung des Gefäßabschlusses rund um die Öffnung. Wichtige Kennzeichen sind die Ausrichtung (ausgebogen – steil/gerade – eingebogen), die Ausgestaltung des inneren und äußeren Randbereichs (z.B. &amp;quot;[[Leistenrand&amp;quot;]]) sowie der [[Randlippe]] (z.B. &amp;quot;gerundet&amp;quot;, &amp;quot;[[abgestrichener Rand|abgestrichen]]&amp;quot;, &amp;quot;verdickt², &amp;quot;spitz&amp;quot;).  Weitere Kriterien beruhen auf der Herstellungstechnik (z.B. &amp;quot;[[Kremprand]]&amp;quot;) oder dem weiteren Verlauf der Wandung im Randbereich (z.B. geschwungener Rand).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Detail sind die Bezeichnungen spezifischer Randformen von lokalen/regionalen Forschungstraditionen geprägt und daher oft nicht eindeutig. Verschiedentlich wurde versucht, eine Rahmenterminologie zu schaffen, doch auch hier wurden konkurrierende Standards gesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==ausgewählte Randformen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Töpfe===&lt;br /&gt;
*verdickter Rand&lt;br /&gt;
**[[Leistenrand]]&lt;br /&gt;
***[[Kragenrand]]: unterschnittener Leistenrand&lt;br /&gt;
****[[Karniesrand]]: unterschnittener, konkaver Leistenrand / konkaver Kragenrand&lt;br /&gt;
**[[Keulenrand]]: nach innen gerundet keulenförmig verdickter Rand&lt;br /&gt;
**[[Kremprand]]: nach außen umgebogener Rand&lt;br /&gt;
**[[Sichelrand}}&lt;br /&gt;
*einfacher Rand&lt;br /&gt;
**ausladender Rand&lt;br /&gt;
***Schrägrand: schräg ausgestellter Rand, bisweilen auch bei verdickten Rändern gebräuchlich&lt;br /&gt;
**umgebogener Rand&lt;br /&gt;
**vertikaler Rand&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daneben gibt es besondere Randformenbezeichnungen, die nur für einzelne Warenarten Gültigkeit haben, so beispielsweise die Randformen &amp;quot;Typ Runder Berg&amp;quot; oder  &amp;quot;Typ Jagstfeld&amp;quot; bei der [[ältere gelbe Drehscheibenware (Südwestdeutschland, FMa/HMa)|älteren gelben Drehscheibenware]]  oder der &amp;quot;Typ Stetten&amp;quot; bei der [[ältere graue Drehscheibenware (Kraichgau/ Oberrhein, HMa)|älteren grauen Drehscheibenware]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Teller===&lt;br /&gt;
*[[Fahne]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturhinweise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Terminologie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Formenkunde]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:todo!]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>P.H. Petersen</name></author>
	</entry>
	<entry>
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		<title>Typologie</title>
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		<updated>2021-05-24T14:03:01Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;P.H. Petersen: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;In der Archäologie wird der Begriff häufig genutzt, um eine Gliederung nach formalen Merkmalen zu beschreiben, leider wird er seltenst definiert. Bei der Typologie wird im Unterschied zur [[Warenart]] eine [[Keramikklassifikation]] über äußerliche Formentypen differenziert, vorrangig der [[Gefäßform]] oder -funktion, aber auch nach [[Randform]], [[Bodenform]], [[Henkelform]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Definition des Dudens handelt es sich bei einer Typologie um „Gesamtheit typischer Merkmale; der Wissenschaft, Lehre von den Typen, insbesondere psychologischen; Typenlehre&amp;quot;, könnte also synonym zu Klassifikation gelesen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
https://www.duden.de/suchen/dudenonline/Typologie&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>P.H. Petersen</name></author>
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		<title>Keramikklassifikation</title>
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		<updated>2021-05-24T14:02:07Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;P.H. Petersen: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Als Keramikklassifikation bezeichnet man die Einteilung von Keramikobjekten in Gruppen, die nach Kriterien der Form, der [[Herstellungstechnik]], des Materials, [[Archäometrie|archäometrischer Analysen]] oder auch übergreifend und unter Berücksichtigung kulturgeschichtlicher Kriterien oder Aspekte erfolgen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Forschung wurde nicht immmer sauber nach den unterschiedlichen Kriterien der Klassifikation differenziert, so dass die Begriffe der [[Warenart]] oder der [[Materialgruppe]] oft synonym verwendet werden, während sie tatsächlich sehr unterschiedliches bezeichnen.&lt;br /&gt;
*Formengruppe - [[Typologie]] nach Kriterien der Gefäß- oder auch der Randform&lt;br /&gt;
*teschnische Gruppe - nach [[Herstellungstechnik]]en&lt;br /&gt;
