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	<title>balismink - Benutzerbeiträge [de]</title>
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	<updated>2026-07-03T07:14:46Z</updated>
	<subtitle>Benutzerbeiträge</subtitle>
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		<id>https://amanz-balismink.rproxy.rz.uni-bamberg.de/balismink/index.php?title=Glimmerware_(Rhein-Main-Gebiet,_FMa/_HMa/_SMa)&amp;diff=11096</id>
		<title>Glimmerware (Rhein-Main-Gebiet, FMa/ HMa/ SMa)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://amanz-balismink.rproxy.rz.uni-bamberg.de/balismink/index.php?title=Glimmerware_(Rhein-Main-Gebiet,_FMa/_HMa/_SMa)&amp;diff=11096"/>
		<updated>2026-07-02T19:58:13Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;R. Schreg: /* Gefäßformen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Bei der Glimmerware handelt es sich um eine in der Herstellungstechnik nicht eindeutig bestimmte, formal aber den [[nachgedrehte Ware|nachgedrehten Waren]] nahestehende Ware des 9. bis 14. Jahrhunderts mit Verbreitung v.a. im Rhein-Main-Gebiet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:ABB225.jpg|thumb|center|400px|Glimmerware aus Unterregenbach.]]&lt;br /&gt;
==Forschungsgeschichte==&lt;br /&gt;
Eine graue scheibengedrehte Glimmerware war bereits von O. Stamm (1962) in [[Frankfurt am Main]] beschrieben worden. Er differenzierte anhand der Bodenform - [[Linsenboden]] vs. Standboden - zwei Gruppen (seine Gruppen 17 und 32). Stamm sprach von grauer Glimmerware, doch zeigen neuere Funde, etwa von der Wüstung Krutzen, dass neben reduzierendem Brand auch ein beachtlicher Anteil heller Gefäße vorkommt. Schon Uwe Gross, der die Gruppe in seiner Dissertation 1991 besprochen hat, verzichtete auf die Farbbezeichnung (Gross 1991, 66ff.). Sehr umfangreich hat Magnus Wintergerst die Funde aus der [[Frankfurt am Main|Frankfurter Altstadt]] bearbeitet (Wintergerst 2002, 62ff.).  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Andere Bezeichnungen===&lt;br /&gt;
*graue glimmerhaltige Ware I und II (Vorspessartton), Keramikgruppen des Materials der Altstadt Frankfurt nach O. Stamm (Stamm 1962)&lt;br /&gt;
*Vorspessartware&lt;br /&gt;
*Glimmerware (Gross 1991, 66ff.)&lt;br /&gt;
*weiß-weißliche Glimmerware und graue glimmerhaltige Ware (Dohrn-Ihmig 1996, 104f.)&lt;br /&gt;
*grobe Glimmerware (Wintergerst 2002, 62-66)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Charakteristika==&lt;br /&gt;
===Herstellungstechnik===&lt;br /&gt;
Die Herstellungstechnik wird in der Literatur unterschiedlich beurteilt. Während Uwe Gross die Ware als echte Drehscheibenware auffasst, verweist Magnus Wintergerst am Frankfurter Material auf zahlreiche Fingerdruck-, Schnitt- und Verstreichspuren, die ihn die Ware eher als [[nachgedrehte Ware]] einordnen, insgesamt, aber  sowohl mit handgeformten, nachgedrehten und auf der Drehscheibe hergestellten Gefäßen rechnen lassen (Wintergerst 2002, 63). Das Problem ist, dass nur sehr wenige Scherben überhaupt eindeutige Herstellungsspuren erkennen lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Brand/ Farbe===&lt;br /&gt;
Das Farbspektrum umfasst grau, aber auch weiß-weißliche Scherben, daneben treten aber durchaus auch andere Farbnuancen auf (Wintergerst 2002, 63). Margarethe Dohr-Ihmig hat anhand des Fundmaterials der Wüstung Krutzen eine chronologische Differenzierung vorgeschlagen, wonach die weiß-weißlichen Funde in das 9.-11. Jahrhundert, die grauen weiter gefasst vom 9. bis 13. Jahrhundert datieren (Dohrn-Ihmig 1996).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Magerung===&lt;br /&gt;
Die Glimmerware ist - so die Beschreibung des Frankfurter Fundmaterials - reichlich mit kantigem, aber auch gerundetem Quarzsand gemagert. Als Korngrößen werden 0,2 bis 2,0 mm angegeben. Hinzu kommen runde bis kantige ziegelrote Partikel mit blasiger bis pulvriger Struktur mit einer Korngröße bis 0,5 mm sowie ovale weiße, tonige Partikel von 0,5 bis 2,0 mm Größe. Die namengebende Glimmermagerung bezieht sich auf silbrig glänzende, selten kupferfarben bis farblose Glimmerplättchen von 0,2 bis 1,5 mm Größe (WIntergerst 2002, 63).&lt;br /&gt;
Fundstellen im Süden des Verbreitungsgebietes (z.B. Heddesheim, Wüstung Botzheim bei Ladenburg sowie südliche Bergstraßen-Burgen) weisen häufig eher wenig und sehr feinen [[Glimmer]] auf und unterscheiden sich von den Vorspessart-Produkten, die viele und große Glimmerpartikel enthalten (Gross 2017, 115ff.). Gleichwohl ist diese gröbere Vorspessart-Variante auch in [[Ladenburg]] zahlreich vorhanden (Gross 2017, 119).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Oberflächenbeschaffenheit===&lt;br /&gt;
Anhand des Frankfurter Fundmaterials wurde die Oberfläche als &amp;quot;extrem stumpf, leicht unregelmäßig rau&amp;quot; und mit gehäuft in Bodennähe zu beobachtenden Poren beschrieben (Wintergerst 2002, 63).&lt;br /&gt;
Nur wenige große Magerungskörner durchstoßen die Außenhaut (WIntergerst 2002, 63).&lt;br /&gt;
Im Bruch erscheint der Scherben schiefrig und porös (WIntergerst 2002, 63).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Verzierungen===&lt;br /&gt;
An einem Vorratsgefäß vom Frankfurter Domhof aus dem 14. Jahrhundert ist eine Gurtauflage nachgewiesen (Wintergerst 2002, 64, Taf. 2,3). Selten treten Wellenlinien auf. Als Verzierung tritt neben Wellenlinien ab und an auch einfacher Rollstempeldekor auf, etwa unter den Funden vom Zellhügel, Kr. Offenbach (Hinweis G. Weber, Kreisarchäologie Offenbach via U. Gross). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vom Rohmaterial steht der Glimmerware eine [[rotbemalte feine Glimmerware (Rhein-Main-Gebiet, HMa/ SMa)]] nahe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Gefäßformen==&lt;br /&gt;
An Gefäßformen sind lediglich Töpfe und formgleiche Doppelhenkelkannen mit Tüllenausguß bekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Waagrechte Randbildungen kommen erst im Hochmittelalter allmählich zusätzlich zu schlichten Schrägränder hinzu (Gross 2022, 1).&lt;br /&gt;
Eine gängige Bodenform sind [[Linsenboden|Linsenböden]].&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Heiligenberg Glimmerware (Gross 2012) (4).jpg|Heiligenberg: Glimmerware (nach Gross 2012, Taf. 13,11) &lt;br /&gt;
Datei:Heiligenberg Glimmerware (Gross 2012) (6).jpg|Heiligenberg: Glimmerware (nach Gross 2012, Taf. 13,14) &lt;br /&gt;
Datei:Heiligenberg Glimmerware (Gross 2012) (3).jpg|Heiligenberg: Glimmerware (nach Gross 2012, Taf. 13,10)&lt;br /&gt;
Datei:Seligenstadt Palatium Keramik (Atzbach 1997).jpg|Seligenstadt, Palatium, Glimmerware (umgezeichnet nach Atzbach 1997, Abb. 9) &lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verbreitung==&lt;br /&gt;
Die Ware ist vor allem in Südhessen, im nördlichen Oberrheintal und im Odenwald verbreitet. Das heutige Baden-Württemberg erreicht sie nur im Nordwesten, in den Regionen südlich von Heidelberg sind lediglich Einzelstücke in Leimen, Burg Wersau bei Reilingen, Waghäusel und Bruchsal zu nennen - sowie als räumlicher Ausreisser eine Scherbe aus [[Ulm]] (Hinweis U. Gross). Vereinzelt kommt sie auch noch an Tauber und Jagst vor. Linksrheinisch ist die Glimmerware zahlreich in Worms, in Speyer dagegen kaum vorhanden (Hinweis U. Gross). Im Norden greift sie in die Wetterau aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Glimmerware Verbreitung Karte 2023 02.jpg|thumb|600px|center|Verbreitung der Glimmerware]]&lt;br /&gt;
===Vorkommen===&lt;br /&gt;
weitgehend nach Gross 1991, Liste 15, ggf. sind Publikationen zu ergänzen&lt;br /&gt;
*Bad Nauheim: Süß, Nauheim 150 f. (Gross 1991, Liste 15)&lt;br /&gt;
*Eberbach (Vorderburg): Hinweis D. Lutz, Karlsruhe (Gross 1991, Liste 15)&lt;br /&gt;
*[[Frankfurt am Main]], Altstadt (Stamm 1962; Gross 1991, Liste 15; Wintergerst 2002)&lt;br /&gt;
*Frankfurt-Schwanheim: Germania 38, 1960, 213 (O. Stamm). (Gross 1991, Liste 15)&lt;br /&gt;
*Gamburg: Hinweis G. Bund, Wertheim (Gross 1991, Liste 15)&lt;br /&gt;
*Groß-Gerau: Süß, Nauheim 150 f. (Gross 1991, Liste 15)&lt;br /&gt;
*[[Heidelberg, Neue Universität]] (Gross 1991, Liste 15; Carroll-Spillecke 1999, S. 49)&lt;br /&gt;
*[[Heiligenberg bei Heidelberg]] (Gross 2012; Gross 1991, Liste 15)&lt;br /&gt;
*Hirschburg bei Leutershausen: Hinweis D. Lutz, Karlsruhe (Gross 1991, Liste 15)&lt;br /&gt;
*lppinghausen: Ulrich, Ippinghausen Abb. 6; 12, 1-6 (Gross 1991, Liste 15)&lt;br /&gt;
*[[Ladenburg]]: Schallmayer u. Gross, Ladenburg Abb. 49, 8- 15 (Gross 1991, Liste 15)&lt;br /&gt;
*[[Wüstung Krutzen (Frankfurt-Kalbach)]] (Gross 1991, Liste 15; Dohrn-Ihmig 1996)&lt;br /&gt;
*Mannheim-Neckarau, Wüstung Hermsheim: Taf. 12, 6. 7.(Gross 1991, Liste 15)&lt;br /&gt;
*Mannheim-Sandhofen, Wüstung Schar: Unpubl.; Städt. Reiß-Mus. Mannheim (Gross 1991, Liste 15)&lt;br /&gt;
*Mannheim-Vogelstang: Unpubl.; Städt. Reiß-Mus. Mannheim (Gross 1991, Liste 15)&lt;br /&gt;
*Mückenloch: Unpubl.; LDA Bad.-Württ., Abt. Arch. Denkmalpfl., Außenstelle Karlsruhe (Gross 1991, Liste 15)&lt;br /&gt;
*Mulfingen: Unpubl.; LDA Bad.-Württ., Abt. Arch. Denkmalpfl., Stuttgart (Gross 1991, Liste 15)&lt;br /&gt;
*Neckarhausen (Gross 2012a)&lt;br /&gt;
*Niederwalluf: Elbel, Turmburg Abb. 2,14 (Gross 1991, Liste 15)&lt;br /&gt;
*Oberroden: Hinweis E. Schallmayer, Karlsruhe (Gross 1991, Liste 15)&lt;br /&gt;
*Osterburken: Gross 1991, Taf. 57,2.4.6. 8-12.14 (Gross 1991, Liste 15)&lt;br /&gt;
*Reichholzheim: Unpubl.; LDA Bad.-Württ., Abt. Arch. Denkmalpfl., Stuttgart (Gross 1991, Liste 15)&lt;br /&gt;
*Schöllkrippen: L. Wamser, in: Glück und Glas (1984) 26 Abb. 1 (unten) (Gross 1991, Liste 15)&lt;br /&gt;
*Schönau: Hinweis D. Lutz, Karlsruhe (Gross 1991, Liste 15)&lt;br /&gt;
*[[Seligenstadt]]: Hinweis E. Schallmayer, Karlsruhe (Gross 1991, Liste 15; Atzbach)&lt;br /&gt;
*[[Speyer, Vogelgesang]]: (Gross 1991, Liste 15; Bentz 2018, 56)&lt;br /&gt;
*Tauberbischofsheim: Taf. 64, 4-6.(Gross 1991, Liste 15)&lt;br /&gt;
*Wagbachkastell bei Waghäusel: Hinweis E. Schallmayer, Karlsruhe (Gross 1991, Liste 15)&lt;br /&gt;
*Weiher: Unpubl.; LOA Bad.-Württ., Abt. Arch. Denkmalpfl., Außenstelle Karlsruhe (Gross 1991, Liste 15)&lt;br /&gt;
*Weilerhügel bei Alsbach: Böhme, Weilerhügel Abb. 2, 2-16 (Gross 1991, Liste 15)&lt;br /&gt;
*Worms: Unpubl.; Mus. Worms (Gross 1991, Liste 15)&lt;br /&gt;
*Zeilsheim (Wüstung): Hinweis B. Heukemes, Heidelberg.(Gross 1991, Liste 15)&lt;br /&gt;
*Zullestein (?): J orns, Zullestein Taf. 1, 1- 3 (Gross 1991, Liste 15)&lt;br /&gt;
*[[Dallau, Wasserburg]]: Gross, 1991, Taf. 52.13. 14 (Gross 1991, Liste 15)&lt;br /&gt;
*Gamburg: Hinweis G. Bund, Wertheim (Gross 1991, Liste 15)&lt;br /&gt;
*[[Unterregenbach]]: Unpubl.; Mus. Unterregenbach (Gross 1991, Liste 15)&lt;br /&gt;
*Würzburg: P. Vychitil, in: Aus Frankens Frühzeit. Festgabe P. Endrich (1987) 218f. mit Abb. 5, 10.(Gross 1991, Liste 15)&lt;br /&gt;
*[[Jugenheim, Burg Tannenberg]]: Lesefund R. Schreg&lt;br /&gt;
*Mömbris, Burg (https://www.spessartprojekt.de/forschung/ausgrabungen/die-burg-moembris/die-burg-moembris-funde/die-burg-moembris-funde-keramik-ziegel/)&lt;br /&gt;
*Reilingen, Burg Wersau (Gross 1997)&lt;br /&gt;
*Dossenheim, Schauenburg (Fundber. Bad.-Württ. 22/2, 1998, 233f.; Gross 1997)&lt;br /&gt;
*Nußloch (Gross 1997)&lt;br /&gt;
*Leimen (Gross 1997)&lt;br /&gt;
*Dielheim, Burg Horrenberg (Gross 1997)&lt;br /&gt;
*Sandhausen, Heidelberger-Straße/Ecke Hauptstraße (Fundber. Bad.-Württ 22/2, 1998, 275f.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
noch nicht kartiert:&lt;br /&gt;
*[[Basel, Petersberg]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Chronologie==&lt;br /&gt;
Die Ware beginnt in spätkarolingischer Zeit und ist äußerst langlebig, sie reicht bis ins 13./14. Jahrhundert, ohne dass sich besonders eindeutige Differenzierungsmöglichkeiten abzeichnen - allenfalls scheinen Standböden jünger als die auffallenden, dünnen Linsenböden zu sein. Der Versuch einer Zuweisung der weiß-weißlichen Vertreter in den Zeitraum vom 9. bis 12. Jahrhundert, wie sie für die Wüstung Krutzen vorgeschlagen wurde, konnte in Frankfurt nicht bestätigt werden (Wintergerst 2002, 63).&lt;br /&gt;
Formal sieht Magnus Wintergerst eine Entwicklung von kugelig, gedrungenen Gefäßen mit kurzem Rand und Linsenboden zu hochschultrigen Standbodengefäßen mit langem Rand und weiter Mündung. Eine Gliederung der Gefäßwandung verweist in das 13./14. Jahrhundert (Wintergerst 2002, 65).&lt;br /&gt;
Im Süden des Verbreitungsgebiets scheint die Ware im 13. Jahrhundert abzubrechen (Gross 2012a, 162).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kulturgeschichtliche Einordnung und sozialer Kontext==&lt;br /&gt;
Schmauchspuren verweisen auf eine Funktion als [[Kochtopf|Kochtöpfe]] (Wintergerst 2002, 65).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literaturhinweise==&lt;br /&gt;
*Bentz 2018: M. Bentz, Einblicke in die mittelalterliche Stadtarchäologie Speyers. Die Grubenhäuser vom Diakonissen-Stift und die Töpferöfen in der St.-Markus-Vorstadt. In: U. Himmelmann/B. Hünerfauth/J. Winkelmann (Hrsg.), Fundsache Speyer. Vom Stadtrand bis zum Domplatz. Archäologische Denkmäler in der Pfalz 61 (Speyer 2018) 61–69.&lt;br /&gt;
*Dohrn-Ihmig 1996: M. Dohrn-Ihmig, Die früh- bis hochmittelalterliche Siedlung und Kirchenwüstung &amp;quot;Krutzen&amp;quot; im Kalbacher Feld, Stadt Frankfurt am Main. Mat. Vor- u. Frühgesch. Hessen 16 (Wiesbaden 1996).&lt;br /&gt;
*Gross 1990: U. Gross, Früh- und hochmittelalterliche Keramikfunde aus Unterregenbach, Lkr. Schwäbisch Hall. Fundber. Bad.-Württ. 15, 1990, 385–419.&lt;br /&gt;
*Gross 1991: U. Gross, Mittelalterliche Keramik zwischen Neckarmündung und Schwäbischer Alb. Bemerkungen zur räumlichen Entwicklung und zeitlichen Gliederung. Forsch. u. Ber. Arch. Mittelalter Bad.-Württ. 12 (Stuttgart 1991). - speziell zur Glimmerware: S. 66 ff.&lt;br /&gt;
*Gross 1997: U. Gross, Die Keramikfunde aus der Burg Wersau. Der Kraichgau 15, 1997, 137–150. - doi:10.11588/artdok.00002076&lt;br /&gt;
*Gross 2012a: U. Gross, Die mittelalterlichen und neuzeitlichen Keramikfunde. In: Ein Beitrag zur Archäologie des ländlichen Raumes im Rhein-Neckar-Kreis. Untersuchungen eines Gehöfts in Neckarhausen (Hauptstraße 379). Bausteine zur Ortsgeschichte Edingen-Neckarhausen (Edingen-Neckarhausen 2012) 161–188.&lt;br /&gt;
*Gross 2012: U. Gross, Die mittelalterlichen und neuzeitlichen Keramik-, Metall und Beinfunde. In: P. Marzolff/F. Klein/U. Gross (Hrsg.),Forschungen zum Heiligenberg bei Heidelberg. Forschungsgeschichte. Fundmaterial. Restaurierung. Forschungen und Berichte der Archäologie des Mittelalters in Baden-Württemberg 32 (Stuttgart 2013) 393–564.&lt;br /&gt;
*Gross 2018: U. Gross, Mittelalterliche und neuzeitliche Keramikfunde aus Heddesheim, Oberdorfstraße 3. In: H. Wiegand/K. Wirth (Hrsg.), Von der Grubenhütte zum Pfarrhaus. Archäologie und Geschichte der Parzelle Oberdorfstraße 3 in Heddesheim. Mannheimer Geschichtsblätter Sonderveröffentlichung 10 (Ubstadt-Weiher 2018) 115–150.&lt;br /&gt;
*Gross 2022: U. Gross, Hohensachsen. Braungraue Drehscheibenware und späte Ältere gelbe Drehscheibenware aus den Untersuchungen 2020 (Heidelberg 2022). - DOI: https://doi.org/10.11588/artdok.00008017&lt;br /&gt;
*Schallmeyer/Gross 1983: E. Schallmeyer/U. Gross, Die mittelalterlichen und neuzeitlichen Befunde und Funde der Grabungen auf dem Gelände des Domhofes in Ladenburg, Rhein-Neckar-Kreis, 1980 und 1981. In: ,Forschungen und Berichte der Archäologie des Mittelalters in Baden-Württemberg 8 (Tübingen 1983) 79–138. - zur Glimmerware bes. S. 105 f.&lt;br /&gt;
*Stamm 1962: O. Stamm, Spätrömische und frühmittelalterliche Keramik der Altstadt Frankfurt a.M.2002. Schr. Frankfurter Mus. Vor- u. Frühgesch. 1 (Frankfurt 1962).&lt;br /&gt;
*Wintergerst 2002: M. Wintergerst, Hoch- und spätmittelalterliche Keramik aus der Altstadt Frankfurt am Main. Schriften des Archäologischen Museums Frankfurt am Main 18 (Frankfurt a. M. 2002).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Warenart]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Keramik des 9. Jahrhunderts]][[Kategorie:Keramik des 10. Jahrhunderts]][[Kategorie:Keramik des 11. Jahrhunderts]][[Kategorie:Keramik des 12. Jahrhunderts]][[Kategorie:Keramik des 13. Jahrhunderts]][[Kategorie:Keramik des 14. Jahrhunderts]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>R. Schreg</name></author>
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		<title>Seligenstadt</title>
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		<updated>2026-07-02T19:56:47Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;R. Schreg: /* Keramikfunde */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Seligenstadt (Lkr. Offenbach)&lt;br /&gt;
{{stub}}&lt;br /&gt;
Seligenstadt am Main war in römischer Zeit Standort eines Kohortenkastells. 815 wird es in einer Lorscher Urkunde als Obermühlheim wieder greifbar. Einhard gründete hier ein Kloster und die zugehörige Siedlung erhielt in staufischer Zeit Stadtrecht. Damals entstand hier auch ein Königshof.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==wichtige Fundstellen==&lt;br /&gt;
*Töpferofen (Nahgrang 1957): Töpferofenkomplex mit feiner [[Rotbemalte feine Glimmerware (Rhein-Main-Gebiet, HMa/ SMa)|bemalter Glimmerware]], die als [[Pingsdorf-Imitation]] klassifiziert wurde. Die Funde befinden sich in der Sammlung Otto Stamm in Frankfurt und wurden dort in eine Analysenserie einbezogen (Diesch/Wilke 2023).&lt;br /&gt;
*Basilika (Platz 2006)&lt;br /&gt;
*Palatium (Atzbach 1997): [[Glimmerware (Rhein-Main-Gebiet, FMa/ HMa/ SMa)]] mit 3 Bauphasen. In der 2. Hälfte des 12. Jh. wurde das ältere Palatium an Stelle früherer Holzbauten des 11./12. Jh. (Phase 1) errichtet (Phase 2). Ältere römische Befunde bleiben dabei außen vor. Im ersten Drittel des 13. jh. fand ein Umbau statt (Phase 3).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Keramikfunde==&lt;br /&gt;
[[Datei:Seligenstadt Palatium Keramik (Atzbach 1997).jpg|right|300px|Seligenstadt, Palatium, Glimmerware (umgezeichnet nach Atzbach 1997, Abb. 9)]]&lt;br /&gt;
*[[Glimmerware (Rhein-Main-Gebiet, FMa/ HMa/ SMa)]]. Funde stammen aus der baugrube zum älteren Palatium (Phase 2).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Randscherbe (Schallmeyer 1987, Abb. 215) erinnert an die [[Braune, meist rillenverzierte rauwandige Drehscheibenware (Neckarland, FMa)]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*Atzbach 1997: R. Atzbach, Das Palatium in Seligenstadt ein Schloßbau Friedrichs I. Barbarossa (Seligenstadt 1997).&lt;br /&gt;
*Atzbach 1998: R. Atzbach, Die St.-Laurentius-Kapelle in Seligenstadt. Ergebnisse der Ausgrabung von 1997 zur Bau- und Stadtgeschichte (Seligenstadt 1998).&lt;br /&gt;
*Atzbach 2009: R. Atzbach, Das Palatium in Seligenstadt. Stadtherrschaft im archäologischen Befund von der Frühgeschichte bis zum 13. Jahrhundert. In: U. von Freeden / H. Friesinger / E. Wamers (Hrsg.), Glaube, Kult und Herrschaft. Phänomene des Religiösen im 1. Jahrtausend n. Chr. in Mittel- und Nordeuropa. Kolloquien zur Vor- und Frühgeschichte 12 (Bonn 2009) 451–482.&lt;br /&gt;
*Diesch/Wilke 2023: A. Diesch/ D. Wilke, Die Lehrsammlung Otto Stamm im Archäologischen Museum der Stadt Frankfurt am Main. In: Archäometrie und Denkmalpflege 2023. Metalla Sonderheft 12 (Bochum 2023) 90-92&lt;br /&gt;
*Nahrgang 1957: K. Nahrgang, Ein Töpferofen mit Pingsdorfer Keramik in Seligenstadt, Landkreis Offenbach. Stadt- und Landkreis Offenbach am Main. Studien und Forschungen 3 (Offenbach 1957) 73–77.&lt;br /&gt;
*Platz 2006: T.P. Platz, Basilika Seligenstadt. Geschichte und Bauentwicklung (Büchenbach 2006)&lt;br /&gt;
*Schallmeyer 1987: E. Schallmeyer, Ausgrabungen in Seligenstadt. Zur römischen und mittelalterlichen Topographie. Saalburg-Jahrb. 43, 1987, 5–60.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Fundstellenregest]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Töpferei]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>R. Schreg</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://amanz-balismink.rproxy.rz.uni-bamberg.de/balismink/index.php?title=Datei:Seligenstadt_Palatium_Keramik_(Atzbach_1997).jpg&amp;diff=11094</id>
		<title>Datei:Seligenstadt Palatium Keramik (Atzbach 1997).jpg</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://amanz-balismink.rproxy.rz.uni-bamberg.de/balismink/index.php?title=Datei:Seligenstadt_Palatium_Keramik_(Atzbach_1997).jpg&amp;diff=11094"/>
		<updated>2026-07-02T19:56:25Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;R. Schreg: /* Beschreibung */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Seligenstadt, Palatium, Glimmerware (umgezeichnet nach Atzbach 1997, Abb. 9)&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>R. Schreg</name></author>
	</entry>
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		<id>https://amanz-balismink.rproxy.rz.uni-bamberg.de/balismink/index.php?title=Datei:Seligenstadt_Palatium_Keramik_(Atzbach_1997).jpg&amp;diff=11093</id>
		<title>Datei:Seligenstadt Palatium Keramik (Atzbach 1997).jpg</title>
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		<updated>2026-07-02T19:55:32Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;R. Schreg: Seligenstadt, Palatium, Keramikfunde (umgezeichnet nach Atzbach 1997, Abb. 9)&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Seligenstadt, Palatium, Keramikfunde (umgezeichnet nach Atzbach 1997, Abb. 9)&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>R. Schreg</name></author>
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		<id>https://amanz-balismink.rproxy.rz.uni-bamberg.de/balismink/index.php?title=Seligenstadt&amp;diff=11092</id>
		<title>Seligenstadt</title>
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		<updated>2026-07-02T19:51:25Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;R. Schreg: /* Keramikfunde */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Seligenstadt (Lkr. Offenbach)&lt;br /&gt;
{{stub}}&lt;br /&gt;
Seligenstadt am Main war in römischer Zeit Standort eines Kohortenkastells. 815 wird es in einer Lorscher Urkunde als Obermühlheim wieder greifbar. Einhard gründete hier ein Kloster und die zugehörige Siedlung erhielt in staufischer Zeit Stadtrecht. Damals entstand hier auch ein Königshof.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==wichtige Fundstellen==&lt;br /&gt;
*Töpferofen (Nahgrang 1957): Töpferofenkomplex mit feiner [[Rotbemalte feine Glimmerware (Rhein-Main-Gebiet, HMa/ SMa)|bemalter Glimmerware]], die als [[Pingsdorf-Imitation]] klassifiziert wurde. Die Funde befinden sich in der Sammlung Otto Stamm in Frankfurt und wurden dort in eine Analysenserie einbezogen (Diesch/Wilke 2023).&lt;br /&gt;
*Basilika (Platz 2006)&lt;br /&gt;
*Palatium (Atzbach 1997): [[Glimmerware (Rhein-Main-Gebiet, FMa/ HMa/ SMa)]] mit 3 Bauphasen. In der 2. Hälfte des 12. Jh. wurde das ältere Palatium an Stelle früherer Holzbauten des 11./12. Jh. (Phase 1) errichtet (Phase 2). Ältere römische Befunde bleiben dabei außen vor. Im ersten Drittel des 13. jh. fand ein Umbau statt (Phase 3).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Keramikfunde==&lt;br /&gt;
*[[Glimmerware (Rhein-Main-Gebiet, FMa/ HMa/ SMa)]]. Funde stammen aus der baugrube zum älteren Palatium (Phase 2).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Randscherbe (Schallmeyer 1987, Abb. 215) erinnert an die [[Braune, meist rillenverzierte rauwandige Drehscheibenware (Neckarland, FMa)]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*Atzbach 1997: R. Atzbach, Das Palatium in Seligenstadt ein Schloßbau Friedrichs I. Barbarossa (Seligenstadt 1997).&lt;br /&gt;
*Atzbach 1998: R. Atzbach, Die St.-Laurentius-Kapelle in Seligenstadt. Ergebnisse der Ausgrabung von 1997 zur Bau- und Stadtgeschichte (Seligenstadt 1998).&lt;br /&gt;
*Atzbach 2009: R. Atzbach, Das Palatium in Seligenstadt. Stadtherrschaft im archäologischen Befund von der Frühgeschichte bis zum 13. Jahrhundert. In: U. von Freeden / H. Friesinger / E. Wamers (Hrsg.), Glaube, Kult und Herrschaft. Phänomene des Religiösen im 1. Jahrtausend n. Chr. in Mittel- und Nordeuropa. Kolloquien zur Vor- und Frühgeschichte 12 (Bonn 2009) 451–482.&lt;br /&gt;
*Diesch/Wilke 2023: A. Diesch/ D. Wilke, Die Lehrsammlung Otto Stamm im Archäologischen Museum der Stadt Frankfurt am Main. In: Archäometrie und Denkmalpflege 2023. Metalla Sonderheft 12 (Bochum 2023) 90-92&lt;br /&gt;
*Nahrgang 1957: K. Nahrgang, Ein Töpferofen mit Pingsdorfer Keramik in Seligenstadt, Landkreis Offenbach. Stadt- und Landkreis Offenbach am Main. Studien und Forschungen 3 (Offenbach 1957) 73–77.&lt;br /&gt;
*Platz 2006: T.P. Platz, Basilika Seligenstadt. Geschichte und Bauentwicklung (Büchenbach 2006)&lt;br /&gt;
*Schallmeyer 1987: E. Schallmeyer, Ausgrabungen in Seligenstadt. Zur römischen und mittelalterlichen Topographie. Saalburg-Jahrb. 43, 1987, 5–60.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Fundstellenregest]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Töpferei]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>R. Schreg</name></author>
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		<id>https://amanz-balismink.rproxy.rz.uni-bamberg.de/balismink/index.php?title=Seligenstadt&amp;diff=11091</id>
		<title>Seligenstadt</title>
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		<updated>2026-07-02T19:50:43Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;R. Schreg: /* wichtige Fundstellen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Seligenstadt (Lkr. Offenbach)&lt;br /&gt;
{{stub}}&lt;br /&gt;
Seligenstadt am Main war in römischer Zeit Standort eines Kohortenkastells. 815 wird es in einer Lorscher Urkunde als Obermühlheim wieder greifbar. Einhard gründete hier ein Kloster und die zugehörige Siedlung erhielt in staufischer Zeit Stadtrecht. Damals entstand hier auch ein Königshof.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==wichtige Fundstellen==&lt;br /&gt;
*Töpferofen (Nahgrang 1957): Töpferofenkomplex mit feiner [[Rotbemalte feine Glimmerware (Rhein-Main-Gebiet, HMa/ SMa)|bemalter Glimmerware]], die als [[Pingsdorf-Imitation]] klassifiziert wurde. Die Funde befinden sich in der Sammlung Otto Stamm in Frankfurt und wurden dort in eine Analysenserie einbezogen (Diesch/Wilke 2023).&lt;br /&gt;
*Basilika (Platz 2006)&lt;br /&gt;
*Palatium (Atzbach 1997): [[Glimmerware (Rhein-Main-Gebiet, FMa/ HMa/ SMa)]] mit 3 Bauphasen. In der 2. Hälfte des 12. Jh. wurde das ältere Palatium an Stelle früherer Holzbauten des 11./12. Jh. (Phase 1) errichtet (Phase 2). Ältere römische Befunde bleiben dabei außen vor. Im ersten Drittel des 13. jh. fand ein Umbau statt (Phase 3).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Keramikfunde==&lt;br /&gt;
*[[Glimmerware (Rhein-Main-Gebiet, FMa/ HMa/ SMa)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Randscherbe (Schallmeyer 1987, Abb. 215) erinnert an die [[Braune, meist rillenverzierte rauwandige Drehscheibenware (Neckarland, FMa)]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*Atzbach 1997: R. Atzbach, Das Palatium in Seligenstadt ein Schloßbau Friedrichs I. Barbarossa (Seligenstadt 1997).&lt;br /&gt;
*Atzbach 1998: R. Atzbach, Die St.-Laurentius-Kapelle in Seligenstadt. Ergebnisse der Ausgrabung von 1997 zur Bau- und Stadtgeschichte (Seligenstadt 1998).&lt;br /&gt;
*Atzbach 2009: R. Atzbach, Das Palatium in Seligenstadt. Stadtherrschaft im archäologischen Befund von der Frühgeschichte bis zum 13. Jahrhundert. In: U. von Freeden / H. Friesinger / E. Wamers (Hrsg.), Glaube, Kult und Herrschaft. Phänomene des Religiösen im 1. Jahrtausend n. Chr. in Mittel- und Nordeuropa. Kolloquien zur Vor- und Frühgeschichte 12 (Bonn 2009) 451–482.&lt;br /&gt;
*Diesch/Wilke 2023: A. Diesch/ D. Wilke, Die Lehrsammlung Otto Stamm im Archäologischen Museum der Stadt Frankfurt am Main. In: Archäometrie und Denkmalpflege 2023. Metalla Sonderheft 12 (Bochum 2023) 90-92&lt;br /&gt;
*Nahrgang 1957: K. Nahrgang, Ein Töpferofen mit Pingsdorfer Keramik in Seligenstadt, Landkreis Offenbach. Stadt- und Landkreis Offenbach am Main. Studien und Forschungen 3 (Offenbach 1957) 73–77.&lt;br /&gt;
*Platz 2006: T.P. Platz, Basilika Seligenstadt. Geschichte und Bauentwicklung (Büchenbach 2006)&lt;br /&gt;
*Schallmeyer 1987: E. Schallmeyer, Ausgrabungen in Seligenstadt. Zur römischen und mittelalterlichen Topographie. Saalburg-Jahrb. 43, 1987, 5–60.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Fundstellenregest]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Töpferei]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>R. Schreg</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://amanz-balismink.rproxy.rz.uni-bamberg.de/balismink/index.php?title=Glimmerware_(Rhein-Main-Gebiet,_FMa/_HMa/_SMa)&amp;diff=11090</id>
		<title>Glimmerware (Rhein-Main-Gebiet, FMa/ HMa/ SMa)</title>
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		<updated>2026-07-02T18:53:22Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;R. Schreg: /* Gefäßformen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Bei der Glimmerware handelt es sich um eine in der Herstellungstechnik nicht eindeutig bestimmte, formal aber den [[nachgedrehte Ware|nachgedrehten Waren]] nahestehende Ware des 9. bis 14. Jahrhunderts mit Verbreitung v.a. im Rhein-Main-Gebiet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:ABB225.jpg|thumb|center|400px|Glimmerware aus Unterregenbach.]]&lt;br /&gt;
==Forschungsgeschichte==&lt;br /&gt;
Eine graue scheibengedrehte Glimmerware war bereits von O. Stamm (1962) in [[Frankfurt am Main]] beschrieben worden. Er differenzierte anhand der Bodenform - [[Linsenboden]] vs. Standboden - zwei Gruppen (seine Gruppen 17 und 32). Stamm sprach von grauer Glimmerware, doch zeigen neuere Funde, etwa von der Wüstung Krutzen, dass neben reduzierendem Brand auch ein beachtlicher Anteil heller Gefäße vorkommt. Schon Uwe Gross, der die Gruppe in seiner Dissertation 1991 besprochen hat, verzichtete auf die Farbbezeichnung (Gross 1991, 66ff.). Sehr umfangreich hat Magnus Wintergerst die Funde aus der [[Frankfurt am Main|Frankfurter Altstadt]] bearbeitet (Wintergerst 2002, 62ff.).  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Andere Bezeichnungen===&lt;br /&gt;
*graue glimmerhaltige Ware I und II (Vorspessartton), Keramikgruppen des Materials der Altstadt Frankfurt nach O. Stamm (Stamm 1962)&lt;br /&gt;
*Vorspessartware&lt;br /&gt;
*Glimmerware (Gross 1991, 66ff.)&lt;br /&gt;
*weiß-weißliche Glimmerware und graue glimmerhaltige Ware (Dohrn-Ihmig 1996, 104f.)&lt;br /&gt;
*grobe Glimmerware (Wintergerst 2002, 62-66)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Charakteristika==&lt;br /&gt;
===Herstellungstechnik===&lt;br /&gt;
Die Herstellungstechnik wird in der Literatur unterschiedlich beurteilt. Während Uwe Gross die Ware als echte Drehscheibenware auffasst, verweist Magnus Wintergerst am Frankfurter Material auf zahlreiche Fingerdruck-, Schnitt- und Verstreichspuren, die ihn die Ware eher als [[nachgedrehte Ware]] einordnen, insgesamt, aber  sowohl mit handgeformten, nachgedrehten und auf der Drehscheibe hergestellten Gefäßen rechnen lassen (Wintergerst 2002, 63). Das Problem ist, dass nur sehr wenige Scherben überhaupt eindeutige Herstellungsspuren erkennen lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Brand/ Farbe===&lt;br /&gt;
Das Farbspektrum umfasst grau, aber auch weiß-weißliche Scherben, daneben treten aber durchaus auch andere Farbnuancen auf (Wintergerst 2002, 63). Margarethe Dohr-Ihmig hat anhand des Fundmaterials der Wüstung Krutzen eine chronologische Differenzierung vorgeschlagen, wonach die weiß-weißlichen Funde in das 9.-11. Jahrhundert, die grauen weiter gefasst vom 9. bis 13. Jahrhundert datieren (Dohrn-Ihmig 1996).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Magerung===&lt;br /&gt;
Die Glimmerware ist - so die Beschreibung des Frankfurter Fundmaterials - reichlich mit kantigem, aber auch gerundetem Quarzsand gemagert. Als Korngrößen werden 0,2 bis 2,0 mm angegeben. Hinzu kommen runde bis kantige ziegelrote Partikel mit blasiger bis pulvriger Struktur mit einer Korngröße bis 0,5 mm sowie ovale weiße, tonige Partikel von 0,5 bis 2,0 mm Größe. Die namengebende Glimmermagerung bezieht sich auf silbrig glänzende, selten kupferfarben bis farblose Glimmerplättchen von 0,2 bis 1,5 mm Größe (WIntergerst 2002, 63).&lt;br /&gt;
Fundstellen im Süden des Verbreitungsgebietes (z.B. Heddesheim, Wüstung Botzheim bei Ladenburg sowie südliche Bergstraßen-Burgen) weisen häufig eher wenig und sehr feinen [[Glimmer]] auf und unterscheiden sich von den Vorspessart-Produkten, die viele und große Glimmerpartikel enthalten (Gross 2017, 115ff.). Gleichwohl ist diese gröbere Vorspessart-Variante auch in [[Ladenburg]] zahlreich vorhanden (Gross 2017, 119).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Oberflächenbeschaffenheit===&lt;br /&gt;
Anhand des Frankfurter Fundmaterials wurde die Oberfläche als &amp;quot;extrem stumpf, leicht unregelmäßig rau&amp;quot; und mit gehäuft in Bodennähe zu beobachtenden Poren beschrieben (Wintergerst 2002, 63).&lt;br /&gt;
Nur wenige große Magerungskörner durchstoßen die Außenhaut (WIntergerst 2002, 63).&lt;br /&gt;
Im Bruch erscheint der Scherben schiefrig und porös (WIntergerst 2002, 63).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Verzierungen===&lt;br /&gt;
An einem Vorratsgefäß vom Frankfurter Domhof aus dem 14. Jahrhundert ist eine Gurtauflage nachgewiesen (Wintergerst 2002, 64, Taf. 2,3). Selten treten Wellenlinien auf. Als Verzierung tritt neben Wellenlinien ab und an auch einfacher Rollstempeldekor auf, etwa unter den Funden vom Zellhügel, Kr. Offenbach (Hinweis G. Weber, Kreisarchäologie Offenbach via U. Gross). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vom Rohmaterial steht der Glimmerware eine [[rotbemalte feine Glimmerware (Rhein-Main-Gebiet, HMa/ SMa)]] nahe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Gefäßformen==&lt;br /&gt;
An Gefäßformen sind lediglich Töpfe und formgleiche Doppelhenkelkannen mit Tüllenausguß bekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Waagrechte Randbildungen kommen erst im Hochmittelalter allmählich zusätzlich zu schlichten Schrägränder hinzu (Gross 2022, 1).&lt;br /&gt;
Eine gängige Bodenform sind [[Linsenboden|Linsenböden]].&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Heiligenberg Glimmerware (Gross 2012) (4).jpg|Heiligenberg: Glimmerware (nach Gross 2012, Taf. 13,11) &lt;br /&gt;
Datei:Heiligenberg Glimmerware (Gross 2012) (6).jpg|Heiligenberg: Glimmerware (nach Gross 2012, Taf. 13,14) &lt;br /&gt;
Datei:Heiligenberg Glimmerware (Gross 2012) (3).jpg|Heiligenberg: Glimmerware (nach Gross 2012, Taf. 13,10) &lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verbreitung==&lt;br /&gt;
Die Ware ist vor allem in Südhessen, im nördlichen Oberrheintal und im Odenwald verbreitet. Das heutige Baden-Württemberg erreicht sie nur im Nordwesten, in den Regionen südlich von Heidelberg sind lediglich Einzelstücke in Leimen, Burg Wersau bei Reilingen, Waghäusel und Bruchsal zu nennen - sowie als räumlicher Ausreisser eine Scherbe aus [[Ulm]] (Hinweis U. Gross). Vereinzelt kommt sie auch noch an Tauber und Jagst vor. Linksrheinisch ist die Glimmerware zahlreich in Worms, in Speyer dagegen kaum vorhanden (Hinweis U. Gross). Im Norden greift sie in die Wetterau aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Glimmerware Verbreitung Karte 2023 02.jpg|thumb|600px|center|Verbreitung der Glimmerware]]&lt;br /&gt;
===Vorkommen===&lt;br /&gt;
weitgehend nach Gross 1991, Liste 15, ggf. sind Publikationen zu ergänzen&lt;br /&gt;
*Bad Nauheim: Süß, Nauheim 150 f. (Gross 1991, Liste 15)&lt;br /&gt;
*Eberbach (Vorderburg): Hinweis D. Lutz, Karlsruhe (Gross 1991, Liste 15)&lt;br /&gt;
*[[Frankfurt am Main]], Altstadt (Stamm 1962; Gross 1991, Liste 15; Wintergerst 2002)&lt;br /&gt;
*Frankfurt-Schwanheim: Germania 38, 1960, 213 (O. Stamm). (Gross 1991, Liste 15)&lt;br /&gt;
*Gamburg: Hinweis G. Bund, Wertheim (Gross 1991, Liste 15)&lt;br /&gt;
*Groß-Gerau: Süß, Nauheim 150 f. (Gross 1991, Liste 15)&lt;br /&gt;
*[[Heidelberg, Neue Universität]] (Gross 1991, Liste 15; Carroll-Spillecke 1999, S. 49)&lt;br /&gt;
*[[Heiligenberg bei Heidelberg]] (Gross 2012; Gross 1991, Liste 15)&lt;br /&gt;
*Hirschburg bei Leutershausen: Hinweis D. Lutz, Karlsruhe (Gross 1991, Liste 15)&lt;br /&gt;
*lppinghausen: Ulrich, Ippinghausen Abb. 6; 12, 1-6 (Gross 1991, Liste 15)&lt;br /&gt;
*[[Ladenburg]]: Schallmayer u. Gross, Ladenburg Abb. 49, 8- 15 (Gross 1991, Liste 15)&lt;br /&gt;
*[[Wüstung Krutzen (Frankfurt-Kalbach)]] (Gross 1991, Liste 15; Dohrn-Ihmig 1996)&lt;br /&gt;
*Mannheim-Neckarau, Wüstung Hermsheim: Taf. 12, 6. 7.(Gross 1991, Liste 15)&lt;br /&gt;
*Mannheim-Sandhofen, Wüstung Schar: Unpubl.; Städt. Reiß-Mus. Mannheim (Gross 1991, Liste 15)&lt;br /&gt;
*Mannheim-Vogelstang: Unpubl.; Städt. Reiß-Mus. Mannheim (Gross 1991, Liste 15)&lt;br /&gt;
*Mückenloch: Unpubl.; LDA Bad.-Württ., Abt. Arch. Denkmalpfl., Außenstelle Karlsruhe (Gross 1991, Liste 15)&lt;br /&gt;
*Mulfingen: Unpubl.; LDA Bad.-Württ., Abt. Arch. Denkmalpfl., Stuttgart (Gross 1991, Liste 15)&lt;br /&gt;
*Neckarhausen (Gross 2012a)&lt;br /&gt;
*Niederwalluf: Elbel, Turmburg Abb. 2,14 (Gross 1991, Liste 15)&lt;br /&gt;
*Oberroden: Hinweis E. Schallmayer, Karlsruhe (Gross 1991, Liste 15)&lt;br /&gt;
*Osterburken: Gross 1991, Taf. 57,2.4.6. 8-12.14 (Gross 1991, Liste 15)&lt;br /&gt;
*Reichholzheim: Unpubl.; LDA Bad.-Württ., Abt. Arch. Denkmalpfl., Stuttgart (Gross 1991, Liste 15)&lt;br /&gt;
*Schöllkrippen: L. Wamser, in: Glück und Glas (1984) 26 Abb. 1 (unten) (Gross 1991, Liste 15)&lt;br /&gt;
*Schönau: Hinweis D. Lutz, Karlsruhe (Gross 1991, Liste 15)&lt;br /&gt;
*[[Seligenstadt]]: Hinweis E. Schallmayer, Karlsruhe (Gross 1991, Liste 15; Atzbach)&lt;br /&gt;
*[[Speyer, Vogelgesang]]: (Gross 1991, Liste 15; Bentz 2018, 56)&lt;br /&gt;
*Tauberbischofsheim: Taf. 64, 4-6.(Gross 1991, Liste 15)&lt;br /&gt;
*Wagbachkastell bei Waghäusel: Hinweis E. Schallmayer, Karlsruhe (Gross 1991, Liste 15)&lt;br /&gt;
*Weiher: Unpubl.; LOA Bad.-Württ., Abt. Arch. Denkmalpfl., Außenstelle Karlsruhe (Gross 1991, Liste 15)&lt;br /&gt;
*Weilerhügel bei Alsbach: Böhme, Weilerhügel Abb. 2, 2-16 (Gross 1991, Liste 15)&lt;br /&gt;
*Worms: Unpubl.; Mus. Worms (Gross 1991, Liste 15)&lt;br /&gt;
*Zeilsheim (Wüstung): Hinweis B. Heukemes, Heidelberg.(Gross 1991, Liste 15)&lt;br /&gt;
*Zullestein (?): J orns, Zullestein Taf. 1, 1- 3 (Gross 1991, Liste 15)&lt;br /&gt;
*[[Dallau, Wasserburg]]: Gross, 1991, Taf. 52.13. 14 (Gross 1991, Liste 15)&lt;br /&gt;
