Hunneschans-Keramik: Unterschied zwischen den Versionen
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Hunneschans.Keramik ist eine oxidierend gebrannte rollstempelverzierte und rotbemalte Drehscheibenware, die in verschiedenen Töpferzentren des rheinischen Vorgebirges produziert wurde. Definiert wurde die Ware anhand der Funde des eponymen Fundorts Uddel, Hunneschans in den Niederlanden (Holwerda 1909). |
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Version vom 7. Juni 2026, 18:28 Uhr
Hunneschans.Keramik ist eine oxidierend gebrannte rollstempelverzierte und rotbemalte Drehscheibenware, die in verschiedenen Töpferzentren des rheinischen Vorgebirges produziert wurde. Definiert wurde die Ware anhand der Funde des eponymen Fundorts Uddel, Hunneschans in den Niederlanden (Holwerda 1909). Typologisch steht die Hunneschans-Ware zwischen der Badorfer und der Pingsdorfer Ware.
Charakteristika
Scherbenbeschaffenheit
kreidige Oberflöche
Verzierung
- Rolletempelverzierung
- rote Bemalung mit in der Regel vier Fingerstrichen.
Gefäßformen
kugelge Gefäße, ohne Standring
Verbreitung
wichtige Fundstätten
- Dorestad
- Duisburg, Marienkirche (Krause 2022)
- Haithabu (Janssen 1987, 114ff.)
- Meschede, St. Walburga: Schallgefäße
- Uddel, Hunneschans
Chronologie
Die Hunneschans-Ware gehört dem 10. Jahrhundert an.
Seit den 1950er Jahren wurden v.a. an den Seehandelsplätzen von Dorestad und Haithabu verschiedene Waren unterschieden werden, die nach den Produktionsorten Waldorf, Walberberg, Paffrath Badorf und Pingsdorf benannt wurden. Erst durch die Auswertung rheinischer Fundorte und insbesondere der Töpfereikomplexe konnte eine Chronologieetabliert werden (Heege ###;Friedrich ###). Ch. Keller hat 2004 eine Gliederung in fünf Phasen A-E vorgeschlagen, die sich vor allem aufgrund der sich verändernden Ausformung der Gefäßränder und des Wandels im Dekor unterscheiden lassen. Anfang und Ende der Entwicklung konnten anhand absolut datierter Vergleichsfunde auf den Anfang des 8. Jahrhunderts bzw. das ausgehende 9. Jahrhundert eingegrenzt werden.
=Literatur zur Fundstelle
- Friedrich
- Gross 2021: U. Gross, Reliefbandamphoren, Hunneschans- und Badorf-Ware sowie weitere Importkeramik der Karolingerzeit und des Hochmittelalters am nördlichen Oberrhein (Heidelberg 2021). -
- Heege
- Holwerda 1909: Jan H. Holwerda: Hunneschans bij het Uddelermeer. In: Oudheidkundige Mededelingen van het Rijksmuseum van Oudheden te Leiden 3, 1909, 1–51.
- Janssen 1987: Walter Janssen, Die Importkeramik von Haithabu. Ausgrabungen in Haithabu 9 (Neumünster 1987).
- Keller 2004: Christoph Keller, Badorf, Walberberg und Hunneschans. Zur zeitlichen Gliederung karolingerzeitlicher Keramik vom Köln-Bonner Vorgebirge. Archäologisches Korrespondenzblatt 34, 2004, 125–137.
- Kottmann
- Krause 2022: Günter:Krause, Bemerkungen zur Baugeschichte der Marienkirche in Duisburg; in: A. Diener/ M. Kleiner/ Ch. Lagemann/ Ch. Syrer (Hrsg.), Entwerfen und Verwerfen. Planwechsel in Kunst und Architektur des MIttelalters und der Frühen Neuzeit. Festschrift für Matthias Untermann zum 65. Geburtstag (Heidelberg 2022) 71-84. - https://doi.org/10.11588/arthistoricum.885.c11571
- Lobbedey 1986: Uwe Lobbedey, Bemerkungen zu den Schallgefäßen in St. Walpurga, Meschede (Westfalen). In: Arnold Wolff (Hrsg.), Die Domgrabung Köln. Kolloquium zur Baugeschichte und Archäologie 1984 in Köln. Studien zum Kölner Dom 2 (Köln 1996) 239–247.
- Renaud 1968: Jacques G.N. Renaud, Quelques remarques concernant le "Hunneschans" au lac d'Uddel. Chateau Galliard 4, 1968, 191–199
- Winkelmann 1975: Wilhelm Winkelmann, Meschede. Westfälische Forschungen 19, 1966, 135–136.
- Winkelmann 1975a: Wilhelm Winkelmann, Alles Hohle klingt besser. Kölner Römer-Illustrierte 2, 1975, 233–234