Engobe
fehlende Literaturangaben und -nachweise. - Bitte ergänzen!
|
Ein Keramiküberzug mit einem andersfarbigen Schlicker.
Die Engobe selbst besteht aus einer homogenen Mischung aus feinem Ton, Wasser und ggf. weiteren Mineralien.
Da sich der Gefäßton und die Engobe in ihrer Zusammensetzung unterscheiden können, ergeben sich beim Brand häufig unterschiedliche Reaktionen und Farben.
Eine Engobe wird vor dem Brand teilweise (z.B. durch Übergießen oder mit Pinsel oder Schwämmchen) oder zur Gänze (z. B. im Tauchverfahren) aufgetragen. Ein Überstreichen der Oberfläche mit nassen Händen oder einem nassen Tuch bzw. Schwämmchen verteilt Tonpartikel an der Oberfläche und ergibt eine sog. Eigen-Engibe (self-Slip).
Oftmals dient eine Engobe als Grundierung (sog. Grundengobe) für weitere Verzierungen wie Bemalung oder Glasur. Bisweilen stellt die Engobe selbst bereits die Bemalung dar. Zu dieser Malengobe gehört beispielsweise die Malhornverzierung.
In der Praxis fällt die optische Unterscheidung von einem Wechsel der Brandatmosphäre, der dazu führte, dass die Gefäßoberfläche eine andere Farbe als der Scherben besitzt, oft schwer. Eine genaue Beobachtung von Beschädigungen an der Oberfläche kann hier einen Anhaltspunkt geben, da Engobe nur dünn aufgetragen ist.
Einzelne Waren sind durch ihre Engobierung charakterisiert, so z.B. die orange engobierte Drehscheibenware (Bodenseeraum, SMa).
Literaturhinweise
- Boschettie-Maradi 2006: A. Boschetti-Maradi, Gefäßkeramik und Hafnerei in der frühen Neuzeit im Kanton Bern (Bern 2006).