*Gamburg: Hinweis G. Bund, Wertheim (Gross 1991, Liste 15)&lt;br /&gt;
*[[Unterregenbach]]: Unpubl.; Mus. Unterregenbach (Gross 1991, Liste 15)&lt;br /&gt;
*Würzburg: P. Vychitil, in: Aus Frankens Frühzeit. Festgabe P. Endrich (1987) 218f. mit Abb. 5, 10.(Gross 1991, Liste 15)&lt;br /&gt;
*[[Jugenheim, Burg Tannenberg]]: Lesefund R. Schreg&lt;br /&gt;
*Mömbris, Burg (https://www.spessartprojekt.de/forschung/ausgrabungen/die-burg-moembris/die-burg-moembris-funde/die-burg-moembris-funde-keramik-ziegel/)&lt;br /&gt;
*Reilingen, Burg Wersau (Gross 1997)&lt;br /&gt;
*Dossenheim, Schauenburg (Fundber. Bad.-Württ. 22/2, 1998, 233f.; Gross 1997)&lt;br /&gt;
*Nußloch (Gross 1997)&lt;br /&gt;
*Leimen (Gross 1997)&lt;br /&gt;
*Dielheim, Burg Horrenberg (Gross 1997)&lt;br /&gt;
*Sandhausen, Heidelberger-Straße/Ecke Hauptstraße (Fundber. Bad.-Württ 22/2, 1998, 275f.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
noch nicht kartiert:&lt;br /&gt;
*[[Basel, Petersberg]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Chronologie==&lt;br /&gt;
Die Ware beginnt in spätkarolingischer Zeit und ist äußerst langlebig, sie reicht bis ins 13./14. Jahrhundert, ohne dass sich besonders eindeutige Differenzierungsmöglichkeiten abzeichnen - allenfalls scheinen Standböden jünger als die auffallenden, dünnen Linsenböden zu sein. Der Versuch einer Zuweisung der weiß-weißlichen Vertreter in den Zeitraum vom 9. bis 12. Jahrhundert, wie sie für die Wüstung Krutzen vorgeschlagen wurde, konnte in Frankfurt nicht bestätigt werden (Wintergerst 2002, 63).&lt;br /&gt;
Formal sieht Magnus Wintergerst eine Entwicklung von kugelig, gedrungenen Gefäßen mit kurzem Rand und Linsenboden zu hochschultrigen Standbodengefäßen mit langem Rand und weiter Mündung. Eine Gliederung der Gefäßwandung verweist in das 13./14. Jahrhundert (Wintergerst 2002, 65).&lt;br /&gt;
Im Süden des Verbreitungsgebiets scheint die Ware im 13. Jahrhundert abzubrechen (Gross 2012a, 162).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kulturgeschichtliche Einordnung und sozialer Kontext==&lt;br /&gt;
Schmauchspuren verweisen auf eine Funktion als [[Kochtopf|Kochtöpfe]] (Wintergerst 2002, 65).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literaturhinweise==&lt;br /&gt;
*Bentz 2018: M. Bentz, Einblicke in die mittelalterliche Stadtarchäologie Speyers. Die Grubenhäuser vom Diakonissen-Stift und die Töpferöfen in der St.-Markus-Vorstadt. In: U. Himmelmann/B. Hünerfauth/J. Winkelmann (Hrsg.), Fundsache Speyer. Vom Stadtrand bis zum Domplatz. Archäologische Denkmäler in der Pfalz 61 (Speyer 2018) 61–69.&lt;br /&gt;
*Dohrn-Ihmig 1996: M. Dohrn-Ihmig, Die früh- bis hochmittelalterliche Siedlung und Kirchenwüstung &amp;quot;Krutzen&amp;quot; im Kalbacher Feld, Stadt Frankfurt am Main. Mat. Vor- u. Frühgesch. Hessen 16 (Wiesbaden 1996).&lt;br /&gt;
*Gross 1990: U. Gross, Früh- und hochmittelalterliche Keramikfunde aus Unterregenbach, Lkr. Schwäbisch Hall. Fundber. Bad.-Württ. 15, 1990, 385–419.&lt;br /&gt;
*Gross 1991: U. Gross, Mittelalterliche Keramik zwischen Neckarmündung und Schwäbischer Alb. Bemerkungen zur räumlichen Entwicklung und zeitlichen Gliederung. Forsch. u. Ber. Arch. Mittelalter Bad.-Württ. 12 (Stuttgart 1991). - speziell zur Glimmerware: S. 66 ff.&lt;br /&gt;
*Gross 1997: U. Gross, Die Keramikfunde aus der Burg Wersau. Der Kraichgau 15, 1997, 137–150. - doi:10.11588/artdok.00002076&lt;br /&gt;
*Gross 2012a: U. Gross, Die mittelalterlichen und neuzeitlichen Keramikfunde. In: Ein Beitrag zur Archäologie des ländlichen Raumes im Rhein-Neckar-Kreis. Untersuchungen eines Gehöfts in Neckarhausen (Hauptstraße 379). Bausteine zur Ortsgeschichte Edingen-Neckarhausen (Edingen-Neckarhausen 2012) 161–188.&lt;br /&gt;
*Gross 2012: U. Gross, Die mittelalterlichen und neuzeitlichen Keramik-, Metall und Beinfunde. In: P. Marzolff/F. Klein/U. Gross (Hrsg.),Forschungen zum Heiligenberg bei Heidelberg. Forschungsgeschichte. Fundmaterial. Restaurierung. Forschungen und Berichte der Archäologie des Mittelalters in Baden-Württemberg 32 (Stuttgart 2013) 393–564.&lt;br /&gt;
*Gross 2018: U. Gross, Mittelalterliche und neuzeitliche Keramikfunde aus Heddesheim, Oberdorfstraße 3. In: H. Wiegand/K. Wirth (Hrsg.), Von der Grubenhütte zum Pfarrhaus. Archäologie und Geschichte der Parzelle Oberdorfstraße 3 in Heddesheim. Mannheimer Geschichtsblätter Sonderveröffentlichung 10 (Ubstadt-Weiher 2018) 115–150.&lt;br /&gt;
*Gross 2022: U. Gross, Hohensachsen. Braungraue Drehscheibenware und späte Ältere gelbe Drehscheibenware aus den Untersuchungen 2020 (Heidelberg 2022). - DOI: https://doi.org/10.11588/artdok.00008017&lt;br /&gt;
*Schallmeyer/Gross 1983: E. Schallmeyer/U. Gross, Die mittelalterlichen und neuzeitlichen Befunde und Funde der Grabungen auf dem Gelände des Domhofes in Ladenburg, Rhein-Neckar-Kreis, 1980 und 1981. In: ,Forschungen und Berichte der Archäologie des Mittelalters in Baden-Württemberg 8 (Tübingen 1983) 79–138. - zur Glimmerware bes. S. 105 f.&lt;br /&gt;
*Stamm 1962: O. Stamm, Spätrömische und frühmittelalterliche Keramik der Altstadt Frankfurt a.M.2002. Schr. Frankfurter Mus. Vor- u. Frühgesch. 1 (Frankfurt 1962).&lt;br /&gt;
*Wintergerst 2002: M. Wintergerst, Hoch- und spätmittelalterliche Keramik aus der Altstadt Frankfurt am Main. Schriften des Archäologischen Museums Frankfurt am Main 18 (Frankfurt a. M. 2002).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Warenart]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Keramik des 9. Jahrhunderts]][[Kategorie:Keramik des 10. Jahrhunderts]][[Kategorie:Keramik des 11. Jahrhunderts]][[Kategorie:Keramik des 12. Jahrhunderts]][[Kategorie:Keramik des 13. Jahrhunderts]][[Kategorie:Keramik des 14. Jahrhunderts]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>R. Schreg</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://amanz-balismink.rproxy.rz.uni-bamberg.de/balismink/index.php?title=Glimmerhaltige_nachgedrehte_Ware_(S%C3%BCdbayern,_FMa/_HMa)&amp;diff=11089</id>
		<title>Glimmerhaltige nachgedrehte Ware (Südbayern, FMa/ HMa)</title>
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		<updated>2026-07-02T17:04:11Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;R. Schreg: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{stub}}&lt;br /&gt;
Glimmerhaltige nachgedrehte Keramik tritt im südbayerischen Raum häufig auf. Mangels genauerer Bearbeitungen ist sie bisher schwer greifbar und nur hypothetisch als regionale Ware zu benennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Forschungsgeschichte==&lt;br /&gt;
Wichtige Fundvorlagen erfolgten bereits in den 1970er Jahren, doch erweist es sich als problematisch, dass die Auswertungen wichtiger Siedlungsgrabungen bei [[Kirchheim bei München]] oder [[Regensburg-Kreuzhof]] sehr auf das Frühmittelalter fixiert waren und hoch- und spätmittelalterliches Fundmaterial nicht vergleichend herangezogen haben. Daher ist die Vorlage der Funde von Schloß Murnau, wo T. Mittelstraß zwei Gruppen der nachgedrehten Ware plus einer nachgedrehten Ware mit Glimmermagerung differenziert hat, große Bedeutung zu (Mittelstraß 1994). Er sprach letztere Gruppe allerdings wegen des Fehlens von regionalen Vergleichsfunden als &amp;quot;gelegentlichen Import nach Murnau&amp;quot; aus einer anderen Gegend an, den er auch erst in Murnau Periode II, das 14. Jahrhundert setzte (Mittelstraß 1994, 150).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wird sich zeigen müssen, inwiefern eine regionale Differenzierung und ggf. Abgrenzung gegenüber vergleichbaren Waren in angrenzenden Regionen (z.B. [[glimmerhaltige nachgedrehte Ware (Schwaben, FMa/ HMa)]], [[feinsandig glimmerhaltige nachgedrehte Ware (Ostalb, HMa)]], aber auch [[Kammstrichware (bayer. Donauraum, FMa)]] gelingen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Alternative Bezeichnungen===&lt;br /&gt;
* Rauwandige, nachgedrehte Ware mit Silberglimmermagerung und Rauwandige, nachgedrehte Ware mit Silberglimmermagerung und gröberem Quarz (Marx 2020)&lt;br /&gt;
* &amp;quot;glimmerhaltige schwarze Ware&amp;quot; (Geisler 1993)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Charakteristika==&lt;br /&gt;
Die Herstellungstechnik wurde bei vielen Fundvorlagen aus Südbayern zwar für Einzelscherben beschrieben, aber nicht als Kriterium einer Klassifikation verstanden. In [[Aschheim]] wird ein Gefäß als Handarbeit, nur am Rand nachgedreht beschrieben (Dannheimer 1988, 75).&lt;br /&gt;
===Randformen===&lt;br /&gt;
*ausbiegende Ränder, die mal mehr, mal weniger deutlich schräg abgestrichen sind (Marx 2020)&lt;br /&gt;
===Magerung===&lt;br /&gt;
glimmerhaltig, bisweilen &amp;quot;leicht glimmerhaltig&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hinzuweisen ist darauf, dass an vielen bayerischen Fundorten (z.B. [[Aschheim]]) auch nachgedrehte Keramik mit weißer Magerung (Kalk?) vorhanden ist, die sich erst jüngst durch die Bearbeitung der Funde von [[München, Marienhof]] näher als [[weiß gemagerte nachgedrehte Ware (Südbayern, FMa/HMa)]] fassen lässt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Farbe===&lt;br /&gt;
Das Farbspektrum der südbayerischen nachgedrehten Keramik ist bisher nicht genau umschrieben.&lt;br /&gt;
In [[Kirchheim bei München]] spricht H. Geisler von &amp;quot;glimmerhaltiger schwarzer Ware&amp;quot; (Geisler 1993).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Chronologie==&lt;br /&gt;
Die Funde wurden forschungsgeschichtlich v.a. aus einer Perspektive der Forschung zur Merowingerzeit beachtet. Entsprechend anderer nachgedrehter Waren ist eine längere Laufzeit u.U. bis ins 12. Jahrhundert nicht auszuschließen und noch genauer zu untersuchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wichtige Fundorte==&lt;br /&gt;
*[[Aschheim]] (?): Dannheimer 1988&lt;br /&gt;
*Abtei [[Frauenwörth]]: Hänsel 1966; Haas-Gebhard 2006&lt;br /&gt;
*[[Kirchheim bei München]]&lt;br /&gt;
*[[München-Moosach]]&lt;br /&gt;
*[[Regensburg-Kreuzhof]]&lt;br /&gt;
*Kloster [[Sandau]]: Wintergerst 2003&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturhinweise==&lt;br /&gt;
*Dannheimer 1973: H. Dannheimer, Keramik des Mittelalters aus Bayern. Beitr. Volkstumsforsch 21 (Kallmünz/Opf. 1973).&lt;br /&gt;
*Dannheimer 1988: H. Dannheimer (Hrsg.), Aschheim im frühen Mittelalter I. Münchner Beitr. Vor- u. Frühgesch. 32/1 (München 1988).&lt;br /&gt;
*Geisler 1993: H. Geisler, Studien zur Archäologie frühmittelalterlicher Siedlungen in Altbayern. Dissertation München (Straubing 1993).&lt;br /&gt;
*Haas-Gebhard 2006: B. Haas-Gebhard, Die mittelalterlichen und neuzeitlichen Funde von der Fraueninsel. In: H. Dannheimer/H. Dopsch/B. Haas-Gebhard u. a. (Hrsg.), Frauenwörth. Archäologische Bausteine zur Geschichte des Klosters auf der Fraueninsel im Chiemsee. Abhandlungen / Bayerische Akademie der Wissenschaften, Philosophisch-Historische Klasse N.F., 126 (München 2006) 227–282.&lt;br /&gt;
*Hänsel 1966: B. Hänsel, Beschreibung der keramischen Gruppen. In: V. Milojčić (Hrsg.), Bericht über die Ausgrabungen und Bauuntersuchungen in der Abtei Frauenwörth auf der Fraueninsel im Chiemsee 1961-1964. Bayerische Akademie der Wissenschaften. Philosophisch-historische Klasse. Abhandlungen. Neue Folge 65 (München 1966) 177–200.&lt;br /&gt;
*Marx 2020: M. Marx, München-Moosach. Eine früh- bis hochmittelalterliche Siedlung vor der Stadtwerdung. Abhandlungen und Bestandskataloge der Archäologischen Staatssammlung digital 2 (München 2020). - https://langzeitarchivierung.bib-bvb.de/view/action/ieViewer.do?metadata=xsl&amp;amp;is_mobile=false&amp;amp;is_rtl=false&amp;amp;dps_dvs=1588341725359~663&amp;amp;dps_pid=IE10925986#&lt;br /&gt;
*Mittelstraß 1994: T. Mittelstraß, Die Funde der archäologischen Ausgrabungen von 1991-1992 im Murnauer Schloss. In: T. Mittelstraß (Hrsg.), Schloß Murnau. Ein Bauwerk der Stauferzeit und seine Geschichte (Murnau 1994) 120–251. ISBN 13: 978-3-98038-163-5.&lt;br /&gt;
*Schreg 16.11.2021: R. Schreg, Ein Dorf bei München - südbayerische Keramikchronologie und das vergessene Spätmittelalter. Archaeologik (16.11.2021). - https://archaeologik.blogspot.com/2020/08/rezension-ein-dorf-bei-munchen-und-die.html&lt;br /&gt;
*Wintergerst 2003: E. Wintergerst, Bemerkungen zur Keramik und den Kleinfunden des Mittelalters und der frühen Neuzeit aus Sandau. In: H. Dannheimer/R. Gebhard (Hrsg.), Sandau. Archäologie im Areal eines altbaierischen Klosters des frühen Mittelalters. Münchner Beiträge zur Vor- und Frühgeschichte 55 (München 2003) 259–317.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Warenart]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>R. Schreg</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://amanz-balismink.rproxy.rz.uni-bamberg.de/balismink/index.php?title=Rauwandige_Drehscheibenware_Eichtersheimer_Art_(n%C3%B6rdl._Oberrhein,_FMa)&amp;diff=11088</id>
		<title>Rauwandige Drehscheibenware Eichtersheimer Art (nördl. Oberrhein, FMa)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://amanz-balismink.rproxy.rz.uni-bamberg.de/balismink/index.php?title=Rauwandige_Drehscheibenware_Eichtersheimer_Art_(n%C3%B6rdl._Oberrhein,_FMa)&amp;diff=11088"/>
		<updated>2026-06-27T15:29:55Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;R. Schreg: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Die sogennante Eichtersheimer Gruppe der [[rauwandige Drehscheibenware|rauwandigen Drehscheibenware]] wurde 1964 mit Funden  vornehmlich aus Nordbaden und am unteren Main beschrieben (Hübener/Lobbedey 1964). Es ist fraglich, inwiefern sie als konsistente Warenart Bestand haben kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Forschungsgeschichte==&lt;br /&gt;
Die Eichertsheimer Gruppe wurde erstmals von Hübener/Lobbedey 1964 beschrieben.&lt;br /&gt;
Neuere Untersuchungen und eine breitere Definition fehlen, da kaum Neufunde dazu gekommen sind. R. Schreg (Schreg 1999, 464; Abb. 79,1) hat - aus heutiger Sicht wohl eher falsch - eine Randscherbe aus [[Geislingen, Mühlwiesen]] hier angegliedert. Die Scherbe ist weich, graubraun, nur mäßig reduzierend gebrannt und stark, mittelgrob mit Kalk gemagert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnliche Randformen finden sich bei der nachgedrehten Keramik in der Oberpfalz, etwa im Gräberfeld von Iffelsdorf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===andere Bezeichnungen===&lt;br /&gt;
*Eichtersheimer Gruppe&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Charakteristika==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Herstellungstechnik===&lt;br /&gt;
Drehscheibenware&lt;br /&gt;
===Brand/ Farbe===&lt;br /&gt;
&amp;quot;meist schwarzbrauner Ton&amp;quot;, &amp;quot;wesentlich schlechter gebrannt als die [[Rauwandige Drehscheibenware Donzdorfer Art (Neckarland/ Schwäb. Alb, FMa)|Donzdorfer Ware]] (Hübener/ Lobbedey 1964, 93)&lt;br /&gt;
===Magerung===&lt;br /&gt;
&amp;quot;sandreich&amp;quot; (Hübener/ Lobbedey 1964, 93)&lt;br /&gt;
===Oberflächenbeschaffenheit===&lt;br /&gt;
Die Oberfläche ist aufgrund der Magerungspartikel rau, manche Gefäße besitzen jedoch eine horizontal gerillte Oberfläche (Hübener/ Lobbedey 1964, 93).&lt;br /&gt;
===Verzierungen===&lt;br /&gt;
==Varianten==&lt;br /&gt;
==Gefäßformen==&lt;br /&gt;
*tonnenförmige Töpfe (Hübener/ Lobbedey 1964, 93)&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Eichtersheim Grab 6 (Hübener Lobbedey 1964).jpg|Eichtersheim, Grab 6 (nach Hübener/Lobbedey 1964, Abb. 5,1)&lt;br /&gt;
Datei:Rheinsheim Grab 328 (Hübener Lobbedey 1964).jpg|[[Rheinsheim]], Grab 328: [[Rauwandige Drehscheibenware Eichtersheimer Art (nördl. Oberrhein, FMa)]] Badisches Landesmus. Karlsruhe (nach Hübener/Lobbedey 1964, Abb. 5,2) &lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Randformen==&lt;br /&gt;
Nach außen umgelegter, meist gratig profilierter Rand (Hübener/ Lobbedey 1964, 93)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Chronologie==&lt;br /&gt;
Die bislang der Gruppe zugewiesenen Funde stammen aus Bestattungen des 7. Jahrhunderts (Hübener/ Lobbedey 1964, 95).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verbreitung==&lt;br /&gt;
Bislang liegen nur wenige Funde östlich des nördlichen Oberrheins vor.&lt;br /&gt;
[[Datei:Eichtersheimer_Gruppe_2021_07_-_Kopie.jpg|500px|thumb|center|Verbreitung der Gefäße der Eichtersheimer Gruppe (nach Hübener/ Lobbedey 1964)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Vorkommen===&lt;br /&gt;
*[[Rheinsheim]], Kr. Bruchsal, Grab 328 (Hübener/ Lobbedey 1964, S. 129)&lt;br /&gt;
*Eichtersheim, Kr. Sinsheim, Grab 7. Mus. Karlsruhe Inv. C 7859  (Hübener/ Lobbedey 1964, S. 129).&lt;br /&gt;
*Eichtersheim, Kr. Sinsheim, Grab 8. Mus. Karlsruhe Inv. C 7856 (Hübener/ Lobbedey 1964, S. 129).&lt;br /&gt;
*Eichtersheim, Kr. Sinsheim, Grab 15. Mus. Karlsruhe Inv. C 7852 (Hübener/ Lobbedey 1964, S. 129).&lt;br /&gt;
*Eichtersheim, Kr. Sinsheim, Grab 20. Mus. Karlsruhe Inv. C 7858 (Hübener/ Lobbedey 1964, S. 129).&lt;br /&gt;
*Eichtersheim, Kr. Sinsheim, Grab 21. Mus. Karlsruhe Inv. C 7862 (Hübener/ Lobbedey 1964, S. 129).&lt;br /&gt;
*Eichtersheim, Kr. Sinsheim, Grab 21. Mus. Karlsruhe Inv. C 7857 (Hübener/ Lobbedey 1964, S. 129). &lt;br /&gt;
*Rüsselsheim, Kr. Groß-Gerau, Ostpark, Grab 4 (Hübener/ Lobbedey 1964, S. 129; Fundber. aus Hessen 1, 1961, 106 Abb. 15,10)&lt;br /&gt;
*Frankfurt-Praunheim, Ebelfeld, Frauengrab, Mus. Frankfurt  (Hübener/ Lobbedey 1964, S. 129; Stamm, Frankfurt 130 = Nr. 149, Taf. 12,149).&lt;br /&gt;
*Hochheim, Maintaunuskreis, Grab 23. Mus. Wiesbaden (Hübener/ Lobbedey 1964, S. 129)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Herstellungsbelege==&lt;br /&gt;
-&lt;br /&gt;
==Kulturgeschichtliche Einordnung und sozialer Kontext==&lt;br /&gt;
Die Bedeutung dieser spärlich belegten Gruppe ist bisher unklar. Die kantig abgestrichenen, ausgebogenen Ränder finden Parallelen in anderen Regionen, etwa in Bayern. Ein eingehender Vergleich fehlt bisher.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturhinweise==&lt;br /&gt;
*Hübener/ Lobbedey 1964: W. Hübener/U. Lobbedey, Zur Struktur der Keramik in der späten Merowingerzeit. Beobachtungen an süddeutschen Grab- und Siedlungsfunden. Bonner Jahrb. 164, 1964, 88-129.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Warenart]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Keramik des 7. Jahrhunderts]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>R. Schreg</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://amanz-balismink.rproxy.rz.uni-bamberg.de/balismink/index.php?title=Rauwandige_Drehscheibenware_Eichtersheimer_Art_(n%C3%B6rdl._Oberrhein,_FMa)&amp;diff=11087</id>
		<title>Rauwandige Drehscheibenware Eichtersheimer Art (nördl. Oberrhein, FMa)</title>
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		<updated>2026-06-27T15:15:14Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;R. Schreg: /* Kulturgeschichtliche Einordnung und sozialer Kontext */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Die sogennante Eichtersheimer Gruppe der [[rauwandige Drehscheibenware|rauwandigen Drehscheibenware]] ist vornehmlich in Nordbaden und am unteren Main verbreitet (Hübener/Lobbedey 1964). &lt;br /&gt;
==Forschungsgeschichte==&lt;br /&gt;
Die Eichertsheimer Gruppe wurde erstmals von Hübener/Lobbedey 1964 beschrieben.&lt;br /&gt;
Neuere Untersuchungen und eine breitere Definition fehlen, da kaum Neufunde dazu gekommen sind.&lt;br /&gt;
Ähnliche Randformen finden sich bei der nachgedrehten Keramik in der Oberpfalz, etwa im Gräberfeld von Iffelsdorf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===andere Bezeichnungen===&lt;br /&gt;
*Eichtersheimer Gruppe&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Charakteristika==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Herstellungstechnik===&lt;br /&gt;
Drehscheibenware&lt;br /&gt;
===Brand/ Farbe===&lt;br /&gt;
&amp;quot;meist schwarzbrauner Ton&amp;quot; , &amp;quot;wesentlich schlechter gebrannt als die [[Rauwandige Drehscheibenware Donzdorfer Art (Neckarland/ Schwäb. Alb, FMa)|Donzdorfer Ware]] (Hübener/ Lobbedey 1964, 93)&lt;br /&gt;
===Magerung===&lt;br /&gt;
&amp;quot;sandreich&amp;quot; (Hübener/ Lobbedey 1964, 93)&lt;br /&gt;
===Oberflächenbeschaffenheit===&lt;br /&gt;
Die Oberfläche ist aufgrund der Magerungspartikel rau, manche Gefäße besitzen jedoch eine horizontal gerillte Oberfläche (Hübener/ Lobbedey 1964, 93).&lt;br /&gt;
===Verzierungen===&lt;br /&gt;
==Varianten==&lt;br /&gt;
==Gefäßformen==&lt;br /&gt;
*tonnenförmige Töpfe (Hübener/ Lobbedey 1964, 93)&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Eichtersheim Grab 6 (Hübener Lobbedey 1964).jpg|Eichtersheim, Grab 6 (nach Hübener/Lobbedey 1964, Abb. 5,1)&lt;br /&gt;
Datei:Rheinsheim Grab 328 (Hübener Lobbedey 1964).jpg|[[Rheinsheim]], Grab 328: [[Rauwandige Drehscheibenware Eichtersheimer Art (nördl. Oberrhein, FMa)]] Badisches Landesmus. Karlsruhe (nach Hübener/Lobbedey 1964, Abb. 5,2) &lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Randformen==&lt;br /&gt;
Nach außen umgelegter, meist gratig profilierter Rand (Hübener/ Lobbedey 1964, 93)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Chronologie==&lt;br /&gt;
Die bislang der Gruppe zugewiesenen Funde stammen aus Bestattungen des 7. Jahrhunderts (Hübener/ Lobbedey 1964, 95).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verbreitung==&lt;br /&gt;
Bislang liegen nur wenige Funde östlich des nördlichen Oberrheins vor.&lt;br /&gt;
[[Datei:Eichtersheimer_Gruppe_2021_07_-_Kopie.jpg|500px|thumb|center|Verbreitung der Gefäße der Eichtersheimer Gruppe (nach Hübener/ Lobbedey 1964)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Vorkommen===&lt;br /&gt;
*[[Rheinsheim]], Kr. Bruchsal, Grab 328 (Hübener/ Lobbedey 1964, S. 129)&lt;br /&gt;
*Eichtersheim, Kr. Sinsheim, Grab 7. Mus. Karlsruhe Inv. C 7859  (Hübener/ Lobbedey 1964, S. 129).&lt;br /&gt;
*Eichtersheim, Kr. Sinsheim, Grab 8. Mus. Karlsruhe Inv. C 7856 (Hübener/ Lobbedey 1964, S. 129).&lt;br /&gt;
*Eichtersheim, Kr. Sinsheim, Grab 15. Mus. Karlsruhe Inv. C 7852 (Hübener/ Lobbedey 1964, S. 129).&lt;br /&gt;
*Eichtersheim, Kr. Sinsheim, Grab 20. Mus. Karlsruhe Inv. C 7858 (Hübener/ Lobbedey 1964, S. 129).&lt;br /&gt;
*Eichtersheim, Kr. Sinsheim, Grab 21. Mus. Karlsruhe Inv. C 7862 (Hübener/ Lobbedey 1964, S. 129).&lt;br /&gt;
*Eichtersheim, Kr. Sinsheim, Grab 21. Mus. Karlsruhe Inv. C 7857 (Hübener/ Lobbedey 1964, S. 129). &lt;br /&gt;
*Rüsselsheim, Kr. Groß-Gerau, Ostpark, Grab 4 (Hübener/ Lobbedey 1964, S. 129; Fundber. aus Hessen 1, 1961, 106 Abb. 15,10)&lt;br /&gt;
*Frankfurt-Praunheim, Ebelfeld, Frauengrab, Mus. Frankfurt  (Hübener/ Lobbedey 1964, S. 129; Stamm, Frankfurt 130 = Nr. 149, Taf. 12,149).&lt;br /&gt;
*Hochheim, Maintaunuskreis, Grab 23. Mus. Wiesbaden (Hübener/ Lobbedey 1964, S. 129)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Herstellungsbelege==&lt;br /&gt;
-&lt;br /&gt;
==Kulturgeschichtliche Einordnung und sozialer Kontext==&lt;br /&gt;
Die Bedeutung dieser spärlich belegten Gruppe ist bisher unklar. Die kantig abgestrichenen, ausgebogenen Ränder finden Parallelen in anderen Regionen, etwa in Bayern. Ein eingehender Vergleich fehlt bisher.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturhinweise==&lt;br /&gt;
*Hübener/ Lobbedey 1964: W. Hübener/U. Lobbedey, Zur Struktur der Keramik in der späten Merowingerzeit. Beobachtungen an süddeutschen Grab- und Siedlungsfunden. Bonner Jahrb. 164, 1964, 88-129.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Warenart]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Keramik des 7. Jahrhunderts]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>R. Schreg</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://amanz-balismink.rproxy.rz.uni-bamberg.de/balismink/index.php?title=Rauwandige_Drehscheibenware_Eichtersheimer_Art_(n%C3%B6rdl._Oberrhein,_FMa)&amp;diff=11086</id>
		<title>Rauwandige Drehscheibenware Eichtersheimer Art (nördl. Oberrhein, FMa)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://amanz-balismink.rproxy.rz.uni-bamberg.de/balismink/index.php?title=Rauwandige_Drehscheibenware_Eichtersheimer_Art_(n%C3%B6rdl._Oberrhein,_FMa)&amp;diff=11086"/>
		<updated>2026-06-27T15:03:26Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;R. Schreg: /* Forschungsgeschichte */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Die sogennante Eichtersheimer Gruppe der [[rauwandige Drehscheibenware|rauwandigen Drehscheibenware]] ist vornehmlich in Nordbaden und am unteren Main verbreitet (Hübener/Lobbedey 1964). &lt;br /&gt;
==Forschungsgeschichte==&lt;br /&gt;
Die Eichertsheimer Gruppe wurde erstmals von Hübener/Lobbedey 1964 beschrieben.&lt;br /&gt;
Neuere Untersuchungen und eine breitere Definition fehlen, da kaum Neufunde dazu gekommen sind.&lt;br /&gt;
Ähnliche Randformen finden sich bei der nachgedrehten Keramik in der Oberpfalz, etwa im Gräberfeld von Iffelsdorf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===andere Bezeichnungen===&lt;br /&gt;
*Eichtersheimer Gruppe&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Charakteristika==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Herstellungstechnik===&lt;br /&gt;
Drehscheibenware&lt;br /&gt;
===Brand/ Farbe===&lt;br /&gt;
&amp;quot;meist schwarzbrauner Ton&amp;quot; , &amp;quot;wesentlich schlechter gebrannt als die [[Rauwandige Drehscheibenware Donzdorfer Art (Neckarland/ Schwäb. Alb, FMa)|Donzdorfer Ware]] (Hübener/ Lobbedey 1964, 93)&lt;br /&gt;
===Magerung===&lt;br /&gt;
&amp;quot;sandreich&amp;quot; (Hübener/ Lobbedey 1964, 93)&lt;br /&gt;
===Oberflächenbeschaffenheit===&lt;br /&gt;
Die Oberfläche ist aufgrund der Magerungspartikel rau, manche Gefäße besitzen jedoch eine horizontal gerillte Oberfläche (Hübener/ Lobbedey 1964, 93).&lt;br /&gt;
===Verzierungen===&lt;br /&gt;
==Varianten==&lt;br /&gt;
==Gefäßformen==&lt;br /&gt;
*tonnenförmige Töpfe (Hübener/ Lobbedey 1964, 93)&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Eichtersheim Grab 6 (Hübener Lobbedey 1964).jpg|Eichtersheim, Grab 6 (nach Hübener/Lobbedey 1964, Abb. 5,1)&lt;br /&gt;
Datei:Rheinsheim Grab 328 (Hübener Lobbedey 1964).jpg|[[Rheinsheim]], Grab 328: [[Rauwandige Drehscheibenware Eichtersheimer Art (nördl. Oberrhein, FMa)]] Badisches Landesmus. Karlsruhe (nach Hübener/Lobbedey 1964, Abb. 5,2) &lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Randformen==&lt;br /&gt;
Nach außen umgelegter, meist gratig profilierter Rand (Hübener/ Lobbedey 1964, 93)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Chronologie==&lt;br /&gt;
Die bislang der Gruppe zugewiesenen Funde stammen aus Bestattungen des 7. Jahrhunderts (Hübener/ Lobbedey 1964, 95).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verbreitung==&lt;br /&gt;
Bislang liegen nur wenige Funde östlich des nördlichen Oberrheins vor.&lt;br /&gt;
[[Datei:Eichtersheimer_Gruppe_2021_07_-_Kopie.jpg|500px|thumb|center|Verbreitung der Gefäße der Eichtersheimer Gruppe (nach Hübener/ Lobbedey 1964)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Vorkommen===&lt;br /&gt;
*[[Rheinsheim]], Kr. Bruchsal, Grab 328 (Hübener/ Lobbedey 1964, S. 129)&lt;br /&gt;
*Eichtersheim, Kr. Sinsheim, Grab 7. Mus. Karlsruhe Inv. C 7859  (Hübener/ Lobbedey 1964, S. 129).&lt;br /&gt;
*Eichtersheim, Kr. Sinsheim, Grab 8. Mus. Karlsruhe Inv. C 7856 (Hübener/ Lobbedey 1964, S. 129).&lt;br /&gt;
*Eichtersheim, Kr. Sinsheim, Grab 15. Mus. Karlsruhe Inv. C 7852 (Hübener/ Lobbedey 1964, S. 129).&lt;br /&gt;
*Eichtersheim, Kr. Sinsheim, Grab 20. Mus. Karlsruhe Inv. C 7858 (Hübener/ Lobbedey 1964, S. 129).&lt;br /&gt;
*Eichtersheim, Kr. Sinsheim, Grab 21. Mus. Karlsruhe Inv. C 7862 (Hübener/ Lobbedey 1964, S. 129).&lt;br /&gt;
*Eichtersheim, Kr. Sinsheim, Grab 21. Mus. Karlsruhe Inv. C 7857 (Hübener/ Lobbedey 1964, S. 129). &lt;br /&gt;
*Rüsselsheim, Kr. Groß-Gerau, Ostpark, Grab 4 (Hübener/ Lobbedey 1964, S. 129; Fundber. aus Hessen 1, 1961, 106 Abb. 15,10)&lt;br /&gt;
*Frankfurt-Praunheim, Ebelfeld, Frauengrab, Mus. Frankfurt  (Hübener/ Lobbedey 1964, S. 129; Stamm, Frankfurt 130 = Nr. 149, Taf. 12,149).&lt;br /&gt;
*Hochheim, Maintaunuskreis, Grab 23. Mus. Wiesbaden (Hübener/ Lobbedey 1964, S. 129)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Herstellungsbelege==&lt;br /&gt;
-&lt;br /&gt;
==Kulturgeschichtliche Einordnung und sozialer Kontext==&lt;br /&gt;
==Literaturhinweise==&lt;br /&gt;
*Hübener/ Lobbedey 1964: W. Hübener/U. Lobbedey, Zur Struktur der Keramik in der späten Merowingerzeit. Beobachtungen an süddeutschen Grab- und Siedlungsfunden. Bonner Jahrb. 164, 1964, 88-129.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Warenart]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Keramik des 7. Jahrhunderts]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>R. Schreg</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://amanz-balismink.rproxy.rz.uni-bamberg.de/balismink/index.php?title=Heiligenberg_bei_Heidelberg&amp;diff=11085</id>
		<title>Heiligenberg bei Heidelberg</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://amanz-balismink.rproxy.rz.uni-bamberg.de/balismink/index.php?title=Heiligenberg_bei_Heidelberg&amp;diff=11085"/>
		<updated>2026-06-27T14:55:35Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;R. Schreg: neu&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Heiligenberg Michaelskloster.jpeg|thumb|right|Heiligenberg, Michaelskloster (Foto: R. Schreg 2005)]] Auf dem Heiligenberg nördlich von Heidelberg liegt das Klosterruine St. Michael, in der 1980-84 im Rahmen einer Sanierung archäologische Ausgrabungen stattfanden. Von diesen Grabungen stammen Keramikfunde, die den Zeitraum von der Merowingerzeit bis in die frühe Neuzeit abdecken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Lage==&lt;br /&gt;
Der Heiligenberg liegt nördlich des Neckars, an der Stelle, wo dieser aus dem Gebirgszug des Odenwalds in die Rheinebene eintritt. Auf der gegenüberliegenden Flußseite liegt unten im Tal [[Heidelberg]] mit dem Heidelberger Schloß.&lt;br /&gt;
Der etwa 1,5 km Nord-Süd messende Bergstock wird im Westen von der Rheinebene, im Norden von einem Tälchen, im Osten durch eine durch eine geologische Verwerfung bedingte Senke und im Süden durch das Neckartal begrenzt. Geologisch wird er durch Buntstandstein geprägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ortsgeschichte==&lt;br /&gt;
Der Heiligenberg trägt eine bereits vorgeschichtliche Höhensiedlung mit einem Ringwall. Nach wenigen neolithischen und bronzezeitlichen Funden zeigt sich eine urnenfelderzeitliche (HaB) und insbesondere dann eine frühlatènezeitliche Siedlungsphase.&lt;br /&gt;
In römischer Zeit befand sich hier ein Tempel des Mercurius Cimbrianus. &lt;br /&gt;
In nachrömischer Zeit wurde der Berg erneut genutzt wie Keramikfunde und Bestattungen belegen.&lt;br /&gt;
Im Jahr 870 Gründung des Michaelsklosters über den römischen Tempelruinen, gefolgt vom Stephanskloster im 11. Jahrhundert. Beide Klöster gehörten zur Abtei Lorsch. Nach dem Einsturz der Klostergebäude im 16. Jahrhundert verwaiste der Berg. In den 1930er Jahren wurde eine Thingstätte als nationalsozialistische Kultstätte in den Hang gebaut. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Forschungsgeschichte==&lt;br /&gt;
Seit der zweiten Hälfte des 19. Jh. ist der vorgeschichtliche Ringwall bekannt, 1886 kam es auch zu ersten Grabungen im Michaelskloster. Erst die Sanierung 1978-84 und die dabei durch Peter Marzolff 1980-84 vorgenommenen Grabungen erbrachten Ergebnisse zur Baugeschichte der Klöster. Die monographische Vorlage erfolgte 2012 (Marzolff et al. 2012), zuvor gab es bereits Teilbeobachtungen (Gross 1989) und einen populärwissenschaftlichen Führer (Ludwig / Marzolff 1999). 2002 wurde eine neue topographische Aufnahme der Wallanlagen publiziert (Behrends / Müller 2002)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Keramikfunde==&lt;br /&gt;
Nach Uwe Gross 2012 lassen sich folgende Waren/Gruppen auflisten:&lt;br /&gt;
*Handgemachte Keramik&lt;br /&gt;
*Ältere Drehscheibenkeramik&lt;br /&gt;
**[[Reduzierend gebrannte, geglättete Drehscheibenware (FMa)|Geglättete Drehscheibenkeramik]]&lt;br /&gt;
**[[Knickwandkeramik|Doppelkonische Keramik]]&lt;br /&gt;
**[[Rauwandige Drehscheibenware]]&lt;br /&gt;
** Feldflaschen&lt;br /&gt;
**Ösenhenkelgefäß&lt;br /&gt;
**[[Ältere gelbe Drehscheibenware (Südwestdeutschland, FMa/HMa)|Ältere gelbtonige Drehscheibenware]]&lt;br /&gt;
**[[Braungraue, feinsandige Drehscheibenware (Kraichgau/ Neckarmündungsgebiet, FMa/ HMa)|Braungraue, feinsandige Drehscheibenware]]&lt;br /&gt;
**Imitation einer [[Tatinger Ware|Tatinger Kanne]].&lt;br /&gt;
**[[Ältere graue Drehscheibenware (Kraichgau/ Oberrhein, HMa)|Ältere grautonige Drehscheibenware]]&lt;br /&gt;
**Oxidierend gebrannte, ältere Drehscheibenware&lt;br /&gt;
**Pingsdorfer Ware&lt;br /&gt;
**Imitierte Pingsdorfer Ware&lt;br /&gt;
**Steinzeugartige jüngere Mayener Ware&lt;br /&gt;
**[[Glimmerware (Rhein-Main-Gebiet, FMa/ HMa/ SMa)|Glimmerware]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Heiligenberg Glimmerware (Gross 2012) (4).jpg|Heiligenberg: Glimmerware (nach Gross 2012, Taf. 13,11) &lt;br /&gt;
Datei:Heiligenberg Glimmerware (Gross 2012) (6).jpg|Heiligenberg: Glimmerware (nach Gross 2012, Taf. 13,14) &lt;br /&gt;
Datei:Heiligenberg Glimmerware (Gross 2012) (3).jpg|Heiligenberg: Glimmerware (nach Gross 2012, Taf. 13,10) &lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
**[[Kugeltopf|Kugeltöpfe]]&lt;br /&gt;
*Jüngere Drehscheibenware&lt;br /&gt;
**[[jüngere graue Drehscheibenware (Heidelberg und Neckarmündungsgebiet, SMa)|Grautonige jüngere Drehscheibenware]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Heiligenberg jDschw (Gross 2012).jpg|Heiligenberg: jüngere graue Drehscheibenware mit schmalem Karniesrand und Linsenboden (nach Gross 2012, Taf. 17,1) &lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
**Helltonige jüngere Drehscheibenware&lt;br /&gt;
**Glasierte Drehscheibenware&lt;br /&gt;
**[[Getauchte Ware Dieburger Art (Hessen, SMa)|Getauchte Ware]]&lt;br /&gt;
**[[Manganviolette Ware (nördlicher Oberrhein, SMa)|Manganviolette Ware]]&lt;br /&gt;
**Steinzeug&lt;br /&gt;
*Ofenkeramik&lt;br /&gt;
** Becher- und Napfkacheln&lt;br /&gt;
** Zusammengesetzte Becherkacheln&lt;br /&gt;
**Viereckkacheln&lt;br /&gt;
** Nischenkacheln&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur zur Fundstelle==&lt;br /&gt;
*Behrends / Müller 2002: R.-H. Behrends / D. Müller, Die Befestigungen auf dem Heiligenberg bei Heidelberg. Atlas arch. Geländedenkm. Bad.-Württ. 2,5 (Stuttgart 2002).&lt;br /&gt;
*Gross 1989: U. Gross, Bemerkenswerte Funde völkerwanderungszeitlicher Keramik auf dem Heiligenberg bei Heidelberg. Arch. Nachr. Baden 42, 1989, 13–20.&lt;br /&gt;
*Gross 2012: U. Gross, Die mittelalterlichen und neuzeitlichen Keramik-, Metall und Beinfunde. In: P. Marzolff / F. Klein / U. Gross (Hrsg.), Forschungen zum Heiligenberg bei Heidelberg. Forschungsgeschichte. Fundmaterial. Restaurierung. Forsch. u. Ber. Arch. Mittelalter Bad.-Württ. 32 (Stuttgart 2012) 393–564.&lt;br /&gt;
*Ludwig / Marzolff 1999: R. Ludwig / P. Marzolff, Der Heiligenberg bei Heidelberg. Führer arch. Denkm. Bad.-Württ. 20 (Stuttgart 1999).&lt;br /&gt;
*Marzolff 1983: P. Marzolff, Die neuen Grabungen in St. Michael auf dem Heiligenberg. In: Forschungen und Berichte der Archäologie des Mittelalters in Baden-Württemberg 8 (Tübingen 1983) 57–78.&lt;br /&gt;
*Marzolff 1984: P. Marzolff, St. Michael auf dem Heiligenberg, Stadt Heidelberg. Arch. Ausgr. Bad.-Württ. 1983, 1984, 205–211.&lt;br /&gt;
*Marzolff 1996: P. Marzolff, Die benediktinischen Bergklöster auf dem Heiligenberg bei Heidelberg. Beitr. Mittelalterarch. Österreich 12, 1996, 129–145.&lt;br /&gt;
*Marzolff et al. 2012: P. Marzolff / F. Klein / U. Gross (Hrsg.), Forschungen zum Heiligenberg bei Heidelberg. Forschungsgeschichte. Fundmaterial. Restaurierung. Forsch. u. Ber. Arch. Mittelalter Bad.-Württ. 32 (Stuttgart 2012).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Fundstellenregest]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>R. Schreg</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://amanz-balismink.rproxy.rz.uni-bamberg.de/balismink/index.php?title=Datei:Heiligenberg_jDschw_(Gross_2012).jpg&amp;diff=11084</id>
		<title>Datei:Heiligenberg jDschw (Gross 2012).jpg</title>
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		<updated>2026-06-27T14:36:03Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;R. Schreg: Heiligenberg: jüngere graue Drehscheibenware mit schmalem Karniesrand und Linsenboden (nach Gross 2012, Taf. 17,1)&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Heiligenberg: jüngere graue Drehscheibenware mit schmalem Karniesrand und Linsenboden (nach Gross 2012, Taf. 17,1)&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>R. Schreg</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://amanz-balismink.rproxy.rz.uni-bamberg.de/balismink/index.php?title=Datei:Heiligenberg_Michaelskloster.jpeg&amp;diff=11083</id>
		<title>Datei:Heiligenberg Michaelskloster.jpeg</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://amanz-balismink.rproxy.rz.uni-bamberg.de/balismink/index.php?title=Datei:Heiligenberg_Michaelskloster.jpeg&amp;diff=11083"/>
		<updated>2026-06-27T14:32:47Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;R. Schreg: Heiligenberg, Michaelskloster (Foto: R. Schreg 2005)&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Heiligenberg, Michaelskloster (Foto: R. Schreg 2005)&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>R. Schreg</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://amanz-balismink.rproxy.rz.uni-bamberg.de/balismink/index.php?title=Datei:Heiligenberg_Glimmerware_(Gross_2012)_(3).jpg&amp;diff=11082</id>
		<title>Datei:Heiligenberg Glimmerware (Gross 2012) (3).jpg</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://amanz-balismink.rproxy.rz.uni-bamberg.de/balismink/index.php?title=Datei:Heiligenberg_Glimmerware_(Gross_2012)_(3).jpg&amp;diff=11082"/>
		<updated>2026-06-27T14:30:05Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;R. Schreg: Heiligenberg: Glimmerware (nach Gross 2012, Taf. 13,10&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Heiligenberg: Glimmerware (nach Gross 2012, Taf. 13,10&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>R. Schreg</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://amanz-balismink.rproxy.rz.uni-bamberg.de/balismink/index.php?title=Datei:Heiligenberg_Glimmerware_(Gross_2012)_(6).jpg&amp;diff=11081</id>
		<title>Datei:Heiligenberg Glimmerware (Gross 2012) (6).jpg</title>
