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	<title>balismink - Benutzerbeiträge [de]</title>
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	<updated>2026-04-25T10:43:04Z</updated>
	<subtitle>Benutzerbeiträge</subtitle>
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		<id>https://amanz-balismink.rproxy.rz.uni-bamberg.de/balismink/index.php?title=Terra_Nigra&amp;diff=9430</id>
		<title>Terra Nigra</title>
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		<updated>2025-05-26T11:27:29Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;R. Dürr: /* Literaturhinweise */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Als Terra Nigra wird sowohl Keramik der römischen Kaiserzeit (s. [[Terra Nigra (röm.)]] als auch solche der Spätantike/Völkerwanderungszeit bezeichnet. Es handelt sich um eine Drehscheibenkeramik, die durch reduzierenden Brand und eine dunkle Färbung charakterisiert ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Entwicklung der Ware zeigt verschiedene kulturelle Einflüsse, denen die in diesem Kontext üblichen Bezeichnungen &amp;quot;[[Terra-Nigra-Derivate]]&amp;quot; oder &amp;quot;Terra Nigra germanischer Formtradition&amp;quot; mit der darin implizierten Polarisierung römisch versus &amp;quot;germanisch&amp;quot; nicht gerecht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Alternative Bezeichnungen===&lt;br /&gt;
*späte oder spätantike Terra-Nigra&lt;br /&gt;
*braune Terra Nigra (vgl. aber [[Braune engobierte Ware (VWz, Rheinhessen)]])&lt;br /&gt;
*germanische Terra Nigra&lt;br /&gt;
*Pseudo-Nigra (Koch 1981)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die spätantike Terra Nigra wird im Hinblick auf die römische Terra Nigra vielfach auch unter der Bezeichnung der &amp;quot;[[Terra-Nigra-Derivate]]&amp;quot; geführt, die indes auch für freihandgeformte Ware mit &amp;quot;germanischen&amp;quot; Traditionen verwendet wird (vgl. [[Schwarzgraue geglättete Ware (VwZ)]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Forschung unterschied daher zwischen [[braune engobierte Ware (VWz, Rheinhessen)|&amp;quot;brauner“]] und „grauer“ Terra Nigra (Bernhard 1985), wobei sich die graue Terra Nigra vor allem auf die [[Terra Nigra (röm.)|Nigra der römischen Kaiserzeit]] bezieht. Die braune Terra Nigra galt aus der Perspektive der römischen Archäologie nicht als Nigra im engeren Sinne, sondern wurde beispielsweise als &amp;quot;[[Terra-Nigra-Derivate]]&amp;quot; oder als [[Braune engobierte Ware (VWz, Rheinhessen)|braun engobierte Ware]] bezeichnet, bei denen oft &amp;quot;germanischer&amp;quot; Ursprung postuliert wurde. Die Bezeichnung &amp;quot;braune&amp;quot; Terra Nigra ist gleichwohl irritierend, da auch bei ihr graue Farbtöne nicht ungewöhnlich sind. Robert Koch verwendete die Bezeichnung 'Pseudo-Nigra' (Koch 1981).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Forschungsgeschichte==&lt;br /&gt;
Die Terra Nigra wurde zuletzt von H. Bernhard (1985), basierend u.a. auf Vorarbeiten von W. Unverzagt (1916) in [[Alzey, Kastell|Alzey]], H. Roth (1952), G. Mildenberger (1972) und R. Koch (1981), umfassend bearbeitet. In jüngerer Zeit wurden im Zusammenhang mit den Publikationen der völkerwanderungszeitlichen Funde des Breisgaus (Bücker 1999) und der frühmittelalterlichen Funde aus Schleitheim (J. Leicht in: Burzler u.a. 2002, 83ff.) eingehendere Forschungen angestellt, die aber nur bedingt ein verbessertes Chronologiekonzept vorlegen konnten.&lt;br /&gt;
Bei den Gefäßen von Alzey, die mit am Anfang der Diskussion stehen, handelt es sich aus heutiger Sicht also nicht um echte, graue Terra Nigra, sondern um braune Nigra oder Terra-Nigra-Derivate.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den letzten Jahren hat eine verstärkte Auseinandersetzung mit den Drehscheibenwaren im &amp;quot;Barbaricum&amp;quot; gezeigt, dass sich vielfältige Anknüpfungen der braunen oder germanischen Nigra an die Keramik des östlichen Mitteleuropas ergeben (z.B. Bemmann u.a. 2011).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Charakteristika==&lt;br /&gt;
Die graue Terra Nigra ist durch ihre Herstellung auf der Töpferscheibe sowie ihren gleichmäßigen reduzierenden Brand gekennzeichnet. Ihre Oberfläche ist dicht und geglättet bis poliert, teilweise sind Engoben nachgewiesen. Der Formenbestand ist sehr umfangreich und mit der von Roth (1952) und Koch (1981) aufgestellten Typologie nur ungenügend umschrieben. Eine starke Individualität der einzelnen Gefäße steht einer klaren Gliederung entgegen. Für alle Formen charakteristisch ist die geriefte Wandung. Die graue Terra Nigra datiert in die Mitte und 2. Hälfte des 4. Jahrhundert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:ABB183.jpg|center|mini|Gefäßformen der Terra Nigra mit den Typ-Nummern nach Koch 1981]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die im wesentlichen jüngere Gruppe sog. [[Terra-Nigra-Derivate]] ist nicht genau umschrieben und leitet zur [[Knickwandkeramik]] über (Bernhard 1985, 114 ff.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Salem Terra nigra Schale (BLM).jpg|center|mini|Salem (Bodenseekreis), &amp;quot;Hardtwald&amp;quot;, Hügel T , Terra Nigra-Schüssel, M. 4. Jh. Badisches Landesmuseum Inv. C 6155 c (Foto: Peter Gaul /Badisches Landesmuseum Karlsruhe [CC.0 1.0} via https://katalog.landesmuseum.de/object/C4D852426690454DBC4A8A4BB89D829B/Schale-Gefae) ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Heidelberg-Neuenheim (BLM).jpg|center|mini| Heidelberg-Neuenheim, Terra Nigra-Schüssel, um 500 Badisches Landesmuseum Inv. C 6072 (Foto: Peter Gaul /Badisches Landesmuseum Karlsruhe [CC.0 1.0} via https://katalog.landesmuseum.de/object/5F1E6DFE44A861ED2082608D794AD1FC/Schuessel)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Chronologie==&lt;br /&gt;
Die braune Terra Nigra reicht in die römische Kaiserzeit zurück und ist beispielsweise in Mainfranken typisch für das 3. und frühe 4. Jahrhundert. Insgesamt läuft sie jedoch weiter bis in das 4. oder gar beginnende 5. Jahrhundert, wobei hier die Abgrenzung gegenüber den [[Terra-Nigra-Derivate]]n Definitionspielräume eröffnet.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Eine gewisse chronologische Gliederung ergibt sich aus der Seriation der Nigra-führenden Bestattungen aus dem südwestdeutschen Raum (Bernhard 1985; J. Leicht in: Burzler u.a. 2002, 83ff. korrigierte Tab. S. 86). Es zeigt sich dabei eine Tendenz von flachen Gefäßformen hin zu höheren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verbreitung==&lt;br /&gt;
Terra Nigra ist sowohl aus dem rechtsrheinischen germanischen, wie auch aus dem linksrheinischen römischen Gebiet bekannt, weshalb eine ethnische Zuordnung lange Zeit umstritten war. Heute lassen sich verschiedene Produktionsorte unterscheiden, die beiderseits des Rheins lokalisiert werden können. So ist neben den bedeutenden Zentren am Rhein eine Nigra-Produktion auch im Neckarland sowie im rätischen Raum anzunehmen, aber auch in Mainfranken (Steidl 2002; Steidl 2009). Der Anteil von Terra-Nigra am Keramikbestand ist in den völkerwanderungszeitlichen Siedlungen höchst unterschiedlich. In einiger Zahl tritt Terra Nigra in den Siedlungen des Neckarlandes (z.B. [[Renningen, Raite]]) und in etwas abweichender Ausprägung wieder im Raum Dillingen auf, während sie im Bereich der Alb bislang kaum vertreten ist und etwa in [[Sontheim im Stubental, Hochfeld|Sontheim im Stubental]] völlig fehlt (Bernhard 1985; Koch 1981).&lt;br /&gt;
===Wichtige Fundorte===&lt;br /&gt;
*Eßleben&lt;br /&gt;
*Dittigheim&lt;br /&gt;
*Gamburg&lt;br /&gt;
*Gerlachsheim, Grab 3&lt;br /&gt;
*[[Heidelberg-Neuenheim]]&lt;br /&gt;
*Hockenheim ‚Zwischen den Wegen‘, Grab 2, sp. 4. Jh.: zwei Schüsseln, ein Becher und eine Flasche (Jäger/Gross 2019)&lt;br /&gt;
*Igersheim&lt;br /&gt;
*Ilbenstadt (Roth 1952)&lt;br /&gt;
*Kirchheim u.T., Charlottenstraße 19 (Schach-Dörges 1999)&lt;br /&gt;
*Königshofen (Frank 2011)&lt;br /&gt;
*[[Lauffen a.N., Brunnenäcker]]&lt;br /&gt;
*[[Renningen, Raite]]&lt;br /&gt;
*[[Salem, Hardt]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturhinweise==&lt;br /&gt;
*Bemmann u.a. 2011: J. Bemmann/M. Hegewisch/M. Meyer/M. Schmauder (Hrsg.), Drehscheibentöpferei im Barbaricum. Technologietransfer und Professionalisierung eines Handwerks am Rande des Römischen Imperiums ; Akten der Internationalen Tagung in Bonn vom 11. bis 14. Juni 2009. Bonner Beiträge zur vor- und frühgeschichtlichen Archäologie 13 (Bonn 2011).&lt;br /&gt;
*Bernhard 1984/85: H. Bernhard, Studien zur spätrömischen Terra Nigra zwischen Rhein, Main und Neckar. Saalburg-Jahrb. 40-41, 1984/85, 34–120.&lt;br /&gt;
*Bücker 1999: C. Bücker, Frühe Alamannen im Breisgau. Untersuchungen zu den Anfängen der germanischen Besiedlung im Breisgau während des 4. und 5. Jahrhunderts n. Chr. Archäologie und Geschichte 9 (Sigmaringen 1999). - https://doi.org/10.11588/propylaeum.692&lt;br /&gt;
*Frank 2009: K. Frank, Spätkaiserzeitliche Drehscheubenkeramik aus der Region an Main und Tauber. In: J. Bemmann/M. Hegewisch/M. Meyer/M. Schmauder (Hrsg.), Drehscheibentöpferei im Barbaricum. Technologietransfer und Professionalisierung eines Handwerks am Rande des Römischen Imperiums ; Akten der Internationalen Tagung in Bonn vom 11. bis 14. Juni 2009. Bonner Beiträge zur vor- und frühgeschichtlichen Archäologie 13 (Bonn 2011) 175–193.&lt;br /&gt;
*Jäger 2019: S. Jäger, Germanische Siedlungsspuren des 3. bis 5. Jahrhunderts n. Chr. zwischen Rhein, Neckar und Enz. Forsch. u. Ber. Arch. Baden-Württemberg 14 (Esslingen 2019) 256-267. &lt;br /&gt;
*Jäger / Gross 2019: S. Jäger / U. Gross, Handgemacht und scheibengedreht. Keramik des späten 3. bis 5. Jahrhunderts im östlichen Oberrheingebiet. In: G. Kuhnle / E. Wirbelauer / M. Keller (Hrsg.), Am anderen Flussufer. Die Spätantike beiderseits des südlichen Oberrheins. Archäologische Informationen aus Baden-Württemberg 81 (Esslingen 2019) 109–122.&lt;br /&gt;
