Ton: Unterschied zwischen den Versionen

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===Ton als Korngröße===
 
===Ton als Korngröße===
So ist Ton zum einen sedimentologisch bzw. granulometrisch als eine Korngrößenfraktion definiert (wie auch Schluff, Sand und Kies etc.). Ton umfasst demnach eine äußerst feine Korngrößenfraktion von unter 2 Mikrometer Durchmesser, unabhängig davon, aus welchen Mineralen und Gesteinen die Sedimentkörner bestehen. Allerdings enthält Ton in diesem Sinne in der Natur fast immer auch einen relevanten Anteil an Tonmineralen (s. u.).
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So ist Ton zum einen sedimentologisch bzw. granulometrisch als eine Korngrößenfraktion definiert (wie auch Schluff, Sand und Kies etc.). Ton umfasst demnach eine äußerst feine Korngrößenfraktion von unter 2 Mikrometer Durchmesser, unabhängig davon, aus welchen Mineralen und Gesteinen die Sedimentkörner bestehen. Allerdings enthält Ton in diesem Sinne in der Natur fast immer auch einen relevanten Anteil an Tonmineralen (s. u.). Zu den häufigsten Mineralen, die in der Tonfraktion vorliegen, aber keine Tonminerale sind, gehören Quarz, Feldspat und Calcit.
   
 
===Ton als Bodenart===
 
===Ton als Bodenart===
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===Tonminerale===
 
===Tonminerale===
In der Mineralogie schließlich gibt es den Begriff der Tonminerale. Sie gehören zu den Schichtsilikaten und bilden in der Regel keine Gesteine, sondern bilden plättchenförmige Partikel in der für Ton und teilweise auch Schluff definierten Korngröße.
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In der Mineralogie schließlich gibt es den Begriff der Tonminerale. Sie gehören zu den Schichtsilikaten und bilden in der Regel keine Gesteine, sondern neigen dazu, kleine Körner bzw. Partikel in der Korngröße von Ton und zum Teil auch von feinem Schluff zu bilden. Die Kristallstruktur der Tonminerale besteht in der Regel aus vielen dünnen Schichten, und daher bilden sie meist plättchenförmige Partikel. Die etwa 30 bis 50 Tonminerale werden in Gruppen zusammengefasst und unterscheiden sich unter anderem in der chemischen Zusammensetzung, im Aufbau bzw. der Struktur der Kristalle, in der durchschnittlichen Korngröße, im Quellverhalten und in ihrer Plastizität sowie in der erforderlichen minimalen und maximalen Brenntemperatur. Natürliche Tonvorkommen bestehen oft aus mehreren Tonmineralen. In Mischkristallen (engl. mixed layer minerals) bestehen sogar die einzelnen Kristallschichten aus unterschiedlichen Tonmineralen.
   
 
===Rohton, Masse, Scherben===
 
===Rohton, Masse, Scherben===
Je nach Verarbeitunsschritt wird der Ton zum Teil anders bezeichnet (W. Bender, Geschichte Ziegel). Der unaufbereitete Ton ist ein Rohstoff, der aufbereitete [[Aufbereitung]] ein Werkstoff. Im professionnellen Sprachgebrauch und in der Industrie wird das aufbereitete Material oft als Masse bezeichnet, meist spezifiziert nach Herstellungstechnik oder Verwendung (Drehmasse, Aufbaumasse, Gießmasse, Kachelmasse, Rakumasse, Porzellanmasse oder allgemein Arbeitsmasse...) (ähnlich engl. "paste"). Umgangssprachliche Bezeichnungen wie "gebrannter Ton", "Tongeschirr" etc. sind fachsprachlich unzutreffend: Nach dem Brand handelt es sich chemisch und mineralogisch um ein anderes Material, das folgerichtig nicht als Ton, sondern als (der) [[Scherben]] (maskulin; im Gegensatz zum Keramikbruchstück, die [[Scherbe]] (feminin)!) bezeichnet wird.
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Unabhängig von der geowissenschaftlichen Ansprache und Aufbereitung bezeichnet Ton den plastisch formbaren Werkstoff der Töpferei. Im professionellen Sprachgebrauch und in der Industrie gibt es eine differenziertere Terminologie für die verschiedenen Verarbeitungsstufen (Bender 2004, 84). Der unaufbereitete Ton, der Rohstoff, wird als Grubenton oder Rohton bezeichnet. Das aufbereitete Material, der Werkstoff, wird oft als Masse bezeichnet, meist spezifiziert nach Herstellungstechnik oder Verwendung: Drehmasse, Aufbaumasse, Gießmasse, Kachelmasse, Rakumasse, Porzellanmasse oder allgemein Arbeitsmasse u. a. (ähnlich engl. "paste"). Umgangssprachliche Bezeichnungen wie "gebrannter Ton", "Tongeschirr" etc. sind daher fachsprachlich falsch: Nach dem Brand handelt es sich chemisch und mineralogisch um ein anderes Material, das folgerichtig nicht als Ton, sondern als (der) [[Scherben]] bezeichnet wird.
   