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		<updated>2026-06-27T14:28:55Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;R. Schreg: Heiligenberg: Glimmerware (nach Gross 2012, Taf. 13,14)&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Heiligenberg: Glimmerware (nach Gross 2012, Taf. 13,14)&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>R. Schreg</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://amanz-balismink.rproxy.rz.uni-bamberg.de/balismink/index.php?title=Datei:Heiligenberg_Glimmerware_(Gross_2012)_(4).jpg&amp;diff=11080</id>
		<title>Datei:Heiligenberg Glimmerware (Gross 2012) (4).jpg</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://amanz-balismink.rproxy.rz.uni-bamberg.de/balismink/index.php?title=Datei:Heiligenberg_Glimmerware_(Gross_2012)_(4).jpg&amp;diff=11080"/>
		<updated>2026-06-27T14:27:11Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;R. Schreg: Heiligenberg: Glimmerware (nach Gross 2012, Taf. 13,11)&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Heiligenberg: Glimmerware (nach Gross 2012, Taf. 13,11)&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>R. Schreg</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://amanz-balismink.rproxy.rz.uni-bamberg.de/balismink/index.php?title=Glimmerware_(Rhein-Main-Gebiet,_FMa/_HMa/_SMa)&amp;diff=11079</id>
		<title>Glimmerware (Rhein-Main-Gebiet, FMa/ HMa/ SMa)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://amanz-balismink.rproxy.rz.uni-bamberg.de/balismink/index.php?title=Glimmerware_(Rhein-Main-Gebiet,_FMa/_HMa/_SMa)&amp;diff=11079"/>
		<updated>2026-06-27T14:24:53Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;R. Schreg: /* Vorkommen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Bei der Glimmerware handelt es sich um eine in der Herstellungstechnik nicht eindeutig bestimmte, formal aber den [[nachgedrehte Ware|nachgedrehten Waren]] nahestehende Ware des 9. bis 14. Jahrhunderts mit Verbreitung v.a. im Rhein-Main-Gebiet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:ABB225.jpg|thumb|center|400px|Glimmerware aus Unterregenbach.]]&lt;br /&gt;
==Forschungsgeschichte==&lt;br /&gt;
Eine graue scheibengedrehte Glimmerware war bereits von O. Stamm (1962) in [[Frankfurt am Main]] beschrieben worden. Er differenzierte anhand der Bodenform - [[Linsenboden]] vs. Standboden - zwei Gruppen (seine Gruppen 17 und 32). Stamm sprach von grauer Glimmerware, doch zeigen neuere Funde, etwa von der Wüstung Krutzen, dass neben reduzierendem Brand auch ein beachtlicher Anteil heller Gefäße vorkommt. Schon Uwe Gross, der die Gruppe in seiner Dissertation 1991 besprochen hat, verzichtete auf die Farbbezeichnung (Gross 1991, 66ff.). Sehr umfangreich hat Magnus Wintergerst die Funde aus der [[Frankfurt am Main|Frankfurter Altstadt]] bearbeitet (Wintergerst 2002, 62ff.).  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Andere Bezeichnungen===&lt;br /&gt;
*graue glimmerhaltige Ware I und II (Vorspessartton), Keramikgruppen des Materials der Altstadt Frankfurt nach O. Stamm (Stamm 1962)&lt;br /&gt;
*Vorspessartware&lt;br /&gt;
*Glimmerware (Gross 1991, 66ff.)&lt;br /&gt;
*weiß-weißliche Glimmerware und graue glimmerhaltige Ware (Dohrn-Ihmig 1996, 104f.)&lt;br /&gt;
*grobe Glimmerware (Wintergerst 2002, 62-66)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Charakteristika==&lt;br /&gt;
===Herstellungstechnik===&lt;br /&gt;
Die Herstellungstechnik wird in der Literatur unterschiedlich beurteilt. Während Uwe Gross die Ware als echte Drehscheibenware auffasst, verweist Magnus Wintergerst am Frankfurter Material auf zahlreiche Fingerdruck-, Schnitt- und Verstreichspuren, die ihn die Ware eher als [[nachgedrehte Ware]] einordnen, insgesamt, aber  sowohl mit handgeformten, nachgedrehten und auf der Drehscheibe hergestellten Gefäßen rechnen lassen (Wintergerst 2002, 63). Das Problem ist, dass nur sehr wenige Scherben überhaupt eindeutige Herstellungsspuren erkennen lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Brand/ Farbe===&lt;br /&gt;
Das Farbspektrum umfasst grau, aber auch weiß-weißliche Scherben, daneben treten aber durchaus auch andere Farbnuancen auf (Wintergerst 2002, 63). Margarethe Dohr-Ihmig hat anhand des Fundmaterials der Wüstung Krutzen eine chronologische Differenzierung vorgeschlagen, wonach die weiß-weißlichen Funde in das 9.-11. Jahrhundert, die grauen weiter gefasst vom 9. bis 13. Jahrhundert datieren (Dohrn-Ihmig 1996).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Magerung===&lt;br /&gt;
Die Glimmerware ist - so die Beschreibung des Frankfurter Fundmaterials - reichlich mit kantigem, aber auch gerundetem Quarzsand gemagert. Als Korngrößen werden 0,2 bis 2,0 mm angegeben. Hinzu kommen runde bis kantige ziegelrote Partikel mit blasiger bis pulvriger Struktur mit einer Korngröße bis 0,5 mm sowie ovale weiße, tonige Partikel von 0,5 bis 2,0 mm Größe. Die namengebende Glimmermagerung bezieht sich auf silbrig glänzende, selten kupferfarben bis farblose Glimmerplättchen von 0,2 bis 1,5 mm Größe (WIntergerst 2002, 63).&lt;br /&gt;
Fundstellen im Süden des Verbreitungsgebietes (z.B. Heddesheim, Wüstung Botzheim bei Ladenburg sowie südliche Bergstraßen-Burgen) weisen häufig eher wenig und sehr feinen [[Glimmer]] auf und unterscheiden sich von den Vorspessart-Produkten, die viele und große Glimmerpartikel enthalten (Gross 2017, 115ff.). Gleichwohl ist diese gröbere Vorspessart-Variante auch in [[Ladenburg]] zahlreich vorhanden (Gross 2017, 119).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Oberflächenbeschaffenheit===&lt;br /&gt;
Anhand des Frankfurter Fundmaterials wurde die Oberfläche als &amp;quot;extrem stumpf, leicht unregelmäßig rau&amp;quot; und mit gehäuft in Bodennähe zu beobachtenden Poren beschrieben (Wintergerst 2002, 63).&lt;br /&gt;
Nur wenige große Magerungskörner durchstoßen die Außenhaut (WIntergerst 2002, 63).&lt;br /&gt;
Im Bruch erscheint der Scherben schiefrig und porös (WIntergerst 2002, 63).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Verzierungen===&lt;br /&gt;
An einem Vorratsgefäß vom Frankfurter Domhof aus dem 14. Jahrhundert ist eine Gurtauflage nachgewiesen (Wintergerst 2002, 64, Taf. 2,3). Selten treten Wellenlinien auf. Als Verzierung tritt neben Wellenlinien ab und an auch einfacher Rollstempeldekor auf, etwa unter den Funden vom Zellhügel, Kr. Offenbach (Hinweis G. Weber, Kreisarchäologie Offenbach via U. Gross). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vom Rohmaterial steht der Glimmerware eine [[rotbemalte feine Glimmerware (Rhein-Main-Gebiet, HMa/ SMa)]] nahe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Gefäßformen==&lt;br /&gt;
An Gefäßformen sind lediglich Töpfe und formgleiche Doppelhenkelkannen mit Tüllenausguß bekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Waagrechte Randbildungen kommen erst im Hochmittelalter allmählich zusätzlich zu schlichten Schrägränder hinzu (Gross 2022, 1).&lt;br /&gt;
Eine gängige Bodenform sind [[Linsenboden|Linsenböden]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verbreitung==&lt;br /&gt;
Die Ware ist vor allem in Südhessen, im nördlichen Oberrheintal und im Odenwald verbreitet. Das heutige Baden-Württemberg erreicht sie nur im Nordwesten, in den Regionen südlich von Heidelberg sind lediglich Einzelstücke in Leimen, Burg Wersau bei Reilingen, Waghäusel und Bruchsal zu nennen - sowie als räumlicher Ausreisser eine Scherbe aus [[Ulm]] (Hinweis U. Gross). Vereinzelt kommt sie auch noch an Tauber und Jagst vor. Linksrheinisch ist die Glimmerware zahlreich in Worms, in Speyer dagegen kaum vorhanden (Hinweis U. Gross). Im Norden greift sie in die Wetterau aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Glimmerware Verbreitung Karte 2023 02.jpg|thumb|600px|center|Verbreitung der Glimmerware]]&lt;br /&gt;
===Vorkommen===&lt;br /&gt;
weitgehend nach Gross 1991, Liste 15, ggf. sind Publikationen zu ergänzen&lt;br /&gt;
*Bad Nauheim: Süß, Nauheim 150 f. (Gross 1991, Liste 15)&lt;br /&gt;
*Eberbach (Vorderburg): Hinweis D. Lutz, Karlsruhe (Gross 1991, Liste 15)&lt;br /&gt;
*[[Frankfurt am Main]], Altstadt (Stamm 1962; Gross 1991, Liste 15; Wintergerst 2002)&lt;br /&gt;
*Frankfurt-Schwanheim: Germania 38, 1960, 213 (O. Stamm). (Gross 1991, Liste 15)&lt;br /&gt;
*Gamburg: Hinweis G. Bund, Wertheim (Gross 1991, Liste 15)&lt;br /&gt;
*Groß-Gerau: Süß, Nauheim 150 f. (Gross 1991, Liste 15)&lt;br /&gt;
*[[Heidelberg, Neue Universität]] (Gross 1991, Liste 15; Carroll-Spillecke 1999, S. 49)&lt;br /&gt;
*[[Heiligenberg bei Heidelberg]] (Gross 2012; Gross 1991, Liste 15)&lt;br /&gt;
*Hirschburg bei Leutershausen: Hinweis D. Lutz, Karlsruhe (Gross 1991, Liste 15)&lt;br /&gt;
*lppinghausen: Ulrich, Ippinghausen Abb. 6; 12, 1-6 (Gross 1991, Liste 15)&lt;br /&gt;
*[[Ladenburg]]: Schallmayer u. Gross, Ladenburg Abb. 49, 8- 15 (Gross 1991, Liste 15)&lt;br /&gt;
*[[Wüstung Krutzen (Frankfurt-Kalbach)]] (Gross 1991, Liste 15; Dohrn-Ihmig 1996)&lt;br /&gt;
*Mannheim-Neckarau, Wüstung Hermsheim: Taf. 12, 6. 7.(Gross 1991, Liste 15)&lt;br /&gt;
*Mannheim-Sandhofen, Wüstung Schar: Unpubl.; Städt. Reiß-Mus. Mannheim (Gross 1991, Liste 15)&lt;br /&gt;
*Mannheim-Vogelstang: Unpubl.; Städt. Reiß-Mus. Mannheim (Gross 1991, Liste 15)&lt;br /&gt;
*Mückenloch: Unpubl.; LDA Bad.-Württ., Abt. Arch. Denkmalpfl., Außenstelle Karlsruhe (Gross 1991, Liste 15)&lt;br /&gt;
*Mulfingen: Unpubl.; LDA Bad.-Württ., Abt. Arch. Denkmalpfl., Stuttgart (Gross 1991, Liste 15)&lt;br /&gt;
*Neckarhausen (Gross 2012a)&lt;br /&gt;
*Niederwalluf: Elbel, Turmburg Abb. 2,14 (Gross 1991, Liste 15)&lt;br /&gt;
*Oberroden: Hinweis E. Schallmayer, Karlsruhe (Gross 1991, Liste 15)&lt;br /&gt;
*Osterburken: Gross 1991, Taf. 57,2.4.6. 8-12.14 (Gross 1991, Liste 15)&lt;br /&gt;
*Reichholzheim: Unpubl.; LDA Bad.-Württ., Abt. Arch. Denkmalpfl., Stuttgart (Gross 1991, Liste 15)&lt;br /&gt;
*Schöllkrippen: L. Wamser, in: Glück und Glas (1984) 26 Abb. 1 (unten) (Gross 1991, Liste 15)&lt;br /&gt;
*Schönau: Hinweis D. Lutz, Karlsruhe (Gross 1991, Liste 15)&lt;br /&gt;
*[[Seligenstadt]]: Hinweis E. Schallmayer, Karlsruhe (Gross 1991, Liste 15; Atzbach)&lt;br /&gt;
*[[Speyer, Vogelgesang]]: (Gross 1991, Liste 15; Bentz 2018, 56)&lt;br /&gt;
*Tauberbischofsheim: Taf. 64, 4-6.(Gross 1991, Liste 15)&lt;br /&gt;
*Wagbachkastell bei Waghäusel: Hinweis E. Schallmayer, Karlsruhe (Gross 1991, Liste 15)&lt;br /&gt;
*Weiher: Unpubl.; LOA Bad.-Württ., Abt. Arch. Denkmalpfl., Außenstelle Karlsruhe (Gross 1991, Liste 15)&lt;br /&gt;
*Weilerhügel bei Alsbach: Böhme, Weilerhügel Abb. 2, 2-16 (Gross 1991, Liste 15)&lt;br /&gt;
*Worms: Unpubl.; Mus. Worms (Gross 1991, Liste 15)&lt;br /&gt;
*Zeilsheim (Wüstung): Hinweis B. Heukemes, Heidelberg.(Gross 1991, Liste 15)&lt;br /&gt;
*Zullestein (?): J orns, Zullestein Taf. 1, 1- 3 (Gross 1991, Liste 15)&lt;br /&gt;
*[[Dallau, Wasserburg]]: Gross, 1991, Taf. 52.13. 14 (Gross 1991, Liste 15)&lt;br /&gt;
*Gamburg: Hinweis G. Bund, Wertheim (Gross 1991, Liste 15)&lt;br /&gt;
*[[Unterregenbach]]: Unpubl.; Mus. Unterregenbach (Gross 1991, Liste 15)&lt;br /&gt;
*Würzburg: P. Vychitil, in: Aus Frankens Frühzeit. Festgabe P. Endrich (1987) 218f. mit Abb. 5, 10.(Gross 1991, Liste 15)&lt;br /&gt;
*[[Jugenheim, Burg Tannenberg]]: Lesefund R. Schreg&lt;br /&gt;
*Mömbris, Burg (https://www.spessartprojekt.de/forschung/ausgrabungen/die-burg-moembris/die-burg-moembris-funde/die-burg-moembris-funde-keramik-ziegel/)&lt;br /&gt;
*Reilingen, Burg Wersau (Gross 1997)&lt;br /&gt;
*Dossenheim, Schauenburg (Fundber. Bad.-Württ. 22/2, 1998, 233f.; Gross 1997)&lt;br /&gt;
*Nußloch (Gross 1997)&lt;br /&gt;
*Leimen (Gross 1997)&lt;br /&gt;
*Dielheim, Burg Horrenberg (Gross 1997)&lt;br /&gt;
*Sandhausen, Heidelberger-Straße/Ecke Hauptstraße (Fundber. Bad.-Württ 22/2, 1998, 275f.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
noch nicht kartiert:&lt;br /&gt;
*[[Basel, Petersberg]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Chronologie==&lt;br /&gt;
Die Ware beginnt in spätkarolingischer Zeit und ist äußerst langlebig, sie reicht bis ins 13./14. Jahrhundert, ohne dass sich besonders eindeutige Differenzierungsmöglichkeiten abzeichnen - allenfalls scheinen Standböden jünger als die auffallenden, dünnen Linsenböden zu sein. Der Versuch einer Zuweisung der weiß-weißlichen Vertreter in den Zeitraum vom 9. bis 12. Jahrhundert, wie sie für die Wüstung Krutzen vorgeschlagen wurde, konnte in Frankfurt nicht bestätigt werden (Wintergerst 2002, 63).&lt;br /&gt;
Formal sieht Magnus Wintergerst eine Entwicklung von kugelig, gedrungenen Gefäßen mit kurzem Rand und Linsenboden zu hochschultrigen Standbodengefäßen mit langem Rand und weiter Mündung. Eine Gliederung der Gefäßwandung verweist in das 13./14. Jahrhundert (Wintergerst 2002, 65).&lt;br /&gt;
Im Süden des Verbreitungsgebiets scheint die Ware im 13. Jahrhundert abzubrechen (Gross 2012a, 162).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kulturgeschichtliche Einordnung und sozialer Kontext==&lt;br /&gt;
Schmauchspuren verweisen auf eine Funktion als [[Kochtopf|Kochtöpfe]] (Wintergerst 2002, 65).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literaturhinweise==&lt;br /&gt;
*Bentz 2018: M. Bentz, Einblicke in die mittelalterliche Stadtarchäologie Speyers. Die Grubenhäuser vom Diakonissen-Stift und die Töpferöfen in der St.-Markus-Vorstadt. In: U. Himmelmann/B. Hünerfauth/J. Winkelmann (Hrsg.), Fundsache Speyer. Vom Stadtrand bis zum Domplatz. Archäologische Denkmäler in der Pfalz 61 (Speyer 2018) 61–69.&lt;br /&gt;
*Dohrn-Ihmig 1996: M. Dohrn-Ihmig, Die früh- bis hochmittelalterliche Siedlung und Kirchenwüstung &amp;quot;Krutzen&amp;quot; im Kalbacher Feld, Stadt Frankfurt am Main. Mat. Vor- u. Frühgesch. Hessen 16 (Wiesbaden 1996).&lt;br /&gt;
*Gross 1990: U. Gross, Früh- und hochmittelalterliche Keramikfunde aus Unterregenbach, Lkr. Schwäbisch Hall. Fundber. Bad.-Württ. 15, 1990, 385–419.&lt;br /&gt;
*Gross 1991: U. Gross, Mittelalterliche Keramik zwischen Neckarmündung und Schwäbischer Alb. Bemerkungen zur räumlichen Entwicklung und zeitlichen Gliederung. Forsch. u. Ber. Arch. Mittelalter Bad.-Württ. 12 (Stuttgart 1991). - speziell zur Glimmerware: S. 66 ff.&lt;br /&gt;
*Gross 1997: U. Gross, Die Keramikfunde aus der Burg Wersau. Der Kraichgau 15, 1997, 137–150. - doi:10.11588/artdok.00002076&lt;br /&gt;
*Gross 2012a: U. Gross, Die mittelalterlichen und neuzeitlichen Keramikfunde. In: Ein Beitrag zur Archäologie des ländlichen Raumes im Rhein-Neckar-Kreis. Untersuchungen eines Gehöfts in Neckarhausen (Hauptstraße 379). Bausteine zur Ortsgeschichte Edingen-Neckarhausen (Edingen-Neckarhausen 2012) 161–188.&lt;br /&gt;
*Gross 2012: U. Gross, Die mittelalterlichen und neuzeitlichen Keramik-, Metall und Beinfunde. In: P. Marzolff/F. Klein/U. Gross (Hrsg.),Forschungen zum Heiligenberg bei Heidelberg. Forschungsgeschichte. Fundmaterial. Restaurierung. Forschungen und Berichte der Archäologie des Mittelalters in Baden-Württemberg 32 (Stuttgart 2013) 393–564.&lt;br /&gt;
*Gross 2018: U. Gross, Mittelalterliche und neuzeitliche Keramikfunde aus Heddesheim, Oberdorfstraße 3. In: H. Wiegand/K. Wirth (Hrsg.), Von der Grubenhütte zum Pfarrhaus. Archäologie und Geschichte der Parzelle Oberdorfstraße 3 in Heddesheim. Mannheimer Geschichtsblätter Sonderveröffentlichung 10 (Ubstadt-Weiher 2018) 115–150.&lt;br /&gt;
*Gross 2022: U. Gross, Hohensachsen. Braungraue Drehscheibenware und späte Ältere gelbe Drehscheibenware aus den Untersuchungen 2020 (Heidelberg 2022). - DOI: https://doi.org/10.11588/artdok.00008017&lt;br /&gt;
*Schallmeyer/Gross 1983: E. Schallmeyer/U. Gross, Die mittelalterlichen und neuzeitlichen Befunde und Funde der Grabungen auf dem Gelände des Domhofes in Ladenburg, Rhein-Neckar-Kreis, 1980 und 1981. In: ,Forschungen und Berichte der Archäologie des Mittelalters in Baden-Württemberg 8 (Tübingen 1983) 79–138. - zur Glimmerware bes. S. 105 f.&lt;br /&gt;
*Stamm 1962: O. Stamm, Spätrömische und frühmittelalterliche Keramik der Altstadt Frankfurt a.M.2002. Schr. Frankfurter Mus. Vor- u. Frühgesch. 1 (Frankfurt 1962).&lt;br /&gt;
*Wintergerst 2002: M. Wintergerst, Hoch- und spätmittelalterliche Keramik aus der Altstadt Frankfurt am Main. Schriften des Archäologischen Museums Frankfurt am Main 18 (Frankfurt a. M. 2002).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Warenart]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Keramik des 9. Jahrhunderts]][[Kategorie:Keramik des 10. Jahrhunderts]][[Kategorie:Keramik des 11. Jahrhunderts]][[Kategorie:Keramik des 12. Jahrhunderts]][[Kategorie:Keramik des 13. Jahrhunderts]][[Kategorie:Keramik des 14. Jahrhunderts]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>R. Schreg</name></author>
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		<id>https://amanz-balismink.rproxy.rz.uni-bamberg.de/balismink/index.php?title=Seligenstadt&amp;diff=11078</id>
		<title>Seligenstadt</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;R. Schreg: /* wichtige Fundstellen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Seligenstadt (Lkr. Offenbach)&lt;br /&gt;
{{stub}}&lt;br /&gt;
Seligenstadt am Main war in römischer Zeit Standort eines Kohortenkastells. 815 wird es in einer Lorscher Urkunde als Obermühlheim wieder greifbar. Einhard gründete hier ein Kloster und die zugehörige Siedlung erhielt in staufischer Zeit Stadtrecht. Damals entstand hier auch ein Königshof.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==wichtige Fundstellen==&lt;br /&gt;
*Töpferofen (Nahgrang 1957): Töpferofenkomplex mit feiner [[Rotbemalte feine Glimmerware (Rhein-Main-Gebiet, HMa/ SMa)|bemalter Glimmerware]], die als [[Pingsdorf-Imitation]] klassifiziert wurde. Die Funde befinden sich in der Sammlung Otto Stamm in Frankfurt und wurden dort in eine Analysenserie einbezogen (Diesch/Wilke 2023).&lt;br /&gt;
*Basilika (Platz 2006)&lt;br /&gt;
*Palatium (Atzbach 1997): [[Glimmerware (Rhein-Main-Gebiet, FMa/ HMa/ SMa)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Keramikfunde==&lt;br /&gt;
*[[Glimmerware (Rhein-Main-Gebiet, FMa/ HMa/ SMa)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Randscherbe (Schallmeyer 1987, Abb. 215) erinnert an die [[Braune, meist rillenverzierte rauwandige Drehscheibenware (Neckarland, FMa)]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*Atzbach 1997: R. Atzbach, Das Palatium in Seligenstadt ein Schloßbau Friedrichs I. Barbarossa (Seligenstadt 1997).&lt;br /&gt;
*Atzbach 1998: R. Atzbach, Die St.-Laurentius-Kapelle in Seligenstadt. Ergebnisse der Ausgrabung von 1997 zur Bau- und Stadtgeschichte (Seligenstadt 1998).&lt;br /&gt;
*Atzbach 2009: R. Atzbach, Das Palatium in Seligenstadt. Stadtherrschaft im archäologischen Befund von der Frühgeschichte bis zum 13. Jahrhundert. In: U. von Freeden / H. Friesinger / E. Wamers (Hrsg.), Glaube, Kult und Herrschaft. Phänomene des Religiösen im 1. Jahrtausend n. Chr. in Mittel- und Nordeuropa. Kolloquien zur Vor- und Frühgeschichte 12 (Bonn 2009) 451–482.&lt;br /&gt;
*Diesch/Wilke 2023: A. Diesch/ D. Wilke, Die Lehrsammlung Otto Stamm im Archäologischen Museum der Stadt Frankfurt am Main. In: Archäometrie und Denkmalpflege 2023. Metalla Sonderheft 12 (Bochum 2023) 90-92&lt;br /&gt;
*Nahrgang 1957: K. Nahrgang, Ein Töpferofen mit Pingsdorfer Keramik in Seligenstadt, Landkreis Offenbach. Stadt- und Landkreis Offenbach am Main. Studien und Forschungen 3 (Offenbach 1957) 73–77.&lt;br /&gt;
*Platz 2006: T.P. Platz, Basilika Seligenstadt. Geschichte und Bauentwicklung (Büchenbach 2006)&lt;br /&gt;
*Schallmeyer 1987: E. Schallmeyer, Ausgrabungen in Seligenstadt. Zur römischen und mittelalterlichen Topographie. Saalburg-Jahrb. 43, 1987, 5–60.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Fundstellenregest]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Töpferei]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>R. Schreg</name></author>
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		<title>Seligenstadt</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;R. Schreg: /* Literatur */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Seligenstadt (Lkr. Offenbach)&lt;br /&gt;
{{stub}}&lt;br /&gt;
Seligenstadt am Main war in römischer Zeit Standort eines Kohortenkastells. 815 wird es in einer Lorscher Urkunde als Obermühlheim wieder greifbar. Einhard gründete hier ein Kloster und die zugehörige Siedlung erhielt in staufischer Zeit Stadtrecht. Damals entstand hier auch ein Königshof.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==wichtige Fundstellen==&lt;br /&gt;
*Töpferofen (Nahgrang 1957): Töpferofenkomplex mit feiner [[Rotbemalte feine Glimmerware (Rhein-Main-Gebiet, HMa/ SMa)|bemalter Glimmerware]], die als [[Pingsdorf-Imitation]] klassifiziert wurde. Die Funde befinden sich in der Sammlung Otto Stamm in Frankfurt und wurden dort in eine Analysenserie einbezogen (Diesch/Wilke 2023).&lt;br /&gt;
*Basilika (Platz 2006)&lt;br /&gt;
*Palatium (Atzbach 1997): [[Glimmerware (Rhein-Main-Gebiet, FMa/ HMa/ SMa)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*Atzbach 1997: R. Atzbach, Das Palatium in Seligenstadt ein Schloßbau Friedrichs I. Barbarossa (Seligenstadt 1997).&lt;br /&gt;
*Atzbach 1998: R. Atzbach, Die St.-Laurentius-Kapelle in Seligenstadt. Ergebnisse der Ausgrabung von 1997 zur Bau- und Stadtgeschichte (Seligenstadt 1998).&lt;br /&gt;
*Atzbach 2009: R. Atzbach, Das Palatium in Seligenstadt. Stadtherrschaft im archäologischen Befund von der Frühgeschichte bis zum 13. Jahrhundert. In: U. von Freeden / H. Friesinger / E. Wamers (Hrsg.), Glaube, Kult und Herrschaft. Phänomene des Religiösen im 1. Jahrtausend n. Chr. in Mittel- und Nordeuropa. Kolloquien zur Vor- und Frühgeschichte 12 (Bonn 2009) 451–482.&lt;br /&gt;
*Diesch/Wilke 2023: A. Diesch/ D. Wilke, Die Lehrsammlung Otto Stamm im Archäologischen Museum der Stadt Frankfurt am Main. In: Archäometrie und Denkmalpflege 2023. Metalla Sonderheft 12 (Bochum 2023) 90-92&lt;br /&gt;
*Nahrgang 1957: K. Nahrgang, Ein Töpferofen mit Pingsdorfer Keramik in Seligenstadt, Landkreis Offenbach. Stadt- und Landkreis Offenbach am Main. Studien und Forschungen 3 (Offenbach 1957) 73–77.&lt;br /&gt;
*Platz 2006: T.P. Platz, Basilika Seligenstadt. Geschichte und Bauentwicklung (Büchenbach 2006)&lt;br /&gt;
*Schallmeyer 1987: E. Schallmeyer, Ausgrabungen in Seligenstadt. Zur römischen und mittelalterlichen Topographie. Saalburg-Jahrb. 43, 1987, 5–60.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Fundstellenregest]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Töpferei]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>R. Schreg</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://amanz-balismink.rproxy.rz.uni-bamberg.de/balismink/index.php?title=Flacht,_Friedhofstra%C3%9Fe_17&amp;diff=11076</id>
		<title>Flacht, Friedhofstraße 17</title>
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		<updated>2026-06-27T13:48:27Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;R. Schreg: /* Ortsgeschichte */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Flacht (Gde. Weissach) Lkr. Böblingen, Friedhofstraße 17.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Lage==&lt;br /&gt;
Flacht liegt etwa 8 km nördlich von [[Renningen]] im Strohgäu auf einer Höhe von 404 m ü. N.N. Der Ort liegt in einem leichten Tälchen, im Quellbereich des Strudelbaches, der nach Norden zur Enz entwässert, und ist ein typisches Haufendorf, das sich um die Kirche gruppiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Etwas südöstlich oberhalb des spätmittelalterlichen Dorfes liegt eine Siedlungsstelle, in deren Nachbarschaft aufgrund eines Flurnamens eine ehemalige Burg vermutet wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An zwei Stellen wurden nahe dem Ort Grabfunde gemacht.&lt;br /&gt;
150 m östlich der Kirche wurden bereits im letzten Jahrhundert Gräber aufgedeckt, die Eisenwaffen enthalten haben sollen. Am südlichen Ortsrand liegen beigabenlose, Ost–West orientierte Bestattungen. Als Einzelfund war hier früher ebenfalls eine „Eisenwaffe“ gefunden worden. Aussagen über diese Bestattungsplätze verbieten sich bei diesem Kenntnisstand, doch können sie ebenso auf den Siedlungsplatz oberhalb des späteren Dorfes wie auf dieses selbst bezogen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ortsgeschichte==&lt;br /&gt;
[[Datei:Flacht_klein.jpg|thumb|right|Flacht, Siedlungstopographie (Kartengrundlage: Urkarte via Landesarchiv Baden-Württemberg, Graphik: R. Schreg)]]&lt;br /&gt;
1293 wird Flacht erstmals erwähnt. Die Ortsgeschichte zeigt enge Verbindungen zum 1,8 km nördlich gelegenen Weissach. In der Umgebung sind mehrere Wüstungen bekannt, so Lauschenhofen und Bonlanden. Sie liegen in einer Entfernung von jeweils über 1 km.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Forschungsgeschichte==&lt;br /&gt;
Bis zu einer Grabung 2021  in der Friedhofstraße 17 lagen aus Flacht nur Lesefunde und Baustellenbeobachtungen vor, die bei Schreg 2006 als Grundlage eines ersten Überblicks zur Siedlungsentwicklung des Orts dienten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Erweiterung Friedhof: Siedlung - Lit.: Fundber. Baden-Württemberg 5, 1980, 282 (1); Gross 1991, 186.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Friedhofstr. 11: Siedlung - Lit.: Fundber. Baden-Württemberg 5, 1980, 282 (2); Gross 1991, 186.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*nordwestlicher Hang des Ettlesberg: kleines Gräberfeld - Südöstl. Ortsrand: beigabenlose Bestattungen, Einzelfunde einer „Eisenwaffe“. - Lit.: Fundber. Schwaben N.F. 15, 1959, 183.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Haus Maurer Müller: Gräberfeld 0,15 km O Kirche. - Lit.: Veeck 1931, 222.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Leonberger Straße (ehhem. Hauptstr.) 20 - Lit.: Fundber. Baden-Württemberg 8, 1983, 426.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Bergstraße 4 - Funde bei Baumaßnahmen im Sommer 2000 durch E. Bernt. Befunde wurden abgesehen von einer angeziegelten Stelle nicht beobachtet. - Lit.: Schreg 2006, Abb. 93 (Auswahl der Funde).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Befundsituation==&lt;br /&gt;
[[Datei:Flacht Friedhofstr 17 Ofen Bef 11 (Aust Schmidt 2025 CC BY SA) (2).jpg|right|thumb|150px|Flacht, Friedhofstr. 17: Lochtenne des Ofens (Aust / Schmidt 2025, Abb. 11  CC BY SA 4.0)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Flacht Friedhofstr 17 Ofen Bef 11 (Aust Schmidt 2025 CC BY SA) (3).jpg|right|thumb|150px|Flacht, Friedhofstr. 17: Profilschnitt durch den Ofen (Aust / Schmidt 2025, Abb. 9  CC BY SA 4.0]]&lt;br /&gt;
2021 konnte in der Friedhofstraße 17 ein Siedlungsausschnitt untersucht werden. Dabei wurden mehrere Grubenhäuser, Pfostenbefunde und ein relativ gut erhaltener stehender Töpferofen mit Lochtenne gefunden. Der Ofen wird aufgrund der Keramik ins 7. Jahrhundert datiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Keramikofen wird durch ein Grubenhaus geschnitten, das wiederum durch ein Grubenhaus geschnitten wird (Aust / Schmidt 2025,38). Laut Grabungsbericht ist noch unklar, &amp;quot;ob die im Ofen aufgefundene Keramik dem letzten Brennvorgang&lt;br /&gt;
zugeordnet werden kann, oder ob es sich um Produktionsabfälle handelt&amp;quot; (ebd.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Keramikfunde==&lt;br /&gt;
===Friedhofstraße 17===&lt;br /&gt;
[[Datei:Flacht Friedhofstr 17 Ofen Bef 11 (Aust Schmidt 2025 CC BY SA).jpg|right|mini|thumb|Flacht, Friedhofstr. 17: Auswahl Keramikfunde aus dem Ofen (Aust / Schmidt 2025, Abb. 10). CC BY SA 4.0)]] &lt;br /&gt;
Laut Vorbericht (Aust u.a. 2022) wurden im Brennraum des stehenden Ofens mit Lochtenne Gefäße der letzten, misslungenen Brennladung (?) gefunden, die sehr grob mit Quarz und Glimmer gemagert war und sehr dicke Wandungen und Böden aufweist. Der Grabungsbericht beschreibt die Scherbenqualität etwas abweichend als &amp;quot;überwiegend stark mit groben Quarzpartikeln&lt;br /&gt;
gemagert. Manche Stücke besitzen darüber hinaus einen Anteil an sehr groben Glimmerpartikeln&amp;quot; (Aust /Schmidt 2025, 37).&lt;br /&gt;
Das Formenspektrum umfasst v.a. [[Wölbwandtopf|Wölbwandtöpfe]] der [[rauwandige Drehscheibenware|rauwandigen Drehscheibenware]] mit sehr unterschiedlichen Randformen. Neben einfachen [[Wulstrand|Wulsträndern]] treten &amp;quot;ausbiegende Ränder&amp;quot; sowie &amp;quot;unterschnittene, im Profil dreieckige Leistenränder&amp;quot; auf. Es kommen auch &amp;quot; spätrömisch&lt;br /&gt;
anmutende&amp;quot;  (Aust /Schmidt 2025, 37) [[Deckelfalzrand|Deckelfalzränder]] vor. Henkelfragmente deuten zudem auf die Produktion von Kannen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die übrigen Funde der Ausgrabung umfassen überwiegend ebenfalls rauwandige Drehscheibenware, etwas frühmittelalterliche handgemachte Ware, und wiederum in größerer Zahl [[Ältere gelbe Drehscheibenware (Südwestdeutschland, FMa/HMa)]] insbesondere der Typen Kirchhausen und Jagstfeld, wohingegen Ränder vom Typ Runder Berg relativ selten vorhanden sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Weitere Fundstellen in der Umgebung===&lt;br /&gt;
Im Bereich des modernen Friedhofes, außerhalb des Dorfetters, wurden neben Funden und Befunden eines römischen Gutshofes ältere gelbe Drehscheibenware des Typs Kirchhausen, einige Fragmente handgemachter Keramik sowie ein Boden der rauwandigen Drehscheibenware gefunden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Fundstelle in der Friedhofstraße 11 lieferte ein  Fundspektrum mit mehreren Fragmenten von Knickwandkeramik und rauwandiger Drehscheibenware, die eine Besiedlung der Merowingerzeit anzeigen. Mit älterer gelber Drehscheibenware der Typen Kirchhausen, Runder Berg und Jagstfeld sowie [[Braune, meist rillenverzierte rauwandige Drehscheibenware (Neckarland, FMa)|brauner, meist rillenverzierter rauwandiger Drehscheibenware]], [[Albware (Schwäbische Alb/ mittleres Neckarland, HMa)|Albware]], [[Gröbere nachgedrehte Ware (Neckarland, HMa)|gröberer nachgedrehter Ware]] und einigen Leistenränder, die möglicherweise bereits auf der schnelllaufenden Drehscheibe hergestellt wurden, ist eine nachmerowingische Besiedlung bis ins 12./13. Jahrhundert nachweisbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Ort selbst liegen zwei Fundstellen mit mittelalterlicher&lt;br /&gt;
Keramik. Die eine ist nur aus einer knappen&lt;br /&gt;
Fundnotiz bekannt, die lediglich ein Webgewicht aus&lt;br /&gt;
braunem Ton erwähnt. Die andere in der Bergstraße 10&lt;br /&gt;
nordöstlich der Kirche umfasst ein Keramikspektrum,&lt;br /&gt;
das überwiegend aus älterer gelber Drehscheibenware&lt;br /&gt;
besteht. Es dominieren Ränder der Form Jagstfeld,&lt;br /&gt;
doch belegen ein dickwandiger Boden und ein Rand der Form Runder Berg auch eine ältere Siedlungstätigkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur zur Fundstelle==&lt;br /&gt;
*Aust u.a. 2022: M. Aust/ K. Conrad/ R. Gresiak/ D. Brenner/ U. Gross, Textilhandwerker und Töpferöfen - Früh- bis hochmittelalterliche Siedlungsreste aus Flacht. Arch. Ausgr. Bad. Württ. 2021 (2022), 253-257.&lt;br /&gt;
*Aust / Schmidt 2025: M. Aust / S. Schmidt, Komplexe Stratigraphie und mittelalterliche Befunde in Ludwigsburg. Abschlussbericht der Rettungsgrabung (2020_0266) Weissach „Friedhofstr. 17“. Dokumente zur Archäologie in Baden-Württemberg (Heidelberg 2025). - DOI: https://doi.org/10.11588/propylaeumdok.00006851&lt;br /&gt;
*Fundber. Baden-Württemberg 5, 1980, Taf. 209 E &lt;br /&gt;
*Fundber. Baden-Württemberg 8, 1983 Taf. 206 B&lt;br /&gt;
*Gross 1991: U. Gross, Mittelalterliche Keramik zwischen Neckarmündung und Schwäbischer Alb. Bemerkungen zur räumlichen Entwicklung und zeitlichen Gliederung. Forsch. u. Ber. Arch. Mittelalter Bad.-Württ. 12 (Stuttgart 1991). - https://archiv.ub.uni-heidelberg.de/artdok/5858/ &lt;br /&gt;
*Schreg 2006: R. Schreg, Dorfgenese in Südwestdeutschland. Das Renninger Becken im Mittelalter. Materialh. Arch. Baden-Württemberg 76 (Stuttgart 2006), 215-217&lt;br /&gt;
*Veeck 1931: W. Veeck, Die Alamannen in Württemberg. Germanische Denkmäler der Völkerwanderungszeit 1 (Berlin, Leipzig 1931)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Fundstellenregest]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Töpferei]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>R. Schreg</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://amanz-balismink.rproxy.rz.uni-bamberg.de/balismink/index.php?title=Flacht,_Friedhofstra%C3%9Fe_17&amp;diff=11075</id>
		<title>Flacht, Friedhofstraße 17</title>
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		<updated>2026-06-27T13:48:03Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;R. Schreg: /* Forschungsgeschichte */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Flacht (Gde. Weissach) Lkr. Böblingen, Friedhofstraße 17.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Lage==&lt;br /&gt;
Flacht liegt etwa 8 km nördlich von [[Renningen]] im Strohgäu auf einer Höhe von 404 m ü. N.N. Der Ort liegt in einem leichten Tälchen, im Quellbereich des Strudelbaches, der nach Norden zur Enz entwässert, und ist ein typisches Haufendorf, das sich um die Kirche gruppiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Etwas südöstlich oberhalb des spätmittelalterlichen Dorfes liegt eine Siedlungsstelle, in deren Nachbarschaft aufgrund eines Flurnamens eine ehemalige Burg vermutet wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An zwei Stellen wurden nahe dem Ort Grabfunde gemacht.&lt;br /&gt;
150 m östlich der Kirche wurden bereits im letzten Jahrhundert Gräber aufgedeckt, die Eisenwaffen enthalten haben sollen. Am südlichen Ortsrand liegen beigabenlose, Ost–West orientierte Bestattungen. Als Einzelfund war hier früher ebenfalls eine „Eisenwaffe“ gefunden worden. Aussagen über diese Bestattungsplätze verbieten sich bei diesem Kenntnisstand, doch können sie ebenso auf den Siedlungsplatz oberhalb des späteren Dorfes wie auf dieses selbst bezogen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ortsgeschichte==&lt;br /&gt;
[[Datei:Flacht_klein.jpg|thumb|right|Pleidelsheim, Siedlungstopographie (Kartengrundlage: Urkarte via Landesarchiv Baden-Württemberg, Graphik: R. Schreg)]]&lt;br /&gt;
1293 wird Flacht erstmals erwähnt. Die Ortsgeschichte zeigt enge Verbindungen zum 1,8 km nördlich gelegenen Weissach. In der Umgebung sind mehrere Wüstungen bekannt, so Lauschenhofen und Bonlanden. Sie liegen in einer Entfernung von jeweils über 1 km.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Forschungsgeschichte==&lt;br /&gt;
Bis zu einer Grabung 2021  in der Friedhofstraße 17 lagen aus Flacht nur Lesefunde und Baustellenbeobachtungen vor, die bei Schreg 2006 als Grundlage eines ersten Überblicks zur Siedlungsentwicklung des Orts dienten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Erweiterung Friedhof: Siedlung - Lit.: Fundber. Baden-Württemberg 5, 1980, 282 (1); Gross 1991, 186.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Friedhofstr. 11: Siedlung - Lit.: Fundber. Baden-Württemberg 5, 1980, 282 (2); Gross 1991, 186.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*nordwestlicher Hang des Ettlesberg: kleines Gräberfeld - Südöstl. Ortsrand: beigabenlose Bestattungen, Einzelfunde einer „Eisenwaffe“. - Lit.: Fundber. Schwaben N.F. 15, 1959, 183.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Haus Maurer Müller: Gräberfeld 0,15 km O Kirche. - Lit.: Veeck 1931, 222.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Leonberger Straße (ehhem. Hauptstr.) 20 - Lit.: Fundber. Baden-Württemberg 8, 1983, 426.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Bergstraße 4 - Funde bei Baumaßnahmen im Sommer 2000 durch E. Bernt. Befunde wurden abgesehen von einer angeziegelten Stelle nicht beobachtet. - Lit.: Schreg 2006, Abb. 93 (Auswahl der Funde).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Befundsituation==&lt;br /&gt;
[[Datei:Flacht Friedhofstr 17 Ofen Bef 11 (Aust Schmidt 2025 CC BY SA) (2).jpg|right|thumb|150px|Flacht, Friedhofstr. 17: Lochtenne des Ofens (Aust / Schmidt 2025, Abb. 11  CC BY SA 4.0)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Flacht Friedhofstr 17 Ofen Bef 11 (Aust Schmidt 2025 CC BY SA) (3).jpg|right|thumb|150px|Flacht, Friedhofstr. 17: Profilschnitt durch den Ofen (Aust / Schmidt 2025, Abb. 9  CC BY SA 4.0]]&lt;br /&gt;
2021 konnte in der Friedhofstraße 17 ein Siedlungsausschnitt untersucht werden. Dabei wurden mehrere Grubenhäuser, Pfostenbefunde und ein relativ gut erhaltener stehender Töpferofen mit Lochtenne gefunden. Der Ofen wird aufgrund der Keramik ins 7. Jahrhundert datiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Keramikofen wird durch ein Grubenhaus geschnitten, das wiederum durch ein Grubenhaus geschnitten wird (Aust / Schmidt 2025,38). Laut Grabungsbericht ist noch unklar, &amp;quot;ob die im Ofen aufgefundene Keramik dem letzten Brennvorgang&lt;br /&gt;
zugeordnet werden kann, oder ob es sich um Produktionsabfälle handelt&amp;quot; (ebd.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Keramikfunde==&lt;br /&gt;
===Friedhofstraße 17===&lt;br /&gt;
[[Datei:Flacht Friedhofstr 17 Ofen Bef 11 (Aust Schmidt 2025 CC BY SA).jpg|right|mini|thumb|Flacht, Friedhofstr. 17: Auswahl Keramikfunde aus dem Ofen (Aust / Schmidt 2025, Abb. 10). CC BY SA 4.0)]] &lt;br /&gt;
Laut Vorbericht (Aust u.a. 2022) wurden im Brennraum des stehenden Ofens mit Lochtenne Gefäße der letzten, misslungenen Brennladung (?) gefunden, die sehr grob mit Quarz und Glimmer gemagert war und sehr dicke Wandungen und Böden aufweist. Der Grabungsbericht beschreibt die Scherbenqualität etwas abweichend als &amp;quot;überwiegend stark mit groben Quarzpartikeln&lt;br /&gt;
gemagert. Manche Stücke besitzen darüber hinaus einen Anteil an sehr groben Glimmerpartikeln&amp;quot; (Aust /Schmidt 2025, 37).&lt;br /&gt;
Das Formenspektrum umfasst v.a. [[Wölbwandtopf|Wölbwandtöpfe]] der [[rauwandige Drehscheibenware|rauwandigen Drehscheibenware]] mit sehr unterschiedlichen Randformen. Neben einfachen [[Wulstrand|Wulsträndern]] treten &amp;quot;ausbiegende Ränder&amp;quot; sowie &amp;quot;unterschnittene, im Profil dreieckige Leistenränder&amp;quot; auf. Es kommen auch &amp;quot; spätrömisch&lt;br /&gt;
anmutende&amp;quot;  (Aust /Schmidt 2025, 37) [[Deckelfalzrand|Deckelfalzränder]] vor. Henkelfragmente deuten zudem auf die Produktion von Kannen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die übrigen Funde der Ausgrabung umfassen überwiegend ebenfalls rauwandige Drehscheibenware, etwas frühmittelalterliche handgemachte Ware, und wiederum in größerer Zahl [[Ältere gelbe Drehscheibenware (Südwestdeutschland, FMa/HMa)]] insbesondere der Typen Kirchhausen und Jagstfeld, wohingegen Ränder vom Typ Runder Berg relativ selten vorhanden sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Weitere Fundstellen in der Umgebung===&lt;br /&gt;
