Orange engobierte Drehscheibenware (Bodenseeraum, SMa): Unterschied zwischen den Versionen

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lm Bodenseeraum und Oberschwaben tritt vor allem im 13./14. Jahrhundert eine außen orange engobierte Feinware auf, die hier offenbar die Rolle der [[rotbemalte schwäbische Feinware (Württemberg, SMa)|rotbemalten schwäbischen Feinware]] spielt. In Konstanz hat diese scheibengedrehte, oxidierend gebrannte, fein gemagerte rote Irdenware einen großen Anteil an der [[jüngere Drehscheibenware|jüngeren Drehscheibenware]]. Sie wurde mit roter Engobe überzogen und erhielt dadurch eine dunkelrote bis bräunliche Färbung (D. Ade in: Dumitrache 2018, 274). Da die normale jüngere Drehscheibenware in Konstanz häufig ebenfalls rot ist, stellt sich die rot engobierte Drehscheibenware nur als Untergruppe der regional gebräuchlichen, nicht engobierten [[jüngere rote Drehscheibenware (Bodenseeraum, SMa)|jüngeren roten Drehscheibenware]] dar.
   
   
 
==Forschungsgeschichte==
 
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Für die Definition der Warenart waren v.a. die Funde von [[Konstanz, Fischmarkt]] von Bedeutung, die durch Marina Junkes (1991) bearbeitet wurde. Da die Arbeit nur als Microfiche publiziert wurde, wurde sie jedoch nur wenig rezipiert.
 
Für die Definition der Warenart waren v.a. die Funde von [[Konstanz, Fischmarkt]] von Bedeutung, die durch Marina Junkes (1991) bearbeitet wurde. Da die Arbeit nur als Microfiche publiziert wurde, wurde sie jedoch nur wenig rezipiert.
===alternative Bezeichnungen===
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===Alternative Bezeichnungen===
 
*rot engobierte Feinware.
 
*rot engobierte Feinware.
 
*Rote Irdenware, rot engobiert (D. Ade in: Dumitrache 2018, 274)
 
*Rote Irdenware, rot engobiert (D. Ade in: Dumitrache 2018, 274)
 
   
 
==Charakteristika==
 
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===Herstellungstechnik===
 
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Drehscheibenware
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Drehscheibenware, zum Teil nachgedreht
   
 
===Brand/ Farbe===
 
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===Magerung===
 
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===Oberflächenbeschaffenheit===
 
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Die meist auf der Außenseite aufgetragene Engobe war von unterschiedlicher Qualität, Dicke und Flächigkeit und blieb dementsprechend spärlich oder gut erhalten. Engobiert wurden hauptsächlich Schankgefäße, vor allem Bügelkannen, aber ebenso Ausgusskännchen oder Aquamanilien, die alle auf der Schauseite mit Engobe überzogen wurden.
 
Die meist auf der Außenseite aufgetragene Engobe war von unterschiedlicher Qualität, Dicke und Flächigkeit und blieb dementsprechend spärlich oder gut erhalten. Engobiert wurden hauptsächlich Schankgefäße, vor allem Bügelkannen, aber ebenso Ausgusskännchen oder Aquamanilien, die alle auf der Schauseite mit Engobe überzogen wurden.
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Die Oberfläche ist außen i.R. gut geglättet und zeigt kaum Drehspuren.
   
 
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*[[Aquamanile]]: z.B. Exemplar
   
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Das genaue Verbreitungsgebiet ist bisher nicht zu überschauen, da nur wenige Fundpunkte - Konstanz, Schaffhausen und Ravensburg vorliegen.
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Das genaue Verbreitungsgebiet ist bisher nicht genau zu überschauen, da nur wenige Fundpunkte - Konstanz, Schaffhausen und Ravensburg vorliegen. Funde sollen auch aus der Ostschweiz und Lichtenstein vorliegen (Hinweis bei Keramikworkshop Juni 2026 in Tübingen).
   
 
==Kulturgeschichtliche Einordnung und sozialer Kontext==
 
==Kulturgeschichtliche Einordnung und sozialer Kontext==
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Die orange engobierte Drehehscheibenware scheint das FOrmenspektrum der jüngeren Drehscheibenware in Südwestdeutschland zu teilen, sticht aber durch seinen rötlichen SCherben und seine Engobe hervor. Sie übernimmt auch die Rolle der Feinware, die andernorts, wie im Neckarland mit dem Nebeneinander zwischen [[Jüngere graue Drehscheibenware (Südwestdeutschland, SMa)|grauer Drehescheibenware]] als Alltagsgeschirr und [[Rotbemalte schwäbische Feinware (Württemberg, SMa)|Buocher Ware]] als Feinware, differenziert ist.
   
 
==wichtige Fundkomplexe==
 
==wichtige Fundkomplexe==
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*Konstanz, Haus zur Katz
 
*[[Konstanz, Fischmarkt]]
 
*[[Konstanz, Fischmarkt]]
 
*[[Konstanz, Marktstätte]]
 
*[[Konstanz, Marktstätte]]
 
*[[Ravensburg, Veitsburg]]
 
*[[Ravensburg, Veitsburg]]
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*[[Ravensburg]], Marienplatz
 
*Reichenau, Mittelzell: J. Oexle/A. Zettler, Grabungen in der "Pfalz" zu Reichenau-Mittelzell, Kr. Konstanz. Arch. Korrbl. 12, 1982, 269 ff
 
*Reichenau, Mittelzell: J. Oexle/A. Zettler, Grabungen in der "Pfalz" zu Reichenau-Mittelzell, Kr. Konstanz. Arch. Korrbl. 12, 1982, 269 ff
 
