Feuerstülpen
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Ferustülpen bzw. Gluthauben sind Teile der mittelalterlichen Küchenausstattung. Sie dienen dazu, die Glut des Herdfeuers zu sichern und die Brangefahr zu reduzieren. Es handelt sich um schüsselartige Abdeckungen mit einem bügelartigem Henkel auf der Oberseite, wobei die Wandung mehrere meist ausgeschnittene Löcher aufweist, die eine gewisse Sauerstoffzufuhr gewährleisten.
An fragmentierten archäologischen Funden ist eine Differenzierung zwischen Feuerstülpe und der ohne Löcher auskommenden Backglocke meist nicht möglich. Diagnostisch gute Hinweise bieten Fragmente, die die Wandungslöcher erkennen lassen.
Mittelalterliche und frühneuzeitliche Exemplare
- Bamberg, Am Kranen 14: jüngere graue Drehscheibenware (Franken, SMa) (unpubl.)
- Breisach (Schmaedecke 1992)
- Eschelbronn, Niederungsburg (Gross 2021)
- Kelheim, Arkadenhaus
- Konstanz, Haus zur Katz - https://www.alm-konstanz.de/digitale-sammlung/objekt/feuerstulpe-1987-0070-9019-0001
- Ravensburg (Gross u.a. 1991, 340)
- Staufen/Breisgau (Kaltwasser 1994)
Literatur
- Gross 2021: U. Gross, Keramikfunde aus der Niederungsburg Eschelbronn, Rhein-Neckar-Kreis, Teil 1: Mittelalter (Heidelberg 2021).
- Kaltwasser 1994: St. Kaltwasser, Spätmittelalterliche Keramik aus Staufen/Breisgau. Arch. Nachr. Baden51/52, 1994, 44-57.
- Schmaedecke 1992: M. Schmaedecke, Der Breisacher Münsterberg. Topographie und Entwicklung. Forsch. u. Ber. Arch. Mittelalter Bad.-Württ. 11 (Stuttgart 1992).
- Vida 2016: T. Vida, Backglocken, Backdeckel und Backhauben. Archäologische Angaben zur Ernährungskultur Süd- und Mitteleuropas. Acta Arch. Acad. Scien. Hungaricae 67, 2, 2016, 391–421.