*Koch 1981: R. Koch, Terra-Nigra-Keramik und angebliche Nigra-Ware aus dem Neckargebiet. Fundber. Bad.-Württ. 6, 1981, 579–602.&lt;br /&gt;
*Leicht 2002: J. Leicht in: A. Burzler / M. Höneisen / B. Ruckstuhl (Hrsg.), Das frühmittelalterliche Schleitheim - Siedlung, Gräberfeld und Kirche. Schaffhauser Archäologie 5 (Schaffhausen 2002)., 83ff.&lt;br /&gt;
*Mildenberger 1972: G. Mildenberger, Terra Nigra aus Nordhessen. Fundber. Hessen 12, 1972, 104–126.&lt;br /&gt;
*Pescheck 1978: C. Pescheck, Die germanischen Bodenfunde der römischen Kaiserzeit in Mainfranken. Münchner Beiträge zur Vor- und Frühgeschichte 27 (München 1978).&lt;br /&gt;
*Roth 1952: H. Roth, Skelettgräber des 4. Jahrhunderts n.Chr. aus Ilbenstadt (Wetterau). Zugleich ein Beitrag zur Herkunft und Zeitstellung der südwestdeutschen spätkaiserlichen Terranigra-Schalen. Saalburg-Jahrb. 11, 1952, 5–17.&lt;br /&gt;
*Schach-Dörges 1981: H. Schach-Dörges, Frühalamannische Funde von Lauffen am Neckar. Fundber. Bad.-Württ. 6, 1981, 615–665. - DOI: https://doi.org/10.11588/fbbw.1981.0.26405&lt;br /&gt;
*Schach-Dörges 1999: H. Schach-Dörges, Zur frühalamannischen Siedlung nordwestlich der Altstadt von Kirchheim unter Teck, Kreis Esslingen. Fundber. Bad.-Württ. 23, 1999, 261–305. - DOI: https://doi.org/10.11588/fbbw.1999.0.64714&lt;br /&gt;
*Steidl 2002: B. Steidl, Lokale Drehscheibenkeramik römischer Formgebung aus dem germanischen Mainfranken. Zeugnis für die Verschleppung römischer Reichsbewohner nach Germanien? Bayer. Vorgeschbl. 67, 2002, 87–115.&lt;br /&gt;
*Steidl 2009: B. Steidl, Lokale Drehscheibenware ds 3. Jahrhunderts aus Mainfranken. In: J. Bemmann/M. Hegewisch/M. Meyer/M. Schmauder (Hrsg.), Drehscheibentöpferei im Barbaricum. Technologietransfer und Professionalisierung eines Handwerks am Rande des Römischen Imperiums ; Akten der Internationalen Tagung in Bonn vom 11. bis 14. Juni 2009. Bonner Beiträge zur vor- und frühgeschichtlichen Archäologie 13 (Bonn 2011) 195–200.&lt;br /&gt;
*Unverzagt 1916: W. Unverzagt, Die Keramik des Kastells Alzei. Mat. röm.-german. Keramik 2 (Frankfurt a. M. 1916).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Keramik des 4. Jahrhunderts]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Keramik des 5. Jahrhunderts]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Warenart]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>R. Dürr</name></author>
	</entry>
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		<id>https://amanz-balismink.rproxy.rz.uni-bamberg.de/balismink/index.php?title=Rottenburg,_W%C3%BCstung_S%C3%BClchen&amp;diff=9409</id>
		<title>Rottenburg, Wüstung Sülchen</title>
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		<updated>2025-05-12T14:29:45Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;R. Dürr: /* Literaturhinweise */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{stub}}&lt;br /&gt;
Die Wüstung Sülchen liegt nordöstlich der römischen bzw. mittelalterlichen Stadt Rottenburg am Neckar im Umkreis der Sülchenkirche. Durch fortschreitende Überbauung wurden seit den 1980er Jahre zahlreiche Rettungsgrabungen notwendig, die auch ein umfangreiches Keramikspektrum erbracht haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Lage und Ortsgeschichte==&lt;br /&gt;
Schon immer war Rottenburgs Siedlungslage günstig, denn hier weitet sich von Südwesten kommend das enge Neckartal und bietet Zugang unter anderem zu den fruchtbaren Böden des Oberen Gäus. Die römische und die kleinere mittelalterliche Stadt wie auch die&lt;br /&gt;
Anlage der „Altstadt“ sitzen genau dort, wo sie den Ausgang des engen Neckartals kontrollieren. Seit den frühen 1980er Jahren steht die nordöstlich an das alte Stadtgebiet von Rottenburg anschließende Niederterrasse über dem Neckar im Fokus der archäologischen Denkmalpflege. Genannt seien mehrere mesolithische Stationen, eine frühneolithische Siedlung sowie Gräberfeld und Siedlung der frühen Eisenzeit, die hier ausgegraben werden mussten. Hintergrund ist der moderne Flächenverbrauch, der die Siedlungsfläche Rottenburgs extrem hat wachsen lassen. Dabei kam es 1982 auch zu ersten Grabungen in der Wüstung Sülchen. Deren ehemalige Pfarrkirche überdauerte als Friedhofskapelle, ehe sie im 19. Jahrhundert die Gruft der Bischöfe der neuen Diözese Rottenburg – Stuttgart aufgenommen hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erstmals erwähnt wurde Sülchen in der Lebensbeschreibung des Heiligen Meinrad, der um 797 hier geboren sein soll. Konkret fassbar wird aber erst 1057 ein Gut in Sülchen, als dieses von Heinrich II. an das Bistum Bamberg geschenkt wurde. Diese Urkunde ist zugleich die jüngste, die den Sülchgau nennt, eine seit dem späten 9. Jahrhundert belegte Regionenbezeichnung, die mit dem Ortsnamen Sülchen zusammenhängen dürfte. In der älteren Forschung hatte Sülchen freilich eine fast schon mythische Stellung, denn eine Schlacht, bei der laut Ammianus Marcellinus Kaiser Valentinian 368 eine von Alamannen gehaltene Anhöhe gestürmt haben soll, wurde hier lokalisiert. So war Sülchen/Solicinium für Ludwig Uhland ein wesentliches Kapitel der Schwäbischen Sagenkunde. Sumelocenna, Sülchen, Solicinium, das in der Cosmographia des Geographen von Ravenna genannte Solich, aber auch Zollern wurden miteinander gleichgesetzt, was modernen Forschungen jedoch nicht standhält (nach Schreg 2019).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deutlich ist auch, dass die Wüstung Sülchen mehr war als eine der üblichen ländlichen Siedlungen. So ist die Siedlungsfläche ungewöhnlich groß und auch die Architektur mit karolingerzeitlichem Steinbau und hochmittelalterlichen Steinkellern fällt aus dem Rahmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Siedlungsbeginn liegt bereits im 4./5. Jahrhundert, das Ende im 13. Jahrhundert, als möglicherweise die Funktionen der Siedlung, wozu nach dem Zeugnis des Flurnamens auch ein Markt gehörte, an die entstehende Stadt Rottenburg übergingen (nach Schreg 2019).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Forschungsgeschichte==&lt;br /&gt;
Trotz einer Bearbeitung der Keramikfunde aus den Grabungen der 1980er Jahre durch G. Nack ist der Fundbestand aus der Wüstung Sülchen bislang kaum zu überblicken. Die Arbeit von Nack blieb unpubliziert, die weiteren Vorberichte konzentrierten sich auf ausgewählte Baubefunde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2003 wurden vier liegende Töpferöfen des frühen Mittelalters ausgegraben, in denen rauwandige Drehscheibenware aber auch feintoniges Geschirr, wohl auch [[Einglättverzierte Keramik (VwZ)]] produziert wurde. Einer der Öfen wurde archäomagnetisch ins 6. Jahrhundetr datiert, die Keramik wurde von Uwe Gross im Vergleich mit den Funden vom [[Bad Urach, Runder Berg|Runden Berg bei Urach]] in die zweite Hälfte des 5. Jahrhunderts gesetzt (Gross/ Schmidt 2004). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zuletzt kam es zu Grabungen in der Kirche selbst, bei denen merowingerzeitliche Gräber, aber auch eine mehrphasige Kirchenentwicklung festgestellt wurde. 2012 kam es zu ersten Grabungen am Chor der Sülchenkirche, die die Reste einer romanischen Basilika erbrachten. Daraufhin wurden die Planungen zur Sanierung und Erweiterung der bischöflichen Gruft überarbeitet, denn damit wurde augenscheinlich, was dem Fachmann freilich schon vorher hätte klar sein müssen, nämlich dass die Kirche und ihr Untergrund eine bedeutende historische Quelle darstellen. Die weiteren Bauarbeiten an der Gruft waren dann Anlass für ein Grabungsprogramm in den Jahren 2014 – 16, das mit Unterstützung der Diözese erlaubte, annähernd den gesamten Kircheninnenraum zu ergraben (nach Schreg 2019).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Befundsituation==&lt;br /&gt;
In den Grabungen der 1980er Jahre konnte nahezu keine Steinarchitektur nachgewiesen werden. Einige wenige Fundamentreste aus sorgfältig aufgeschichteten und unvermörtelten Steinen gehörten zu eingetieften Räumen, bei denen einzelne Wände durch Trockenmauern abgesichert waren. In großer zahl sind hingegen Grubenhäuser belegt sowie ebenerdige Holzbauten, die sich anhand von Pfosten und Wandgräbchen identifizieren lassen. Desweiteren wurden Vorratsgruben und Brunnen festgestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2003 wurden die Reste von vier Töpferöfen ergraben, die einmal als liegende (Gross/ Schmidt 2004, 173), einmal als stehende Zweikammeröfen (Schmidt 2018, 204) angesprochen wurden. Sie wurden archäomagnetisch ins 6. Jahrhundert datiert, die Keramik deutet in die zweite Hälfte des 5. Jahrhunderts (Gross/ Schmidt 2004). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Bereich der Kirche konnten mehrere Phasen nachgewiesen werden. Am Beginn der Entwicklung stehen beigebanführende merowingerzeitliche Bestattungen, die auch Keramikbeigaben enthielten. Aus Grab 243 stammt ein [[burgundische Becher|burgundischen Becher]] (Ade 2018, 71).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Keramikfunde==&lt;br /&gt;
Das keramische Fundmaterial der Siedlung zeigt in der Völkerwanderungszeit wie auch im Hochmittelalter ungewöhnliche Fernkontakte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Genannt sind in der Literatur unter anderem Funde folgender Waren:&lt;br /&gt;
*[[Rauwandige Drehscheibenware römischer Tradition]]&lt;br /&gt;
*[[Einglättverzierte Keramik (VwZ)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturhinweise==&lt;br /&gt;
*Ade 2018: D. Ade, Ein frühmittelalterlicher Bestattungsplatz unter der Sülchenkirche. In: H. Aderbauer / H. Kiebler (Hrsg.), Die Sülchenkirche bei Rottenburg. Frühmittelalterliche Kirche - alte Pfarrkirche - Friedhofskirche - bischöfliche Grablege (Lindenberg im Allgäu 2018) 54–95.&lt;br /&gt;