*[[Materialgruppe]] - nach Kriterien des Materials, wobei zu beachten ist, dass makroskopische, mikroskopische und analytische Kriterien zu unterschiedlicher Gruppendifferenzierung führen können.&lt;br /&gt;
*Warenart - berücksichtigt ein breites Bündel von Kriterien, u.a. auch kulturgeschichtliche, bereits interpretative Aspekte. Eine Warenart ist nicht zwingend identisch mit den Produkten einer Töpferei, sondern vereinigt solche Gefäße und keramischen Produkte, die einander durch gemeinsame Herstellungstraditionen nahe stehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:wissenschaftliche Methoden]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Terminologie]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>P.H. Petersen</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://amanz-balismink.rproxy.rz.uni-bamberg.de/balismink/index.php?title=Typologie&amp;diff=1419</id>
		<title>Typologie</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://amanz-balismink.rproxy.rz.uni-bamberg.de/balismink/index.php?title=Typologie&amp;diff=1419"/>
		<updated>2021-05-24T14:00:51Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;P.H. Petersen: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;In der Archäologie wird der Begriff häufig genutzt, um eine Gliederung nach formalen Merkmalen zu beschreiben, leider wird er seltenst definiert. Bei der Typologie wird im Unterschied zur [[Warenart]] eine Klassifikation der Keramik über äußerliche Formentypen differenziert, vorrangig der [[Gefäßform]] oder -funktion, aber auch nach [[Randform]], [[Bodenform]], [[Henkelform]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Definition des Dudens handelt es sich bei einer Typologie um „Gesamtheit typischer Merkmale; der Wissenschaft, Lehre von den Typen, insbesondere psychologischen; Typenlehre&amp;quot;, könnte also synonym zu Klassifikation gelesen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
https://www.duden.de/suchen/dudenonline/Typologie&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>P.H. Petersen</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://amanz-balismink.rproxy.rz.uni-bamberg.de/balismink/index.php?title=Typologie&amp;diff=1418</id>
		<title>Typologie</title>
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		<updated>2021-05-24T14:00:33Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;P.H. Petersen: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;In der Archäologie wird der Begriff häufig genutzt, um eine Gliederung nach formalen Merkmalen zu beschreiben, leider wird er seltenst definiert. Bei der Typologie wird im Unterschied zur [[Warenart]] eine Klassifikation der Keramik über äußerliche Formentypen differenziert, vorrangig der [[Gefäßform]] oder -funktion, aber auch nach [[Randform]], [[Bodenform]], [[Henkelform]]. &lt;br /&gt;
In der Definition des Dudens handelt es sich bei einer Typologie um „Gesamtheit typischer Merkmale; der Wissenschaft, Lehre von den Typen, insbesondere psychologischen; Typenlehre&amp;quot;, könnte also synonym zu Klassifikation gelesen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
https://www.duden.de/suchen/dudenonline/Typologie&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>P.H. Petersen</name></author>
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		<title>Typologie</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://amanz-balismink.rproxy.rz.uni-bamberg.de/balismink/index.php?title=Typologie&amp;diff=1417"/>
		<updated>2021-05-24T13:58:35Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;P.H. Petersen: Die Seite wurde neu angelegt: „In der Archäologie wird der Begriff häufig genutzt, um eine Gliederung nach formalen Merkmalen zu beschreiben, leider wird er seltenst definiert. Bei der Typ…“&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;In der Archäologie wird der Begriff häufig genutzt, um eine Gliederung nach formalen Merkmalen zu beschreiben, leider wird er seltenst definiert. Bei der Typologie wird im Unterschied zur Warenart eine Klassifikation der Keramik über äußerliche Formentypen differenziert, vorrangig der Gefäßform oder -funktion, aber auch Rand-, Boden-, Henkelformen. &lt;br /&gt;
In der Definition des Dudens handelt es sich bei einer Typologie um „Gesamtheit typischer Merkmale; der Wissenschaft, Lehre von den Typen, insbesondere psychologischen; Typenlehre&amp;quot;, könnte also synonym zu Klassifikation gelesen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
https://www.duden.de/suchen/dudenonline/Typologie&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>P.H. Petersen</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://amanz-balismink.rproxy.rz.uni-bamberg.de/balismink/index.php?title=Becher&amp;diff=1416</id>
