Flacht, Friedhofstraße 17: Unterschied zwischen den Versionen

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Flacht liegt etwa 8 km nördlich von [[Renningen]] im Strohgäu auf einer Höhe von 404 m ü. N.N. Der Ort liegt in einem leichten Tälchen, im Quellbereich des Strudelbaches, der nach Norden zur Enz entwässert, und ist ein typisches Haufendorf, das sich um die Kirche gruppiert.
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Etwas südöstlich oberhalb des spätmittelalterlichen Dorfes liegt eine Siedlungsstelle, in deren Nachbarschaft aufgrund eines Flurnamens eine ehemalige Burg vermutet wird.
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150 m östlich der Kirche wurden bereits im letzten Jahrhundert Gräber aufgedeckt, die Eisenwaffen enthalten haben sollen. Am südlichen Ortsrand liegen beigabenlose, Ost–West orientierte Bestattungen. Als Einzelfund war hier früher ebenfalls eine „Eisenwaffe“ gefunden worden. Aussagen über diese Bestattungsplätze verbieten sich bei diesem Kenntnisstand, doch können sie ebenso auf den Siedlungsplatz oberhalb des späteren Dorfes wie auf dieses selbst bezogen werden.
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1293 wird Flacht erstmals erwähnt. Die Ortsgeschichte zeigt enge Verbindungen zum 1,8 km nördlich gelegenen Weissach. In der Umgebung sind mehrere Wüstungen bekannt, so Lauschenhofen und Bonlanden. Sie liegen in einer Entfernung von jeweils über 1 km.
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*Friedhofstr. 11: Siedlung - Lit.: Fundber. Baden-Württemberg 5, 1980, 282 (2); Gross 1991, 186.
 
*Friedhofstr. 11: Siedlung - Lit.: Fundber. Baden-Württemberg 5, 1980, 282 (2); Gross 1991, 186.
   
*Obere Lindstraße 191: kleines Gräberfeld - Südöstl. Ortsrand: beigabenlose Bestattungen, Einzelfunde einer „Eisenwaffe“. - Lit.: Fundber. Schwaben N.F . 15, 1959, 183.
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*nordwestlicher Hang des Ettlesberg: kleines Gräberfeld - Südöstl. Ortsrand: beigabenlose Bestattungen, Einzelfunde einer „Eisenwaffe“. - Lit.: Fundber. Schwaben N.F. 15, 1959, 183.
   
*Haus Maurer Müller: Gräberfeld 0,15 km O Kirche. - Lit.: Veeck, Alamannen 222.
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*Haus Maurer Müller: Gräberfeld 0,15 km O Kirche. - Lit.: Veeck 1931, 222.
   
*Hauptstr. 20 - Lit.: Fundber. Baden-Württemberg 8, 1983, 426.
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*Leonberger Straße (ehhem. Hauptstr.) 20 - Lit.: Fundber. Baden-Württemberg 8, 1983, 426.
   
 
*Bergstraße 4 - Funde bei Baumaßnahmen im Sommer 2000 durch E. Bernt. Befunde wurden abgesehen von einer angeziegelten Stelle nicht beobachtet. - Lit.: Schreg 2006, Abb. 93 (Auswahl der Funde).
 
*Bergstraße 4 - Funde bei Baumaßnahmen im Sommer 2000 durch E. Bernt. Befunde wurden abgesehen von einer angeziegelten Stelle nicht beobachtet. - Lit.: Schreg 2006, Abb. 93 (Auswahl der Funde).
   
 
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[[Datei:Flacht Friedhofstr 17 Ofen Bef 11 (Aust Schmidt 2025 CC BY SA) (3).jpg|right|thumb|150px|Flacht, Friedhofstr. 17: Profilschnitt durch den Ofen (Aust / Schmidt 2025, Abb. 9 CC BY SA 4.0]]
 
2021 konnte in der Friedhofstraße 17 ein Siedlungsausschnitt untersucht werden. Dabei wurden mehrere Grubenhäuser, Pfostenbefunde und ein relativ gut erhaltener stehender Töpferofen mit Lochtenne gefunden. Der Ofen wird aufgrund der Keramik ins 7. Jahrhundert datiert.
 