*Aderbauer u.a.2018: Herbert Aderbauer, Harald Kübler (Hrsg.), Die Sülchenkirche bei Rottenburg. Frühmittelalterliche Kirche – alte Pfarrkirche – Friedhofskirche – bischöfliche Grablege (Lindenberg i. Allgäu 2018). - ISBN 978-3-95976-102-4&lt;br /&gt;
*Gross 2008: U. Gross, Sülchen als Produktionsstätte donauländischer Keramik des 5. Jhs. [Vortrag gehalten im Rahmen der Jahrestagung der Gesellschaft für Archäologie in Württemberg und Hohenzollern e.V., Tübingen 4. Juli 2008]). - https://doi.org/10.11588/artdok.00001982&lt;br /&gt;
*Gross/ Schmidt 2004: U. Gross/E. Schmidt, Neue Untersuchungen im Bereich der Wüstung Sülchen auf Gemarkung Rottenburg am Neckar, Kreis Tübingen. Arch. Ausgr. Bad.-Württ. 2003 (2004), 172-174.&lt;br /&gt;
*Gross/ Schmidt 2004a: U. Gross/E. Schmidt, Archäologische Untersuchungen im Randbereich des abgegangenen Dorfes Sülchen bei Rottenburg. Der Sülchgau 47/48, 2003/2004, 1-14.&lt;br /&gt;
*Dürr u.a. 2024: R. Dürr/G. Graenert/K. Fellgiebel/J. Scheschkewitz/J. Baldauf, Ein neuer Einblick in die Wüstung Sülchen bei Rottenburg a. N. Arch. Ausgr. Bad.-Württ. 2023 (2024), 233-237. - https://www.academia.edu/122305108/Ein_neuer_Einblick_in_die_W%C3%BCstung_S%C3%BClchen_bei_Rottenburg_a_N&lt;br /&gt;
*Nack 1989: G. Nack, Versuch der Datierung einer früh- bis hochmittelalterlichen Siedlung anhand der Irdenware aus der Wüstung Sülchen bei Rottenburg am Neckar, Kreis Tübingen. unveröff. Magister-Arbeit (Freiburg 1989).&lt;br /&gt;
*Schreg 2019: Rezension zu Aderbauer 2018. Zeitschrift für Württembergische Landesgeschichte 78, 2019, 454-457. - DOI: 10.15463/rec.reg.655973425&lt;br /&gt;
*Schmid 2018: B. Schmid, Die archäologische Ausgrabung in der Sülchenkirche. Neue Erkenntnisse - neue Fragen. In: H. Aderbauer / H. Kiebler (Hrsg.), Die Sülchenkirche bei Rottenburg. Frühmittelalterliche Kirche - alte Pfarrkirche - Friedhofskirche - bischöfliche Grablege (Lindenberg im Allgäu 2018) 14–53.&lt;br /&gt;
*Schmidt 1982: E. Schmidt, Die Notgrabung im Gebiet der Wüstung Sülchen auf Gemarkung Rottenburg. Der Sülchgau 26, 1982, 4–13.&lt;br /&gt;
*Schmidt 1984: E. Schmidt, Webhäuser der Wüstung Sülchen auf Gemarkung Rottenburg am Neckar, Kreis Tübingen. Arch. Ausgr. Bad.-Württ. 1983 (1984), 215-216.&lt;br /&gt;
*Schmidt 1986: E. Schmidt, Die bauliche Entwicklung vom Grubenhaus zum unterkellerten Wohngebäude in der Wüstung Sülchen auf der Gemarkung Rottenburg, Kreis Tübingen. Arch. Ausgr. Bad.-Württ. 1985 (1986), 201–203.&lt;br /&gt;
*Schmidt 1989: E. Schmidt, Archäologische Untersuchungen im Siedlungsgebiet des abgegangenen Dorfes Sülchen auf Gemarkung Rottenburg. Der Sülchgau 33, 1989, 13–21.&lt;br /&gt;
*Schmidt 1989: E. Schmidt, Neue Grabungsbefunde der abgegangenen Siedlung Sülchen auf Gemarkung Rottenburg, Kreis Tübingen. Arch. Ausgr. Bad.-Württ., 1989, 271–274.&lt;br /&gt;
*Schmidt 2018: E. Schmidt, Das Dorf Sülchen - Zentrum des Sülchgau. Bemerkungen zu den archäologischen Untersuchungen. In: H. Aderbauer / H. Kiebler (Hrsg.), Die Sülchenkirche bei Rottenburg. Frühmittelalterliche Kirche - alte Pfarrkirche - Friedhofskirche - bischöfliche Grablege (Lindenberg im Allgäu 2018) 184–213.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Fundstellenregest]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Töpferei]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>R. Dürr</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://amanz-balismink.rproxy.rz.uni-bamberg.de/balismink/index.php?title=Neuental,_Zimmersrode&amp;diff=9311</id>
		<title>Neuental, Zimmersrode</title>
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		<updated>2025-04-22T14:11:44Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;R. Dürr: Die Seite wurde neu angelegt: „Bei dem im Schwalm-Eder-Kreis (Hessen) gelegenen Fundort von Neuental-Zimmersrode handelt es sich um einen der zahlreichen Töpfereistandorte des Nordhessische…“&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Bei dem im Schwalm-Eder-Kreis (Hessen) gelegenen Fundort von Neuental-Zimmersrode handelt es sich um einen der zahlreichen Töpfereistandorte des Nordhessischen Raumes. Die Befunde und Funde in der Flur »Heilswiese« bilden dabei die Wurzeln des 1601 für Zimmersrode erstmals schriftlich belegten Töpfereihandwerks welche wohl bis ins Frühmittelalter zurückreichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einen wichtigen Standortfaktor bilden die südlich von Zimmersrode an die Oberfläche tretenden, meterdicken Tonbänder. Diese weisen eine starke natürliche, feinkörnige Quarzmagerung auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Fundstellen/ Befundsituation==&lt;br /&gt;
Der Produktionsort von Keramik wurde 1981 bei Bauarbeiten in Neuental-Zimmersrode, Schwalm-Eder-Kreis, entdeckt und ist in der&lt;br /&gt;
Flur »Heilswiese« zu verorten, die im Südosten des heutigen Orts liegt. Bei den Baumaßnahmen konnten neben Resten eines Töpferofens, wohl des stehenden Typs, auch der zugehörige Ausschuss der Keramikherstellung geborgen werden. Dieser kann zeitlich in das 9. Jahrhundert eingeordnet werden. Der Absatzraum der produzierten Ware ist noch unklar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Keramikfunde==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Keramik weist eine, starke, feinkörnige Quarzmagerung, darunter Braukohlenquarzite auf, die auf die Regional anstehenden Tone zurückzuführen ist. Zudem lassen Untersuchungen den Schluss zu, dass die Töpfer dem Ton, trotz der bereits vorhandenen natürlichen Magerung noch mittelgroben Quarzsand&lt;br /&gt;
zugegeben haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Produktionsausschuss weist unterschiedliche Farbtöne, die mehrheitlich mit einem bestimmten Härtegrad einhergehen auf. Die braunen Scherben sind meist&lt;br /&gt;
weich, die weißlich-gelben und rotbraunen hart und die grauen sehr hart bis klingend hart.Das Produktionsspektrum dominieren, abgesehen weniger Krüge und (Tüllen-)Kannen einfache Koch- und Vorratsgefäße, namentlich hochschultrig-bauchige Töpfe, aber auch kugelige Formen. Die Erzeugnisse sind nahezu unverziert, einzig die typische Facettierung der Wandung als dekoratives Element gewertet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hanauska 2005: P. Hanauska, Verkaufsschlager oder Ladenhüter? - Frühmittelalterliche Keramikproduktion in Neuental-Zimmersrode. Hessen Archäologie 2004, 2005, 125-127.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Fundstellenregest]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Töpferei]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>R. Dürr</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://amanz-balismink.rproxy.rz.uni-bamberg.de/balismink/index.php?title=Dieburg&amp;diff=9234</id>
		<title>Dieburg</title>
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		<updated>2025-04-17T11:59:30Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;R. Dürr: /* Literatur */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{stub}}&lt;br /&gt;
Dieburg (Lkr. Darmstadt-Dieburg)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Städtchen Dieburg ist ein wichtiger Töpferort im Rhein-Main-Gebiet, der sowohl aus schriftlichen als auch aus archäologischen Quellen bekannt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Forschungsgeschichte==&lt;br /&gt;
Schon lange wurde eine Produktion getauchter Ware in Dieburg vermutet. 1986 wurde am Fuchsberg 12-16 in der Vorstadt Minnefeld ein Töpfereibezirk ausgegraben.&lt;br /&gt;
2013 wurde in der Nähe des Bahnhofs ein Areal von 700m² mit den Resten von 13 Töpferöfen ausgegraben (Becker 2021).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Keramik==&lt;br /&gt;
*[[Getauchte Ware Dieburger Art (Hessen, SMa)]]&lt;br /&gt;
In Dieburg ist die Produktion getauchter Ware sowie von glasierten Nischenkacheln mit Reliefdekor vom sog. [[Tannenberg-Typ]] nachgewiesen.&lt;br /&gt;
==wichtige Fundstellen==&lt;br /&gt;
Nordwestlich vom Ort sind zahlreiche [[Tongrube]]n unter Wald erhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Töpfereien===&lt;br /&gt;
*Dieburg, Altstadt (Baumhauer 2003, Kat.Nr. 86a)&lt;br /&gt;
*Dieburg, Bahnhof (Baumhauer 2003, Kat.Nr. 86b)&lt;br /&gt;
*Dieburg, Fuchsberg 12-16 (Baumhauer 2003, Kat.Nr. 86c; Weiser 2003, 58f.)&lt;br /&gt;
*Dieburg, Wasserburg (Baumhauer 2003, Kat.Nr. 86d)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Schriftquellen==&lt;br /&gt;
(Murrmann 1989)&lt;br /&gt;
[[Datei:Dieburg Gnadenkapelle IMG 20230411 182903 kl.jpg|right|mini|thumb|Graffiti mit der Darstellung von Töpferschienen (Foto: R. Schreg, April 2023)]]&lt;br /&gt;
An der Apsis der Kirche St. Maria befinden sich Graffiti mit der Darstellung von [[Töpferschiene]]n, die inschriftlich ins 16. Jh. datiert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Fundverbleib==&lt;br /&gt;
*Stadt- und Kreismuseum Dieburg, Schloß Fechenbach&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*Baumhauer 2003: M. Baumhauer, Archäologische Studie zu ausgewählten Aspekten der mittelalterlichen Handwerkstopographie im deutschsprachigen Raum: Bestandsaufnahme der Handwerksbefunde vom 6. - 14. Jahrhundert und vergleichende Analyse (Tübingen 2003). - http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-opus-12458&lt;br /&gt;
*Becker 2021: T. Becker, Neue Ausgrabungen im Dieburger Töpferviertel Hessen Archäologie 2020 (2021), S. 297-302.&lt;br /&gt;
*Gross 1999: U. Gross, Töpferei des Hoch- und Spätmittelalters im städtischen Umfeld. In: R. Röber (Hrsg.),Von Schmieden, Würflern und Schreinern. Städtisches Handwerk im Mittelalter. ALManach 4 (Stuttgart 1999) 111–128. - DOI: 10.11588/artdok.00000731&lt;br /&gt;
*Murrmann 1988: P. Murrmann, Die historische Töpferschiene in Dieburg. Dieburger Kleine Schriften 2 (Dieburg 1988)&lt;br /&gt;