		<title>Becher</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://amanz-balismink.rproxy.rz.uni-bamberg.de/balismink/index.php?title=Becher&amp;diff=1416"/>
		<updated>2021-05-24T13:44:39Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;P.H. Petersen: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Der Becher ist eine hohe [[Gefäßform]]. Es handelt sich um ein Trinkgefäß, dessen Verhältnis von Höhe zu Durchmesser normalerweise 1:1 beträgt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Typisch sind Becher insbesondere für die rheinischen Werkstätten (zunächst [[Pingsdorfer Ware]] und schließlich [[Steinzeug]]). In Südwestdeutschland spielten sie im früh- bis hochmittelalterlichen Keramikbestand kaum eine Rolle, treten im Spätmittelalter nun aber im Rahmen verschiedener Feinwaren auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausgehend von den Funden der Burg Weibertreu bei Weinsberg hat R. Koch eine [[Typologie]] der spätmittelalterlich-frühneuzeitlichen Becher der unglasierten Irdenware bzw. [[Jüngere Drehscheibenware|jüngeren Drehscheibenware]] erarbeitet (Koch 1979).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
#Fußbecher mit massivem Standfuß (um 1200 - Mitte 13. Jh.)&lt;br /&gt;
#Fußbecher mit hohlem, geschweiftem Fuß mit mehreren Varianten (um 1200 - Mitte 14. Jh. ?)&lt;br /&gt;
#Fußbecher mit hohlem Fuß und offenem Standboden (13. Jh.)&lt;br /&gt;
#Becher mit breitem Standfuß und Zwischenboden&lt;br /&gt;
#konischer Becher (wohl 14. Jh.)&lt;br /&gt;
#bauchiger Fußbecher&lt;br /&gt;
#Vierpaß-Fußbecher (14. Jh.)&lt;br /&gt;
#Vierpaßbecher mit flachem Standboden (14. Jh.)&lt;br /&gt;
#kugelige Becher mit Trichterrand (um 1400)&lt;br /&gt;
#sanduhrförmige Becher mit mehreren Varianten (u.a. Beutelbecher. - 14.-16. Jh.)&lt;br /&gt;
#hohe geschweifte Becher mit flachem Standboden&lt;br /&gt;
#zylindrische, wellenverzierte &amp;quot;Weinsberger&amp;quot; Becher (16. Jh.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
*R. Koch. Mittelalterliche Trinkbecher aus Keramik von der Burg Weibertreu bei Weinsberg. Kr. Heilbronn. In: Forschungen und Berichte der Archäologie des Mittelalters in Baden- Württemberg 6 (Stuttgart 1979) 47-76.&lt;br /&gt;
*Rainer Schreg, Keramik aus Südwestdeutschland. Eine Hilfe zur Beschreibung, Bestimmung und Datierung archäologischer Funde vom Neolithikum bis zur Neuzeit. In: Barbara Scholkmann (Hrsg.), Lehr- und Arbeitsmaterialien zur Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit³ (Tübingen 1999).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Terminologie]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>P.H. Petersen</name></author>
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		<title>Bodenform</title>
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		<updated>2021-05-19T10:57:12Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;P.H. Petersen: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Der Begriff des Bodens beschreibt den unteren, abschließenden Bereich des Gefäßkörpers. Als Fuß oder Standvorrichtung wird ein angarnierter Teil am Boden bezeichnet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bodenformen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Kugelboden&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Flachboden/Standboden&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Linsenboden&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- nach innen gewölbter/konkaver Boden&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fußformen/ Standvorrichtungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Standplatte&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Standring&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Hohlfuß&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Kronen-/Zackenfuß&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Wellenfuß&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Grapen-/Dreifuß&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Standknuppen (Sonderform, weil aus dem Gefäßkörper heraus geformt sein kann)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Standlappen (Sonderform, weil aus dem Gefäßkörper heraus geformt sein kann)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Beschreibung der Fußzone (Die Fußzone beschreibt, den Bereich vom inneren Bodenumbruch, bzw. Bodeneinzugswendepunkt bis zum untersten Punkt des Gefäßes):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- einziehend&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- ausladend&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- zylindrisch&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>P.H. Petersen</name></author>
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		<title>Bodenform</title>