 
===Ton und Lehm===
 
===Ton und Lehm===
Das Wort Lehm ist etymologisch mit Leim verwandt und bezeichnete also ursprünglich eine klebrige Erde. Nach der modernen bodenkundlichen Definition ist Lehm eine Bodenart, die neben Ton auch größere Anteile an Schluff und Sand aufweist, d. h. weder Ton, Sand noch Lehm dominieren stark. Das Rohmaterial der Töpferei wird als Ton und nicht als Lehm bezeichnet (abgesehen von Beispielen im historischen Sprachgebrauch und in einigen Mundarten). Dabei kann es sich allerdings bei dem Rohmaterial prähistorischen und historischer Keramik zum Teil tatsächlich auch um Lehm im Sinne der bodenkundlichen Definition handeln - sofern der Lehm eine ausreichende Plastizität aufweist, d. h. wenn es sich einen tonigen bzw. fetten Lehm handelt, ist er auch zum Töpfern geeignet. Das gilt insbesondere für die [[handgemachte Keramik]].
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Das Wort Lehm ist etymologisch mit Leim verwandt und bezeichnete also ursprünglich eine klebrige Erde. Nach der modernen bodenkundlichen Definition ist Lehm eine Bodenart, die neben Ton auch größere Anteile an Schluff und Sand aufweist, d. h. weder Ton, Sand noch Lehm dominieren stark. Das Rohmaterial der Töpferei wird heute im Allgemeinen als Ton und nicht als Lehm bezeichnet - abgesehen von Beispielen in einigen Mundarten und im historischen Sprachgebrauch (vgl. etwa im Ständebuch des Hans Sachs, 1568: "Den Leymen tritt ich mit meim Fuß..."). Beim Rohmaterial prähistorischen und historischer Keramik kann es sich tatsächlich auch um Lehm im Sinne der bodenkundlichen Definition handeln - sofern der Lehm eine ausreichende Plastizität aufweist, d. h. wenn es sich einen tonigen bzw. fetten Lehm handelt, ist er auch zum Töpfern geeignet. Das gilt insbesondere für die [[handgemachte Keramik]] und für Ziegeleiprodukte bzw. [[Baukeramik]].
 
==Mineralogie==
 
Die grob um die 30 Tonminerale gehören zu den Schichtsilikaten. Sie haben meist eine Kristallstruktur, die aus vielen dünnen Schichten besteht und bilden daher plättchenförmige Partikel. Die Tonminerale bilden in der Regel keine Gesteine, sondern neigen dazu, eben in der Korngröße von Ton und zum Teil auch von Schluff vorzuliegen.
 
Es wird eine Zahl von annähernd 30 Tonmineralen unterschieden und in Gruppen zusammengefasst. Im Zusammenhang mit der Keramik und Töpferei gelten als die bedeutendsten Tonminerale bzw. Gruppe die Kaolinite, die Montmorillonite bzw. Smectite und die Illite. Die Tonminerale unterscheiden sich unter anderem in der chemischen zusammensetzung, im Aufbau bzw. der Struktur der Kristalle (zweischicht dreischicht minerale), in der durchschnittlichen Korngröße, im Quellverhalen und in ihrer Plastizität sowie in der erforderlichen Brenntemperatur (und zwar Mindest- und Höchsttemperatur). Tone bestehen oft aus mehreren verschiedenen Tonmineralen. In Mischkristallen (engl. mixed layer minerals) bestehen sogar die einzelnen Kristallschichten aus unterschiedlichen Tonmineralen.
 
 
Zwischenschichtwasser, Adsorption, Quellfähigkeit
 
Das Tonmineral Kaolinit hat eine regelmäßige Struktur , kristalliner Aufbau und chemische zusammensetung sind daher leicht zu beschreiben und es wird chemischen Beschreibung von ton (Summenformel) als idealtypisch ...
 