2021 konnte in der Friedhofstraße 17 ein Siedlungsausschnitt untersucht werden. Dabei wurden mehrere Grubenhäuser, Pfostenbefunde und ein relativ gut erhaltener stehender Töpferofen mit Lochtenne gefunden. Der Ofen wird aufgrund der Keramik ins 7. Jahrhundert datiert.
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Der Keramikofen wird durch ein Grubenhaus geschnitten, das wiederum durch ein Grubenhaus geschnitten wird (Aust / Schmidt 2025,38). Laut Grabungsbericht ist noch unklar, "ob die im Ofen aufgefundene Keramik dem letzten Brennvorgang
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zugeordnet werden kann, oder ob es sich um Produktionsabfälle handelt" (ebd.).
   
 
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===Friedhofstraße 17===
 
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Laut Vorbericht (Aust u.a. 2022) wurden im Brennraum des stehenden Ofens mit Lochtenne Gefäße der letzten, mislungenen Brennladung gefunden, die sehr grob mit Quarz und Glimmer gemagert war und sehr dicke Wandungen und Böden aufweist. Das Formenspektrum umfasst v.a. [[Wölbwandtopf|Wölbwandtöpfe]] der [[rauwandige Drehscheibenware|rauwandigen Drehscheibenware]] mit sehr unterschiedlichen Randformen. Neben einfachen [[Wulstrand|Wulsträndern]] trete "ausbiegende Rände"r sowie "unterschnittene, im Profil dreieckige Leistenränder" kommen auch [[Deckelfalzrand|Deckelfalzränder]] vor. Henkelfragmente deuten zudem auf die Produktion von Kannen.
 
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Laut Vorbericht (Aust u.a. 2022) wurden im Brennraum des stehenden Ofens mit Lochtenne Gefäße der letzten, misslungenen Brennladung (?) gefunden, die sehr grob mit Quarz und Glimmer gemagert war und sehr dicke Wandungen und Böden aufweist. Der Grabungsbericht beschreibt die Scherbenqualität etwas abweichend als "überwiegend stark mit groben Quarzpartikeln
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gemagert. Manche Stücke besitzen darüber hinaus einen Anteil an sehr groben Glimmerpartikeln" (Aust /Schmidt 2025, 37).
 
Das Formenspektrum umfasst v.a. [[Wölbwandtopf|Wölbwandtöpfe]] der [[rauwandige Drehscheibenware|rauwandigen Drehscheibenware]] mit sehr unterschiedlichen Randformen. Neben einfachen [[Wulstrand|Wulsträndern]] treten "ausbiegende Ränder" sowie "unterschnittene, im Profil dreieckige Leistenränder" auf. Es kommen auch " spätrömisch
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anmutende" (Aust /Schmidt 2025, 37) [[Deckelfalzrand|Deckelfalzränder]] vor. Henkelfragmente deuten zudem auf die Produktion von Kannen.
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Die übrigen Funde der Ausgrabung umfassen überwiegend ebenfalls rauwandige Drehscheibenware, etwas frühmittelalterliche handgemachte Ware, und wiederum in größerer Zahl [[Ältere gelbe Drehscheibenware (Südwestdeutschland, FMa/HMa)]] insbesondere der Typen Kirchhausen und Jagstfeld, wohingegen Ränder vom Typ Runder Berg relativ selten vorhanden sind.
 
Die übrigen Funde der Ausgrabung umfassen überwiegend ebenfalls rauwandige Drehscheibenware, etwas frühmittelalterliche handgemachte Ware, und wiederum in größerer Zahl [[Ältere gelbe Drehscheibenware (Südwestdeutschland, FMa/HMa)]] insbesondere der Typen Kirchhausen und Jagstfeld, wohingegen Ränder vom Typ Runder Berg relativ selten vorhanden sind.
   
===weitere Fundstellen in der Umgebung===
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Im Bereich des modernen Friedhofes, außerhalb des Dorfetters, wurden neben Funden und Befunden eines römischen Gutshofes ältere gelbe Drehscheibenware des Typs Kirchhausen, einige Fragmente handgemachter Keramik sowie ein Boden der rauwandigen Drehscheibenware gefunden.
 