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		<updated>2021-05-19T10:47:29Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;P.H. Petersen: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Der Begriff des Bodens beschreibt den unteren, abschließenden Bereich des Gefäßkörpers. Als Fuß oder Standvorrichtung wird ein angarnierter Teil am Boden bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bodenformen ==&lt;br /&gt;
- Kugelboden&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Flachboden/Standboden&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Linsenboden&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- nach innen gewölbter/konkaver Boden&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fußformen/ Standvorrichtungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Standplatte&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Standring&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Hohlfuß&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Kronen-/Zackenfuß&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Wellenfuß&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Grapen-/Dreifuß&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Standknuppen (Sonderform, weil aus dem Gefäßkörper heraus geformt sein kann)&lt;br /&gt;
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		<title>Bodenform</title>
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		<updated>2021-05-19T10:46:45Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;P.H. Petersen: Die Seite wurde neu angelegt: „Der Begriff des Bodens beschreibt den unteren, abschließenden Bereich des Gefäßkörpers. Als Fuß oder Standvorrichtung wird ein angarnierter Teil am Boden…“&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Der Begriff des Bodens beschreibt den unteren, abschließenden Bereich des Gefäßkörpers. Als Fuß oder Standvorrichtung wird ein angarnierter Teil am Boden bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bodenformen&lt;br /&gt;
 ==&lt;br /&gt;
- Kugelboden&lt;br /&gt;
- Flachboden/Standboden&lt;br /&gt;
- Linsenboden&lt;br /&gt;
- nach innen gewölbter/konkaver Boden&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fußformen/ Standvorrichtungen ==&lt;br /&gt;
- Standplatte&lt;br /&gt;
- Standring&lt;br /&gt;
- Hohlfuß&lt;br /&gt;
- Kronen-/Zackenfuß&lt;br /&gt;
- Wellenfuß&lt;br /&gt;
- Grapen-/Dreifuß&lt;br /&gt;
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		<author><name>P.H. Petersen</name></author>
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		<id>https://amanz-balismink.rproxy.rz.uni-bamberg.de/balismink/index.php?title=Keramikbeschriftung&amp;diff=1401</id>
		<title>Keramikbeschriftung</title>
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		<updated>2021-05-16T08:12:55Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;P.H. Petersen: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Um zu Gewährleisten, dass während der Bearbeitung der Keramik eine Scherbe immer ihrem ursprünglichem Fundkontext wieder zu geordnet werden kann, wird jede Keramik, meist nach der Reinigung, mit einer bestimmten Zahlen- oder Buchstabenkombination beschriftet. Die Art der Beschriftung variiert und hängt ab von den Vorgaben der Denkmalbehörde und den Eigenschaften der Keramiken. Wie auch bei der Restaurierung bzw. Konservierung von Funden, muss darauf geachtet werden, dass die Materialien zur Beschriftung sich reversibel ohne Schaden am Objekt wieder lösen lassen. Scherben sollten auf der Gefäßinnenseite, möglichst in Kantennähe beschriftet werden, ohne natürlich wichtige diagnostische Merkmale, wie Dekor oder ähnliches zu überdecken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beschriften mit Tusche und Klarlack: ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Aufbringung einer möglichst kleinflächigen Grundierung mit Klarlack oder sog. Elefantenhaut. trocknen lassen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Beschriftung der Fundkontextangaben per Hand mit weißer oder schwarzer Tusche, abhängig von der Färbung der Scherbe. trocknen lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Fixierung der Tusche mit einer weiteren Schicht Klarlack.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- trocknen lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beschriften mit Papieretikett: ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- die Fundkontextangaben, so klein, aber leserlich wie möglich (z.B. Verdana, Schriftgröße 4-6) mit einem Laserdrucker auf archivierungsfähiges Papier (ISO 9706) , bspw. 40g-Leichtpapier, drucken. (Bei besonders kleinen oder speziell geformten Scherben kann auch per Hand mit Fineliner auf das archivierungsfähige Papier geschrieben werden)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Aufbringen des Papiers auf den Fund mit einer wässrigen Acryldispersion als Kleber. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Am besten mit einem Hilfsmittel, wie einer Pinzette, das zurecht geschnittene Papier in den Kleber tränken und sorgfältig, flächig aufsetzten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- trocknen lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur: ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