   
 
==Entstehung==
 
==Entstehung==
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Während es sich bei der Verwitterung von Gesteinen in Sand und Schluff um einen physikalischen Vorgang handelt, bZerkleinern von Gesteinen in kleinere Partikel (Klasten, d. h. Bruchstücke), ist die Entstehung von Tonmineralen eine chemische Verwitterung (klassische Sedimente)
 
Während es sich bei der Verwitterung von Gesteinen in Sand und Schluff um einen physikalischen Vorgang handelt, bZerkleinern von Gesteinen in kleinere Partikel (Klasten, d. h. Bruchstücke), ist die Entstehung von Tonmineralen eine chemische Verwitterung (klassische Sedimente)
   
==Vorkommen, Abbau, Aufbereitung==
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==Vorkommen, Abbau, Transport, Aufbereitung==
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Zur Töpferei geeignete Rohstoffe, d. h. Ton und toniger Lehm, sind weit verbreitet und in vielen Regionen häufig zu finden. In wenigen Regionen sind sie selten, etwa im Gebirge. Je geringer die Ansprüche an das Material, wie etwa die maximale Brenntemperatur oder eine hohe Plastizität, desto größer ist die Auswahl an geeigneten Lagerstätten. Steinzeugton, der die entsprechenden hohen Brenntemperaturen aushält, findet sich nur in wenigen Regionen, in denen sich Steinzeugzentren bildeten. Ton, der zum Drehen von Irdenware geeignet ist, findet sich häufig. Handgemachte Keramik lässt sich zum Teil auch aus zum Drehen schlecht geeigneten, magereren Tonen oder tonigen Lehmen herstellen, wie sie sich praktisch überall finden lassen, daher die oft dezentrale, lokale Herstellung.
Abgesehen von gebirgigemn oder auch sandigen Regionen sind zur Töpferei geeignete Rohstoffe Ton und toniger Lehm weit verbreitet und häufig zu finden. Je höher die Absprüche an sas Matetial wie etwa hohe Maximale brenntemoeratur und hohe plastizität desto weniger geeignete,Lagerstätten finden sich. Steinzeugton der die hihen brenntemperatureb. Von steinzeug ausgölt seltener. Drehen von irdenware geeignet dagegen häufiger, handgemachte keramik sogar magere Material wie lehm der sich praktisch fast überall finden lässt... Es gibt Tone aus vielen geologischen Epochen. Es gibt große Lagerstätten in form von mehrere hundert meter mächtigen schichten aber auch kleinere Lagerstätten bis hin zu und kleinsten Tonlinsen. Ton wird oft im Tagebau, aber gelegentlich auch unter Tage, d.h. in Bergwerken, abgebaut.
 
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Tone sind in vielen geologischen Zeitabschnitten entstanden. Die Lagerstätten können von mehrere hundert Meter mächtigen Vorkommen bis hin zu kleinsten Tonlinsen reichen. Ton wird oft im Tagebau, aber gelegentlich auch unter Tage, d.h. in Bergwerken, abgebaut.
 
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Ton wurde in vorindustrieller Zeit nur selten über große Entfernungen transportiert, von Sonderfällen abgesehen (Graphitton). In rezenten ethnographischen Fallbeispielen wird Ton in 85% der Fälle in einem im Umkreis von bis zu etwa 7 km gewonnen (Rice 2015, 130-133).
Der rohe Ton muss zur weiteren Verwendung aufbereitet werden (Aufbereitung). Die Aufbereitung kann sich, je nach Lagerstätte, Herstellungstechnik und Spezialisierung, auf eine minimale Aufbereitung durch ein grobes manuelles Reinigen und ein einfaches Homogenisieren durch Kneten oder Treten beschränken oder aber ein arbeitsintensiver Prozess sein.
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Der rohe Ton muss zur weiteren Verwendung aufbereitet werden [[Aufbereitung]]. Die Aufbereitung kann sich, je nach Lagerstätte, Herstellungstechnik, Produktionsumfang und Spezialisierung, auf ein geringfügiges manuelles Reinigen und Homogenisieren beschränken, oder aber ein umfangreicher mehrstufiger, arbeitsintensiver Prozess sein.
 
 
Tonarten/Sorten (matthes engoben).
 