Im Bereich des modernen Friedhofes, außerhalb des Dorfetters, wurden neben Funden und Befunden eines römischen Gutshofes ältere gelbe Drehscheibenware des Typs Kirchhausen, einige Fragmente handgemachter Keramik sowie ein Boden der rauwandigen Drehscheibenware gefunden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Fundstelle in der Friedhofstraße 11 lieferte ein  Fundspektrum mit mehreren Fragmenten von Knickwandkeramik und rauwandiger Drehscheibenware, die eine Besiedlung der Merowingerzeit anzeigen. Mit älterer gelber Drehscheibenware der Typen Kirchhausen, Runder Berg und Jagstfeld sowie [[Braune, meist rillenverzierte rauwandige Drehscheibenware (Neckarland, FMa)|brauner, meist rillenverzierter rauwandiger Drehscheibenware]], [[Albware (Schwäbische Alb/ mittleres Neckarland, HMa)|Albware]], [[Gröbere nachgedrehte Ware (Neckarland, HMa)|gröberer nachgedrehter Ware]] und einigen Leistenränder, die möglicherweise bereits auf der schnelllaufenden Drehscheibe hergestellt wurden, ist eine nachmerowingische Besiedlung bis ins 12./13. Jahrhundert nachweisbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Ort selbst liegen zwei Fundstellen mit mittelalterlicher&lt;br /&gt;
Keramik. Die eine ist nur aus einer knappen&lt;br /&gt;
Fundnotiz bekannt, die lediglich ein Webgewicht aus&lt;br /&gt;
braunem Ton erwähnt. Die andere in der Bergstraße 10&lt;br /&gt;
nordöstlich der Kirche umfasst ein Keramikspektrum,&lt;br /&gt;
das überwiegend aus älterer gelber Drehscheibenware&lt;br /&gt;
besteht. Es dominieren Ränder der Form Jagstfeld,&lt;br /&gt;
doch belegen ein dickwandiger Boden und ein Rand der Form Runder Berg auch eine ältere Siedlungstätigkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur zur Fundstelle==&lt;br /&gt;
*Aust u.a. 2022: M. Aust/ K. Conrad/ R. Gresiak/ D. Brenner/ U. Gross, Textilhandwerker und Töpferöfen - Früh- bis hochmittelalterliche Siedlungsreste aus Flacht. Arch. Ausgr. Bad. Württ. 2021 (2022), 253-257.&lt;br /&gt;
*Aust / Schmidt 2025: M. Aust / S. Schmidt, Komplexe Stratigraphie und mittelalterliche Befunde in Ludwigsburg. Abschlussbericht der Rettungsgrabung (2020_0266) Weissach „Friedhofstr. 17“. Dokumente zur Archäologie in Baden-Württemberg (Heidelberg 2025). - DOI: https://doi.org/10.11588/propylaeumdok.00006851&lt;br /&gt;
*Fundber. Baden-Württemberg 5, 1980, Taf. 209 E &lt;br /&gt;
*Fundber. Baden-Württemberg 8, 1983 Taf. 206 B&lt;br /&gt;
*Gross 1991: U. Gross, Mittelalterliche Keramik zwischen Neckarmündung und Schwäbischer Alb. Bemerkungen zur räumlichen Entwicklung und zeitlichen Gliederung. Forsch. u. Ber. Arch. Mittelalter Bad.-Württ. 12 (Stuttgart 1991). - https://archiv.ub.uni-heidelberg.de/artdok/5858/ &lt;br /&gt;
*Schreg 2006: R. Schreg, Dorfgenese in Südwestdeutschland. Das Renninger Becken im Mittelalter. Materialh. Arch. Baden-Württemberg 76 (Stuttgart 2006), 215-217&lt;br /&gt;
*Veeck 1931: W. Veeck, Die Alamannen in Württemberg. Germanische Denkmäler der Völkerwanderungszeit 1 (Berlin, Leipzig 1931)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Fundstellenregest]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Töpferei]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>R. Schreg</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://amanz-balismink.rproxy.rz.uni-bamberg.de/balismink/index.php?title=Flacht,_Friedhofstra%C3%9Fe_17&amp;diff=11074</id>
		<title>Flacht, Friedhofstraße 17</title>
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		<updated>2026-06-27T13:47:00Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;R. Schreg: /* Ortsgeschichte */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Flacht (Gde. Weissach) Lkr. Böblingen, Friedhofstraße 17.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Lage==&lt;br /&gt;
Flacht liegt etwa 8 km nördlich von [[Renningen]] im Strohgäu auf einer Höhe von 404 m ü. N.N. Der Ort liegt in einem leichten Tälchen, im Quellbereich des Strudelbaches, der nach Norden zur Enz entwässert, und ist ein typisches Haufendorf, das sich um die Kirche gruppiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Etwas südöstlich oberhalb des spätmittelalterlichen Dorfes liegt eine Siedlungsstelle, in deren Nachbarschaft aufgrund eines Flurnamens eine ehemalige Burg vermutet wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An zwei Stellen wurden nahe dem Ort Grabfunde gemacht.&lt;br /&gt;
150 m östlich der Kirche wurden bereits im letzten Jahrhundert Gräber aufgedeckt, die Eisenwaffen enthalten haben sollen. Am südlichen Ortsrand liegen beigabenlose, Ost–West orientierte Bestattungen. Als Einzelfund war hier früher ebenfalls eine „Eisenwaffe“ gefunden worden. Aussagen über diese Bestattungsplätze verbieten sich bei diesem Kenntnisstand, doch können sie ebenso auf den Siedlungsplatz oberhalb des späteren Dorfes wie auf dieses selbst bezogen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ortsgeschichte==&lt;br /&gt;
[[Datei:Flacht_klein.jpg|thumb|right|Pleidelsheim, Siedlungstopographie (Kartengrundlage: Urkarte via Landesarchiv Baden-Württemberg, Graphik: R. Schreg)]]&lt;br /&gt;
1293 wird Flacht erstmals erwähnt. Die Ortsgeschichte zeigt enge Verbindungen zum 1,8 km nördlich gelegenen Weissach. In der Umgebung sind mehrere Wüstungen bekannt, so Lauschenhofen und Bonlanden. Sie liegen in einer Entfernung von jeweils über 1 km.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Forschungsgeschichte==&lt;br /&gt;
Bis zu einer Grabung 2021  in der Friedhofstraße 17 lagen aus Flacht nur Lesefunde und Baustellenbeobachtungen vor, die bei Schreg 2006 als Grundlage eines ersten Überblicks zur Siedlungsentwicklung des Orts dienten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Erweiterung Friedhof: Siedlung - Lit.: Fundber. Baden-Württemberg 5, 1980, 282 (1); Gross 1991, 186.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Friedhofstr. 11: Siedlung - Lit.: Fundber. Baden-Württemberg 5, 1980, 282 (2); Gross 1991, 186.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*nordwstlicher Hang des Ettlesberg: kleines Gräberfeld - Südöstl. Ortsrand: beigabenlose Bestattungen, Einzelfunde einer „Eisenwaffe“. - Lit.: Fundber. Schwaben N.F. 15, 1959, 183.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Haus Maurer Müller: Gräberfeld 0,15 km O Kirche. - Lit.: Veeck 1931, 222.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Leonberger Straße (ehhem. Hauptstr.) 20 - Lit.: Fundber. Baden-Württemberg 8, 1983, 426.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Bergstraße 4 - Funde bei Baumaßnahmen im Sommer 2000 durch E. Bernt. Befunde wurden abgesehen von einer angeziegelten Stelle nicht beobachtet. - Lit.: Schreg 2006, Abb. 93 (Auswahl der Funde).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Befundsituation==&lt;br /&gt;
[[Datei:Flacht Friedhofstr 17 Ofen Bef 11 (Aust Schmidt 2025 CC BY SA) (2).jpg|right|thumb|150px|Flacht, Friedhofstr. 17: Lochtenne des Ofens (Aust / Schmidt 2025, Abb. 11  CC BY SA 4.0)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Flacht Friedhofstr 17 Ofen Bef 11 (Aust Schmidt 2025 CC BY SA) (3).jpg|right|thumb|150px|Flacht, Friedhofstr. 17: Profilschnitt durch den Ofen (Aust / Schmidt 2025, Abb. 9  CC BY SA 4.0]]&lt;br /&gt;
2021 konnte in der Friedhofstraße 17 ein Siedlungsausschnitt untersucht werden. Dabei wurden mehrere Grubenhäuser, Pfostenbefunde und ein relativ gut erhaltener stehender Töpferofen mit Lochtenne gefunden. Der Ofen wird aufgrund der Keramik ins 7. Jahrhundert datiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Keramikofen wird durch ein Grubenhaus geschnitten, das wiederum durch ein Grubenhaus geschnitten wird (Aust / Schmidt 2025,38). Laut Grabungsbericht ist noch unklar, &amp;quot;ob die im Ofen aufgefundene Keramik dem letzten Brennvorgang&lt;br /&gt;
zugeordnet werden kann, oder ob es sich um Produktionsabfälle handelt&amp;quot; (ebd.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Keramikfunde==&lt;br /&gt;
===Friedhofstraße 17===&lt;br /&gt;
[[Datei:Flacht Friedhofstr 17 Ofen Bef 11 (Aust Schmidt 2025 CC BY SA).jpg|right|mini|thumb|Flacht, Friedhofstr. 17: Auswahl Keramikfunde aus dem Ofen (Aust / Schmidt 2025, Abb. 10). CC BY SA 4.0)]] &lt;br /&gt;
Laut Vorbericht (Aust u.a. 2022) wurden im Brennraum des stehenden Ofens mit Lochtenne Gefäße der letzten, misslungenen Brennladung (?) gefunden, die sehr grob mit Quarz und Glimmer gemagert war und sehr dicke Wandungen und Böden aufweist. Der Grabungsbericht beschreibt die Scherbenqualität etwas abweichend als &amp;quot;überwiegend stark mit groben Quarzpartikeln&lt;br /&gt;
gemagert. Manche Stücke besitzen darüber hinaus einen Anteil an sehr groben Glimmerpartikeln&amp;quot; (Aust /Schmidt 2025, 37).&lt;br /&gt;
Das Formenspektrum umfasst v.a. [[Wölbwandtopf|Wölbwandtöpfe]] der [[rauwandige Drehscheibenware|rauwandigen Drehscheibenware]] mit sehr unterschiedlichen Randformen. Neben einfachen [[Wulstrand|Wulsträndern]] treten &amp;quot;ausbiegende Ränder&amp;quot; sowie &amp;quot;unterschnittene, im Profil dreieckige Leistenränder&amp;quot; auf. Es kommen auch &amp;quot; spätrömisch&lt;br /&gt;
anmutende&amp;quot;  (Aust /Schmidt 2025, 37) [[Deckelfalzrand|Deckelfalzränder]] vor. Henkelfragmente deuten zudem auf die Produktion von Kannen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die übrigen Funde der Ausgrabung umfassen überwiegend ebenfalls rauwandige Drehscheibenware, etwas frühmittelalterliche handgemachte Ware, und wiederum in größerer Zahl [[Ältere gelbe Drehscheibenware (Südwestdeutschland, FMa/HMa)]] insbesondere der Typen Kirchhausen und Jagstfeld, wohingegen Ränder vom Typ Runder Berg relativ selten vorhanden sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Weitere Fundstellen in der Umgebung===&lt;br /&gt;
Im Bereich des modernen Friedhofes, außerhalb des Dorfetters, wurden neben Funden und Befunden eines römischen Gutshofes ältere gelbe Drehscheibenware des Typs Kirchhausen, einige Fragmente handgemachter Keramik sowie ein Boden der rauwandigen Drehscheibenware gefunden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Fundstelle in der Friedhofstraße 11 lieferte ein  Fundspektrum mit mehreren Fragmenten von Knickwandkeramik und rauwandiger Drehscheibenware, die eine Besiedlung der Merowingerzeit anzeigen. Mit älterer gelber Drehscheibenware der Typen Kirchhausen, Runder Berg und Jagstfeld sowie [[Braune, meist rillenverzierte rauwandige Drehscheibenware (Neckarland, FMa)|brauner, meist rillenverzierter rauwandiger Drehscheibenware]], [[Albware (Schwäbische Alb/ mittleres Neckarland, HMa)|Albware]], [[Gröbere nachgedrehte Ware (Neckarland, HMa)|gröberer nachgedrehter Ware]] und einigen Leistenränder, die möglicherweise bereits auf der schnelllaufenden Drehscheibe hergestellt wurden, ist eine nachmerowingische Besiedlung bis ins 12./13. Jahrhundert nachweisbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Ort selbst liegen zwei Fundstellen mit mittelalterlicher&lt;br /&gt;
Keramik. Die eine ist nur aus einer knappen&lt;br /&gt;
Fundnotiz bekannt, die lediglich ein Webgewicht aus&lt;br /&gt;
braunem Ton erwähnt. Die andere in der Bergstraße 10&lt;br /&gt;
nordöstlich der Kirche umfasst ein Keramikspektrum,&lt;br /&gt;
das überwiegend aus älterer gelber Drehscheibenware&lt;br /&gt;
besteht. Es dominieren Ränder der Form Jagstfeld,&lt;br /&gt;
doch belegen ein dickwandiger Boden und ein Rand der Form Runder Berg auch eine ältere Siedlungstätigkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur zur Fundstelle==&lt;br /&gt;
*Aust u.a. 2022: M. Aust/ K. Conrad/ R. Gresiak/ D. Brenner/ U. Gross, Textilhandwerker und Töpferöfen - Früh- bis hochmittelalterliche Siedlungsreste aus Flacht. Arch. Ausgr. Bad. Württ. 2021 (2022), 253-257.&lt;br /&gt;
*Aust / Schmidt 2025: M. Aust / S. Schmidt, Komplexe Stratigraphie und mittelalterliche Befunde in Ludwigsburg. Abschlussbericht der Rettungsgrabung (2020_0266) Weissach „Friedhofstr. 17“. Dokumente zur Archäologie in Baden-Württemberg (Heidelberg 2025). - DOI: https://doi.org/10.11588/propylaeumdok.00006851&lt;br /&gt;
*Fundber. Baden-Württemberg 5, 1980, Taf. 209 E &lt;br /&gt;
*Fundber. Baden-Württemberg 8, 1983 Taf. 206 B&lt;br /&gt;
*Gross 1991: U. Gross, Mittelalterliche Keramik zwischen Neckarmündung und Schwäbischer Alb. Bemerkungen zur räumlichen Entwicklung und zeitlichen Gliederung. Forsch. u. Ber. Arch. Mittelalter Bad.-Württ. 12 (Stuttgart 1991). - https://archiv.ub.uni-heidelberg.de/artdok/5858/ &lt;br /&gt;
*Schreg 2006: R. Schreg, Dorfgenese in Südwestdeutschland. Das Renninger Becken im Mittelalter. Materialh. Arch. Baden-Württemberg 76 (Stuttgart 2006), 215-217&lt;br /&gt;
*Veeck 1931: W. Veeck, Die Alamannen in Württemberg. Germanische Denkmäler der Völkerwanderungszeit 1 (Berlin, Leipzig 1931)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Fundstellenregest]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Töpferei]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>R. Schreg</name></author>
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		<id>https://amanz-balismink.rproxy.rz.uni-bamberg.de/balismink/index.php?title=Datei:Flacht_klein.jpg&amp;diff=11073</id>
		<title>Datei:Flacht klein.jpg</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;R. Schreg: Flacht, Siedlungstopographie (Kartengrundlage: Urkarte via Landesarchiv Baden-Württemberg, Graphik: R. Schreg)&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Flacht, Siedlungstopographie (Kartengrundlage: Urkarte via Landesarchiv Baden-Württemberg, Graphik: R. Schreg)&lt;/div&gt;</summary>
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		<title>Flacht, Friedhofstraße 17</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;R. Schreg: /* Literatur zur Fundstelle */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Flacht (Gde. Weissach) Lkr. Böblingen, Friedhofstraße 17.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Lage==&lt;br /&gt;
Flacht liegt etwa 8 km nördlich von [[Renningen]] im Strohgäu auf einer Höhe von 404 m ü. N.N. Der Ort liegt in einem leichten Tälchen, im Quellbereich des Strudelbaches, der nach Norden zur Enz entwässert, und ist ein typisches Haufendorf, das sich um die Kirche gruppiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Etwas südöstlich oberhalb des spätmittelalterlichen Dorfes liegt eine Siedlungsstelle, in deren Nachbarschaft aufgrund eines Flurnamens eine ehemalige Burg vermutet wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An zwei Stellen wurden nahe dem Ort Grabfunde gemacht.&lt;br /&gt;
150 m östlich der Kirche wurden bereits im letzten Jahrhundert Gräber aufgedeckt, die Eisenwaffen enthalten haben sollen. Am südlichen Ortsrand liegen beigabenlose, Ost–West orientierte Bestattungen. Als Einzelfund war hier früher ebenfalls eine „Eisenwaffe“ gefunden worden. Aussagen über diese Bestattungsplätze verbieten sich bei diesem Kenntnisstand, doch können sie ebenso auf den Siedlungsplatz oberhalb des späteren Dorfes wie auf dieses selbst bezogen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ortsgeschichte==&lt;br /&gt;
1293 wird Flacht erstmals erwähnt. Die&lt;br /&gt;
Ortsgeschichte zeigt enge Verbindungen zum 1,8 km&lt;br /&gt;
nördlich gelegenen Weissach. In der Umgebung sind mehrere Wüstungen bekannt,&lt;br /&gt;
so Lauschenhofen und Bonlanden. Sie liegen in einer&lt;br /&gt;
Entfernung von jeweils über 1 km.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Forschungsgeschichte==&lt;br /&gt;
Bis zu einer Grabung 2021  in der Friedhofstraße 17 lagen aus Flacht nur Lesefunde und Baustellenbeobachtungen vor, die bei Schreg 2006 als Grundlage eines ersten Überblicks zur Siedlungsentwicklung des Orts dienten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Erweiterung Friedhof: Siedlung - Lit.: Fundber. Baden-Württemberg 5, 1980, 282 (1); Gross 1991, 186.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Friedhofstr. 11: Siedlung - Lit.: Fundber. Baden-Württemberg 5, 1980, 282 (2); Gross 1991, 186.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*nordwstlicher Hang des Ettlesberg: kleines Gräberfeld - Südöstl. Ortsrand: beigabenlose Bestattungen, Einzelfunde einer „Eisenwaffe“. - Lit.: Fundber. Schwaben N.F. 15, 1959, 183.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Haus Maurer Müller: Gräberfeld 0,15 km O Kirche. - Lit.: Veeck 1931, 222.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Leonberger Straße (ehhem. Hauptstr.) 20 - Lit.: Fundber. Baden-Württemberg 8, 1983, 426.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Bergstraße 4 - Funde bei Baumaßnahmen im Sommer 2000 durch E. Bernt. Befunde wurden abgesehen von einer angeziegelten Stelle nicht beobachtet. - Lit.: Schreg 2006, Abb. 93 (Auswahl der Funde).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Befundsituation==&lt;br /&gt;
[[Datei:Flacht Friedhofstr 17 Ofen Bef 11 (Aust Schmidt 2025 CC BY SA) (2).jpg|right|thumb|150px|Flacht, Friedhofstr. 17: Lochtenne des Ofens (Aust / Schmidt 2025, Abb. 11  CC BY SA 4.0)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Flacht Friedhofstr 17 Ofen Bef 11 (Aust Schmidt 2025 CC BY SA) (3).jpg|right|thumb|150px|Flacht, Friedhofstr. 17: Profilschnitt durch den Ofen (Aust / Schmidt 2025, Abb. 9  CC BY SA 4.0]]&lt;br /&gt;
2021 konnte in der Friedhofstraße 17 ein Siedlungsausschnitt untersucht werden. Dabei wurden mehrere Grubenhäuser, Pfostenbefunde und ein relativ gut erhaltener stehender Töpferofen mit Lochtenne gefunden. Der Ofen wird aufgrund der Keramik ins 7. Jahrhundert datiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Keramikofen wird durch ein Grubenhaus geschnitten, das wiederum durch ein Grubenhaus geschnitten wird (Aust / Schmidt 2025,38). Laut Grabungsbericht ist noch unklar, &amp;quot;ob die im Ofen aufgefundene Keramik dem letzten Brennvorgang&lt;br /&gt;
zugeordnet werden kann, oder ob es sich um Produktionsabfälle handelt&amp;quot; (ebd.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Keramikfunde==&lt;br /&gt;
===Friedhofstraße 17===&lt;br /&gt;
[[Datei:Flacht Friedhofstr 17 Ofen Bef 11 (Aust Schmidt 2025 CC BY SA).jpg|right|mini|thumb|Flacht, Friedhofstr. 17: Auswahl Keramikfunde aus dem Ofen (Aust / Schmidt 2025, Abb. 10). CC BY SA 4.0)]] &lt;br /&gt;
Laut Vorbericht (Aust u.a. 2022) wurden im Brennraum des stehenden Ofens mit Lochtenne Gefäße der letzten, misslungenen Brennladung (?) gefunden, die sehr grob mit Quarz und Glimmer gemagert war und sehr dicke Wandungen und Böden aufweist. Der Grabungsbericht beschreibt die Scherbenqualität etwas abweichend als &amp;quot;überwiegend stark mit groben Quarzpartikeln&lt;br /&gt;
gemagert. Manche Stücke besitzen darüber hinaus einen Anteil an sehr groben Glimmerpartikeln&amp;quot; (Aust /Schmidt 2025, 37).&lt;br /&gt;
Das Formenspektrum umfasst v.a. [[Wölbwandtopf|Wölbwandtöpfe]] der [[rauwandige Drehscheibenware|rauwandigen Drehscheibenware]] mit sehr unterschiedlichen Randformen. Neben einfachen [[Wulstrand|Wulsträndern]] treten &amp;quot;ausbiegende Ränder&amp;quot; sowie &amp;quot;unterschnittene, im Profil dreieckige Leistenränder&amp;quot; auf. Es kommen auch &amp;quot; spätrömisch&lt;br /&gt;
anmutende&amp;quot;  (Aust /Schmidt 2025, 37) [[Deckelfalzrand|Deckelfalzränder]] vor. Henkelfragmente deuten zudem auf die Produktion von Kannen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die übrigen Funde der Ausgrabung umfassen überwiegend ebenfalls rauwandige Drehscheibenware, etwas frühmittelalterliche handgemachte Ware, und wiederum in größerer Zahl [[Ältere gelbe Drehscheibenware (Südwestdeutschland, FMa/HMa)]] insbesondere der Typen Kirchhausen und Jagstfeld, wohingegen Ränder vom Typ Runder Berg relativ selten vorhanden sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Weitere Fundstellen in der Umgebung===&lt;br /&gt;
Im Bereich des modernen Friedhofes, außerhalb des Dorfetters, wurden neben Funden und Befunden eines römischen Gutshofes ältere gelbe Drehscheibenware des Typs Kirchhausen, einige Fragmente handgemachter Keramik sowie ein Boden der rauwandigen Drehscheibenware gefunden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Fundstelle in der Friedhofstraße 11 lieferte ein  Fundspektrum mit mehreren Fragmenten von Knickwandkeramik und rauwandiger Drehscheibenware, die eine Besiedlung der Merowingerzeit anzeigen. Mit älterer gelber Drehscheibenware der Typen Kirchhausen, Runder Berg und Jagstfeld sowie [[Braune, meist rillenverzierte rauwandige Drehscheibenware (Neckarland, FMa)|brauner, meist rillenverzierter rauwandiger Drehscheibenware]], [[Albware (Schwäbische Alb/ mittleres Neckarland, HMa)|Albware]], [[Gröbere nachgedrehte Ware (Neckarland, HMa)|gröberer nachgedrehter Ware]] und einigen Leistenränder, die möglicherweise bereits auf der schnelllaufenden Drehscheibe hergestellt wurden, ist eine nachmerowingische Besiedlung bis ins 12./13. Jahrhundert nachweisbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Ort selbst liegen zwei Fundstellen mit mittelalterlicher&lt;br /&gt;
Keramik. Die eine ist nur aus einer knappen&lt;br /&gt;
Fundnotiz bekannt, die lediglich ein Webgewicht aus&lt;br /&gt;
braunem Ton erwähnt. Die andere in der Bergstraße 10&lt;br /&gt;
nordöstlich der Kirche umfasst ein Keramikspektrum,&lt;br /&gt;
das überwiegend aus älterer gelber Drehscheibenware&lt;br /&gt;
besteht. Es dominieren Ränder der Form Jagstfeld,&lt;br /&gt;
doch belegen ein dickwandiger Boden und ein Rand der Form Runder Berg auch eine ältere Siedlungstätigkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur zur Fundstelle==&lt;br /&gt;
*Aust u.a. 2022: M. Aust/ K. Conrad/ R. Gresiak/ D. Brenner/ U. Gross, Textilhandwerker und Töpferöfen - Früh- bis hochmittelalterliche Siedlungsreste aus Flacht. Arch. Ausgr. Bad. Württ. 2021 (2022), 253-257.&lt;br /&gt;
*Aust / Schmidt 2025: M. Aust / S. Schmidt, Komplexe Stratigraphie und mittelalterliche Befunde in Ludwigsburg. Abschlussbericht der Rettungsgrabung (2020_0266) Weissach „Friedhofstr. 17“. Dokumente zur Archäologie in Baden-Württemberg (Heidelberg 2025). - DOI: https://doi.org/10.11588/propylaeumdok.00006851&lt;br /&gt;
*Fundber. Baden-Württemberg 5, 1980, Taf. 209 E &lt;br /&gt;
*Fundber. Baden-Württemberg 8, 1983 Taf. 206 B&lt;br /&gt;
*Gross 1991: U. Gross, Mittelalterliche Keramik zwischen Neckarmündung und Schwäbischer Alb. Bemerkungen zur räumlichen Entwicklung und zeitlichen Gliederung. Forsch. u. Ber. Arch. Mittelalter Bad.-Württ. 12 (Stuttgart 1991). - https://archiv.ub.uni-heidelberg.de/artdok/5858/ &lt;br /&gt;
*Schreg 2006: R. Schreg, Dorfgenese in Südwestdeutschland. Das Renninger Becken im Mittelalter. Materialh. Arch. Baden-Württemberg 76 (Stuttgart 2006), 215-217&lt;br /&gt;
*Veeck 1931: W. Veeck, Die Alamannen in Württemberg. Germanische Denkmäler der Völkerwanderungszeit 1 (Berlin, Leipzig 1931)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Fundstellenregest]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Töpferei]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>R. Schreg</name></author>
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		<id>https://amanz-balismink.rproxy.rz.uni-bamberg.de/balismink/index.php?title=Flacht,_Friedhofstra%C3%9Fe_17&amp;diff=11071</id>
		<title>Flacht, Friedhofstraße 17</title>
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		<updated>2026-06-27T13:19:16Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;R. Schreg: /* Literatur zur Fundstelle */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Flacht (Gde. Weissach) Lkr. Böblingen, Friedhofstraße 17.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Lage==&lt;br /&gt;
Flacht liegt etwa 8 km nördlich von [[Renningen]] im Strohgäu auf einer Höhe von 404 m ü. N.N. Der Ort liegt in einem leichten Tälchen, im Quellbereich des Strudelbaches, der nach Norden zur Enz entwässert, und ist ein typisches Haufendorf, das sich um die Kirche gruppiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Etwas südöstlich oberhalb des spätmittelalterlichen Dorfes liegt eine Siedlungsstelle, in deren Nachbarschaft aufgrund eines Flurnamens eine ehemalige Burg vermutet wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An zwei Stellen wurden nahe dem Ort Grabfunde gemacht.&lt;br /&gt;
150 m östlich der Kirche wurden bereits im letzten Jahrhundert Gräber aufgedeckt, die Eisenwaffen enthalten haben sollen. Am südlichen Ortsrand liegen beigabenlose, Ost–West orientierte Bestattungen. Als Einzelfund war hier früher ebenfalls eine „Eisenwaffe“ gefunden worden. Aussagen über diese Bestattungsplätze verbieten sich bei diesem Kenntnisstand, doch können sie ebenso auf den Siedlungsplatz oberhalb des späteren Dorfes wie auf dieses selbst bezogen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ortsgeschichte==&lt;br /&gt;
1293 wird Flacht erstmals erwähnt. Die&lt;br /&gt;
Ortsgeschichte zeigt enge Verbindungen zum 1,8 km&lt;br /&gt;
nördlich gelegenen Weissach. In der Umgebung sind mehrere Wüstungen bekannt,&lt;br /&gt;
so Lauschenhofen und Bonlanden. Sie liegen in einer&lt;br /&gt;
Entfernung von jeweils über 1 km.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Forschungsgeschichte==&lt;br /&gt;
Bis zu einer Grabung 2021  in der Friedhofstraße 17 lagen aus Flacht nur Lesefunde und Baustellenbeobachtungen vor, die bei Schreg 2006 als Grundlage eines ersten Überblicks zur Siedlungsentwicklung des Orts dienten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Erweiterung Friedhof: Siedlung - Lit.: Fundber. Baden-Württemberg 5, 1980, 282 (1); Gross 1991, 186.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Friedhofstr. 11: Siedlung - Lit.: Fundber. Baden-Württemberg 5, 1980, 282 (2); Gross 1991, 186.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*nordwstlicher Hang des Ettlesberg: kleines Gräberfeld - Südöstl. Ortsrand: beigabenlose Bestattungen, Einzelfunde einer „Eisenwaffe“. - Lit.: Fundber. Schwaben N.F. 15, 1959, 183.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Haus Maurer Müller: Gräberfeld 0,15 km O Kirche. - Lit.: Veeck 1931, 222.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Leonberger Straße (ehhem. Hauptstr.) 20 - Lit.: Fundber. Baden-Württemberg 8, 1983, 426.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Bergstraße 4 - Funde bei Baumaßnahmen im Sommer 2000 durch E. Bernt. Befunde wurden abgesehen von einer angeziegelten Stelle nicht beobachtet. - Lit.: Schreg 2006, Abb. 93 (Auswahl der Funde).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Befundsituation==&lt;br /&gt;
[[Datei:Flacht Friedhofstr 17 Ofen Bef 11 (Aust Schmidt 2025 CC BY SA) (2).jpg|right|thumb|150px|Flacht, Friedhofstr. 17: Lochtenne des Ofens (Aust / Schmidt 2025, Abb. 11  CC BY SA 4.0)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Flacht Friedhofstr 17 Ofen Bef 11 (Aust Schmidt 2025 CC BY SA) (3).jpg|right|thumb|150px|Flacht, Friedhofstr. 17: Profilschnitt durch den Ofen (Aust / Schmidt 2025, Abb. 9  CC BY SA 4.0]]&lt;br /&gt;
2021 konnte in der Friedhofstraße 17 ein Siedlungsausschnitt untersucht werden. Dabei wurden mehrere Grubenhäuser, Pfostenbefunde und ein relativ gut erhaltener stehender Töpferofen mit Lochtenne gefunden. Der Ofen wird aufgrund der Keramik ins 7. Jahrhundert datiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Keramikofen wird durch ein Grubenhaus geschnitten, das wiederum durch ein Grubenhaus geschnitten wird (Aust / Schmidt 2025,38). Laut Grabungsbericht ist noch unklar, &amp;quot;ob die im Ofen aufgefundene Keramik dem letzten Brennvorgang&lt;br /&gt;
zugeordnet werden kann, oder ob es sich um Produktionsabfälle handelt&amp;quot; (ebd.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Keramikfunde==&lt;br /&gt;
===Friedhofstraße 17===&lt;br /&gt;
[[Datei:Flacht Friedhofstr 17 Ofen Bef 11 (Aust Schmidt 2025 CC BY SA).jpg|right|mini|thumb|Flacht, Friedhofstr. 17: Auswahl Keramikfunde aus dem Ofen (Aust / Schmidt 2025, Abb. 10). CC BY SA 4.0)]] &lt;br /&gt;
Laut Vorbericht (Aust u.a. 2022) wurden im Brennraum des stehenden Ofens mit Lochtenne Gefäße der letzten, misslungenen Brennladung (?) gefunden, die sehr grob mit Quarz und Glimmer gemagert war und sehr dicke Wandungen und Böden aufweist. Der Grabungsbericht beschreibt die Scherbenqualität etwas abweichend als &amp;quot;überwiegend stark mit groben Quarzpartikeln&lt;br /&gt;
gemagert. Manche Stücke besitzen darüber hinaus einen Anteil an sehr groben Glimmerpartikeln&amp;quot; (Aust /Schmidt 2025, 37).&lt;br /&gt;
Das Formenspektrum umfasst v.a. [[Wölbwandtopf|Wölbwandtöpfe]] der [[rauwandige Drehscheibenware|rauwandigen Drehscheibenware]] mit sehr unterschiedlichen Randformen. Neben einfachen [[Wulstrand|Wulsträndern]] treten &amp;quot;ausbiegende Ränder&amp;quot; sowie &amp;quot;unterschnittene, im Profil dreieckige Leistenränder&amp;quot; auf. Es kommen auch &amp;quot; spätrömisch&lt;br /&gt;
anmutende&amp;quot;  (Aust /Schmidt 2025, 37) [[Deckelfalzrand|Deckelfalzränder]] vor. Henkelfragmente deuten zudem auf die Produktion von Kannen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die übrigen Funde der Ausgrabung umfassen überwiegend ebenfalls rauwandige Drehscheibenware, etwas frühmittelalterliche handgemachte Ware, und wiederum in größerer Zahl [[Ältere gelbe Drehscheibenware (Südwestdeutschland, FMa/HMa)]] insbesondere der Typen Kirchhausen und Jagstfeld, wohingegen Ränder vom Typ Runder Berg relativ selten vorhanden sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Weitere Fundstellen in der Umgebung===&lt;br /&gt;
Im Bereich des modernen Friedhofes, außerhalb des Dorfetters, wurden neben Funden und Befunden eines römischen Gutshofes ältere gelbe Drehscheibenware des Typs Kirchhausen, einige Fragmente handgemachter Keramik sowie ein Boden der rauwandigen Drehscheibenware gefunden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Fundstelle in der Friedhofstraße 11 lieferte ein  Fundspektrum mit mehreren Fragmenten von Knickwandkeramik und rauwandiger Drehscheibenware, die eine Besiedlung der Merowingerzeit anzeigen. Mit älterer gelber Drehscheibenware der Typen Kirchhausen, Runder Berg und Jagstfeld sowie [[Braune, meist rillenverzierte rauwandige Drehscheibenware (Neckarland, FMa)|brauner, meist rillenverzierter rauwandiger Drehscheibenware]], [[Albware (Schwäbische Alb/ mittleres Neckarland, HMa)|Albware]], [[Gröbere nachgedrehte Ware (Neckarland, HMa)|gröberer nachgedrehter Ware]] und einigen Leistenränder, die möglicherweise bereits auf der schnelllaufenden Drehscheibe hergestellt wurden, ist eine nachmerowingische Besiedlung bis ins 12./13. Jahrhundert nachweisbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Ort selbst liegen zwei Fundstellen mit mittelalterlicher&lt;br /&gt;
Keramik. Die eine ist nur aus einer knappen&lt;br /&gt;
Fundnotiz bekannt, die lediglich ein Webgewicht aus&lt;br /&gt;
braunem Ton erwähnt. Die andere in der Bergstraße 10&lt;br /&gt;
nordöstlich der Kirche umfasst ein Keramikspektrum,&lt;br /&gt;
das überwiegend aus älterer gelber Drehscheibenware&lt;br /&gt;
besteht. Es dominieren Ränder der Form Jagstfeld,&lt;br /&gt;
doch belegen ein dickwandiger Boden und ein Rand der Form Runder Berg auch eine ältere Siedlungstätigkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur zur Fundstelle==&lt;br /&gt;
*Aust u.a. 2022: M. Aust/ K. Conrad/ R. Gresiak/ D. Brenner/ U. Gross, Textilhandwerker und Töpferöfen - Früh- bis hochmittelalterliche Siedlungsreste aus Flacht. Arch. Ausgr. Bad. Württ. 2021 (2022), 253-257.&lt;br /&gt;
*Aust / Schmidt 2025: M. Aust / S. Schmidt, Komplexe Stratigraphie und mittelalterliche Befunde in Ludwigsburg. Abschlussbericht der Rettungsgrabung (2020_0266) Weissach „Friedhofstr. 17“. Dokumente zur Archäologie in Baden-Württemberg (Heidelberg 2025). - DOI: https://doi.org/10.11588/propylaeumdok.00006851&lt;br /&gt;
*Fundber. Baden-Württemberg 5, 1980, Taf. 209 E &lt;br /&gt;
*Fundber. Baden-Württemberg 8, 1983 Taf. 206 B&lt;br /&gt;
*Schreg 2006: R. Schreg, Dorfgenese in Südwestdeutschland. Das Renninger Becken im Mittelalter. Materialh. Arch. Baden-Württemberg 76 (Stuttgart 2006), 215-217&lt;br /&gt;
*Veeck 1931: W. Veeck, Die Alamannen in Württemberg. Germanische Denkmäler der Völkerwanderungszeit 1 (Berlin, Leipzig 1931)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Fundstellenregest]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Töpferei]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>R. Schreg</name></author>
	</entry>
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		<title>Flacht, Friedhofstraße 17</title>
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		<updated>2026-06-27T13:19:00Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;R. Schreg: /* Forschungsgeschichte */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Flacht (Gde. Weissach) Lkr. Böblingen, Friedhofstraße 17.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Lage==&lt;br /&gt;
Flacht liegt etwa 8 km nördlich von [[Renningen]] im Strohgäu auf einer Höhe von 404 m ü. N.N. Der Ort liegt in einem leichten Tälchen, im Quellbereich des Strudelbaches, der nach Norden zur Enz entwässert, und ist ein typisches Haufendorf, das sich um die Kirche gruppiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Etwas südöstlich oberhalb des spätmittelalterlichen Dorfes liegt eine Siedlungsstelle, in deren Nachbarschaft aufgrund eines Flurnamens eine ehemalige Burg vermutet wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An zwei Stellen wurden nahe dem Ort Grabfunde gemacht.&lt;br /&gt;
150 m östlich der Kirche wurden bereits im letzten Jahrhundert Gräber aufgedeckt, die Eisenwaffen enthalten haben sollen. Am südlichen Ortsrand liegen beigabenlose, Ost–West orientierte Bestattungen. Als Einzelfund war hier früher ebenfalls eine „Eisenwaffe“ gefunden worden. Aussagen über diese Bestattungsplätze verbieten sich bei diesem Kenntnisstand, doch können sie ebenso auf den Siedlungsplatz oberhalb des späteren Dorfes wie auf dieses selbst bezogen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ortsgeschichte==&lt;br /&gt;
1293 wird Flacht erstmals erwähnt. Die&lt;br /&gt;
Ortsgeschichte zeigt enge Verbindungen zum 1,8 km&lt;br /&gt;
nördlich gelegenen Weissach. In der Umgebung sind mehrere Wüstungen bekannt,&lt;br /&gt;
so Lauschenhofen und Bonlanden. Sie liegen in einer&lt;br /&gt;
Entfernung von jeweils über 1 km.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Forschungsgeschichte==&lt;br /&gt;
Bis zu einer Grabung 2021  in der Friedhofstraße 17 lagen aus Flacht nur Lesefunde und Baustellenbeobachtungen vor, die bei Schreg 2006 als Grundlage eines ersten Überblicks zur Siedlungsentwicklung des Orts dienten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Erweiterung Friedhof: Siedlung - Lit.: Fundber. Baden-Württemberg 5, 1980, 282 (1); Gross 1991, 186.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Friedhofstr. 11: Siedlung - Lit.: Fundber. Baden-Württemberg 5, 1980, 282 (2); Gross 1991, 186.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*nordwstlicher Hang des Ettlesberg: kleines Gräberfeld - Südöstl. Ortsrand: beigabenlose Bestattungen, Einzelfunde einer „Eisenwaffe“. - Lit.: Fundber. Schwaben N.F. 15, 1959, 183.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Haus Maurer Müller: Gräberfeld 0,15 km O Kirche. - Lit.: Veeck 1931, 222.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Leonberger Straße (ehhem. Hauptstr.) 20 - Lit.: Fundber. Baden-Württemberg 8, 1983, 426.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Bergstraße 4 - Funde bei Baumaßnahmen im Sommer 2000 durch E. Bernt. Befunde wurden abgesehen von einer angeziegelten Stelle nicht beobachtet. - Lit.: Schreg 2006, Abb. 93 (Auswahl der Funde).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Befundsituation==&lt;br /&gt;
[[Datei:Flacht Friedhofstr 17 Ofen Bef 11 (Aust Schmidt 2025 CC BY SA) (2).jpg|right|thumb|150px|Flacht, Friedhofstr. 17: Lochtenne des Ofens (Aust / Schmidt 2025, Abb. 11  CC BY SA 4.0)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Flacht Friedhofstr 17 Ofen Bef 11 (Aust Schmidt 2025 CC BY SA) (3).jpg|right|thumb|150px|Flacht, Friedhofstr. 17: Profilschnitt durch den Ofen (Aust / Schmidt 2025, Abb. 9  CC BY SA 4.0]]&lt;br /&gt;
2021 konnte in der Friedhofstraße 17 ein Siedlungsausschnitt untersucht werden. Dabei wurden mehrere Grubenhäuser, Pfostenbefunde und ein relativ gut erhaltener stehender Töpferofen mit Lochtenne gefunden. Der Ofen wird aufgrund der Keramik ins 7. Jahrhundert datiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Keramikofen wird durch ein Grubenhaus geschnitten, das wiederum durch ein Grubenhaus geschnitten wird (Aust / Schmidt 2025,38). Laut Grabungsbericht ist noch unklar, &amp;quot;ob die im Ofen aufgefundene Keramik dem letzten Brennvorgang&lt;br /&gt;
zugeordnet werden kann, oder ob es sich um Produktionsabfälle handelt&amp;quot; (ebd.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Keramikfunde==&lt;br /&gt;
===Friedhofstraße 17===&lt;br /&gt;
[[Datei:Flacht Friedhofstr 17 Ofen Bef 11 (Aust Schmidt 2025 CC BY SA).jpg|right|mini|thumb|Flacht, Friedhofstr. 17: Auswahl Keramikfunde aus dem Ofen (Aust / Schmidt 2025, Abb. 10). CC BY SA 4.0)]] &lt;br /&gt;
Laut Vorbericht (Aust u.a. 2022) wurden im Brennraum des stehenden Ofens mit Lochtenne Gefäße der letzten, misslungenen Brennladung (?) gefunden, die sehr grob mit Quarz und Glimmer gemagert war und sehr dicke Wandungen und Böden aufweist. Der Grabungsbericht beschreibt die Scherbenqualität etwas abweichend als &amp;quot;überwiegend stark mit groben Quarzpartikeln&lt;br /&gt;
gemagert. Manche Stücke besitzen darüber hinaus einen Anteil an sehr groben Glimmerpartikeln&amp;quot; (Aust /Schmidt 2025, 37).&lt;br /&gt;
Das Formenspektrum umfasst v.a. [[Wölbwandtopf|Wölbwandtöpfe]] der [[rauwandige Drehscheibenware|rauwandigen Drehscheibenware]] mit sehr unterschiedlichen Randformen. Neben einfachen [[Wulstrand|Wulsträndern]] treten &amp;quot;ausbiegende Ränder&amp;quot; sowie &amp;quot;unterschnittene, im Profil dreieckige Leistenränder&amp;quot; auf. Es kommen auch &amp;quot; spätrömisch&lt;br /&gt;