*Murrmann 1989: P. Murrmann, Archivalien zur Erforschung des spätmittelalterlichen Töpferhandwerks in Dieburg. Dieburger Kleine Schriften 7 (Dieburg 1989)&lt;br /&gt;
*Prüssing 2002: P. Prüssing, Ein Beitrag zur spätmittelalterlichen Ofengeschichte. Hessen Archäologie 2001 (2002), S. 155-158&lt;br /&gt;
*Prüssing/Prüssing 1990: G. Prüssing/P. Prüssing, Ein spätmittelalterlicher Töpfereibezirk in Dieburg, Kreis Darmstadt-Dieburg Erste Ergebnisse einer Ausgrabung in der ehemaligen Vorstadt Minnefeld, Fuchsberg 12-16, im Jahre 1986. Arch. Denkm. Hessen 89 (Wiesbaden 1990).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Links==&lt;br /&gt;
*[urn:nbn:de:0238-di049mz06k0026000 DI 49, Darmstadt, Darmstadt-Dieburg, Groß-Gerau, Nr. 260 (Sebastian Scholz), in: www.inschriften.net]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Fundstellenregest]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>R. Dürr</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://amanz-balismink.rproxy.rz.uni-bamberg.de/balismink/index.php?title=Rotbemalte_Heidenheimer_Ware_(Ostalb,_SMa)&amp;diff=9173</id>
		<title>Rotbemalte Heidenheimer Ware (Ostalb, SMa)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://amanz-balismink.rproxy.rz.uni-bamberg.de/balismink/index.php?title=Rotbemalte_Heidenheimer_Ware_(Ostalb,_SMa)&amp;diff=9173"/>
		<updated>2025-03-26T07:02:44Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;R. Dürr: /* Verbreitung */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Die rotbemalte Heidenheimer Ware wurde im ausgehenden Mittelalter und bis ins 16. Jahrhundert hinein produziert und nur regional vertrieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Forschungsgeschichte==&lt;br /&gt;
Nachdem Funde dieser Warenart im Heidenheimer Raum schon von mehreren Fundorten bekannt waren, vor allem vom forschungsgeschichtlich wichtigen Herwartstein (Lobbedey 1968, Taf. 42.27), wurde Fundmaterial von einem 1976 freigelegten und dokumentierten Töpferofen aus Großkuchen im Jahr 2019 von Herrn Dieter Eberth, einem Ehrenamtlichen Mitarbeiter dem Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg übergeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Andere Bezeichnungen===&lt;br /&gt;
*Rotbemalte jüngere Drehscheibenware Großkuchener Art&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Charakteristika==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Herstellungstechnik===&lt;br /&gt;
Es handelt sich um eine auf der schnelllaufenden Töpferscheibe gedrehte Ware. Sie wurde bei sehr hohen Temperaturen und unter Sauerstoffzufuhr gebrannt und ist sehr dünnwandig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Brand/ Farbe===&lt;br /&gt;
Die Ware gehört zu den oxidierend gebrannten, sehr helltonigen Produkten. Der Scherben ist sehr hart gebrannt (Mohs`sche Härte 5-6), weist eine schiefrige bis dichte Bruchstruktur und eine kreidige und zugleich rauhe Oberfläche auf. Auf der Außenseite scheint intentionell ein dünner Schlicküberzug aus der gleichen Tonmasse aufgetragen worden zu sein – nur an wenigen Stellen wird dieser durch Magerungspartikel durchstochen. Der Scherben ist stark gemagert. Die Magerung besteht ausschließlich aus gerundetem weißen Quarzsand (ca. 30%), wobei die Magerungspartikel unsortiert sind und Größen von 0,2-,5 mm aufweisen. Ihre [[Sphärizität]] ist hoch, der Rundungsgrad liegt bei 5.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Verzierungen===&lt;br /&gt;
Charakteristisch sind horizontale, gleichmäßig dünne Striche auf der Halspartie und im Schulterbereich. Es gibt Töpfe mit zwei parallelen Linien, zwischen welchen noch kleine Zierelemente in Form von diagonalen Häkchen oder in einem Fall ein Wellenband aufgebracht sind. Teilweise sind auch mehr als zwei parallele Linien erkennbar – dann können die untersten Linien bis zum Bauchumbruch hinab reichen. Auf fast einem Drittel aller Scherben mit Bemalung konnte jedoch festgestellt werden, dass direkt unterhalb des Gefäßhalses eine rote Linie den Beginn einer den gesamten Schulterbereich bedeckenden Partie mit sehr engen und ausgeprägten Drehrillen bildet, die hier eindeutig als Zierelement eingesetzt wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Gefäßformen==&lt;br /&gt;
Charakteristisch für die „Rotbemalte Heidenheimer Ware“ sind vor allem Töpfe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verbreitung==&lt;br /&gt;
Das Kernverbreitungsgebiet der „Rotbemalte Heidenheimer Ware“ ist eher kleinräumig und umgibt vor allem das direkte Umland Heidenheims. Der am weitesten entfernte Fundpunkt ist derzeit Ulm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Referenzkomplexe===&lt;br /&gt;
*[[Ulm]], Vestgasse, Rosengasse und [[Ulm, Nikolauskapelle|Nikolauskapelle]]&lt;br /&gt;
* Ulm, Olgastraße 121&lt;br /&gt;
*Burg Herwartstein bei Königsbronn&lt;br /&gt;
*Burg Katzenstein bei Dischingen&lt;br /&gt;
*Burg Kapfenburg bei Lauchheim&lt;br /&gt;
*Burg Kocherburg bei Unterkochen&lt;br /&gt;
*Heidenheim an der Brenz, diverse Fundstellen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Geislingen, Burg Helfenstein]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery&amp;gt;Geislingen, Helfenstein DSC 0079 - Kopie.JPG|Geislingen, Burg Helfenstein, [[Rotbemalte Heidenheimer Ware (Ostalb, SMa)]], Mus. Geislingen (Foto: R. Schreg 2022)&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kulturgeschichtliche Einordnung und sozialer Kontext==&lt;br /&gt;
Die rotbemalte Heidenheimer Ware gehört zu den [[Rotbemalte Waren|rotbemalten Waren]] des Spätmittelalters und ist der weiter westlich verbreiteten [[Rotbemalte schwäbische Feinware (Württemberg, SMa)|Buocher Ware]] zur Seite zu stellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturhinweise==&lt;br /&gt;
*Kottmann 2021: A. Kottmann, Der spätmittelalterliche Töpferofen aus Heidenheim-Großkuchen. Produktionsort der &amp;quot;rotbemalten Heidenheimer Ware&amp;quot;. In: D. Ade (Hrsg.), Sachgeschichte(n). Beiträge zu einer interdisziplinär verstandenen Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit. Festschrift für Barbara Scholkmann zum 80. Geburtstag (Tübingen 2021) 143-154. - http://dx.doi.org/10.15496/publikation-61467&lt;br /&gt;
*Lobbedey 1968: U. Lobbedey, Untersuchungen mittelalterlicher Keramik vornehmlich in Südwestdeutschland. Arb. Frühmittelalterforsch. 3 (Berlin 1968)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Keramik des 15. Jahrhunderts]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Keramik des 16. Jahrhunderts]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Warenart]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>R. Dürr</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://amanz-balismink.rproxy.rz.uni-bamberg.de/balismink/index.php?title=%C3%84ltere_graue_Drehscheibenware_(Kraichgau/_Oberrhein,_HMa)&amp;diff=8466</id>
		<title>Ältere graue Drehscheibenware (Kraichgau/ Oberrhein, HMa)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://amanz-balismink.rproxy.rz.uni-bamberg.de/balismink/index.php?title=%C3%84ltere_graue_Drehscheibenware_(Kraichgau/_Oberrhein,_HMa)&amp;diff=8466"/>
		<updated>2025-01-28T12:57:07Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;R. Dürr: /* Herstellungsbelege */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Die durch zylindrische, gerippte (geriefte) Hälse und einen horizontal abgestrichenen Rand (Typ Stetten) gekennzeichnete, meist dunkelgraue, meist mittelgrob gemagerte Warenart ist vor allem im nördlichen Neckarland bis in den Speyrer Raum verbreitet. Sie datiert ins 11. bis 12. Jahrhundert, ihre Anfänge scheinen allerdings weiter zurück zu reichen, da sich teilweise Formen und Verzierungen finden, die noch mit der Frühphase der [[Ältere gelbe Drehscheibenware (Südwestdeutschland, FMa/HMa)|älteren gelben Drehscheibenware]] vergleichbar sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:ABB226.jpg|thumb|center|600px|Ältere graue Drehscheibenware: 1-2 Speyer, 3 Heilbronn-Böckingen (Doppelhenkelkanne), 4-7 Stetten a.H. (4: Flasche), 8-11 Hirsau.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Forschungsgeschichte==&lt;br /&gt;
Funde der grauen Oberrheinischen Drehscheibenware wurden bereits in den 1960er Jahre von Uwe Lobbedey beschrieben. Damals hat Robert Koch aus dem Raum Heilbronn einige Funde vorgelegt und dabei auch den Typ Stetten definiert. Seitdem sind bei einigen Fundpublikationen weitere wichtige Beobachtungen gemacht worden, beispielsweise in Vaihingen/Enz, [[Ladenburg]] und [[Speyer, Vogelgesang]]. Eine Synthese des Forschungsstands zu Beginn der 1990er Jahre hat Uwe Gross geliefert. Anläßlich der Bearbeitung der Funde aus [[Renningen, Neuwiesenäcker]] entstand eine neue Zusammenschau der Ware (Schreg 2006, 126ff.). Hier ist die Ware als Gruppe 8 der Keramikfunde von Renningen geführt.&lt;br /&gt;
Etwas aus dem Blick blieb dabei der südliche Oberrheim sowie die Basler Region, wo 1079 Werner E. Stöckli im Anschluß an zwei vollständig in der Kirche von Kleinlützel aus dem Raum Basel zahlreiche Töpfe mit Linsenboden, Schulterriefung und schmalem [[Karniesrand]] zusammengestellt hat, die er der gerieften grauen Drehscheibenware anschloß und als &amp;quot;graue Basler Töpfe&amp;quot; bezeichnete (Stöckli 1979). Stöckli griff hier unter anderem auf Funde von [[Basel, Petersberg]] zurück und führte auch die [[Münzschatzgefäß]]e von Niederbipp und [[Holderbank (Kt. Solothurn), Alt-Bechburg‎‎]] an, die ins 12. Jahrhundert datieren.&lt;br /&gt;
===andere Bezeichnungen===&lt;br /&gt;
*geriefte graue Drehscheibenware&lt;br /&gt;
*graue oberrheinische Drehscheibenware&lt;br /&gt;
*graue geriefte oberrheinische Drehscheibenware&lt;br /&gt;