Plastizität, bildsamkeit
 
Chem. Umwandlung beim brennen
 
Die eigenschaften die ton zum geeignete werkstoff macht sind die plastizität, auch bildsamkeit,, die Festigkeit im feuchen Zustand, die Festigkeit im trockenen zustand (rohbruchfestigkeit) und die Eigenschaft, im brand zu einem härteren und wasserfesten material zu werden.
 
 
Erkennen
 
Fingerproben
 
Zur Farbe von Ton.
 
Häufigste andere Minearale rice 2015
 
   
 
==Eigenschaften==
 
==Eigenschaften==
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== Literaturhinweise ==
 
== Literaturhinweise ==
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*Bender 2004: W. Bender, Vom Ziegelgott zum Industrieelektroniker. Geschichte der Ziegelherstellung von den Anfängen bis heute (Bonn 2004).
*Schreg 1999: R. Schreg, Keramik aus Südwestdeutschland. Eine Hilfe zur Beschreibung, Bestimmung und Datierung archäologischer Funde vom Neolithikum bis zur Neuzeit. Lehr- und Arbeitsmaterialien zur Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit³ (Tübingen 1999).
 
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*Hamer/Hamer 1990: F. Hamer/J. Hamer, Lexikon der Keramik und Töpferei. Material Technik Geschichte. Übers. u. Bearb. v. B. Pfannkuche (Augsburg 1990).
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*Rice 2015: P. M. Rice, Pottery Analysis. A Sourcebook (Chicago/London (2)2015).
 
*Schreg 1999: R. Schreg, Keramik aus Südwestdeutschland. Eine Hilfe zur Beschreibung, Bestimmung und Datierung archäologischer Funde vom Neolithikum bis zur Neuzeit. Lehr- und Arbeitsmaterialien zur Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit³ (Tübingen 1999).
   
 
[[Kategorie:Werkstoffkunde]]
 
[[Kategorie:Werkstoffkunde]]

Version vom 26. Januar 2026, 15:08 Uhr

Quartäre Tonschicht in Estland. (Siim Sepp [CC BY-SA 3.0] via WikimediaCommons - https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Clay-ss-2005.jpg)

Tone sind Verwitterungsprodukte silikathaltiger bzw. aluminiumhaltiger Gesteine. Für die Entstehung des Tones ist jedoch neben der mechanischen und chemischen Verwitterung die sogenannte Hydration von großer Bedeutung. Erst diese chemische Wasseranlagerung verleiht dem Ton seine Plastizität. Die reine Tonsubstanz ist das sogenannte Kaolinit (A1203 2Si02 2H20), das sich im Durchschnitt aus etwa 39,4 % Aluminiumoxid (AI203), 46,6 % Siliziumdioxid (Si02 - 'Kieselsäure') und 14,0 % Wasser (H20) zusammensetzt.

Die meisten Tone enthalten jedoch nicht mehr als 50% dieses Kaolins. Die Beimengungen können sehr unterschiedlich sein, so dass die verschiedenen Tone verschiedene Eigenschaften und Eignungen besitzen.

Ton, der wichtigste Rohstoff in der Töpferei,

Bezeichnung und Definitionen

Das Wort Ton (althochdeutsch thaha oder daha) bezeichnet seit alters her die Erde, die als Rohstoff der Töpferei dient, und bezog sich ursprünglich sowohl auf Töpfererde als auch das fertige Keramikgeschirr. In den Geowissenschaften gibt es unterschiedliche Definitionen von Ton aus verschiedenen Perspektiven, die sich aber in der Realität größtenteils decken bzw. überschneiden.

Ton als Korngröße

So ist Ton zum einen sedimentologisch bzw. granulometrisch als eine Korngrößenfraktion definiert (wie auch Schluff, Sand und Kies etc.). Ton umfasst demnach eine äußerst feine Korngrößenfraktion von unter 2 Mikrometer Durchmesser, unabhängig davon, aus welchen Mineralen und Gesteinen die Sedimentkörner bestehen. Allerdings enthält Ton in diesem Sinne in der Natur fast immer auch einen relevanten Anteil an Tonmineralen (s. u.). Zu den häufigsten Mineralen, die in der Tonfraktion vorliegen, aber keine Tonminerale sind, gehören Quarz, Feldspat und Calcit.