anmutende&amp;quot;  (Aust /Schmidt 2025, 37) [[Deckelfalzrand|Deckelfalzränder]] vor. Henkelfragmente deuten zudem auf die Produktion von Kannen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die übrigen Funde der Ausgrabung umfassen überwiegend ebenfalls rauwandige Drehscheibenware, etwas frühmittelalterliche handgemachte Ware, und wiederum in größerer Zahl [[Ältere gelbe Drehscheibenware (Südwestdeutschland, FMa/HMa)]] insbesondere der Typen Kirchhausen und Jagstfeld, wohingegen Ränder vom Typ Runder Berg relativ selten vorhanden sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Weitere Fundstellen in der Umgebung===&lt;br /&gt;
Im Bereich des modernen Friedhofes, außerhalb des Dorfetters, wurden neben Funden und Befunden eines römischen Gutshofes ältere gelbe Drehscheibenware des Typs Kirchhausen, einige Fragmente handgemachter Keramik sowie ein Boden der rauwandigen Drehscheibenware gefunden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Fundstelle in der Friedhofstraße 11 lieferte ein  Fundspektrum mit mehreren Fragmenten von Knickwandkeramik und rauwandiger Drehscheibenware, die eine Besiedlung der Merowingerzeit anzeigen. Mit älterer gelber Drehscheibenware der Typen Kirchhausen, Runder Berg und Jagstfeld sowie [[Braune, meist rillenverzierte rauwandige Drehscheibenware (Neckarland, FMa)|brauner, meist rillenverzierter rauwandiger Drehscheibenware]], [[Albware (Schwäbische Alb/ mittleres Neckarland, HMa)|Albware]], [[Gröbere nachgedrehte Ware (Neckarland, HMa)|gröberer nachgedrehter Ware]] und einigen Leistenränder, die möglicherweise bereits auf der schnelllaufenden Drehscheibe hergestellt wurden, ist eine nachmerowingische Besiedlung bis ins 12./13. Jahrhundert nachweisbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Ort selbst liegen zwei Fundstellen mit mittelalterlicher&lt;br /&gt;
Keramik. Die eine ist nur aus einer knappen&lt;br /&gt;
Fundnotiz bekannt, die lediglich ein Webgewicht aus&lt;br /&gt;
braunem Ton erwähnt. Die andere in der Bergstraße 10&lt;br /&gt;
nordöstlich der Kirche umfasst ein Keramikspektrum,&lt;br /&gt;
das überwiegend aus älterer gelber Drehscheibenware&lt;br /&gt;
besteht. Es dominieren Ränder der Form Jagstfeld,&lt;br /&gt;
doch belegen ein dickwandiger Boden und ein Rand der Form Runder Berg auch eine ältere Siedlungstätigkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur zur Fundstelle==&lt;br /&gt;
*Aust u.a. 2022: M. Aust/ K. Conrad/ R. Gresiak/ D. Brenner/ U. Gross, Textilhandwerker und Töpferöfen - Früh- bis hochmittelalterliche Siedlungsreste aus Flacht. Arch. Ausgr. Bad. Württ. 2021 (2022), 253-257.&lt;br /&gt;
*Aust / Schmidt 2025: M. Aust / S. Schmidt, Komplexe Stratigraphie und mittelalterliche Befunde in Ludwigsburg. Abschlussbericht der Rettungsgrabung (2020_0266) Weissach „Friedhofstr. 17“. Dokumente zur Archäologie in Baden-Württemberg (Heidelberg 2025). - DOI: https://doi.org/10.11588/propylaeumdok.00006851&lt;br /&gt;
*Fundber. Baden-Württemberg 5, 1980, Taf. 209 E &lt;br /&gt;
*Fundber. Baden-Württemberg 8, 1983 Taf. 206 B&lt;br /&gt;
*Schreg 2006: R. Schreg, Dorfgenese in Südwestdeutschland. Das Renninger Becken im Mittelalter. Materialh. Arch. Baden-Württemberg 76 (Stuttgart 2006), 215-217&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Fundstellenregest]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Töpferei]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>R. Schreg</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://amanz-balismink.rproxy.rz.uni-bamberg.de/balismink/index.php?title=Flacht,_Friedhofstra%C3%9Fe_17&amp;diff=11069</id>
		<title>Flacht, Friedhofstraße 17</title>
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		<updated>2026-06-27T12:00:38Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;R. Schreg: /* Befundsituation */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Flacht (Gde. Weissach) Lkr. Böblingen, Friedhofstraße 17.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Lage==&lt;br /&gt;
Flacht liegt etwa 8 km nördlich von [[Renningen]] im Strohgäu auf einer Höhe von 404 m ü. N.N. Der Ort liegt in einem leichten Tälchen, im Quellbereich des Strudelbaches, der nach Norden zur Enz entwässert, und ist ein typisches Haufendorf, das sich um die Kirche gruppiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Etwas südöstlich oberhalb des spätmittelalterlichen Dorfes liegt eine Siedlungsstelle, in deren Nachbarschaft aufgrund eines Flurnamens eine ehemalige Burg vermutet wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An zwei Stellen wurden nahe dem Ort Grabfunde gemacht.&lt;br /&gt;
150 m östlich der Kirche wurden bereits im letzten Jahrhundert Gräber aufgedeckt, die Eisenwaffen enthalten haben sollen. Am südlichen Ortsrand liegen beigabenlose, Ost–West orientierte Bestattungen. Als Einzelfund war hier früher ebenfalls eine „Eisenwaffe“ gefunden worden. Aussagen über diese Bestattungsplätze verbieten sich bei diesem Kenntnisstand, doch können sie ebenso auf den Siedlungsplatz oberhalb des späteren Dorfes wie auf dieses selbst bezogen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ortsgeschichte==&lt;br /&gt;
1293 wird Flacht erstmals erwähnt. Die&lt;br /&gt;
Ortsgeschichte zeigt enge Verbindungen zum 1,8 km&lt;br /&gt;
nördlich gelegenen Weissach. In der Umgebung sind mehrere Wüstungen bekannt,&lt;br /&gt;
so Lauschenhofen und Bonlanden. Sie liegen in einer&lt;br /&gt;
Entfernung von jeweils über 1 km.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Forschungsgeschichte==&lt;br /&gt;
Bis zu einer Grabung 2021  in der Friedhofstraße 17 lagen aus Flacht nur Lesefunde und Baustellenbeobachtungen vor, die bei Schreg 2006 als Grundlage eines ersten Überblicks zur Siedlungsentwicklung des Orts dienten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Erweiterung Friedhof: Siedlung - Lit.: Fundber. Baden-Württemberg 5, 1980, 282 (1); Gross 1991, 186.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Friedhofstr. 11: Siedlung - Lit.: Fundber. Baden-Württemberg 5, 1980, 282 (2); Gross 1991, 186.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Obere Lindstraße 191: kleines Gräberfeld - Südöstl. Ortsrand: beigabenlose Bestattungen, Einzelfunde einer „Eisenwaffe“. - Lit.: Fundber. Schwaben N.F . 15, 1959, 183.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Haus Maurer Müller: Gräberfeld 0,15 km O Kirche. - Lit.: Veeck, Alamannen 222.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Hauptstr. 20 - Lit.: Fundber. Baden-Württemberg 8, 1983, 426.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Bergstraße 4 - Funde bei Baumaßnahmen im Sommer 2000 durch E. Bernt. Befunde wurden abgesehen von einer angeziegelten Stelle nicht beobachtet. - Lit.: Schreg 2006, Abb. 93 (Auswahl der Funde).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Befundsituation==&lt;br /&gt;
[[Datei:Flacht Friedhofstr 17 Ofen Bef 11 (Aust Schmidt 2025 CC BY SA) (2).jpg|right|thumb|150px|Flacht, Friedhofstr. 17: Lochtenne des Ofens (Aust / Schmidt 2025, Abb. 11  CC BY SA 4.0)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Flacht Friedhofstr 17 Ofen Bef 11 (Aust Schmidt 2025 CC BY SA) (3).jpg|right|thumb|150px|Flacht, Friedhofstr. 17: Profilschnitt durch den Ofen (Aust / Schmidt 2025, Abb. 9  CC BY SA 4.0]]&lt;br /&gt;
2021 konnte in der Friedhofstraße 17 ein Siedlungsausschnitt untersucht werden. Dabei wurden mehrere Grubenhäuser, Pfostenbefunde und ein relativ gut erhaltener stehender Töpferofen mit Lochtenne gefunden. Der Ofen wird aufgrund der Keramik ins 7. Jahrhundert datiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Keramikofen wird durch ein Grubenhaus geschnitten, das wiederum durch ein Grubenhaus geschnitten wird (Aust / Schmidt 2025,38). Laut Grabungsbericht ist noch unklar, &amp;quot;ob die im Ofen aufgefundene Keramik dem letzten Brennvorgang&lt;br /&gt;
zugeordnet werden kann, oder ob es sich um Produktionsabfälle handelt&amp;quot; (ebd.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Keramikfunde==&lt;br /&gt;
===Friedhofstraße 17===&lt;br /&gt;
[[Datei:Flacht Friedhofstr 17 Ofen Bef 11 (Aust Schmidt 2025 CC BY SA).jpg|right|mini|thumb|Flacht, Friedhofstr. 17: Auswahl Keramikfunde aus dem Ofen (Aust / Schmidt 2025, Abb. 10). CC BY SA 4.0)]] &lt;br /&gt;
Laut Vorbericht (Aust u.a. 2022) wurden im Brennraum des stehenden Ofens mit Lochtenne Gefäße der letzten, misslungenen Brennladung (?) gefunden, die sehr grob mit Quarz und Glimmer gemagert war und sehr dicke Wandungen und Böden aufweist. Der Grabungsbericht beschreibt die Scherbenqualität etwas abweichend als &amp;quot;überwiegend stark mit groben Quarzpartikeln&lt;br /&gt;
gemagert. Manche Stücke besitzen darüber hinaus einen Anteil an sehr groben Glimmerpartikeln&amp;quot; (Aust /Schmidt 2025, 37).&lt;br /&gt;
Das Formenspektrum umfasst v.a. [[Wölbwandtopf|Wölbwandtöpfe]] der [[rauwandige Drehscheibenware|rauwandigen Drehscheibenware]] mit sehr unterschiedlichen Randformen. Neben einfachen [[Wulstrand|Wulsträndern]] treten &amp;quot;ausbiegende Ränder&amp;quot; sowie &amp;quot;unterschnittene, im Profil dreieckige Leistenränder&amp;quot; auf. Es kommen auch &amp;quot; spätrömisch&lt;br /&gt;
anmutende&amp;quot;  (Aust /Schmidt 2025, 37) [[Deckelfalzrand|Deckelfalzränder]] vor. Henkelfragmente deuten zudem auf die Produktion von Kannen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die übrigen Funde der Ausgrabung umfassen überwiegend ebenfalls rauwandige Drehscheibenware, etwas frühmittelalterliche handgemachte Ware, und wiederum in größerer Zahl [[Ältere gelbe Drehscheibenware (Südwestdeutschland, FMa/HMa)]] insbesondere der Typen Kirchhausen und Jagstfeld, wohingegen Ränder vom Typ Runder Berg relativ selten vorhanden sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Weitere Fundstellen in der Umgebung===&lt;br /&gt;
Im Bereich des modernen Friedhofes, außerhalb des Dorfetters, wurden neben Funden und Befunden eines römischen Gutshofes ältere gelbe Drehscheibenware des Typs Kirchhausen, einige Fragmente handgemachter Keramik sowie ein Boden der rauwandigen Drehscheibenware gefunden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Fundstelle in der Friedhofstraße 11 lieferte ein  Fundspektrum mit mehreren Fragmenten von Knickwandkeramik und rauwandiger Drehscheibenware, die eine Besiedlung der Merowingerzeit anzeigen. Mit älterer gelber Drehscheibenware der Typen Kirchhausen, Runder Berg und Jagstfeld sowie [[Braune, meist rillenverzierte rauwandige Drehscheibenware (Neckarland, FMa)|brauner, meist rillenverzierter rauwandiger Drehscheibenware]], [[Albware (Schwäbische Alb/ mittleres Neckarland, HMa)|Albware]], [[Gröbere nachgedrehte Ware (Neckarland, HMa)|gröberer nachgedrehter Ware]] und einigen Leistenränder, die möglicherweise bereits auf der schnelllaufenden Drehscheibe hergestellt wurden, ist eine nachmerowingische Besiedlung bis ins 12./13. Jahrhundert nachweisbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Ort selbst liegen zwei Fundstellen mit mittelalterlicher&lt;br /&gt;
Keramik. Die eine ist nur aus einer knappen&lt;br /&gt;
Fundnotiz bekannt, die lediglich ein Webgewicht aus&lt;br /&gt;
braunem Ton erwähnt. Die andere in der Bergstraße 10&lt;br /&gt;
nordöstlich der Kirche umfasst ein Keramikspektrum,&lt;br /&gt;
das überwiegend aus älterer gelber Drehscheibenware&lt;br /&gt;
besteht. Es dominieren Ränder der Form Jagstfeld,&lt;br /&gt;
doch belegen ein dickwandiger Boden und ein Rand der Form Runder Berg auch eine ältere Siedlungstätigkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur zur Fundstelle==&lt;br /&gt;
*Aust u.a. 2022: M. Aust/ K. Conrad/ R. Gresiak/ D. Brenner/ U. Gross, Textilhandwerker und Töpferöfen - Früh- bis hochmittelalterliche Siedlungsreste aus Flacht. Arch. Ausgr. Bad. Württ. 2021 (2022), 253-257.&lt;br /&gt;
*Aust / Schmidt 2025: M. Aust / S. Schmidt, Komplexe Stratigraphie und mittelalterliche Befunde in Ludwigsburg. Abschlussbericht der Rettungsgrabung (2020_0266) Weissach „Friedhofstr. 17“. Dokumente zur Archäologie in Baden-Württemberg (Heidelberg 2025). - DOI: https://doi.org/10.11588/propylaeumdok.00006851&lt;br /&gt;
*Fundber. Baden-Württemberg 5, 1980, Taf. 209 E &lt;br /&gt;
*Fundber. Baden-Württemberg 8, 1983 Taf. 206 B&lt;br /&gt;
*Schreg 2006: R. Schreg, Dorfgenese in Südwestdeutschland. Das Renninger Becken im Mittelalter. Materialh. Arch. Baden-Württemberg 76 (Stuttgart 2006), 215-217&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Fundstellenregest]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Töpferei]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>R. Schreg</name></author>
	</entry>
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		<id>https://amanz-balismink.rproxy.rz.uni-bamberg.de/balismink/index.php?title=Flacht,_Friedhofstra%C3%9Fe_17&amp;diff=11068</id>
		<title>Flacht, Friedhofstraße 17</title>
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		<updated>2026-06-27T11:30:28Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;R. Schreg: /* Befundsituation */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Flacht (Gde. Weissach) Lkr. Böblingen, Friedhofstraße 17.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Lage==&lt;br /&gt;
Flacht liegt etwa 8 km nördlich von [[Renningen]] im Strohgäu auf einer Höhe von 404 m ü. N.N. Der Ort liegt in einem leichten Tälchen, im Quellbereich des Strudelbaches, der nach Norden zur Enz entwässert, und ist ein typisches Haufendorf, das sich um die Kirche gruppiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Etwas südöstlich oberhalb des spätmittelalterlichen Dorfes liegt eine Siedlungsstelle, in deren Nachbarschaft aufgrund eines Flurnamens eine ehemalige Burg vermutet wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An zwei Stellen wurden nahe dem Ort Grabfunde gemacht.&lt;br /&gt;
150 m östlich der Kirche wurden bereits im letzten Jahrhundert Gräber aufgedeckt, die Eisenwaffen enthalten haben sollen. Am südlichen Ortsrand liegen beigabenlose, Ost–West orientierte Bestattungen. Als Einzelfund war hier früher ebenfalls eine „Eisenwaffe“ gefunden worden. Aussagen über diese Bestattungsplätze verbieten sich bei diesem Kenntnisstand, doch können sie ebenso auf den Siedlungsplatz oberhalb des späteren Dorfes wie auf dieses selbst bezogen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ortsgeschichte==&lt;br /&gt;
1293 wird Flacht erstmals erwähnt. Die&lt;br /&gt;
Ortsgeschichte zeigt enge Verbindungen zum 1,8 km&lt;br /&gt;
nördlich gelegenen Weissach. In der Umgebung sind mehrere Wüstungen bekannt,&lt;br /&gt;
so Lauschenhofen und Bonlanden. Sie liegen in einer&lt;br /&gt;
Entfernung von jeweils über 1 km.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Forschungsgeschichte==&lt;br /&gt;
Bis zu einer Grabung 2021  in der Friedhofstraße 17 lagen aus Flacht nur Lesefunde und Baustellenbeobachtungen vor, die bei Schreg 2006 als Grundlage eines ersten Überblicks zur Siedlungsentwicklung des Orts dienten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Erweiterung Friedhof: Siedlung - Lit.: Fundber. Baden-Württemberg 5, 1980, 282 (1); Gross 1991, 186.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Friedhofstr. 11: Siedlung - Lit.: Fundber. Baden-Württemberg 5, 1980, 282 (2); Gross 1991, 186.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Obere Lindstraße 191: kleines Gräberfeld - Südöstl. Ortsrand: beigabenlose Bestattungen, Einzelfunde einer „Eisenwaffe“. - Lit.: Fundber. Schwaben N.F . 15, 1959, 183.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Haus Maurer Müller: Gräberfeld 0,15 km O Kirche. - Lit.: Veeck, Alamannen 222.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Hauptstr. 20 - Lit.: Fundber. Baden-Württemberg 8, 1983, 426.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Bergstraße 4 - Funde bei Baumaßnahmen im Sommer 2000 durch E. Bernt. Befunde wurden abgesehen von einer angeziegelten Stelle nicht beobachtet. - Lit.: Schreg 2006, Abb. 93 (Auswahl der Funde).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Befundsituation==&lt;br /&gt;
[[Datei:Flacht Friedhofstr 17 Ofen Bef 11 (Aust Schmidt 2025 CC BY SA) (2).jpg|right|thumb|150px|Flacht, Friedhofstr. 17: Lochtenne des Ofens (Aust / Schmidt 2025, Abb. 11  CC BY SA 4.0)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Flacht Friedhofstr 17 Ofen Bef 11 (Aust Schmidt 2025 CC BY SA) (3).jpg|right|thumb|150px|Flacht, Friedhofstr. 17: Profilschnitt durch den Ofen (Aust / Schmidt 2025, Abb. 9  CC BY SA 4.0]]&lt;br /&gt;
2021 konnte in der Friedhofstraße 17 ein Siedlungsausschnitt untersucht werden. Dabei wurden mehrere Grubenhäuser, Pfostenbefunde und ein relativ gut erhaltener stehender Töpferofen mit Lochtenne gefunden. Der Ofen wird aufgrund der Keramik ins 7. Jahrhundert datiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Keramikofen wird durch ein Grubenhaus geschnitten, das wiederum durch ein Grubenhaus geschnitten wird (Aust / Schmidt 2025,38). Laut Grabunsgbericht ist noch unklar, &amp;quot;ob die im Ofen aufgefundene Keramik dem letzten Brennvorgang&lt;br /&gt;
zugeordnet werden kann, oder ob es sich um Produktionsabfälle handelt&amp;quot; (ebd.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Keramikfunde==&lt;br /&gt;
===Friedhofstraße 17===&lt;br /&gt;
[[Datei:Flacht Friedhofstr 17 Ofen Bef 11 (Aust Schmidt 2025 CC BY SA).jpg|right|mini|thumb|Flacht, Friedhofstr. 17: Auswahl Keramikfunde aus dem Ofen (Aust / Schmidt 2025, Abb. 10). CC BY SA 4.0)]] &lt;br /&gt;
Laut Vorbericht (Aust u.a. 2022) wurden im Brennraum des stehenden Ofens mit Lochtenne Gefäße der letzten, misslungenen Brennladung (?) gefunden, die sehr grob mit Quarz und Glimmer gemagert war und sehr dicke Wandungen und Böden aufweist. Der Grabungsbericht beschreibt die Scherbenqualität etwas abweichend als &amp;quot;überwiegend stark mit groben Quarzpartikeln&lt;br /&gt;
gemagert. Manche Stücke besitzen darüber hinaus einen Anteil an sehr groben Glimmerpartikeln&amp;quot; (Aust /Schmidt 2025, 37).&lt;br /&gt;
Das Formenspektrum umfasst v.a. [[Wölbwandtopf|Wölbwandtöpfe]] der [[rauwandige Drehscheibenware|rauwandigen Drehscheibenware]] mit sehr unterschiedlichen Randformen. Neben einfachen [[Wulstrand|Wulsträndern]] treten &amp;quot;ausbiegende Ränder&amp;quot; sowie &amp;quot;unterschnittene, im Profil dreieckige Leistenränder&amp;quot; auf. Es kommen auch &amp;quot; spätrömisch&lt;br /&gt;
anmutende&amp;quot;  (Aust /Schmidt 2025, 37) [[Deckelfalzrand|Deckelfalzränder]] vor. Henkelfragmente deuten zudem auf die Produktion von Kannen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die übrigen Funde der Ausgrabung umfassen überwiegend ebenfalls rauwandige Drehscheibenware, etwas frühmittelalterliche handgemachte Ware, und wiederum in größerer Zahl [[Ältere gelbe Drehscheibenware (Südwestdeutschland, FMa/HMa)]] insbesondere der Typen Kirchhausen und Jagstfeld, wohingegen Ränder vom Typ Runder Berg relativ selten vorhanden sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Weitere Fundstellen in der Umgebung===&lt;br /&gt;
Im Bereich des modernen Friedhofes, außerhalb des Dorfetters, wurden neben Funden und Befunden eines römischen Gutshofes ältere gelbe Drehscheibenware des Typs Kirchhausen, einige Fragmente handgemachter Keramik sowie ein Boden der rauwandigen Drehscheibenware gefunden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Fundstelle in der Friedhofstraße 11 lieferte ein  Fundspektrum mit mehreren Fragmenten von Knickwandkeramik und rauwandiger Drehscheibenware, die eine Besiedlung der Merowingerzeit anzeigen. Mit älterer gelber Drehscheibenware der Typen Kirchhausen, Runder Berg und Jagstfeld sowie [[Braune, meist rillenverzierte rauwandige Drehscheibenware (Neckarland, FMa)|brauner, meist rillenverzierter rauwandiger Drehscheibenware]], [[Albware (Schwäbische Alb/ mittleres Neckarland, HMa)|Albware]], [[Gröbere nachgedrehte Ware (Neckarland, HMa)|gröberer nachgedrehter Ware]] und einigen Leistenränder, die möglicherweise bereits auf der schnelllaufenden Drehscheibe hergestellt wurden, ist eine nachmerowingische Besiedlung bis ins 12./13. Jahrhundert nachweisbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Ort selbst liegen zwei Fundstellen mit mittelalterlicher&lt;br /&gt;
Keramik. Die eine ist nur aus einer knappen&lt;br /&gt;
Fundnotiz bekannt, die lediglich ein Webgewicht aus&lt;br /&gt;
braunem Ton erwähnt. Die andere in der Bergstraße 10&lt;br /&gt;
nordöstlich der Kirche umfasst ein Keramikspektrum,&lt;br /&gt;
das überwiegend aus älterer gelber Drehscheibenware&lt;br /&gt;
besteht. Es dominieren Ränder der Form Jagstfeld,&lt;br /&gt;
doch belegen ein dickwandiger Boden und ein Rand der Form Runder Berg auch eine ältere Siedlungstätigkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur zur Fundstelle==&lt;br /&gt;
*Aust u.a. 2022: M. Aust/ K. Conrad/ R. Gresiak/ D. Brenner/ U. Gross, Textilhandwerker und Töpferöfen - Früh- bis hochmittelalterliche Siedlungsreste aus Flacht. Arch. Ausgr. Bad. Württ. 2021 (2022), 253-257.&lt;br /&gt;
*Aust / Schmidt 2025: M. Aust / S. Schmidt, Komplexe Stratigraphie und mittelalterliche Befunde in Ludwigsburg. Abschlussbericht der Rettungsgrabung (2020_0266) Weissach „Friedhofstr. 17“. Dokumente zur Archäologie in Baden-Württemberg (Heidelberg 2025). - DOI: https://doi.org/10.11588/propylaeumdok.00006851&lt;br /&gt;
*Fundber. Baden-Württemberg 5, 1980, Taf. 209 E &lt;br /&gt;
*Fundber. Baden-Württemberg 8, 1983 Taf. 206 B&lt;br /&gt;
*Schreg 2006: R. Schreg, Dorfgenese in Südwestdeutschland. Das Renninger Becken im Mittelalter. Materialh. Arch. Baden-Württemberg 76 (Stuttgart 2006), 215-217&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Fundstellenregest]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Töpferei]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>R. Schreg</name></author>
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&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Datei:Flacht Friedhofstr 17 Ofen Bef 11 (Aust Schmidt 2025 CC BY SA) (2).jpg|right|thumb|150px|Flacht, Friedhofstr. 17: Profilschnitt durch den Ofen (M. Aust / S. Schmidt, Komplexe Stratigraphie und mittelalterliche Befunde in Ludwigsburg. Abschlussbericht der Rettungsgrabung (2020_0266) Weissach „Friedhofstr. 17“. Dokumente zur Archäologie in Baden-Württemberg (Heidelberg 2025). - DOI: https://doi.org/10.11588/propylaeumdok.00006851 CC BY SA 4.0 Abb. 9&lt;/div&gt;</summary>
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&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Flacht, Friedhofstr. 17: Lochtenne des Ofens (M. Aust / S. Schmidt, Komplexe Stratigraphie und mittelalterliche Befunde in Ludwigsburg. Abschlussbericht der Rettungsgrabung (2020_0266) Weissach „Friedhofstr. 17“. Dokumente zur Archäologie in Baden-Württemberg (Heidelberg 2025). - DOI: https://doi.org/10.11588/propylaeumdok.00006851 CC BY SA 4.0 Abb. 11)&lt;/div&gt;</summary>
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		<title>Flacht, Friedhofstraße 17</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;R. Schreg: /* Friedhofstraße 17 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Flacht (Gde. Weissach) Lkr. Böblingen, Friedhofstraße 17.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Lage==&lt;br /&gt;
Flacht liegt etwa 8 km nördlich von [[Renningen]] im Strohgäu auf einer Höhe von 404 m ü. N.N. Der Ort liegt in einem leichten Tälchen, im Quellbereich des Strudelbaches, der nach Norden zur Enz entwässert, und ist ein typisches Haufendorf, das sich um die Kirche gruppiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Etwas südöstlich oberhalb des spätmittelalterlichen Dorfes liegt eine Siedlungsstelle, in deren Nachbarschaft aufgrund eines Flurnamens eine ehemalige Burg vermutet wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An zwei Stellen wurden nahe dem Ort Grabfunde gemacht.&lt;br /&gt;
150 m östlich der Kirche wurden bereits im letzten Jahrhundert Gräber aufgedeckt, die Eisenwaffen enthalten haben sollen. Am südlichen Ortsrand liegen beigabenlose, Ost–West orientierte Bestattungen. Als Einzelfund war hier früher ebenfalls eine „Eisenwaffe“ gefunden worden. Aussagen über diese Bestattungsplätze verbieten sich bei diesem Kenntnisstand, doch können sie ebenso auf den Siedlungsplatz oberhalb des späteren Dorfes wie auf dieses selbst bezogen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ortsgeschichte==&lt;br /&gt;
1293 wird Flacht erstmals erwähnt. Die&lt;br /&gt;
Ortsgeschichte zeigt enge Verbindungen zum 1,8 km&lt;br /&gt;
nördlich gelegenen Weissach. In der Umgebung sind mehrere Wüstungen bekannt,&lt;br /&gt;
so Lauschenhofen und Bonlanden. Sie liegen in einer&lt;br /&gt;
Entfernung von jeweils über 1 km.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Forschungsgeschichte==&lt;br /&gt;
Bis zu einer Grabung 2021  in der Friedhofstraße 17 lagen aus Flacht nur Lesefunde und Baustellenbeobachtungen vor, die bei Schreg 2006 als Grundlage eines ersten Überblicks zur Siedlungsentwicklung des Orts dienten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Erweiterung Friedhof: Siedlung - Lit.: Fundber. Baden-Württemberg 5, 1980, 282 (1); Gross 1991, 186.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Friedhofstr. 11: Siedlung - Lit.: Fundber. Baden-Württemberg 5, 1980, 282 (2); Gross 1991, 186.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Obere Lindstraße 191: kleines Gräberfeld - Südöstl. Ortsrand: beigabenlose Bestattungen, Einzelfunde einer „Eisenwaffe“. - Lit.: Fundber. Schwaben N.F . 15, 1959, 183.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Haus Maurer Müller: Gräberfeld 0,15 km O Kirche. - Lit.: Veeck, Alamannen 222.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Hauptstr. 20 - Lit.: Fundber. Baden-Württemberg 8, 1983, 426.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Bergstraße 4 - Funde bei Baumaßnahmen im Sommer 2000 durch E. Bernt. Befunde wurden abgesehen von einer angeziegelten Stelle nicht beobachtet. - Lit.: Schreg 2006, Abb. 93 (Auswahl der Funde).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Befundsituation==&lt;br /&gt;
2021 konnte in der Friedhofstraße 17 ein Siedlungsausschnitt untersucht werden. Dabei wurden mehrere Grubenhäuser, Pfostenbefunde und ein relativ gut erhaltener stehender Töpferofen mit Lochtenne gefunden. Der Ofen wird aufgrund der Keramik ins 7. Jahrhundert datiert.&lt;br /&gt;
Der Keramikofen wird durch ein Grubenhaus geschnitten, das wiederum durch ein Grubenhaus geschnitten wird (Aust / Schmidt 2025,38). Laut Grabunsgbericht ist noch unklar, &amp;quot;ob die im Ofen aufgefundene Keramik dem letzten Brennvorgang&lt;br /&gt;
zugeordnet werden kann, oder ob es sich um Produktionsabfälle handelt&amp;quot; (ebd.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Keramikfunde==&lt;br /&gt;
===Friedhofstraße 17===&lt;br /&gt;
[[Datei:Flacht Friedhofstr 17 Ofen Bef 11 (Aust Schmidt 2025 CC BY SA).jpg|right|mini|thumb|Flacht, Friedhofstr. 17: Auswahl Keramikfunde aus dem Ofen (Aust / Schmidt 2025, Abb. 10). CC BY SA 4.0)]] &lt;br /&gt;
Laut Vorbericht (Aust u.a. 2022) wurden im Brennraum des stehenden Ofens mit Lochtenne Gefäße der letzten, misslungenen Brennladung (?) gefunden, die sehr grob mit Quarz und Glimmer gemagert war und sehr dicke Wandungen und Böden aufweist. Der Grabungsbericht beschreibt die Scherbenqualität etwas abweichend als &amp;quot;überwiegend stark mit groben Quarzpartikeln&lt;br /&gt;
gemagert. Manche Stücke besitzen darüber hinaus einen Anteil an sehr groben Glimmerpartikeln&amp;quot; (Aust /Schmidt 2025, 37).&lt;br /&gt;
Das Formenspektrum umfasst v.a. [[Wölbwandtopf|Wölbwandtöpfe]] der [[rauwandige Drehscheibenware|rauwandigen Drehscheibenware]] mit sehr unterschiedlichen Randformen. Neben einfachen [[Wulstrand|Wulsträndern]] treten &amp;quot;ausbiegende Ränder&amp;quot; sowie &amp;quot;unterschnittene, im Profil dreieckige Leistenränder&amp;quot; auf. Es kommen auch &amp;quot; spätrömisch&lt;br /&gt;
anmutende&amp;quot;  (Aust /Schmidt 2025, 37) [[Deckelfalzrand|Deckelfalzränder]] vor. Henkelfragmente deuten zudem auf die Produktion von Kannen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die übrigen Funde der Ausgrabung umfassen überwiegend ebenfalls rauwandige Drehscheibenware, etwas frühmittelalterliche handgemachte Ware, und wiederum in größerer Zahl [[Ältere gelbe Drehscheibenware (Südwestdeutschland, FMa/HMa)]] insbesondere der Typen Kirchhausen und Jagstfeld, wohingegen Ränder vom Typ Runder Berg relativ selten vorhanden sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Weitere Fundstellen in der Umgebung===&lt;br /&gt;
Im Bereich des modernen Friedhofes, außerhalb des Dorfetters, wurden neben Funden und Befunden eines römischen Gutshofes ältere gelbe Drehscheibenware des Typs Kirchhausen, einige Fragmente handgemachter Keramik sowie ein Boden der rauwandigen Drehscheibenware gefunden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Fundstelle in der Friedhofstraße 11 lieferte ein  Fundspektrum mit mehreren Fragmenten von Knickwandkeramik und rauwandiger Drehscheibenware, die eine Besiedlung der Merowingerzeit anzeigen. Mit älterer gelber Drehscheibenware der Typen Kirchhausen, Runder Berg und Jagstfeld sowie [[Braune, meist rillenverzierte rauwandige Drehscheibenware (Neckarland, FMa)|brauner, meist rillenverzierter rauwandiger Drehscheibenware]], [[Albware (Schwäbische Alb/ mittleres Neckarland, HMa)|Albware]], [[Gröbere nachgedrehte Ware (Neckarland, HMa)|gröberer nachgedrehter Ware]] und einigen Leistenränder, die möglicherweise bereits auf der schnelllaufenden Drehscheibe hergestellt wurden, ist eine nachmerowingische Besiedlung bis ins 12./13. Jahrhundert nachweisbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Ort selbst liegen zwei Fundstellen mit mittelalterlicher&lt;br /&gt;
Keramik. Die eine ist nur aus einer knappen&lt;br /&gt;
Fundnotiz bekannt, die lediglich ein Webgewicht aus&lt;br /&gt;
braunem Ton erwähnt. Die andere in der Bergstraße 10&lt;br /&gt;
nordöstlich der Kirche umfasst ein Keramikspektrum,&lt;br /&gt;
das überwiegend aus älterer gelber Drehscheibenware&lt;br /&gt;
besteht. Es dominieren Ränder der Form Jagstfeld,&lt;br /&gt;
doch belegen ein dickwandiger Boden und ein Rand der Form Runder Berg auch eine ältere Siedlungstätigkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur zur Fundstelle==&lt;br /&gt;
*Aust u.a. 2022: M. Aust/ K. Conrad/ R. Gresiak/ D. Brenner/ U. Gross, Textilhandwerker und Töpferöfen - Früh- bis hochmittelalterliche Siedlungsreste aus Flacht. Arch. Ausgr. Bad. Württ. 2021 (2022), 253-257.&lt;br /&gt;
*Aust / Schmidt 2025: M. Aust / S. Schmidt, Komplexe Stratigraphie und mittelalterliche Befunde in Ludwigsburg. Abschlussbericht der Rettungsgrabung (2020_0266) Weissach „Friedhofstr. 17“. Dokumente zur Archäologie in Baden-Württemberg (Heidelberg 2025). - DOI: https://doi.org/10.11588/propylaeumdok.00006851&lt;br /&gt;
*Fundber. Baden-Württemberg 5, 1980, Taf. 209 E &lt;br /&gt;
*Fundber. Baden-Württemberg 8, 1983 Taf. 206 B&lt;br /&gt;
*Schreg 2006: R. Schreg, Dorfgenese in Südwestdeutschland. Das Renninger Becken im Mittelalter. Materialh. Arch. Baden-Württemberg 76 (Stuttgart 2006), 215-217&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Fundstellenregest]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Töpferei]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>R. Schreg</name></author>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;R. Schreg: /* Beschreibung */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Flacht, Friedhofstr. 17: Auswahl Keramikfunde aus dem Ofen (M. Aust / S. Schmidt, Komplexe Stratigraphie und mittelalterliche Befunde in Ludwigsburg. Abschlussbericht der Rettungsgrabung (2020_0266) Weissach „Friedhofstr. 17“. Dokumente zur Archäologie in Baden-Württemberg (Heidelberg 2025). - DOI: https://doi.org/10.11588/propylaeumdok.00006851 CC BY SA 4.0 Abb. 10)&lt;/div&gt;</summary>
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&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Flacht, friedhofstr. 17: Auswahl Keramikfunde aus dem Ofen (M. Aust / S. Schmidt, Komplexe Stratigraphie und mittelalterliche Befunde in Ludwigsburg. Abschlussbericht der Rettungsgrabung (2020_0266) Weissach „Friedhofstr. 17“. Dokumente zur Archäologie in Baden-Württemberg (Heidelberg 2025). - DOI: https://doi.org/10.11588/propylaeumdok.00006851 CC BY SA 4.0 Abb. 10)&lt;/div&gt;</summary>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;R. Schreg: /* Befundsituation */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Flacht (Gde. Weissach) Lkr. Böblingen, Friedhofstraße 17.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Lage==&lt;br /&gt;
Flacht liegt etwa 8 km nördlich von [[Renningen]] im Strohgäu auf einer Höhe von 404 m ü. N.N. Der Ort liegt in einem leichten Tälchen, im Quellbereich des Strudelbaches, der nach Norden zur Enz entwässert, und ist ein typisches Haufendorf, das sich um die Kirche gruppiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Etwas südöstlich oberhalb des spätmittelalterlichen Dorfes liegt eine Siedlungsstelle, in deren Nachbarschaft aufgrund eines Flurnamens eine ehemalige Burg vermutet wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An zwei Stellen wurden nahe dem Ort Grabfunde gemacht.&lt;br /&gt;
150 m östlich der Kirche wurden bereits im letzten Jahrhundert Gräber aufgedeckt, die Eisenwaffen enthalten haben sollen. Am südlichen Ortsrand liegen beigabenlose, Ost–West orientierte Bestattungen. Als Einzelfund war hier früher ebenfalls eine „Eisenwaffe“ gefunden worden. Aussagen über diese Bestattungsplätze verbieten sich bei diesem Kenntnisstand, doch können sie ebenso auf den Siedlungsplatz oberhalb des späteren Dorfes wie auf dieses selbst bezogen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ortsgeschichte==&lt;br /&gt;
1293 wird Flacht erstmals erwähnt. Die&lt;br /&gt;
Ortsgeschichte zeigt enge Verbindungen zum 1,8 km&lt;br /&gt;
nördlich gelegenen Weissach. In der Umgebung sind mehrere Wüstungen bekannt,&lt;br /&gt;
so Lauschenhofen und Bonlanden. Sie liegen in einer&lt;br /&gt;
Entfernung von jeweils über 1 km.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Forschungsgeschichte==&lt;br /&gt;
Bis zu einer Grabung 2021  in der Friedhofstraße 17 lagen aus Flacht nur Lesefunde und Baustellenbeobachtungen vor, die bei Schreg 2006 als Grundlage eines ersten Überblicks zur Siedlungsentwicklung des Orts dienten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Erweiterung Friedhof: Siedlung - Lit.: Fundber. Baden-Württemberg 5, 1980, 282 (1); Gross 1991, 186.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Friedhofstr. 11: Siedlung - Lit.: Fundber. Baden-Württemberg 5, 1980, 282 (2); Gross 1991, 186.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Obere Lindstraße 191: kleines Gräberfeld - Südöstl. Ortsrand: beigabenlose Bestattungen, Einzelfunde einer „Eisenwaffe“. - Lit.: Fundber. Schwaben N.F . 15, 1959, 183.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Haus Maurer Müller: Gräberfeld 0,15 km O Kirche. - Lit.: Veeck, Alamannen 222.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Hauptstr. 20 - Lit.: Fundber. Baden-Württemberg 8, 1983, 426.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Bergstraße 4 - Funde bei Baumaßnahmen im Sommer 2000 durch E. Bernt. Befunde wurden abgesehen von einer angeziegelten Stelle nicht beobachtet. - Lit.: Schreg 2006, Abb. 93 (Auswahl der Funde).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Befundsituation==&lt;br /&gt;
2021 konnte in der Friedhofstraße 17 ein Siedlungsausschnitt untersucht werden. Dabei wurden mehrere Grubenhäuser, Pfostenbefunde und ein relativ gut erhaltener stehender Töpferofen mit Lochtenne gefunden. Der Ofen wird aufgrund der Keramik ins 7. Jahrhundert datiert.&lt;br /&gt;
Der Keramikofen wird durch ein Grubenhaus geschnitten, das wiederum durch ein Grubenhaus geschnitten wird (Aust / Schmidt 2025,38). Laut Grabunsgbericht ist noch unklar, &amp;quot;ob die im Ofen aufgefundene Keramik dem letzten Brennvorgang&lt;br /&gt;
zugeordnet werden kann, oder ob es sich um Produktionsabfälle handelt&amp;quot; (ebd.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Keramikfunde==&lt;br /&gt;
===Friedhofstraße 17===&lt;br /&gt;
Laut Vorbericht (Aust u.a. 2022) wurden im Brennraum des stehenden Ofens mit Lochtenne Gefäße der letzten, misslungenen Brennladung gefunden, die sehr grob mit Quarz und Glimmer gemagert war und sehr dicke Wandungen und Böden aufweist. Das Formenspektrum umfasst v.a. [[Wölbwandtopf|Wölbwandtöpfe]] der [[rauwandige Drehscheibenware|rauwandigen Drehscheibenware]] mit sehr unterschiedlichen Randformen. Neben einfachen [[Wulstrand|Wulsträndern]] trete &amp;quot;ausbiegende Rände&amp;quot;r sowie &amp;quot;unterschnittene, im Profil dreieckige Leistenränder&amp;quot; kommen auch [[Deckelfalzrand|Deckelfalzränder]] vor. Henkelfragmente deuten zudem auf die Produktion von Kannen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die übrigen Funde der Ausgrabung umfassen überwiegend ebenfalls rauwandige Drehscheibenware, etwas frühmittelalterliche handgemachte Ware, und wiederum in größerer Zahl [[Ältere gelbe Drehscheibenware (Südwestdeutschland, FMa/HMa)]] insbesondere der Typen Kirchhausen und Jagstfeld, wohingegen Ränder vom Typ Runder Berg relativ selten vorhanden sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Weitere Fundstellen in der Umgebung===&lt;br /&gt;
Im Bereich des modernen Friedhofes, außerhalb des Dorfetters, wurden neben Funden und Befunden eines römischen Gutshofes ältere gelbe Drehscheibenware des Typs Kirchhausen, einige Fragmente handgemachter Keramik sowie ein Boden der rauwandigen Drehscheibenware gefunden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Fundstelle in der Friedhofstraße 11 lieferte ein  Fundspektrum mit mehreren Fragmenten von Knickwandkeramik und rauwandiger Drehscheibenware, die eine Besiedlung der Merowingerzeit anzeigen. Mit älterer gelber Drehscheibenware der Typen Kirchhausen, Runder Berg und Jagstfeld sowie [[Braune, meist rillenverzierte rauwandige Drehscheibenware (Neckarland, FMa)|brauner, meist rillenverzierter rauwandiger Drehscheibenware]], [[Albware (Schwäbische Alb/ mittleres Neckarland, HMa)|Albware]], [[Gröbere nachgedrehte Ware (Neckarland, HMa)|gröberer nachgedrehter Ware]] und einigen Leistenränder, die möglicherweise bereits auf der schnelllaufenden Drehscheibe hergestellt wurden, ist eine nachmerowingische Besiedlung bis ins 12./13. Jahrhundert nachweisbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Ort selbst liegen zwei Fundstellen mit mittelalterlicher&lt;br /&gt;
Keramik. Die eine ist nur aus einer knappen&lt;br /&gt;
Fundnotiz bekannt, die lediglich ein Webgewicht aus&lt;br /&gt;
braunem Ton erwähnt. Die andere in der Bergstraße 10&lt;br /&gt;
nordöstlich der Kirche umfasst ein Keramikspektrum,&lt;br /&gt;