*graue Basler Töpfe (Stöckli 1979)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der von U. Lobbedey verwendete Begriff der grauen gerieften oberrheinischen Drehscheibenware ist heute außer Gebrauch, da Riefung auch bei der klassischen [[Jüngere Drehscheibenware|jüngeren Drehscheibenware]] geläufig ist (Koch 1967; Koch 1970; Gross 1991,49 ff.) und umgekehrt bei der älteren grauen Drehscheibenware die Riefung nicht zwingend vorhanden ist. Der in der französischen Forschung gebräuchliche Begriff der 'céramique grise cannelée' umfaßt somit auch weite Teile der jüngeren Drehscheibenware, für die im unteren Neckarland und am nördlichen Oberrhein auch später eine Riefung der Wandung charakteristisch ist (Henigfeld 1997).&lt;br /&gt;
Lobbedey hatte die ältere graue Drehscheibenware in den Kontext der [[jüngere Drehscheibenware|jüngeren Drehscheibenware]] gestellt. Die heutige Bezeichnung als ältere graue Drehscheibenware ist relativ zu den spätmittelalterlichen jüngeren Drehscheibenwaren zu sehen, ob Lobbedeys Konzept der [[ältere Drehscheibenware|älteren Drehscheibenware]] bei der Umbenennung eine Rolle spielte, ist forschungsgeschichtlich noch zu klären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Charakteristika==&lt;br /&gt;
===Herstellungstechnik===&lt;br /&gt;
Drehscheibenware&lt;br /&gt;
===Brand/ Farbe===&lt;br /&gt;
oftmals spöde bzw. weich, dunkelgrau bis schwarz, selten fast hellgrau&lt;br /&gt;
===Magerung===&lt;br /&gt;
mittel bis mittelgrob&lt;br /&gt;
Ansatzweise ist eine feiner und einer gröber gemagerte Variante zu differenzieren.&lt;br /&gt;
===Oberflächenbeschaffenheit===&lt;br /&gt;
sandig&lt;br /&gt;
[[Datei:Renningen Neuwiesenäcker (RS 1994) 08.jpg|thumb|center|500px|Renningen, Neuwiesenäcker: ältere graue Drehscheibenware Typ Stetten, Grabungen LDA Bad.-Württ, ALM Rastatt/ Mus. Renningen (Foto: R. Schreg)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Verzierungen===&lt;br /&gt;
An Verzierungen treten vereinzelt Rollstempel mit einfachen Rechtecken auf. Eine Ausnahme bilden Funde aus einem Brunnen der [[Wüstung Muffenheim bei Rastatt]], wo in der Verfüllung eines 2001 entdeckten Brunnens Scherben einer (?) Doppelhenkelkanne aus feinem grauem Ton gefunden wurden, die mit einem Rollstempel aus liegenden, ineinandergreifenden „S”-förmigen Elementen verziert sind, die als das Muster des laufenden Hundes ergeben. Solche Verzierungen sind ansonsten von der [[Orange Straßburger Drehscheibenware (Elsaß, HMa)|orangen Straßburger Drehscheibenware]] bekannt (Gross 2003).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einem Fundkomplex aus [[Pforzheim, Rathaushof]] wurden ausnahmsweise sehr viele Gefäße mit flächigen Rollstempeln, auch auf Bandhenkeln verziert (Damminger/ Dürr/ Lehmann 2023, 294).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Varianten==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:ABB227.jpg|thumb|right|600px|Orangefarbene Straßburger Ware, Straßburg.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eng verwandt ist die [[orange Straßburger Drehscheibenware (Elsaß, HMa)|orangefarbene Straßburger Ware]], die sich im Oberrheintal südlich von Straßburg findet. Charakteristisch ist hier die Stempelverzierung mit 'laufendem Hund'. Im Unterelsaß nördlich Straßburg tritt eine diese Verzierung jedoch auch auf [[Ältere graue Drehscheibenware (Unterelsaß, HMa)|grauer Drehscheibenware]] auf (Gross 2003, 30f.).&lt;br /&gt;
Ältere graue Drehscheibenware Elsässer Art (Gross 2019, 5) aus dem nordelsässer Raum um Soufflenheim zeigt große Ähnlichkeit mit der [[Ältere gelbe Drehscheibenware (Südwestdeutschland, FMa/HMa)|Elsässer Variante der älteren gelben Drehscheibenware]] mit ihrem feintonigen bis kreidigen Scherben (Châtelet u.a. 2005). Ein umfangreicher Bestand ist aus der [[Wüstung Muffenheim bei Rastatt]] bekannt (Gross 2016). In Baden-Württemberg konzentrieren sich die Fundplätze in unmittelbarer Rheinnähe südlich von Karlsruhe bis in die Ortenau im Süden, doch sind auch Funde aus der [[Wüstung Zimmern bei Stebbach]] bekannt, was auf weitere bisher unbekannte Vorkommen. &lt;br /&gt;
Ältere graue Drehscheibenware Elsässer Art schien in Baden-Württemberg bislang auf Fundplätze in unmittelbarer Rheinnähe beschränkt zu sein, und zwar auf die Landstiche . Das mit weitem Abstand größte Fundaufkommen liegt in der . Es ist analog zum Auftreten der optisch sehr viel auffälligeren Rotbemalten Elsässer Ware weit östlich des Oberrheins aber sicherlich davon auszugehen, daß auch sie – derzeit noch unerkannt- zumindest vereinzelt dorthin gelangte. In Frage kommen Orte, von denen Ältere graue Drehscheibenware vorliegt, wie etwa Bietigheim, die [[Wüstung Vöhingen bei Schwieberdingen]] oder [[Renningen, Neuwiesenäcker]].&lt;br /&gt;
Eine Datierung in das 10./12. Jahrhundert ergibt sich aus den identischen Randformen (Gross 2008, 146 Abb. 6).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Raum Mannheim tritt als Variante die [[Ältere braune Drehscheibenware (Neckarmündungsgebiet, HMa)]] auf (Gross 2012).&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=all&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Gefäßformen==&lt;br /&gt;
Das Formenspektrum besteht überwiegend aus Töpfen, aber auch Kannen. Die bauchigen Gefäße besitzen Linsen- oder seltener Standböden.&lt;br /&gt;
[[Linsenboden|Linsenböden]] überwiegen gegenüber Standböden sehr deutlich (anders als bei später „westlicher“ Älterer gelber Drehscheibenware).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Randformen==&lt;br /&gt;
Typisch sind Wulstränder mit einem zylinderförmigen gerieften Hals, die R. Koch (1967) anhand von Funden aus Stetten am Heuchelberg umschrieben hatte und die demnach in der Literatur bisweilen als Typ Stetten bezeichnet werden. Bisweilen wurden sie auch als [[Kragleistenrand]] bezeichnet(z.B. Caroll-Spillecke 1999, S. 50). Unverdickte Schrägränder und Ränder mit schmalem unprofiliertem Hals vertreten eine frühere Ausprägung; weit ausgezogene, leistenartige Randbildungen, wie sie in dem im späten 12. Jahrhundert verfüllten Schacht in [[Hirsau, Kloster St. Peter und Paul‏‎]] vorhanden sind, bilden eine späte Form (Grass 1991a, 139 ff.). Hier findet sich dann auch eine Riefung, wie sie für die spätmittelalterlichen Drehscheibenware typisch wird. &lt;br /&gt;
*Typ Stetten: zylindrisch, gerippter (geriefter) Hals mit horizontal abgestrichenem Rand &lt;br /&gt;
*ausgebogene Ränder&lt;br /&gt;
**leicht ausgebogener, oben abgeplatteter Rand ohne ausgeprägte Randverdickung und ohne deutliche Halsbildung&lt;br /&gt;
**deutlich ausgeprägter zylindrischer Hals, aber nur eine leichte wulstartige Randlippe&lt;br /&gt;
*horizontal abgestrichener steiler Rand über ungerieftem Hals&lt;br /&gt;
*keulenartig verdickter Rand&lt;br /&gt;
*schmaler ausgebogener, oben bisweilen horizontal abgestrichener [[Karniesrand]]. Die Randform wurde von Stöckli 1979 ausgehend von Funden aus der Kirche von Kleinlützel beschrieben und könnte - das sei hier vorgeschlagen - als Typ Kleinlützel bezeichnet werden. &lt;br /&gt;
[[Datei:Renningen Neuwiesenäcker ägrD.png|thumb|center|300px|Renningen, Neuwiesenäcker: ältere graue Drehscheibenware Typ Stetten (Schreg 2006 Taf 29,3)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Chronologie==&lt;br /&gt;
Die ältere graue Drehscheibenware datiert überwiegend ins 11./12. Jahrhundert. Die Anfänge sind noch unklar.&lt;br /&gt;
Mit den ausgebogenen Rändern sind also wohl Vorläufer des Typs Stetten zu fassen. Gross hatte schon vor Jahren aufgrund von Formentsprechungen zur älteren gelben Drehscheibenware und jüngst durch die Fundkombination von Rändern der Form 40 mit dem Typ Runder Berg in einer Grube der Wüstung Böllingen bei Heilbronn einen Beginn noch vor der Jahrtausendwende postuliert. Auch der horizontal abgestrichene steile Rand über einem ungerieftem Hals dürfte in die Frühzeit gehören, tritt er doch ab dem 9. Jahrhundert auch bei der älteren gelben Drehscheibenware auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Funde vom Typ Stetten liegen aus Jagstfeld und Stetten a. H. vor, wo sie jeweils mit älterer gelber Drehscheibenware des Typs Jagstfeld kombiniert waren. Zur Festlegung des zeitlichen Endes der älteren grauen Drehscheibenware argumentiert Gross mit ihrem Fehlen in den ältesten Befunden in Stammheim und Eschelbronn, die jeweils in die erste Hälfte des 13. Jahrhunderts datieren. In Vaihingen/Enz und Durlach ist ältere graue Drehscheibenware in Schichten der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts durchaus noch in größerer Zahl vorhanden, wobei eine Verlagerung aus älterem Kontext fraglich bleibt. Man wird wohl mit einem Fortdauern der älteren grauen Drehscheibenware bis ins späte 13. Jahrhundert rechnen müssen. Die Töpferei von Binau [Neckar-Odenwald-Kreis) deutet eine regionale Weiterentwicklung der älteren gelben Drehscheibenware an, denn hier lassen die Produkte einer reduzierend aber auch oxidierend gebrannten [[jüngere Drehscheibenware|jüngeren Drehscheibenware]] aus dem 13./14. Jahrhundert etwa mit dem Fortbestand von [[Linsenboden|Linsenböden]] eine Traditionslinie erkennen (Gross 1999).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ränder des Typs Kleinlützel - schmale, bisweilen oben horizontal abgestrichene Karniesränder - lassen sich etwa durch das [[Münzschatzgefäß]] von [[Niederbipp (Kt. Bern)]] um 1175-90 einordnen.&lt;br /&gt;
[[Datei:Niederbipp (Lobbedey 1968 Taf 23 42).jpg|thumb|300px|center|Niederbipp (Kt. Bern): Münzschatzgefäß von 1897, um 1175-90, nachgedrehte Keramik (verändert nach Lobbedey 1968 Taf. 23,42) ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verbreitung==&lt;br /&gt;