Ton als Bodenart

Zum Anderen wird unter Ton in der Bodenkunde (Pedologie) eine Bodenart verstanden, die vorwiegend aus dem feinen Sediment der Korngröße Ton besteht. Andere Bodenarten sind entsprechend Schluff (auch Silt) und Sand, sowie Lehm, bei dem Schluff, Sand und Lehm jeweils einen bedeuten Anteil bilden. Hier werden Feinabstufungen unterschieden wie z. B. toniger Sand, schluffiger Ton etc.

Tonminerale

In der Mineralogie schließlich gibt es den Begriff der Tonminerale. Sie gehören zu den Schichtsilikaten und bilden in der Regel keine Gesteine, sondern neigen dazu, kleine Körner bzw. Partikel in der Korngröße von Ton und zum Teil auch von feinem Schluff zu bilden. Die Kristallstruktur der Tonminerale besteht in der Regel aus vielen dünnen Schichten, und daher bilden sie meist plättchenförmige Partikel. Die etwa 30 bis 50 Tonminerale werden in Gruppen zusammengefasst und unterscheiden sich unter anderem in der chemischen Zusammensetzung, im Aufbau bzw. der Struktur der Kristalle, in der durchschnittlichen Korngröße, im Quellverhalten und in ihrer Plastizität sowie in der erforderlichen minimalen und maximalen Brenntemperatur. Natürliche Tonvorkommen bestehen oft aus mehreren Tonmineralen. In Mischkristallen (engl. mixed layer minerals) bestehen sogar die einzelnen Kristallschichten aus unterschiedlichen Tonmineralen.

Rohton, Masse, Scherben

Unabhängig von der geowissenschaftlichen Ansprache und Aufbereitung bezeichnet Ton den plastisch formbaren Werkstoff der Töpferei. Im professionellen Sprachgebrauch und in der Industrie gibt es eine differenziertere Terminologie für die verschiedenen Verarbeitungsstufen (Bender 2004, 84). Der unaufbereitete Ton, der Rohstoff, wird als Grubenton oder Rohton bezeichnet. Das aufbereitete Material, der Werkstoff, wird oft als Masse bezeichnet, meist spezifiziert nach Herstellungstechnik oder Verwendung: Drehmasse, Aufbaumasse, Gießmasse, Kachelmasse, Rakumasse, Porzellanmasse oder allgemein Arbeitsmasse u. a. (ähnlich engl. "paste"). Umgangssprachliche Bezeichnungen wie "gebrannter Ton", "Tongeschirr" etc. sind daher fachsprachlich falsch: Nach dem Brand handelt es sich chemisch und mineralogisch um ein anderes Material, das folgerichtig nicht als Ton, sondern als (der) Scherben bezeichnet wird.

Ton und Lehm

Das Wort Lehm ist etymologisch mit Leim verwandt und bezeichnete also ursprünglich eine klebrige Erde. Nach der modernen bodenkundlichen Definition ist Lehm eine Bodenart, die neben Ton auch größere Anteile an Schluff und Sand aufweist, d. h. weder Ton, Sand noch Lehm dominieren stark. Das Rohmaterial der Töpferei wird heute im Allgemeinen als Ton und nicht als Lehm bezeichnet - abgesehen von Beispielen in einigen Mundarten und im historischen Sprachgebrauch (vgl. etwa im Ständebuch des Hans Sachs, 1568: "Den Leymen tritt ich mit meim Fuß..."). Beim Rohmaterial prähistorischen und historischer Keramik kann es sich tatsächlich auch um Lehm im Sinne der bodenkundlichen Definition handeln - sofern der Lehm eine ausreichende Plastizität aufweist, d. h. wenn es sich einen tonigen bzw. fetten Lehm handelt, ist er auch zum Töpfern geeignet. Das gilt insbesondere für die handgemachte Keramik und für Ziegeleiprodukte bzw. Baukeramik.

Entstehung

Tone entstehen durch Verwitterung von Gesteinen, Tonminerale durch die Verwitterung von Silikatgesteinen. Das Entstehen von Kies bzw. Schotter, Sand und Schluff durch das Zerkleinern von Gesteinen in kleinere Bruchstücken (Klasten) kann auf mechanischem Weg geschehen (z. B. durch Frostsprengungen oder durch Gletscher u. v. a.). Die Entstehung von Tonmineralen aus Silikatgessteinen dagegen ist eine chemische Umwandlung.