das überwiegend aus älterer gelber Drehscheibenware&lt;br /&gt;
besteht. Es dominieren Ränder der Form Jagstfeld,&lt;br /&gt;
doch belegen ein dickwandiger Boden und ein Rand der Form Runder Berg auch eine ältere Siedlungstätigkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur zur Fundstelle==&lt;br /&gt;
*Aust u.a. 2022: M. Aust/ K. Conrad/ R. Gresiak/ D. Brenner/ U. Gross, Textilhandwerker und Töpferöfen - Früh- bis hochmittelalterliche Siedlungsreste aus Flacht. Arch. Ausgr. Bad. Württ. 2021 (2022), 253-257.&lt;br /&gt;
*Aust / Schmidt 2025: M. Aust / S. Schmidt, Komplexe Stratigraphie und mittelalterliche Befunde in Ludwigsburg. Abschlussbericht der Rettungsgrabung (2020_0266) Weissach „Friedhofstr. 17“. Dokumente zur Archäologie in Baden-Württemberg (Heidelberg 2025). - DOI: https://doi.org/10.11588/propylaeumdok.00006851&lt;br /&gt;
*Fundber. Baden-Württemberg 5, 1980, Taf. 209 E &lt;br /&gt;
*Fundber. Baden-Württemberg 8, 1983 Taf. 206 B&lt;br /&gt;
*Schreg 2006: R. Schreg, Dorfgenese in Südwestdeutschland. Das Renninger Becken im Mittelalter. Materialh. Arch. Baden-Württemberg 76 (Stuttgart 2006), 215-217&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Fundstellenregest]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Töpferei]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>R. Schreg</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://amanz-balismink.rproxy.rz.uni-bamberg.de/balismink/index.php?title=Flacht,_Friedhofstra%C3%9Fe_17&amp;diff=11061</id>
		<title>Flacht, Friedhofstraße 17</title>
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		<updated>2026-06-27T10:56:54Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;R. Schreg: /* Literatur zur Fundstelle */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Flacht (Gde. Weissach) Lkr. Böblingen, Friedhofstraße 17.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Lage==&lt;br /&gt;
Flacht liegt etwa 8 km nördlich von [[Renningen]] im Strohgäu auf einer Höhe von 404 m ü. N.N. Der Ort liegt in einem leichten Tälchen, im Quellbereich des Strudelbaches, der nach Norden zur Enz entwässert, und ist ein typisches Haufendorf, das sich um die Kirche gruppiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Etwas südöstlich oberhalb des spätmittelalterlichen Dorfes liegt eine Siedlungsstelle, in deren Nachbarschaft aufgrund eines Flurnamens eine ehemalige Burg vermutet wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An zwei Stellen wurden nahe dem Ort Grabfunde gemacht.&lt;br /&gt;
150 m östlich der Kirche wurden bereits im letzten Jahrhundert Gräber aufgedeckt, die Eisenwaffen enthalten haben sollen. Am südlichen Ortsrand liegen beigabenlose, Ost–West orientierte Bestattungen. Als Einzelfund war hier früher ebenfalls eine „Eisenwaffe“ gefunden worden. Aussagen über diese Bestattungsplätze verbieten sich bei diesem Kenntnisstand, doch können sie ebenso auf den Siedlungsplatz oberhalb des späteren Dorfes wie auf dieses selbst bezogen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ortsgeschichte==&lt;br /&gt;
1293 wird Flacht erstmals erwähnt. Die&lt;br /&gt;
Ortsgeschichte zeigt enge Verbindungen zum 1,8 km&lt;br /&gt;
nördlich gelegenen Weissach. In der Umgebung sind mehrere Wüstungen bekannt,&lt;br /&gt;
so Lauschenhofen und Bonlanden. Sie liegen in einer&lt;br /&gt;
Entfernung von jeweils über 1 km.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Forschungsgeschichte==&lt;br /&gt;
Bis zu einer Grabung 2021  in der Friedhofstraße 17 lagen aus Flacht nur Lesefunde und Baustellenbeobachtungen vor, die bei Schreg 2006 als Grundlage eines ersten Überblicks zur Siedlungsentwicklung des Orts dienten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Erweiterung Friedhof: Siedlung - Lit.: Fundber. Baden-Württemberg 5, 1980, 282 (1); Gross 1991, 186.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Friedhofstr. 11: Siedlung - Lit.: Fundber. Baden-Württemberg 5, 1980, 282 (2); Gross 1991, 186.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Obere Lindstraße 191: kleines Gräberfeld - Südöstl. Ortsrand: beigabenlose Bestattungen, Einzelfunde einer „Eisenwaffe“. - Lit.: Fundber. Schwaben N.F . 15, 1959, 183.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Haus Maurer Müller: Gräberfeld 0,15 km O Kirche. - Lit.: Veeck, Alamannen 222.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Hauptstr. 20 - Lit.: Fundber. Baden-Württemberg 8, 1983, 426.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Bergstraße 4 - Funde bei Baumaßnahmen im Sommer 2000 durch E. Bernt. Befunde wurden abgesehen von einer angeziegelten Stelle nicht beobachtet. - Lit.: Schreg 2006, Abb. 93 (Auswahl der Funde).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Befundsituation==&lt;br /&gt;
2021 konnte in der Friedhofstraße 17 ein Siedlungsausschnitt untersucht werden. Dabei wurden mehrere Grubenhäuser, Pfostenbefunde und ein relativ gut erhaltener stehender Töpferofen mit Lochtenne gefunden. Der Ofen wird aufgrund der Keramik ins 7. Jahrhundert datiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Keramikfunde==&lt;br /&gt;
===Friedhofstraße 17===&lt;br /&gt;
Laut Vorbericht (Aust u.a. 2022) wurden im Brennraum des stehenden Ofens mit Lochtenne Gefäße der letzten, misslungenen Brennladung gefunden, die sehr grob mit Quarz und Glimmer gemagert war und sehr dicke Wandungen und Böden aufweist. Das Formenspektrum umfasst v.a. [[Wölbwandtopf|Wölbwandtöpfe]] der [[rauwandige Drehscheibenware|rauwandigen Drehscheibenware]] mit sehr unterschiedlichen Randformen. Neben einfachen [[Wulstrand|Wulsträndern]] trete &amp;quot;ausbiegende Rände&amp;quot;r sowie &amp;quot;unterschnittene, im Profil dreieckige Leistenränder&amp;quot; kommen auch [[Deckelfalzrand|Deckelfalzränder]] vor. Henkelfragmente deuten zudem auf die Produktion von Kannen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die übrigen Funde der Ausgrabung umfassen überwiegend ebenfalls rauwandige Drehscheibenware, etwas frühmittelalterliche handgemachte Ware, und wiederum in größerer Zahl [[Ältere gelbe Drehscheibenware (Südwestdeutschland, FMa/HMa)]] insbesondere der Typen Kirchhausen und Jagstfeld, wohingegen Ränder vom Typ Runder Berg relativ selten vorhanden sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Weitere Fundstellen in der Umgebung===&lt;br /&gt;
Im Bereich des modernen Friedhofes, außerhalb des Dorfetters, wurden neben Funden und Befunden eines römischen Gutshofes ältere gelbe Drehscheibenware des Typs Kirchhausen, einige Fragmente handgemachter Keramik sowie ein Boden der rauwandigen Drehscheibenware gefunden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Fundstelle in der Friedhofstraße 11 lieferte ein  Fundspektrum mit mehreren Fragmenten von Knickwandkeramik und rauwandiger Drehscheibenware, die eine Besiedlung der Merowingerzeit anzeigen. Mit älterer gelber Drehscheibenware der Typen Kirchhausen, Runder Berg und Jagstfeld sowie [[Braune, meist rillenverzierte rauwandige Drehscheibenware (Neckarland, FMa)|brauner, meist rillenverzierter rauwandiger Drehscheibenware]], [[Albware (Schwäbische Alb/ mittleres Neckarland, HMa)|Albware]], [[Gröbere nachgedrehte Ware (Neckarland, HMa)|gröberer nachgedrehter Ware]] und einigen Leistenränder, die möglicherweise bereits auf der schnelllaufenden Drehscheibe hergestellt wurden, ist eine nachmerowingische Besiedlung bis ins 12./13. Jahrhundert nachweisbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Ort selbst liegen zwei Fundstellen mit mittelalterlicher&lt;br /&gt;
Keramik. Die eine ist nur aus einer knappen&lt;br /&gt;
Fundnotiz bekannt, die lediglich ein Webgewicht aus&lt;br /&gt;
braunem Ton erwähnt. Die andere in der Bergstraße 10&lt;br /&gt;
nordöstlich der Kirche umfasst ein Keramikspektrum,&lt;br /&gt;
das überwiegend aus älterer gelber Drehscheibenware&lt;br /&gt;
besteht. Es dominieren Ränder der Form Jagstfeld,&lt;br /&gt;
doch belegen ein dickwandiger Boden und ein Rand der Form Runder Berg auch eine ältere Siedlungstätigkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur zur Fundstelle==&lt;br /&gt;
*Aust u.a. 2022: M. Aust/ K. Conrad/ R. Gresiak/ D. Brenner/ U. Gross, Textilhandwerker und Töpferöfen - Früh- bis hochmittelalterliche Siedlungsreste aus Flacht. Arch. Ausgr. Bad. Württ. 2021 (2022), 253-257.&lt;br /&gt;
*Aust / Schmidt 2025: M. Aust / S. Schmidt, Komplexe Stratigraphie und mittelalterliche Befunde in Ludwigsburg. Abschlussbericht der Rettungsgrabung (2020_0266) Weissach „Friedhofstr. 17“. Dokumente zur Archäologie in Baden-Württemberg (Heidelberg 2025). - DOI: https://doi.org/10.11588/propylaeumdok.00006851&lt;br /&gt;
*Fundber. Baden-Württemberg 5, 1980, Taf. 209 E &lt;br /&gt;
*Fundber. Baden-Württemberg 8, 1983 Taf. 206 B&lt;br /&gt;
*Schreg 2006: R. Schreg, Dorfgenese in Südwestdeutschland. Das Renninger Becken im Mittelalter. Materialh. Arch. Baden-Württemberg 76 (Stuttgart 2006), 215-217&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Fundstellenregest]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Töpferei]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>R. Schreg</name></author>
	</entry>
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		<id>https://amanz-balismink.rproxy.rz.uni-bamberg.de/balismink/index.php?title=Flacht,_Friedhofstra%C3%9Fe_17&amp;diff=11060</id>
		<title>Flacht, Friedhofstraße 17</title>
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		<updated>2026-06-27T10:35:48Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;R. Schreg: /* Lage */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Flacht (Gde. Weissach) Lkr. Böblingen, Friedhofstraße 17.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Lage==&lt;br /&gt;
Flacht liegt etwa 8 km nördlich von [[Renningen]] im Strohgäu auf einer Höhe von 404 m ü. N.N. Der Ort liegt in einem leichten Tälchen, im Quellbereich des Strudelbaches, der nach Norden zur Enz entwässert, und ist ein typisches Haufendorf, das sich um die Kirche gruppiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Etwas südöstlich oberhalb des spätmittelalterlichen Dorfes liegt eine Siedlungsstelle, in deren Nachbarschaft aufgrund eines Flurnamens eine ehemalige Burg vermutet wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An zwei Stellen wurden nahe dem Ort Grabfunde gemacht.&lt;br /&gt;
150 m östlich der Kirche wurden bereits im letzten Jahrhundert Gräber aufgedeckt, die Eisenwaffen enthalten haben sollen. Am südlichen Ortsrand liegen beigabenlose, Ost–West orientierte Bestattungen. Als Einzelfund war hier früher ebenfalls eine „Eisenwaffe“ gefunden worden. Aussagen über diese Bestattungsplätze verbieten sich bei diesem Kenntnisstand, doch können sie ebenso auf den Siedlungsplatz oberhalb des späteren Dorfes wie auf dieses selbst bezogen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ortsgeschichte==&lt;br /&gt;
1293 wird Flacht erstmals erwähnt. Die&lt;br /&gt;
Ortsgeschichte zeigt enge Verbindungen zum 1,8 km&lt;br /&gt;
nördlich gelegenen Weissach. In der Umgebung sind mehrere Wüstungen bekannt,&lt;br /&gt;
so Lauschenhofen und Bonlanden. Sie liegen in einer&lt;br /&gt;
Entfernung von jeweils über 1 km.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Forschungsgeschichte==&lt;br /&gt;
Bis zu einer Grabung 2021  in der Friedhofstraße 17 lagen aus Flacht nur Lesefunde und Baustellenbeobachtungen vor, die bei Schreg 2006 als Grundlage eines ersten Überblicks zur Siedlungsentwicklung des Orts dienten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Erweiterung Friedhof: Siedlung - Lit.: Fundber. Baden-Württemberg 5, 1980, 282 (1); Gross 1991, 186.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Friedhofstr. 11: Siedlung - Lit.: Fundber. Baden-Württemberg 5, 1980, 282 (2); Gross 1991, 186.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Obere Lindstraße 191: kleines Gräberfeld - Südöstl. Ortsrand: beigabenlose Bestattungen, Einzelfunde einer „Eisenwaffe“. - Lit.: Fundber. Schwaben N.F . 15, 1959, 183.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Haus Maurer Müller: Gräberfeld 0,15 km O Kirche. - Lit.: Veeck, Alamannen 222.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Hauptstr. 20 - Lit.: Fundber. Baden-Württemberg 8, 1983, 426.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Bergstraße 4 - Funde bei Baumaßnahmen im Sommer 2000 durch E. Bernt. Befunde wurden abgesehen von einer angeziegelten Stelle nicht beobachtet. - Lit.: Schreg 2006, Abb. 93 (Auswahl der Funde).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Befundsituation==&lt;br /&gt;
2021 konnte in der Friedhofstraße 17 ein Siedlungsausschnitt untersucht werden. Dabei wurden mehrere Grubenhäuser, Pfostenbefunde und ein relativ gut erhaltener stehender Töpferofen mit Lochtenne gefunden. Der Ofen wird aufgrund der Keramik ins 7. Jahrhundert datiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Keramikfunde==&lt;br /&gt;
===Friedhofstraße 17===&lt;br /&gt;
Laut Vorbericht (Aust u.a. 2022) wurden im Brennraum des stehenden Ofens mit Lochtenne Gefäße der letzten, misslungenen Brennladung gefunden, die sehr grob mit Quarz und Glimmer gemagert war und sehr dicke Wandungen und Böden aufweist. Das Formenspektrum umfasst v.a. [[Wölbwandtopf|Wölbwandtöpfe]] der [[rauwandige Drehscheibenware|rauwandigen Drehscheibenware]] mit sehr unterschiedlichen Randformen. Neben einfachen [[Wulstrand|Wulsträndern]] trete &amp;quot;ausbiegende Rände&amp;quot;r sowie &amp;quot;unterschnittene, im Profil dreieckige Leistenränder&amp;quot; kommen auch [[Deckelfalzrand|Deckelfalzränder]] vor. Henkelfragmente deuten zudem auf die Produktion von Kannen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die übrigen Funde der Ausgrabung umfassen überwiegend ebenfalls rauwandige Drehscheibenware, etwas frühmittelalterliche handgemachte Ware, und wiederum in größerer Zahl [[Ältere gelbe Drehscheibenware (Südwestdeutschland, FMa/HMa)]] insbesondere der Typen Kirchhausen und Jagstfeld, wohingegen Ränder vom Typ Runder Berg relativ selten vorhanden sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Weitere Fundstellen in der Umgebung===&lt;br /&gt;
Im Bereich des modernen Friedhofes, außerhalb des Dorfetters, wurden neben Funden und Befunden eines römischen Gutshofes ältere gelbe Drehscheibenware des Typs Kirchhausen, einige Fragmente handgemachter Keramik sowie ein Boden der rauwandigen Drehscheibenware gefunden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Fundstelle in der Friedhofstraße 11 lieferte ein  Fundspektrum mit mehreren Fragmenten von Knickwandkeramik und rauwandiger Drehscheibenware, die eine Besiedlung der Merowingerzeit anzeigen. Mit älterer gelber Drehscheibenware der Typen Kirchhausen, Runder Berg und Jagstfeld sowie [[Braune, meist rillenverzierte rauwandige Drehscheibenware (Neckarland, FMa)|brauner, meist rillenverzierter rauwandiger Drehscheibenware]], [[Albware (Schwäbische Alb/ mittleres Neckarland, HMa)|Albware]], [[Gröbere nachgedrehte Ware (Neckarland, HMa)|gröberer nachgedrehter Ware]] und einigen Leistenränder, die möglicherweise bereits auf der schnelllaufenden Drehscheibe hergestellt wurden, ist eine nachmerowingische Besiedlung bis ins 12./13. Jahrhundert nachweisbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Ort selbst liegen zwei Fundstellen mit mittelalterlicher&lt;br /&gt;
Keramik. Die eine ist nur aus einer knappen&lt;br /&gt;
Fundnotiz bekannt, die lediglich ein Webgewicht aus&lt;br /&gt;
braunem Ton erwähnt. Die andere in der Bergstraße 10&lt;br /&gt;
nordöstlich der Kirche umfasst ein Keramikspektrum,&lt;br /&gt;
das überwiegend aus älterer gelber Drehscheibenware&lt;br /&gt;
besteht. Es dominieren Ränder der Form Jagstfeld,&lt;br /&gt;
doch belegen ein dickwandiger Boden und ein Rand der Form Runder Berg auch eine ältere Siedlungstätigkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur zur Fundstelle==&lt;br /&gt;
*Aust u.a. 2022: M. Aust/ K. Conrad/ R. Gresiak/ D. Brenner/ U. Gross, Textilhandwerker und Töpferöfen - Früh- bis hochmittelalterliche Siedlungsreste aus Flacht. Arch. Ausgr. Bad. Württ. 2021 (2022), 253-257.&lt;br /&gt;
*Fundber. Baden-Württemberg 5, 1980, Taf. 209 E &lt;br /&gt;
*Fundber. Baden-Württemberg 8, 1983 Taf. 206 B&lt;br /&gt;
*Schreg 2006: R. Schreg, Dorfgenese in Südwestdeutschland. Das Renninger Becken im Mittelalter. Materialh. Arch. Baden-Württemberg 76 (Stuttgart 2006), 215-217&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Fundstellenregest]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Töpferei]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>R. Schreg</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://amanz-balismink.rproxy.rz.uni-bamberg.de/balismink/index.php?title=Datierte_Fundkomplexe&amp;diff=11059</id>
		<title>Datierte Fundkomplexe</title>
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		<updated>2026-06-25T17:56:52Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;R. Schreg: /* 12. Jahrhundert */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{stub}}&lt;br /&gt;
Ein datierter Fundkomplex (engl. dated site) ist durch naturwissenschaftliche Methoden oder gesicherte historische Einordnung im Idealfall absolutchronolgisch datiert, ggf. aber auch nur relativchronologisch über eine Stratigraphie oder kleinräumige Kombinationsanalyse zwischen guten Fixpunkten einzuordnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erstaunlicherweise gibt es in der süddeutschen Keramikforschung kaum Zusammenstellungen einschlägiger datierter Fundkomplexe - im Unterschied zur Schweiz, wo dieser Ansatz richtungsweisend in den letzten Jahren systematisch verfolgt worden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einen wichtigen Sonderfall des datiertenFundkomplexes stellen [[Münzschatzgefäß]]e dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellenkritik==&lt;br /&gt;
Die chronologische Einordnung muss gut nachvollziehbar sein. Insbesondere historische Datierungen sind häufig fehleranfällig, da die &amp;quot;Tyrannei der Schriftquellen&amp;quot; häufig dazu führt, dass vorschnelle Identifikationen vorgenommen werden. Vielfach werden alternative Einordnungsmöglichkeiten nicht bedacht, vielfach bleibt die Geschlossenheit des Fundkomplexes ungewiß.&lt;br /&gt;
Daher sollten nicht vollständige Fundstellen (wie das der englische Begriff des dated site implizieren mag), sondern einzelne &lt;br /&gt;
Fundkomplexe aus gut dokumentierten Ausgrabungen herangezogen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viele in der älteren Forschung als dated sites akzeptierte Fundkomplexe haben sich als nicht tragfähig erwiesen.&lt;br /&gt;
Das Problem tritt beispielsweise bei Burgen auf, bei denen ein überliefertes Zerstörungsdatum gerne als terminus ante quem verwendet wird, ohne die Möglichkeit der gar nicht so seltenen &amp;quot;Nachnutzung&amp;quot; zu bedenken (siehe z.B. [[Kuchen, Burg Spitzenberg]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Liste wichtiger datierter Fundkomplexe==&lt;br /&gt;
Diese Liste ist zu erweitern und kritisch zu kommentieren. Hier aufgenommen Fundstellen sollten einen eigenen BaLISminK-Eintrag erhalten.&lt;br /&gt;
===12. Jahrhundert===&lt;br /&gt;
*[[Oberwittelsbach, Burg Wittelsbach]] - Zerstörung 1209&lt;br /&gt;
**Grabenverfüllung Ende 11./ fr. 12. Jh.&lt;br /&gt;
**Zisterne, in die Grabenverfüllung eingetieft: ausgehendes 12. Jh./ um 1200 (durch R. Koch datiert nach Fundkomplexen im Umland [[Friedberg, Im Fladerlach]] und [[Goldberg bei Türkheim]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===14. Jahrhundert===&lt;br /&gt;
*[[Bayreuth]], Schmiedegasse: Brunnenverfüllung, tpq 1352d (Bischof 2010)&lt;br /&gt;
*[[Jugenheim, Burg Tannenberg]] - Zerstörung 1399&lt;br /&gt;
===15. Jahrhundert===&lt;br /&gt;
*[[Bamberg, Am Kranen 14]]: Latrinenverfüllung, tpq 1427d +-5&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*Bischof 2010: A. Bischof, Ein spätmittelalterlicher Brunnen aus Bayreuth. Ergebnisse einer archäologischen Ausgrabung an der ehemaligen Schmiedegasse nahe der Stadtmauer. Arb. Arch. Süddeutschl. 23 (Büchenbach 2010).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Datierung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vorlagen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wissenschaftliche Methoden]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>R. Schreg</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://amanz-balismink.rproxy.rz.uni-bamberg.de/balismink/index.php?title=Datierte_Fundkomplexe&amp;diff=11058</id>
		<title>Datierte Fundkomplexe</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://amanz-balismink.rproxy.rz.uni-bamberg.de/balismink/index.php?title=Datierte_Fundkomplexe&amp;diff=11058"/>
		<updated>2026-06-25T17:56:31Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;R. Schreg: /* 14. Jahrhundert */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{stub}}&lt;br /&gt;
Ein datierter Fundkomplex (engl. dated site) ist durch naturwissenschaftliche Methoden oder gesicherte historische Einordnung im Idealfall absolutchronolgisch datiert, ggf. aber auch nur relativchronologisch über eine Stratigraphie oder kleinräumige Kombinationsanalyse zwischen guten Fixpunkten einzuordnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erstaunlicherweise gibt es in der süddeutschen Keramikforschung kaum Zusammenstellungen einschlägiger datierter Fundkomplexe - im Unterschied zur Schweiz, wo dieser Ansatz richtungsweisend in den letzten Jahren systematisch verfolgt worden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einen wichtigen Sonderfall des datiertenFundkomplexes stellen [[Münzschatzgefäß]]e dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellenkritik==&lt;br /&gt;
Die chronologische Einordnung muss gut nachvollziehbar sein. Insbesondere historische Datierungen sind häufig fehleranfällig, da die &amp;quot;Tyrannei der Schriftquellen&amp;quot; häufig dazu führt, dass vorschnelle Identifikationen vorgenommen werden. Vielfach werden alternative Einordnungsmöglichkeiten nicht bedacht, vielfach bleibt die Geschlossenheit des Fundkomplexes ungewiß.&lt;br /&gt;
Daher sollten nicht vollständige Fundstellen (wie das der englische Begriff des dated site implizieren mag), sondern einzelne &lt;br /&gt;
Fundkomplexe aus gut dokumentierten Ausgrabungen herangezogen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viele in der älteren Forschung als dated sites akzeptierte Fundkomplexe haben sich als nicht tragfähig erwiesen.&lt;br /&gt;
Das Problem tritt beispielsweise bei Burgen auf, bei denen ein überliefertes Zerstörungsdatum gerne als terminus ante quem verwendet wird, ohne die Möglichkeit der gar nicht so seltenen &amp;quot;Nachnutzung&amp;quot; zu bedenken (siehe z.B. [[Kuchen, Burg Spitzenberg]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Liste wichtiger datierter Fundkomplexe==&lt;br /&gt;
Diese Liste ist zu erweitern und kritisch zu kommentieren. Hier aufgenommen Fundstellen sollten einen eigenen BaLISminK-Eintrag erhalten.&lt;br /&gt;
===12. Jahrhundert===&lt;br /&gt;
*[[Oberwittelsbach, Burg Wittelsbach]] - Zerstörung 1209&lt;br /&gt;
**Grabenverfüllung Ende 11./ fr. 12. Jh.&lt;br /&gt;
**Zisterne, in die Grabenverfüllung eingetieft: ausgehendes 12. Jh./ um 1200 (durch R. Koch datiert nach Fundkomplexen im Umland [Friedberg, Im Fladerlach]] und [[Goldberg bei Türkheim]]). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===14. Jahrhundert===&lt;br /&gt;
*[[Bayreuth]], Schmiedegasse: Brunnenverfüllung, tpq 1352d (Bischof 2010)&lt;br /&gt;
*[[Jugenheim, Burg Tannenberg]] - Zerstörung 1399&lt;br /&gt;
===15. Jahrhundert===&lt;br /&gt;
*[[Bamberg, Am Kranen 14]]: Latrinenverfüllung, tpq 1427d +-5&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*Bischof 2010: A. Bischof, Ein spätmittelalterlicher Brunnen aus Bayreuth. Ergebnisse einer archäologischen Ausgrabung an der ehemaligen Schmiedegasse nahe der Stadtmauer. Arb. Arch. Süddeutschl. 23 (Büchenbach 2010).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Datierung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vorlagen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wissenschaftliche Methoden]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>R. Schreg</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://amanz-balismink.rproxy.rz.uni-bamberg.de/balismink/index.php?title=Bamberg,_Am_Kranen_14&amp;diff=11057</id>
		<title>Bamberg, Am Kranen 14</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://amanz-balismink.rproxy.rz.uni-bamberg.de/balismink/index.php?title=Bamberg,_Am_Kranen_14&amp;diff=11057"/>
		<updated>2026-06-25T12:43:09Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;R. Schreg: /* Befunde */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{stub}}&lt;br /&gt;
Das Grundstück Am Kranen 14 in [[Bamberg]] liegt in der Inselstadt nahe des Regnitzufers im Bereich der staufischen Stadtmauer.&lt;br /&gt;
==Forschungsgeschichte==&lt;br /&gt;
2011 wurde bei der Sanierung und Erweiterung des Institutsgebäudes Am Kranen 14 nahe des Regnitzufers auf der [[Bamberg]]er Inselstadt gelegen, eine archäologische Grabung durchgeführt.&lt;br /&gt;
Teilaspekte wurden im Rahmen von Abschlußarbeiten (z.B. Flatscher 2013) und Lehrveranstaltungen bearbeitet, eine geplante Publikation kam zunächst nicht zustande. Die Arbeiten daran wurden mit einer ausführlicheren Bearbeitung der Keramikfunde im Wintersemester 2022/23 wieder aufgenommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Flatscher 2013 hat eine Auswahl in seine Bearbeitung der Funde von Knochenschnitzern aufgenommen. Er hat sich an der Gliederung von Hand Losert (1993) orientiert. Durch eine fehlende Differenzierung von Materialgruppe und Warenart bezieht er fälschlicherweise die Oxidierend gebrannte Waren viel zu sehr auf die Pingsdorfer Ware und deren Imitationen. Er übersieht das völlig andere, für die jüngeren Drehscheibenwaren typisch süddeutsche, spätmittelalterliche Formenspektrum, das beispielsweise auch [[Bügelkanne]]n umfasst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Fundbearbeitung===&lt;br /&gt;
Vom Wintersemester 2022/23 bis ins Sommersemester 2025 wurden mit Unterbrechungen die Keramikfunde pro Fundzettelnummern nach den unten gelistetetn Materialgruppen ausgezählt und in einer Datenbank erfasst. Dabei haben wir zunächst auf Excel-Tabellen zurückgegriffen sind aber im Sommer 2025 zu einem eigens erstellten Aufnahmesystem übergegangen, das die Erfassung erleichtert.&lt;br /&gt;
Im ersten Durchgang wurde der formalen Typologie zunächst keine besondere Aufmerksamkeit geschenkt, in der Lehre aber besprochen und Sonderstücke identifiziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Befunde==&lt;br /&gt;
Provisorisch lassen sich in der Grabung mehrere Phasen unterscheiden:&lt;br /&gt;
* bestehender Bau, Druck chronologisch im Dachstuhl auf 1507 datiert&lt;br /&gt;
* Spätmittelalterliche Bebauung, teilweise in den bestehenden Bau integriert, dazu eine Latrine auf der östlichen Parzellengrenze mit einem Dendrodatum von 1427 (+-5)&lt;br /&gt;
* Staufstadtmauer mit Buckelquadern, teilweise noch in den Baulinien nachzuvollziehen&lt;br /&gt;
*Flusssedimente. Daraus stammen sowohl vor- und frühgeschichtliche Baumstämme (Rannen), als auch hochmittelalterliche Keramik ([[Kugeltopf]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Keramikfunde==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Materialgruppen===&lt;br /&gt;
Im Rahmen der Bearbeitung wurden 2022/23, auf Vorarbeiten von Margret Sloan aufbauend, folgende Materialgruppen unterschieden:&lt;br /&gt;
*MG 1	Unglasierte Irdenware (UGI)&lt;br /&gt;
**	1.1.	Oxidierend gebrannte UGI&lt;br /&gt;
***	1.1.1	Oxidierend gebrannte UGI, scheibengedreht, rot bemalt. Diese MG kann sowohl [[Pingsdorfer Ware]] wie andere [[Rotbemalte Waren]], wie insbesondere die [[Rotbemalte Drehscheibenware (Oberfranken, HMa/SMa)]] umfassen. Die Zuweisung einiger Funde zur Ware Pingsdorfer Art bei Flatscher 2013, Abb. 13 ist mit Sicherheit falsch, da es sich formal um ein spätmittelalterliches Produkt handelt.&lt;br /&gt;
***	1.1.2	Oxidierend gebrannte UGI, scheibengedreht, rot engobiert (?). Die Bestimmung als rot engobiert ist zu verifizieren, da nicht immer eine zweifelsfreie Unterscheidung von einer rötlich-oxidierenden Brennhaut möglich ist.   &lt;br /&gt;
***	1.1.3	Oxidierend gebrannte UGI, nachgedreht – Dieser Gruppe sind einige sandige, bräunliche Scherben (z.B. Kulturschichte Bef.49.3) zuzuordnen. &lt;br /&gt;
**	1.2	Im Mischbrand hergestellte UGI - erfasst wurden hier nur Scherben mit deutlicher Farbveränderung am Bruch. Da an einigen Scherben eingezogener Ruß festzustellen ist, ist eine Abgrenzung gegenüber stark gebrauchten Scherben insbesondere der oxidierend gebrannten UGI schwierig. Bisher wurde nur scheibengedrehtes Material identifiziert. Eine Bodenscherbe (Bef. 368, Fznr. 902) zeigt am unteren Wandungsteil und möglicherweise auf dem Boden den Abdruck eines relativ feinen Textilgewebes.&lt;br /&gt;
***	1.2.1	Im Mischbrand hergestellte UGI, engobiert - selten&lt;br /&gt;
***     1.2.2 im Mischbrand hergestellte nachgedrehte UGI, Glimmerware (z.B. Bef. 217 Fztnr. 759), evtl. zur [[Silberglimmerware (Oberfranken/ Oberpfalz, SMa)]]&lt;br /&gt;
**	1.3	Reduzierend gebrannte UGI&lt;br /&gt;
***	1.3.1	Reduzierend gebrannte UGI, nachgedreht, darunter 1 Bs (Fznr.931) mit feinen Textilgewebeabdrücken auf der Rußschicht.&lt;br /&gt;
***	1.3.2	Reduzierend gebrannte UGI, scheibengedreht, darunter einzelne Stücke wohl zur [[Silberglimmerware (Oberfranken/ Oberpfalz, SMa)]]&lt;br /&gt;
***     1.3.3   Reduzierend gebrannte UGI, schwarz engobiert und geglättet, Herstellungstechnik schwierig zu bestimmen, wahrscheinlich [[Tatinger Ware]] (z.B. Lesef. Fznr. 838)&lt;br /&gt;
***Bei der Aufnahme wurden einzelner Scherben einer reduzierende gebrannten dünnwandigen geschmauchten Drehscheibenkeramik ausgesondert, die [[Becher]]n zuzuweisen sind.&lt;br /&gt;
**	1.4	Meist reduzierend gebrannte UGI, scheibengedreht, mit [[Anflugglasur]]. Hier wurden bei der Bearbeitung nur solche Scherben mit deutlichem, flächigem Anflug aufgenommen, bei der eine Intentionalität wahrscheinlich ist. Leichte Anflugglasur ist ansonsten auf vielen Scherben zu beobachten. Dabeis treten oxiderend, reduzierend und im Mischbrand gebrannte Scherben auf, die Mehrzahl ist jedoch oxidierend hellbraun-rötlich.&lt;br /&gt;
**      1.5     weiß engobierte UGI. Einige wenige Scherben weisen eine weiße Engobe auf. Sie kann innen und/oder außen vorhanden sein. Ähnliche Funde liegen von [[Bamberg, Domberg]] sowie aus [[Nürnberg]] vor und können provisorisch als [[weiß engobierte jüngere Drehscheibenware (Nürnberg, SMa)]] diskutiert werden.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
*MG 2	Glasierte Irdenware (GI) - Bleiglasuren, immer scheibengedreht&lt;br /&gt;
**	2.1	Innen GI (A grün; B gelb; C braun, D polychrom)&lt;br /&gt;
**	2.2	Außen GI (A grün; B gelb; C braun, D polychrom)&lt;br /&gt;
**	2.3	Beidseitig GI (A grün; B gelb; C braun, D polychrom)&lt;br /&gt;
In Kulturschicht Bef. 49,3 und 49.4 liegen bei über 1000 Scherben (Bef. 49.3: 485, Bef. 49.4: 612 Scherben) nur kleinste Bruchstücke glasierter Irdenware vor, sowie eine gelb glasierte Tonperle vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*MG 3	Faststeinzeug - Sintererscheinungen auch im Kern (i.Ggs. zu MG 1.4, aber nicht durchgesintert i.Ggs. zu MG 4)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*MG 4	Steinzeug (SZ)&lt;br /&gt;
**	4.1	Braunes SZ&lt;br /&gt;
**	4.2	Blaues SZ&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*MG 5	Steingut&lt;br /&gt;
**      5.1 SZ, einfarbig&lt;br /&gt;
**      5.2 SZ, polychrom&lt;br /&gt;
*MG 6	Pfeifenton&lt;br /&gt;
*MG 7	Ofenkeramik (OK)&lt;br /&gt;
**	7.1	Unglasierte OK&lt;br /&gt;
**	7.2	Grün/gelb glasierte OK&lt;br /&gt;
**	7.3	Schwarz glasierte OK&lt;br /&gt;
*MG 8	Sonstige Keramik. Einige Merkmale treten so selten auf, dass keine Gruppen definiert wurden. Darunter zählt z.B. ein Fragment mit weißer Engobebemalung. Einige wenige Scherben dünnwandiger feiner weißer Drehscheibenware liegen aus Bef. 49.3 und Bef. 49.4 vor. &lt;br /&gt;
Aus Bef. 393 (FdzNr 942) stammen mehrere Wandscherben einer mit Kalk- und organischen Partikeln gemagerten Keramik, deren Herstellungstechnik nicht klar zu bestimmen ist. Es sind einzelne Wulste oder Drehriefen zu erkennen, die aber durch dazu orthogonal stehenden Wischspuren überprägt sind. Die Scherben sind hatt bis sehr hart gebrannt, auf der Innenseite gut gelättet (evtl. über einer Form ausgeformt) und weißen außen teils Abplatzungen uns starke Verrußungen auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*MG 9	Fayence &lt;br /&gt;
*MG 10	Porzellan &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Schema dient der Auszählung, in einem zweiten Schritt werden die Randscherben typologisch bearbeitet und exemplarisch noch einzelne Funde genauer dokumentiert und beschrieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Bamberg KR14 Kugeltopf IMG 20221121 223535.jpg|Bamberg, Am Kranen 14 (Bef. 330 FzNr 972). Kugeltopf - AMANZ Foto R. Schreg&lt;br /&gt;
Datei:Bamberg KR14 IMG 20221121 223013.jpg|Bamberg, Am Kranen 14 (FzNr 1726). Topf - AMANZ Foto R. Schreg &lt;br /&gt;
Datei:Bamberg KR14 IMG 20230317 153507 - red.jpg|Bamberg, Am Kranen 14 (Bef. 45/398, FzNr 398/942). Backglocke - AMANZ Foto R. Schreg &lt;br /&gt;
Datei:Bamberg KR14 Napfkachel.jpg|Bamberg, Am Kranen 14 (Bef. 404, FzNr 547). Napfkachel, Ober- und Unteransicht, AMANZ (Foto R. Schreg) &lt;br /&gt;
BA KR14 .jpg|Bamberg, AM Kranen 14 (FzNr 947). Henkeltopf aus Latrine. Scan mit iphone 15 Pro unter Verwendung der App Scaniverse, ohne Nachbearbeitung (Scan: AMANZ/R. Schreg)]] &lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Beobachtungen bei der Bearbeitung===&lt;br /&gt;
Als Verzierung der oxidierend gebranten Irdenware finden sich gekerbte Grate, wie sie bei der Töpferei [[Kipfendorf, Thonberg]] belegt sind. Vereinzelt ist der untere Abschluß von [[Karniesrand|Karniesrändern]] ebenfalls mit einer derartigen Kerbung verziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viele Stücke tragen eine [[Anflugglasur]], bei der oft jedoch fraglich bleibt, ob sie intentionell angebracht wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Warenarten===&lt;br /&gt;
Die Materialgruppen können - nach einer vorläufigen Einschätzung - den folgenden Warenarten zugewiesen werden:&lt;br /&gt;
*[[Nachgedrehte rauwandige Ware (Nordostbayern, HMa)]]&lt;br /&gt;
*[[Silberglimmerware (Oberfranken/ Oberpfalz, SMa)]]&lt;br /&gt;
*[[Tatinger Ware]]&lt;br /&gt;
*[[Ältere gelbe Drehscheibenware (Südwestdeutschland, FMa/HMa)]] (Flatscher 2013, Abb. 16)&lt;br /&gt;
*[[Reduzierend gebrannte jüngere Drehscheibenware (Franken, SMa)]]&lt;br /&gt;
*[[oxidierend gebrannte jüngere Drehscheibenware (Franken, SMa/FNz)]] - bei weitem dominierend&lt;br /&gt;
*[[Birkenfelder Ware (Südthüringen, SMa)]] bzw. [[Rotbemalte Drehscheibenware (Oberfranken, HMa/SMa)]]&lt;br /&gt;
*[[weiß engobierte jüngere Drehscheibenware (Nürnberg, SMa)]]&lt;br /&gt;
*glasierte Waren&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Formenspektrum==&lt;br /&gt;
Im Fundbestand liegen neben dem Spektrum der üblichen Gefäßformen folgende Sonderformen vor:&lt;br /&gt;
*[[Backglocken|Backglocke]]&lt;br /&gt;
*[[Tischleuchte]] rötlich-braun mit Anflugglasur (Bef. 116/ FdzNr 489; Bef. 126/ FdzNr.536)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturhinweise==&lt;br /&gt;
*Flatscher 2013: E. Flatscher, Zwischen Glaube und Laster – Funde und Befunde aus dem Umfeld einer spätmittelalterlichen Knochenschnitzerei Bamberg Am Kranen 14. Masterarbeit Bamberg (Bamberg [2013]). - https://d-nb.info/1088400434/34&lt;br /&gt;
*Schöpplein 2016: R. Schöpplein, Die hochmittelalterliche Stadtmauer der Bamberger Inselstadt. unter besonderer Berücksichtigung der Ergebnisse der Ausgrabung „Am Kranen 14“. Forschungen des Instituts für Archäologie, Denkmalkunde und Kunstgeschichte 3 (Bamberg 2016).&lt;br /&gt;
*Sloan 2017: M. Sloan, Die Tür zum Garten. Die archäologische Ausgrabung eines ehemaligen Gartens innerhalb des Gebäudes Kranen 14 in Bamberg. In: P. Cassitti/H. Kenzler/R. Atzbach (Hrsg.), Archäologie Mittelalter Neuzeit Zukunft. Festschrift für Ingolf Ericsson. Bamberger Schriften zur Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit 6 (Bonn 2017) 477–511.&lt;br /&gt;
*Sloan/Ericsson 2011: M. Sloan/I. Ericsson, Heim mit Garten - Am Kranen 14 in Bamberg im Spiegel der Jahrhunderte. Arch. Jahr Bayern, 2011, 168–170.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bamberg, Am Kranen 14]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Fundstellenregest]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vorlagen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>R. Schreg</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://amanz-balismink.rproxy.rz.uni-bamberg.de/balismink/index.php?title=Bamberg,_Am_Kranen_14&amp;diff=11056</id>
		<title>Bamberg, Am Kranen 14</title>
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		<updated>2026-06-25T12:25:38Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;R. Schreg: /* Keramikfunde */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{stub}}&lt;br /&gt;
Das Grundstück Am Kranen 14 in [[Bamberg]] liegt in der Inselstadt nahe des Regnitzufers im Bereich der staufischen Stadtmauer.&lt;br /&gt;
==Forschungsgeschichte==&lt;br /&gt;
2011 wurde bei der Sanierung und Erweiterung des Institutsgebäudes Am Kranen 14 nahe des Regnitzufers auf der [[Bamberg]]er Inselstadt gelegen, eine archäologische Grabung durchgeführt.&lt;br /&gt;
Teilaspekte wurden im Rahmen von Abschlußarbeiten (z.B. Flatscher 2013) und Lehrveranstaltungen bearbeitet, eine geplante Publikation kam zunächst nicht zustande. Die Arbeiten daran wurden mit einer ausführlicheren Bearbeitung der Keramikfunde im Wintersemester 2022/23 wieder aufgenommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Flatscher 2013 hat eine Auswahl in seine Bearbeitung der Funde von Knochenschnitzern aufgenommen. Er hat sich an der Gliederung von Hand Losert (1993) orientiert. Durch eine fehlende Differenzierung von Materialgruppe und Warenart bezieht er fälschlicherweise die Oxidierend gebrannte Waren viel zu sehr auf die Pingsdorfer Ware und deren Imitationen. Er übersieht das völlig andere, für die jüngeren Drehscheibenwaren typisch süddeutsche, spätmittelalterliche Formenspektrum, das beispielsweise auch [[Bügelkanne]]n umfasst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Fundbearbeitung===&lt;br /&gt;