Das Hauptverbreitungsgebiet liegt im Kraichgau,wo es sich an den meisten Fundplätzen um die dominierende Warenart handelt, In Renningen scheint es sich um Importmaterial zu handeln. Rechtsrheinisch im Norden über den Kraichgau hinaus bis nach Mannheim stark vertreten, nicht mehr dagegen im unmittelbar benachbarten Südhessen (fehlt in Zullestein, Lorsch).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*https://www.google.com/maps/d/edit?mid=13lYvBJTqNDp8d9A3eN797mlnXCk&amp;amp;usp=sharing&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Varianten===&lt;br /&gt;
Inzwischen zeichnet sich die Möglichkeit einer Ausdifferenzierung einer feineren Variante ab, die  man mit einer Produktion im Elsass in Verbindung bringt und die als [[Ältere graue Drehscheibenware (Unterelsaß, HMa)|ältere graue Elsässer Ware]] bezeichnet wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am südlichen Oberrhein und insbesondere im Raum Basel zeigt sich mit den &amp;quot;grauen Basler Töpfen&amp;quot; (Stöckli 1979) mit Rändern des Typs Kleinlützel eine regionale Variante, die [[graue geriefte Drehscheibenware (Basel, HMa)]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Neckarmündungsgebiet ist die [[Ältere braune Drehscheibenware (Neckarmündungsgebiet, HMa)]] vertreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===wichtige Fundkomplexe===&lt;br /&gt;
u.a.&lt;br /&gt;
*Cleebronn, Wüstung Balzhofen (Fundber. Bad.-Württ. 22/2, 1998, 232)&lt;br /&gt;
*Cleebronn, Wüstung  (Nieder-)Ramsbach (Fundber. Bad.-Württ. 22/2, 1998, 232)&lt;br /&gt;
*Durlach, Turmberg&lt;br /&gt;
*[[Hirsau, Kloster St. Peter und Paul‏‎]]: insbesondere Verfüllung eines Schachtes aus dem späten 12. Jahrhundert&lt;br /&gt;
*[[Holderbank (Kt. Solothurn), Alt-Bechburg]]&lt;br /&gt;
*Horrenberg (Gde. Dielheim, Rhein-Neckar-Kreis); Burg Horrenberg (Fundber. Bad.-Württ. 22/2, 1998, 233)&lt;br /&gt;
*[[Ladenburg]], Kellereiplatz&lt;br /&gt;
*[[Niederbipp (Kt. Bern)]]&lt;br /&gt;
*Pforzheim, Rathaushof (Damminger/ Dürr/ Lehmann 2023)&lt;br /&gt;
*Sandhausen, Heidelberger-Straße/Ecke Hauptstraße  (Fundber. Bad.-Württ 22/2, 1998, 275f.) &lt;br /&gt;
*[[Speyer, Vogelgesang]] (Wüstung Winternheim)&lt;br /&gt;
*Stetten am Heuchelberg&lt;br /&gt;
*[[Renningen, Neuwiesenäcker]]&lt;br /&gt;
*[[Vaihingen/Enz, St. Peter]]&lt;br /&gt;
*[[Wüstung Muffenheim bei Rastatt]]&lt;br /&gt;
*Wieblingen (Stadt Heidelberg) (Fundber. Ba,-Württ 22/2, 1998, 244f.)&lt;br /&gt;
*[[Wiesloch]], Wüstung Frauweiler&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Herstellungsbelege==&lt;br /&gt;
*[[Bad Schönborn-Langenbrücken]] (Gross 1991, Taf. 31) zusammen mit Kugeltöpfen)&lt;br /&gt;
*Collenberg, Kirschfurter Höfe (Baumhauer 2003, Kat. Nr. 219)&lt;br /&gt;
*Pfaffenhofen (Lkr. Heilbronn) (Hinweis U. Gross - in Bearbeitung durch Dürr/Goldstein, LAD Esslingen)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Töpferei von Binau [Neckar-Odenwald-Kreis) produzierte im 13./14. Jh. eine [[jüngere Drehscheibenware]] teils mit [[Karniesrand]]bildungen, die jedoch Anklänge an die Ältere graue Drehscheibenware zeigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kulturgeschichtliche Einordnung und sozialer Kontext==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturhinweise==&lt;br /&gt;
*Châtelet u.a. 2005: M. Châtelet/M. Picon/G. Thierrin-Michael/Y. Waksman, Une centralisation des ateliers de céramiques au VIIe siècle? bilan d'un programme d'analyses sur la production de la céramique en Alsace et en Pays de Bade pendant la période du haut Moyen Âge. Arch. Médiévale 35, 2005, 11-38.&lt;br /&gt;
*Damminger/ Dürr/ Lehmann 2023: F. Damminger/ R. Dürr/ M. Lehmann, Rückkehr zum Rathaushof - Abschließende Untersuchungen im Bereich des Dominikanerklosters in Pforzheim. Arch. Ausgr. Bad.-Württ. 2022 (2023), 291-295.&lt;br /&gt;
*Gross 1991:U. Gross, Mittelalterliche Keramik zwischen Neckarmündung und Schwäbischer Alb. Bemerkungen zur räumlichen Entwicklung und zeitlichen Gliederung. Forsch. u. Ber. Arch. Mittelalter Bad.-Württ. 12 (Stuttgart 1991).&lt;br /&gt;
*Gross 1991a: U. Gross, Die Keramik-, Bein- und Metallfunde in dem gemauerten Schacht bei St. Peter und Paul. In: ,Hirsau St. Peter und Paul 1091-1991. Zur Archäologie und Kunstgeschichte. Forschungen und Berichte der Archäologie des Mittelalters in Baden-Württemberg 10,1 (Stuttgart 1991) 139–178.&lt;br /&gt;
*Gross 2003: U. Gross, Funde bislang unbekannter hochmittelalterlicher rollstempelverzierter Keramik aus der Wüstung Muffenheim, Gemarkungen Ottersdorf und Plittersdorf, Stadt Rastatt. Archäologische Nachrichten aus Baden 67, 2003, 30-36 - https://www.doi.org/10.11588/artdok.00000685&lt;br /&gt;
*Gross 2008: U. Gross, Transitionen - Übergangsphänomene bei südwestdeutschen Keramikgruppen des frühen und hohen Mittelalters. In: Stratigraphie und Gefüge. Beiträge zur Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit und zur historischen Bauforschung; Festschrift für Hartmut Schäfer zum 65. Geburtstag. Forschungen und Berichte der Archäologie des Mittelalters in Baden-Württemberg 28 (Stuttgart 2008) 139–150.&lt;br /&gt;
*Gross 2012: U. Gross, Die mittelalterlichen und neuzeitlichen Keramikfunde. In: Ein Beitrag zur Archäologie des ländlichen Raumes im Rhein-Neckar-Kreis. Untersuchungen eines Gehöfts in Neckarhausen (Hauptstraße 379). Bausteine zur Ortsgeschichte Edingen-Neckarhausen (Edingen-Neckarhausen 2012) 161–188.&lt;br /&gt;
*Gross 2003: U. Gross, Funde bislang unbekannter hochmittelalterlicher rollstempelverzierter Keramik aus der Wüstung Muffenheim, Gemarkungen Ottersdorf und Plittersdorf, Stadt Rastatt. Arch. Nachr. Baden 67, 2003, 30–36.&lt;br /&gt;
*Gross 2016: U. Gross, Keramikfunde aus der Wüstung Muffenheim, Gemarkungen Rastatt-Ottersdorf und Rastatt-Plittersdorf (Heidelberg 2016). -  https://doi.org/10.11588/artdok.00004117.&lt;br /&gt;
*Gross 2019: U. Gross, Keramik aus der Nachbarschaft. Ware Neuhausener Art, Rotbemalte Elsässer Ware, Ältere graue Drehscheibenware Elsässer Art, Ältere Albware, Ältere gelbe Drehscheibenware (Typ Jagstfeld) und Buocher Feinware im Kraichgau. Beiträge zur mittelalterlichen und neuzeitlichen Keramik in Südwestdeutschland (Heidelberg 2019). - doi:10.11588/ARTDOK.00006571&lt;br /&gt;
*Henigfeld 1997: Y. Henigfeld, La céramique grise 'cannelée' dans la vallée du Rhin superieur (XIe - XVIe s.). État de la question. Arch. médievale 26, 1997, 109-144.&lt;br /&gt;
*Koch 1967: R. Koch, Frühmittelalterliche Keramik aus Esslingen-Sirnau, Heilbronn-Böckingen und Stetten am Heuchelberg. Fundber. Schwaben N.F. 18/I, 1967, 264.279.&lt;br /&gt;
*Koch 1970: R. Koch, Eine mittelalterliche Keramikgruppe aus dem Kraichgau. Der Kraichgau 2, 1970, 168-173.&lt;br /&gt;
*Lobbedey 1968: U. Lobbedey, Untersuchungen mittelalterlicher Keramik vornehmlich in Südwestdeutschland. Arb. Frühmittelalterforsch. 3 (Berlin 1968).&lt;br /&gt;
*Lutz 1977: D. Lutz, Die Untersuchungen auf dem Turmberg bei Karlsruhe-Durlach. In: ,Forschungen und Berichte zur Archäologie des Mittelalters in Baden-Württemberg 4 (Stuttgart 1977) 173–207.&lt;br /&gt;
*Schäfer/Gross 1983: H. Schäfer/U. Gross, Die ehemalige Peterskirche in Vaihingen/ Enz. In: ,Forschungen und Berichte der Archäologie des Mittelalters in Baden-Württemberg 8 (Tübingen 1983) 5–56.&lt;br /&gt;
*Schallmeyer/Gross 1983: E. Schallmeyer/U. Gross, Die mittelalterlichen und neuzeitlichen Befunde und Funde der Grabungen auf dem Gelände des Domhofes in Ladenburg, Rhein-Neckar-Kreis, 1980 und 1981. In: ,Forschungen und Berichte der Archäologie des Mittelalters in Baden-Württemberg 8 (Tübingen 1983) 79–138.&lt;br /&gt;
*Schneid 1988: I. Schneid, Früh- und hochmittelalterliche Keramik aus Ladenburg a.N., Rhein-Neckar-Kreis. Das Material der Grabungen an der Realschulstraße und am Kellereiplatz (Würzburg 1988).&lt;br /&gt;
*Schreg 2006: R. Schreg, Dorfgenese in Südwestdeutschland. Das Renninger Becken im Mittelalter. Materialh. Arch. Bad.-Württ. 76 (Stuttgart 2006).&lt;br /&gt;
*Stöckli 1979: W. E. Stöckli, Keramik in der Kirche des ehemaligen Augustiner-Chorherren-Stifts in Kleinlützel. Archäologie des Kantons Solothurn 1, 1979, 14–48.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Keramik des 10. Jahrhunderts]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Keramik des 11. Jahrhunderts]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Keramik des 12. Jahrhunderts]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Warenart]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>R. Dürr</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://amanz-balismink.rproxy.rz.uni-bamberg.de/balismink/index.php?title=%C3%84ltere_graue_Drehscheibenware_(Kraichgau/_Oberrhein,_HMa)&amp;diff=8465</id>
		<title>Ältere graue Drehscheibenware (Kraichgau/ Oberrhein, HMa)</title>
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		<updated>2025-01-28T12:55:37Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;R. Dürr: /* Randformen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Die durch zylindrische, gerippte (geriefte) Hälse und einen horizontal abgestrichenen Rand (Typ Stetten) gekennzeichnete, meist dunkelgraue, meist mittelgrob gemagerte Warenart ist vor allem im nördlichen Neckarland bis in den Speyrer Raum verbreitet. Sie datiert ins 11. bis 12. Jahrhundert, ihre Anfänge scheinen allerdings weiter zurück zu reichen, da sich teilweise Formen und Verzierungen finden, die noch mit der Frühphase der [[Ältere gelbe Drehscheibenware (Südwestdeutschland, FMa/HMa)|älteren gelben Drehscheibenware]] vergleichbar sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:ABB226.jpg|thumb|center|600px|Ältere graue Drehscheibenware: 1-2 Speyer, 3 Heilbronn-Böckingen (Doppelhenkelkanne), 4-7 Stetten a.H. (4: Flasche), 8-11 Hirsau.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Forschungsgeschichte==&lt;br /&gt;