Während es sich bei der Verwitterung von Gesteinen in Sand und Schluff um einen physikalischen Vorgang handelt, bZerkleinern von Gesteinen in kleinere Partikel (Klasten, d. h. Bruchstücke), ist die Entstehung von Tonmineralen eine chemische Verwitterung (klassische Sedimente)

Vorkommen, Abbau, Transport, Aufbereitung

Zur Töpferei geeignete Rohstoffe, d. h. Ton und toniger Lehm, sind weit verbreitet und in vielen Regionen häufig zu finden. In wenigen Regionen sind sie selten, etwa im Gebirge. Je geringer die Ansprüche an das Material, wie etwa die maximale Brenntemperatur oder eine hohe Plastizität, desto größer ist die Auswahl an geeigneten Lagerstätten. Steinzeugton, der die entsprechenden hohen Brenntemperaturen aushält, findet sich nur in wenigen Regionen, in denen sich Steinzeugzentren bildeten. Ton, der zum Drehen von Irdenware geeignet ist, findet sich häufig. Handgemachte Keramik lässt sich zum Teil auch aus zum Drehen schlecht geeigneten, magereren Tonen oder tonigen Lehmen herstellen, wie sie sich praktisch überall finden lassen, daher die oft dezentrale, lokale Herstellung. Tone sind in vielen geologischen Zeitabschnitten entstanden. Die Lagerstätten können von mehrere hundert Meter mächtigen Vorkommen bis hin zu kleinsten Tonlinsen reichen. Ton wird oft im Tagebau, aber gelegentlich auch unter Tage, d.h. in Bergwerken, abgebaut. Ton wurde in vorindustrieller Zeit nur selten über große Entfernungen transportiert, von Sonderfällen abgesehen (Graphitton). In rezenten ethnographischen Fallbeispielen wird Ton in 85% der Fälle in einem im Umkreis von bis zu etwa 7 km gewonnen (Rice 2015, 130-133). Der rohe Ton muss zur weiteren Verwendung aufbereitet werden Aufbereitung. Die Aufbereitung kann sich, je nach Lagerstätte, Herstellungstechnik, Produktionsumfang und Spezialisierung, auf ein geringfügiges manuelles Reinigen und Homogenisieren beschränken, oder aber ein umfangreicher mehrstufiger, arbeitsintensiver Prozess sein.

Eigenschaften

Ein guter Töpferton muss eine gute Mischung von Plastizität, Porosität und Festigkeit aufweisen, um bei der Formgebung, dem Brand und schließlich in der Nutzung gute Ergebnisse zu erzielen.

Als 'fett' bezeichnet man einen Ton aus besonders feinen und dicht gelagerten Schlämmteilchen. Er hat einen speckigen Glanz, fühlt sich glatt an und ist geschmeidig. Da sich 'fetter' Ton leicht in die Länge ziehen lässt, bezeichnet man ihn auch als 'langen Ton'. Er trocknet aufgrund seiner Dichte ungleichmäßig, so dass leicht Spannungen und Risse entstehen können. Im Gegensatz dazu steht der 'magere' Ton mit groben Beimengungen, er ist rau und weil er leicht reißt ('kurzer' Ton) weit weniger plastisch. Sein Vorteil beruht in einem geringeren Schwund und einer geringeren Rissanfälligkeit während des Brandes.

Aus diesem Grund wird einem zu fetten Ton meist eine Magerung zugesetzt. Dazu kann Sand (mineralische Magerung), Spreu oder Mist (organische Magerung) verwendet werden.

chemische Bestandteile

Tongruppen

Literaturhinweise

  • Bender 2004: W. Bender, Vom Ziegelgott zum Industrieelektroniker. Geschichte der Ziegelherstellung von den Anfängen bis heute (Bonn 2004).
  • Hamer/Hamer 1990: F. Hamer/J. Hamer, Lexikon der Keramik und Töpferei. Material Technik Geschichte. Übers. u. Bearb. v. B. Pfannkuche (Augsburg 1990).
  • Rice 2015: P. M. Rice, Pottery Analysis. A Sourcebook (Chicago/London (2)2015).
  • Schreg 1999: R. Schreg, Keramik aus Südwestdeutschland. Eine Hilfe zur Beschreibung, Bestimmung und Datierung archäologischer Funde vom Neolithikum bis zur Neuzeit. Lehr- und Arbeitsmaterialien zur Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit³ (Tübingen 1999).