Im Bereich des modernen Friedhofes, außerhalb des Dorfetters, wurden neben Funden und Befunden eines römischen Gutshofes ältere gelbe Drehscheibenware des Typs Kirchhausen, einige Fragmente handgemachter Keramik sowie ein Boden der rauwandigen Drehscheibenware gefunden.
   
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==Literatur zur Fundstelle==
 
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*Aust u.a. 2022: M. Aust/ K. Conrad/ R. Gresiak/ D. Brenner/ U. Gross, Textilhandwerker und Töpferöfen - Früh- bis hochmittelalterliche Siedlungsreste aus Flacht. Arch. Ausgr. Bad. Württ. 2021 (2022), 253-257.
 
*Aust u.a. 2022: M. Aust/ K. Conrad/ R. Gresiak/ D. Brenner/ U. Gross, Textilhandwerker und Töpferöfen - Früh- bis hochmittelalterliche Siedlungsreste aus Flacht. Arch. Ausgr. Bad. Württ. 2021 (2022), 253-257.
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*Aust / Schmidt 2025: M. Aust / S. Schmidt, Komplexe Stratigraphie und mittelalterliche Befunde in Ludwigsburg. Abschlussbericht der Rettungsgrabung (2020_0266) Weissach „Friedhofstr. 17“. Dokumente zur Archäologie in Baden-Württemberg (Heidelberg 2025). - DOI: https://doi.org/10.11588/propylaeumdok.00006851
 
*Fundber. Baden-Württemberg 5, 1980, Taf. 209 E
 
*Fundber. Baden-Württemberg 5, 1980, Taf. 209 E
 
*Fundber. Baden-Württemberg 8, 1983 Taf. 206 B
 
*Fundber. Baden-Württemberg 8, 1983 Taf. 206 B
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*Gross 1991: U. Gross, Mittelalterliche Keramik zwischen Neckarmündung und Schwäbischer Alb. Bemerkungen zur räumlichen Entwicklung und zeitlichen Gliederung. Forsch. u. Ber. Arch. Mittelalter Bad.-Württ. 12 (Stuttgart 1991). - https://archiv.ub.uni-heidelberg.de/artdok/5858/
 
*Schreg 2006: R. Schreg, Dorfgenese in Südwestdeutschland. Das Renninger Becken im Mittelalter. Materialh. Arch. Baden-Württemberg 76 (Stuttgart 2006), 215-217
 
*Schreg 2006: R. Schreg, Dorfgenese in Südwestdeutschland. Das Renninger Becken im Mittelalter. Materialh. Arch. Baden-Württemberg 76 (Stuttgart 2006), 215-217
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*Veeck 1931: W. Veeck, Die Alamannen in Württemberg. Germanische Denkmäler der Völkerwanderungszeit 1 (Berlin, Leipzig 1931)
   
 
[[Kategorie:Fundstellenregest]]
 
[[Kategorie:Fundstellenregest]]

Aktuelle Version vom 27. Juni 2026, 15:48 Uhr

Flacht (Gde. Weissach) Lkr. Böblingen, Friedhofstraße 17.

Lage

Flacht liegt etwa 8 km nördlich von Renningen im Strohgäu auf einer Höhe von 404 m ü. N.N. Der Ort liegt in einem leichten Tälchen, im Quellbereich des Strudelbaches, der nach Norden zur Enz entwässert, und ist ein typisches Haufendorf, das sich um die Kirche gruppiert.

Etwas südöstlich oberhalb des spätmittelalterlichen Dorfes liegt eine Siedlungsstelle, in deren Nachbarschaft aufgrund eines Flurnamens eine ehemalige Burg vermutet wird.

An zwei Stellen wurden nahe dem Ort Grabfunde gemacht. 150 m östlich der Kirche wurden bereits im letzten Jahrhundert Gräber aufgedeckt, die Eisenwaffen enthalten haben sollen. Am südlichen Ortsrand liegen beigabenlose, Ost–West orientierte Bestattungen. Als Einzelfund war hier früher ebenfalls eine „Eisenwaffe“ gefunden worden. Aussagen über diese Bestattungsplätze verbieten sich bei diesem Kenntnisstand, doch können sie ebenso auf den Siedlungsplatz oberhalb des späteren Dorfes wie auf dieses selbst bezogen werden.