https://landesmuseum-bonn.lvr.de/media/lmb/forschung/pdf_3/Leitfaden_zur_Funderstversorgung.pdf&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>P.H. Petersen</name></author>
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		<id>https://amanz-balismink.rproxy.rz.uni-bamberg.de/balismink/index.php?title=Keramikbeschriftung&amp;diff=1400</id>
		<title>Keramikbeschriftung</title>
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		<updated>2021-05-16T08:09:25Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;P.H. Petersen: /* Beschriften mit Papieretikett: */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Um zu Gewährleisten, dass während der Bearbeitung der Keramik eine Scherbe immer ihrem ursprünglichem Fundkontext wieder zu geordnet werden kann, wird jede Keramik, meist nach der Reinigung, mit einer bestimmten Zahlen- oder Buchstabenkombination beschriftet. Die Art der Beschriftung variiert und hängt auch teilweise mit den Eigenschaften der Keramiken zusammen. Wie auch bei der Restaurierung bzw. Konservierung von Funden, muss darauf geachtet werden, dass die Materialien zur Beschriftung sich reversibel ohne Schaden am Objekt wieder lösen lassen. Scherben sollten auf der Gefäßinnenseite, möglichst in Kantennähe beschriftet werden, ohne natürlich wichtige diagnostische Merkmale, wie Dekor oder ähnliches zu überdecken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beschriften mit Tusche und Klarlack: ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Aufbringung einer möglichst kleinflächigen Grundierung mit Klarlack oder sog. Elefantenhaut. trocknen lassen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Beschriftung der Fundkontextangaben per Hand mit weißer oder schwarzer Tusche, abhängig von der Färbung der Scherbe. trocknen lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Fixierung der Tusche mit einer weiteren Schicht Klarlack.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- trocknen lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beschriften mit Papieretikett: ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- die Fundkontextangaben, so klein, aber leserlich wie möglich (z.B. Verdana, Schriftgröße 4-6) mit einem Laserdrucker auf archivierungsfähiges Papier (ISO 9706) , bspw. 40g-Leichtpapier, drucken. (Bei besonders kleinen oder speziell geformten Scherben kann auch per Hand mit Fineliner auf das archivierungsfähige Papier geschrieben werden)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Aufbringen des Papiers auf den Fund mit einer wässrigen Acryldispersion als Kleber. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Am besten mit einem Hilfsmittel, wie einer Pinzette, das zurecht geschnittene Papier in den Kleber tränken und sorgfältig, flächig aufsetzten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- trocknen lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur: ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
https://landesmuseum-bonn.lvr.de/media/lmb/forschung/pdf_3/Leitfaden_zur_Funderstversorgung.pdf&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>P.H. Petersen</name></author>
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		<title>Keramikbeschriftung</title>
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		<updated>2021-05-16T08:06:31Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;P.H. Petersen: /* Beschriften mit Tusche und Klarlack: */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Um zu Gewährleisten, dass während der Bearbeitung der Keramik eine Scherbe immer ihrem ursprünglichem Fundkontext wieder zu geordnet werden kann, wird jede Keramik, meist nach der Reinigung, mit einer bestimmten Zahlen- oder Buchstabenkombination beschriftet. Die Art der Beschriftung variiert und hängt auch teilweise mit den Eigenschaften der Keramiken zusammen. Wie auch bei der Restaurierung bzw. Konservierung von Funden, muss darauf geachtet werden, dass die Materialien zur Beschriftung sich reversibel ohne Schaden am Objekt wieder lösen lassen. Scherben sollten auf der Gefäßinnenseite, möglichst in Kantennähe beschriftet werden, ohne natürlich wichtige diagnostische Merkmale, wie Dekor oder ähnliches zu überdecken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beschriften mit Tusche und Klarlack: ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Aufbringung einer möglichst kleinflächigen Grundierung mit Klarlack oder sog. Elefantenhaut. trocknen lassen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Beschriftung der Fundkontextangaben per Hand mit weißer oder schwarzer Tusche, abhängig von der Färbung der Scherbe. trocknen lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Fixierung der Tusche mit einer weiteren Schicht Klarlack.