*Reichenau, Niederzell: Grabung Erdmann 1974; Funde im ALM Rastatt (Hinweis U. Gross)
 
*Reichenau, Niederzell: Grabung Erdmann 1974; Funde im ALM Rastatt (Hinweis U. Gross)

Aktuelle Version vom 4. Juni 2026, 10:59 Uhr

Achtung Grabung.jpgDieser Artikel ist noch unvollständig und erfordert ggf. Korrekturen und Ergänzungen.
Orange engobierte Ware, Ravensburg, Veitsburg (nach Ade-Rademacher 1993).

lm Bodenseeraum und Oberschwaben tritt vor allem im 13./14. Jahrhundert eine außen orange engobierte Feinware auf, die hier offenbar die Rolle der rotbemalten schwäbischen Feinware spielt. In Konstanz hat diese scheibengedrehte, oxidierend gebrannte, fein gemagerte rote Irdenware einen großen Anteil an der jüngeren Drehscheibenware. Sie wurde mit roter Engobe überzogen und erhielt dadurch eine dunkelrote bis bräunliche Färbung (D. Ade in: Dumitrache 2018, 274). Da die normale jüngere Drehscheibenware in Konstanz häufig ebenfalls rot ist, stellt sich die rot engobierte Drehscheibenware nur als Untergruppe der regional gebräuchlichen, nicht engobierten jüngeren roten Drehscheibenware dar.


Forschungsgeschichte

Für die Definition der Warenart waren v.a. die Funde von Konstanz, Fischmarkt von Bedeutung, die durch Marina Junkes (1991) bearbeitet wurde. Da die Arbeit nur als Microfiche publiziert wurde, wurde sie jedoch nur wenig rezipiert.

Alternative Bezeichnungen

  • rot engobierte Feinware.
  • Rote Irdenware, rot engobiert (D. Ade in: Dumitrache 2018, 274)

Charakteristika

Herstellungstechnik

Drehscheibenware, zum Teil nachgedreht

Brand/ Farbe

rote/orange Engobe

Magerung

Oberflächenbeschaffenheit

Die meist auf der Außenseite aufgetragene Engobe war von unterschiedlicher Qualität, Dicke und Flächigkeit und blieb dementsprechend spärlich oder gut erhalten. Engobiert wurden hauptsächlich Schankgefäße, vor allem Bügelkannen, aber ebenso Ausgusskännchen oder Aquamanilien, die alle auf der Schauseite mit Engobe überzogen wurden. Die Oberfläche ist außen i.R. gut geglättet und zeigt kaum Drehspuren.

Verzierungen

Der Engobeauftrag diente als Dekor; er wurde in der Regel mehr oder weniger flächig aufgetragen, vereinzelt finden sich im 13. Jahrhundert auch Engobestriche als Verzierung. Diese rote Streifen- und Wellenlinienbemalung tritt nach der Mitte des 14. Jahrhunderts nicht mehr auf.

Gefäßformen

Unter den Gefäßformen finden sich Spezialformen wie Aquamanilien und Miniaturgefäße.

Chronologie

Nach den Befunden von Konstanz, Markstätte setzte die Ware dort ab der Mitte des 13. Jh. ein.

Verbreitung

Das genaue Verbreitungsgebiet ist bisher nicht genau zu überschauen, da nur wenige Fundpunkte - Konstanz, Schaffhausen und Ravensburg vorliegen. Funde sollen auch aus der Ostschweiz und Lichtenstein vorliegen (Hinweis bei Keramikworkshop Juni 2026 in Tübingen).

Kulturgeschichtliche Einordnung und sozialer Kontext

Die orange engobierte Drehehscheibenware scheint das FOrmenspektrum der jüngeren Drehscheibenware in Südwestdeutschland zu teilen, sticht aber durch seinen rötlichen SCherben und seine Engobe hervor. Sie übernimmt auch die Rolle der Feinware, die andernorts, wie im Neckarland mit dem Nebeneinander zwischen grauer Drehescheibenware als Alltagsgeschirr und Buocher Ware als Feinware, differenziert ist.

wichtige Fundkomplexe

Literaturhinweise

  • Ade-Rademacher 1993: Dorothee Ade-Rademacher/ Reinhard Rademacher: Der Veitsberg bei Ravensburg. Vorgeschichtliche Höhensiedlung und mittelalterlich-frühneuzeitliche Höhenburg. Forschungen und Berichte der Archäologie des Mittelalters in Baden-Württemberg 16 (Stuttgart 1993). - ISBN 3-8062-1075-6
  • Gross u. a. 1992: U. Gross/S. Kaltwasser/D. Ade-Rademacher u. a., Keramik. In: ,Stadtluft, Hirsebrei und Bettelmönch. Die Stadt um 1300 (Stuttgart 1992) 320–345.
  • Dumitrache 2018: M. Dumitrache, Die Konstanzer Marktstätte im Mittelalter und in der Neuzeit. Forschungen und Berichte zur Archäologie in Baden-Württemberg 5 (Wiesbaden 2018). - https://doi.org/10.11588/propylaeum.791
  • Junkes 1991: M. Junkes, Die spätmittelalterliche Geschirrkeramik der Grabung Konstanz, Fischmarkt (Kiel 1991). - [Mikrofiche UB Heidelberg]
  • Schreg 1999: Rainer Schreg, Keramik aus Südwestdeutschland. Eine Hilfe zur Beschreibung, Bestimmung und Datierung archäologischer Funde vom Neolithikum bis zur Neuzeit. In: Barbara Scholkmann (Hrsg.), Lehr- und Arbeitsmaterialien zur Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit³ (Tübingen 1999).