Elsässer Steinzeug, (mittlerer Oberrhein, SMa/FNz)
Der Norden des Elsass ist auch heute noch eine Region, in der Steinzeug hergestellt wird, insbesondere im Dorf Betschdorf, wo seit dem 18. Jahrhundert Keramik dieser Art produziert wird, die bis heute ein Symbol für das elsässische Handwerk ist. Archäologische Forschungen lassen jedoch vermuten, dass die Steinzeugproduktion im Elsass noch älter sein und bis ins 15. Jahrhundert zurückreichen könnte.
Forschungsgeschichte
Yves Henigfeld ist der Einzige, der sich für die Steinzeugproduktion im Elsass interessiert hat, genauer gesagt in Haguenau, das bislang das einzige Produktionszentrum ist, das dank der zahlreichen dort gefundenen Brennabfälle eindeutig identifiziert werden konnte. Er widmete diesem Thema 1998 einen Artikel, der derzeit die einzige verfügbare regionale Quelle darstellt. Er stützt sich auf die Sammlungen des Museums von Haguenau, die aus mehreren Funden in der Stadt stammen und mehr oder weniger (manchmal gar nicht) dokumentiert sind.
andere Beizeichnungen
- auf Französisch: "grès d'Alsace" oder "grès du nord de l'Alsace" oder "grès haguenoviens".
Charakteristika
Drehscheibenware. Tonmasse ähnlich wie bei anderen Steingutarten. Meist hellgrau, manchmal ockerfarben oder beige. Oft salzglasiert mit hellgrauer Färbung, orangefarbenen oder braunen Nuancen und einigen grünlichen Flecken.
Wichtige Fundorte
- Straßburg
- Rheinmünster-Schwarzach (Fundber. Bad.-Württ. 22/2, 1998, 272-275 [U. Gross])
- Wiesenbach
- Dielheim, Burg Horrenberg
- Villingen
Literaturhinweise
- Fundber. Bad.-Württ. 22/2, 1998, 272-275 [U. Gross]