Funde der grauen Oberrheinischen Drehscheibenware wurden bereits in den 1960er Jahre von Uwe Lobbedey beschrieben. Damals hat Robert Koch aus dem Raum Heilbronn einige Funde vorgelegt und dabei auch den Typ Stetten definiert. Seitdem sind bei einigen Fundpublikationen weitere wichtige Beobachtungen gemacht worden, beispielsweise in Vaihingen/Enz, [[Ladenburg]] und [[Speyer, Vogelgesang]]. Eine Synthese des Forschungsstands zu Beginn der 1990er Jahre hat Uwe Gross geliefert. Anläßlich der Bearbeitung der Funde aus [[Renningen, Neuwiesenäcker]] entstand eine neue Zusammenschau der Ware (Schreg 2006, 126ff.). Hier ist die Ware als Gruppe 8 der Keramikfunde von Renningen geführt.&lt;br /&gt;
Etwas aus dem Blick blieb dabei der südliche Oberrheim sowie die Basler Region, wo 1079 Werner E. Stöckli im Anschluß an zwei vollständig in der Kirche von Kleinlützel aus dem Raum Basel zahlreiche Töpfe mit Linsenboden, Schulterriefung und schmalem [[Karniesrand]] zusammengestellt hat, die er der gerieften grauen Drehscheibenware anschloß und als &amp;quot;graue Basler Töpfe&amp;quot; bezeichnete (Stöckli 1979). Stöckli griff hier unter anderem auf Funde von [[Basel, Petersberg]] zurück und führte auch die [[Münzschatzgefäß]]e von Niederbipp und [[Holderbank (Kt. Solothurn), Alt-Bechburg‎‎]] an, die ins 12. Jahrhundert datieren.&lt;br /&gt;
===andere Bezeichnungen===&lt;br /&gt;
*geriefte graue Drehscheibenware&lt;br /&gt;
*graue oberrheinische Drehscheibenware&lt;br /&gt;
*graue geriefte oberrheinische Drehscheibenware&lt;br /&gt;
*graue Basler Töpfe (Stöckli 1979)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der von U. Lobbedey verwendete Begriff der grauen gerieften oberrheinischen Drehscheibenware ist heute außer Gebrauch, da Riefung auch bei der klassischen [[Jüngere Drehscheibenware|jüngeren Drehscheibenware]] geläufig ist (Koch 1967; Koch 1970; Gross 1991,49 ff.) und umgekehrt bei der älteren grauen Drehscheibenware die Riefung nicht zwingend vorhanden ist. Der in der französischen Forschung gebräuchliche Begriff der 'céramique grise cannelée' umfaßt somit auch weite Teile der jüngeren Drehscheibenware, für die im unteren Neckarland und am nördlichen Oberrhein auch später eine Riefung der Wandung charakteristisch ist (Henigfeld 1997).&lt;br /&gt;
Lobbedey hatte die ältere graue Drehscheibenware in den Kontext der [[jüngere Drehscheibenware|jüngeren Drehscheibenware]] gestellt. Die heutige Bezeichnung als ältere graue Drehscheibenware ist relativ zu den spätmittelalterlichen jüngeren Drehscheibenwaren zu sehen, ob Lobbedeys Konzept der [[ältere Drehscheibenware|älteren Drehscheibenware]] bei der Umbenennung eine Rolle spielte, ist forschungsgeschichtlich noch zu klären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Charakteristika==&lt;br /&gt;
===Herstellungstechnik===&lt;br /&gt;
Drehscheibenware&lt;br /&gt;
===Brand/ Farbe===&lt;br /&gt;
oftmals spöde bzw. weich, dunkelgrau bis schwarz, selten fast hellgrau&lt;br /&gt;
===Magerung===&lt;br /&gt;
mittel bis mittelgrob&lt;br /&gt;
Ansatzweise ist eine feiner und einer gröber gemagerte Variante zu differenzieren.&lt;br /&gt;
===Oberflächenbeschaffenheit===&lt;br /&gt;
sandig&lt;br /&gt;
[[Datei:Renningen Neuwiesenäcker (RS 1994) 08.jpg|thumb|center|500px|Renningen, Neuwiesenäcker: ältere graue Drehscheibenware Typ Stetten, Grabungen LDA Bad.-Württ, ALM Rastatt/ Mus. Renningen (Foto: R. Schreg)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Verzierungen===&lt;br /&gt;
An Verzierungen treten vereinzelt Rollstempel mit einfachen Rechtecken auf. Eine Ausnahme bilden Funde aus einem Brunnen der [[Wüstung Muffenheim bei Rastatt]], wo in der Verfüllung eines 2001 entdeckten Brunnens Scherben einer (?) Doppelhenkelkanne aus feinem grauem Ton gefunden wurden, die mit einem Rollstempel aus liegenden, ineinandergreifenden „S”-förmigen Elementen verziert sind, die als das Muster des laufenden Hundes ergeben. Solche Verzierungen sind ansonsten von der [[Orange Straßburger Drehscheibenware (Elsaß, HMa)|orangen Straßburger Drehscheibenware]] bekannt (Gross 2003).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einem Fundkomplex aus [[Pforzheim, Rathaushof]] wurden ausnahmsweise sehr viele Gefäße mit flächigen Rollstempeln, auch auf Bandhenkeln verziert (Damminger/ Dürr/ Lehmann 2023, 294).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Varianten==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:ABB227.jpg|thumb|right|600px|Orangefarbene Straßburger Ware, Straßburg.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eng verwandt ist die [[orange Straßburger Drehscheibenware (Elsaß, HMa)|orangefarbene Straßburger Ware]], die sich im Oberrheintal südlich von Straßburg findet. Charakteristisch ist hier die Stempelverzierung mit 'laufendem Hund'. Im Unterelsaß nördlich Straßburg tritt eine diese Verzierung jedoch auch auf [[Ältere graue Drehscheibenware (Unterelsaß, HMa)|grauer Drehscheibenware]] auf (Gross 2003, 30f.).&lt;br /&gt;
Ältere graue Drehscheibenware Elsässer Art (Gross 2019, 5) aus dem nordelsässer Raum um Soufflenheim zeigt große Ähnlichkeit mit der [[Ältere gelbe Drehscheibenware (Südwestdeutschland, FMa/HMa)|Elsässer Variante der älteren gelben Drehscheibenware]] mit ihrem feintonigen bis kreidigen Scherben (Châtelet u.a. 2005). Ein umfangreicher Bestand ist aus der [[Wüstung Muffenheim bei Rastatt]] bekannt (Gross 2016). In Baden-Württemberg konzentrieren sich die Fundplätze in unmittelbarer Rheinnähe südlich von Karlsruhe bis in die Ortenau im Süden, doch sind auch Funde aus der [[Wüstung Zimmern bei Stebbach]] bekannt, was auf weitere bisher unbekannte Vorkommen. &lt;br /&gt;
Ältere graue Drehscheibenware Elsässer Art schien in Baden-Württemberg bislang auf Fundplätze in unmittelbarer Rheinnähe beschränkt zu sein, und zwar auf die Landstiche . Das mit weitem Abstand größte Fundaufkommen liegt in der . Es ist analog zum Auftreten der optisch sehr viel auffälligeren Rotbemalten Elsässer Ware weit östlich des Oberrheins aber sicherlich davon auszugehen, daß auch sie – derzeit noch unerkannt- zumindest vereinzelt dorthin gelangte. In Frage kommen Orte, von denen Ältere graue Drehscheibenware vorliegt, wie etwa Bietigheim, die [[Wüstung Vöhingen bei Schwieberdingen]] oder [[Renningen, Neuwiesenäcker]].&lt;br /&gt;
Eine Datierung in das 10./12. Jahrhundert ergibt sich aus den identischen Randformen (Gross 2008, 146 Abb. 6).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Raum Mannheim tritt als Variante die [[Ältere braune Drehscheibenware (Neckarmündungsgebiet, HMa)]] auf (Gross 2012).&lt;br /&gt;
&amp;lt;br clear=all&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Gefäßformen==&lt;br /&gt;
Das Formenspektrum besteht überwiegend aus Töpfen, aber auch Kannen. Die bauchigen Gefäße besitzen Linsen- oder seltener Standböden.&lt;br /&gt;
[[Linsenboden|Linsenböden]] überwiegen gegenüber Standböden sehr deutlich (anders als bei später „westlicher“ Älterer gelber Drehscheibenware).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Randformen==&lt;br /&gt;
Typisch sind Wulstränder mit einem zylinderförmigen gerieften Hals, die R. Koch (1967) anhand von Funden aus Stetten am Heuchelberg umschrieben hatte und die demnach in der Literatur bisweilen als Typ Stetten bezeichnet werden. Bisweilen wurden sie auch als [[Kragleistenrand]] bezeichnet(z.B. Caroll-Spillecke 1999, S. 50). Unverdickte Schrägränder und Ränder mit schmalem unprofiliertem Hals vertreten eine frühere Ausprägung; weit ausgezogene, leistenartige Randbildungen, wie sie in dem im späten 12. Jahrhundert verfüllten Schacht in [[Hirsau, Kloster St. Peter und Paul‏‎]] vorhanden sind, bilden eine späte Form (Grass 1991a, 139 ff.). Hier findet sich dann auch eine Riefung, wie sie für die spätmittelalterlichen Drehscheibenware typisch wird. &lt;br /&gt;
*Typ Stetten: zylindrisch, gerippter (geriefter) Hals mit horizontal abgestrichenem Rand &lt;br /&gt;
*ausgebogene Ränder&lt;br /&gt;
**leicht ausgebogener, oben abgeplatteter Rand ohne ausgeprägte Randverdickung und ohne deutliche Halsbildung&lt;br /&gt;
**deutlich ausgeprägter zylindrischer Hals, aber nur eine leichte wulstartige Randlippe&lt;br /&gt;
*horizontal abgestrichener steiler Rand über ungerieftem Hals&lt;br /&gt;
*keulenartig verdickter Rand&lt;br /&gt;
*schmaler ausgebogener, oben bisweilen horizontal abgestrichener [[Karniesrand]]. Die Randform wurde von Stöckli 1979 ausgehend von Funden aus der Kirche von Kleinlützel beschrieben und könnte - das sei hier vorgeschlagen - als Typ Kleinlützel bezeichnet werden. &lt;br /&gt;
[[Datei:Renningen Neuwiesenäcker ägrD.png|thumb|center|300px|Renningen, Neuwiesenäcker: ältere graue Drehscheibenware Typ Stetten (Schreg 2006 Taf 29,3)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Chronologie==&lt;br /&gt;
Die ältere graue Drehscheibenware datiert überwiegend ins 11./12. Jahrhundert. Die Anfänge sind noch unklar.&lt;br /&gt;
Mit den ausgebogenen Rändern sind also wohl Vorläufer des Typs Stetten zu fassen. Gross hatte schon vor Jahren aufgrund von Formentsprechungen zur älteren gelben Drehscheibenware und jüngst durch die Fundkombination von Rändern der Form 40 mit dem Typ Runder Berg in einer Grube der Wüstung Böllingen bei Heilbronn einen Beginn noch vor der Jahrtausendwende postuliert. Auch der horizontal abgestrichene steile Rand über einem ungerieftem Hals dürfte in die Frühzeit gehören, tritt er doch ab dem 9. Jahrhundert auch bei der älteren gelben Drehscheibenware auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Funde vom Typ Stetten liegen aus Jagstfeld und Stetten a. H. vor, wo sie jeweils mit älterer gelber Drehscheibenware des Typs Jagstfeld kombiniert waren. Zur Festlegung des zeitlichen Endes der älteren grauen Drehscheibenware argumentiert Gross mit ihrem Fehlen in den ältesten Befunden in Stammheim und Eschelbronn, die jeweils in die erste Hälfte des 13. Jahrhunderts datieren. In Vaihingen/Enz und Durlach ist ältere graue Drehscheibenware in Schichten der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts durchaus noch in größerer Zahl vorhanden, wobei eine Verlagerung aus älterem Kontext fraglich bleibt. Man wird wohl mit einem Fortdauern der älteren grauen Drehscheibenware bis ins späte 13. Jahrhundert rechnen müssen. Die Töpferei von Binau [Neckar-Odenwald-Kreis) deutet eine regionale Weiterentwicklung der älteren gelben Drehscheibenware an, denn hier lassen die Produkte einer reduzierend aber auch oxidierend gebrannten [[jüngere Drehscheibenware|jüngeren Drehscheibenware]] aus dem 13./14. Jahrhundert etwa mit dem Fortbestand von [[Linsenboden|Linsenböden]] eine Traditionslinie erkennen (Gross 1999).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ränder des Typs Kleinlützel - schmale, bisweilen oben horizontal abgestrichene Karniesränder - lassen sich etwa durch das [[Münzschatzgefäß]] von [[Niederbipp (Kt. Bern)]] um 1175-90 einordnen.&lt;br /&gt;
