Gruibingen: Unterschied zwischen den Versionen

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der Kellermauerung zeichneten sich im Profil die Verfüllungen mehrerer Gruben ab. Funde stammmen vor allem aus den Gruben I und II.
 
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====Keramikfunde====
 
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Die altesten Funde gehören der [[Rauwandige Drehscheibenware Donzdorfer Art (Neckarland/ Schwäb. Alb, FMa)|rauwandigen Drehscheibenware Donzdorfer Art]] des 6. bis
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Die ältesten Funde gehören der [[Rauwandige Drehscheibenware Donzdorfer Art (Neckarland/ Schwäb. Alb, FMa)|rauwandigen Drehscheibenware Donzdorfer Art]] des 6. bis
8. Jahrhunderts an. Neben zwei Bodenscherben ist das Fragment einer rollstempelverzierten Schale bemerkenswert. Die Scherbenbeschaffenheit der Gruibinger Funde entspricht allerdings nicht ganz dem, was aus dem [[Donzdorf, Hinterer Brühl| Topferofen bei Donzdorf]] selbst bekannt ist, da die charakteristischen rostbraunen Magerungspartikel und das Craquelée der Oberfläche fehlen.
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8. Jahrhunderts an. Neben zwei Bodenscherben ist das Fragment einer rollstempelverzierten Schale bemerkenswert. Die Scherbenbeschaffenheit der Gruibinger Funde entspricht allerdings nicht ganz dem, was aus dem [[Donzdorf, Hinterer Brühl| Töpferofen bei Donzdorf]] selbst bekannt ist, da die charakteristischen rostbraunen Magerungspartikel und das Craquelée der Oberfläche fehlen.
Grune 1 enthielt vor allem [[Ältere gelbe Drehscheibenware (Südwestdeutschland, FMa/HMa)]] des Typs Jagstfeld sowie [[Albware (Schwäbische Alb/ mittleres Neckarland, HMa)]] und [[Feinsandig glimmerhaltige nachgedrehte Ware (Ostalb, HMa)]]. Damit vergesellschaftet fand sich eine Randscherbe der [[Rotbemalte ältere gelbe Drehscheibenware (Südwestdeutschland, HMa)|rotbemalten älteren gelben Drehscheibenware]] mit einer Randbildung entsprechend dem Typ Jagstfeld.
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Grube 1 enthielt vor allem [[Ältere gelbe Drehscheibenware (Südwestdeutschland, FMa/HMa)]] des Typs Jagstfeld sowie [[Albware (Schwäbische Alb/ mittleres Neckarland, HMa)]] und [[Feinsandig glimmerhaltige nachgedrehte Ware (Ostalb, HMa)]]. Damit vergesellschaftet fand sich eine Randscherbe der [[Rotbemalte ältere gelbe Drehscheibenware (Südwestdeutschland, HMa)|rotbemalten älteren gelben Drehscheibenware]] mit einer Randbildung entsprechend dem Typ Jagstfeld.
 
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Datei:Gruibingen Untere Schulgasse 2.jpg|Gruibingen, Untere Schulgasse 1: 1 verz. Rs (Schale), rauwandige Drehscheibenware, mittelgrob stark gemag. (Quarz), uneinheitl. hart gebr., Oberfl. rau, durchstoi3ende Magerungspart., drei Reihen eines Kleinrechteckrollstempels, horizontale Linie, schwarz, außen fahlbraun, innen anhaftende´organ. Reste (mittlerer Bereich über Grube 11: Gr/Schulg.l/II) (Zeichnung R. Schreg)
 
Datei:Gruibingen Untere Schulgasse 2.jpg|Gruibingen, Untere Schulgasse 1: 1 verz. Rs (Schale), rauwandige Drehscheibenware, mittelgrob stark gemag. (Quarz), uneinheitl. hart gebr., Oberfl. rau, durchstoi3ende Magerungspart., drei Reihen eines Kleinrechteckrollstempels, horizontale Linie, schwarz, außen fahlbraun, innen anhaftende´organ. Reste (mittlerer Bereich über Grube 11: Gr/Schulg.l/II) (Zeichnung R. Schreg)