Vom Wintersemester 2022/23 bis ins Sommersemester 2025 wurden mit Unterbrechungen die Keramikfunde pro Fundzettelnummern nach den unten gelistetetn Materialgruppen ausgezählt und in einer Datenbank erfasst. Dabei haben wir zunächst auf Excel-Tabellen zurückgegriffen sind aber im Sommer 2025 zu einem eigens erstellten Aufnahmesystem übergegangen, das die Erfassung erleichtert.&lt;br /&gt;
Im ersten Durchgang wurde der formalen Typologie zunächst keine besondere Aufmerksamkeit geschenkt, in der Lehre aber besprochen und Sonderstücke identifiziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Befunde==&lt;br /&gt;
Provisorisch lassen sich in der Grabung mehrere Phasen unterscheiden:&lt;br /&gt;
* bestehender Bau, Druck chronologisch im Dachstuhl auf 1507 datiert&lt;br /&gt;
* Spätmittelalterliche Bebauung, teilweise in den bestehenden Bau integriert, dazu eine Latrine auf der östlichen Parzellengrenze mit einem Dendrodatum von 1427 (+-5)&lt;br /&gt;
* Staufstadtmauer mit Buckelquadern, teilweise noch in den Baulinien nachzuvollziehen&lt;br /&gt;
*Flusssedimente&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Keramikfunde==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Materialgruppen===&lt;br /&gt;
Im Rahmen der Bearbeitung wurden 2022/23, auf Vorarbeiten von Margret Sloan aufbauend, folgende Materialgruppen unterschieden:&lt;br /&gt;
*MG 1	Unglasierte Irdenware (UGI)&lt;br /&gt;
**	1.1.	Oxidierend gebrannte UGI&lt;br /&gt;
***	1.1.1	Oxidierend gebrannte UGI, scheibengedreht, rot bemalt. Diese MG kann sowohl [[Pingsdorfer Ware]] wie andere [[Rotbemalte Waren]], wie insbesondere die [[Rotbemalte Drehscheibenware (Oberfranken, HMa/SMa)]] umfassen. Die Zuweisung einiger Funde zur Ware Pingsdorfer Art bei Flatscher 2013, Abb. 13 ist mit Sicherheit falsch, da es sich formal um ein spätmittelalterliches Produkt handelt.&lt;br /&gt;
***	1.1.2	Oxidierend gebrannte UGI, scheibengedreht, rot engobiert (?). Die Bestimmung als rot engobiert ist zu verifizieren, da nicht immer eine zweifelsfreie Unterscheidung von einer rötlich-oxidierenden Brennhaut möglich ist.   &lt;br /&gt;
***	1.1.3	Oxidierend gebrannte UGI, nachgedreht – Dieser Gruppe sind einige sandige, bräunliche Scherben (z.B. Kulturschichte Bef.49.3) zuzuordnen. &lt;br /&gt;
**	1.2	Im Mischbrand hergestellte UGI - erfasst wurden hier nur Scherben mit deutlicher Farbveränderung am Bruch. Da an einigen Scherben eingezogener Ruß festzustellen ist, ist eine Abgrenzung gegenüber stark gebrauchten Scherben insbesondere der oxidierend gebrannten UGI schwierig. Bisher wurde nur scheibengedrehtes Material identifiziert. Eine Bodenscherbe (Bef. 368, Fznr. 902) zeigt am unteren Wandungsteil und möglicherweise auf dem Boden den Abdruck eines relativ feinen Textilgewebes.&lt;br /&gt;
***	1.2.1	Im Mischbrand hergestellte UGI, engobiert - selten&lt;br /&gt;
***     1.2.2 im Mischbrand hergestellte nachgedrehte UGI, Glimmerware (z.B. Bef. 217 Fztnr. 759), evtl. zur [[Silberglimmerware (Oberfranken/ Oberpfalz, SMa)]]&lt;br /&gt;
**	1.3	Reduzierend gebrannte UGI&lt;br /&gt;
***	1.3.1	Reduzierend gebrannte UGI, nachgedreht, darunter 1 Bs (Fznr.931) mit feinen Textilgewebeabdrücken auf der Rußschicht.&lt;br /&gt;
***	1.3.2	Reduzierend gebrannte UGI, scheibengedreht, darunter einzelne Stücke wohl zur [[Silberglimmerware (Oberfranken/ Oberpfalz, SMa)]]&lt;br /&gt;
***     1.3.3   Reduzierend gebrannte UGI, schwarz engobiert und geglättet, Herstellungstechnik schwierig zu bestimmen, wahrscheinlich [[Tatinger Ware]] (z.B. Lesef. Fznr. 838)&lt;br /&gt;
***Bei der Aufnahme wurden einzelner Scherben einer reduzierende gebrannten dünnwandigen geschmauchten Drehscheibenkeramik ausgesondert, die [[Becher]]n zuzuweisen sind.&lt;br /&gt;
**	1.4	Meist reduzierend gebrannte UGI, scheibengedreht, mit [[Anflugglasur]]. Hier wurden bei der Bearbeitung nur solche Scherben mit deutlichem, flächigem Anflug aufgenommen, bei der eine Intentionalität wahrscheinlich ist. Leichte Anflugglasur ist ansonsten auf vielen Scherben zu beobachten. Dabeis treten oxiderend, reduzierend und im Mischbrand gebrannte Scherben auf, die Mehrzahl ist jedoch oxidierend hellbraun-rötlich.&lt;br /&gt;
**      1.5     weiß engobierte UGI. Einige wenige Scherben weisen eine weiße Engobe auf. Sie kann innen und/oder außen vorhanden sein. Ähnliche Funde liegen von [[Bamberg, Domberg]] sowie aus [[Nürnberg]] vor und können provisorisch als [[weiß engobierte jüngere Drehscheibenware (Nürnberg, SMa)]] diskutiert werden.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
*MG 2	Glasierte Irdenware (GI) - Bleiglasuren, immer scheibengedreht&lt;br /&gt;
**	2.1	Innen GI (A grün; B gelb; C braun, D polychrom)&lt;br /&gt;
**	2.2	Außen GI (A grün; B gelb; C braun, D polychrom)&lt;br /&gt;
**	2.3	Beidseitig GI (A grün; B gelb; C braun, D polychrom)&lt;br /&gt;
In Kulturschicht Bef. 49,3 und 49.4 liegen bei über 1000 Scherben (Bef. 49.3: 485, Bef. 49.4: 612 Scherben) nur kleinste Bruchstücke glasierter Irdenware vor, sowie eine gelb glasierte Tonperle vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*MG 3	Faststeinzeug - Sintererscheinungen auch im Kern (i.Ggs. zu MG 1.4, aber nicht durchgesintert i.Ggs. zu MG 4)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*MG 4	Steinzeug (SZ)&lt;br /&gt;
**	4.1	Braunes SZ&lt;br /&gt;
**	4.2	Blaues SZ&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*MG 5	Steingut&lt;br /&gt;
**      5.1 SZ, einfarbig&lt;br /&gt;
**      5.2 SZ, polychrom&lt;br /&gt;
*MG 6	Pfeifenton&lt;br /&gt;
*MG 7	Ofenkeramik (OK)&lt;br /&gt;
**	7.1	Unglasierte OK&lt;br /&gt;
**	7.2	Grün/gelb glasierte OK&lt;br /&gt;
**	7.3	Schwarz glasierte OK&lt;br /&gt;
*MG 8	Sonstige Keramik. Einige Merkmale treten so selten auf, dass keine Gruppen definiert wurden. Darunter zählt z.B. ein Fragment mit weißer Engobebemalung. Einige wenige Scherben dünnwandiger feiner weißer Drehscheibenware liegen aus Bef. 49.3 und Bef. 49.4 vor. &lt;br /&gt;
Aus Bef. 393 (FdzNr 942) stammen mehrere Wandscherben einer mit Kalk- und organischen Partikeln gemagerten Keramik, deren Herstellungstechnik nicht klar zu bestimmen ist. Es sind einzelne Wulste oder Drehriefen zu erkennen, die aber durch dazu orthogonal stehenden Wischspuren überprägt sind. Die Scherben sind hatt bis sehr hart gebrannt, auf der Innenseite gut gelättet (evtl. über einer Form ausgeformt) und weißen außen teils Abplatzungen uns starke Verrußungen auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*MG 9	Fayence &lt;br /&gt;
*MG 10	Porzellan &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Schema dient der Auszählung, in einem zweiten Schritt werden die Randscherben typologisch bearbeitet und exemplarisch noch einzelne Funde genauer dokumentiert und beschrieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Bamberg KR14 Kugeltopf IMG 20221121 223535.jpg|Bamberg, Am Kranen 14 (Bef. 330 FzNr 972). Kugeltopf - AMANZ Foto R. Schreg&lt;br /&gt;
Datei:Bamberg KR14 IMG 20221121 223013.jpg|Bamberg, Am Kranen 14 (FzNr 1726). Topf - AMANZ Foto R. Schreg &lt;br /&gt;
Datei:Bamberg KR14 IMG 20230317 153507 - red.jpg|Bamberg, Am Kranen 14 (Bef. 45/398, FzNr 398/942). Backglocke - AMANZ Foto R. Schreg &lt;br /&gt;
Datei:Bamberg KR14 Napfkachel.jpg|Bamberg, Am Kranen 14 (Bef. 404, FzNr 547). Napfkachel, Ober- und Unteransicht, AMANZ (Foto R. Schreg) &lt;br /&gt;
BA KR14 .jpg|Bamberg, AM Kranen 14 (FzNr 947). Henkeltopf aus Latrine. Scan mit iphone 15 Pro unter Verwendung der App Scaniverse, ohne Nachbearbeitung (Scan: AMANZ/R. Schreg)]] &lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Beobachtungen bei der Bearbeitung===&lt;br /&gt;
Als Verzierung der oxidierend gebranten Irdenware finden sich gekerbte Grate, wie sie bei der Töpferei [[Kipfendorf, Thonberg]] belegt sind. Vereinzelt ist der untere Abschluß von [[Karniesrand|Karniesrändern]] ebenfalls mit einer derartigen Kerbung verziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viele Stücke tragen eine [[Anflugglasur]], bei der oft jedoch fraglich bleibt, ob sie intentionell angebracht wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Warenarten===&lt;br /&gt;
Die Materialgruppen können - nach einer vorläufigen Einschätzung - den folgenden Warenarten zugewiesen werden:&lt;br /&gt;
*[[Nachgedrehte rauwandige Ware (Nordostbayern, HMa)]]&lt;br /&gt;
*[[Silberglimmerware (Oberfranken/ Oberpfalz, SMa)]]&lt;br /&gt;
*[[Tatinger Ware]]&lt;br /&gt;
*[[Ältere gelbe Drehscheibenware (Südwestdeutschland, FMa/HMa)]] (Flatscher 2013, Abb. 16)&lt;br /&gt;
*[[Reduzierend gebrannte jüngere Drehscheibenware (Franken, SMa)]]&lt;br /&gt;
*[[oxidierend gebrannte jüngere Drehscheibenware (Franken, SMa/FNz)]] - bei weitem dominierend&lt;br /&gt;
*[[Birkenfelder Ware (Südthüringen, SMa)]] bzw. [[Rotbemalte Drehscheibenware (Oberfranken, HMa/SMa)]]&lt;br /&gt;
*[[weiß engobierte jüngere Drehscheibenware (Nürnberg, SMa)]]&lt;br /&gt;
*glasierte Waren&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Formenspektrum==&lt;br /&gt;
Im Fundbestand liegen neben dem Spektrum der üblichen Gefäßformen folgende Sonderformen vor:&lt;br /&gt;
*[[Backglocken|Backglocke]]&lt;br /&gt;
*[[Tischleuchte]] rötlich-braun mit Anflugglasur (Bef. 116/ FdzNr 489; Bef. 126/ FdzNr.536)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturhinweise==&lt;br /&gt;
*Flatscher 2013: E. Flatscher, Zwischen Glaube und Laster – Funde und Befunde aus dem Umfeld einer spätmittelalterlichen Knochenschnitzerei Bamberg Am Kranen 14. Masterarbeit Bamberg (Bamberg [2013]). - https://d-nb.info/1088400434/34&lt;br /&gt;
*Schöpplein 2016: R. Schöpplein, Die hochmittelalterliche Stadtmauer der Bamberger Inselstadt. unter besonderer Berücksichtigung der Ergebnisse der Ausgrabung „Am Kranen 14“. Forschungen des Instituts für Archäologie, Denkmalkunde und Kunstgeschichte 3 (Bamberg 2016).&lt;br /&gt;
*Sloan 2017: M. Sloan, Die Tür zum Garten. Die archäologische Ausgrabung eines ehemaligen Gartens innerhalb des Gebäudes Kranen 14 in Bamberg. In: P. Cassitti/H. Kenzler/R. Atzbach (Hrsg.), Archäologie Mittelalter Neuzeit Zukunft. Festschrift für Ingolf Ericsson. Bamberger Schriften zur Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit 6 (Bonn 2017) 477–511.&lt;br /&gt;
*Sloan/Ericsson 2011: M. Sloan/I. Ericsson, Heim mit Garten - Am Kranen 14 in Bamberg im Spiegel der Jahrhunderte. Arch. Jahr Bayern, 2011, 168–170.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bamberg, Am Kranen 14]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Fundstellenregest]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vorlagen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>R. Schreg</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://amanz-balismink.rproxy.rz.uni-bamberg.de/balismink/index.php?title=Bamberg,_Am_Kranen_14&amp;diff=11055</id>
		<title>Bamberg, Am Kranen 14</title>
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		<updated>2026-06-25T12:20:24Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;R. Schreg: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{stub}}&lt;br /&gt;
Das Grundstück Am Kranen 14 in [[Bamberg]] liegt in der Inselstadt nahe des Regnitzufers im Bereich der staufischen Stadtmauer.&lt;br /&gt;
==Forschungsgeschichte==&lt;br /&gt;
2011 wurde bei der Sanierung und Erweiterung des Institutsgebäudes Am Kranen 14 nahe des Regnitzufers auf der [[Bamberg]]er Inselstadt gelegen, eine archäologische Grabung durchgeführt.&lt;br /&gt;
Teilaspekte wurden im Rahmen von Abschlußarbeiten (z.B. Flatscher 2013) und Lehrveranstaltungen bearbeitet, eine geplante Publikation kam zunächst nicht zustande. Die Arbeiten daran wurden mit einer ausführlicheren Bearbeitung der Keramikfunde im Wintersemester 2022/23 wieder aufgenommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Flatscher 2013 hat eine Auswahl in seine Bearbeitung der Funde von Knochenschnitzern aufgenommen. Er hat sich an der Gliederung von Hand Losert (1993) orientiert. Durch eine fehlende Differenzierung von Materialgruppe und Warenart bezieht er fälschlicherweise die Oxidierend gebrannte Waren viel zu sehr auf die Pingsdorfer Ware und deren Imitationen. Er übersieht das völlig andere, für die jüngeren Drehscheibenwaren typisch süddeutsche, spätmittelalterliche Formenspektrum, das beispielsweise auch [[Bügelkanne]]n umfasst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Fundbearbeitung===&lt;br /&gt;
Vom Wintersemester 2022/23 bis ins Sommersemester 2025 wurden mit Unterbrechungen die Keramikfunde pro Fundzettelnummern nach den unten gelistetetn Materialgruppen ausgezählt und in einer Datenbank erfasst. Dabei haben wir zunächst auf Excel-Tabellen zurückgegriffen sind aber im Sommer 2025 zu einem eigens erstellten Aufnahmesystem übergegangen, das die Erfassung erleichtert.&lt;br /&gt;
Im ersten Durchgang wurde der formalen Typologie zunächst keine besondere Aufmerksamkeit geschenkt, in der Lehre aber besprochen und Sonderstücke identifiziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Keramikfunde==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Materialgruppen===&lt;br /&gt;
Im Rahmen der Bearbeitung wurden 2022/23, auf Vorarbeiten von Margret Sloan aufbauend, folgende Materialgruppen unterschieden:&lt;br /&gt;
*MG 1	Unglasierte Irdenware (UGI)&lt;br /&gt;
**	1.1.	Oxidierend gebrannte UGI&lt;br /&gt;
***	1.1.1	Oxidierend gebrannte UGI, scheibengedreht, rot bemalt. Diese MG kann sowohl [[Pingsdorfer Ware]] wie andere [[Rotbemalte Waren]], wie insbesondere die [[Rotbemalte Drehscheibenware (Oberfranken, HMa/SMa)]] umfassen. Die Zuweisung einiger Funde zur Ware Pingsdorfer Art bei Flatscher 2013, Abb. 13 ist mit Sicherheit falsch, da es sich formal um ein spätmittelalterliches Produkt handelt.&lt;br /&gt;
***	1.1.2	Oxidierend gebrannte UGI, scheibengedreht, rot engobiert (?). Die Bestimmung als rot engobiert ist zu verifizieren, da nicht immer eine zweifelsfreie Unterscheidung von einer rötlich-oxidierenden Brennhaut möglich ist.   &lt;br /&gt;
***	1.1.3	Oxidierend gebrannte UGI, nachgedreht – Dieser Gruppe sind einige sandige, bräunliche Scherben (z.B. Kulturschichte Bef.49.3) zuzuordnen. &lt;br /&gt;
**	1.2	Im Mischbrand hergestellte UGI - erfasst wurden hier nur Scherben mit deutlicher Farbveränderung am Bruch. Da an einigen Scherben eingezogener Ruß festzustellen ist, ist eine Abgrenzung gegenüber stark gebrauchten Scherben insbesondere der oxidierend gebrannten UGI schwierig. Bisher wurde nur scheibengedrehtes Material identifiziert. Eine Bodenscherbe (Bef. 368, Fznr. 902) zeigt am unteren Wandungsteil und möglicherweise auf dem Boden den Abdruck eines relativ feinen Textilgewebes.&lt;br /&gt;
***	1.2.1	Im Mischbrand hergestellte UGI, engobiert - selten&lt;br /&gt;
***     1.2.2 im Mischbrand hergestellte nachgedrehte UGI, Glimmerware (z.B. Bef. 217 Fztnr. 759), evtl. zur [[Silberglimmerware (Oberfranken/ Oberpfalz, SMa)]]&lt;br /&gt;
**	1.3	Reduzierend gebrannte UGI&lt;br /&gt;
***	1.3.1	Reduzierend gebrannte UGI, nachgedreht, darunter 1 Bs (Fznr.931) mit feinen Textilgewebeabdrücken auf der Rußschicht.&lt;br /&gt;
***	1.3.2	Reduzierend gebrannte UGI, scheibengedreht, darunter einzelne Stücke wohl zur [[Silberglimmerware (Oberfranken/ Oberpfalz, SMa)]]&lt;br /&gt;
***     1.3.3   Reduzierend gebrannte UGI, schwarz engobiert und geglättet, Herstellungstechnik schwierig zu bestimmen, wahrscheinlich [[Tatinger Ware]] (z.B. Lesef. Fznr. 838)&lt;br /&gt;
***Bei der Aufnahme wurden einzelner Scherben einer reduzierende gebrannten dünnwandigen geschmauchten Drehscheibenkeramik ausgesondert, die [[Becher]]n zuzuweisen sind.&lt;br /&gt;
**	1.4	Meist reduzierend gebrannte UGI, scheibengedreht, mit [[Anflugglasur]]. Hier wurden bei der Bearbeitung nur solche Scherben mit deutlichem, flächigem Anflug aufgenommen, bei der eine Intentionalität wahrscheinlich ist. Leichte Anflugglasur ist ansonsten auf vielen Scherben zu beobachten. Dabeis treten oxiderend, reduzierend und im Mischbrand gebrannte Scherben auf, die Mehrzahl ist jedoch oxidierend hellbraun-rötlich.&lt;br /&gt;
**      1.5     weiß engobierte UGI. Einige wenige Scherben weisen eine weiße Engobe auf. Sie kann innen und/oder außen vorhanden sein. Ähnliche Funde liegen von [[Bamberg, Domberg]] sowie aus [[Nürnberg]] vor und können provisorisch als [[weiß engobierte jüngere Drehscheibenware (Nürnberg, SMa)]] diskutiert werden.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
*MG 2	Glasierte Irdenware (GI) - Bleiglasuren, immer scheibengedreht&lt;br /&gt;
**	2.1	Innen GI (A grün; B gelb; C braun, D polychrom)&lt;br /&gt;
**	2.2	Außen GI (A grün; B gelb; C braun, D polychrom)&lt;br /&gt;
**	2.3	Beidseitig GI (A grün; B gelb; C braun, D polychrom)&lt;br /&gt;
In Kulturschicht Bef. 49,3 und 49.4 liegen bei über 1000 Scherben (Bef. 49.3: 485, Bef. 49.4: 612 Scherben) nur kleinste Bruchstücke glasierter Irdenware vor, sowie eine gelb glasierte Tonperle vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*MG 3	Faststeinzeug - Sintererscheinungen auch im Kern (i.Ggs. zu MG 1.4, aber nicht durchgesintert i.Ggs. zu MG 4)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*MG 4	Steinzeug (SZ)&lt;br /&gt;
**	4.1	Braunes SZ&lt;br /&gt;
**	4.2	Blaues SZ&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*MG 5	Steingut&lt;br /&gt;
**      5.1 SZ, einfarbig&lt;br /&gt;
**      5.2 SZ, polychrom&lt;br /&gt;
*MG 6	Pfeifenton&lt;br /&gt;
*MG 7	Ofenkeramik (OK)&lt;br /&gt;
**	7.1	Unglasierte OK&lt;br /&gt;
**	7.2	Grün/gelb glasierte OK&lt;br /&gt;
**	7.3	Schwarz glasierte OK&lt;br /&gt;
*MG 8	Sonstige Keramik. Einige Merkmale treten so selten auf, dass keine Gruppen definiert wurden. Darunter zählt z.B. ein Fragment mit weißer Engobebemalung. Einige wenige Scherben dünnwandiger feiner weißer Drehscheibenware liegen aus Bef. 49.3 und Bef. 49.4 vor. &lt;br /&gt;
Aus Bef. 393 (FdzNr 942) stammen mehrere Wandscherben einer mit Kalk- und organischen Partikeln gemagerten Keramik, deren Herstellungstechnik nicht klar zu bestimmen ist. Es sind einzelne Wulste oder Drehriefen zu erkennen, die aber durch dazu orthogonal stehenden Wischspuren überprägt sind. Die Scherben sind hatt bis sehr hart gebrannt, auf der Innenseite gut gelättet (evtl. über einer Form ausgeformt) und weißen außen teils Abplatzungen uns starke Verrußungen auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*MG 9	Fayence &lt;br /&gt;
*MG 10	Porzellan &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Schema dient der Auszählung, in einem zweiten Schritt werden die Randscherben typologisch bearbeitet und exemplarisch noch einzelne Funde genauer dokumentiert und beschrieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Bamberg KR14 Kugeltopf IMG 20221121 223535.jpg|Bamberg, Am Kranen 14 (Bef. 330 FzNr 972). Kugeltopf - AMANZ Foto R. Schreg&lt;br /&gt;
Datei:Bamberg KR14 IMG 20221121 223013.jpg|Bamberg, Am Kranen 14 (FzNr 1726). Topf - AMANZ Foto R. Schreg &lt;br /&gt;
Datei:Bamberg KR14 IMG 20230317 153507 - red.jpg|Bamberg, Am Kranen 14 (Bef. 45/398, FzNr 398/942). Backglocke - AMANZ Foto R. Schreg &lt;br /&gt;
Datei:Bamberg KR14 Napfkachel.jpg|Bamberg, Am Kranen 14 (Bef. 404, FzNr 547). Napfkachel, Ober- und Unteransicht, AMANZ (Foto R. Schreg) &lt;br /&gt;
BA KR14 .jpg|Bamberg, AM Kranen 14 (FzNr 947). Henkeltopf aus Latrine. Scan mit iphone 15 Pro unter Verwendung der App Scaniverse, ohne Nachbearbeitung (Scan: AMANZ/R. Schreg)]] &lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Beobachtungen bei der Bearbeitung===&lt;br /&gt;
Als Verzierung der oxidierend gebranten Irdenware finden sich gekerbte Grate, wie sie bei der Töpferei [[Kipfendorf, Thonberg]] belegt sind. Vereinzelt ist der untere Abschluß von [[Karniesrand|Karniesrändern]] ebenfalls mit einer derartigen Kerbung verziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viele Stücke tragen eine [[Anflugglasur]], bei der oft jedoch fraglich bleibt, ob sie intentionell angebracht wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Warenarten===&lt;br /&gt;
Die Materialgruppen können - nach einer vorläufigen Einschätzung - den folgenden Warenarten zugewiesen werden:&lt;br /&gt;
*[[Nachgedrehte rauwandige Ware (Nordostbayern, HMa)]]&lt;br /&gt;
*[[Silberglimmerware (Oberfranken/ Oberpfalz, SMa)]]&lt;br /&gt;
*[[Tatinger Ware]]&lt;br /&gt;
*[[Ältere gelbe Drehscheibenware (Südwestdeutschland, FMa/HMa)]] (Flatscher 2013, Abb. 16)&lt;br /&gt;
*[[Reduzierend gebrannte jüngere Drehscheibenware (Franken, SMa)]]&lt;br /&gt;
*[[oxidierend gebrannte jüngere Drehscheibenware (Franken, SMa/FNz)]] - bei weitem dominierend&lt;br /&gt;
*[[Birkenfelder Ware (Südthüringen, SMa)]] bzw. [[Rotbemalte Drehscheibenware (Oberfranken, HMa/SMa)]]&lt;br /&gt;
*[[weiß engobierte jüngere Drehscheibenware (Nürnberg, SMa)]]&lt;br /&gt;
*glasierte Waren&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Formenspektrum==&lt;br /&gt;
Im Fundbestand liegen neben dem Spektrum der üblichen Gefäßformen folgende Sonderformen vor:&lt;br /&gt;
*[[Backglocken|Backglocke]]&lt;br /&gt;
*[[Tischleuchte]] rötlich-braun mit Anflugglasur (Bef. 116/ FdzNr 489; Bef. 126/ FdzNr.536)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturhinweise==&lt;br /&gt;
*Flatscher 2013: E. Flatscher, Zwischen Glaube und Laster – Funde und Befunde aus dem Umfeld einer spätmittelalterlichen Knochenschnitzerei Bamberg Am Kranen 14. Masterarbeit Bamberg (Bamberg [2013]). - https://d-nb.info/1088400434/34&lt;br /&gt;
*Schöpplein 2016: R. Schöpplein, Die hochmittelalterliche Stadtmauer der Bamberger Inselstadt. unter besonderer Berücksichtigung der Ergebnisse der Ausgrabung „Am Kranen 14“. Forschungen des Instituts für Archäologie, Denkmalkunde und Kunstgeschichte 3 (Bamberg 2016).&lt;br /&gt;
*Sloan 2017: M. Sloan, Die Tür zum Garten. Die archäologische Ausgrabung eines ehemaligen Gartens innerhalb des Gebäudes Kranen 14 in Bamberg. In: P. Cassitti/H. Kenzler/R. Atzbach (Hrsg.), Archäologie Mittelalter Neuzeit Zukunft. Festschrift für Ingolf Ericsson. Bamberger Schriften zur Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit 6 (Bonn 2017) 477–511.&lt;br /&gt;
*Sloan/Ericsson 2011: M. Sloan/I. Ericsson, Heim mit Garten - Am Kranen 14 in Bamberg im Spiegel der Jahrhunderte. Arch. Jahr Bayern, 2011, 168–170.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bamberg, Am Kranen 14]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Fundstellenregest]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vorlagen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>R. Schreg</name></author>
	</entry>
	<entry>
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		<title>Bamberg, Am Kranen 14</title>
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		<updated>2026-06-25T11:29:23Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;R. Schreg: /* Forschungsgeschichte */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{stub}}&lt;br /&gt;
Das Grundstück Am Kranen 14 in [[Bamberg]] liegt in der Inselstadt nahe des Regnitzufers im Bereich der staufischen Stadtmauer.&lt;br /&gt;
==Forschungsgeschichte==&lt;br /&gt;
2011 wurde bei der Sanierung und Erweiterung des Institutsgebäudes Am Kranen 14 nahe des Regnitzufers auf der [[Bamberg]]er Inselstadt gelegen, eine archäologische Grabung durchgeführt.&lt;br /&gt;
Teilaspekte wurden im Rahmen von Abschlußarbeiten (z.B. Flatscher 2013) und Lehrveranstaltungen bearbeitet, eine geplante Publikation kam zunächst nicht zustande. Die Arbeiten daran wurden mit einer ausführlicheren Bearbeitung der Keramikfunde im Wintersemester 2022/23 wieder aufgenommen.&lt;br /&gt;
Flatscher 2013 hat eine Auswahl in seine Bearbeitung der Funde von Knochenschnitzern aufgenommen. Er hat sich an der Gliederung von Hand Losert (1993) orientiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Fundbearbeitung===&lt;br /&gt;
Vom Wintersemester 2022/23 bis ins Sommersemester 2025 wurden mit Unterbrechungen die Keramikfunde pro Fundzettelnummern nach den unten gelistetetn Materialgruppen ausgezählt und in einer Datenbank erfasst. Dabei haben wir zunächst auf Excel-Tabellen zurückgegriffen sind aber im Sommer 2025 zu einem eigens erstellten Aufnahmesystem übergegangen, das die Erfassung erleichtert.&lt;br /&gt;
Im ersten Durchgang wurde der formalen Typologie zunächst keine besondere Aufmerksamkeit geschenkt, in der Lehre aber besprochen und Sonderstücke identifiziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Keramikfunde==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Materialgruppen===&lt;br /&gt;
Im Rahmen der Bearbeitung wurden 2022/23, auf Vorarbeiten von Margret Sloan aufbauend, folgende Materialgruppen unterschieden:&lt;br /&gt;
*MG 1	Unglasierte Irdenware (UGI)&lt;br /&gt;
**	1.1.	Oxidierend gebrannte UGI&lt;br /&gt;
***	1.1.1	Oxidierend gebrannte UGI, scheibengedreht, rot bemalt. Diese MG kann sowohl [[Pingsdorfer Ware]] wie andere [[Rotbemalte Waren]], wie insbesondere die [[Rotbemalte Drehscheibenware (Oberfranken, HMa/SMa)]] umfassen. Die Zuweisung einiger Funde zur Ware Pingsdorfer Art bei Flatscher 2013, Abb. 13 ist mit Sicherheit falsch, da es sich formal um ein spätmittelalterliches Produkt handelt.&lt;br /&gt;
***	1.1.2	Oxidierend gebrannte UGI, scheibengedreht, rot engobiert (?). Die Bestimmung als rot engobiert ist zu verifizieren, da nicht immer eine zweifelsfreie Unterscheidung von einer rötlich-oxidierenden Brennhaut möglich ist.   &lt;br /&gt;
***	1.1.3	Oxidierend gebrannte UGI, nachgedreht – Dieser Gruppe sind einige sandige, bräunliche Scherben (z.B. Kulturschichte Bef.49.3) zuzuordnen. &lt;br /&gt;
**	1.2	Im Mischbrand hergestellte UGI - erfasst wurden hier nur Scherben mit deutlicher Farbveränderung am Bruch. Da an einigen Scherben eingezogener Ruß festzustellen ist, ist eine Abgrenzung gegenüber stark gebrauchten Scherben insbesondere der oxidierend gebrannten UGI schwierig. Bisher wurde nur scheibengedrehtes Material identifiziert. Eine Bodenscherbe (Bef. 368, Fznr. 902) zeigt am unteren Wandungsteil und möglicherweise auf dem Boden den Abdruck eines relativ feinen Textilgewebes.&lt;br /&gt;
***	1.2.1	Im Mischbrand hergestellte UGI, engobiert - selten&lt;br /&gt;
***     1.2.2 im Mischbrand hergestellte nachgedrehte UGI, Glimmerware (z.B. Bef. 217 Fztnr. 759), evtl. zur [[Silberglimmerware (Oberfranken/ Oberpfalz, SMa)]]&lt;br /&gt;
**	1.3	Reduzierend gebrannte UGI&lt;br /&gt;
***	1.3.1	Reduzierend gebrannte UGI, nachgedreht, darunter 1 Bs (Fznr.931) mit feinen Textilgewebeabdrücken auf der Rußschicht.&lt;br /&gt;
***	1.3.2	Reduzierend gebrannte UGI, scheibengedreht, darunter einzelne Stücke wohl zur [[Silberglimmerware (Oberfranken/ Oberpfalz, SMa)]]&lt;br /&gt;
***     1.3.3   Reduzierend gebrannte UGI, schwarz engobiert und geglättet, Herstellungstechnik schwierig zu bestimmen, wahrscheinlich [[Tatinger Ware]] (z.B. Lesef. Fznr. 838)&lt;br /&gt;
***Bei der Aufnahme wurden einzelner Scherben einer reduzierende gebrannten dünnwandigen geschmauchten Drehscheibenkeramik ausgesondert, die [[Becher]]n zuzuweisen sind.&lt;br /&gt;
**	1.4	Meist reduzierend gebrannte UGI, scheibengedreht, mit [[Anflugglasur]]. Hier wurden bei der Bearbeitung nur solche Scherben mit deutlichem, flächigem Anflug aufgenommen, bei der eine Intentionalität wahrscheinlich ist. Leichte Anflugglasur ist ansonsten auf vielen Scherben zu beobachten. Dabeis treten oxiderend, reduzierend und im Mischbrand gebrannte Scherben auf, die Mehrzahl ist jedoch oxidierend hellbraun-rötlich.&lt;br /&gt;
**      1.5     weiß engobierte UGI. Einige wenige Scherben weisen eine weiße Engobe auf. Sie kann innen und/oder außen vorhanden sein. Ähnliche Funde liegen von [[Bamberg, Domberg]] sowie aus [[Nürnberg]] vor und können provisorisch als [[weiß engobierte jüngere Drehscheibenware (Nürnberg, SMa)]] diskutiert werden.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
*MG 2	Glasierte Irdenware (GI) - Bleiglasuren, immer scheibengedreht&lt;br /&gt;
**	2.1	Innen GI (A grün; B gelb; C braun, D polychrom)&lt;br /&gt;
**	2.2	Außen GI (A grün; B gelb; C braun, D polychrom)&lt;br /&gt;
**	2.3	Beidseitig GI (A grün; B gelb; C braun, D polychrom)&lt;br /&gt;
In Kulturschicht Bef. 49,3 und 49.4 liegen bei über 1000 Scherben (Bef. 49.3: 485, Bef. 49.4: 612 Scherben) nur kleinste Bruchstücke glasierter Irdenware vor, sowie eine gelb glasierte Tonperle vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*MG 3	Faststeinzeug - Sintererscheinungen auch im Kern (i.Ggs. zu MG 1.4, aber nicht durchgesintert i.Ggs. zu MG 4)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*MG 4	Steinzeug (SZ)&lt;br /&gt;
**	4.1	Braunes SZ&lt;br /&gt;
**	4.2	Blaues SZ&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*MG 5	Steingut&lt;br /&gt;
**      5.1 SZ, einfarbig&lt;br /&gt;
**      5.2 SZ, polychrom&lt;br /&gt;
*MG 6	Pfeifenton&lt;br /&gt;
*MG 7	Ofenkeramik (OK)&lt;br /&gt;
**	7.1	Unglasierte OK&lt;br /&gt;
**	7.2	Grün/gelb glasierte OK&lt;br /&gt;
**	7.3	Schwarz glasierte OK&lt;br /&gt;
*MG 8	Sonstige Keramik. Einige Merkmale treten so selten auf, dass keine Gruppen definiert wurden. Darunter zählt z.B. ein Fragment mit weißer Engobebemalung. Einige wenige Scherben dünnwandiger feiner weißer Drehscheibenware liegen aus Bef. 49.3 und Bef. 49.4 vor. &lt;br /&gt;
Aus Bef. 393 (FdzNr 942) stammen mehrere Wandscherben einer mit Kalk- und organischen Partikeln gemagerten Keramik, deren Herstellungstechnik nicht klar zu bestimmen ist. Es sind einzelne Wulste oder Drehriefen zu erkennen, die aber durch dazu orthogonal stehenden Wischspuren überprägt sind. Die Scherben sind hatt bis sehr hart gebrannt, auf der Innenseite gut gelättet (evtl. über einer Form ausgeformt) und weißen außen teils Abplatzungen uns starke Verrußungen auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*MG 9	Fayence &lt;br /&gt;
*MG 10	Porzellan &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Schema dient der Auszählung, in einem zweiten Schritt werden die Randscherben typologisch bearbeitet und exemplarisch noch einzelne Funde genauer dokumentiert und beschrieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Bamberg KR14 Kugeltopf IMG 20221121 223535.jpg|Bamberg, Am Kranen 14 (Bef. 330 FzNr 972). Kugeltopf - AMANZ Foto R. Schreg&lt;br /&gt;
Datei:Bamberg KR14 IMG 20221121 223013.jpg|Bamberg, Am Kranen 14 (FzNr 1726). Topf - AMANZ Foto R. Schreg &lt;br /&gt;
Datei:Bamberg KR14 IMG 20230317 153507 - red.jpg|Bamberg, Am Kranen 14 (Bef. 45/398, FzNr 398/942). Backglocke - AMANZ Foto R. Schreg &lt;br /&gt;
Datei:Bamberg KR14 Napfkachel.jpg|Bamberg, Am Kranen 14 (Bef. 404, FzNr 547). Napfkachel, Ober- und Unteransicht, AMANZ (Foto R. Schreg) &lt;br /&gt;
BA KR14 .jpg|Bamberg, AM Kranen 14 (FzNr 947). Henkeltopf aus Latrine. Scan mit iphone 15 Pro unter Verwendung der App Scaniverse, ohne Nachbearbeitung (Scan: AMANZ/R. Schreg)]] &lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Beobachtungen bei der Bearbeitung===&lt;br /&gt;
Als Verzierung der oxidierend gebranten Irdenware finden sich gekerbte Grate, wie sie bei der Töpferei [[Kipfendorf, Thonberg]] belegt sind. Vereinzelt ist der untere Abschluß von [[Karniesrand|Karniesrändern]] ebenfalls mit einer derartigen Kerbung verziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viele Stücke tragen eine [[Anflugglasur]], bei der oft jedoch fraglich bleibt, ob sie intentionell angebracht wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Warenarten===&lt;br /&gt;
Die Materialgruppen können - nach einer vorläufigen Einschätzung - den folgenden Warenarten zugewiesen werden:&lt;br /&gt;
*[[Nachgedrehte rauwandige Ware (Nordostbayern, HMa)]]&lt;br /&gt;
*[[Silberglimmerware (Oberfranken/ Oberpfalz, SMa)]]&lt;br /&gt;
*[[Tatinger Ware]]&lt;br /&gt;
*[[Ältere gelbe Drehscheibenware (Südwestdeutschland, FMa/HMa)]] (Flatscher 2013, Abb. 16)&lt;br /&gt;
*[[Reduzierend gebrannte jüngere Drehscheibenware (Franken, SMa)]]&lt;br /&gt;
*[[oxidierend gebrannte jüngere Drehscheibenware (Franken, SMa/FNz)]] - bei weitem dominierend&lt;br /&gt;
*[[Birkenfelder Ware (Südthüringen, SMa)]] bzw. [[Rotbemalte Drehscheibenware (Oberfranken, HMa/SMa)]]&lt;br /&gt;
*[[weiß engobierte jüngere Drehscheibenware (Nürnberg, SMa)]]&lt;br /&gt;
*glasierte Waren&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Formenspektrum==&lt;br /&gt;
Im Fundbestand liegen neben dem Spektrum der üblichen Gefäßformen folgende Sonderformen vor:&lt;br /&gt;
*[[Backglocken|Backglocke]]&lt;br /&gt;
*[[Tischleuchte]] rötlich-braun mit Anflugglasur (Bef. 116/ FdzNr 489; Bef. 126/ FdzNr.536)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturhinweise==&lt;br /&gt;
*Flatscher 2013: E. Flatscher, Zwischen Glaube und Laster – Funde und Befunde aus dem Umfeld einer spätmittelalterlichen Knochenschnitzerei Bamberg Am Kranen 14. Masterarbeit Bamberg (Bamberg [2013]). - https://d-nb.info/1088400434/34&lt;br /&gt;
*Schöpplein 2016: R. Schöpplein, Die hochmittelalterliche Stadtmauer der Bamberger Inselstadt. unter besonderer Berücksichtigung der Ergebnisse der Ausgrabung „Am Kranen 14“. Forschungen des Instituts für Archäologie, Denkmalkunde und Kunstgeschichte 3 (Bamberg 2016).&lt;br /&gt;
*Sloan 2017: M. Sloan, Die Tür zum Garten. Die archäologische Ausgrabung eines ehemaligen Gartens innerhalb des Gebäudes Kranen 14 in Bamberg. In: P. Cassitti/H. Kenzler/R. Atzbach (Hrsg.), Archäologie Mittelalter Neuzeit Zukunft. Festschrift für Ingolf Ericsson. Bamberger Schriften zur Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit 6 (Bonn 2017) 477–511.&lt;br /&gt;
*Sloan/Ericsson 2011: M. Sloan/I. Ericsson, Heim mit Garten - Am Kranen 14 in Bamberg im Spiegel der Jahrhunderte. Arch. Jahr Bayern, 2011, 168–170.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bamberg, Am Kranen 14]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Fundstellenregest]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vorlagen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>R. Schreg</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://amanz-balismink.rproxy.rz.uni-bamberg.de/balismink/index.php?title=Bamberg,_Am_Kranen_14&amp;diff=11053</id>
		<title>Bamberg, Am Kranen 14</title>
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		<updated>2026-06-25T11:23:55Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;R. Schreg: /* Forschungsgeschichte */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{stub}}&lt;br /&gt;
Das Grundstück Am Kranen 14 in [[Bamberg]] liegt in der Inselstadt nahe des Regnitzufers im Bereich der staufischen Stadtmauer.&lt;br /&gt;
==Forschungsgeschichte==&lt;br /&gt;
2011 wurde bei der Sanierung und Erweiterung des Institutsgebäudes Am Kranen 14 nahe des Regnitzufers auf der [[Bamberg]]er Inselstadt gelegen, eine archäologische Grabung durchgeführt.&lt;br /&gt;
Teilaspekte wurden im Rahmen von Abschlußarbeiten (z.B. Flatscher 2013) und Lehrveranstaltungen bearbeitet, eine geplante Publikation kam zunächst nicht zustande. Die Arbeiten daran wurden mit einer ausführlicheren Bearbeitung der Keramikfunde im Wintersemester 2022/23 wieder aufgenommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Fundbearbeitung===&lt;br /&gt;
Vom Wintersemester 2022/23 bis ins Sommersemester 2025 wurden mit Unterbrechungen die Keramikfunde pro Fundzettelnummern nach den unten gelistetetn Materialgruppen ausgezählt und in einer Datenbank erfasst. Dabei haben wir zunächst auf Excel-Tabellen zurückgegriffen sind aber im Sommer 2025 zu einem eigens erstellten Aufnahmesystem übergegangen, das die Erfassung erleichtert.&lt;br /&gt;
Im ersten Durchgang wurde der formalen Typologie zunächst keine besondere Aufmerksamkeit geschenkt, in der Lehre aber besprochen und Sonderstücke identifiziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Keramikfunde==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Materialgruppen===&lt;br /&gt;
Im Rahmen der Bearbeitung wurden 2022/23, auf Vorarbeiten von Margret Sloan aufbauend, folgende Materialgruppen unterschieden:&lt;br /&gt;
*MG 1	Unglasierte Irdenware (UGI)&lt;br /&gt;
**	1.1.	Oxidierend gebrannte UGI&lt;br /&gt;
***	1.1.1	Oxidierend gebrannte UGI, scheibengedreht, rot bemalt. Diese MG kann sowohl [[Pingsdorfer Ware]] wie andere [[Rotbemalte Waren]], wie insbesondere die [[Rotbemalte Drehscheibenware (Oberfranken, HMa/SMa)]] umfassen. Die Zuweisung einiger Funde zur Ware Pingsdorfer Art bei Flatscher 2013, Abb. 13 ist mit Sicherheit falsch, da es sich formal um ein spätmittelalterliches Produkt handelt.&lt;br /&gt;
***	1.1.2	Oxidierend gebrannte UGI, scheibengedreht, rot engobiert (?). Die Bestimmung als rot engobiert ist zu verifizieren, da nicht immer eine zweifelsfreie Unterscheidung von einer rötlich-oxidierenden Brennhaut möglich ist.   &lt;br /&gt;
***	1.1.3	Oxidierend gebrannte UGI, nachgedreht – Dieser Gruppe sind einige sandige, bräunliche Scherben (z.B. Kulturschichte Bef.49.3) zuzuordnen. &lt;br /&gt;
**	1.2	Im Mischbrand hergestellte UGI - erfasst wurden hier nur Scherben mit deutlicher Farbveränderung am Bruch. Da an einigen Scherben eingezogener Ruß festzustellen ist, ist eine Abgrenzung gegenüber stark gebrauchten Scherben insbesondere der oxidierend gebrannten UGI schwierig. Bisher wurde nur scheibengedrehtes Material identifiziert. Eine Bodenscherbe (Bef. 368, Fznr. 902) zeigt am unteren Wandungsteil und möglicherweise auf dem Boden den Abdruck eines relativ feinen Textilgewebes.&lt;br /&gt;
***	1.2.1	Im Mischbrand hergestellte UGI, engobiert - selten&lt;br /&gt;
***     1.2.2 im Mischbrand hergestellte nachgedrehte UGI, Glimmerware (z.B. Bef. 217 Fztnr. 759), evtl. zur [[Silberglimmerware (Oberfranken/ Oberpfalz, SMa)]]&lt;br /&gt;
**	1.3	Reduzierend gebrannte UGI&lt;br /&gt;
***	1.3.1	Reduzierend gebrannte UGI, nachgedreht, darunter 1 Bs (Fznr.931) mit feinen Textilgewebeabdrücken auf der Rußschicht.&lt;br /&gt;
***	1.3.2	Reduzierend gebrannte UGI, scheibengedreht, darunter einzelne Stücke wohl zur [[Silberglimmerware (Oberfranken/ Oberpfalz, SMa)]]&lt;br /&gt;
***     1.3.3   Reduzierend gebrannte UGI, schwarz engobiert und geglättet, Herstellungstechnik schwierig zu bestimmen, wahrscheinlich [[Tatinger Ware]] (z.B. Lesef. Fznr. 838)&lt;br /&gt;
***Bei der Aufnahme wurden einzelner Scherben einer reduzierende gebrannten dünnwandigen geschmauchten Drehscheibenkeramik ausgesondert, die [[Becher]]n zuzuweisen sind.&lt;br /&gt;
**	1.4	Meist reduzierend gebrannte UGI, scheibengedreht, mit [[Anflugglasur]]. Hier wurden bei der Bearbeitung nur solche Scherben mit deutlichem, flächigem Anflug aufgenommen, bei der eine Intentionalität wahrscheinlich ist. Leichte Anflugglasur ist ansonsten auf vielen Scherben zu beobachten. Dabeis treten oxiderend, reduzierend und im Mischbrand gebrannte Scherben auf, die Mehrzahl ist jedoch oxidierend hellbraun-rötlich.&lt;br /&gt;
**      1.5     weiß engobierte UGI. Einige wenige Scherben weisen eine weiße Engobe auf. Sie kann innen und/oder außen vorhanden sein. Ähnliche Funde liegen von [[Bamberg, Domberg]] sowie aus [[Nürnberg]] vor und können provisorisch als [[weiß engobierte jüngere Drehscheibenware (Nürnberg, SMa)]] diskutiert werden.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
*MG 2	Glasierte Irdenware (GI) - Bleiglasuren, immer scheibengedreht&lt;br /&gt;