Ortsgeschichte

Flacht, Siedlungstopographie (Kartengrundlage: Urkarte via Landesarchiv Baden-Württemberg, Graphik: R. Schreg)

1293 wird Flacht erstmals erwähnt. Die Ortsgeschichte zeigt enge Verbindungen zum 1,8 km nördlich gelegenen Weissach. In der Umgebung sind mehrere Wüstungen bekannt, so Lauschenhofen und Bonlanden. Sie liegen in einer Entfernung von jeweils über 1 km.

Forschungsgeschichte

Bis zu einer Grabung 2021 in der Friedhofstraße 17 lagen aus Flacht nur Lesefunde und Baustellenbeobachtungen vor, die bei Schreg 2006 als Grundlage eines ersten Überblicks zur Siedlungsentwicklung des Orts dienten.

  • Erweiterung Friedhof: Siedlung - Lit.: Fundber. Baden-Württemberg 5, 1980, 282 (1); Gross 1991, 186.
  • Friedhofstr. 11: Siedlung - Lit.: Fundber. Baden-Württemberg 5, 1980, 282 (2); Gross 1991, 186.
  • nordwestlicher Hang des Ettlesberg: kleines Gräberfeld - Südöstl. Ortsrand: beigabenlose Bestattungen, Einzelfunde einer „Eisenwaffe“. - Lit.: Fundber. Schwaben N.F. 15, 1959, 183.
  • Haus Maurer Müller: Gräberfeld 0,15 km O Kirche. - Lit.: Veeck 1931, 222.
  • Leonberger Straße (ehhem. Hauptstr.) 20 - Lit.: Fundber. Baden-Württemberg 8, 1983, 426.
  • Bergstraße 4 - Funde bei Baumaßnahmen im Sommer 2000 durch E. Bernt. Befunde wurden abgesehen von einer angeziegelten Stelle nicht beobachtet. - Lit.: Schreg 2006, Abb. 93 (Auswahl der Funde).

Befundsituation

Flacht, Friedhofstr. 17: Lochtenne des Ofens (Aust / Schmidt 2025, Abb. 11 CC BY SA 4.0)
Flacht, Friedhofstr. 17: Profilschnitt durch den Ofen (Aust / Schmidt 2025, Abb. 9 CC BY SA 4.0

2021 konnte in der Friedhofstraße 17 ein Siedlungsausschnitt untersucht werden. Dabei wurden mehrere Grubenhäuser, Pfostenbefunde und ein relativ gut erhaltener stehender Töpferofen mit Lochtenne gefunden. Der Ofen wird aufgrund der Keramik ins 7. Jahrhundert datiert.

Der Keramikofen wird durch ein Grubenhaus geschnitten, das wiederum durch ein Grubenhaus geschnitten wird (Aust / Schmidt 2025,38). Laut Grabungsbericht ist noch unklar, "ob die im Ofen aufgefundene Keramik dem letzten Brennvorgang zugeordnet werden kann, oder ob es sich um Produktionsabfälle handelt" (ebd.).

Keramikfunde

Friedhofstraße 17

Flacht, Friedhofstr. 17: Auswahl Keramikfunde aus dem Ofen (Aust / Schmidt 2025, Abb. 10). CC BY SA 4.0)

Laut Vorbericht (Aust u.a. 2022) wurden im Brennraum des stehenden Ofens mit Lochtenne Gefäße der letzten, misslungenen Brennladung (?) gefunden, die sehr grob mit Quarz und Glimmer gemagert war und sehr dicke Wandungen und Böden aufweist. Der Grabungsbericht beschreibt die Scherbenqualität etwas abweichend als "überwiegend stark mit groben Quarzpartikeln gemagert. Manche Stücke besitzen darüber hinaus einen Anteil an sehr groben Glimmerpartikeln" (Aust /Schmidt 2025, 37). Das Formenspektrum umfasst v.a. Wölbwandtöpfe der rauwandigen Drehscheibenware mit sehr unterschiedlichen Randformen. Neben einfachen Wulsträndern treten "ausbiegende Ränder" sowie "unterschnittene, im Profil dreieckige Leistenränder" auf. Es kommen auch " spätrömisch anmutende" (Aust /Schmidt 2025, 37) Deckelfalzränder vor. Henkelfragmente deuten zudem auf die Produktion von Kannen.