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- trocknen lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beschriften mit Papieretikett: ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- die Fundkontextangaben, so klein, aber leserlich wie möglich (z.B. Verdana, Schriftgröße 4-6) mit einem Laserdrucker auf archivierungsfähiges Papier (ISO 9706) drucken. Bewährt hat sich bspw. 40g-Leichtpapier. Bei besonders kleinen oder speziell geformten Scherben kann auch per Hand mit Fineliner auf das archivierungsfähige Papier geschrieben werden&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Für die Aufbringung des Papiers auf den Fund ist als Kleber eine wässrige Acryldispersion zu nehmen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Am besten mit einem Hilfsmittel, wie einer Pinzette, das zurecht geschnittene Papier in den Kleber tränken und eine sorgfältige, flächig aufbringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- trocknen lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur: ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
https://landesmuseum-bonn.lvr.de/media/lmb/forschung/pdf_3/Leitfaden_zur_Funderstversorgung.pdf&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>P.H. Petersen</name></author>
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		<title>Keramikbeschriftung</title>
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		<updated>2021-05-16T08:05:07Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;P.H. Petersen: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Um zu Gewährleisten, dass während der Bearbeitung der Keramik eine Scherbe immer ihrem ursprünglichem Fundkontext wieder zu geordnet werden kann, wird jede Keramik, meist nach der Reinigung, mit einer bestimmten Zahlen- oder Buchstabenkombination beschriftet. Die Art der Beschriftung variiert und hängt auch teilweise mit den Eigenschaften der Keramiken zusammen. Wie auch bei der Restaurierung bzw. Konservierung von Funden, muss darauf geachtet werden, dass die Materialien zur Beschriftung sich reversibel ohne Schaden am Objekt wieder lösen lassen. Scherben sollten auf der Gefäßinnenseite, möglichst in Kantennähe beschriftet werden, ohne natürlich wichtige diagnostische Merkmale, wie Dekor oder ähnliches zu überdecken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beschriften mit Tusche und Klarlack: ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Aufbringung einer möglichst kleinflächige Grundierung mit Klarlack oder sog. Elefantenhaut. trocknen lassen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Beschriftung der Fundkontextangaben per Hand mit weißer oder schwarzen Tusche, abhängig von der Färbung der Scherbe. trocknen lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Fixierung der Tusche mit einer weiteren Schicht Klarlack.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- trocknen lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beschriften mit Papieretikett: ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- die Fundkontextangaben, so klein, aber leserlich wie möglich (z.B. Verdana, Schriftgröße 4-6) mit einem Laserdrucker auf archivierungsfähiges Papier (ISO 9706) drucken. Bewährt hat sich bspw. 40g-Leichtpapier. Bei besonders kleinen oder speziell geformten Scherben kann auch per Hand mit Fineliner auf das archivierungsfähige Papier geschrieben werden&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Für die Aufbringung des Papiers auf den Fund ist als Kleber eine wässrige Acryldispersion zu nehmen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Am besten mit einem Hilfsmittel, wie einer Pinzette, das zurecht geschnittene Papier in den Kleber tränken und eine sorgfältige, flächig aufbringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- trocknen lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur: ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
https://landesmuseum-bonn.lvr.de/media/lmb/forschung/pdf_3/Leitfaden_zur_Funderstversorgung.pdf&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>P.H. Petersen</name></author>
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		<title>Keramikbeschriftung</title>