**	2.1	Innen GI (A grün; B gelb; C braun, D polychrom)&lt;br /&gt;
**	2.2	Außen GI (A grün; B gelb; C braun, D polychrom)&lt;br /&gt;
**	2.3	Beidseitig GI (A grün; B gelb; C braun, D polychrom)&lt;br /&gt;
In Kulturschicht Bef. 49,3 und 49.4 liegen bei über 1000 Scherben (Bef. 49.3: 485, Bef. 49.4: 612 Scherben) nur kleinste Bruchstücke glasierter Irdenware vor, sowie eine gelb glasierte Tonperle vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*MG 3	Faststeinzeug - Sintererscheinungen auch im Kern (i.Ggs. zu MG 1.4, aber nicht durchgesintert i.Ggs. zu MG 4)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*MG 4	Steinzeug (SZ)&lt;br /&gt;
**	4.1	Braunes SZ&lt;br /&gt;
**	4.2	Blaues SZ&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*MG 5	Steingut&lt;br /&gt;
**      5.1 SZ, einfarbig&lt;br /&gt;
**      5.2 SZ, polychrom&lt;br /&gt;
*MG 6	Pfeifenton&lt;br /&gt;
*MG 7	Ofenkeramik (OK)&lt;br /&gt;
**	7.1	Unglasierte OK&lt;br /&gt;
**	7.2	Grün/gelb glasierte OK&lt;br /&gt;
**	7.3	Schwarz glasierte OK&lt;br /&gt;
*MG 8	Sonstige Keramik. Einige Merkmale treten so selten auf, dass keine Gruppen definiert wurden. Darunter zählt z.B. ein Fragment mit weißer Engobebemalung. Einige wenige Scherben dünnwandiger feiner weißer Drehscheibenware liegen aus Bef. 49.3 und Bef. 49.4 vor. &lt;br /&gt;
Aus Bef. 393 (FdzNr 942) stammen mehrere Wandscherben einer mit Kalk- und organischen Partikeln gemagerten Keramik, deren Herstellungstechnik nicht klar zu bestimmen ist. Es sind einzelne Wulste oder Drehriefen zu erkennen, die aber durch dazu orthogonal stehenden Wischspuren überprägt sind. Die Scherben sind hatt bis sehr hart gebrannt, auf der Innenseite gut gelättet (evtl. über einer Form ausgeformt) und weißen außen teils Abplatzungen uns starke Verrußungen auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*MG 9	Fayence &lt;br /&gt;
*MG 10	Porzellan &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Schema dient der Auszählung, in einem zweiten Schritt werden die Randscherben typologisch bearbeitet und exemplarisch noch einzelne Funde genauer dokumentiert und beschrieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Bamberg KR14 Kugeltopf IMG 20221121 223535.jpg|Bamberg, Am Kranen 14 (Bef. 330 FzNr 972). Kugeltopf - AMANZ Foto R. Schreg&lt;br /&gt;
Datei:Bamberg KR14 IMG 20221121 223013.jpg|Bamberg, Am Kranen 14 (FzNr 1726). Topf - AMANZ Foto R. Schreg &lt;br /&gt;
Datei:Bamberg KR14 IMG 20230317 153507 - red.jpg|Bamberg, Am Kranen 14 (Bef. 45/398, FzNr 398/942). Backglocke - AMANZ Foto R. Schreg &lt;br /&gt;
Datei:Bamberg KR14 Napfkachel.jpg|Bamberg, Am Kranen 14 (Bef. 404, FzNr 547). Napfkachel, Ober- und Unteransicht, AMANZ (Foto R. Schreg) &lt;br /&gt;
BA KR14 .jpg|Bamberg, AM Kranen 14 (FzNr 947). Henkeltopf aus Latrine. Scan mit iphone 15 Pro unter Verwendung der App Scaniverse, ohne Nachbearbeitung (Scan: AMANZ/R. Schreg)]] &lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Beobachtungen bei der Bearbeitung===&lt;br /&gt;
Als Verzierung der oxidierend gebranten Irdenware finden sich gekerbte Grate, wie sie bei der Töpferei [[Kipfendorf, Thonberg]] belegt sind. Vereinzelt ist der untere Abschluß von [[Karniesrand|Karniesrändern]] ebenfalls mit einer derartigen Kerbung verziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viele Stücke tragen eine [[Anflugglasur]], bei der oft jedoch fraglich bleibt, ob sie intentionell angebracht wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Warenarten===&lt;br /&gt;
Die Materialgruppen können - nach einer vorläufigen Einschätzung - den folgenden Warenarten zugewiesen werden:&lt;br /&gt;
*[[Nachgedrehte rauwandige Ware (Nordostbayern, HMa)]]&lt;br /&gt;
*[[Silberglimmerware (Oberfranken/ Oberpfalz, SMa)]]&lt;br /&gt;
*[[Tatinger Ware]]&lt;br /&gt;
*[[Ältere gelbe Drehscheibenware (Südwestdeutschland, FMa/HMa)]] (Flatscher 2013, Abb. 16)&lt;br /&gt;
*[[Reduzierend gebrannte jüngere Drehscheibenware (Franken, SMa)]]&lt;br /&gt;
*[[oxidierend gebrannte jüngere Drehscheibenware (Franken, SMa/FNz)]] - bei weitem dominierend&lt;br /&gt;
*[[Birkenfelder Ware (Südthüringen, SMa)]] bzw. [[Rotbemalte Drehscheibenware (Oberfranken, HMa/SMa)]]&lt;br /&gt;
*[[weiß engobierte jüngere Drehscheibenware (Nürnberg, SMa)]]&lt;br /&gt;
*glasierte Waren&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Formenspektrum==&lt;br /&gt;
Im Fundbestand liegen neben dem Spektrum der üblichen Gefäßformen folgende Sonderformen vor:&lt;br /&gt;
*[[Backglocken|Backglocke]]&lt;br /&gt;
*[[Tischleuchte]] rötlich-braun mit Anflugglasur (Bef. 116/ FdzNr 489; Bef. 126/ FdzNr.536)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturhinweise==&lt;br /&gt;
*Flatscher 2013: E. Flatscher, Zwischen Glaube und Laster – Funde und Befunde aus dem Umfeld einer spätmittelalterlichen Knochenschnitzerei Bamberg Am Kranen 14. Masterarbeit Bamberg (Bamberg [2013]). - https://d-nb.info/1088400434/34&lt;br /&gt;
*Schöpplein 2016: R. Schöpplein, Die hochmittelalterliche Stadtmauer der Bamberger Inselstadt. unter besonderer Berücksichtigung der Ergebnisse der Ausgrabung „Am Kranen 14“. Forschungen des Instituts für Archäologie, Denkmalkunde und Kunstgeschichte 3 (Bamberg 2016).&lt;br /&gt;
*Sloan 2017: M. Sloan, Die Tür zum Garten. Die archäologische Ausgrabung eines ehemaligen Gartens innerhalb des Gebäudes Kranen 14 in Bamberg. In: P. Cassitti/H. Kenzler/R. Atzbach (Hrsg.), Archäologie Mittelalter Neuzeit Zukunft. Festschrift für Ingolf Ericsson. Bamberger Schriften zur Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit 6 (Bonn 2017) 477–511.&lt;br /&gt;
*Sloan/Ericsson 2011: M. Sloan/I. Ericsson, Heim mit Garten - Am Kranen 14 in Bamberg im Spiegel der Jahrhunderte. Arch. Jahr Bayern, 2011, 168–170.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bamberg, Am Kranen 14]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Fundstellenregest]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vorlagen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>R. Schreg</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://amanz-balismink.rproxy.rz.uni-bamberg.de/balismink/index.php?title=Seligenstadt&amp;diff=11052</id>
		<title>Seligenstadt</title>
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		<updated>2026-06-24T16:24:00Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;R. Schreg: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Seligenstadt (Lkr. Offenbach)&lt;br /&gt;
{{stub}}&lt;br /&gt;
Seligenstadt am Main war in römischer Zeit Standort eines Kohortenkastells. 815 wird es in einer Lorscher Urkunde als Obermühlheim wieder greifbar. Einhard gründete hier ein Kloster und die zugehörige Siedlung erhielt in staufischer Zeit Stadtrecht. Damals entstand hier auch ein Königshof.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==wichtige Fundstellen==&lt;br /&gt;
*Töpferofen (Nahgrang 1957): Töpferofenkomplex mit feiner [[Rotbemalte feine Glimmerware (Rhein-Main-Gebiet, HMa/ SMa)|bemalter Glimmerware]], die als [[Pingsdorf-Imitation]] klassifiziert wurde. Die Funde befinden sich in der Sammlung Otto Stamm in Frankfurt und wurden dort in eine Analysenserie einbezogen (Diesch/Wilke 2023).&lt;br /&gt;
*Basilika (Platz 2006)&lt;br /&gt;
*Palatium (Atzbach 1997): [[Glimmerware (Rhein-Main-Gebiet, FMa/ HMa/ SMa)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*Atzbach 1997: R. Atzbach, Das Palatium in Seligenstadt ein Schloßbau Friedrichs I. Barbarossa (Seligenstadt 1997)&lt;br /&gt;
*Diesch/Wilke 2023: A. Diesch/ D. Wilke, Die Lehrsammlung Otto Stamm im Archäologischen Museum der Stadt Frankfurt am Main. In: Archäometrie und Denkmalpflege 2023. Metalla Sonderheft 12 (Bochum 2023) 90-92&lt;br /&gt;
*Nahrgang 1957: K. Nahrgang, Ein Töpferofen mit Pingsdorfer Keramik in Seligenstadt, Landkreis Offenbach. Stadt- und Landkreis Offenbach am Main. Studien und Forschungen 3 (Offenbach 1957) 73–77.&lt;br /&gt;
*Platz 2006: T.P. Platz, Basilika Seligenstadt Geschichte und Bauentwicklung (Büchenbach 2006)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Fundstellenregest]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Töpferei]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>R. Schreg</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://amanz-balismink.rproxy.rz.uni-bamberg.de/balismink/index.php?title=Seligenstadt&amp;diff=11051</id>
		<title>Seligenstadt</title>
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		<updated>2026-06-24T16:23:38Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;R. Schreg: /* wichtige Fundstellen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Seligenstadt (Lkr. Offenbach)&lt;br /&gt;
{{stub}}&lt;br /&gt;
Seligenstadt am Main war in römischer Zeit standort eines Kohortenkastells. 815 wird es in einer Lorscher Urkunde als Obermühlheim wieder greifbar. Einhard gründete hier ein Kloster und die zugehörige Siedlung erhielt in staufischer Zeit Stadtrecht. Damals entstand hier auch ein Königshof.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==wichtige Fundstellen==&lt;br /&gt;
*Töpferofen (Nahgrang 1957): Töpferofenkomplex mit feiner [[Rotbemalte feine Glimmerware (Rhein-Main-Gebiet, HMa/ SMa)|bemalter Glimmerware]], die als [[Pingsdorf-Imitation]] klassifiziert wurde. Die Funde befinden sich in der Sammlung Otto Stamm in Frankfurt und wurden dort in eine Analysenserie einbezogen (Diesch/Wilke 2023).&lt;br /&gt;
*Basilika (Platz 2006)&lt;br /&gt;
*Palatium (Atzbach 1997): [[Glimmerware (Rhein-Main-Gebiet, FMa/ HMa/ SMa)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*Atzbach 1997: R. Atzbach, Das Palatium in Seligenstadt ein Schloßbau Friedrichs I. Barbarossa (Seligenstadt 1997)&lt;br /&gt;
*Diesch/Wilke 2023: A. Diesch/ D. Wilke, Die Lehrsammlung Otto Stamm im Archäologischen Museum der Stadt Frankfurt am Main. In: Archäometrie und Denkmalpflege 2023. Metalla Sonderheft 12 (Bochum 2023) 90-92&lt;br /&gt;
*Nahrgang 1957: K. Nahrgang, Ein Töpferofen mit Pingsdorfer Keramik in Seligenstadt, Landkreis Offenbach. Stadt- und Landkreis Offenbach am Main. Studien und Forschungen 3 (Offenbach 1957) 73–77.&lt;br /&gt;
*Platz 2006: T.P. Platz, Basilika Seligenstadt Geschichte und Bauentwicklung (Büchenbach 2006)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Fundstellenregest]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Töpferei]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>R. Schreg</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://amanz-balismink.rproxy.rz.uni-bamberg.de/balismink/index.php?title=Schalltopf&amp;diff=11050</id>
		<title>Schalltopf</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://amanz-balismink.rproxy.rz.uni-bamberg.de/balismink/index.php?title=Schalltopf&amp;diff=11050"/>
		<updated>2026-06-24T16:22:40Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;R. Schreg: /* Literaturhinweise */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Stub}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schalltopf ist eine Sonderform unter der [[Baukeramik]]. In früh- und hochmittelalterlichen Kirchen wurden gelegentlich in die Wände, teilweise inmitten der Wandmalerei, sogenannte Schalltöpfe eingesetzt, die wohl der Verbesserung der Akkustik dienen sollten (Schnyder 1981). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bekannt sind die Schalltöpfe aus dem Frauenstift St. Walburga in Meschede (Hochsauerlandkreis, Nordrhein-Westfalen). 136 Keramikgefäße der [[Oxidierend gebrannte rheinische Drehscheibenware|oxidierend gebrannten rheinischen Drehscheibenware]], genauer aus dem Übergang von der [[Badorfer Ware (Rheinland, FMa)|Badorfer]] zur [[Pingsdorfer Ware]] waren im Boden und in den Wänden der Stiftskirche eingemauert (Kottmann 2012; Kottmann 2015).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im süddeutschen Raum sind beispielsweise Funde aus [[Nagold, St. Remigius]], [[Hildrizhausen]] oder [[Winterthur|Oberwinterthur, St. Arbogast]] (Kt. Zürich, Schweiz) zu nennen. In Nagold waren die Gefäße liegend in kleinen Steinkisten deponiert (Roeser/Rathke  1986, 121; 132f.).&lt;br /&gt;
[[Datei:Kirche St. Arbogast, Chor.jpg|thumb|right|mini|Kirche St. Arbogast, Oberwinterthur: Chor mit Schalltöpfen (Foto: Entopos, [https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.en CC BY SA 3.0] via [https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Kirche_St._Arbogast,_Chor.jpg WikimediaCommons])]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Nagold (Roeser Rathke 1986).jpg|Nagold, St. Remigius: im Chor der Kirche III deponierte Gefäße der älteren gelben Drehscheibenware (Fotos: B. Hausner, LDA Karlsruhe, nach Roeser/Rathke 1986. Abb. 137. 138. 146)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
Problematisch sind sogenannte 'Schalltöpfe' im Fußboden, die überwiegend ins frühe Mittelalter gehören und einen Hohlraum unter dem Fußbodenbelag bilden (Roeser/Rathke 1986, 121; 141f.). Formal handelt es sich häufig um normale Töpfe der gängigen Warenarten. Denkbar ist hier auch eine Funktion zur Bodenisolierung, wie dies bei einem römischen Bau in St. Romain-en-Gal (dép. Rhône) der Fall war (Abb.).&lt;br /&gt;
[[Datei:St. Romain-en-Gal (RS 1983) 49-17 - Kopie.jpg|thumb|mini|right|St. Romain-en-Gal: Raum mit Unterbau aus Amphoren, römisch (Foto: R. Schreg, 1983)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einzelne in der Wand auf leicht erreichbarer Höhe vermauerte Gefäße können u.U. auch als Lichtnischen interpretiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Keramikforschung können Schalltöpfe von Bedeutung sein, weil sie bauforscherisch einer Bauphase zugewiesen und so datiet werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Vorkommen==&lt;br /&gt;
u.a.&lt;br /&gt;
*Bosc-Bénard-Commin&lt;br /&gt;
*Gelterkinden&lt;br /&gt;
*Heiligkreuztal: nachgedrehte Keramik (unpubl.)&lt;br /&gt;
*Isen St Zeno (Neuvorlage durch T. Mittlstraß in Arbeit)&lt;br /&gt;
*Meschede, St. Walburga&lt;br /&gt;
*Montivilliers, Kloster Saint-Sauveur: gedrehte mediterrane Transportgefäße&lt;br /&gt;
*[[Nagold, St. Remigius]]: ältere gelbe Drehscheibenware&lt;br /&gt;
*[[Oberwinterthur, St. Arbogast]] &lt;br /&gt;
*Pommiers-en-Forez&lt;br /&gt;
*St. Chef (F, dép. Isère), Saint-Theudère de &lt;br /&gt;
*Syens&lt;br /&gt;
*Villette&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
bedingt:&lt;br /&gt;
*[[Hildrizhausen]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Katalog bei Kottmann 20151&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturhinweise ==&lt;br /&gt;
*Bertholon 2009: Benedicte Bertholon, Les Vases Acoustiques Dans Les Églises Médiévales: Analyse des Sources et Études de Cas. in:  P. Carvahlo, J. Ch. Valière, B. Palazzo-Bertholon, 2009.&lt;br /&gt;
*Desarnaulds u.a. 2001a::V. Desarnaulds/ Y. Loerincik/ A. Carvalho, Efficiency of 13th-century acoustic ceramic pots in two Swiss churches. NOISE-CON 2001, Portland, Maine, 2001 October 29-31  via https://www.researchgate.net/publication/37649796_Efficiency_of_13th-century_acoustic_ceramic_pots_in_two_Swiss_churches&lt;br /&gt;
*Desarnaulds u.a. 2001: Victor Desarnaulds / Yves Loerincik/ W. Stöckli, Vases acoustiques dans les églises du Moyen Age. Mittelalter. Zeitschrift des Schweizerischen Burgenvereins 6 , 2001, 65–72. - &lt;br /&gt;
*Kottmann 2007: A. Kottmann, Die &amp;quot;Schalltöpfe&amp;quot; der ehemaligen Stiftskirche St. Walburge in Meschede. In: F. Lichtwark (Hrsg.), Keramik auf Sonderwegen. Denkmalpfl. u. Forsch. Westfalen 44 (Mainz 2007) 137–147.&lt;br /&gt;
*Kottmann 2012: A. Kottmann, Le paysage européen. L`Allemagne: état de la recherche. In: B. Palazzo-Betholon/ J.-Ch. Valière (Hrsg.), Archéologie du son. Les dispositifs de pots acoustiques dans les édifices anciens. Supplément au Bulletin monumental 5 (Paris 2012) 127-132&lt;br /&gt;
*Kottmann 2015: A. Kottmann, St. Walburga in Meschede. Der karolingische Bau und das Schalltopfensemble. Mit einer bauarchäologischen Analyse von Olaf Goldstein. Tübinger Forschungen zur historischen Archäologie 5 (Büchenbach 2015).&lt;br /&gt;
*Mittelstraß 2026: T. Mittelstraß, Schallgefäße und andere »eingemauerte Thongeschirre des Mittelalters«. Ein Beitrag zur Erforschung mittelalterlicher Keramik und deren archäologischer Datierung. In: N. Erlacher/C. Later/C. Lobinger/M. Miltz/S. Neupert/J. Sebrich (Hrsg.), Zwischen Rhein und Schwarzem Meer. Miszellen zur Vor- und Frühgeschichte und Historischen Archäologie (Rahden, Westf. 2026) 263–285.&lt;br /&gt;
*Roeser/Rathke 1986:V. Roeser/H.G. Rathke, St. Remigius in Nagold. Forsch. u. Ber. Arch. Mittelalter Bad.-Württ. 9 (Tübingen 1986).&lt;br /&gt;
*Schnyder 1981: R. Schnyder, Die Schalltöpfe von St. Arbogast in Oberwinterthur. Zeitschr. Schweizer. Arch. u. Kunstgesch. 38, 1981, 266 ff.&lt;br /&gt;
*Stöckli 1979: W. Stöckli, Keramik in der Kirche des ehemaligen Augustiner-ChorherrenStiftes in Kleinlützel. Archäologie des Kantons Solothurn 1, 1979, 14-48.&lt;br /&gt;
*Pfeifer 1904, H. Pfeifer, Schallgefässe in mittelalterlichen Kirchen. Die Denkmalpflege 6, 1904, 88-90 und 128-130.&lt;br /&gt;
*Weber 1904: P. Weber, Schallgefässe in mittelalterlichen Kirchen. Die Denkmalpflege 6, 1904, 111-112.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Formenkunde]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gefäßform]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>R. Schreg</name></author>
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		<id>https://amanz-balismink.rproxy.rz.uni-bamberg.de/balismink/index.php?title=Schalltopf&amp;diff=11049</id>
		<title>Schalltopf</title>
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		<updated>2026-06-24T16:22:19Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;R. Schreg: /* Literaturhinweise */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Stub}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schalltopf ist eine Sonderform unter der [[Baukeramik]]. In früh- und hochmittelalterlichen Kirchen wurden gelegentlich in die Wände, teilweise inmitten der Wandmalerei, sogenannte Schalltöpfe eingesetzt, die wohl der Verbesserung der Akkustik dienen sollten (Schnyder 1981). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bekannt sind die Schalltöpfe aus dem Frauenstift St. Walburga in Meschede (Hochsauerlandkreis, Nordrhein-Westfalen). 136 Keramikgefäße der [[Oxidierend gebrannte rheinische Drehscheibenware|oxidierend gebrannten rheinischen Drehscheibenware]], genauer aus dem Übergang von der [[Badorfer Ware (Rheinland, FMa)|Badorfer]] zur [[Pingsdorfer Ware]] waren im Boden und in den Wänden der Stiftskirche eingemauert (Kottmann 2012; Kottmann 2015).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im süddeutschen Raum sind beispielsweise Funde aus [[Nagold, St. Remigius]], [[Hildrizhausen]] oder [[Winterthur|Oberwinterthur, St. Arbogast]] (Kt. Zürich, Schweiz) zu nennen. In Nagold waren die Gefäße liegend in kleinen Steinkisten deponiert (Roeser/Rathke  1986, 121; 132f.).&lt;br /&gt;
[[Datei:Kirche St. Arbogast, Chor.jpg|thumb|right|mini|Kirche St. Arbogast, Oberwinterthur: Chor mit Schalltöpfen (Foto: Entopos, [https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.en CC BY SA 3.0] via [https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Kirche_St._Arbogast,_Chor.jpg WikimediaCommons])]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Nagold (Roeser Rathke 1986).jpg|Nagold, St. Remigius: im Chor der Kirche III deponierte Gefäße der älteren gelben Drehscheibenware (Fotos: B. Hausner, LDA Karlsruhe, nach Roeser/Rathke 1986. Abb. 137. 138. 146)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
Problematisch sind sogenannte 'Schalltöpfe' im Fußboden, die überwiegend ins frühe Mittelalter gehören und einen Hohlraum unter dem Fußbodenbelag bilden (Roeser/Rathke 1986, 121; 141f.). Formal handelt es sich häufig um normale Töpfe der gängigen Warenarten. Denkbar ist hier auch eine Funktion zur Bodenisolierung, wie dies bei einem römischen Bau in St. Romain-en-Gal (dép. Rhône) der Fall war (Abb.).&lt;br /&gt;
[[Datei:St. Romain-en-Gal (RS 1983) 49-17 - Kopie.jpg|thumb|mini|right|St. Romain-en-Gal: Raum mit Unterbau aus Amphoren, römisch (Foto: R. Schreg, 1983)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einzelne in der Wand auf leicht erreichbarer Höhe vermauerte Gefäße können u.U. auch als Lichtnischen interpretiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Keramikforschung können Schalltöpfe von Bedeutung sein, weil sie bauforscherisch einer Bauphase zugewiesen und so datiet werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Vorkommen==&lt;br /&gt;
u.a.&lt;br /&gt;
*Bosc-Bénard-Commin&lt;br /&gt;
*Gelterkinden&lt;br /&gt;
*Heiligkreuztal: nachgedrehte Keramik (unpubl.)&lt;br /&gt;
*Isen St Zeno (Neuvorlage durch T. Mittlstraß in Arbeit)&lt;br /&gt;
*Meschede, St. Walburga&lt;br /&gt;
*Montivilliers, Kloster Saint-Sauveur: gedrehte mediterrane Transportgefäße&lt;br /&gt;
*[[Nagold, St. Remigius]]: ältere gelbe Drehscheibenware&lt;br /&gt;
*[[Oberwinterthur, St. Arbogast]] &lt;br /&gt;
*Pommiers-en-Forez&lt;br /&gt;
*St. Chef (F, dép. Isère), Saint-Theudère de &lt;br /&gt;
*Syens&lt;br /&gt;
*Villette&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
bedingt:&lt;br /&gt;
*[[Hildrizhausen]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Katalog bei Kottmann 20151&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literaturhinweise ==&lt;br /&gt;
*Bertholon 2009: Benedicte Bertholon, Les Vases Acoustiques Dans Les Églises Médiévales: Analyse des Sources et Études de Cas. in:  P. Carvahlo, J. Ch. Valière, B. Palazzo-Bertholon, 2009.&lt;br /&gt;
**Desarnaulds u.a. 2001a::V. Desarnaulds/ Y. Loerincik/ A. Carvalho, Efficiency of 13th-century acoustic ceramic pots in two Swiss churches. NOISE-CON 2001, Portland, Maine, 2001 October 29-31  via https://www.researchgate.net/publication/37649796_Efficiency_of_13th-century_acoustic_ceramic_pots_in_two_Swiss_churches&lt;br /&gt;
*Desarnaulds u.a. 2001: Victor Desarnaulds / Yves Loerincik/ W. Stöckli, Vases acoustiques dans les églises du Moyen Age. Mittelalter. Zeitschrift des Schweizerischen Burgenvereins 6 , 2001, 65–72. - &lt;br /&gt;
*Kottmann 2007: A. Kottmann, Die &amp;quot;Schalltöpfe&amp;quot; der ehemaligen Stiftskirche St. Walburge in Meschede. In: F. Lichtwark (Hrsg.), Keramik auf Sonderwegen. Denkmalpfl. u. Forsch. Westfalen 44 (Mainz 2007) 137–147.&lt;br /&gt;
*Kottmann 2012: A. Kottmann, Le paysage européen. L`Allemagne: état de la recherche. In: B. Palazzo-Betholon/ J.-Ch. Valière (Hrsg.), Archéologie du son. Les dispositifs de pots acoustiques dans les édifices anciens. Supplément au Bulletin monumental 5 (Paris 2012) 127-132&lt;br /&gt;
*Kottmann 2015: A. Kottmann, St. Walburga in Meschede. Der karolingische Bau und das Schalltopfensemble. Mit einer bauarchäologischen Analyse von Olaf Goldstein. Tübinger Forschungen zur historischen Archäologie 5 (Büchenbach 2015).&lt;br /&gt;
*Mittelstraß 2026: T. Mittelstraß, Schallgefäße und andere »eingemauerte Thongeschirre des Mittelalters«. Ein Beitrag zur Erforschung mittelalterlicher Keramik und deren archäologischer Datierung. In: N. Erlacher/C. Later/C. Lobinger/M. Miltz/S. Neupert/J. Sebrich (Hrsg.), Zwischen Rhein und Schwarzem Meer. Miszellen zur Vor- und Frühgeschichte und Historischen Archäologie (Rahden, Westf. 2026) 263–285.&lt;br /&gt;
*Roeser/Rathke 1986:V. Roeser/H.G. Rathke, St. Remigius in Nagold. Forsch. u. Ber. Arch. Mittelalter Bad.-Württ. 9 (Tübingen 1986).&lt;br /&gt;
*Schnyder 1981: R. Schnyder, Die Schalltöpfe von St. Arbogast in Oberwinterthur. Zeitschr. Schweizer. Arch. u. Kunstgesch. 38, 1981, 266 ff.&lt;br /&gt;
*Stöckli 1979: W. Stöckli, Keramik in der Kirche des ehemaligen Augustiner-ChorherrenStiftes in Kleinlützel. Archäologie des Kantons Solothurn 1, 1979, 14-48.&lt;br /&gt;
*Pfeifer 1904, H. Pfeifer, Schallgefässe in mittelalterlichen Kirchen. Die Denkmalpflege 6, 1904, 88-90 und 128-130.&lt;br /&gt;
*Weber 1904: P. Weber, Schallgefässe in mittelalterlichen Kirchen. Die Denkmalpflege 6, 1904, 111-112.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Formenkunde]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gefäßform]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>R. Schreg</name></author>
	</entry>
	<entry>
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		<title>Bodenzeichen</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;R. Schreg: /* Verbreitung */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:ABB219-2.jpg|right|mini|Bodenzeichen auf [[Gröbere nachgedrehte Ware (Neckarland, HMa)|gröberer nachgedrehter Ware]] aus [[Lauffen am Neckar]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den sog. Bodenzeichen (auch: Bodenmarken) handelt es sich um meist einfache geometrische Zeichen auf der Unterseite von Standböden überwiegend [[Nachgedrehte Ware|nachgedrehter Keramik]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Beschreibung==&lt;br /&gt;
Prinzipiell ist bei Bodenzeichen zwischen positiven und negativen Zeichen zu differenzieren. Der Positivabdruck, also mit erhabenem Zeichen geht auf den Abdruck einer entsprechend gekerbten Drehscheibenunterlage zurück. Oft ist hier auch ein Quellrand zu erkennen.&lt;br /&gt;
Im Falle des Negativabdruck geht es um eingedrückte oder eingeschnittene Markierungen. Ein Sonderfall ist hier auch der [[Achsabdruck]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kombination von positivem Bodenzeichen und negativem Achsabdruck ist aktuell nicht bekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im süddeutschen Raum treten Bodenzeichen meist als Negativabdruck vor allem an nachgedrehter Keramik auf. Weniger oft sind sie an früher [[Jüngere graue Drehscheibenware (Südwestdeutschland, SMa)|jüngerer grauer Drehscheibenware]] zu finden. Im Vergleich zu anderen Regionen ist die Vielfalt der Formen geringer. Aus Skandinavien (Selling 1955) oder auch Mähren sind deutlich als Kreuzsymbole ausgeprägte Bodenzeichen bekannt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Zeichen===&lt;br /&gt;
[[Datei:Bodenzeichen SWDtl.jpg|500px|thumb|center|Bodenzeichen aus Südwestdeutschland 1-12 Unterregenbach Grabung Frankenbauer (Lobbedey 1972, Beil. 61. 69). – 13-23 [[Forchtenberg, Wüstung Wülfingen]] (Schulze 1981). – 24 [[Renningen, Neuwiesenäcker]] (Schreg 2006, 27, 9). – 25 Renningen, Schwanenstr. 1 (Schreg 2006, Taf. 58, 6). – 26 Ulm, Grüner Hof (Bräuning u. a. 2007, Abb. 24, 22). – 27. 38 [[Urspring, Breiter Weg]] (Maier 1994). – 28-32 Hirsau (Stadt Calw), St. Peter und Paul (Gross 1991c). – 32-37 Ulm, Stadtgraben (Bräuning / Schreg 1998). &lt;br /&gt;
nach Schreg 2012)]]&lt;br /&gt;
*Kreuze&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Ulm (Hübener 1969 Taf 45 1.jpg|Ulm, Kienlesberg (nach Hübener 1969, Taf. 45,1) &lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
*v.a. Radzeichen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallerY&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Külsheim.jpg|Külsheim, Kirchberg: Münzschatzgefäß um 1040 (nach Lobbedey 1968, verändert)&lt;br /&gt;
Datei:Renningen Schwanenstr 1 gröbere ng Ware Boden.jpg|Renningen, Schwanenstraße 1, Grabung 1999 Bef. 4.2/3, Bodenzeichen an gröberer nachgedrehter Ware (Foto: R. Schreg)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verbreitung==&lt;br /&gt;
in den meisten Regionen Europas, aber mit regionalen Schwerpunkten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Interessante Beobachtung: großräumige Ähnlichkeiten bei regionalen Präferenzen einzelner Formen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Chronologie==&lt;br /&gt;
Bodenzeichen treten bereits an spätantiken Gefäßen (Ladstätter 2003) und an Gefäßen aus merowingerzeitlichen Gräberfeldern (z.B. [[Ulm, Kienlesberg]] auf.&lt;br /&gt;
Früh-, vor allem aber Hochmittelalter&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Südwestdeutschland:&lt;br /&gt;
* besonders bei Waren des 11./12. Jahrhunderts&lt;br /&gt;
* Chronologie der früheren nachgedrehten Waren noch nicht abschließend geklärt (jedoch bereits ab der Merowingerzeit)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bedeutung==&lt;br /&gt;
Über die Bedeutung der Bodenzeichen gibt es eine lange Forschungsdiskussion, die unterschiedliche Deutungsansätze hervorgebracht hat.&lt;br /&gt;
Deutungsansätze:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
#symbolische Deutung: Sie setzt auf die Zeichenbedeutung, die kultisch, magisch oder vor unheilabwehrend gesehen wird. Diese Deutung findet sich insbesondere in der Forschung zu slawischer Keramik.&lt;br /&gt;
#herstellungspraktische Deutung: Die Einritzung soll ein Verrutschen des Gefäßes auf der [[Töpferscheibe]] verhindern. Das Bodenzeichen wäre so ein bloßes [[Herstellungsmerkmal]]. In diesem Fall müsste das Gefäß von der Töpferscheibe ohne Verwendung eines Schneidedrahts oder Fadens abgehoben worden sein. Angesprochen wurde auch die Möglichkeit, dass ein Bodenzeichen zum Zentrieren auf der Töpferscheibe diente. Tatsächlich sind Bodenzeichen häufig recht genau zentral angebracht und können in seltenen Fällen auch mit Achsabdrücken vergesellschaftet sein. Quellränder verweisen bisweilen auf eine sekundäre Umformung der Böden und mithin ein bewusstes Anbringen der Bodenzeichen.&lt;br /&gt;
#Herstellersignaturen:  (Schreg 2012, 10ff.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literaturhinweise ==&lt;br /&gt;
*Dietel 1978: K. Dietel, Plastische Marken auf Böden mittelalterlicher Gefäße aus dem nördlichen Fichtelgebirge. Geschichte am Obermain 11, 1977/78, 114–129.&lt;br /&gt;
*Ladstätter 2003: S. Ladstätter, Handelsbeziehungen der Provinz Noricum in der Spätantike am Beispiel des keramischen Fundmaterials. In: Ch. Bakirtzis (Hrsg.), Céramiques médiévales de la Méditerranée. Actes du VIIe Congrès International sur la Céramique Médievale en Méditerranée, Thessaloniki, 11.-16. Octobre 1999 (Athen 2003), 303-312.&lt;br /&gt;
*Lobbedey 1968: U. Lobbedey, Untersuchungen mittelalterlicher Keramik vornehmlich in Südwestdeutschland. Arb. Frühmittelalterforsch. 3 (Berlin 1968) bes. 61–62.&lt;br /&gt;
*Rogier 2015: M. Rogier, Mittelalterliche nachgedrehte Keramik. Überlegungen zur Definition, Bestimmung und Interpretation am Beispiel Baden-Württemberg. Lehr- u. Arbeitsmat. Arch. Mittelalter u. Neuzeit (Tübingen 2015) bes. 55f.&lt;br /&gt;
*Selling 1955: D. Selling, Wikingerzeitliche und frühmittelalterliche Keramik in Schweden (Stockholm 1955).&lt;br /&gt;
*Schreg 2012: R. Schreg, Keramik des 9. bis 12. Jahrhunderts am Rhein. Forschungsperspektiven für Produktion und Alltag. In: L. Grunwald/H. Pantermehl/R. Schreg (Hrsg.), Hochmittelalterliche Keramik am Rhein. Eine Quelle für Produktion und Alltag des 9. bis 12. Jahrhunderts. Tagung im Römisch-Germanischen Zentralmuseum, 6. bis 7. Mai 2011. RGZM-Tagungen 13 (Mainz 2012) 1–19, bes. 13. ISBN 978-3795426668.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bodenzeichen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Formenkunde]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>R. Schreg</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://amanz-balismink.rproxy.rz.uni-bamberg.de/balismink/index.php?title=Bodenzeichen&amp;diff=11047</id>
		<title>Bodenzeichen</title>
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		<updated>2026-06-23T12:50:31Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;R. Schreg: /* Literaturhinweise */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:ABB219-2.jpg|right|mini|Bodenzeichen auf [[Gröbere nachgedrehte Ware (Neckarland, HMa)|gröberer nachgedrehter Ware]] aus [[Lauffen am Neckar]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den sog. Bodenzeichen (auch: Bodenmarken) handelt es sich um meist einfache geometrische Zeichen auf der Unterseite von Standböden überwiegend [[Nachgedrehte Ware|nachgedrehter Keramik]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Beschreibung==&lt;br /&gt;
Prinzipiell ist bei Bodenzeichen zwischen positiven und negativen Zeichen zu differenzieren. Der Positivabdruck, also mit erhabenem Zeichen geht auf den Abdruck einer entsprechend gekerbten Drehscheibenunterlage zurück. Oft ist hier auch ein Quellrand zu erkennen.&lt;br /&gt;
Im Falle des Negativabdruck geht es um eingedrückte oder eingeschnittene Markierungen. Ein Sonderfall ist hier auch der [[Achsabdruck]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kombination von positivem Bodenzeichen und negativem Achsabdruck ist aktuell nicht bekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im süddeutschen Raum treten Bodenzeichen meist als Negativabdruck vor allem an nachgedrehter Keramik auf. Weniger oft sind sie an früher [[Jüngere graue Drehscheibenware (Südwestdeutschland, SMa)|jüngerer grauer Drehscheibenware]] zu finden. Im Vergleich zu anderen Regionen ist die Vielfalt der Formen geringer. Aus Skandinavien (Selling 1955) oder auch Mähren sind deutlich als Kreuzsymbole ausgeprägte Bodenzeichen bekannt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Zeichen===&lt;br /&gt;
[[Datei:Bodenzeichen SWDtl.jpg|500px|thumb|center|Bodenzeichen aus Südwestdeutschland 1-12 Unterregenbach Grabung Frankenbauer (Lobbedey 1972, Beil. 61. 69). – 13-23 [[Forchtenberg, Wüstung Wülfingen]] (Schulze 1981). – 24 [[Renningen, Neuwiesenäcker]] (Schreg 2006, 27, 9). – 25 Renningen, Schwanenstr. 1 (Schreg 2006, Taf. 58, 6). – 26 Ulm, Grüner Hof (Bräuning u. a. 2007, Abb. 24, 22). – 27. 38 [[Urspring, Breiter Weg]] (Maier 1994). – 28-32 Hirsau (Stadt Calw), St. Peter und Paul (Gross 1991c). – 32-37 Ulm, Stadtgraben (Bräuning / Schreg 1998). &lt;br /&gt;
nach Schreg 2012)]]&lt;br /&gt;
*Kreuze&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Ulm (Hübener 1969 Taf 45 1.jpg|Ulm, Kienlesberg (nach Hübener 1969, Taf. 45,1) &lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
*v.a. Radzeichen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallerY&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Külsheim.jpg|Külsheim, Kirchberg: Münzschatzgefäß um 1040 (nach Lobbedey 1968, verändert)&lt;br /&gt;
Datei:Renningen Schwanenstr 1 gröbere ng Ware Boden.jpg|Renningen, Schwanenstraße 1, Grabung 1999 Bef. 4.2/3, Bodenzeichen an gröberer nachgedrehter Ware (Foto: R. Schreg)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verbreitung==&lt;br /&gt;
in den meisten Regionen Europas&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Interessante Beobachtung: großräumige Ähnlichkeiten bei regionalen Präferenzen einzelner Formen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Chronologie==&lt;br /&gt;
Bodenzeichen treten bereits an spätantiken Gefäßen (Ladstätter 2003) und an Gefäßen aus merowingerzeitlichen Gräberfeldern (z.B. [[Ulm, Kienlesberg]] auf.&lt;br /&gt;
Früh-, vor allem aber Hochmittelalter&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Südwestdeutschland:&lt;br /&gt;
* besonders bei Waren des 11./12. Jahrhunderts&lt;br /&gt;
* Chronologie der früheren nachgedrehten Waren noch nicht abschließend geklärt (jedoch bereits ab der Merowingerzeit)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bedeutung==&lt;br /&gt;
Über die Bedeutung der Bodenzeichen gibt es eine lange Forschungsdiskussion, die unterschiedliche Deutungsansätze hervorgebracht hat.&lt;br /&gt;
Deutungsansätze:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
#symbolische Deutung: Sie setzt auf die Zeichenbedeutung, die kultisch, magisch oder vor unheilabwehrend gesehen wird. Diese Deutung findet sich insbesondere in der Forschung zu slawischer Keramik.&lt;br /&gt;
#herstellungspraktische Deutung: Die Einritzung soll ein Verrutschen des Gefäßes auf der [[Töpferscheibe]] verhindern. Das Bodenzeichen wäre so ein bloßes [[Herstellungsmerkmal]]. In diesem Fall müsste das Gefäß von der Töpferscheibe ohne Verwendung eines Schneidedrahts oder Fadens abgehoben worden sein. Angesprochen wurde auch die Möglichkeit, dass ein Bodenzeichen zum Zentrieren auf der Töpferscheibe diente. Tatsächlich sind Bodenzeichen häufig recht genau zentral angebracht und können in seltenen Fällen auch mit Achsabdrücken vergesellschaftet sein. Quellränder verweisen bisweilen auf eine sekundäre Umformung der Böden und mithin ein bewusstes Anbringen der Bodenzeichen.&lt;br /&gt;
#Herstellersignaturen:  (Schreg 2012, 10ff.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literaturhinweise ==&lt;br /&gt;
*Dietel 1978: K. Dietel, Plastische Marken auf Böden mittelalterlicher Gefäße aus dem nördlichen Fichtelgebirge. Geschichte am Obermain 11, 1977/78, 114–129.&lt;br /&gt;
*Ladstätter 2003: S. Ladstätter, Handelsbeziehungen der Provinz Noricum in der Spätantike am Beispiel des keramischen Fundmaterials. In: Ch. Bakirtzis (Hrsg.), Céramiques médiévales de la Méditerranée. Actes du VIIe Congrès International sur la Céramique Médievale en Méditerranée, Thessaloniki, 11.-16. Octobre 1999 (Athen 2003), 303-312.&lt;br /&gt;
*Lobbedey 1968: U. Lobbedey, Untersuchungen mittelalterlicher Keramik vornehmlich in Südwestdeutschland. Arb. Frühmittelalterforsch. 3 (Berlin 1968) bes. 61–62.&lt;br /&gt;
*Rogier 2015: M. Rogier, Mittelalterliche nachgedrehte Keramik. Überlegungen zur Definition, Bestimmung und Interpretation am Beispiel Baden-Württemberg. Lehr- u. Arbeitsmat. Arch. Mittelalter u. Neuzeit (Tübingen 2015) bes. 55f.&lt;br /&gt;
*Selling 1955: D. Selling, Wikingerzeitliche und frühmittelalterliche Keramik in Schweden (Stockholm 1955).&lt;br /&gt;
*Schreg 2012: R. Schreg, Keramik des 9. bis 12. Jahrhunderts am Rhein. Forschungsperspektiven für Produktion und Alltag. In: L. Grunwald/H. Pantermehl/R. Schreg (Hrsg.), Hochmittelalterliche Keramik am Rhein. Eine Quelle für Produktion und Alltag des 9. bis 12. Jahrhunderts. Tagung im Römisch-Germanischen Zentralmuseum, 6. bis 7. Mai 2011. RGZM-Tagungen 13 (Mainz 2012) 1–19, bes. 13. ISBN 978-3795426668.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bodenzeichen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Formenkunde]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>R. Schreg</name></author>
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