Version vom 9. März 2025, 13:39 Uhr

Gruibingen (Lkr. Göppingen)

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Gruibingen ist in der Archäologie des Mittelalters vor allem wegen der Grabungen 1973/74 in der Kirche St. Martin bekannt. Für die Keramikforschung sind jedoch zwei Fundstellen im Dorfbereich von größerer Bedeutung:

Lage

Der Ortskern von Gruibingen liegt in einem Tal in der Filsalb, auf einem Geländerücken zwischen Hohlbach und Winkelbach, die Kirche selbst auf dem sich verengenden Sporn nahe des Zusammenflusses. Die Möglichkeit des Albaufstieges über das obere Filstal, den heute die Autobahn A8 nutzt, war wohl auch in frühmittelalterlicher Zeit ein Faktor der Siedlungsentwicklung.

Ortsgeschichte

Der Ort ist in der Stiftungsurkunde für das Kloster Wiesensteig im Jahre 861 erstmals genannt, welches "in Gruibingaro marco" im "pagus Pleonungatal" lag.

Archäologische Befunde

Kirche St. Martin

1973/74 fanden sich in der Martinskirche in Gruibingen nicht nur Spuren der Vorgängerkirche aus dem Frühmittelalter sondern auch ein Klerikergrab mit beinerner Gürtelschnalle und die Grablegen einer sozial herausgehobenen Familie. Zu nennen ist insbesondere das Grab einer Frau, das einen polyedrischen goldenen Ohrring mit Almandineinlagen enthielt. Unter den Funden befindet sich auch ein geglättetes Knickwandgefäß.

Untere Schulgasse 1

Im Herbst 1998 wurde 60 m nordwestlich der Kirche eine alte Hofstelle in der Unteren Schulgasse 1 abgerissen. Nach Herausnahme der Kellermauerung zeichneten sich im Profil die Verfüllungen mehrerer Gruben ab. Funde stammmen vor allem aus den Gruben I und II.

Keramikfunde

Die ältesten Funde gehören der rauwandigen Drehscheibenware Donzdorfer Art des 6. bis 8. Jahrhunderts an. Neben zwei Bodenscherben ist das Fragment einer rollstempelverzierten Schale bemerkenswert. Die Scherbenbeschaffenheit der Gruibinger Funde entspricht allerdings nicht ganz dem, was aus dem Töpferofen bei Donzdorf selbst bekannt ist, da die charakteristischen rostbraunen Magerungspartikel und das Craquelée der Oberfläche fehlen. Grube 1 enthielt vor allem Ältere gelbe Drehscheibenware (Südwestdeutschland, FMa/HMa) des Typs Jagstfeld sowie Albware (Schwäbische Alb/ mittleres Neckarland, HMa) und Feinsandig glimmerhaltige nachgedrehte Ware (Ostalb, HMa). Damit vergesellschaftet fand sich eine Randscherbe der rotbemalten älteren gelben Drehscheibenware mit einer Randbildung entsprechend dem Typ Jagstfeld.

Brückenweg

Am Nordrand des Ortes konnte Albert Kley mehrere Webgewichte bergen.


Literaturhiweise

  • Quast 1996: D. Quast, Bemerkungen zum Goldohrring aus der Martinskirche in Gruibingen (Lkr. Goppingen). Fundber. Bad.-Württ. 2 1, 1996, 541-554.
  • Schäfer 1974: H. Schäfer, Die evangelische Martinskirche in Gruibingen, Kreis Göppingen. Ein archäologischer Beitrag zu ihrer Geschichte. Denkmalpfl. Bad.-Württ. 3, 1974/2, 9-18.
  • Schreg/ Lang 1999: R. Schreg / W. Lang: Merowingerzeitliche Siedlungsspuren bei der Martinskirche in Gruibingen. Hohenstaufen/ Helfenstein 9, 1999, 51-70.

https://www.academia.edu/240691