[[Datei:Niederbipp (Lobbedey 1968 Taf 23 42).jpg|thumb|300px|center|Niederbipp (Kt. Bern): Münzschatzgefäß von 1897, um 1175-90, nachgedrehte Keramik (verändert nach Lobbedey 1968 Taf. 23,42) ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verbreitung==&lt;br /&gt;
Das Hauptverbreitungsgebiet liegt im Kraichgau,wo es sich an den meisten Fundplätzen um die dominierende Warenart handelt, In Renningen scheint es sich um Importmaterial zu handeln. Rechtsrheinisch im Norden über den Kraichgau hinaus bis nach Mannheim stark vertreten, nicht mehr dagegen im unmittelbar benachbarten Südhessen (fehlt in Zullestein, Lorsch).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*https://www.google.com/maps/d/edit?mid=13lYvBJTqNDp8d9A3eN797mlnXCk&amp;amp;usp=sharing&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Varianten===&lt;br /&gt;
Inzwischen zeichnet sich die Möglichkeit einer Ausdifferenzierung einer feineren Variante ab, die  man mit einer Produktion im Elsass in Verbindung bringt und die als [[Ältere graue Drehscheibenware (Unterelsaß, HMa)|ältere graue Elsässer Ware]] bezeichnet wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am südlichen Oberrhein und insbesondere im Raum Basel zeigt sich mit den &amp;quot;grauen Basler Töpfen&amp;quot; (Stöckli 1979) mit Rändern des Typs Kleinlützel eine regionale Variante, die [[graue geriefte Drehscheibenware (Basel, HMa)]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Neckarmündungsgebiet ist die [[Ältere braune Drehscheibenware (Neckarmündungsgebiet, HMa)]] vertreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===wichtige Fundkomplexe===&lt;br /&gt;
u.a.&lt;br /&gt;
*Cleebronn, Wüstung Balzhofen (Fundber. Bad.-Württ. 22/2, 1998, 232)&lt;br /&gt;
*Cleebronn, Wüstung  (Nieder-)Ramsbach (Fundber. Bad.-Württ. 22/2, 1998, 232)&lt;br /&gt;
*Durlach, Turmberg&lt;br /&gt;
*[[Hirsau, Kloster St. Peter und Paul‏‎]]: insbesondere Verfüllung eines Schachtes aus dem späten 12. Jahrhundert&lt;br /&gt;
*[[Holderbank (Kt. Solothurn), Alt-Bechburg]]&lt;br /&gt;
*Horrenberg (Gde. Dielheim, Rhein-Neckar-Kreis); Burg Horrenberg (Fundber. Bad.-Württ. 22/2, 1998, 233)&lt;br /&gt;
*[[Ladenburg]], Kellereiplatz&lt;br /&gt;
*[[Niederbipp (Kt. Bern)]]&lt;br /&gt;
*Pforzheim, Rathaushof (Damminger/ Dürr/ Lehmann 2023)&lt;br /&gt;
*Sandhausen, Heidelberger-Straße/Ecke Hauptstraße  (Fundber. Bad.-Württ 22/2, 1998, 275f.) &lt;br /&gt;
*[[Speyer, Vogelgesang]] (Wüstung Winternheim)&lt;br /&gt;
*Stetten am Heuchelberg&lt;br /&gt;
*[[Renningen, Neuwiesenäcker]]&lt;br /&gt;
*[[Vaihingen/Enz, St. Peter]]&lt;br /&gt;
*[[Wüstung Muffenheim bei Rastatt]]&lt;br /&gt;
*Wieblingen (Stadt Heidelberg) (Fundber. Ba,-Württ 22/2, 1998, 244f.)&lt;br /&gt;
*[[Wiesloch]], Wüstung Frauweiler&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Herstellungsbelege==&lt;br /&gt;
*[[Bad Schönborn-Langenbrücken]] (Gross 1991, Taf. 31) zusammen mit Kugeltöpfen)&lt;br /&gt;
*Collenberg, Kirschfurter Höfe (Baumhauer 2003, Kat.Nr. 219)&lt;br /&gt;
*Weiler an der Zaber (Hinweis U. Gross - in Bearbeitung durch LAD Esslingen)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Töpferei von Binau [Neckar-Odenwald-Kreis) produzierte im 13./14. Jh. eine [[jüngere Drehscheibenware]] teils mit [[Karniesrand]]bildungen, die jdoch Anklänge an die Ältere graue Drehscheibenware zeigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kulturgeschichtliche Einordnung und sozialer Kontext==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturhinweise==&lt;br /&gt;
*Châtelet u.a. 2005: M. Châtelet/M. Picon/G. Thierrin-Michael/Y. Waksman, Une centralisation des ateliers de céramiques au VIIe siècle? bilan d'un programme d'analyses sur la production de la céramique en Alsace et en Pays de Bade pendant la période du haut Moyen Âge. Arch. Médiévale 35, 2005, 11-38.&lt;br /&gt;
*Damminger/ Dürr/ Lehmann 2023: F. Damminger/ R. Dürr/ M. Lehmann, Rückkehr zum Rathaushof - Abschließende Untersuchungen im Bereich des Dominikanerklosters in Pforzheim. Arch. Ausgr. Bad.-Württ. 2022 (2023), 291-295.&lt;br /&gt;
*Gross 1991:U. Gross, Mittelalterliche Keramik zwischen Neckarmündung und Schwäbischer Alb. Bemerkungen zur räumlichen Entwicklung und zeitlichen Gliederung. Forsch. u. Ber. Arch. Mittelalter Bad.-Württ. 12 (Stuttgart 1991).&lt;br /&gt;
*Gross 1991a: U. Gross, Die Keramik-, Bein- und Metallfunde in dem gemauerten Schacht bei St. Peter und Paul. In: ,Hirsau St. Peter und Paul 1091-1991. Zur Archäologie und Kunstgeschichte. Forschungen und Berichte der Archäologie des Mittelalters in Baden-Württemberg 10,1 (Stuttgart 1991) 139–178.&lt;br /&gt;
*Gross 2003: U. Gross, Funde bislang unbekannter hochmittelalterlicher rollstempelverzierter Keramik aus der Wüstung Muffenheim, Gemarkungen Ottersdorf und Plittersdorf, Stadt Rastatt. Archäologische Nachrichten aus Baden 67, 2003, 30-36 - https://www.doi.org/10.11588/artdok.00000685&lt;br /&gt;
*Gross 2008: U. Gross, Transitionen - Übergangsphänomene bei südwestdeutschen Keramikgruppen des frühen und hohen Mittelalters. In: Stratigraphie und Gefüge. Beiträge zur Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit und zur historischen Bauforschung; Festschrift für Hartmut Schäfer zum 65. Geburtstag. Forschungen und Berichte der Archäologie des Mittelalters in Baden-Württemberg 28 (Stuttgart 2008) 139–150.&lt;br /&gt;
*Gross 2012: U. Gross, Die mittelalterlichen und neuzeitlichen Keramikfunde. In: Ein Beitrag zur Archäologie des ländlichen Raumes im Rhein-Neckar-Kreis. Untersuchungen eines Gehöfts in Neckarhausen (Hauptstraße 379). Bausteine zur Ortsgeschichte Edingen-Neckarhausen (Edingen-Neckarhausen 2012) 161–188.&lt;br /&gt;
*Gross 2003: U. Gross, Funde bislang unbekannter hochmittelalterlicher rollstempelverzierter Keramik aus der Wüstung Muffenheim, Gemarkungen Ottersdorf und Plittersdorf, Stadt Rastatt. Arch. Nachr. Baden 67, 2003, 30–36.&lt;br /&gt;
*Gross 2016: U. Gross, Keramikfunde aus der Wüstung Muffenheim, Gemarkungen Rastatt-Ottersdorf und Rastatt-Plittersdorf (Heidelberg 2016). -  https://doi.org/10.11588/artdok.00004117.&lt;br /&gt;
*Gross 2019: U. Gross, Keramik aus der Nachbarschaft. Ware Neuhausener Art, Rotbemalte Elsässer Ware, Ältere graue Drehscheibenware Elsässer Art, Ältere Albware, Ältere gelbe Drehscheibenware (Typ Jagstfeld) und Buocher Feinware im Kraichgau. Beiträge zur mittelalterlichen und neuzeitlichen Keramik in Südwestdeutschland (Heidelberg 2019). - doi:10.11588/ARTDOK.00006571&lt;br /&gt;
*Henigfeld 1997: Y. Henigfeld, La céramique grise 'cannelée' dans la vallée du Rhin superieur (XIe - XVIe s.). État de la question. Arch. médievale 26, 1997, 109-144.&lt;br /&gt;
*Koch 1967: R. Koch, Frühmittelalterliche Keramik aus Esslingen-Sirnau, Heilbronn-Böckingen und Stetten am Heuchelberg. Fundber. Schwaben N.F. 18/I, 1967, 264.279.&lt;br /&gt;
*Koch 1970: R. Koch, Eine mittelalterliche Keramikgruppe aus dem Kraichgau. Der Kraichgau 2, 1970, 168-173.&lt;br /&gt;
*Lobbedey 1968: U. Lobbedey, Untersuchungen mittelalterlicher Keramik vornehmlich in Südwestdeutschland. Arb. Frühmittelalterforsch. 3 (Berlin 1968).&lt;br /&gt;
*Lutz 1977: D. Lutz, Die Untersuchungen auf dem Turmberg bei Karlsruhe-Durlach. In: ,Forschungen und Berichte zur Archäologie des Mittelalters in Baden-Württemberg 4 (Stuttgart 1977) 173–207.&lt;br /&gt;
*Schäfer/Gross 1983: H. Schäfer/U. Gross, Die ehemalige Peterskirche in Vaihingen/ Enz. In: ,Forschungen und Berichte der Archäologie des Mittelalters in Baden-Württemberg 8 (Tübingen 1983) 5–56.&lt;br /&gt;
*Schallmeyer/Gross 1983: E. Schallmeyer/U. Gross, Die mittelalterlichen und neuzeitlichen Befunde und Funde der Grabungen auf dem Gelände des Domhofes in Ladenburg, Rhein-Neckar-Kreis, 1980 und 1981. In: ,Forschungen und Berichte der Archäologie des Mittelalters in Baden-Württemberg 8 (Tübingen 1983) 79–138.&lt;br /&gt;
*Schneid 1988: I. Schneid, Früh- und hochmittelalterliche Keramik aus Ladenburg a.N., Rhein-Neckar-Kreis. Das Material der Grabungen an der Realschulstraße und am Kellereiplatz (Würzburg 1988).&lt;br /&gt;
*Schreg 2006: R. Schreg, Dorfgenese in Südwestdeutschland. Das Renninger Becken im Mittelalter. Materialh. Arch. Bad.-Württ. 76 (Stuttgart 2006).&lt;br /&gt;
*Stöckli 1979: W. E. Stöckli, Keramik in der Kirche des ehemaligen Augustiner-Chorherren-Stifts in Kleinlützel. Archäologie des Kantons Solothurn 1, 1979, 14–48.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Keramik des 10. Jahrhunderts]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Keramik des 11. Jahrhunderts]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Keramik des 12. Jahrhunderts]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Warenart]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>R. Dürr</name></author>
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