Die übrigen Funde der Ausgrabung umfassen überwiegend ebenfalls rauwandige Drehscheibenware, etwas frühmittelalterliche handgemachte Ware, und wiederum in größerer Zahl Ältere gelbe Drehscheibenware (Südwestdeutschland, FMa/HMa) insbesondere der Typen Kirchhausen und Jagstfeld, wohingegen Ränder vom Typ Runder Berg relativ selten vorhanden sind.

Weitere Fundstellen in der Umgebung

Im Bereich des modernen Friedhofes, außerhalb des Dorfetters, wurden neben Funden und Befunden eines römischen Gutshofes ältere gelbe Drehscheibenware des Typs Kirchhausen, einige Fragmente handgemachter Keramik sowie ein Boden der rauwandigen Drehscheibenware gefunden.

Eine Fundstelle in der Friedhofstraße 11 lieferte ein Fundspektrum mit mehreren Fragmenten von Knickwandkeramik und rauwandiger Drehscheibenware, die eine Besiedlung der Merowingerzeit anzeigen. Mit älterer gelber Drehscheibenware der Typen Kirchhausen, Runder Berg und Jagstfeld sowie brauner, meist rillenverzierter rauwandiger Drehscheibenware, Albware, gröberer nachgedrehter Ware und einigen Leistenränder, die möglicherweise bereits auf der schnelllaufenden Drehscheibe hergestellt wurden, ist eine nachmerowingische Besiedlung bis ins 12./13. Jahrhundert nachweisbar.

Im Ort selbst liegen zwei Fundstellen mit mittelalterlicher Keramik. Die eine ist nur aus einer knappen Fundnotiz bekannt, die lediglich ein Webgewicht aus braunem Ton erwähnt. Die andere in der Bergstraße 10 nordöstlich der Kirche umfasst ein Keramikspektrum, das überwiegend aus älterer gelber Drehscheibenware besteht. Es dominieren Ränder der Form Jagstfeld, doch belegen ein dickwandiger Boden und ein Rand der Form Runder Berg auch eine ältere Siedlungstätigkeit.

Literatur zur Fundstelle

  • Aust u.a. 2022: M. Aust/ K. Conrad/ R. Gresiak/ D. Brenner/ U. Gross, Textilhandwerker und Töpferöfen - Früh- bis hochmittelalterliche Siedlungsreste aus Flacht. Arch. Ausgr. Bad. Württ. 2021 (2022), 253-257.
  • Aust / Schmidt 2025: M. Aust / S. Schmidt, Komplexe Stratigraphie und mittelalterliche Befunde in Ludwigsburg. Abschlussbericht der Rettungsgrabung (2020_0266) Weissach „Friedhofstr. 17“. Dokumente zur Archäologie in Baden-Württemberg (Heidelberg 2025). - DOI: https://doi.org/10.11588/propylaeumdok.00006851
  • Fundber. Baden-Württemberg 5, 1980, Taf. 209 E
  • Fundber. Baden-Württemberg 8, 1983 Taf. 206 B
  • Gross 1991: U. Gross, Mittelalterliche Keramik zwischen Neckarmündung und Schwäbischer Alb. Bemerkungen zur räumlichen Entwicklung und zeitlichen Gliederung. Forsch. u. Ber. Arch. Mittelalter Bad.-Württ. 12 (Stuttgart 1991). - https://archiv.ub.uni-heidelberg.de/artdok/5858/
  • Schreg 2006: R. Schreg, Dorfgenese in Südwestdeutschland. Das Renninger Becken im Mittelalter. Materialh. Arch. Baden-Württemberg 76 (Stuttgart 2006), 215-217
  • Veeck 1931: W. Veeck, Die Alamannen in Württemberg. Germanische Denkmäler der Völkerwanderungszeit 1 (Berlin, Leipzig 1931)