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		<updated>2021-05-16T08:03:57Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;P.H. Petersen: Die Seite wurde neu angelegt: „Um zu Gewährleisten, dass während der Bearbeitung der Keramik eine Scherbe immer ihrem ursprünglichem Fundkontext wieder zu geordnet werden kann, wird jede…“&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Um zu Gewährleisten, dass während der Bearbeitung der Keramik eine Scherbe immer ihrem ursprünglichem Fundkontext wieder zu geordnet werden kann, wird jede Keramik, meist nach der Reinigung, mit einer bestimmten Zahlen- oder Buchstabenkombination beschriftet. Die Art der Beschriftung variiert und hängt auch teilweise mit den Eigenschaften der Keramiken zusammen. Wie auch bei der Restaurierung bzw. Konservierung von Funden, muss darauf geachtet werden, dass die Materialien zur Beschriftung sich reversibel ohne Schaden am Objekt wieder lösen lassen. Scherben sollten auf der Gefäßinnenseite, möglichst in Kantennähe beschriftet werden, ohne natürlich wichtige diagnostische Merkmale, wie Dekor oder ähnliches zu überdecken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beschriften mit Tusche und Klarlack:&lt;br /&gt;
- Aufbringung einer möglichst kleinflächige Grundierung mit Klarlack oder sog. Elefantenhaut. trocknen lassen&lt;br /&gt;
- Beschriftung der Fundkontextangaben per Hand mit weißer oder schwarzen Tusche, abhängig von der Färbung der Scherbe. trocknen lassen.&lt;br /&gt;
- Fixierung der Tusche mit einer weiteren Schicht Klarlack.&lt;br /&gt;
- trocknen lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beschriften mit Papieretikett:&lt;br /&gt;
- die Fundkontextangaben, so klein, aber leserlich wie möglich (z.B. Verdana, Schriftgröße 4-6) mit einem Laserdrucker auf archivierungsfähiges Papier (ISO 9706) drucken. Bewährt hat sich bspw. 40g-Leichtpapier. Bei besonders kleinen oder speziell geformten Scherben kann auch per Hand mit Fineliner auf das archivierungsfähige Papier geschrieben werden&lt;br /&gt;
- Für die Aufbringung des Papiers auf den Fund ist als Kleber eine wässrige Acryldispersion zu nehmen. &lt;br /&gt;
- Am besten mit einem Hilfsmittel, wie einer Pinzette, das zurecht geschnittene Papier in den Kleber tränken und eine sorgfältige, flächig aufbringen.&lt;br /&gt;
- trocknen lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Literatur:&lt;br /&gt;
https://landesmuseum-bonn.lvr.de/media/lmb/forschung/pdf_3/Leitfaden_zur_Funderstversorgung.pdf&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>P.H. Petersen</name></author>
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	<entry>
		<id>https://amanz-balismink.rproxy.rz.uni-bamberg.de/balismink/index.php?title=Digitale_Dokumentation_von_Keramikfunden&amp;diff=1328</id>
		<title>Digitale Dokumentation von Keramikfunden</title>
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		<updated>2021-04-26T06:05:32Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;P.H. Petersen: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{stub}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Digitale Dokumentation==&lt;br /&gt;
Schon lange wird an Möglichkeiten einer digitalen Dokumentation von Keramikfunden gearbeitet. Bereits in den 1980er Jahren wurde versucht, computergestützte Verfahren zu entwickeln, die vor allem bei Drehscheibenware die zeichnerische Keramikerfassung erleichtern. Inzwischen geht es um 3D-Modelle von Keramikfunden. Es wird sich zeigen müssen, inwieweit 3D-Modelle die traditionelle graphische Keramikdokumentation zu ersetzen vermögen. Ihr Informationsgehalt ist deutlich umfassender (wenngleich Beschreibungen weiterhin notwendig sein werden), doch liegt darin auch ein wesentliches Problem: Die traditionellen Zusammenstellungen von Fundzeichnungen auf gedruckten Tafeln ermöglichen ein zügiges Durchblättern und ein rasches optisches Erfassen der Funde. Solches wird für das wissenschaftliche Arbeiten weiterhin notwendig sein, weshalb Präsentationsformen für 3D-Modelle entwickelt werden müssen, die genau dieses ermöglichen. Idealerweise wird man aus 3D-Dokumentationen Standardansichten generieren, die an die bisherigen Sehgewohnheiten anknüpfen (Profil, skizzenhafte Rundergänzung) und eine rasche Vergleichbarkeit mit älteren Publikationen erlauben.&lt;br /&gt;
Vorteile der 3D-Dokumentation liegen in einer größeren Genauigkeit und einem meist schonenderem Umgang mit dem originalen Fundobjekt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*https://www.uni-bamberg.de/ufga/forschung/laufende-forschungsprojekte/forschungsprojekte-prof-dr-andreas-schaefer/3d-scanning-von-archaeologischen-fundobjekten/&lt;br /&gt;
*http://blog.praehist3d.de/digitalisierte-keramik-ii-digitized-pottery-ii/&lt;br /&gt;
*Beispiele für 3D-Modelle von Keramik: http://www.archaeologie.sachsen.de/1528.htm&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==To Do:==&lt;br /&gt;
Archäologie-Sachsen-Link funktioniert nicht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:wissenschaftliche Methoden]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>P.H. Petersen</name></author>
	</entry>
</feed>