Webgewicht

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Webgewichte sind Teil des stehenden Gewichtswebstuhls und ein wichtiger Indikator für örtliches Textilhandwerk. Sie sind bereits aus prähistorischem Kontext bekannt und im Mittelalter - vor allem im Früh-und Hochmittelalter - bevor der liegende Webstuhl in Gebrauch kam.

Häufig sind kugelige oder länglich- pyramiden- oder zylinderförmige Stücke. Die kugeligen Gewichte wurden in der Regel einfach mit den Händen geformt. Um 1000 gewinnen nach Befunden aus der Schweiz die zylinderförmigen Gewichte gegenüber den kugeligen an Bedeutung (Rast. Eicher/ Windler 2014). Hinzuweisen ist auf Dellen und Ritzverzierungen sowie - frühmittelalterlich - auf Stempeleindrücke bzw. Abdrücke von Schlüsseln oder Kämmen. Webgewichte waren in der Regel nicht oder nur schwach, vielleicht sekundär gebrannt.


Webgewichte: 1-2 Hallstattzeit, Heuneburg. - 3-5 Frühmittelalter, Renningen. - 6 Frühmittelalter, Urspring.

Literaturhinweise

  • Arnold 1993: S. Arnold, Ein erwähnenswerter Siedlungsbefund aus Leonberg-Höfingen, Kreis Böblingen. Arch. Ausgr. Bad.-Württ. 1993, 245-247.
  • Engelhardt/ Weickmann 1990: B. Engelhardl/E. Weickmann, Archäologische Bodenspuren eines Gewichtswebstuhls der frühen Eisenzeit mit einem Beitrag über Webversuche. In: Experimentelle Archäologie in Deutschland. Archäologische Mitteilungen aus Nordwestdeutschland, Beih. 4 (Oldenburg 1990) 424-426.
  • Gross 1992: U. Gross, Zu den runden Webgewichten des frühen und hohen Mittelalters. Arch. Inf. 15, 1992, 56-62.
  • Maier 1994: K.H. Maier, Eine mittelalterliche Siedlung auf Markung Urspring. Materialh. Arch. Bad.-Württ. 23 (Stuttgart 1994).
  • Rast-Eicher/ Windler 2014: A. Rast-Eicher/ R. Windler, Textilproduktion, Textilien, Kleidung und Schmuck.In:U.Niffeler (Hrsg.), Archäologie der Zeit von 800 bis 1350. Die Schweiz vom Paläolithikum bis zum frühen Mittelalter 7 (Basel 2014) 287-308.
  • Sievrs 1984: S. Sievers, Die Kleinfunde der Heuneburg. Heuneburgstudien V = Röm.-German. Forsch. 42 (Mainz 1984).